Herr Hitler, wer hat Sie gewählt? Eine Analyse, wie verzweifelte Wähler zu einer falschen Entscheidung kommen

»Sehr geehrter Herr Hitler!
Es ist nicht mein Beruf, Politik zu treiben. Ich habe das auch in diesem offenen Brief nicht im Sinn. Aber Ihre politische Tätigkeit hat eine Seite, die zutiefst in das Gewissen hineingreift, in die Verantwortung vor Gott. Daran sollen Sie in diesen Zeilen erinnert werden.
Als Sie in der Nacht vom 13. auf den 14. März hier in Eichstätt im Waldschlößchen waren, um, bewacht von zwanzig SA-Leuten, sich mit einem Freund Ihrer Bewegung zu besprechen, da kamen Sie müde und abgehetzt von Ihrer angestrengten Vortragsfahrt, doppelt müde und zerschlagen vom Ausgang der Wahl. Es wäre nicht notwendig gewesen, sich hier bewachen zu lassen, denn in unserer »schwarzen« Stadt tut Ihnen kein Mensch etwas, wenn auch Ihre Presse das bewußte Verleumdungswort von der »schwarz-roten Mörderbande« geprägt hat. Die Leute in der Stadt sagten: »Hitler ist auf der Flucht«. Sie waren nicht auf der Flucht, denn niemand hat Sie verfolgt. Sie konnten am Morgen ruhig in München Ihren müden Aufruf erlassen. Und doch sind Sie immer auf der Flucht: auf der Flucht vor Ihrem eigenen Gewissen. Sie gönnen sich keine besinnliche Stunde mehr und so kommt das Gewissen nicht mehr zu Wort.
Rastlos werden Sie in ganz Deutschland herumgejagt. Mit Mühe können Sie den Ort Ihres nächsten Redezieles erreichen. Die physischen Kräfte sind in denkbar höchster Anspannung und Ihr Aussehen ist naturgemäß angegriffen. Ihre Nerven lassen eine ruhige Gewissensprüfung nicht mehr zu.
Wo Sie hinkommen, werden Sie umschmeichelt, und der Rausch der Begeisterung, der Sie in Ihren Versammlungen umwogt, läßt Sie kaum mehr zu der Frage kommen, ob Ihre Arbeit vor Gott bestehen kann, denn Sie sind des Glaubens: Deutschland steht auf meiner Seite. Ihre Presse verherrlicht Sie in einer widerlichen Weise. Sie gelten als der große Erlöser aus der Not. Sie selbst sind auch davon überzeugt, denn Sie schreiben Ihrer einzigen Persönlichkeit all die Eigenschaften zu, die dazu erforderlich sind, Deutschland wieder aufzubauen. Sie brauchen in Zukunft nichts mehr, was Sie bindet. Ihr Wille soll für Deutschland genügen, und Ihr Befehl soll allein die Wege weisen. Hat Sie Ihr Gewissen schon einmal daran erinnert, welcher Grad von Selbsteinschätzung in diesem Urteil liegt? Wer aus Ihrer Gefolgschaft wagt, diesen Glauben zu zerstören? Weiterlesen

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Weihbischof Andreas Laun wurde 75 Jahre alt.

Der 13. Oktober 2017 ist ein besonderer Tag im Leben der Kirche und im persönlichen Leben des Salesianer-Paters Prof. Dr. Andreas Laun. Am 13. Oktober 1917 erschien die Gottesmutter den drei Seherkindern zum letzten Mal in Fatima und offenbarte ihnen, wer sie ist und bewirkte das große Sonnenwunder, das 70.000 Menschen noch in weiter Entfernung sahen und das in vielen Fotos festgehalten wurde. Ein wunderbarer Tag im Leben der Kirche, der für Portugal und die ganze Welt von größter Bedeutung wurde und es bis heute noch ist. Gerade an diesem Tag wurde 25 Jahre später Andreas Laun geboren, der als Salesianer-Pater und hochangesehener Professor für Moraltheologie und später als Weihbischof für Salzburg weit über sein Land hinaus für die Kirche von Bedeutung wurde und ist. Er wurde einer der mutigsten und kompromisslos bekennensten Bischöfe im deutschen Sprachraum, der auch durch seine regelmäßigen Stellungnahmen und Kommentare als „Klartext“ auf dem großen katholischen Portal kath.net einem breiten Publikum über den deutschen Sprachraum hinaus zum Vorbild im Glauben und als unerschrockener Zeuge für Christus und seine Kirche von Bedeutung wurde und ist. Dabei hat Unsere Liebe Frau von Fatima sicher mitgewirkt.
Das Forum Deutscher Katholiken ist und bleibt Weihbischof Laun als einem Mitglied unseres Kuratoriums „Freude am Glauben“ mit großem Dank verbunden und gratuliert ihm von Herzen mit dem Wunsch, dass unser Herr und Heiland ihn uns allen noch lange gesund erhalten wird und ihm „wie dem Adler die Jugend erneuern wird“, wie der Psalmist sagt. Da der Heilige Vater ihn – wie es in unserer Kirche Brauch ist – mit dem 75. Geburtstag als Weihbischof von seinen Salzburger Verpflichtungen entbunden hat, hat er nun Zeit seinen „guten Kampf“ mit der für ihn typischen Freude am Glauben etwas befreiter von amtlichen Verpflichtungen fortzusetzen, ja sogar noch zu intensivieren.
Unser Gebet, lieber Herr Weihbischof, gilt Ihrer Gegenwart und Zukunft im Weinberg des Herrn. Wir sind gewiss, dass Sie auch weiterhin unser Anliegen „Freude am Glauben“   mittragen werden. Wir freuen uns sehr auf Ihren Vortrag „Gewissenskonflikt als Katholik und Staatsbürger“ auf unserem nächsten Kongress vom 20.-22. Juli 2018 in Fulda.
Möge Unsere Liebe Frau von Fatima, die so bedeutend für Ihr Leben wurde, Ihnen und durch Sie auch uns, weiterhin Leitstern sein auf unserem Weg mit und zu Christus hin in die ewige Heimat, in der Gott alles vollenden wird.

Ihr Hubert Gindert und das Team des Forums Deutscher Katholiken.

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… auf dem Weg zur Diasporakirche

Sophie Dannenberg hat in der Septemberausgabe 2017 des „Cicero-Magazins“ ein Bild der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland mit dem Titel „Bye Bye Transzendenz“ gezeichnet. Im Eingangsstatement heißt es summarisch dazu: „Spirituell ausgezehrt, finanziell gesättigt: Die Kirchen sind politische Akteure geworden. Umweltschutz und Flüchtlingshilfe verdrängen Gebet und Bekenntnis. Muss das so sein?“
Im Text befasst sich Sophie Dannenberg ganz überwiegend mit der evangelischen Kirche. Aber in trauter ökumenischer Gemeinsamkeit – siehe konfessionell gemeinsamer katholischer-evangelischer Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen, außer in der Diözese Köln – greift die beschriebene Tendenz auch auf die katholische Kirche um sich. Den Weg von der Volkskirche zur Diasporakirche kann jeder Interessierte überprüfen. So heißt es bei Sophie Dannenberg: „Es scheint, als befreie sich das neue Christentum von seinem ursprünglichen Referenzsystem. Nicht, dass die Heilige Schrift keine Verwendung mehr fände, aber die Bibel ist jetzt eher eine Hausapotheke für den politischen Alltagsgebrauch. Es spitzt sich auf einen Machtkampf zu – mit Gott. Als hätten sich die Christen von ihrem alten Herrn lange genug die Meinung geigen lassen. Vor allem die ‚Ehe für Alle‘ wirft die Frage auf, ob die Bibel noch à jour ist. Der Kampf innerhalb der Kirchen zu diesem Thema ist nicht ausgestanden, aber Bedford-Strohm wünscht sich auf Facebook schon mal ‚ein neues Bewusstsein‘“ und Dannenberg weiter: „Die Christen sind müde geworden, sie haben vergessen, wer sie sind. Sie retten keine Seelen mehr, nur noch die ganze Welt. Das ist immerhin etwas. Bye Bye Transzendenz.“
Dazu passt die Stellungnahme des Erzbischofs von Köln, Kardinal Wölki zur Bundestagswahl 2017: „Diese Wahl markiert eine Zäsur, fußend auf einem tiefen Vertrauensverlust. Dadurch stellt sich uns dringlicher als je zuvor die Grundsatzfrage: Wie verhindern wir ein Auseinandertriften der Gesellschaft? Was sind die Herausforderungen in unserer Demokratie? Wie bleiben wir dialogfähig? Die Aufgaben sind groß: Eine alternde Gesellschaft; Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt; Gestaltung der Migration; Zukunftsfähige Bildung; Bewahrung der Schöpfung – um nur die dringlichsten zu nennen. Wichtig ist jetzt, dass sich die Parteien in den anstehenden Sondierungs- und Koalitionsgesprächen diesen Sachfragen stellen. Frei von strategischem Kalkül. Die Antwort auf Vertrauensverlust ist die Übernahme von Verantwortung für die Zukunft. Wir leben in unserem Land aus der gestaltenden Kraft des Christentums. Die Kraft dieses Zeugnisses müssen wir einbringen in die Gestaltung dieser Aufgaben, die vor uns liegen. Die Kirche ist dazu bereit. Wir werden weiterhin und notfalls deutlicher vernehmbar unsere Stimme erheben, wenn wir Gerechtigkeit, Menschenwürde, Frieden oder Schöpfung in Gefahr sehen.“ (pek170925)

Hubert Gindert

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Land ohne Glauben – Fernseh-Themenwoche vom 12. bis 17. Juni 2017 bei ARD und ARD alpha

Zu Beginn wurde gezeigt, dass in den Ländern der ehemaligen DDR nur noch 20% der Bevölkerung an Gott glauben, während 80% Atheisten sind. Eine Fernsehreporterin, die in der DDR aufgewachsen war, sagte: in ihrem Leben sei Gott nicht vorgekommen, sie sei vollkommen gottlos aufgewachsen und habe deshalb auch keine Beziehung zu ihm, ja auch kein Bedürfnis nach Gott. Ostdeutschland ist heute die gottloseste Gegend Europas.
Es zeigt sich, dass es den Kommunisten in der DDR gelungen ist, den Menschen mit deutscher Gründlichkeit den Glauben auszutreiben. Aus meiner persönlichen Kenntnis weiß ich, dass es in Russland, wo der Kommunismus schon seit 1917 an die Herrschaft kam, prozentual viel mehr gläubige Christen gibt, als in der DDR, weil in den Familien, besonders von den Müttern und Großmüttern der Glaube bewahrt und weitergegeben wurde. Es wurde in der Fernsehsendung berichtet, dass sich in Westdeutschland, wo sich noch über die Hälfte der Menschen als gläubig bezeichnen, ca. 60% in ehrenamtlichen Tätigkeiten engagieren, während in dem Gebiet der ehemaligen DDR dies nur noch 37% tun.
Es wurde behauptet, eine Wiederkehr der Religion widerspräche allen soziologischen Erkenntnissen. In den Familien wird der Glaube nicht mehr gelebt. Es ist zu einem Traditionsabbruch gekommen und es breitet sich immer mehr eine Kultur der Religionslosigkeit aus. Einzelne Bräuche werden noch ohne Bezug zur Religion fortgeführt. So zündet man beispielsweise noch Osterfeuer an und macht dazu ein Volksfest, aber ohne jeglichen Bezug zum christlichen Osterfest. Man möchte auch in einem feierlichen Gebäude heiraten. Deshalb baut ein Paar in Kallenberg jetzt ein Haus, das aussieht, wie eine kleine Kirche mit Kirchturm, aber ohne christliche Symbole, dafür ist es mit Küche und Toiletten eingerichtet. Sie wollen es Konfessionslosen und Katholiken, die geschieden sind und noch einmal heiraten wollen, für Hochzeitsfeiern zur Verfügung stellen. Hier will man also einen Schein wahren und mit dem Haus Geschäfte machen, aber nicht ein Haus zur Ehre Gottes errichten.
Kirchen, in denen nur noch alle vier bis sechs Wochen ein Gottesdienst oder gar kein Gottesdienst mehr stattfindet, sollen noch als Ortsmittelpunkt eine Bedeutung haben und kulturell für Zusammenkünfte, bei Kaffee und Kuchen, für Konzerte und Lesungen erhalten werden. So sollen Kirchen auch von nicht konfessionell Gebundenen als kultureller Ortsmittelpunkt anerkannt und genutzt werden. Gezeigt wurde eine Kirche, die nach ihrer Profanisierung zuerst als Bauhof diente und heute als Restaurant verwendet wird. Weiterlesen

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Reisebericht aus dem Tur Abdin

Die Hauptaufgabe des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus scheint die Verschleierung des monströsen Völkermords an den osmanischen Christen vor einhundert Jahren zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Millionen gutgläubiger Menschen aus dem Westen, besonders aus Deutschland, einem Gehirnwaschprogramm unterzogen, welches auf den Samtpfoten extrem günstiger Pauschalreisen ins „Land der Sonne“ daherkommt.
Doch nicht nur das grausame Abschlachten friedlicher Völkerschaften soll vergessen gemacht werden, auch der heldenhafte Widerstand christlicher Dörfer gegen die muslimische Übermacht soll aus dem Buch der Geschichte ausradiert werden.
So ist das Ziel unserer kleinen Reisegruppe nicht der Schnäppchen-Urlaub in Fethiye, sondern das Tur Abdin, das Kerngebiet der Aramäer nahe der syrischen Grenze. Die Klöster des Tur Abdin gehören zu den ältesten der Welt, und die hochstehende Kultur der christlichen Bevölkerung gab es schon ein halbes Jahrtausend vor Mohammed. Doch wie die Armenier und Griechen des osmanischen Reiches, so fielen auch die meisten Aramäer dem Massenmord zum Opfer, der von der türkischen Regierung vor hundert Jahren befohlen wurde.
Enteignung und Entrechtung der letzten Aramäer werden jedoch bis in unsere Tage fortgeführt. So wurden kürzlich Ländereien des im vierten Jahrhundert nach Christus erbauten weltbekannten Klosters Mor Gabriel enteignet. Zudem ist der Unterricht der aramäischen Sprache, immerhin der Sprache Jesu, verboten. Auf Bücher mit aramäischen Schriftzeichen macht türkisches Militär und Polizei regelmäßig Jagd. Schikanöse Durchsuchungen der Klöster und Kontrollen ihrer Bewohner sind an der Tagesordnung.
Unsere Reiseführerin Hatune kennt die Gegend und ihre Geschichte gut. Immerhin stammt sie selbst aus einem der Dörfer. 1993, sie war gerade 9 Jahre alt, musste ihre Familie fliehen, um den Mordanschlägen der herrschenden kurdischen Aga-Sippe zu entgehen. Weiterlesen

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Buße – Bußgottesdienst – heilige Beichte

Durch unsere Sünden haben wir uns von Gott entfernt. Unter Buße versteht Jesus die Umkehr – die Rückkehr – zu Gott, indem wir an das Evangelium glauben (Mk 1,15) und unsere innere Einstellung ändern: Das heißt Gott und unseren Nächsten von Herzen lieben. Dies äußert sich dann folgerichtig in Werken der Gottes- und Nächstenliebe: Beten, Fasten, Almosengeben. Jesus warnt uns aber eindringlich vor der Heuchelei: Wenn wir beten, sollen wir das nicht auf den öffentlichen Plätzen tun, damit wir gesehen werden, sondern im stillen Kämmerlein unseres Herzens (Mt 6,5). Wenn wir Almosen geben, darf die rechte Hand nicht wissen, was die linke Hand tut (Mt 6,2) – das heißt, wir sollen nicht damit prahlen. Wenn wir fasten, sollen wir nicht in Sack und Asche mit einem finsteren Gesicht umhergehen, sondern unser Haupt salben. Gott, der allwissende und barmherzige Vater, sieht in unser Herz und kennt unsere Einstellung (Mt 6,17).
Johannes der Täufer ruft die Menschen zur Umkehr und Buße auf, das heißt konkret den Armen helfen, nicht mehr Steuern fordern als erlaubt ist, sich mit seinem Sold begnügen und die Menschen nicht ausplündern (Lk 2,11-14). Diese Forderungen lassen sich leicht auf die heutige Zeit anwenden: den gerechten Lohn zahlen, nicht betrügen, nicht stehlen, ehrlich sein und zufrieden sein, mit dem, was man hat. Das Totenhemd hat keine Taschen, aber unsere guten Werke folgen uns in die Ewigkeit. Jesus mahnt uns, Schätze im Himmel zu sammeln, die die Motten nicht zerfressen können (Mt 6,19f).
Schon im Alten Testament ruft Gott die Menschen durch die Propheten zur Umkehr und Buße auf. Der Prophet Jona verwirklicht im zweiten Anlauf, nachdem er vor Gott geflohen ist, diesen Auftrag Gottes in Ninive. Der dortige König ordnet ein Fasten für Mensch und Tier an und Gott verschont in Seiner Barmherzigkeit die große Stadt. Es ist nicht so, dass der unveränderliche und vollkommene Gott sich dabei ändert oder seine Pläne umwirft, sondern die Menschen ändern ihr Verhalten. Sie kehren um, so dass sie nicht mehr durch ihr sündhaftes Verhalten in ihr selbst gewähltes Verderben laufen. Weiterlesen

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Stellungnahme des Forum-Teams unserer Facebook-Seite aus gegebenem Anlass.

Forum Deutscher Katholiken
Gepostet von Michael Schneider-Flagmeyer
Wir wollen auf unserer Facebook-Seite die verschiedenen Positionen in Kirche und Welt zu Wort kommen zu lassen, ohne unsere Ziele aus den Augen zu verlieren. Das FDK wurde gegründet, um den Glauben und die Lehre der Kirche zu verkünden und zu verteidigen fest auf dem Boden des Katechismus der katholischen Kirche KKK stehend. Mit Bedauern und Schmerz sehen wir den Riss, der durch unsere Kirche aber auch durch die Gesellschaft geht. Dabei stehen wir immer auf der Seite des Lebens, wie Jesus es uns in Fülle verkündet hat. Es war und ist schwer den steilen und dornigen Weg zu gehen, der nach oben führt, aber wir werden uns nicht fürchten, weil Jesus Christus dieser Weg selber ist. Wir können und wollen es nicht allen recht machen, aber wir können Sie, unsere Leser um Gebet und Ihre Meinung bitten, und so uns bemühen, des hohenpriesterlichen Gebets unseres Herrn und Heilands (Joh.17) mit gutem Willen gerecht zu werden, dass Gott der Vater uns, die wir Christus folgen, eines Sinnes werden lässt.

Dieser auf unserer Facebook-Seite fixierte Post fand große Zustimmung und Anerkennung.

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Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Pater Rupert Mayer SJ

Pater Rupert Mayer, der Apostel von München, war ein Reformer der modernen Großstadtseelsorge. Rupert wurde am 23. Januar 1876 in Stuttgart geboren. In der Schule tat er sich schwer. Er sagte einmal von sich: „Wenn ich auch meine geistige Begabung nicht hoch anschlage, einen gesunden Menschenverstand kann ich mir nicht absprechen.“ Am 2. Mai 1899 wurde er zum Weltpriester geweiht und entfaltete bereits als Pfarrvikar ein bemerkenswertes caritatives Wirken. Am 1. Oktober 1900 begann er das Noviziat bei den Jesuiten. 1912 wurde er von Kardinal Bettinger nach München gerufen, um eine neue Seelsorgearbeit aufzubauen.
München hatte damals 569.000 Einwohner, zählte aber bis zu 20.000 Zuwanderer pro Jahr. Es waren vor allem Arbeiter, Arbeiterinnen und Dienstmädchen, die aus einem dörflichen Milieu nach München kamen. Sie standen in Gefahr, in der Großstadt den Kontakt zur Kirche zu verlieren. Pater Mayer suchte die Hinzugekommenen auf und sprach mit ihnen über ihre Sorgen und Nöte. Er baute einen Stamm von Helfern auf. In einem Faltblatt „Grüß Gott in unserer Stadt“ teilte er in über 30 Pfarreien die Gottesdienstzeiten mit, informierte aber auch über Arbeitsmöglichkeiten, Krankenhausfürsorge und katholische Zeitschriften. Rupert Mayer kannte den antikirchlichen Einfluss, denen die Zugewanderten ausgesetzt waren. Er besuchte selbst antikirchliche Versammlungen und lernte die Argumente kennen, die gegen Christentum und Kirche vorgebracht wurden. Da es Pater Rupert Mayer um „das Wohl der unsterblichen Seelen“ ging, war er unermüdlich tätig. Auf der 60. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands sprach er über seine bisherigen Erfahrungen in der Großstadtseelsorge: „Wir haben jetzt 5.600 Vertrauensleute des Arbeiterstandes mobil gemacht“, aber „all das ist zum großen Teil wertlos, wenn nicht der Hebel auf dem Land angesetzt wird“. Rupert Mayer forderte, dass die Leute besser religiös vorbereitet in die Stadt kommen. 1912 hielt er im Stadtteil Giesing eine Missionswoche, als deren Ergebnis die regelmäßige Monatskommunion der weiblichen Jugend und dann der Männer eingeführt wurde. Dieses Beispiel wurde in ganz München aufgegriffen. Zusammen mit dem Verbandspräses des süddeutschen katholischen Arbeitervereins gründete er die religiöse Gemeinschaft „Die Schwestern der Heiligen Familie“ für erwerbstätige junge Mädchen, um sie auf ein katholisches Familienleben vorzubereiten. Weiterlesen

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Wir brauchen eine Praxis des religiös-existenziellen Helfens

Der Fels: Es gibt die Erfahrung, dass sich Einrichtungen der kirchlichen Caritas kaum von anderen Einrichtungen säkularer Träger unterscheiden.

Prof. Heinrich Pompeÿ: Jedes schwere Leid, so eine irreversible Behinderung, soziale Ausgrenzung als Migrant, Verlust eines geliebten Menschen, die Erfahrung, dass die Kräfte im Alter deutlich nachlassen etc., schlägt nicht nur äußere Wunden sozialer, physischer oder psychischer Art sondern verletzt stets auch innerlich und damit seelisch-existentiell, wie jeder Helfer weiß.
Solche Menschen können oft nicht mehr glauben, dass in ihnen und in ihrem Leben noch irgendetwas Gutes zu finden ist. Der verbliebene Lebensrest ist für sie nur grundschlecht. Sie fühlen sich „Gott-verlassen“, also verlassen von Gott, d. h. von allem Guten verlassen und ihr Glaube an den Beistand Gottes bricht zusammen. Somit können so Betroffene auch nicht mehr hoffen, dass ihnen die Zukunft gelingende Lebensmöglichkeiten schenken wird. Ihre Hoffnung hat kein Glaubensfundament mehr. Alle Lebenschancen und Lebensperspektiven sind für sie aus ihrer Sicht dahin. Ferner können schwer leidende Menschen sich und ihr Leben nicht mehr liebevoll annehmen. Am liebsten möchten sie ihr Leben wegwerfen, d. h. aus diesem Leben scheiden.
Aus diesem Grund ist es für so Verzweifelte Lebens-Not-wendig, dass Mitmenschen stellvertretend im Geist der Enzyklika „Deus caritas est“ den Dienst des Glaubens, Hoffens und Liebens für einen schwer Leidenden leisten und, wie Benedikt XVI. in diesem Zusammenhang sagt, dies mit Demut und Geduld tun (DCE 39). So geht es beim caritativen Dienst der heilenden und helfenden Nähe – insbesondere bei schwer Leidenden, z. B. bei einem irreversibel seelisch, sozial, materiell oder physisch angeschlagenen Menschen – konkret darum, den Glauben an das von Gott geschenkte Gutsein jeden Lebens (Gen 1,1-31) und damit den Glauben an das Gutsein dieses verzweifelten Menschen in das leid-volle, nicht mehr gelingen-wollende Leben eines solchen Menschen hineinzutragen. Für die helfenden Begleiter bedeutet das, stellvertretend an das tiefe Gutsein dieses leidenden Menschen zu glauben, da dieser – angesichts seines Leidens, seiner Lebenskatastrophe – nicht mehr an sich wie an sein Leben und damit an Gottes bleibende Präsenz in seinem Leben glauben kann. Insofern ist es entscheidend, dass der Helfer glaubwürdig ist, und bleibt. Ferner geht es in der christlichen Lebensdiakonie darum, gemeinsam mit dem Verzweifelten und seelisch Gebrochenen auf eine Lebensperspektive für ihn zu hoffen, die angefangen von kleinen, beglückenden Begegnungs- und Lebenserfahrungen der nächsten Stunden und des nächsten Tages bis zur Hoffnung auf die Erfüllung des irdischen Lebens bei Gott reicht. So geht es darum, nicht zu resignieren, sondern sich und den Leidenden Gott anzuvertrauen. Für die christliche Lebensdiakonie soll so der Satz des Petrus aus seinem Ersten Brief gelten (1. Petr 3,15): „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt, aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig.“ Weiterlesen

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Wenn die Herrschaft über die Natur zur Tyrannei für den Menschen wird

Benedikt XVI. spricht in seiner Enzyklika „Über die christliche Hoffnung“ über den Menschen, der zu Beginn der Neuzeit „den Sieg der Kunst über die Natur erreichen möchte“ (Ziff.16). Hinter diesem Bestreben steht der Philosoph Francis Bacon, der in seinem Werk das „Interesse an uneingeschränkter Naturbeherrschung“ als Ziel darlegt. Ein solches Verständnis von Natur kann, wenn es den Menschen nur mehr als Teil der Natur sieht, folgenreich sein. In der Genmanipulation am Menschen wird das deutlich.
In Österreich wird nach 1997 ein zweites „Frauen-Volksbegehren“ für Anfang kommenden Jahres vorbereitet. Zu den Forderungen zählen kostenloser und anonymer Zugang zu Verhütungsmitteln mit Schwangerschaftstest und rechtlich bundesweit zulässigem Schwangerschaftsabbruch. Das bedeutet auch eine Vergewaltigung der Natur, wie es Benedikt XVI. in seiner Sozialenzyklika „Liebe in Wahrheit“ (Caritas in veritate) ausdrückt: „Die Offenheit für das Leben steht im Zentrum der wahren Entwicklung. Wenn eine Gesellschaft den Weg der Lebensverweigerung oder -unterdrückung einschlägt, wird sie schließlich nicht mehr die nötigen Motivationen und Energien finden, um sich für das wahre Wohl des Menschen einzusetzen. Wenn der persönliche und gesellschaftliche Sinn für die Annahme für ein neues Leben verlorengeht, verdorren auch andere für das gesellschaftliche Leben hilfreiche Formen der Annahme.“ (Ziff. 28) Die Folgen des „Frauen-Volksbegehrens“ führen in eine inhumane Gesellschaft. Weiterlesen

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