Die Katholiken sind nicht heimatlos geworden! – Stellungnahme des Forums Deutscher Katholiken

Medienberichte verunsichern lehramtstreue Katholiken. Sie sehen darin den Versuch, unter den Gläubigen Verwirrung zu schaffen. So schrieb die „Augsburger Allgemeine Zeitung(AZ) vom 23.10.2020,S. 1 unter der Überschrift „Papst bestärkt Homosexuelle“ und zitiert Papst Franziskus aus einem Dokumentarfilm: „Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes, sie haben das Recht auf eine Familie“, weiter “Wir müssen ein Gesetz für zivile Partnerschaften schaffen. Sie haben das Recht, rechtlich abgesichert zu sein“
In der gleichen Ausgabe der AZ (S.5) wird unter der Überschrift „Papst unterstützt homosexuelle Paare“ Papst Franziskus mit Bezug auf seine Aussage, die er dem Rückflug vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro gemacht hat, zitiert: „ Wenn eine Person homosexuell ist, Gott sucht und guten Willen hat, wer bin ich, über sie zu urteilen“.
Was sagt der Katechismus der katholischen Kirche, der die Lehre der Kirche (KKK) wiedergibt zur Homosexualität:
„…Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen. Und in Ziff. 2358… Ihnen(Homosexuellen) ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“…
Die Lehre der Kirche unterscheidet deutlich zwischen „homosexuellen Handlungen“ und „homosexuell veranlagten Menschen“. Handlungen werden als „schlimme Abirrung“ bezeichnet, homosexuell veranlagte Menschen dürfen nicht diskriminiert werden. Die Aussagen von Papst Franziskus sind keine Rechtfertigung der Homosexualität. Sie beziehen sich auf die Behandlung Homosexueller als Menschen und Glieder der Zivilgesellschaft.

Für das Forum Deutscher Katholiken: Prof. Dr. Hubert Gindert

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Ein Röntgenbild der Gesellschaft und der Kirche, das wir nicht hinnehmen können.

Auf der Herbstkonferenz der deutschen Bischöfe 2020 in Fulda hat der päpstliche Nuntius Erzbischof Eterovic mit wenigen Zahlen dargelegt, wo die Aufgabe der katholischen Kirche in Deutschland liegt. „Lt. den Statistiken glauben von den 54% der Bevölkerung in Deutschland, die Christen sind, nur 61% der Katholiken und 58% der evangelischen Christen an die Auferstehung Jesu Christi; Ferner glauben nur 57% der evangelischen Christen und 63% der Katholiken, dass Jesus Christus auch der Sohn Gottes ist“.
Wenn jemand von denen Christ ist, der an Tod und Auferstehung Jesu Christi glaubt, dann sind noch rund 32% der deutschen Christen. Erzbischof Eterovic fügt noch an… „31% der Deutschen glauben an ein Schicksal, 24% an Astrologie und 15% an eine Wiedergeburt“.
Damit wird die eigentliche Aufgabe eines Reformprozesses, wie des „Synodalen Weges“ unausweichlich: Neuevangelisierung, d.h. die Wahrnehmung des Missionsauftrages Jesu.
Zum „Röntgenbild“ der katholischen Kirche tragen die repräsentativen Untersuchungen des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstitutes „INSA Consuläre“, die im Auftrag der Tagespost durchgeführt werden, bei. Die im Weiteren aufgeführten Daten beziehen sich darauf. Weiterlesen

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Der „Synodale Prozess“ schleppt sich mühsam weiter

Warum ist der „Synodale Prozess“ so mühsam? Weil die Mehrheits- und die Minderheitsfraktion unterschiedliche Vorstellungen von Reform haben. Die Mehrheit ist an Strukturveränderungen interessiert, die Minderheit an Neuevangelisierung, ausgerichtet am Wort Gottes und der Lehre der Kirche.
Guido Rodheut drückt das so aus: „Dass es sich nämlich bei der konkreten Verfassung und Ausrichtung des ‚Synodalen Weges‘ jenseits aller redlich bekundeten Absichten und Schönfärbungen um ein gigantisches, die katholische Kirche durch ihre Wesensverkennung schwer beschädigendes Unternehmen handelt“ (Vatikan-Magazin 8-9, 2020, S. 36).
Das Problem der sogenannten Reformvorhaben hat auch damit zu tun, dass sich der Relativismus in den Köpfen der Synodenmehrheit breit gemacht hat. Noch einmal Rodheut: Er zitiert zur Verdeutlichung die Pastoraltheologin Christiane Bundschuh-Schramm, Mitarbeiterin des Bischofs von Stuttgart-Rottenburg: „Die Wahrheit ist nicht unveränderlich, weil sie nicht etwas Objektives ist. Sie ist wandelbar, weil sie im Subjekt entsteht und folglich müssen wir Schluss machen mit überholten Gottesbildern und Denkmodellen“. Mit einer solchen Geisteshaltung ist der demokratischen Mehrheit der Synodalen die Tür geöffnet und sie macht vor Abstimmungen, auch über die Lehre der Kirche, nicht Halt. Diese synodale Gesinnung stieß inzwischen auf zwei Staumauern: Das Schreiben von Papst Franziskus zur Amazonassynode. Es öffnete nicht den erhofften Türspalt zum Frauendiakonat/Priesterweihe und zu den „Viri probati“. Die Instruktion der Kleruskongregation beugt der Entmachtung des Pfarrers durch Teams, in welcher der Pfarrer einer von mehreren ist und jederzeit überstimmt werden kann, vor. Eine Reihe von Bischöfen (Kohlgraf, Schick, Ackermann, Overbeck, Feige, Bode, Marx) übten heftige Kritik an dieser Instruktion. Andere Bischöfe (Wölki, Hanke, Ipolt, Meier, Oster, Voderholzer) halten die Instruktion für richtig, weil sie der Laienarbeit Raum bietet. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sieht durchaus Möglichkeiten, aus der Universalkirche auszuscheren. Die ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann meinte: Es helfe nicht, „wenn wir nur einen Einheitsbrei auf Weltkirchenebene, der für alle eine Gültigkeit hat, immer im Blick haben… Kirche ist wie alle anderen lebendigen Gemeinschaften von Ort zu Ort, von Land zu Land, von Voraussetzungen und Bedürfnissen her unterschiedlich“ (Passauer Bistumsblatt, Nr. 36, 6.9.2020, S. 3). Einen Weg, der aus der Universalkirche herausführt, werden wir nicht mitgehen! Weiterlesen

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Hoffnung für Europa?

Im Leitartikel des Konradsblatts (21.06.2020) „Hoffnung für Europa?“ meint Brigitte Bottner: Die deutsche Ratspräsidentschaft ab 1. Juli 2020 „weckt Hoffnungen in vielen europäischen Mitgliedsstaaten“, zumal im ersten Amtsjahr der deutschen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Hoffnungsvoll sind auch die Kirchen … Europa ist kein loser Staatenverbund, den strategische und wirtschaftliche Interessen zusammenhalten; hier geht es um ein großartiges, einzigartiges Erbe mit christlichem Fundament“.
In einem weiteren Artikel der gleichen Ausgabe des Konradsblatts mit der Überschrift „Solidarisches Europa statt nationaler Alleingänge“ sprechen sich der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz (DBK) Bätzing und der Vorsitzende der evangelischen Kirchen Deutschlands (EKD) Bedford-Strom in einer gemeinsamen Erklärung (17.6.2020) zur deutschen Ratspräsidentschaft für ein „solidarisches Europa, das die Schwächsten der Gesellschaft“ im Blick hat und für die „Bewahrung der Schöpfung“ aus. Sie äußern die Überzeugung, dass unser aller Zukunft nicht allein bei den Nationalstaaten, sondern in Europa liegt… Die wichtigsten Herausforderungen sehen beide Kirchen in der „Bekämpfung der Wirtschaftskrise“. Gleichzeitig wollen sie auf dem Weg zu einer „klimaneutralen Gesellschaft“ weitergehen. Sie haben „strukturschwache Länder und ärmere Bevölkerungsschichten weltweit“ im Blick. Schließlich fordern sie eine „menschenwürdige, gerechte und solidarische Asylpolitik, die schutzsuchenden Menschen sichere Zugangswege ermöglicht mit „hohen Aufnahme- und Verfahrungsstandards“.
Die „gemeinsame Erklärung“ liest sich wie eine Aufzählung von Wünschen von „Gutmenschen“, die nicht in politischer Verantwortung stehen und zumeist Allgemeinplätze wiederholen. Eine „öffentliche Stimme“ wird man so nicht. Von dem „großartigen, einzigartigen Erbe mit christlichem Fundament“, wie es im Leitartikel heißt, ist da nichts zu lesen. Wie sollte das in einer europäischen Union auch sein, die sowohl den Gottesbezug in der Verfassung, wie die Nennung der christlichen Wurzeln Europas abgelehnt hat und eine Kultur entwickelt, die Gott aus dem öffentlichen Bewusstsein verbannt. Dieses Erbe wird in der „gemeinsamen Erklärung“ nicht angesprochen. Weiter hieß es im Leitartikel, die Kirchen sähen Europa nicht als losen Staatenverbund. Die gemeinsame Erklärung hat als „wichtigste Herausforderung“ die Bekämpfung der Wirtschaftskrise, nicht aber die geistige Krise Europas. Die Zukunft läge nicht bei den Nationalstaaten, sondern in Europa. Das ist ein Allgemeinplatz, der aber nichts darüber aussagt, wie ein gemeinsames Europa zusammengehalten werden kann, in dem die Übergriffe des Europäischen Gerichtshofes und der Kommission das Subsidiaritätsprinzip immer mehr aushöhlen. Auch das hätten die Verfasser der „gemeinsamen Erklärung“ ansprechen müssen, wenn ihnen der Fortbestand der Europäischen Union am Herzen liegt.

Hubert Gindert

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Katholische Wahrheiten im „Neuen Westfernsehen“ suchen?

Das Konradsblatt, die Kirchenzeitung der Erzdiözese Freiburg druckt in ihrer Ausgabe Nr. 25 vom 21.6.2020 kommentarlos einen Text mit der Überschrift „kfd erneuert Forderung nach Weiheämter-Zugang“ ab. Dort heißt es: „Die katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) hat die Forderung nach einem Zugang von Frauen zu Weiheämtern unterstrichen. ‚Wir Frauen wollen der Kirche nicht nur dienen, sondern auch Verantwortung und Macht übernehmen‘, sagte die kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil. Ein Jahr nach der Verabschiedung des Positionspapiers ‚gleich und berechtigt‘ fällt die Bilanz der kfd zuversichtlich aus.“
Die Forderung der kfd ist nicht so brandneu und hochwichtig, dass sie allen Gläubigen der Diözese zur Kenntnis gebracht werden müsste. Vielmehr verwundert, dass eine Kirchenzeitung diesen Text ohne Kommentierung bringt. Das ist der Skandal. Entweder gibt es in der Redaktion keine Person, die willens und in der Lage ist, diese gegen den Glauben der Kirche gerichtete Haltung klarzustellen oder man will diese kirchenspalterische Position ins Kirchenvolk tragen. Immerhin möchte man annehmen, dass außerhalb der Redaktion Theologen, Priester oder auch der Erzbischof dafür zur Verfügung gestanden wären, Position zur Haltung der kfd zu beziehen. Offensichtlich müssen sich gläubige Katholiken außerhalb der kirchlichen Medien umsehen, wenn sie den katholischen Standpunkt zu den modernen Häresien kennenlernen wollen.

Hubert Gindert

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Sollten sich Kirchenzeitungen in den US-Amerikanischen Wahlkampf einmischen?

Sollten katholische Kirchenzeitungen den allgemeinen Anti-Trump- bzw. den Pro-Biden-Trend praktizieren? Natürlich ist die Versuchung mit dem großen Haufen zu laufen, wie Frau Nölle-Neumann vor vielen Jahren konstatiert hat, groß. In einer katholischen Kirchenzeitung geschieht das mit der Titelüberschrift „Mit Rosenkranz gegen Gewehre. Der Untertitel lautet Joe Biden könnte nach John F. Kennedy der zweite Katholik werden, der ins Weiße Haus einzieht. Der demokratische Bewerber beruft sich auf seinen Glauben, der ihm geholfen habe, mit Schicksalsschlägen fertig zu werden.“ Die katholische Haltung Joe Bidens wird mit Zitaten unterstrichen wie „Er hat immer den Rosenkranz dabei“… „Das Versprechen Jesu spendet ihm Trost“, sagt die Ordensfrau Simone Campbell… „Seit dem Tod seines Sohnes Beau trägt der Katholik stets dessen Gebetskette bei sich… geprägt wurde Biden durch zwei ‚Johns, den ersten katholischen US-Präsidenten John Kennedy und Papst Johannes XXIII. dessen Einsatz für soziale Gerechtigkeit ihn prägte“… „Mit seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokraten hat der regelmäßige Kirchgänger derzeit gute Aussichten als zweiter Katholik ins Weiße Haus einzuziehen“. Soweit die seriös klingende Beschreibung Bidens.
Auch der Amtsinhaber Trump wird zitiert mit Worten, die ihn eher ins Abseits stellen: „Er (Biden) ist gegen Gott. Er ist gegen Gewehre“. Biden wolle „eine Welt ohne Religion schaffen… Gott würde die Wahl Bidens ins Weiße Haus ‚weh tun‘“. Niemand kann beurteilen, in welchem Zusammenhang diese Worte gefallen sind.
Nun werden im gleichen Artikel auch katholische Stimmen gebracht, die auf Bidens „angebliche (!) abtreibungsfreundliche Haltung“ hinweisen. „Tatsächlich verteidigt“, so heißt es „der demokratische Kandidat politisch die Selbstbestimmung von Frauen – auch wenn er Schwangerschaftsabbrüche persönlich ablehne“. Hier werden Katholiken, die ihren Glauben ernst nehmen, hellhörig. Sie wissen, dass die Kirche Abtreibung für ein „verabscheuungswürdiges Verbrechen“ hält. Es mag stimmen, dass Biden persönlich Abtreibung ablehnt, entscheidend ist, was er als Präsident tut. Informierte Zeitgenossen wissen, dass sich Biden für eine Lockerung der Abtreibungsgesetze ausgesprochen hat. Biden als „katholischen“ Kandidaten herauszustellen, erscheint etwas gewagt. Das kann man wohl nur, wenn man für die „Selbstbestimmung“ der Frauen in der Abtreibung ist, die in Wahrheit eine „Fremdbestimmung“ über das Kind bedeutet.

Hubert Gindert

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Freundschaft ist das Geheimnis!

Der Sportjournalist Florian Eisele meinte: „Selten war der Titel so verdient wie der Sieg des FC-Bayern in der Champions-League. Alle 11 Spiele gewannen die Münchner… Auch der Sieg Nummer 11 war absolut verdient… Glückwunsch nach München zum Club, der seit Dezember 2019 kein Spiel mehr verloren hat“ (Augsburger Allgemeine Zeitung 25.8.2020).
Auf der Siegesfeier sagte der Vorsitzende des FC-Bayern Karlheinz Rummenigge zum Trainer Hansi Flick: „Du bist ein so bescheidener Mensch. Du hast einen Wahnsinnsjob gemacht“. Flick gab das Lob an die Mannschaft weiter: „Wirklich Männer, ich bin so was von stolz, dass wir euch begleiten dürfen… Ich habe noch nie so eine Mannschaft trainiert“. Noch einmal Eisele: „Flick hat aus einer wankenden Truppe ein Champions-Team geformt“.
Was ist das besondere, erwähnenswerte über das hinaus, was nur Fußballfreunde interessiert? Das ist wohl psychologischer Natur. Natürlich sind im FC-Bayern Weltklassespieler. Die gibt es auch in anderen Mannschaften. Der Endspielgegner Paris Saint Germain hatte den höchstbezahlten Superstar Neymar in seinen Reihen. Ohne Zweifel beherrscht der Trainer des FC-Bayern bestens sein Handwerk. Aber auch der Endspielgegner hat mit Thomas Tuchel einen erstrangigen Trainer.
Es muss also etwas hinzukommen, das die Siegesserie des FC-Bayern ausmacht und nicht allein durch Training und körperliche Fitness zu erklären ist. Jürgen Liminski, kein Sportjournalist, drückt es mit „Menschlichkeit“ aus, welche auch „Ball-Gladiatoren“ brauchen. (Tagespost 27.8.20). Er erinnert an Jupp Heynckes, den Flick als sein Vorbild betrachtet und an seinen unkomplizierten Umgang und seine Kameradschaftlichkeit mit den Spielern. Liminski greift noch weiter zurück auf den Weltmeistertrainer Sepp Herberger, der sein Erfolgsgeheimnis mit „11 Freunde müsst ihr sein“ auf den Punkt brachte.
„Freunde“ bei denen sich keiner insgeheim über den Fehler eines Mannschaftskameraden freut, weil das vielleicht eine Möglichkeit zur eigenen Profilierung darstellt. Freundschaft zeigt sich vielmehr darin, dass bei einem Fußballteam die übrigen 10 alles tun, um den Fehler eines Anderen im Interesse des gemeinsamen Ziels auszubügeln.
Sind das idealistische, weltfremde Träume? Offenbar nicht, wie der Erfolg einer Fußballmannschaft zeigt. Es ist der „andere Geist“, den viele kennen, wenn in einem Team nicht das Klima der Konkurrenz sondern Freundschaft herrscht, wenn alles leicht von der Hand geht, Hilfe selbstverständlich zur Stelle ist, wenn sie gebraucht wird, Freude spürbar ist, dann wachsen Menschen über sich hinaus. Wer einen solchen Geist schafft, mobilisiert nicht nur als Fußballtrainer unbekannte Reserven, sondern die Sehnsucht, einem solchen Team anzugehören.

Hubert Gindert

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Auch „konservative“ Katholiken haben ein Recht auf Religionsfreiheit.

Leserbrief an den Münchner Merkur zum Kommentar „Claudia Moellers: Wahre Freiheit des Glaubens“. Seite 2 am 05.09.2020
Frau Moellers fordert erhebliche Neuerungen in der Kirche. Sie bedenkt aber nicht, dass es in Deutschland laut Grundgesetz Religionsfreiheit gibt. Das heißt doch, dass jeder Katholik , der mit der bisherigen Lehre der Kirche nicht mehr einverstanden ist, aus der Kirche austreten kann bzw. eine neue Kirche nach seinem Gusto gründen kann. Niemand wird ihm das streitig machen. Aber Religionsfreiheit bedeutet nicht, dass er in der Kirche bleiben kann und dort die Lehre ins Gegenteil verkehren kann. Wo bleibt denn da die Religionsfreiheit für die treuen Katholiken, denen die Kirche vor der Nase wegreformiert wird, ohne dass sie gefragt werden? Über meinen Glauben haben Bischof Bätzing und seine Funktionäre nicht zu bestimmen. Auch wir konservative Katholiken haben ein Recht auf Religionsfreit, das wir uns von den sogenannten Synodalen nicht wegnehmen lassen.

Dr. Eduard Werner

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Haben die deutsche Ortskirche und der Staat noch die Kraft ihren Aufgaben nachzukommen?

Das Befragungsinstitut „INSA Consulere“ führte vom 31. Juli bis 3. August 2020 eine repräsentative Erhebung unter Erwachsenen durch. Die Befragten sollten Stellung zur Aussage beziehen: „Die katholische Kirche in Deutschland wirkt auf mich intern zu zerstritten, als dass sie mir Halt und Orientierung geben könnte“. Das Ergebnis: Jeder Zweite (52%) stimmte dieser Aussage zu. 13% teilten diese Ansicht nicht. 22% wissen nicht, wie sie zu dieser Frage stehen sollen. Die Befragten Katholiken teilten zu 50% die Aussage „Die Kirche sei intern zu zerstritten“, 24% stimmten ihr nicht zu.
Interessieren würde das Hintergrundwissen der Befragten, das zu diesem Ergebnis geführt hat. Man kann davon ausgehen, dass das „zerstritten sein“ mit den sogenannten „Reformbemühungen“ des „Synodalen Weges“ zusammenhängt. Darüber berichten die außerkirchlichen und die kirchlichen Medien sehr uniform. Für die Bewertung der Umfrageergebnisse wäre es wichtig zu wissen, ob den Befragten bekannt ist, dass Forderungen des „Synodalen Prozesses“ nicht mit der Lehre der Kirche in Einklang stehen (z.B. zur priesterlichen Existenz, zum Frauenpriestertum, zu Sexualisierung und Partnerschaft). Ferner: Ist den Befragten bekannt, dass Papst Franziskus im Brief „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ den Primat der Neuevangelisierung vor Strukturreformen gefordert hat. Es bleibt die Feststellung: Die deutsche Ortskirche kann der Hälfte der Katholiken keinen Halt und keine Orientierung mehr geben. Dies gilt umso mehr für die Gesamtgesellschaft. Wie stellt sich dieser dar?
Der polnische Botschafter in Deutschland Andrzej Przylebski sagte in einem Interview (JF 7.8.20): „Ich erkenne Deutschland nicht wieder“. Was berechtigt ihn zu dieser Formulierung? Kennt er Deutschland? Der Botschafter verbrachte hier mit seiner Familie 15 Jahre. Er war von 1996 bis 2001 im diplomatischen Dienst in Bonn und Berlin. Im Interview stellt er fest: „Deutschland hat sich nach der Jahrtausendwende sehr verändert: Weitgehende Atomisierung der Gesellschaft, Zerfall der Familie, wachsende Feindschaft gegen den christlichen Glauben, Dominanz der Genderideologie und eine destruktive Kritik an der europäischen Kultur. Wir Polen, zumindest die Mehrheit, können uns in diesem Europa nicht mehr wiedererkennen“. Dafür zahlt Polen einen hohen Preis in der ideologischen Berichterstattung über dieses Land. Der Botschafter zählt sie detailliert auf. Nach diesen Medien würde in Polen der Rechtsstaat beseitigt. Polen versucht an den Werten der europäischen Kultur festzuhalten – „als letztes Bollwerk des Abendlandes“. Deutschland befindet sich nach Przylebski „auf der Schwelle von einem modernen zu einer postmodernen Gesellschaft. Doch wenn es den Weg zurück nehmen würde, dann wäre Europa gerettet!“ Das erinnert an Siegfried Ernst, dem Vorsitzenden der Europäischen Ärzteaktion, der immer vertreten hat, Deutschland stehe nicht zufällig in der Mitte Europas. Es hat eine Verantwortung für Europa! Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, müssen wir zur Botschaft Jesu zurückkehren. Er hat seine Mission begonnen mit: Denkt um, kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Hubert Gindert

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Gibt es einen Gott? Die nicht enden wollende Frage der Theodizee.

Wer im Fernsehen sieht, wie Corona-Tote in Brasilien oder in Südafrika bestattet werden, wird auch mit seiner Gottesvorstellung konfrontiert: Gibt es einen Gott, wie ist er und was hat er mit meinem Leben zu tun? Wie Gott ist, hat uns Jesus in seinen Gleichnissen erzählt. Die Gottesfrage bestimmt unsere Sicht von Welt und Kirche, nicht aber die Themen, mit denen sich der „Synodale Weg“ befasst. Diese Fragen haben viele inzwischen für sich gelöst. Das hat auch damit zu tun, dass sie von den meisten Bischöfen und Pfarrern nicht aufgegriffen oder nicht im Sinn der kirchlichen Lehre verständlich gemacht werden.
Gottesleugner sind mit ihrem Urteil schnell bei der Hand. Einem Gott, der so ein Elend zulässt, „müsse die Menschheit den Krieg erklären“ hat einmal Voltaire gesagt. Gemeint war die katholische Kirche. Andere äußern „die einzige Entschuldigung Gottes ist, dass er nicht existiert“ (Stendhal). Weiterlesen

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