Pegida hin – Legida her. Einige persönliche Anmerkungen.

Der Bischof von Münster hat einem seiner Pfarrer, Paul Spätling, ein Predigtverbot auferlegt, weil er an der Demonstration des Duisburger Pegidaablegers teilgenommen hat und dort auch gesprochen hat. Ich habe das nicht zu kommentieren. Der Bischof wird das nicht ohne Grund getan haben. Die Rheinische Post gibt auf RP-online dazu einige Informationen. Grundsätzlich aber bin ich der Meinung, dass sich Geistliche, die betont durch ihre Priesterkleidung auftreten, in dem tagespolitischen Geschehen von öffentlichen Auftritten fern halten sollen. Damit ist natürlich nicht ihr Auftritt bei Lebensrechtsdemonstrationen gemeint, sondern bei denen rein politischer, in die Parteipolitik reichender Natur.
http://www.rp-online.de/nrw/roemisch-katholische-kirche-predigtverbot-fuer-paul-spaetling-aid-1.4813741
Zu kritisieren erlaube ich mir allerdings einige Bemerkungen in der Begründung des Bistums für die Entscheidung des Bischofs, von der ich bezweifele, dass sie von Bischof Genn selbst stammen. Ich kenne Bischof Genn als einen sehr maßvollen und klugen Bischof, der sich ganz auf der Linie der Weltkirche unter römischer Leitung bewegt. Er war unser Regionalbischof hier im Saarland und hat schon als Regens des Spätberufenenseminars von Lantershofen ein großzügiges und verständnisvolles Herz auch für sehr schwierige Personen bewiesen.
Einen Punkt in der Erklärung zum Predigtverbot für Pastor Spätling des Bistums möchte ich doch herausgreifen. Spätling hat auf der Duisburger Versammlung die umstrittene Verdunklung des Kölner Doms und die noch mehr umstrittene Erklärung der Bundeskanzlerin, der Islam gehöre zu Deutschland, kritisiert.
Es ist offensichtlich dem Verfasser der Münsteraner Bistumserklärung entgangen, dass einer der allertreuesten Gefolgsmänner der Kanzlerin, der Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Union, Volker Kauder, ebenso wie der innenpolitische Sprecher der Union, Wolfgang Bosbach sowie Abgeordnete und sehr viele Mitglieder der CDU dieser Feststellung der Kanzlerin energisch widersprechen. Als Mitglied der CDU fühle ich mich berechtigt, dieses festzustellen.
Die Bischöfe und ihre Verwaltungsangestellten – besonders ihre Sprecher – wären also sehr gut beraten, sich aus dieser innerparteilichen Auseinandersetzung herauszuhalten! Weiterlesen

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Religionsbücher und Sakramenten-Vorbereitungskurse auf dem Prüfstand – Der Arbeitskreis Theologie und Katechese e. V. (ATK)

Von 1986 bis 1992 war ich Referent für Fragen der Glaubenslehre beim Bischofsvikar im Erzbistum Köln. Ende 1986 besuchten mich drei Lehrerinnen und erklärten mir, sie könnten es mit ihrer Gewissensüberzeugung nicht vereinbaren, die neuen Religionsbücher zu gebrauchen, die ihnen inzwischen zugemutet würden. Nachdem ich mir diese Bücher angesehen hatte, informierte ich meinen Chef, dass meiner Überzeugung nach die Damen völlig Recht hätten und die kirchliche Zulassung der betreffenden Bücher zurückzuziehen sei.
Beispiele von Falschlehren
Es gehörte dazu das einfach „Religionsbuch“ genannte Werk von Hubertus Halbfas, dessen Atheismus aufgrund anderweitiger Veröffentlichungen seinerseits längst bekannt war. Aber auch in den Büchern der übrigen Autoren, die so weit nicht gingen, fanden sich grundlegende Wahrheiten der katholischen Lehre falsch gedeutet, in Frage gestellt oder geleugnet.
Wunder werden entsorgt – vor allem neutestamentliche Naturwunder als angebliche „Jesus-Geschichten“. Ein alttestamentliches Naturwunder dagegen wird, mittels sinnentstellender Auslassung bei der Zitierung der entsprechenden Bibelstelle, zu einem „alltäglichen Ereignis“ umfunktioniert – und das Geschehen um Empfängnis und Geburt Jesu zu einer „Legende vom heiligen Franziskus“ in Parallele gesetzt. Von der Wundertätigkeit Jesu insgesamt heißt es lediglich, er habe in Gottes Namen „Großes getan“, und von der in allen vier Evangelien bezeugten Brotvermehrung wird die unsinnige Umdeutung geboten, dass es sich dabei um ein bloßes Teilen mitgebrachter Vorräte gehandelt habe.
Mit einer gefälschten Zitierung von 1 Korinther 15, 51 wird die Theorie von der „Auferstehung im Tod“ begünstigt, laut der dann konsequenterweise auch der Leib Jesu wie der aller Toten im Grab geblieben und verwest wäre. In einem der damals untersuchten Werke wird der Begriff „Opfer“ sowohl im Alten Testament als auch beim Tode Jesu und bei der Eucharistiefeier ignoriert; nicht besser ergeht es der von Jesus immer wieder verkündigten Botschaft vom Gericht Gottes als Scheidung aller Menschen in Gerettete und Verworfene. Stattdessen heißt es, Gott hole „die Toten zu sich“ und alle Lebenswege würden „einmal bei Gott … zusammenlaufen“.
Entstehung des ATK. Weiterlesen

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Gehört die Gewalt zum Islam und was hat der Islamismus mit dem Islam zu tun?

In den letzten Tagen war von einem Vorschlag von Wissenschaftlern zu hören und zu lesen, dass man dem Problem der Gewalt im Islam dadurch begegnen könne, dass man die betreffenden Aussagen Mohammeds aus dem Koran nehmen sollte.
Dieser Vorschlag ist nicht neu. Sogar auf der Seite der Bundeskanzlerin, die vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung im Auftrag des Bundeskanzleramtes herausgegeben wird, wird von einem Kommentator vom 20.03.2012 dieser Vorschlag gemacht.
„Im Koran wird über 200 mal das Wort töten im Imperativ verwendet. Diese Suren, die zum Mord gegenüber ‚Ungläubige‘ aufruft können nicht mehr mit dem Recht auf religiöse Freiheit gedeckt werden.“ ( Die Redaktion: Wir lassen die Tippfehler des Originals bestehen)
Dann heißt es weiter: „Nur ein Verbot dieser Hasssuren kann am Ende die Lösung für ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen sein.“
https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=14700
Dieser Kommentar wurde vom Presseamt der Kanzlerin bis heute so auf der Seite belassen.
Nun haben wir in den letzten Tagen und Wochen viel von der Gewaltlosigkeit im Islam von den Medien und den Politikern gehört, die sich offensichtlich wenig mit der Materie beschäftigt haben.
Die Gewalt, so hören wir, gehe von Islamisten aus, die den Islam missbrauchen und falsch auslegen.
Also ist es an der Zeit, einmal den Blick auf bestimmte Aussagen des Korans zu richten. Folgendes ist entnommen der Seite:
http://de.pluspedia.org/wiki/Hass_und_Gewalt_im_Koran
Herangezogen sind die Übersetzungen von Rudi Paret, Moustafa Maher, der den Koran im Auftrag der Azhar-Universität in Kairo übersetzte und die Ahmadiyya-Übersetzung von Sadr ud-Dinh, sowie die von Muhammad Salim Abdullah.
Sure 2 Vers 191: „Und tötet sie (die Ungläubigen), wo immer ihr sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. Denn Verführen ist schlimmer als Töten. Kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen, dann tötet sie. So ist die Vergeltung für die Ungläubigen.“

Sure 5 Vers 57: Verbot der Freundschaft mit Juden und Christen: „O die ihr glaubt, nehmt euch nicht zu Freunden – unter jenen, denen vor euch die Schrift gegeben ward, und den Ungläubigen -, die mit eurem Glauben Spott und Scherz treiben. Und fürchtet Allah, wenn ihr Gläubige seid. Weiterlesen

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Friedlicher Islam?

Im Folgenden veröffentlichen wir einen Leserbrief, den Dr. Eduard Werner aus Andechs an den Münchner Merkur gesendet hat, der aber totz wiederholter Bitte vom Merkur nicht veröffentlicht worden ist. Der Leserbrief ist um den letzten Satz ergänzt.

Herr Berntamer nennt als Beispiel für den angeblich friedlichen Islam die Eroberung Andalusiens durch die Moslems. Die Moslems hätten die Christen 300 Jahre lang toleriert.
Stimmt. Die Christen durften 300 Jahre lang die Arbeitssklaven und die Bordelldamen stellen.
Die so genannten Harems waren riesige Zwangsbordelle der moslemischen Herren.
Weiter behauptet Herr Berntamer, die Christen hätten sich immer als die Intoleranteren beim Zusammentreffen mit den Moslems erwiesen. Stimmt auch. Sie haben sich nämlich immer gewehrt, wenn sie überfallen wurden. Da sie durch die rücksichtslose Eroberung Andalusiens gewarnt waren, haben sie die Eroberer 732 mit Karl Martell in Südfrankreich zurückgeschlagen. Das haben sie auch 883 in Italien getan, nachdem die Moslems das Kloster Monte Cassino niedergebrannt hatten. Im Jahre 1480 haben die Türken die Stadt Otranto in Italien erobert und 800 Männer enthauptet, weil sie sich weigerten, Moslems zu werden. Frauen und Kinder gingen in die Sklaverei. Als eine riesige türkische Flotte 1571 Europa bedrohte, haben sich die angeblich intoleranten Christen mit Don Juan de Austria bei Lepanto siegreich gewehrt. Das haben auch die Österreicher und Polen 1683 bei Wien geschafft. Und das mit schier unvorstellbaren Verteidigungsanstrengungen. Verteidiger sind nur in den Augen der Angreifer intolerant. Oder kennt Herr Berntamer ein christliches Heer, das je ein moslemisches Heiligtum wie Mekka oder Medina erobert hätte? Aber umgekehrt haben Moslems christliche Heiligtümer mit Jerusalem, Bethlehem und Konstantinopel erobert. Was wäre aus Europa geworden, wenn sich die Christen damals nicht gewehrt hätten?
Im Koran ist der Frieden als ein Zustand gekennzeichnet, in dem alle Menschen den Islam angenommen haben oder sich dem Islam unterworfen haben.

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Probleme sind zu lösen, nicht auszusitzen!

Lt. Pressemitteilung der Deutschen Bischofkonferenz vom 13.10.2014 („Ich bin überzeugt, dass wir ihn bisher verkannt haben“ – Internetdossier zur Seligsprechung von Papst Paul VI.) schreibt Kardinal Lehmann, „er sei überzeugt, dass der Papst, der bis heute für viele als der sogenannte ‚Pillenpapst‘ gelte, bisher verkannt worden sei“. Kardinal Lehmann sagt als Zeitzeuge weiter, „er (Paul VI.) hat als Papst die für die Kirche schwierigen, aufgestauten Probleme der Moderne erkannt und die ‚Zeichen der Zeit‘ nüchtern zur Kenntnis genommen …“
Auch „sei Papst Paul VI. bewusst gewesen, dass die Enzyklika ‚Humanae vitae – zu den Fragen von Ehe und Familie heute‘ großes Gewicht habe. Kardinal Lehmann zitiert den Papst mit den Worten: ‚Schweigen können wir nicht. Reden ist problematisch. Solche Fragen hat die Kirche seit Jahrhunderten nicht lösen müssen‘“. Kardinal Lehmann weiter: „Die Äußerungen zur Empfängnisverhütung und Geburtenregelung in der Enzyklika ‚Humane vitae‘ seien nur wenige Zeilen in einer lehrreichen Enzyklika zu Ehe und Familie, was leider bis heute nicht genügend beachtet werde.“
Ist es bei dieser Erkenntnis nicht an der Zeit, der Enzyklika „Humanae vitae“ , die „bis heute nicht genügend beachtet werde“, und ihrer Intention die entsprechende Beachtung zu verschaffen? Nach der gewonnenen Einsicht müsste es möglich sein, die sogenannte „Königsteiner Erklärung“, die den Anliegen von Papst Paul VI. nicht gerecht wurde, zu revidieren.
Schlimm ist, dass Versäumnisse und Fehlentwicklungen, selbst dann nicht korrigiert werden, wenn die Schäden längst sichtbar geworden sind.
Ein Schreiben mit dem Vorschlag, die Königssteiner Erklärung zu revidieren ging an alle deutschen Bischöfe. Antworten?
Frau Dr. Ilkamarina Kuhr vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz antwortete im Auftrag von Kardinal Reinhard Marx u.a. folgendes:
„Die Äußerungen zur Empfängnisverhütung sind ein Teilaspekt dieses wichtigen Schreibens. Indem die deutschen Bischöfe in der Königsteiner Erklärung aus einer pastoralen Sorge heraus auf die Bedeutung des Gewissens und damit auf die individuelle Verantwortung der Eheleute hingewiesen haben, wollten sie weder diese Äußerungen noch die Grundaussage von ‚Humanae Vitae‘ in Frage stellen.“ Gemeint ist mit dem Hinweis auf das Gewissen, das „gebildete Gewissen“, das die Lehre der Kirche beachtet. Im konkreten Fall geht es um die Frage, ob der Sexualakt von der Weitergabe des Lebens getrennt werden kann. Das geschieht beim Einsatz von Verhütungsmethoden. Nach der Lehre der Kirche, die durch die Enzyklika Papst Paul VI. bekräftigt wird, ist das nicht erlaubt und kann deshalb nicht der Gewissensentscheidung überlassen sein. Durch die Königsteiner Erklärung wird die wesentliche Grundaussage von „Humanae Vitae“ in Frage gestellt.

Hubert Gindert

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Hat “Donum Vitae” etwas zu verschleiern?

In der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 29. September 2014 wird unter der Überschrift „Donum Vitae mit neuer Spitze“ berichtet: „18.537 Frauen und Männer kamen 2013 erstmals zur Beratung. Gut 1000 mehr als im Vorjahr. Auch die Gesamtzahl der Beratungskontakte lag mit 30.604 höher.“ In den Zahlenangaben des o.a. AZ-Artikels fehlt die Angabe über die ausgestellten Beratungsscheine im Jahr 2013. Auf eine Anfrage vom 30.9.2014, wie viele Beratungsscheine zur gesetzwidrigen aber straffreien Abtreibung von „Donum Vitae“-Bayern im Jahr 2013 ausgestellt wurden, kam bis 22.10.2014 keine Antwort. Auf eine Nachfrage vom 22.10.14 an „Donum Vitae“, antwortete der Landesgeschäftsführer von „Donum Vitae“, Konrad Schwarzfischer am 30.10.14: „Inhaltlich können wir Ihnen keine Antwort geben, da uns die Erhebung von Statistiken zur Ausstellung von Beratungsscheinen aus Gründen des Schutzes der Betroffenen und des Datenschutzes nicht erlaubt ist.“
Die Aussage von Herrn Schwarzfischer erschien nicht glaubwürdig, da anzunehmen ist, dass „Donum Vitae“ die Zahl der ausgestellten Beratungsscheine an staatliche Stellen meldet, die „Donum Vitae“ mitfinanzieren. Eine Recherche bei Bernward Büchner von der „Juristenvereinigung für das Leben“ ergab folgende Stellungnahme: „Nach § 7 Absatz 1 SchKG ‚hat‘ die Beratungsstelle nach Abschluss der Beratung der Schwangeren eine Beratungsbescheinigung (mit dem gesetzlich beschriebenen Inhalt) auszustellen. Es handelt sich also um eine gesetzliche Pflicht, auf deren Erfüllung die Schwangere allerdings verzichten kann. Dass ein Beratungsträger aus Gründen des Datenschutzes über die Zahl der erteilten Beratungsbescheinigungen keine Auskunft geben kann, halte ich für abwegig, ebenso die Auffassung, dass hierdurch der Schutz der Betroffenen berührt sein könnte.“ Weiterlesen

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Ich bin nicht Charlie, sondern Christ!

Trotz aller Unvollkommenheit und Schwäche bemühe ich mich, ein Jünger Jesu zu sein. Nein, ich bin nicht Charlie. Das heißt, dass ich mich nicht mit denen identifizieren kann, die meinen Glauben in den Dreck ziehen und verspotten. Davon gibt es weltweit unzählige Menschen.
Aber ich werde bis zu meinem letzten Atemzug das Recht dieser Menschen auf unversehrtes Leben verteidigen. Niemand darf aus Rache oder Selbstjustiz einem anderen Menschen das Leben nehmen oder es durch Gewaltakte beeinträchtigen. Wir Christen sollten das Liebesgebot Christi tief in unser Herz einschreiben und versuchen es mit all unserer Schwäche zu leben: “Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen…”. “Liebet einander, wie ich euch geliebt habe.” Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch sage!”
Diese Worte Jesu sind der Grund, warum Christen keine Bomben auf ihre Feinde werfen oder sie mit Kalaschnikows niederschiessen. Auch unsere Feinde und Verfolger sind unsere Nächsten, die wir lieben sollen. Das ist für zahllose Menschen schwer anzunehmen, weil das Gelüste nach Rache und Revanche zu den Regungen gehören, die die Lehre unserer Kirche als eine Folge der Erbsünde, des Fallens der ersten Menschen einordnet.
“Mein ist die Rache”, spricht der Herr: “Ich werde vergelten”. Das heißt, dass die Stunde für jeden Menschen kommt, in der er sich dem Gericht Gottes stellen muss. Das macht mich ruhig, wenn ich höre und sehe, wie Bosheit und Niedertracht und Gewalt in der Welt Triumpfe feiert. Und es führt mich tiefer ins Gebet gerade für die, die den Willen Gottes mit Füssen treten.
Es sei mir erlaubt, hier ein Zeugnis zu geben. Ich war 12 Jahre alt und im Internat in einer furchtbaren Verfassung und Einsamkeit, als Stalin starb und alle Welt sagte: “Gott sei Dank, dass dieser Massenmöder tot ist ist.” Ich war auf einem Spaziergang im württembergischen Ried, als eine Stimme tief in mir sagte: “Bete für Stalin”. Ich sagte: “Ich kann doch nicht für diesen Massenmöder beten. Alle Welt ist froh, dass er tot ist.” Aber die Stimme in mir wiederholte sanft und beharrlich: “Bete für Stalin”. Und da habe ich für Stalin gebetet. Und diese “Bitte” habe ich bis heute im Herzen, und wenn eine(r) von den ganz Schlimmen stirbt, dann zünde ich die Osterkerze an und bete für ihn (sie). Das gibt mir eine große Ruhe und tiefen Frieden. Gott ist derjenige, der das Urteil spricht und das ist absolut gerecht, und kein Mensch entkommt dem – auch die nicht, die das nicht glauben und sich darüber lustig machen. Weiterlesen

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Pegida in der geistigen Nähe der Pariser Attentäter? Zu einem Kommentar des FAZ-Herausgebers B.Kohler

In einem Kommentar zum Pariser Attentat auf eine bekannte Satire-Zeitschrift schreibt einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Berthold Kohler, einen Kommentar, der neben richtigen Anmerkungen einen dummen Brief eines Fanatikers an seine Zeitung zum Anlass nimmt, um die Pegida-Bewegung in die geistige Nähe der Pariser Attentäter zu rücken. Ein ungeheuerlicher Vorgang!
http://www.faz.net/aktuell/politik/kommentar-zum-anschlag-auf-satiremagazin-charlie-hebdo-13358326.html
Man will vorbeugen, dass die Pegida-Bewegung nun durch dieses grauenvolle Ereignis, das einmal mehr das wahre Gesicht des Islamismus und Salafismus mitten in Europa zeigt, Auftrieb erhält und ergeht sich in Beteuerungen darüber, dass der Islamismus mit dem wahren Islam nichts zu tun habe. So auch prominente Mitglieder der Bundesregierung, wie der christdemokratische Bundesinnenminister und Kollegen auf der sozialdemokratischen Seite. Sehr zurecht ist diesem heute der innenpolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, entgegengetreten:
http://www.kath.net/news/48922
Selbstverständlich hat der Islam etwas mit dem Islamismus zu tun. Es gibt genügend Suren im Koran, die die Tötung von “Ungläubigen” nicht nur erlauben sondern auch verlangen. Wie oft haben Orientalisten und Religionswissenschaftler das nachgewiesen! Auch sei auf die Weigerung des quasi geistlichen Oberhauptes der Sunniten in Kairo hingewiesen, der eine “Exkommunikation” der IS-Schlächter ablehnte. Obwohl er deren Verbrechen als schädlich für den Islam und für unislamisch erklärte, rechnet er doch IS weiter als zur islamischen Gemeinschaft gehörend.
In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die katholische Kirche die Mafia-Bosse und deren Ableger mit Anhang in Neapel und Calabrien exkommuniziert hat und sie damit aus der kirchlichen Gemeinschaft der Christen ausgestoßen hat.
Seit seiner Regensburger Rede hat Papst Benedikt wiederholt den Islam aufgefordert, sein Verhältnis zur Gewalt und zur Ratio zu klären. Viele Islamgelehrte haben diese Anregungen aufgegriffen und sich in einen Dialog mit der Kirche begeben. Es ist selbstverständlich, dass wir nicht alle Muslime nun unter einen Generalverdacht stellen dürfen. Ihre Mehrheit bei uns lehnt nach wie vor die Gewaltverbrechen ab und verurteilt sie. Aber der Islamismus und hier besonders die Salafisten sind leider ziemlich ungehindert auf dem Vormarsch und rekrutieren immer mehr junge frustrierte Menschen. Es gehört zu den staatsbürgerlichen Pflichten der islamischen Gemeinschaften bei uns  in den Moscheen und überall da, wo Muslime hier leben, dagegen stärker anzugehen. Weiterlesen

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Die Defizite der Familiensynode 2014

Die Kirche Christi ist von ihrem Wesen her missionarisch. Inwieweit sie das ist, lässt sich auch der neuen Statistik des Vatikans für den Zeitraum 2005 bis 2012 entnehmen. Die gute Nachricht: Die Zahl der Katholiken stieg weltweit von 1.115 Mio. auf 1.229 Mio. (+ 10,2 %) Die Zahl der Priester nahm um 2%, die der Seminaristen um 4,9% zu. Der Blick auf die einzelnen Kontinente zeigt ein unterschiedliches Bild. Betrachten wir die Erdteile: In Afrika stieg die Katholikenzahl von 13,8% auf 16,2% der Gesamtbevölkerung an. Die Zunahme der Katholikenzahl war in Prozenten fast doppelt so hoch wie in den asiatischen Ländern. In Europa erhöhte sich die Katholikenzahl um 2%.
Wie sich die Gewichte der Ortskirchen verschieben, wird an der Entwicklung der Zahl der Priester sichtbar. In Afrika nahm sie um 24%, in Asien um 20% zu. In Europa ging sie um 6% zurück. Die Zahl der Seminaristen markiert die Zukunft der Ortskirchen. In Afrika stieg sie um 18%, in Asien um 17,6%. In Europa ging die Zahl um 6% zurück. Vor dem Hintergrund solcher Zahlen ist es erstaunlich, wenn auf der Weltsynode der Bischöfe Vertreter aus dahinsiechenden Ortskirchen in Europa jene Bischöfe aus aufblühenden, missionarischen Kirchen belehren, oder ihnen sogar den Mund verbieten wollen.
Ist Europa abgeschrieben? Keineswegs! Das religiöse Leben zeigt auch in Europa eine große Bandbreite von Polen bis Portugal. Die deutschsprachigen Länder gehören darin gewiss nicht zur Avantgarde. Die Erstverantwortlichen für den Glauben – das sind die Bischöfe – müssen sich eben wieder aufraffen, um jahrzehntelange Fehlentwicklungen und Versäumnisse zu korrigieren. Das Aussitzen der Probleme hilft nicht weiter!
Die Weltsynode der Bischöfe vom Oktober 2014 hatte das Thema: „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung“, denn „Ehe und Familie sind für Kirche und Gesellschaft von entscheidender Bedeutung“ (Kardinal Ratzinger 1988). Auf der Bischofssynode nahm die Zulassung „geschiedener Wiederverheirateter“ unter dem Aspekt der Barmherzigkeit einen so breiten Raum ein, dass andere Gesichtspunkte in diesem Zusammenhang zu kurz kamen. Wenn Synodenväter den Katholiken heute das Wort Christi „Wer mir nachfolgen will, nehme täglich sein Kreuz auf sich“ nicht mehr zumuten wollen, dann machen sie den Menschen nicht größer, sondern kleiner. Dann wird auch verständlich, dass sie Ehepartner nicht für fähig halten, sich wieder zu versöhnen, selbst wenn Kinder vorhanden sind. Dann werden sie es erst recht für unmöglich ansehen, dass geschiedene Wiederverheiratete in einer „Josefsehe“ zusammenleben. Aber halten es solche Bischöfe dann für möglich, dass Katholiken lebenslang zum Wort Christi stehen „Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen“? Von einem solchen bischöflichen Eheverständnis mag es herrühren, dass Eheleute und Familien, die zusammenhalten, sich in der Synodenaula zu wenig wertgeschätzt empfinden. Diese können auch nicht verstehen, dass der heilige Papst Johannes Paul II. mit seiner „Theologie des Leibes“ in der Synode nicht vorkam. Es bleibt zu hoffen, dass die angesprochenen Defizite in der zweiten Sitzungsperiode im Oktober 2015 die gebührende Beachtung finden.

Hubert Gindert

Dieser Beitrag erscheint auch in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels”.  Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-966744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

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Wihlem Hosenfeld: “Ich versuche jeden zu retten.”

Mancher Helfer von Verfolgten ist heute völlig vergessen. Die stets todesmutige Hilfe musste ja heimlich geschehen. Deshalb wurden Spuren sofort verwischt. Anders ist es bei Wilhelm Hosenfeld, der während des Krieges in Polen ungezählte Polen, Juden und Kommunisten vor dem sicheren Tod bewahrte. Weil ein Teil seiner Unterlagen aufbewahrt wurde und viele Gerettete nach dem Krieg für ihn Zeugnis ablegten, ist sein heroischer Einsatz heute so bekannt, dass Aufsätze, Bücher und sogar ein Film seinen Mut bewundern. Weiterlesen

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