Vorbereitung auf die Synode 2015 – Ein Aufruf

Im nächsten Jahr 2015 wird die Synode über die Familie in Rom fortgesetzt. Es ist viel berichtet worden über den eben zu Ende gegangenen ersten Teil der Synode. Und wie wir es nun schon gewöhnt sind, haben die Medien mit ihrer ungenauen und tendenziösen Berichterstattung sehr viel zur allgemeinen Verwirrung beigetragen. Dabei kam ihnen die Uneinigkeit der Bischöfe besonders zu Hilfe. Nun hat sich neben vielen anderen mahnenden gewichtigen Stimmen auch der bekannte amerikanische Theologe und Papstbiograph George Weigel zu Wort gemeldet und in 6 Punkten dargelegt, warum diese Synode so ausserordentlich war. Siehe:
http://www.kath.net/news/48083
Einen Punkt möchten wir hier besonders herausgreifen, weil er ungefähr dem entspricht, was wir hier am 19. Oktober schon in anderen Worten ausgeführt haben (“Roma locuta – Wider die Mutlosigkeit.”)
George Weigel schreibt unter Punkt 2, dass auf der Synode “das ausserordentliche Selbstbewußtsein von Bischöfen sichtbar geworden sei, die sterbenden Lokalkirchen vorstehen, die sich aber trotzdem darin gefallen würden, pastorale Ratschläge an Lokalkirchen zu richten, die blühen und gedeihen.”
Dem schließen wir uns noch einmal an mit dem, was wir am 19.Oktober hier geschrieben haben.
Alle unsere Mitglieder und Freunde bitten wir herzlich, den wichtigsten Beitrag zur Synode zu leisten, nämlich das treue tägliche Gebet um Gottes Beistand für diese Synode und täglich ein Gesetz des Rosenkranzes für diese entscheidend wichtige Bischofsversammlung für die Lehre der Kirche zu beten. Damit schließen wir uns der Initiative von kath.net an und bitten alle, diese zu unterstützen.
http://kath.net/news/48016

Die Redaktion

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Ein neuer Angriff auf die Familie

Am Sonntag den 26.10.2014 wurde im Presseclub der ARD um 12:00 Uhr unter der Moderation des WDR-Fernsehdirektors Jörg Schönenborn in durchaus angemessener Weise ein brisantes Thema diskutiert. Zwei Großkonzerne, darunter Facebook, wollen ihren Mitarbeiterinnen “anbieten”, dass sie ihren Kinderwunsch durch ihre eingefrorenen Eiszellen nach der Menopause verschieben. Dabei werden beide Großunternehmen natürlich von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten geleitet, was auch gar nicht bestritten wird. Zur Diskussion waren neben anderen einer Professorin des Ethikrates geladen und der Chefredakteur von K-TV, Martin Lohmann, dem breiter Raum für seine Sicht der Dinge eingeräumt wurde. Lohmann kam dann auch sehr schnell auf die Problematik dieser ethisch ausserordentlich bedenklichen Maßnahme zu sprechen und wies ablehnend wie auch die Ethikprofesssorin auf dieses “Geschäftsmodell” hin, dass die Frauen zu einer vornehmlich verfügbare Arbeitsmasse macht, und deren Kinderwunsch in weite Ferne rückt. Die Technik der modernen Medizin machts möglich. Es wurden die Probleme dieses Modells sehr gut dikutiert und die verschiedenen Seiten beleuchtet. Das Ganze war für einen vom WDR produzierten “Presseclub” bemerkenswert, weil hier die ethischen Bedenken durchaus gesehen und offen dikutiert wurden, wobei Martin Lohmann – wie gewohnt – hervorragend argumentierte. Dass ihm so viel Zeit eingeräumt wurde und er in der Runde gleichberechtigt ernst genommen wurde, ist im deutschen Fernsehen – wie wir ja wissen- keine Selbstverständlichkeit. Dafür gebührt dem Moderator und WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn durchaus Anerkennung.
Nur ein Aspekt dieses ganzen Unternehmens “Spätgeburt” kam überhaupt nicht zur Sprache, nämlich mal wieder die Interessen dieser spät geborenen Kinder. Zwar wies Lohmann darauf hin, dass es für die Kinder besser sei, wenn die Eltern jung sind, andere wiesen auf Untersuchungen hin, dass ältere Eltern mehr auf die Sicherheit der Kinder achteten und größere Vorsicht walten liessen. Aber einer der wichtigsten Gründe gegen diese medizinische Manupulation der Natur fehlte. Weiterlesen

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Der (Smpathie-) Wind beginnt sich zu drehen

Papst Franziskus hat die Herzen vieler gewonnen, auch solche außerhalb der Kirche. Menschen, die ihn kennengelernt haben, führen dafür an: Papst Franziskus ist ganz authentisch, d.h. er ist so, wie er spricht und wie er sich gibt. Er geht auf alle Menschen zu und gibt ihnen das Gefühl, dass er sie mag. Er predigt Wasser und er trinkt auch Wasser. Er stellt sich in der Werkskantine, wie jeder andere, in der Reihe an. Er spricht für jeden verständlich. Die Reihe dieser Charakterisierungen könnte erweitert werden. Was nicht der Fall ist: Papst Franziskus lässt sich nicht instrumentalisieren. Von keinem. Auch nicht von Beifall. Und hier beginnt das Problem für jene in- und außerhalb der Kirche, die eine andere Kirche wollen, weil sie ein anderes Bild von ihr haben. Ihre Vorstellungen sind bekannt: Es ist eine Kirche mit demokratisch-synodaler Mitbestimmung in allen Fragen, ohne Zölibat, mit Frauen als Priesterinnen, mit Zugang zur Kommunion für alle. Eine Kirche als eine Institution, die dem „Fortschritt“ der Gesellschaft nicht mehr im Weg steht. Weiterlesen

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Änne Meier 1896-1989 “Ich wusste, dass ich das Kreuz mittrage”

Das katholische Milieu leistete im Nationalsozialismus vor allem einen geistigen Widerstand. Das zeigen nicht nur 99 % der Priester. Auch viele katholische Politiker, Offiziere und vor allem die katholischen Lehrerinnen waren mit ihrer Ablehnung des Nationalsozialismus im katholischen Milieu fest verankert. Eine dieser Lehrerinnen war Änne Meier aus dem Saarland. Sie wurde 1896 als fünftes von sieben Geschwistern geboren. Nach dem Abitur wurde sie 1917 Grundschul-Lehrerin. In diesem Beruf war sie glücklich. Leider musste sie nach wenigen Jahren ihre Stelle an einen aus dem 1.Weltkrieg zurückgekehrten Lehrer wieder abgeben. Deshalb wurde sie Fürsorgerin. Auf der Fachschule in Heidelberg fand sie Kontakt zur neuen Liturgischen Bewegung und lernte damit den Freundeskreis um Romano Guardini kennen. Weiterlesen

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Leben wir in einer vernunftgeleiteten Zeit?

„Die Kinder kommen immer später in die Schule!“ heißt die Überschrift eines Artikels in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (7.8.14). Warum werden die Kinder immer später eingeschult? Weil sie nicht schulreif sind! Das ist doch merkwürdig, inmitten eines Propaganda-Tsunami „mit dem die ganze Gesellschaft darauf eingeschworen werden soll, dass es ohne institutionelle Kinderbetreuung von klein an gar nicht mehr geht“, bemerkt Hanne Kerstin Goetze. Sie ist Mutter von vier Kindern, Autorin und Referentin im Bereich der Mutter-Kind-Bindung (FAZ 3.7.14). „Allerdings“, so Frau Goetze weiter, „braucht der Reifeprozess angst- und damit stressfrei ohne Mutter und Vater auszukommen, länger als unsere Gesellschaft es den kleinen Kindern zugestehen will. Sowohl in der Bindungs- wie in der Hirnforschung spricht alles dafür, dass dieser Zeitpunkt nicht eher als um das Alter von drei Jahren angesiedelt ist.“
Wissenschaftliche Erkenntnisse spielen in einer Gesellschaft, die sich gerne als vernunftgeleitet ausgibt, für politische Entscheidungen in Erziehungsfragen eine geringere Rolle als ideologische und wirtschaftliche Interessen. Immer mehr Kinder werden immer eher aus der mütterlichen Obhut gegeben, damit sie „früh gefördert“ werden. Gleichzeitig sind die Kinder immer später schulreif. Wie passt das zusammen? Ein Leserbrief zum o.a. Artikel in der AZ rückt den Sachverhalt etwas zurecht: Weiterlesen

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Roma locuta – Wider die Mutlosigkeit

Die Bischofssynode in Rom ist zu Ende gegangen mit einer beachtenswerten Botschaft an die Familien der Welt. Siehe den Wortlaut in der Übersetzung der KNA:
http://www.kath.net/news/47982
Insgesamt empfinde ich den Tex als wohltuend und hoffnungsvoll. Aber an einigen Stellen bleibt man doch hängen. So heißt es, dass es in den Häusern der Familien Licht und Schatten und manchmal auch dramatische Prüfungen gibt. “Die Finsternis wird noch stärker bis hin zur Dunkelheit, wenn das Böse und die Sünde in das Herz der Familie eindringt.”
Wie wahr! Das ist sicher überall auf der Welt so; denn jeder Mensch wird in Versuchung geführt zur Sünde und zum Bösen. Aber dann kommt ein kurze Passage, die mir wesentlich vor allem für die Teilkirchen in Europa und auf der Nordhälfte der Erdkugel zu sein scheint, obwohl der erste Satz für alle gilt.
“Es gibt vor allem die große Herausforderung der ehelichen Treue. Das Leben der Familie ist gekennzeichnet durch eine Schwächung des Glaubens und der Werte, den Individualismus, eine Verarmung der Beziehungen und einen hektischen Stress, der nicht zum Nachdenken kommen lässt. So kommt es zu nicht wenigen Ehekrisen, die oft überhastet und ohne den Mut zur Geduld, zur Prüfung, zum gegenseitigen Verzeihen, zur Versöhnung und auch zum Opfer angegangen werden.”
Es drängt sich die Frage auf, ob hier nicht die Probleme der sogenannten “Ersten und Zweiten Welt”, also Europas und Amerikas zum Ausdruck kommen. Weiterlesen

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Wie Medien Macht ausüben

In einer Mediengesellschaft produzieren die Medien die Leitbilder. Die Kommunikationsmedien wie Fernsehen, Film und Zeitungen werden auch die „Vierte Gewalt“ genannt. Zu recht! Sie spiegeln nicht das Geschehen wieder, wie es ist. Sie propagieren was sein soll. Sie sind Trendsetter. Sie machen Politik. Sie üben Macht aus. Die Medienkonsumenten sind ihnen ausgeliefert, weil sie die Meldungen kaum überprüfen können.
Die Redaktionsstuben sind kein Abbild der Gesellschaft. Überproportional sind in ihnen Journalisten vertreten, die kirchendistanziert, konfessionslos, geschieden, kinderlos und homosexuell sind. Ihr Weltbild und ihren Lebensstil versuchen sie unter die Leute zu bringen. Wache Medienkonsumenten wissen das auch.
Wer transportiert ihre Botschaften? Es sind jene Testimonials, die bei den Leuten gut ankommen, z.B. Entertainer, Sänger, Schauspieler, Sportler. Sie werden zu Größen hochstilisiert, wenn ihr Lebensstil dem Weltbild in den Redaktionsstuben entspricht. Gelegenheiten diese Weltsicht der Medienleute zu propagieren gibt es immer wieder, z.B. wenn Film oder Literaturpreise zu verteilen sind, bei Jubiläen, durch Interviews. Selbst der Tod lässt sich dafür nutzen. Weiterlesen

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Lasst euch nicht verwirren!

Die Bischofsversammlung in Rom hat nach der ersten Sitzungswoche keine Schlagzeilen und wenig neuen Stoff für das „Konzil der Medien“ geliefert. Also wird das Feuer durch Leserbriefe und neu aufgewärmte Behauptungen am Köcheln gehalten. Artikelüberschriften in Zeitungen wie „Die Kirche könnte, wenn sie nur wollte“ (Augsburger Allgemeine Zeitung, 14.10.14), „Kardinal glaubt an Öffnung der Kirche“ (AZ, 11./12.10.14) oder „Die Lehre ist nicht in Stein gemeißelt“ (AZ, 11./12.10.14) zeigen die Richtung an.
Im Kern geht es immer wieder um die Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zur Kommunion. Das ist das zentrale Thema. Auf die Frage des Interviewers: „Warum ist das Thema der wiederverheirateten Geschiedenen so wichtig?“ antwortete Kardinal Kasper: „Das ist ein Schlüsselthema, mit dem man auch andere schwierige Situationen aufschließen kann“ (AZ, 11./12.10.14). In der Tat! Würde die Kirche ihre Lehre über das Ehesakrament ändern, wäre sie nicht mehr die Katholische Kirche.
Um die angestrebte Änderung zu erreichen, praktizieren Medien unterschiedliche Strategien. Eine davon ist die Einschüchterung: Die Kirche habe sich „ins Abseits manövriert“, sie „wird nicht mehr ernst genommen und die Gläubigen laufen ihr davon“, „die Amtskirche ist weit weg vom Alltag der Gläubigen“…
Eine andere Strategie vernebelt die Begriffe. Die kirchliche Ehelehre wird dann zur „Ideologie“, zum hehren „Ideal“, zur „reinen Lehre“ zur „Doktrin“ zum seelenlosen „Prinzip“. Dabei ist völlig klar, worum es wirklich geht, nämlich um die Treue zum Wort Jesu: „Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen“. Diese Wahrheit soll zur Disposition gestellt werden. Dann wäre die Katholische Kirche auch dort, wo die vielen christlichen Gemeinschaften rangieren, die das Evangelium der Zeit anpassen.
Die emotionale Strategie versucht die Lehre mit „Barmherzigkeit“ auszuhebeln. Interessant ist dabei, dass nicht nach dem Ehepartner, der an der Ehe festhalten will oder nach der Befindlichkeit der Scheidungsweisen gefragt wird. Ein weiteres Tabu ist eine Wiederaussöhnung der Ehepartner. Stattdessen versucht man, Reue und Umkehr zu pervertieren. So heißt es in einem Artikel der AZ (14.10.14): „Und folgt es nicht einer Idealvorstellung, wiederverheiratete Geschiedene wieder zur Kommunion zuzulassen, wenn sie sich danach sehnen und/oder das Scheitern ihrer ersten Ehe bereuen? Reue und Umkehr sowie Vergebung der Sünden sind schließlich zentrale Bestandteile des Glaubens“.
Und schließlich die Frage der geschiedenen Wiederverheirateten in ihrem quantitativen Gewicht ins Feld zu führen, wird auf die hohe Zahl von Ehescheidungen und Wiederverheiratung hingewiesen. Von daher war es wichtig, dass Kardinal Brandmüller dieses Problem wieder vom Kopf auf die Füße gestellt hat: „Nur ein Prozent der praktizierenden Katholiken gehören zu dieser Personengruppe“ (kath.net/KNA) soweit Kardinal Brandmüller in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“. „Diese Menschen bräuchten pastorale Begleitung; Das bedeute jedoch nicht, eine Zulassung zur Eucharistie, ‚denn ihre Lebensentscheidung steht in dauerndem Widerspruch zum Wort Jesu‘“.

Hubert Gindert

Dieser Beitrag erscheint auch in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels” (November). Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-066744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

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Gabriele Kuby zum 70. Geburtstag – Eine Würdigung

Gabriele Kuby (Foto) konnte am 7. Oktober ihren 70. Geburtstag feiern. 1996 ist sie in die Katholische Kirche eingetreten. Seit ihrem ersten Buch „Mein Weg zu Maria“ bis zu ihrem Standardwerk über die Genderideologie „Die globale sexuelle Revolution“ hat sie einen weiten Weg durchschritten: Einen Intensivkurs in katholisch sein heute. Diese Erfahrungen können ihr helfen 2000 Jahre Kirchengeschichte besser zu verstehen. Gabriele Kuby steht mit ihrer ganzen Person für den Katholischen Glauben und für die Kirche ein. Wenn Otto von Habsburg in seiner Schrift „Mit Gott für die Geschichte – die heilige Hedwig von Schlesien und unsere Zeit“ die „Lauheit und geistige Feigheit“ für die „Todsünde unserer Zeit“ hält, dann markiert Gabriele Kuby die Gegenposition.
Gabriele Kuby kämpft für christliche Wertpositionen, die heute oft nur mehr vom katholischen Lehramt verteidigt, aber sonst – auch innerkirchlich – demontiert werden. Ihr Betätigungsfeld ist beileibe nicht auf die Genderpolitik beschränkt, wo eine widernatürliche Ideologie besonders deutlich zutage tritt. In der heutigen Auseinandersetzung engagiert sich Gabriele Kuby für die humanen Grundlagen unserer Gesellschaft und für das, was ihr Zukunft sichert, die auf die Ehe gegründete Familie.
In der o.a. Schrift rügt Otto von Habsburg „die wortreiche Untätigkeit unserer Tage“ als eine „der bemerkenswertesten Charakterzüge unserer Zeit, unseres geistigen und politischen Lebens, dass niemand das tun will, was seine eigentliche Aufgabe ist“… Wer wird hier nicht an die Flut von Stellungnahmen seitens der Politik, aber auch der Kirche in Deutschland zu allen denkbaren Fragen erinnert. Die Weitergabe des Katholischen Glaubens und die Neuevangelisierung stehen am Rand.
Gabriele Kuby legt „gelegen oder ungelegen“ den Finger in die Wunde. Freunde macht sie sich damit beim Establishment nicht. Für ihr Engagement hätte sie sich zu ihrem Geburtstag öffentliche Anerkennung und Dank verdient. Aber diese erhalten eher die „Angepassten“.
Das „Forum Deutscher Katholiken“ rechnet es sich zur Ehre an, dass Frau Kuby dem Kuratorium der Kongresse „Freude am Glauben“ angehört. Wir hoffen, dass sie noch lange der Kirche und unserer Gesellschaft zur Verfügung stehen kann.

Prof. Dr. Hubert Gindert, 1. Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken

Zuerst erschienen auf kath.net am 15.10.2014

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Keiner besitzt die Wahrheit?

„Die Kirche soll von der Wahrheit sprechen, aber auch wissen: Keiner besitzt sie. Wir sind alle auf der Suche“, so die Theologin Johanna Rahner in einem Zeitungsinterview aus Anlass ihrer Antrittsvorlesung als Lehrstuhlinhaberin für Dogmatik an der Universität Tübingen. (Qu: Konrandsblatt 29.2014, S. 3)
Den Worten von Frau Prof. Johanna Rahner entnehmen wir, dass zwar die Kirche über die Wahrheit sprechen darf, ja sogar soll, aber die Wahrheit nicht hat. Das erstaunt. Dachten wir doch bisher, dass die Kirche die Botschaft Jesu Christi lehrt, der von sich gesagt hat: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Wir hatten weiter geglaubt, dass Theologen, insbesondere jene, die Dogmatik lehren, die Lehre Christi, die die Kirche lehrt, erforschen, vertiefen und verständlich darstellen. Wenn dem nicht so ist, wie Frau Rahner behauptet, dann kann die Kirche wie alle übrigen Religionen dieser Welt, von Wahrheit, besser von ihrer Wahrheit sprechen, denn „alle (sind) auf der Suche“, sowie auch alle Philosophen ihre „Welterklärungen“ zum Besten geben. Morgen werden neue Wahrheiten auf den Markt der Meinungen kommen. Das Wahrheitskarussell wird sich weiter drehen und wir bleiben im Ungewissen.
Wenn „keiner die Wahrheit besitzt“, warum sollten sich dann die Menschen an eine Kirche binden? Das Angebot an „Wahrheiten“ ist groß. Viele, die konsequenterweise mit dem Gedanken spielen, sich von den angeblichen „Fesseln“ der Kirche zu befreien, können sich jeden Tag ihre Wahrheit aussuchen. Frau Johanna Rahner lehrt Dogmatik an der Universität Tübingen. Tübingen liegt in der Diözese Stuttgart-Rottenburg. Dort sind im ersten Halbjahr 2014 so viele Katholiken aus der Kirche ausgetreten, wie 2011 und 2012 im gesamten Jahr (10.000).
„Aufgabe der Kirche ist es aus der Sicht des Bischofs Fürst von Stuttgart-Rottenburg, Menschen auf ihrer Suche nach religiöser und ethischer Orientierung zu begleiten. Dabei müsse die Kirche dem Anspruch gerecht werden, die Menschen in der Eigenständigkeit von Denken, Glaubensvollzug und Lebensgestaltung zu respektieren, zugleich aber der Botschaft des Evangeliums treu zu sein“ (Quelle: kath.net 15. Juli 2014). Die Frage ist, ob die o.a. Feststellung von Frau Prof. Johanna Rahner bzgl. der Wahrheit die Botschaft des Evangeliums getreu wiedergibt.

Hubert Gindert

Dieser Beitrag erscheint auch in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels”. Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-066744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

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