In den kleinen Dingen das Große entdecken – Gedanken zum Diebstahl und der Rückgabe des Gnadenbildes von Neviges

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Dieses Sprichwort könnte man auch auf ein Ereignis beziehen, das Anfang des Jahres viele bewegt hat, besonders in der Erzdiözese Köln. Es war am 6. Februar 2016 im bekannten Pilgerort Neviges mit der großen Wallfahrtskirche, dem Mariendom, im Bergischen Land bei Wuppertal. An diesem Samstagmorgen schließt Franziskanerpater Bernhardin Schröder den Mariendom auf, um die heilige Messe zu feiern. Wie gewohnt geht er zuerst zu der Stele mit dem Gnadenbild, um die Gottesmutter zu grüßen. Doch zu seinem Erschrecken muss er feststellen: Das Bild ist weg. Scherben liegen am Boden, offenbar hat jemand die Scheibe vor dem Bild zertrümmert und es entwendet. Mehr allerdings wurde nicht aus der Kirche gestohlen.
Bei der Frühmesse sind etwa fünf bis sechs Gottesdienstteilnehmer. Alle sind schockiert. Fast 335 Jahre lang war das Bild immer in der Kirche präsent – zuerst in der alten Kirche, seit 1968 im modernen Mariendom – und jetzt das. Der Erzbischof von Köln wird informiert, er schickt seinen Generalvikar Dominik Meiering zu einem Lokaltermin nach Neviges. Die Nachricht zieht große Kreise, immerhin ist Neviges einer der bekanntesten, wenn nicht der bekannteste Wallfahrtsort in der Erzdiözese Köln.
Doch um die Mittagszeit die Überraschung: In das Postfach des Klosters wurde ein Gegenstand, eingewickelt in einfaches Butterbrotpapier, eingeworfen – es war das Gnadenbild. Bis heute weiß keiner, wer es gestohlen und wer es zurückgebracht hat. Auch das Motiv für den Raub ist völlig unklar – denn von materiellem Wert ist dieses Papierbild nicht, umso mehr hat es eine ideelle Bedeutung. 1681 kam es nach Neviges, nachdem der Franziskanerpater Antonius Schirley bei einem Gebet in seiner Klosterzelle im westfälischen Dorsten die Stimme vernommen hatte „Bring mich nach Hardenberg“ – also in jene Grafschaft, wo sich heute Neviges befindet. So drückte es denn auch der Guardian von Neviges P. Dietmar Brüggemann aus: „Das Gnadenbild hat Gebete aus vielen Jahrhunderten aufgesaugt.“ Und genau das macht es so wertvoll, weil es vielen Menschen Trost und Hilfe gegeben hat, ein Weg war, sich der Gottesmutter und darüber ihrem göttlichen Sohn zu nähern. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Der Fels | Hinterlasse einen Kommentar

Erzbischof Josef Stimpfle – ein großer Europäer

In den 50er und 60er Jahren war die Begeisterung für ein vereintes Europa, insbesondere bei der deutschen Jugend, groß. Die Wirtschaftsunion wurde als Fortschritt und Etappe auf dem Weg zu diesem Europa begrüßt. Den Gründungsvätern der sogenannten Montanunion ging es aber um weit mehr als nur um eine wirtschaftliche Zusammenarbeit. Sie war vorwiegend Mittel, um kriegerische Auseinandersetzungen für künftige Generationen aus der Welt zu schaffen.
Es war kein Zufall, dass die großen Europäer der Nachkriegszeit Robert Schumann, Konrad Adenauer und Alcide de Gasperi aus den Grenzregionen des ehemaligen Frankenreiches stammten, die jahrhundertelang durch Kriege heimgesucht wurden, nachdem das gemeinsame Reich der West- und Ostfranken von den Nachfolgern Karls des Großen aufgeteilt worden war.
Euphorie und Begeisterung haben manchmal ein kurzes Verfallsdatum, besonders dann, wenn konkrete und messbare Erfolge längere Zeit auf sich warten lassen. Das wusste auch der Augsburger Erzbischof Josef Stimpfle, ein begeisterter Europäer der ersten Stunde. Als Kriegsteilnehmers des Zweiten Weltkrieges hatte er erlebt, was dieser Krieg für die europäischen Völker bedeutete.
Erzbischof Josef Stimpfle war ein Mann mit Weitblick, tatkräftig und begeisterungsfähig, getragen von einem christlichen Optimismus. Das lässt sich an einer ganzen Reihe von Projekten aufzeigen, die er in seinem langen Episkopat initiiert und gefördert hat. Ich möchte nur hinweisen auf die Renovierungsarbeiten am Augsburger Dom mit der Freilegung der Krypta und der Erinnerung an den ersten Bischof Simpert, auf die Verlegung der katholischen-theologischen Fakultät von Dillingen nach Augsburg und den Bau des Priesterseminars, an die Gründung der Domsingknaben, die Gründung des Schulwerks, die Unterstützung der Lebensrechtsbewegung sowie die Förderung und Betreuung neuer geistlicher Gemeinschaften und Bewegungen, etc.. Manche mögen Josef Stimpfle in seiner vorausschauenden Art nicht verstanden haben. Er ließ sich aber dadurch nicht beirren. In diesem Beitrag geht es nur um seine Europaaktivitäten, in der die Diözese Augsburg in ganz Deutschland vorbildlich und führend war. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Der Fels | Hinterlasse einen Kommentar

Die Anbetung Gottes im Allerheiligsten Altarsakrament

Mose zieht auf Gottes Befehl seine Schuhe aus und verhüllt sein Angesicht während der Gotteserscheinung im brennenden Dornbusch, der doch nicht verbrennt (Ex 3,2-6.). Auch der Prophet Elija verhüllt bei seiner Gottesbegegnung am Berg Horeb in der Ehrfurcht vor Gott sein Angesicht und gibt so dem Allmächtigen die Ehre und geschuldete Anbetung (1 Kön 19,13). Das Verhüllen des Angesichtes hat seine Grundlage in der himmlischen Liturgie: „Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. Seraphim standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel: Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füße, und mit zwei flogen sie. Sie riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt“ (Jes 6,1-3). Neben diesen beiden Ehrfurchtsgesten verlangt Gott das Niederwerfen vor Ihm, da Er dies vor den falschen Göttern verbietet (Ex 20,5).
Jesus bezieht sich bei seinen folgenden Worten auf Deuteronomium 6,13: „Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen“( Lk 4,8). Damit die Christen zu dieser von Jesus geforderten Anbetung im Geist und in der Wahrheit (Joh 4,23) befähigt werden, bedarf es der Bitte um den Heiligen Geist, den die Apostel geschart um Maria im Abendmahlssaal vor der Herabkunft desselben an Pfingsten im gemeinsamen Gebet erflehten (Apg 1,14). Denn der Heilige Geist tritt für die Gläubigen ein (Röm 8,26f), damit sie Gott verherrlichen (Thess 3,1) und ihre Erschwernisse (Jak 5,13) vor Ihn tragen durch Gebet ohne Unterlass (Lk 18,1; 1 Thess 5,17). Bei der Anbetung Gottes überliefert uns das Neue Testament die demütige Haltung des Kniens: „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm“ (Mt 2,11). Die Frauen fielen vor dem auferstandenen Jesus auf ihre Knie (Mt 28,9).
Mithilfe dieser biblischen Informationen lässt sich in Kombination mit dem 1. Hochgebet der heiligen Messe, das die Gegenwart des Auferstandenen in der Eucharistie in dem Textabschnitt nach der Wandlung erwähnt, die Wichtigkeit der knienden Anbetung des Allerheiligsten verdeutlichen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Der Fels | Hinterlasse einen Kommentar

Roman Scholz – „Man hasst mich, weil ich Priester bin.“

Papst Pius XI. hat am 25.03.1928 die nationalsozialistische Rassenlehre scharf verurteilt.  Die Bischöfe Deutschlands haben 1932 erklärt, dass Katholiken weder NSDAP wählen noch Mitglied der Nazi-Partei werden dürfen. In den zwölf Jahren der  Hitlerregierung wurden europaweit viertausend katholische Priester umgebracht. Und trotzdem behaupten heute manche Massenmedien, die katholische Kirche hätte die Nationalsozialisten unterstützt. Eine solche Verfälschung von Tatsachen bringen normalerweise  Menschen nicht fertig.
Roman Scholz ist einer dieser 4000 katholischen Priester, die unter Hitler ermordet wurden. Er war Sudetendeutscher und stammte aus Mährisch-Schönberg, wo er am 16. Januar 1912 geboren wurde. Nach dem Abitur 1930 trat er in das Augustiner-Chorherren-Stift in Klosterneuburg bei Wien ein. Als Gymnasiast gehörte er zum Jugendverband Staffelstein, der zur katholischen Erneuerungsbewegung gehörte. Damals glaubte er noch, dass auch die NSDAP eine Erneuerungsbewegung sei. Aber auf einer Deutschlandreise 1936 erfuhr er, dass der angeblich so deutschfreundliche Hitler gerade viele Deutsche in Konzentrationslager sperren ließ. Dieser Politiker war also  in Wirklichkeit gar nicht deutschfreundlich, sondern nur ideologieversessen und brutal. Roman Scholz wurde schlagartig ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus.  Er empfing in Klosterneuburg die Priesterweihe und gab seinen ersten Gedichtband „Feine ferne Dinge“ heraus, der in Fachkreisen Anerkennung fand. Als Religionslehrer am Stiftsgymnasium und Philosophieprofessor an der Stiftshochschule kritisierte er das Buch „Mythus des 20. Jahrhunderts“. Dieses Buch von Alfred Rosenberg bildete die ideologische Grundlage des Nationalsozialismus. Schon bald nach dem 1938 erzwungenen Anschluss Österreichs an Deutschland gründete Roman Scholz eine Widerstandsgruppe für ein freies Österreich und für eine freie Kirche.  Zu den  US-amerikanischen Konsulaten in Budapest und Bratislava nahm er Kontakt auf. Was so idealistisch begonnen hatte, flog 1940 durch einen eingeschleusten Spitzel auf. Roman Scholz wurde verhaftet. Im Gefängnis schrieb er das Gedicht „Gebet im Kerker“. Fast drei Jahre lang durchlebte er eine durch Entbehrungen, durch Folter, aber zwischendurch auch von Hoffnungen geprägte lange Haft. Das Todesurteil legte ihm zur Last, dass er „eine verbotene Freiheitsbewegung gegründet habe“. Am 10. Mai 1944 wurde er  durch das Fallbeil hingerichtet. Sein Leichnam wurde ein Jahr später im Anatomischen Institut in Wien gefunden und in Klosterneuburg beerdigt.
Wer das Leben dieses Priesters betrachtet, kann sehen, dass es auch in dieser düsteren Zeit klarsichtige und darüber hinaus mutige Menschen gab, die vor dem Anblick der Ewigkeit bestehen können. Wir  sollten die Erinnerung an sie pflegen.

Eduard  Werner

Foto: Rudolf Grulich: „Sudetendeutsche Katholiken als Opfer des Nationalsozialismus“

Veröffentlicht unter Der Fels | 2 Kommentare

1000+ eine erfolgreiche Lebensrechtsbewegung

Am 9. März – ironischerweise nur einen Tag nach dem Internationalen Weltfrauentag – veröffentlichte das Bundesamt für Statistik unter der Schlagzeile „0,5 % weniger Schwangerschaftsabbrüche in 2015“ die im vergangenen Jahr offiziell gemeldeten Abtreibungen: 99.237 an der Zahl.
Es ist und bleibt eine unvorstellbar große, traurige Zahl von Frauen, die in ihrer verzweifelten Situation keinen anderen Ausweg gesehen haben als eine Abtreibung.
Aus mittlerweile über 10.000 Beratungsfällen seit der Gründung von 1000plus wissen wir, dass ungewollt schwangere Frauen die positive Lösung ihrer Probleme einer Abtreibung vorziehen würden. Denn nicht das Kind ist die Ursache des Schwangerschaftskonfliktes, sondern in der Regel ein Problem in der Partnerschaft, der „falsche Zeitpunkt“ oder schlichtweg Überforderung.
Der seit einigen Jahren kontinuierliche Rückgang der Abtreibungen in Deutschland muss (wie jede Statistik) mit großer Vorsicht bewertet werden. In Zeiten von immer mehr Verhütung und einer rezeptfreien Pille danach, von um sich greifender Unfruchtbarkeit und kleiner werdenden Jahrgängen der Frauen im gebärfähigen Alter kann ein solcher Rückgang der Abtreibungszahlen nicht isoliert von Geburtenzahlen und Fehlgeburtsquoten gesehen werden. An dem prozentualen Anteil der schwangeren Frauen, die kein Ja zu ihrem Baby finden (etwa jede siebte Frau!), hat sich in den letzten Jahren kaum etwas geändert. Hinzu kommt, dass es sich hierbei ja nur um die Zahl der offiziell gemeldeten Abtreibungen handelt.
Was wir aber mit Sicherheit wissen, ist: Durch professionelle Beratung und konkrete Hilfe sind Entscheidungen für das Leben möglich.
2015 haben 61 % der von uns beratenen Frauen, die uns ihre Entscheidung mitgeteilt haben, sich für ihr Kind entschieden!
Das Massenphänomen der Abtreibung ist also vielmehr ein Phänomen der massenhaft unterlassenen Hilfeleistung.
Danke, dass Sie an unserer Seite sind. Weil jeder fehlt, der nicht geboren wird!

Paula von Ketteler

Dieser Beitrag ist auch erschienen in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels” im Maiheft. Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-966744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

Veröffentlicht unter Der Fels | Hinterlasse einen Kommentar

Die Bischöfe sind nur der Wahrheit verpflichtet.

Die SPD hat in ihrem „Godesberger Programm“ von 1959 einen Schwenk zur Volkspartei vollzogen. Dieser brachte ihr größere Wirksamkeit und politisches Gewicht. Das „Godesberger Programm“ führte auch zu einer Annäherung an die Kirche. Die Folge war, dass die Bischöfe der katholischen Kirche bei Bundes- und Landtagswahlen keine Parteien mehr zur Wahl empfahlen. Die Aufrufe beschränkten sich darauf, allenfalls Vertreter christlicher Positionen zu wählen und schließlich nur mehr darauf, der Wahlpflicht nachzukommen.
Diese Zurückhaltung der Bischöfe und Pfarrer bei politischen Wahlen wird durch das Zweite Vatikanische Konzil bestätigt. Dort heißt es: „Den Laien ist der Weltcharakter in besonderer Weise eigen … Sache der Laien ist es, Kraft der ihnen eigenen Berufung in der Verwaltung und gottgemäßen Regelung der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen“ (dogmatische Konstitution über die Kirche „Lumen gentium“, 4. Kap., Ziff 31). „Dieses (Laien) Apostolat wird umso dringlicher als die Autonomie vieler Bereiche des menschlichen Lebens – und zwar mit vollem Recht – sehr gewachsen ist“ (Dekret über das Laienapostolat, Ziff 1).
Die pastorale Konstitution über die „Kirche in der Welt von heute“ (gaudium et spes) bestätigt die Autonomie der Laien. Das gilt auch für das politische Handeln. Auch das katholische Kirchenrecht von 1983 sagt alles „was dem klerikalen Stand fremd ist, haben die Kleriker zu meiden“.
Diese Haltung der Bischöfe hinsichtlich Wahlempfehlungen wurde bis zum Auftauchen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) weitestgehend eingehalten.
Es geht hier nicht darum für eine Partei Werbung zu machen, sondern die Bischöfe an ihren seelsorgerlichen Auftrag zu erinnern.
Der erste Bischof, der sich gegen die AfD öffentlich aussprach, war der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch am 8. August 2013. Auf die Frage, ob die AfD seinen bischöflichen Segen habe, hatte er dem Badischen Tagblatt gesagt: „Nein, unsere Zukunft liegt in Europa und nicht in der Rückkehr in die Nationalstaaten.“ Er hoffe, dass in der AfD „nur ein paar Nostalgiker“ seien, „die nicht in den Bundestag einziehen werden“ (Badische Zeitung).
Bischof Gebhard Fürst von Stuttgart-Rottenburg sprach am 7.2.2016 im Südwest Rundfunk: „Ich bitte alle, die verantwortungsvoll sind, auch bei den Wahlen sich auch so zu verhalten, dass wir keine Radikalisierung bekommen …“ Es gebe Äußerungen der AfD, die verabscheuungswürdig seien: „Wenn ich daran denke, dass man damit Schusswaffengebrauch-Überlegungen anstellt, dann sieht man den Horizont, in dem manche Menschen denken. Da müssen wir uns klar distanzieren. Wir müssen auch mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen angehen …“
Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx übte am 6.2.2016 in der Tagesschau (12:49 Uhr) Kritik an der AfD: „Überlegungen, an den Grenzen auf wehrlose Flüchtlinge zu schießen, sind inakzeptabel und menschenfeindlich. Parteien, die so etwas äußern, sind keine Alternative für Deutschland.“
Nachdem der angebliche „Schießbefehl“ eine zentrale Rolle in der Kritik an der AfD spielt, soll der Wortlaut des Interviews, indem vom „Schießbefehl“ die Rede war, zitiert werden:
„Mannheimer Morgen“ (MM): „Frau Petry, was passiert, wenn ein Flüchtling über den Zaun klettert?“
Frauke Petry: „Dann muss die Polizei den Flüchtling daran hindern, dass er deutschen Boden betritt.“
MM: „Und wenn er es trotzdem tut?“
Frauke Petry: „Sie wollen mich schon wieder in eine bestimmte Richtung treiben.“
MM: „Nochmal, wie soll ein Grenzpolizist in diesem Fall reagieren?“
Frauke Petry: „Er muss den illegalen Grenzübertritt verhindern, notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz.“
MM: „Es gibt in Deutschland ein Gesetz, das einen Schießbefehl an den Grenzen enthält?“
Frauke Petry: „Ich habe das Wort Schießbefehl nicht benutzt. Kein Polizist will auf einen Flüchtling schießen. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt. Entscheidend ist, dass wir es so weit nicht kommen lassen und über Abkommen mit Österreich und Kontrollen an EU-Außengrenzen den Flüchtlingszustrom bremsen.“ Weiterlesen

Veröffentlicht unter Der Fels | 2 Kommentare

Die Früchte des Heiligen Geistes: Continentia und Castitas

Dieser Kupferstich zeigt ein nicht nur symbolisch interessantes Lichtspiel: Die Keuschheit tritt aus einem dunklen Gewölbe heraus ans Licht und stellt damit die Mäßigkeit, die vor dem Gewölbe sitzt, in den Schatten. Dieser Beleuchtungsunterschied wird noch durch den Hintergrund gesteigert: Die beleuchtete Keuschheit steht vor einem dunklen, gemauerten Höhleneingang. Diese Höhle ist mit Gras und einer verkrüppelten, kahlen Latsche bewachsen. Hinter der verschatteten, hockenden Mäßigkeit tut sich eine lichte Landschaft mit hochgewachsenen Zypressen auf. Zwischen beiden in Kontrast gesetzten Personifikationen besteht jedoch eine Beziehung. Die Mäßigkeit schaut auf die Keuschheit, denn auch zur Keuschheit gehört Mäßigung.
Die Mäßigung hält in ihrer linken Hand einen Zügel. Für „sich mäßigen“ kann man ja auch „sich zügeln“ oder „sich im Zaum halten“ sagen und „Mäßigung“ bedeutet auch „Zucht und Maß“. Einen Finger der rechten Hand hat die Mäßigung auf ihre Lippen gelegt. Sie will anscheinend die Schwatzhaftigkeit zügeln, denn in Spr 10,19 heißt es: „Wer aber seine Lippen zügelt, handelt klug.“ Mit ihrem linken Knie stößt die Mäßigung einen Weinkrug um und der Wein fließt ungenutzt, nutzlos auf den Boden, wie beim übermäßigen Trinken. Es heißt zwar, dass der Wein des Menschen Herz erfreut (Ps 104, 15), dies gilt jedoch nur, wenn man ihn mäßig genießt. Ihren rechten Fuß hat die Mäßigkeit auf den Unterleib eines vor ihr sitzenden, betrunkenen Satyrs gestellt. Dieser hat Hörner, Fledermausohren und Bocksbeine. Ein Betrunkener nimmt nämlich tierische Züge an. Die Armgestik des Satyrs zeigt ein berauschtes Schlafen. Neben ihm steht ein leerer Becher. Der Übergang vom Unterleib zu den Bocksbeinen wird durch eine Girlande aus Weinblättern überspielt. Der Satyr gehört zum Gefolge des Bacchus, dem Gott des Weines und der triebhaften Naturkraft. Unten wird die Mäßigkeit mit folgendem Text des Ecclesiasten kommentiert: „Wer mäßig lebt, wird sein Leben verlängern“. Man darf essen und trinken, aber in Maßen. Man soll fasten, aber nicht immer (vgl. Mt 9, 15). Deshalb ist nach Thomas von Aquin die Mäßigkeit das Mittelmaß zwischen Mangel und Übertreibung. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Der Fels | Hinterlasse einen Kommentar

Laienverantwortung

Das „Konradsblatt“ (11/2016), die Kirchenzeitung der Erzdiözese Freiburg bringt zwei Beiträge zur „Frauenpredigt“. Der Anstoß dazu kam durch einen Artikel im „L’Osservatore Romano“, der als „halbamtliches Blatt des Papstes“ bezeichnet wird. Der Beitrag „Laienverantwortung“ greift die Aussage eines L’Osservatore Romano-Artikels auf, wonach „das Bewusstsein dafür gewachsen sei, dass die Verkündigung des Evangeliums eine Verantwortung ist, die alle einbeziehe“. Das ist nicht neu. Auf diese Verantwortung weist auch das Zweite Vatikanische Konzil an mehreren Stellen hin. Diese Aufgabe gab es schon immer für Eltern, Religionslehrer und übrige Laienchristen. Der gleiche Beitrag weist auf das Kirchenrecht von 1983 hin, das eine Predigt von Laien zulässt, jedoch nicht in der heiligen Messe (Homilie). In der „Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester“ vom 15. August 1997 wird das näher begründet:
„Daher muss die Homilie während der Eucharistiefeier dem geistlichen Amtsträger, Priester oder Diakon vorbehalten sein. Ausgeschlossen sind Laien, auch wenn sie in irgendwelchen Gemeinschaften oder Vereinigungen Aufgaben als ‚Pastoralassistenten‘ oder Katecheten erfüllen. Es geht nämlich nicht um eine evtl. bessere Gabe der Darstellung oder ein größeres theologisches Wissen, sondern vielmehr um eine demjenigen vorbehaltene Aufgabe, der mit dem Weihesakrament ausgestattet wurde“ (Artikel 3, § 1, S. 21). Der Papst hat diese Instruktion am 13. August 1997 approbiert und deren Promulgation (Verkündigung) angeordnet. Die Instruktion ist von den Präfekten und Sekretären von sechs Kongregationen und zwei päpstlichen Räten unterzeichnet und hat damit große Bedeutung und Gewicht. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Der Fels | 1 Kommentar

Einladung der Joseph-Höffner-Stiftung am 19./20. Mai in Königswinter am Rhein

Das Forum Deutscher Katholiken lädt herzlich ein zu einer besonderen Veranstaltung der Joseph-Höffner-Stiftung am 19./20. Mai in Königswinter am Rhein. Näheres bitten wir dem Flyer zu entnehmen.
Flyer zur Tagung: Naturrecht und/oder Pluralismus

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Rückblick und Einladung nach Fulda vom 7.bis 9. Juli 2017

Liebe Freunde unseres Kongresses „Freude am Glauben“,
zum Abschluss unseres diesjährigen Kongresses „Freude am Glauben“ wollen wir noch einmal einen abschließenden Blick nach Aschaffenburg richten. Der Kongress stand unter dem Leitthema „Was gibt dem Menschen Hoffnung für die Zukunft?“ Eingebettet in das Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus ausgerufen hat, haben die Referenten und Podiumsgespräche aufgezeigt, was Hoffnung für einen Neuanfang geben kann. Dabei kam auch die Stimme zu Wort, die nach Meinung einiger nicht gehört werden sollte, nämlich die des Bischofs Tebartz-van Elst.
Der Kongress hatte einen spirituellen Rahmen in der eucharistischen Anbetung, in den Beichtangeboten und in der eindrucksvollen Lichterprozession, die mit dem Einzug durch die Heilige Pforte in der Franziskanerkirche endete. Die geistlichen Höhepunkte waren die drei Gottesdienste in der Muttergottespfarrkirche, die jeweils brechend gefüllt waren. Die mitreißende Predigt von Kardinal Meisner im Abschlussgottesdienst wird vielen Teilnehmern noch in Erinnerung sein.
Für Jugendliche und junge Erwachsene fand ein Medien- und Kommunikationstraining (MAKA-Seminar) statt.
Der Kongress verabschiedete drei Resolutionen, die an die Medien weitergeleitet wurden.
Die Gottesdienste, die Vorträge und Podiumsgespräche konnten wieder live übertragen werden.
Großen Dank gebührt dem Organisationsteam und den Helfern von Aschaffenburg! Sie sorgten für den reibungslosen Ablauf des Kongresses in Aschaffenburg, und das wurde auch von den Teilnehmern dankbar anerkannt.
Der nächste Kongress „Freude am Glauben“ findet vom 7. bis 9. Juli 2017 in Fulda statt. Er wird ganz sicher die drängenden Fragen, die wir in Kirche und Gesellschaft haben, aufgreifen. „Habt keine Angst, du kleine Herde!“ Gott verlässt die Kirche nicht.

Herzliche Grüße
Ihr Hubert Gindert

Veröffentlicht unter Allgemein | 3 Kommentare