Welcher Weg ist der richtige?

Stanislaw lebte inmitten eines weiten einsamen Waldgebietes. Eines Tages verspürte er die Sehnsucht, aus der Trostlosigkeit seines Daseins heraus in die helle und leuchtende Geborgenheit der großen Stadt zu kommen, von der ihm erzählt worden war. Entschlossen, das ersehnte Ziel zu suchen, machte er sich auf den Weg.
Nach einigen Tagen mühsamen Umherwanderns in den dunklen Tiefen der Wälder kam er an eine Lichtung. Dort verzweigte sich der Weg in verschiedene Richtungen. Ratlos stand er da. Welcher Weg war der richtige? Welcher führte am sichersten in die große Stadt? Er sah einen alten Einsiedler. „Guten Tag, Brüderchen, du bist meine letzte Hoffnung“, sprach er ihn an. „Weißt du, auf welchem Weg ich am sichersten und kürzesten in die große Stadt komme?“
Der Mann deutete auf die erste Abzweigung: „Schau! Dieser Weg hier führt mitten in den Wald. Dann ist er zu Ende. Wenn du den anderen Weg dort nimmst, kommst du wieder dahin zurück, woher du gekommen bist. Dieser Weg dort macht eine große Schleife und du gelangst wieder hierher, wo wir jetzt stehen.“ – „Und was ist mit diesem schönen breiten Weg dort, Brüderchen? Er ist doch bequem zu beschreiten!“ – „Sein Aussehen täuscht dich“, sagte der Einsiedler. „Schon nach einer halben Tagreise endet er in einem Sumpf. Du versinkst im Morast.“ – „So bleibt nur dieser Weg hier übrig“, sagte Stanislaw. „Aber sieh nur die Dornen, die hereinhängen. Außerdem ist er eng und steinig. Sicherlich gibt es da auch gefährliche Tiere und steile Schluchten.“
„So ist es“, nickte der Einsiedler. „Aber eben dieser ist der einzige Weg, der dich schließlich in die wunderbare Stadt führen wird. Mühe dich durch diese Dornen und Steine. Schon nach kurzer Zeit wirst du klug und stark damit umgehen. Bete zu Gott und vertraue dich Seiner weisen Führung an. Mache dich mit Mut und Vertrauen auf die Reise. Du wirst sehen …“
Da machte sich Stanislaw auf den Weg. Er fand alles bestätigt, was der Alte ihm gesagt hatte. Da fiel es wie Schuppen von seinen Augen und er sprach: „Vater im Himmel, ist es nicht auch so mit unserem irdischen Leben? Es gibt so viele Irrwege. Wir Menschen irren uns, wenn wir meinen, dass sie bequem und leicht zu bewältigen sind und mühelos zum Ziel führen. Du bietest uns in voraussehender Weisheit einen Weg an, der mit Dornen des Leids und Steinen der Mühsal behaftet ist. An seinem Rande drohen Gefahren und wenn man ihn beschreitet, muss man durch finstere Täler der Angst und brennende Wüsten der Verlassenheit wandern. Doch wer Dir vertraut, wird unter Deiner Führung voll froher Hoffnung voranschreiten und am Ende das große wunderbare Ziel seines Lebens erreichen.“ Weiterlesen

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Glaubensnahe und kindgerechte Kommunionvorbereitung.

Die Geschichte von der Kleinen Juliana.
Auch wenn erst Februar ist: Es ist gar nicht mehr so weit bis zum Weißen Sonntag. Vielerorts hat schon die Kommunionvorbereitung begonnen. Und hier stehen Verantwortliche, die Pfarrer und Katecheten, aber oft auch gläubige Eltern oder Großeltern vor einer großen Herausforderung. Wie sagen wir es unseren Kindern, denen oftmals Grundkenntnisse über den Glauben vollkommen fehlen, dass Jesus Christus wahrhaft unter uns ist in der Eucharistie, dass er uns in diesem gewandelten Brot wirklich begegnen will? Das „Geheimnis des Glaubens“ muss im Grunde angenommen werden, es kann aber dann gut angenommen werden, wenn sein Wert erkannt wird: Gott selbst wendet sich uns zu, er möchte immer bei uns sein – und wir tun gut daran, ihn nicht abzuweisen.
Insofern ist es wichtig, das Interesse an Christus, das Interesse an seiner Anwesenheit in der Eucharistie zu wecken – was aber mit Liebe besser gelingen kann als unter Zwang. Das heißt, es geht darum, eine Sehnsucht zu wecken nach diesem Christus – wenn möglich auch bei den oft mit dem Glauben kaum vertrauten Eltern.
„Kommunion“ kommt ja von „communio“, das heißt „Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch.“ Dabei muss mir bewusst werden, dass diese Gemeinschaft unendlich wertvoll ist, dass es sich dafür lohnt, auch auf anderes zu verzichten (das Ausschlafen am Sonntag) und einige – letztlich nur kleine – Mühen auf sich zu nehmen (Gottesdienstbesuch, in der Kirche still werden, mitbeten, hinknien). Auf der Suche nach Materialien, die dies gut vermitteln können, bin ich im Internet auf eine Website gestoßen mit dem Namen „Die kleine Juliana und das Brot des Lebens“ Weiterlesen

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Wir befinden uns auf dem „Synodalen Weg“ von dem wir nicht wissen, wie er enden wird.

Wir befinden uns auf dem „Synodalen Weg“ von dem wir nicht wissen, wie er enden wird. Erzbischof Kardinal Woelki sagte: „Alle meine Befürchtungen sind eingetreten.“
Eine Information über die ersten Schritte des so genannten „Synodalen Weges“.

Gewissermaßen als Ouvertüre zum „Synodalen Weg“ hat sich Pater Johannes Langendörfer SJ, der Sekretär der DBK, geäußert. Dabei behauptete er, dass es in der katholischen Kirche in Deutschland eine Reihe von Blockierungen gebe, die sich begünstigend auf die Entstehung von sexuellem Missbrauch ausgewirkt hätten. Ursächlich seien unter anderen die bisherige Sexualmoral der Kirche, das Priesterbild und vor allem der eingeschränkte Zugang zum Priestertum. Für diesen Standpunkt führt er auch einige durchaus umstrittene Wissenschaftler an.
Nun soll nach Langendörfer der „Synodale Weg“ „einen neuen Weg“ eröffnen. Er sagte: „Wir machen uns hier auf einen besonderen Weg, den das Kirchenrecht so nicht kennt, das bestimmte Formen vorsieht.“ Das dürfte nach Langendörfer heißen, dass in den Themenforen der Synode Entscheidungen getroffen werden, die die Kirche in Deutschland selber in die Pflicht nehmen. Neu sei, dass es auch „zu Entscheidungen kommen könne, die die römische Ebene betreffen, (zwar) nicht auf der Ebene des Konzils, sondern auf der Ebene des Heiligen Vaters und seiner Kurie.“ Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) sei nicht gewillt, „zu akzeptieren, dass alle Themen, die jetzt und in Zukunft in Rom entschieden werden, ohne die Beteiligung der Ortskirchen getroffen werden (kath.net.31.01.2020)
Es ist erstaunlich, wie offen Langendörfer seine Ziele gegenüber Rom hier schon preisgibt. Dagegen hat aber Johannes Paul II. schon in seinem Schreiben „Apostolos suos“ klargestellt, dass Entscheidungen von Bischofskonferenzen, also auch der DBK evtl. mit dem ZdK nicht gültig seien, wenn sie die Diözesanbischöfe in die Pflicht nehmen wollten.
Das Verbot des Frauenpriestertums, das Johannes Paul II. am 22. Mai 1994 bekräftigt hat, will Pater Langendörfer nicht mehr akzeptieren. Er meint: „Es gibt kein Redeverbot zum Priestertum der Frau. Wenn man das in Verbindung mit den Erfahrungen in Bistümern und Gemeinschaften bringt, tut sich da eine große Bandbreite von Gesprächsmöglichkeiten auf.“ (kath.net 31.01.2020) Papst Johannes Paul II. erklärte schon in seinem Schreiben vom 22.Mai 1994, dass „die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich die Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“
Der Regensburger Bischof Voderholzer äußerte sich während der ersten Synodalversammlung zur MHG- Studie (Mannheim-Heidelberg-Gießen)Dabei wies er die Behauptung zurück, dass die Ehelosigkeit um des Himmelsreiches Willen und die katholische Sexualmoral sowie die angebliche Machtkonzentration auf Männer für den sexuellen Missbrauch hauptursächlich seien. Er bedauerte ausdrücklich, dass die Themen der Synode an diesen wissenschaftlich umstrittenen Aussagen orientiert seien. Damit stehen die Grundannahmen und Voraussetzungen des „Synodalen Prozesses“ auf tönernen Füßen.
Die Synodenmehrheit ist offensichtlich gewillt, ihre Vorstellungen mit brutaler Gewalt durchzusetzen. Die Bischöfe, die sich an die Lehre der Kirche halten, mussten eine erste Abstimmungsniederlage erleben. Die Erzbischöfe und Bischöfe von Köln, Passau, Eichstätt, Regensburg und Görlitz hatten vorgeschlagen, dass Vorlagen die einmütige Zustimmung der anwesenden Mitglieder des Synodalforums erfordern Bei „Einmütigkeit“ dürfe es höchstens drei Gegenstimmen geben. Doch die Synodalversammlung legte fest, dass die absolute Mehrheit für die Beschlussfassung genüge. Die lehramtstreuen Bischöfe hatten auch vorgeschlagen, dass ein Beschluss nicht gültig werden kann, wenn „ein Widerspruch zwischen der Textvorlage und der Lehre der Kirche vorliegt.“ Auch dies wurde abgelehnt. Die KNA (Katholische Nachrichtenagentur) hat diesen Vorschlag der glaubenstreuen Bischöfe als „konservative Sperrminorität“ bezeichnet.
Erzbischof Woelki fasste seine Eindrücke in dem Satz zusammen: „Alle meine Befürchtungen sind eingetreten.“ Kardinal Gerhard Ludwig Müller bezeichnete den „Synodalen Weg als „suizidalen Prozess.“.
Der deutsche Kurienkardinal em. Paul Josef Cordes warnte in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Nuova Bussula Quotdidiana“, dass mit dem „Synodalen Weg“ die Möglichkeit eines Schismas bestehe, da die Diskussionsthemen überwiegend eine Frage der Zuständigkeit der Weltkirche seien und daher nicht im Ermessen der Ortskirche liegen. Cordes warnte in diesem Interview, dass durch antikatholische und atheistische Massenmedien die Idee einer „neuen Kirche“ propagiert werden soll. (kath.net 31.01.2020) In dieser Situation werden gläubige Katholiken Zuflucht im Gebet suchen – und sie werden sich um die gläubigen Bischöfe scharen, die auch jetzt zur Weltkirche stehen. Für diese Treue zur Weltkirche sind zur Zeit Bismarcks viele deutsche Bischöfe in das Gefängnis gegangen.

Hubert Gindert

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Leserbrief an den Münchner Merkur zu „Zukunft der Kirche ist ökumenisch“ von Bedford Strohm (veröffentlicht)

Wenn die Kirchenführer merken, dass ihnen die Gläubigen davonlaufen, dann sollten sie selbstkritisch über die Ursachen nachdenken. Was haben sie noch mit Christus zu tun? Ihre Seenotrettung fördert auch die Schlepper, die verantwortungslos Flüchtlinge in ungeeigneten Schlauchboten auf die hohe See hinausschicken. Dabei müssen viele ertrinken. Damit die Schlepper nicht so schnell für Nachwuchs sorgen können, sollten auch die Kirchen mehr in Afrika helfen. In Afrika und Asien werden jedes Jahr Tausende von Christen wegen ihres Glaubens ermordet. Warum machen diese Kirchenführer Bedford-Strohm und Marx in München keine Solidaritätskundgebung für ihre verfolgten Glaubensgeschwister? Haben sie Angst davor, dann als islamophob beschimpft zu werden. Dann wären sie am falschen Platz. Um bei den Gläubigen als glaubwürdig zu gelten, braucht es auch Mitleid mit den verfolgten Christen. Sonst gehen beide Kirchen gemeinsam unter und viele Menschen werden es nicht einmal bemerken..

Dr. Eduard Werner

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Der Kirche gehört unsere Liebe

Ganz am Anfang eines neuen Jahres ist es Zeit, eine alte Liebe wieder zu entdecken. Jene Liebe, die im Alltag unseres Lebens, über den Nachrichten, die von überall her so oft mit schrecklicher Wucht auf uns einstürmen, schnell vergessen wird. Es ist eine Liebe, die an Weihnachten wieder leichter den Weg in unsere Herzen findet, die Gottesliebe, welche die Liebe zu seiner Kirche einschließt.
André Frossard, der Atheist, der von einer Sekunde auf die andere katholisch wurde, weil Gott sich ihm in mildem und zugleich unwiderstehlichem Licht offenbarte, meint, dass gerade die erhabene Schönheit des Christentums einer der Hauptgründe für das Unverständnis und die Feindseligkeit der Welt sei. Die „Gewöhnung an das Göttliche“ mache uns oft unempfindlich für den Strom von Gnaden und Erleuchtungen, der uns durch die Kirche zufließt und den wir so leicht versickern lassen, zum Beispiel die Sakramente, die den Christen vom Anfang bis zum Ende seines Lebens begleiten. Gott, sagt er, vertraut die Seelen der Kirche an. Schon deshalb ist sie so liebenswert.
Es gibt unendlich viele Gründe, sie zu lieben. Martine Liminski, Autorin und Mutter von zehn Kindern, dankt ihr für „das Geschenk, immer Kind sein zu dürfen. Für die Schönheit ihres Kleides, der Liturgie. Für die Zärtlichkeit und den Trost in der Beichte. Für die Begleitung in schweren Stunden, für die Stärkung auf wichtigen Stationen, für den Weitblick auf dem Weg durch die Jahrtausende … für das Zuhause der Liebe.“
Jahrtausende ist Mutter Kirche alt und immer jung geblieben und immer noch führt sie uns zu unserem endgültigen Ziel, wenn wir Christus folgen, den sie verkündet. Denn so sagt es Clemens von Alexandrien in der Frühzeit des Christentums: „Die Fußspur Christi ist der Weg zum Himmel.“
Im letzten Jahrhundert singt Gertrud von Le Fort ihr Hymnen, die heute fast vergessen sind: „Du bekennst Ewigkeit und Deine Seele erschrickt nicht. Du gebietest Gewissheit und deine Lippen werden nicht stumm: Wahrlich, es müssen Wolken von Engeln über dir lagern …“
Manchmal hat man heute den Eindruck, dass die Lippen vieler Verkündiger stumm geworden sind, dass sie weniger die Ewigkeit als den Alltag verkünden und die Seelen der Gläubigen mehr vor dem Klima auf Erden denn vor der Allmacht Gottes erschrecken. Die Engel aber sitzen in Scharen auf den Gräbern der Toten. Weiterlesen

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Flucht in Aktivitäten statt Verkündigung der Botschaft Jesu

In einem Interview antwortete Kardinal Sarah auf die Frage „Wie würden Sie die geistige Lage des Westens charakterisieren?“ mit den Worten: Es ist „eine Art Depression, eine Ermattung, ein geistiger Überdruss, ein gewisses Schwinden der inneren Lebensfreude, eine Entmutigung und eine Erschlaffung der Seele“… Die Menschen „finden sich mit Mittelmäßigkeit ab, geben ihre großen Lebenssehnsüchte auf“.
Zu den „weitreichenden Folgen“ fehlender Hingabe, sieht Erzbischof Sarah „die mangelnde Hoffnung und das schwache Vertrauen zu anderen Menschen und zu sich selber“. Das „einzige Heilmittel ist und bleibt“, so Sarah, „die Rückkehr zum Gebet“. Das Heil besteht nicht in „Hauruckreden“. Denn Gott allein kann uns neue Hoffnung und Kraft zurückgeben.
Jeder von uns ist eine Idee Gottes mit einer Berufung. Sie zu erkennen bleibt eine Lebensaufgabe. Können wir den Lebensweg zu Gott finden und gehen? Kardinal Ratzinger hat einmal auf die Frage „Wie viele Wege gibt es zu Gott?“ geantwortet: „So viele als es Menschen gibt“. Gott gibt uns Angebote, das sind die Talente, und er gibt Gnaden sie umzusetzen. Der Rest liegt an uns.
Wir sind im Westen jahrzehntelang unsere eigenen Wege gegangen – weg von Gott. Das Resultat liegt ausgebreitet vor uns: Isolierung, die in Extremfällen zum Suizid führt, weil sich die Familie auflöst, die Halt geben könnte. Wir sehen, wie sich die Schere zwischen Arm und Reich öffnet. Die Zahl der Obdachlosen, die aus dem Erwerbsleben und aus der Gesellschaft herauskatapultiert werden, nimmt zu. Andererseits können Arbeits- und Lehrstellen nicht besetzt werden, weil uns seit Jahrzehnten Kinder fehlen. Wir blenden die Realität durch Vorhänge aus, die immer durchsichtiger werden. Als Ablenkungsmanöver praktizieren wir die Flucht in den Aktivismus. Wir können das heute in der Umwelthysterie beobachten.
Diesen Aktivismus können wir sogar in der Kirche beobachten: Der „Synodale Weg“, den die Verantwortlichen der Kirche in Deutschland in ihrem Fahrplan beschlossen haben, klammert die eigentlichen Probleme, nämlich Glaubensvertiefung und notwendige Neuevangelisierung aus.
Kurienerzbischof Georg Gänswein spricht von einer „wahrhaft endzeitlichen Krise, in der sich die katholische Kirche inzwischen seit langem befindet“. Mit ihr befindet sich, wie bei kommunizierenden Röhren, die Gesellschaft in der Krise, denn die Kirche hat die Aufgabe, die hoffnungsgebende Frohbotschaft zu verkünden. Dieser Aufgabe ist sie, durch Anpassung an den Zeitgeist, nicht mehr im notwendenden Umfang nachgekommen. Der Erneuerung der Gesellschaft muss die Erneuerung der Kirche vorausgehen.
Die Kirche sind wir. Also sind wir alle gefordert umzudenken. Die Kirche gibt uns in den Sakramenten ihre Hilfen. Wenn wir die verblassten Lebenssehnsüchte revitalisieren wollen, genügen für das neue Jahr 2020 nicht ein paar gute Vorsätze, die unser leibliches Leben betreffen, da müssen wir schon den Geist erneuern!

Mit den besten Wünschen für das Jahr 2020

Hubert Gindert

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Trauer um Gertrud Dörner

Mit großer Trauer hat das Forum Deutscher Katholiken von dem Tod Gertrud Dörners Kenntnis erhalten. Sie und Ihr Mann Reinhard waren und sind ein Fels in der Kirche, der niemals wackelte. Schon bei der Gründung des Forums waren sie mit Rat und Tat zur Stelle. Sie gründeten und leiteten die jährliche Osterakademie in Kevelaer mit großem Erfolg. Sie wurde eine Institution. Gertrud Dörner war die Bundesvorsitzende der Marianischen Liga Möge der Herr, unser Erlöser ihren Mann Reinhard und ihre Söhne mit Familien trösten, „wie eine Mutter ihr Kind tröstet.“
Wir bitten um Gebet für diese tapfere, treue Christin und all ihre Lieben und sind gewiss, dass Gertrud Dörner nun in ewiger Freude schaut, was sie geglaubt hat.

Hubert Gindert und Team des Forums Deutscher Katholiken.
Hier ein kurzer, schöner Film von Bonifatius.tv über das Leben der Heimgegangenen.

https://www.bonifatius.tv/home/gertrud-doerner-eine-frau-der-kirche-rip_6465.aspx

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Wo das Christentum unbefangen gelebt wird. Am Beispiel der kroatischen Gemeinde Ingolstadt

Es waren rund dreißig Jugendliche, die im Pfarrheim und der Pfarrkirche St. Martin im Ingolstädter Stadtteil Mailing an diesem Samstag und Sonntag Ende Oktober zusammenkamen. Ein buntes Programm wurde ihnen geboten: Sport und Spiel und Begegnung waren dabei, aber – und das war die Hauptsache – entscheidend ging es darum, den Zugang zu den Sakramenten der Eucharistie und der Beichte zu vertiefen. Und diese Jugendlichen sollten auch dazu ermutigt und angeleitet werden, den Glauben weiterzugeben.
Die Jugendlichen, die sich da versammelten, stammten alle ursprünglich aus Kroatien. Viele von ihnen sind allerdings hierzulande geboren, gleichwohl ist ihnen der Bezug zu ihrer Heimat wichtig. Andererseits leben sie aber jetzt in Deutschland, und so tragen sie ihren Glauben auch an die Menschen hier weiter.
Eingeladen hatte P. Mato Križić, Kroatenseelsorger im Bistum Eichstätt. Neben Ingolstadt betreut er auch kroatische Gemeinden in Neumarkt im Norden der Diözese sowie in Weißenburg, etwas nördlich von der Bistumsstadt Eichstätt. Als Salesianer Don Boscos liegt ihm besonders die Jugendarbeit am Herzen, doch P. Mato ist für alle da. So kann er sich Sonntag für Sonntag über sehr gut besuchte Gottesdienste freuen, zu denen Alt und Jung kommen.
Die jungen Kroaten bleiben dem Glauben und ihrer Pfarrei verbunden, heilige Messe selbstverständlich regelmäßig mit eingeschlossen. Sicher spielt auch das nationale Zusammengehörigkeitsgefühl eine Rolle: unter Kroaten zu sein – doch auch unter Menschen, die den Glauben leben und dies gern tun. Weiterlesen

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Johannes Paul II.: „Seht, unser Gott wird kommen und uns erretten“ (Jes. 35,4)

»Keiner kommt zum Vater außer durch mich« (Joh 14, 6)
Wenn wir zu den Ursprüngen der Kirche zurückgehen, so finden wir dort die klare Aussage, dass Christus der alleinige Erlöser von allen ist, jener, der allein Gott auszusagen und zu ihm zu führen vermag. Den jüdischen religiösen Behörden, die die Apostel wegen der durch Petrus gewirkten Heilung am Gelähmten befragen, erwidert dieser: »Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat, steht dieser Mann gesund vor euch … In keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen« (Apg 4, 10.12 ).
Diese Aussage hat universale Bedeutung, weil für alle – Juden wie Heiden – das Heil nur von Jesus Christus kommen kann.
Die von Christus gewirkte Universalität des Heiles wird im ganzen Neuen Testament bezeugt. Paulus anerkennt im auferstandenen Christus den Herrn: »Und selbst wenn es im Himmel oder auf der Erde sogenannte Götter gibt – und solche Götter und Herren gibt es viele –, so haben doch wir nur einen Gott, den Vater. Von ihm stammt alles, und wir leben auf ihn hin. Und einer ist der Herr: Jesus Christus. Durch ihn ist alles, und wir sind durch ihn« (1 Kor 8, 5-6). Der einzige Gott und der alleinige Herr stehen im Gegensatz zur Vielheit von »Göttern« und »Herren«, die vom Volk angenommen waren. Paulus reagiert gegen den Polytheismus der religiösen Umwelt seiner Zeit und stellt das Charakteristische des christlichen Glaubens heraus: Glaube an einen einzigen Gott und an einen einzigen, von Gott gesandten Herrn.
Im Johannesevangelium umfasst diese Universalität des Heiles Christi die Aspekte seiner Sendung von Gnade und Wahrheit, von Heil und Offenbarung: Das Wort ist das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet (vgl. Joh 1, 9). Und weiter: »Niemand hat Gott je gesehen. Der einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht« (Joh 1, 18; vgl. Mt 11, 27). Die Offenbarung Gottes wird endgültig und ist vollendet durch das Wirken seines eingeborenen Sohnes: »Gott, der viele Male und auf vielerlei Weise einst zu den Vätern gesprochen hat durch die Propheten, hat in dieser Endzeit zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat« (Hebr 1, 1-2; vgl. Joh 14, 6). In diesem endgültigen Wort seiner Offenbarung hat Gott sich in vollendetster Weise der Welt zu erkennen gegeben: er hat der Menschheit mitgeteilt, wer er ist. Und diese endgültige Selbstoffenbarung Gottes ist der tiefste Grund, weshalb die Kirche ihrer Natur nach missionarisch ist. Sie kann nicht davon absehen, das Evangelium, d.h. die Fülle der Wahrheit, die Gott uns über sich selbst zur Kenntnis gebracht hat, zu verkünden. Weiterlesen

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Religiös „unmusikalisch?“

Gespräche über die religiöse Situation in den westeuropäischen Ländern wirken oft hilflos, selbst, wenn die Runde aus Glaubenden zusammengesetzt ist. Das gilt auch, wenn die Lage weithin einstimmig analysiert wird. Jeder kennt die Situation:
die fast totale Unkenntnis der Glaubensinhalte. Den sonntäglichen Gottesdienstbesuch unter 10%, den Massenaustritt aus der Kirche (2018: 220.000).
Auch über die Gründe dieser Fakten besteht meist Übereinstimmung. Nämlich das fehlende Glaubenswissen von Kindesbeinen an. Das liegt nicht daran, wie Eltern und Erzieher in Kindergärten bestätigen, dass die Kinder nicht interessiert wären, sondern daran, dass das Interesse gar nicht geweckt wird. Wenn der schulische Religionsunterricht nicht mit persönlicher Überzeugung vorgelebt wird, kann die Wirkung nicht ansteckend sein. Und wenn in sonntäglichen Predigten Themen, die anecken (katholisches Eheverständnis, Keuschheit) aus Menschenfurcht aussparen („ich habe seit Jahrzehnten nichts darüber gehört“), legen sich die Zuhörer ihren „Glauben“ selber aus. Solche Gottesdienste wiegen dann weniger als Ausschlafen, zum Baden, Skifahren oder in die Kneipe Gehen.
Die Massenabkehr von der Kirche ist nicht Zeichen von wirtschaftlicher Not aufgrund der Kirchensteuer. Sie rührt meist daher, dass die Zugehörigkeit zur Kirche weniger wiegt, als das, was man sich mit der Kirchensteuer „leisten“ kann.
In der Gesprächsrunde werden weitere Gründe für die aktuelle Glaubenssituation genannt, die das Mosaik abrunden und Teilerklärungen liefern. Z.B.:
Der wirtschaftliche Wohlstand verschafft materielle Sicherheit und Unabhängigkeit von Gott;
Die gegebene totale Möglichkeit der Ablenkung durch Fernsehen und neue Medien;
Das auf die Spitze getriebene wirtschaftliche Denken. (Was bringt‘s), das auch vor der Familie und dem Freundeskreis nicht Halt macht und seinen Höhepunkt in einer totalen Selbstverwirklichung findet.
Loyale, aber enttäuschte Katholiken weisen noch darauf hin, die Kirche würde das Zerstörungswerk von Laiengremien, wie ZdK, BDKJ, Frauenverbände, kirchliche Medien alimentieren und die wuchtige Karosserie von kirchlichen Einrichtungen (Caritas, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser) in Betrieb halten, obwohl zumeist das Personal nur seinem Job nachgeht und keine christliche Atmosphäre entfaltet.
Die resignative Schlussfolgerung der Gesprächsrunde lautet: Die Menschen seien religiös „unmusikalisch“ geworden und für Neuevangelisierung nicht mehr erreichbar. Weiterlesen

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