Unsere Grundrechte sind gefährdet!

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat in einem Interview (JF Nr. 33, 9.8.2019) mit der Überschrift „Erosion der Demokratie“ einige interessante Äußerungen gemacht, die jeder, der sich in eine „geistige Auseinandersetzung“ einlässt, wissen sollte. Das gilt nicht nur für den Dialog in gesellschaftspolitischen Fragen, sondern heute auch weithin für innerkirchliche Auseinandersetzungen.
Lt. „Allensbach-Umfrage vom Mai 2019 trauen sich 58% der Deutschen nicht mehr voll umfänglich öffentliche ihre Meinung zu sagen. Reaktion der Politik: Keine“. „Der Korridor, dessen, was erlaubt ist, ohne dafür als Extremist hingestellt zu werden, werde immer enger“.
Wie läuft das ab? Andersdenkenden „die politischen Sprachdiskurs verweigern und Opponenten diskreditieren, ja dämonisieren“, sie „zu Populisten oder Extremisten erklären. Wer als rechtspopulistisch stigmatisiert ist, wird ausgegrenzt oder bekämpft. Das sind Methoden aus dem Giftschrank totalitärer Staaten“.
Kennzeichnend ist die „Verweigerung der inhaltlichen Debatte. Kritisiert wird nicht der Inhalt, sondern die Quelle“. Wer aus „rechtspopulistischen Medien“ zitiert, ist erledigt. „Was zählt sind die Fakten. Es ist irrelevant, wenn Daten aus einer nicht genehmen Quelle kommen“. Es gibt heute auch „Qualitätsmedien, die jedes journalistische Anspruchsniveau vermissen lassen“.
Wir sollten uns vehement gegen alle Einschüchterungsversuche wehren, die darauf abziehen, Grundrechte, wie die Meinungs- und die Pressefreiheit, einzuschränken. Wehret den Anfängen!

Hubert Gindert

Erscheint auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“

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Was wir von Forst lernen können.

In der Pfarrei Forst/Diözese Würzburg versuchten radikal-feministische Frauen der Initiative „Maria 2.0“ die Vorabendmesse vor „Maria Himmelfahrt“ für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und während des Gottesdienstes ihre Botschaft zu verlesen.
„Maria 2.0“ stellt die Gesinnung und Haltung der Gottesmutter auf den Kopf. Ihr Ziel ist der Zugang von Frauen zu allen Kirchenämtern, konkret zum Frauenpriestertum. Begonnen hat die Initiative vor einigen Monaten mit einem Aufruf zum Boykott der Gottesdienste.
„Maria 2.0“ hatte ihr Vorhaben in Forst gut vorbereitet: 20 Frauen, alle in weißen Kleidern, waren erschienen und ganz zufällig war auch eine Mitarbeiterin der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) anwesend. Entsprechend eindeutig fiel der Bericht der AZ aus: „Pfarrer wirft Frauen aus der Kirche – Wutausbruch Der Auftritt von etwa 20 Mitgliedern der Reformbewegung „Maria 2.0“ versetzt einen fränkischen Pfarrer in Rage, dass er den Gottesdienst abbricht“ so der Titel. Im Text wird der Pfarrer weiter so porträtiert: „Unser Pfarrer kann mit dieser Protestbewegung nicht umgehen“. Der Pfarrer sei „regelrecht ausgeflippt“. der Bericht verschweigt die Rufe gegen Maria 2.0 „aufhören“!
Der Pfarrer fühlte sich von der Kundgebung des Frauenbunds während seines Gottesdienstes völlig überrumpelt…Es hat niemand vorher mit mir gesprochen“
Der Nachfolger der Apostel in Würzburg schwieg dazu. Er schickte seinen Generalvikar vor. dieser äußerte:“ Der priesterliche Dienst ist ein Einheitsdienst an der Gemeinde. In seiner emotionalen Erregung hat der Pfarrer unglücklich überreagiert. In Forst wie in ganz Deutschland ist es im Zusammenhang von „Maria 2.0“ wichtig, dass beide Seiten einander zuhören. Der Gesprächsfaden darf nicht abreißen“. Das ist eine eindeutig-einseitige Rüge für den Pfarrer, nicht aber für jene, welche die Gemeinden spalten.
Was wir in dieser Situation bräuchten sind Bischöfe von der Statur, wie sie Paulus im 2.Brief an Timotheus beschreibt. Dort heißt es …“Tritt auf, sei es gelegen oder ungelegen“
Selbstverständlich muss man auch mit Extremen reden, wenn sie noch bereit sind zuzuhören. Es geht nicht ums Ausgrenzen, sondern ums Abgrenzen. In diesem Fall den Glauben der Kirche von einer Irrlehre. Das hat der Generalvikar nicht getan!
Man könne sich den Frieden durch unangebrachte Zugeständnisse erkaufen, ist oft genug in der Geschichte widerlegt worden – in kleinen und auch in großen Ereignissen.

Hubert Gindert

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Wie sieht innerkirchliche Revolution aus?

In der Münchner Kirchenzeitung (4.8.2019, S. 31) berichtet Christoph Renzikowski, Leiter der Landesredaktion Bayern der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) über eine Veranstaltung der katholischen Akademie in Bayern. Sie wurde auf der Titelseite als „Denkwerkstatt über die Zukunft der Kirche“ angekündigt und hat den Titel „Ein Hauch von Revolution“.
Zu dieser Veranstaltung waren der Moraltheologe Daniel Bogner, Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf und die Tübinger Dogmatikerin Johanna Rahner, „drei ausgewiesene Reformer“, geladen. „Das Publikum hatte viel Gelegenheit zur Beteiligung“. Es war aufgefordert, über die bekannten Reizthemen abzustimmen: „Für die Abschaffung des Zölibats reichen 10 Minuten. Das Meinungsbild fällt eindeutig aus. Ähnlich die Zustimmung bei der Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern“. Der Leiter der Landesredaktion in Bayern der KNA konstatiert: „Würde es sich hier um eine verfassungsgebende Versammlung der katholischen Kirche handeln, sähe diese am Ende des Abends völlig anders aus als gewohnt“.
Für die „Rückkehr der Reformdebatte“ hatte die Akademie zuvor eine Umfrage durchgeführt zu Zölibat, Machtstrukturen, Geschlechtergerechtigkeit und Amtsverständnis. Das Ergebnis wurde auf Schautafeln präsentiert.
„Eine richtige Kontroverse kam indes nicht in Gang“, weil der „konservative Widerpart fehlt. Zudem ist sich das Publikum mit den Reihen viel zu einig“. Wen wundert das? Was sollen auch auf solchen Veranstaltungen Katholiken, die an der Lehre der Kirche festhalten. Die Richtung dieser katholischen Akademie ist eindeutig und bekannt. Die Auswahl der drei „Reformer“ bestätigt dies. Die Stammgäste der Akademie sind jene, die sich in ihrer Haltung für eine „andere Kirche“ immer neu bestätigt sehen wollen.
Die drei „Reformer“ zeigen sich über die Erfolgsaussichten neuer Gespräche (synodaler Prozess) nach den folgenlosen Talkshows der Würzburger Synode in den 70er Jahren, der Diözesansynoden und des dreijährigen Gesprächsprozesses der deutschen Bischofskonferenz skeptisch. Trotzdem dürfe „die nächst Runde kein Strohfeuer werden „sonst können wir den Laden zusperren“, lautet die These, die auf „starke Zustimmung stößt“. Weiterlesen

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Der eigentliche Grund wird ausgeklammert.

„Die Bistümer Fulda, Limburg und Mainz haben beschlossen, ihre Bistumszeitungen nur noch bis Ende des Jahres 2023 herauszugeben. Für die 22 Mitarbeitenden sind sozial verträgliche kirchennahe Lösungen vorgesehen. Die drei Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 21.000 Exemplaren werden von der gemeinsamen Gesellschaft für kirchliche Publizistik herausgegeben. Der Mainzer Generalvikar, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, hat den Mitarbeitenden die Entscheidung mitgeteilt. Hauptgrund für diese Entscheidung sei der kontinuierliche Rückgang der Auflage, der zu einem immer höheren Zuschussbedarf geführt habe. Es habe viele Bemühungen gegeben, die Kirchenzeitungen attraktiv zu halten, aber man müsse einfach zur Kenntnis nehmen, dass sich der Umgang der Menschen mit Medien massiv verändert habe. Jetzt gelte es, neue Wege und Formate in der Kommunikation zu entwickeln und Printmedien mit den elektronischen Medien enger zu verzahnen“ (Quelle kathnet 26.5.19).
Die Entwicklung der Kirchenpresse, die in der o.a. Mitteilung beschrieben wird, beobachten wir seit Jahren. Die Frage ist, warum wurden „neue Wege und Formate“ nicht schon früher gesucht und praktiziert? Warum finden bestimmte religiöse Zeitschriften auch heute Zustimmung und wachsende Auflagen? Liegt es etwa daran, dass diese „den Leuten aufs Maul schauen“ und ihre Sorgen aufgreifen? Gibt es einen Grund, der in dieser Betrachtung ausgeklammert wird und der mit Formaten und der Aufmachung nichts zu tun hat, z.B.
• wenn kirchliche Medien über Ereignisse so berichten, wie das in allen übrigen zu lesen, zu hören und zu sehen ist? Wenn kirchliche Medien sich „gleichgeschaltet“ geben, verwundert es nicht, dass sie für überflüssig gehalten werden.
• wenn sich Journalisten kirchlicher Medien damit profilieren wollen, dass sie erklären „wir sind nicht die Hofberichterstatter des Vatikans“. Das klingt zwar nach außen hin selbstbewusst. Tatsächlich ist es eher ein Mangel an Zivilcourage und ein Bückling gegenüber dem Zeitgeist, denn die Gläubigen wollen die Ereignisse im Licht des Glaubens kommentiert haben, weil für sie der Glaube mit dem Leben zu tun hat. Heute ist ein klarer Standpunkt schwieriger geworden, weil selbst Bischöfe auf Häresien, wie auf den Boykottaufruf katholischer Frauen mit „großem Verständnis“ reagieren, statt die Dinge klarzustellen.

Hubert Gindert

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Die Pfarrei „Heilig Kreuz“ in Münster – eine vitale katholische Gemeinde?

In der Münsteraner Pfarrei „Heilig Kreuz“ wurde vor wenigen Monaten die Bewegung „Maria 2.0“ von Frau Lisa Kötter und Andrea Voß-Frick gegründet. Die Bewegung „Maria 2.0“ fordert bekanntlich u.a. die Zulassung von Frauen zum Priesteramt. Was ist das für eine Pfarrei, aus der eine solche Initiative hervorgegangen ist, die bundesweit Schlagzeilen macht?
Die Heilig-Kreuz-Pfarrei in Münster hat über 10.000 Kirchenmitglieder, 120 Messdiener und rund 250 Ehrenamtliche. „Der Gottesdienstbesuch ist einer der geringsten im Bistum Münster: Die regelmäßige Sonntags-Kerngemeinde bilden etwa 100 Personen“. Damit liegt die Gottesdienstbeteiligung bei rund 1%. Offensichtlich gehen nicht einmal alle Messdiener und die 250 Ehrenamtlichen zum Sonntagsgottesdienst. So sieht also der katholisch-vitale Ausgangsort der Initiative „Maria 2.0“ aus.
Der derzeitige Pfarrer Stefan Jürgens, der bereits vor zwei Jahren in einem Vortrag die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern in der Kirche gefordert hatte, verlässt im September die Pfarrei. Sein Vorgänger Pfarrer Thomas Frings hat die Pfarrei „Heilig Kreuz“ wegen des „unaufhaltsamen Bedeutungsverlustes des in der Kirche gelebten Glaubens und der zu starken Serviceorientierung in der Sakramentenpastoral“, verlassen. Diese Serviceorientierung hat offensichtlich bei 80 Taufen, 25 kirchlichen Trauungen und 68 Kommunionkindern im Jahr 2018 noch funktioniert. Aber dieser Pastoralservice führt offensichtlich, wie auch andernorts nicht zu einer Kirchenbindung und zu einem persönlichen Glauben.
Quelle: konradsblatt, 30.2019, S. 20 bis 22.

Hubert Gindert
Erscheint auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“

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Geeigneter Präsident von „missio“?

Pfarrer Dirk Bingener wird, nach der Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 22.07.2019, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ und des internationalen katholischen Missionswerks „missio“ in Aachen. Unter „Missio“ versteht man die Sendung und Wahrnehmung des Missionsauftrags nach dem Wort Jesu.
Ist Pfarrer Dirk Bingener dafür der richtige Präsident? Dirk Bingener war bisher Bundespräses des Bundes der Deutschen der deutschen katholischen Jugend (BDKJ). Diesem Jugendverband hat Bischof Stefan Oster von Passau „Christentum light“ bescheinigt. Dafür wurde er heftig getadelt. Oster hatte aber recht. Die Forderungen des BDKJ sind bekannt. Es sind u.a. Änderung der kirchlichen Sexualmoral, das Frauenpriestertum, Aufwertung der Homosexualität, Abschaffung des „Zwangszölibats“. Kurz alles, was wir auch von den Forderungen des „Synodalen Prozesses“ kennen. Vom „Missionsauftrag“ oder „Neuevangelisierung“ haben wir beim BDKJ nie etwas gehört. Um fair zu sein, Pfarrer Dirk Bingener hat diese Forderungen nicht in den BDKJ getragen. Sie waren schon vorher auf der Agenda des BDKJ. Pfarrer Bingener hat diese sie nur weitergetragen. Und das genügt im innerkirchlichen Spezltum, aussichtsreicher Kandidat und „Mitglied der Konferenz Weltkirche der deutschen Bischofskonferenz, in der alle weltkirchlichen Akteure der katholischen Kirche zusammengeschlossen sind“ werden zu können.

Hubert Gindert

Erscheint auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“

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Erklärung des „Forums Deutscher Katholiken“ zu den Erwartungen an den neuen Bischof von Augsburg

Die Diözese Augsburg erwartet einen neuen Bischof.
Im Vorfeld der Berufung wurde ein „Initiativkreis Bistumsreform Augsburg“ gegründet, der seine „Erwartungen“ an den künftigen Bischof formuliert hat. Diese umfassen die Dialogbereitschaft „Auch in die moderne Gesellschaft und die verschiedenen Milieus hinein“, die „Respektvolle Begegnung mit den Verantwortlichen“ und „Die Anerkennung ihrer (Mit-)Verantwortung“. Das sind Forderungen, die man auch an andere Führungskräfte richten kann.
Die „Erwartungen“ des „Initiativkreises Bistumsreform Augsburg“ gehen aber weiter: Gefordert werden vom neuen Bischof die Zulassung „neuer Formen der Seelsorge“ und der „Mut zu ökumenischen Schritten“, konkret zu einer „gemeinsamen Abendmahlsfeier“.
Wenn „Erwartungen“, wie „ökumenische Abendmahlsfeiern“ aber im Gegensatz zur Lehre der Kirche und zum Versprechen bei der Bischofsweihe stehen, dann können sie nicht erfüllt werden. Denn der neue Bischof verspricht bei seiner Weihe: „Ich werde die Einheit der ganzen Kirche schützen und deswegen werde ich mich eifrig bemühen, den von den Aposteln überlieferten Glauben rein und unverfälscht zu bewahren“ (eig. Übersetzung aus der geltenden Formel des Treueides, abgedruckt in: Archiv für katholisches Kirchenrecht 157 (1988) 378 f.,Anm. 93; www.kirchenrecht-online.de/kanon/glaub.html).

Die Forderungen des „Initiativkreis Bistumsreform Augsburg“ führen zur Verwirrung unter den Gläubigen und zur Spaltung der Katholiken. Das „Forum Deutscher Katholiken“ lehnt die Forderung dieses Initiativkreises entschieden ab.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Sprecher des „Forums Deutscher Katholiken“

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Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Bischof Georg Michael Wittmann

In der heutigen Krise der Kirche werden Reformer gesucht, die in ähnlichen Situationen neue Wege aufgezeigt haben und sie mutig gegangen sind. Bischof Georg Michael Wittmann (1760 – 1833) von Regensburg war ein solcher. Wittmann war langjähriger Regens des Priesterseminars, Freund und enger Mitarbeiter von Bischof Michael Sailer. Bischof Rudolf Voderholzer charakterisiert Wittmann mit den Worten: „Wittmann ging es um die Erneuerung aus einer tiefen Christusverbundenheit, um eine Neuorientierung des von Säkularisation und Aufklärung geprägten kirchlichen Lebens … dabei übersah er die äußere Not seiner Zeitgenossen ebenso wenig, wie die innere Not einer geistlichen Orientierungslosigkeit als Folge der Aufklärung.“
Georg Michael Wittmann brachte für seine Mission gute Voraussetzungen mit: „Er war belesen, hoch intelligent, ungemein diszipliniert, demütig, bescheiden, gebetstreu, asketisch und von einer ansteckenden Spiritualität“. Er begnügte sich mit fünf Stunden Schlaf, um Zeit zu haben für vier Stunden Schriftlesung, Meditation und Anbetung und für rund 14 Stunden Arbeit. Seine Kraftquelle war das Gebet.
Die Zeit Wittmanns war von Umbrüchen, Unsicherheiten und Glaubensabfall geprägt. Das Ansehen und die Macht des Papsttums sank auf einen Tiefpunkt. „Auflösungserscheinungen und Glaubensverlust hatten eine zersetzende Wirkung im Klerus.“ Dieses Bild war auch eine Folge des Klostersturms der Säkularisation von 1803. Wittmann „wusste nur zu gut, dass die geistigen Urheber der Säkularisation auch vom Hass gegen die Kirche angetrieben waren“. Regens Wittmann brachte das nicht aus dem Tritt. Er konzentrierte seine Arbeit auf die Heranbildung glaubensstarker Priester. Er forderte „strenge Aufnahmeprüfungen“. Den Priesterkandidaten versuchte Wittmann zu vermitteln, dass das „tägliche Messopfer und die Begegnung mit dem eucharistischen Herrn, die wichtigste und intensivste Gebetsübung für Priester“ seien. Der Regens war überzeugt, „die wissenschaftliche und moralische Bildung hänge nicht von Studienordnungen ab, sondern in erster Linie von der Person des Regens“. Was der Regens verlangte, lebte er selbst vor. Weiterlesen

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Stellungnahme des „Forums Deutscher Katholiken“

Das Internetportal „katholisch.de“ bringt am 30.6.2019 den Bericht „Attentat und Pontifikalämter – Kongress ‚Freude am Glauben‘ ganz unten“ von Andreas Püttmann über den Kongress 2019 in Ingolstadt. Püttmann versucht darin den Kongress in die Nähe des Rechtsextremismus zu rücken. Er geht so weit, ihm eine Mitschuld an der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke anzurechnen. Hass macht blind. Wo der abgrundtiefe Hass gegen das „Forum Deutscher Katholiken“ und seinen Kongress, auf dem er schon selber gesprochen hat, seinen wahren Ausgang nimmt, mag er sich selber beantworten. Das ist sein Problem.

Der Informationswert des Püttmann’schen Berichtes ist gleich Null. Immerhin hatte der Kongress zwei Podiumsgespräche „Wie kann der Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt werden?“ sowie „Mensch bleiben in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts“ sowie sieben Vorträge, so z.B. „Eucharistie und Priestertum – ein unersetzbares Geschenk des Herrn an seine Kirche“, „Wir brauchen einen missionarischen Aufbruch, aber eine katholische Mission“, „Fluch oder Segen? Was die neuen Medien mit den Menschen und der Kirche machen“, „Demokratie lebt vor allem von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit“. Darüber erfahren die Leser von „katholisch.de“ kaum etwas. Es mag ja sein, dass das Referatsthema „Wie objektiv werden wir informiert? Die Verantwortung der Medien in der digitalen Welt“ Andreas Püttmann und „katholisch.de“ nicht geschmeckt hat. Das ist aber nicht unser Problem.

Ob „katholisch.de“ dieser Botschaft von Püttmann einen Platz einräumt, damit die Prinzipien eines katholischen Journalismus beachtet, mag jeder selbst beurteilen. Es gibt Formen des Journalismus, die sich selbst demaskieren.

Für das „Forum Deutscher Katholiken“ bleiben, wie schon bisher, die Lehre der Katholischen Kirche, wie sie im KKK formuliert ist, sowie die Sozialbotschaft der Kirche und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland Grundlage seiner Arbeit, „sei es gelegen oder ungelegen“.

Prof. Dr. Hubert Gindert

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Glaubensimpulse in einer Stadt des katholischen Aufbruchs

Kongress Freude am Glauben vom 14.-16. Juni in Ingolstadt

Ingolstadt – das war im Zeitalter der katholischen Reform nach Reformation und Trienter Konzil eine Stätte des katholischen Aufbruchs. Nach dem Trienter Konzil wirkten hier die Jesuiten – unter anderen Petrus Canisius, aber auch Jakob Rem, der die Studenten zur tiefen Christusverehrung über die Gottesmutter – als „Mater ter admirabilis“ führte. Könnte aus dieser Stadt vielleicht auch heute ein neuer katholischer Aufbruch hervorgehen? Diese Frage stellte Prof. Hubert Gindert, Vorsitzender des „Forums Deutscher Katholiken“ zu Beginn des Kongresses Freude am Glauben, der in Ingolstadt vom 14. bis zum 16. Juni stattfand. Er stand unter dem Motto „Ohne Gott – keine Zukunft“.
Die Notwendigkeit der Hinkehr zu Gott
Den Eröffnungsgottesdienst hielt der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. In seiner Predigt wies er auf die beiden Parallelen „Christus – Kirche“ sowie „Mann – Frau“ hin. Dies werde beim Ehesakrament deutlich, wonach die Ehe zwischen Mann und Frau Abbild der Beziehung Christi zu seiner Kirche ist. Diese Beziehung von Christus und Kirche komme auch wesentlich beim katholischen Verständnis des besonderen Priestertums zum Tragen: Der Priester repräsentiere Christus als Bräutigam der Kirche. Folglich müsse der Priester ein Mann sein. Dass eine Priesterweihe für Frauen nicht möglich sei, schließe allerdings keinesfalls „aus, dass die Kirche und alle ihre Glieder jedem Menschen mit Hochachtung begegnen, ganz gleich, welche biologischen oder psychischen Besonderheiten er hinsichtlich seines Geschlechtes aufweist. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes.“ Gleichwohl habe die „grundsätzliche Infragestellung der in der Schöpfung gegebenen Bezogenheit von Mann und Frau aufeinander … aber nicht nur erhebliche anthropologische Folgen, sondern auch theologische, insbesondere sakramententheologische.“ Diese Sorge drücke auch das Gender-Dokument aus, das vom Vatikan unlängst veröffentlicht wurde. Die Gender-Ideologie hänge mit der von Papst Franziskus kritisierten „‚ideologischen Kolonisierung‘ zusammen, durch die gerade über den Weg der Erziehung der Kinder und Jugendlichen die Schöpfungswirklichkeit untergraben wird“.
Zudem sprach Bischof Voderholzer im Ingolstädter Stadttheater ein Grußwort, in dem er den Kongress als „wichtiges Forum des Austausches und der Begegnung, vor allem aber des gemeinsamen Ringens und Vertiefens des Glaubens“ würdigte. Weiterlesen

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