“Die katholische Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus” Von Prof. Dr. Konrad Löw

Im Anschluß an den unten auf diesem Blog stehenden Brief Dr. Eduard Werners an Horst Rankl zu seinem Drama “Edith Stein”, der heute auch auf kah.net erschien, und als eine weitere Antwort auf die ignoranten und verleumderischen Behauptungen von Margot Käßmann und Anke Silomon über Papst Pius XII. geben wir hier noch einmal den Vortrag wieder, den Prof. Konrad Löw 2013 auf der Theologischen Sommerakademie in Augsburg gehalten hat. Auch werden wir die Lebensbilder der zahlreichen katholischen Märtyrer, die unsere Monatszeitschrift “Der Fels” in jeder Nummer seit 16 Jahren bringt, auch auf diesem Blog fortsetzen.

I. Vorbemerkungen:
In meinen Ausführungen geht es nicht um Apologetik. Ich liebe meine Kirche, aber bei allem, was mir heilig ist, versichere ich, dass ich mich um größtmögliche Objektivität bemühe. Es geht primär um die historische Wirklichkeit und nicht um die Produktion von „Heiligenlegenden“.
Das Thema ist sehr umfangreich, lässt sich selbst an einem ganzen Wochenende nicht erschöpfend abhandeln. Wir müssen uns auf die wichtigsten Fakten und Gesichtspunkte beschränken. Das Gesamtbild muss stimmen und aufschlussreich sein. (Wer tiefer einsteigen möchte, den verweise ich auf mein Buch „Die Schuld. Christen und Juden im Urteil der Nationalsozialisten und der Gegenwart“. Es gibt Restexemplare der 2. Auflage für einen geringen Preis. Ich verdiene daran nichts.)
Es sei mir gestattet, mich kurz vorzustellen: Weiterlesen

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Erneut falsche Darstellung der Behandlung des Bittbriefes Edith Steins an den Papst – Antwort eines Historikers

Die Frage, ob Edith Stein auf ihren Bittbrief an Papst Pius XI. eine Antwort erhalten hat, wird weithin einseitig und unangemessen behandelt. Auch der Theater-Autor Horst Rankl hat in seinem Drama „Edith Stein“ die Behauptung vertreten, Edith Stein habe selbst keine Antwort erhalten. Nur der Geheimbote Erzabt Walzer habe eine Art Eingangsbestätigung aus dem Vatikan erhalten. Daraus lasse sich ableiten, dass der Vatikan am Schicksal der deutschen Juden wenig Interesse gezeigt habe und daher untätig geblieben sei. In den Monaten Juni und Juli 2014 wurde dieses Theaterstück in Bad Endorf in Oberbayern vor vielen Zuschauern – ohne Hintergrundwissen – erfolgreich aufgeführt. Gegen den falschen Eindruck, den dieses Theaterstück zu Lasten der Kirche hinterlassen hat, nimmt hier der Historiker Dr. Eduard Werner Stellung. Weiterlesen

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Wozu sind wir auf Erden?

“Sport ist die schönste Nebensache der Welt”, so heißt es. Vom 12.Juni bis zum 13.Juli fand in Brasilien die Fußballweltmeisterschaft statt. Es war ein medienbeherrschendes Thema. Das Spiel Deutschland gegen Portugal sahen in Deutschland rund 24 Millionen. Was erklärt dieses massenhafte Interesse an den Spielen, die Faszination, die von ihnen ausging, die Emotionen, die sie freigesetzt haben, oder die nationale Identifikation, die sichtbar geworden ist?
Der Sport ist ein Riesenunternehmen geworden, dass Milliarden umsetzt. Aber das allein erklärt die Frage nicht. Offensichtlich fehlen den Menschen im üblichen Jahresablauf Ereignisse, die ein vergleichbares Miterleben aufkommen lassen.
Am ehesten kann noch die katholische Kirche mit solchen sportlichen Großereignissen Schritt halten. Man denke an die großen Gottesdienste auf dem Petersplatz in Rom, z.B. an die Heiligsprechung der Päpste Johannes XIII. und Johannes Paul II. mit rund 2 Millionen Teilnehmern. Weiterlesen

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Quo vadis EKD?

Heute am 21. August 2014 wurde gemeldet, dass in Hamburg in Zukunft an staatlichen Schulen der evangelische Religionsunterricht auch von muslimischen, alevitischen und jüdischen Pädagogen erteilt werden kann.
http://www.kath.net/news/47241
Das habe, so wird berichtet, am Montag eine gemischte Kommission mit Vertretern aus Schulbehörde und Relgionsgemeinschaften so entschieden. Die katholische Kirche, so die Meldung, wird sich daran nicht beteiligen. Man traut kaum seinen Augen ob dieser Meldung. In drei Jahren will die EKD groß des 500jähriger Reformationsjubiläum feiern. Was will man da eigentlich feiern? Die Frage stellt sich immer ernsthafter. Dass der Abstand zur EKD immer größer wird, hat selbst Kardinal Kasper, der emeritierte Ökumeneminister des Heiligen Stuhls öffentlich festgestellt. Hatte er sich doch in seiner Amtszeit mit großem Einsatz für die Ökumene gerade mit den Evangelischen engagiert. Aber Kardinal Kasper hatte auch schon vor Jahren in Stuttgart darauf hingewiesen, dass wir Katholiken es bei den reformatorichen Kirchen und Gemeinschaften nicht mit der weltweit gesehenen kleinen EKD zu tun haben, sondern mit ca. 650 Millionen evangelikalen Christen, von denen sicher keiner auf die Idee kommen würde, das Hamburger Projekt zu unterstützen, sondern jeder dort würde heftigen Widerstand dagegen leisten. So ist es auch nicht denkbar, dass die bekennenden evangelischen Gemeinden in Deutschland hierzu schweigen werden.
Gibt es denn in der Leitung der EKD wirklich jemanden, der glaubt, dass ein muslimischer Lehrer das evangelisch-christliche Bekenntnis der deutschen Jugend vermitteln wird? So naiv kann doch selbst in der Leitung der EKD niemand sein. Was also steckt dahinter, dass die EKD so etwas hinnimmt? Jedenfalls wird mit einem solchen Schritt, der vom reformatorischen Bekenntnis nun wirklich nichts mehr übrig lässt und das Wort “sola scriptura” ad absurdum führt, der endgültige Schritt in die Säkularisierung bzw. der Kapitulation vor den anderen nichtchristlichen Religionen vollzogen. Den muslimischen Lehrer möchte wir doch mal sehen, der in seinem Unterricht den christlichen Glauben lehrt. Und mit dem breiten Einverständnis in der evangelischen Kirche zu dem Hamburger Beschluss wäre die Ökumene mit Katholiken und Orthodoxen nun wirklich so gut wie am Ende.
Bleibt also nur zu hoffen, dass sich in der EKD die bekennenden Christen doch noch durchsetzen und den Hamburger Plänen entschiedenen Widerstand entgegen setzen.

Michael Schneider-Flagmeyer

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Widerspruch!

Peter Scholl-Latour war eine faszinierende Persönlichkeit. Er konnte meisterhaft historische Ereignisse am Beispiel geschichtlicher Gestalten deuten. Beim Tod von Charles de Gaulle porträtierte er eine ganze Epoche.
Scholl-Latour war persönlich an den Brennpunkten und Schauplätzen der Konflikte in Indonesien, Afghanistan, Pakistan, Syrien und in afrikanischen Ländern präsent. Er stand im Gespräch mit den führenden Leuten in diesen Regionen. Er kannte die Geschichte und die geistigen Strömungen, die hinter den Konflikten standen. Als „Letzter Welterklärer“ und eine „Mischung von Marco Polo und Ernest Hemingway“ wurde er bezeichnet. Mit seinen 30 Büchern, Interviews und Fernsehauftritten prägte er das Bild der moslemischen Welt bei uns.
Peter Scholl-Latour verwahrte sich heftig dagegen, alle Moslems, z.B. saudische Sunniten und iranische Schiiten in einen Topf zu werfen. Aber er spricht pauschal von den „Christen“, die ihre verpflichtende Sittenlehre und ihre Dogmen aufgegeben hätten. Dagegen ist Widerspruch angesagt. An welche Christen dachte Scholl-Latour? An Freikirchler, evangelische Gemeinschaften, an bestimmte Strömungen von Katholiken in den deutschsprachigen Ländern?
Letztere repräsentieren nur sich, nicht aber die römisch-katholischen Christen. Diese werden von den Päpsten und den mit ihnen im Glauben verbundenen Bischöfen vertreten. Haben Johannes Paul II., Benedikt XVI. oder Franziskus, um nur an die Päpste der letzten 35 Jahre zu erinnern, die verpflichtende Sittenlehre oder die Dogmen der Kirche aufgegeben? Natürlich nicht! Hier hätten wir vom ehemaligen Jesuitenschüler Peter Scholl-Latour mehr Differenzierung zu seinen Aussagen über die Christen erwartet. Die römisch-katholische Kirche hat sich nie aufgegeben, auch nicht in Europa, auch wenn sich Katholiken von ihr abwenden.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken

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Wie sehr betrifft uns die immer noch zunehmende Verfolgung der Christen in der ganzen Welt?

“Wir sind die Genossen der Egalität, nicht der Gleichheit à la Marseillaise, o nein, wir triefen vor Legalität (soweit es halt zu vereinbaren geht mit Eigen – und Fremdkapital), aber uns ist alles egal.“
So schrieb vor über 40 Jahren der 1930 in Kaschau in der Ostslowakei geborene Dichter Andreas Okopenko in seinem großen Gedicht „Das Lied von der Egalität“.
Dass die Christen die meistverfolgte Religionsgruppe der Welt ist, hat inzwischen so gut wie jeder aus dem Fernseher bei einem abendlichen Glas Bier oder Wein vernommen. Berge von Leichen, ganze Kirchengemeinden, die beim Gottesdienst in die Luft gesprengt worden sind, werden uns bei der täglichen Abendschau vorgeführt. Das furchtbare Elend der Jesiden-Flüchtlinge lässt uns im Augenblick mal das permanente Elend der massenhaft verfolgten und vertriebenen Christen in der ganzen Welt vergessen. Oder nicht? Haben wir uns an diese Nachrichten, die von weit her zu kommen scheinen, gewöhnt? Hat das Lied von der Egalität uns nicht eingelullert?
Was gehen uns diese Vorgänge in der der Weltkirche, die weit entfernt zu sein scheinen, eigentlich an?
„Wenn sie im Kongo und näherwo foltern, uns ist alles egal. Wenn Eisenbahnbrücken in Abgründe poltern, uns ist alles egal. … Bei der großen Zahl, da wird alles, alles egal.“ Weiterlesen

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Jugendseelsorger Wensch: “Wer ist wie Gott?”

In der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 tobte in Deutschland ein heftiger Kampf um die Jugend, denn „wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft.“ Daher kam jeder erfolgreiche Jugendseelsorger zwangsläufig in Konflikt mit der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Auch der Dresdner Diözesanjugendseelsorger Dr. Bernhard Wensch wurde von den Nazis beobachtet, dann verhaftet und schließlich im KZ ermordet.
Bernhard Wensch wurde am 7.7.1908 in Berlin geboren. Während seiner Gymnasialzeit in Dresden war er in der katholischen Jugendbewegung aktiv und er wurde auch Gruppenführer im Bund Neudeutschland. 1930 wurde er in Innsbruck zum Doktor der Philosophie promoviert. 1934 wurde er im Dom zu Bautzen zum Priester der Diözese Dresden – Meißen geweiht. 1937 – zu einer Zeit, als die katholischen Jugendverbände mehr und mehr verboten wurden – ernannte ihn Bischof Legge zum Diözesanjugendseelsorger der Diözese Dresden-Meißen. Bernhard Wensch war sofort mit großem Engagement in der ganzen Diözese unterwegs, um die Jugendlichen vor den Einflüssen der so genannten Hitlerjugend zu bewahren und sie stattdessen für Christus zu begeistern. Weiterlesen

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Kurze Mitteilung 2

Wir sind seit Samstag dem 16.8.14 seit 15:00 Uhr wieder online, nachdem die Telekom doch noch im dritten Anlauf einen Techniker schicken konnte, der dann allerdings den Fehler sehr schnell fand.
Wir können uns also wieder online zu Wort melden und auch Emails und Kommentare empfangen.
Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Geduld und Nachsicht.

Michael Schneider-Flagmeyer

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Kurze Mitteilung!!!

Durch die Unwetterlage wurde unsere Computeranlage beschädigt und außer Gefecht gesetzt. Die in dieser Lage stark belastete Telekom bemüht sich um Abhilfe. Wir hoffen, in wenigen Tagen wieder online zu sein und bitten, keine Kommentare und E-Mails in dieser Zeit zu senden.
Danke für Ihr Verständnis.
Michael Schneider-Flagmeyer

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Es ist Zeit die Genderideologie hinter uns zu lassen.

Die Auseinandersetzung um die Genderideologie nimmt Formen eines Glaubenskrieges an. Das verwundert nicht. Wir stehen in einer Kulturrevolution. Denn Gender will alle geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Mann und Frau einebnen. Sie ist dabei Ehe und Familie, also die Grundlagen unserer Gesellschaft und unserer Kultur zu zerstören. Papst Franziskus hat die Genderideologie zurecht als „dämonisch“ bezeichnet. Gender ist der Gegenentwurf zum biblischen Schöpfungsbericht, wo es heißt: „Gott schuf den Menschen, als Mann und Frau schuf er ihn“ (Gen. 1,27). Trotzdem geht von der Genderideologie eine Faszination aus. Warum ist das so? Was macht diese Ideologie attraktiv? Es ist jene Faszination, die auch von der Französischen Revolution und danach vom Marxismus mit den Parolen: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ ausgegangen ist. Die Genderideologie verspricht über die Einebnung der Geschlechterunterschiede die Beseitigung aller Formen von Unterdrückung, von Diskriminierung und von Unrecht an Frauen. Der marxistische Sozialismus versprach einen „Neuen Menschen“ zu schaffen. Dieser war ein ideologisches Konstrukt gegen die Natur. Tatsächlich schuf er nur neue Klassenunterschiede und eine der brutalsten Diktaturen der Weltgeschichte. Weiterlesen

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