Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“, 14.09.2019

Der Synodale „Reformprozess“ mit dem irrigen Verständnis, die Kirche sei eine quasidemokratische Institution, aber nicht die Stiftung Jesu Christi, in der sein Wort und die Lehre seiner Kirche gelten, ist zurecht durch die Intervention der Bischofskongregation in Rom mit Kurienkardinal Quellet korrigiert worden.
In der Vorbereitung des „Synodalen Weges“ wurde außerdem außer Acht gelassen, dass die Inhalte der vier Hauptforderungen die Kompetenzen der Ortskirche übertreffen, weil sie die Weltkirche betreffen:
Frauen den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern gewähren, den Pflichtzölibat abschaffen, in der kirchlichen Sexualmoral die vielfältigen Lebensformen positiv anerkennen.
Die eigentlichen Probleme der deutschen Ortskirche, der Glaubensverlust und die Notwendigkeit von Evangelisierung und Katechese, fehlen auf der Agenda des „Synodalen Prozesses“.
Die mahnenden Worte von Papst Franziskus und seine Hinweise auf die Defizite wurden mit „Ermutigung“ quittiert.
Der penetrante Versuch, die sexuellen Missbrauchsfälle zu instrumentalisieren, um eine „andere Kirche“ zu schaffen, ist demaskiert.
Wir brauchen in Deutschland keine „Zweite Reformation“, sondern die Umkehr zu Gott und zur Lehre der Kirche!
Das „Forum deutscher Katholiken“ dankt den Bischöfen, insbesondere Erzbischof Woelki und Bischof Voderholzer, dass sie in dieser schwierigen Situation immer wieder den Glauben der Kirche in Erinnerung rufen.

Prof. Dr. Hubert Gindert , 1. Vors. des „Forums Deutscher Katholiken“

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Warum Katholiken verunsichert sind?

Mit dem Advent 2019 beginnt der „Reformprozess“ in der deutschen Ortskirche unter der Bezeichnung „Der synodale Prozess“.
Zwei Aussagen sollen verdeutlichen, warum Katholiken in Deutschland in Sorge sind:
Der Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck äußerte in einem Vortrag in Münster am 25.05.2019: „Die alte Zeit ist zu Ende! Wir sind in einer Krise und stehen an einer Zäsur, die vielleicht noch tiefer geht als die Reformation“ – „Der synodale Weg muss ergebnisoffen sein.“ – „Der Prozess muss in verbindliche Ergebnisse münden.“ – „Die Kritik an der Kirche muss Gehör finden, damit es zu einem echten Kulturwandel kommt.“
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat seine „Kernforderungen“ auf seiner Vollversammlung am 10. u. 11. Mai 2019 dargelegt. Sie werden als „Grundlage einer Beteiligung des ZdK am synodalen Weg“ mit den Bischöfen vorgelegt. Die Agenda des ZdK enthält u.a. folgende Punkte:
• Frauen Zugang zu allen kirchlichen Ämtern gewähren
• den Pflichtzölibat abschaffen
• in der kirchlichen Sexualmoral die vielfältigen Lebensformen und Lebenswirklichkeiten positiv anerkennen
• Entscheidungskompetenz für alle Getauften auf allen Ebenen der Kirche verwirklichen
Quelle: www.zdk.de
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat in der Abteikirche Rohr seine Bedenken gegen den geplanten „Synodalen Weg“ geäußert. Von den Themen, die auf die Tageordnung des „Synodalen Weges“ gesetzt werden sollen, nannte er exemplarisch „Die Liberalisierung der Sexualmoral, Anerkennung homosexueller Partnerschaften, Synodalisierung der Kirchenleitung“. Sie bewirken nach seiner Ansicht eine „Angleichung der Kirche an die protestantischen Glaubensgemeinschaften“. Es gebe Themen, so Voderholzer, über die man als christliche Gemeinschaft, die sich auf das Neue Testament beruft, nicht „ergebnisoffen“ abstimmen könne, „sondern nur entscheidungsfordernd“. Bischof Voderholzer weiter: „Die Themen der Agenda des Synodalen Weges blieben hinter der Frage zurück „Wie der Glaube so gestärkt werden“ könne, „dass es die Menschen drängt, am Sonntag Christus, seine Auferstehen und unsere Hoffnung zu feiern“. Weiterlesen

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Wie David gegen Goliath

Wir haben eine funktionierende Allianz von politischer Macht und einer (fehlenden) Gewaltkontrolle durch die Medien. In ihr wird das Anliegen einer beiderseits gewollten Gesellschaft abgebildet. Wenn die Politik aufgreift und umsetzt, was die Medien fordern (Genderideologie, Ehe für Alle, Gleichsetzung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe, eine Familienpolitik, welche alle Formen des Zusammenlebens mit der Ehe von Mann und Frau gleichstellt, Abtreibung etc.) dann kann die Politik mit Hofberichterstattung rechnen. Politik und Medien sind beiderseits am Interpretationsmonopol interessiert. Wer sich dem Mainstream entgegenstellt oder Tabus anspricht, wird gnadenlos in die Zange genommen. So erging es Tilo Sarazin, der mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“, auf die Tatsache der demographischen Katastrophe hinwies. So ist es dem Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen ergangen, der aus dem Staatsdienst entlassen wurde, weil er die Berichterstattung über die Vorgänge in Chemnitz missbilligt hatte. So erging es Prof. Dr. Werner Münch, der auf dem Kongress „Freude am Glauben“ in Ingolstadt über das Thema „Demokratie lebt vor allem von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit“ sprach und auf aktuelle Gefährdungen hinwies.
Katholiken nehmen mit Besorgnis zu Kenntnis, dass sich ähnliche Entwicklungen auch innerhalb der deutschen Ortskirche abzeichnen. Die positive Medienbegleitung der vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken geforderten Reformen (Frauenpriestertum, Abschaffung des Pflichtzölibats, Änderung der katholischen Sexuallehre etc.) bilden die Tagesordnung des zum Jahresende beginnenden „synodalen Prozesses“. Diese „Reformen“ werden auch von kirchlichen Medien (KNA, katholisch.de etc.) mit Sympathie und Wohlwollen begleitet.
Christen sind der Wahrheit und dem Wort Jesu verpflichtet. Kein Katholik hat die Ausrede, er wissen nicht mehr, was noch gelte. Denn jedem steht der Katechismus (KKK) zur Verfügung. Wer daran erinnert, muss mit „sprunghafter Feindseligkeit“ rechnen. Das wissen auch die Bischöfe, die lieber wohlfeile Erklärungen zum Rechtsextremismus und zur Klimakatastrophe abgeben, als die Botschaft Jesu zu verkündigen „sei es gelegen oder sei es ungelegen“.
Wer sich von den Bischöfen politisch korrekt verhält, wird in den Medien als „reformbereit“ apostrophiert. Wer aber auf die Ursachen der sexuellen Missbrauchsfälle hinweist, Benedikt XVI. und die fehlende Bereitschaft zu einem Neubeginn anmahnt, wird als reformunfähiger „ewig Gestriger“ etikettiert. Weiterlesen

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Erklärung des Forums Deutscher Katholiken

Die Staatsministerin im Bundeskanzleramt Dorothee Bär (CSU) hat sich öffentlich für die Priesterweihe der Frauen, sowie für den Kommuninionempfang geschiedener Wiederverheirateter ausgesprochen.
Dazu erklärt das „Forum Deutscher Katholiken“:
Die Forderungen von Frau Bär stehen im klaren Widerspruch zur Lehre der katholischen Kirche.
Die Staatsministerin Dorothee Bär(CSU) mischt sich im Vorfeld des „synodalen Prozesses“ in innerkirchliche Angelegenheiten ein. Sie unterstützt damit Verwirrung und Spaltung unter den Katholiken.
Das „Forum Deutscher Katholiken“ weist die Forderungen von Frau Bär entschieden zurück.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Sprecher des „Forums Deutscher Katholiken“

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„Eine Frage der Gerechtigkeit“

Die Frauenfrage (Priesterweihe für Frauen) wird in der katholischen Kirche zum Katalysator: Entweder kehrt sie zurück zur Botschaft Jesu und zur Lehre der Kirche oder sie geht weiter auf dem Weg zur Spaltung. Dies wurde auf der Tagung der Katholischen Akademie in München über die „Sakramentalität der deutschen Kirche“ deutlich. An ihr nahmen rund 140 Seelsorger aus dem In- und Ausland teil. (Konradsblatt 15.2019, S. 4)
Einige Stimmen dazu: Der Fuldaer Pastoraltheologe Richard Hartmann: Die Zeit „fauler Kompromisse“ sei vorbei. Vielleicht „musste erst eine Generation kommen, die nicht wusste, dass es unmöglich ist“.
Im Mai 1994 hatte Johannes Paul II. definiert: Die Priesterweihe für Frauen sei ausgeschlossen. Diese Position, an die sich die Kirche von Anfang an gehalten hat, wurde von seinen Nachfolgern bekräftigt. Auf der Münchner Tagung wurde die Position der Kirche relativiert und unterlaufen. „Der Bochumer Bibelwissenschaftler Thomas Söding sagte: ‚Im neuen Testament fänden sich Belege dafür, wie erst zu Beginn des zweiten Jahrhunderts konservative Reformer Frauen aus Ämtern und Diensten der alten Kirche gedrängt hätten.‘“ Abgesehen davon, dass die neutestamentlichen Schriften vor dem zweiten Jahrhundert abgefasst wurden, geben die neutestamentlichen Berichte keine Fundstellen für Södings Behauptung. Söding sprach sich für eine Internationalisierung der Debatte aus, welche die Erfahrungen von Ordensfrauen in Gemeinden Afrikas, Asiens und Lateinamerikas einbezieht.
Die Münsteraner Dogmatikerin Dorothea Sattler meinte „entscheidend sei, dass Menschen im Handeln von Männern und Frauen Jesus Christus wieder erkennen könnten“.
Der Luzerner Kirchenrechtler Adrian Loretan nannte den „Ausschluss von Frauen aus allen höheren Ämtern der katholischen Kirche als Diskriminierung, die dem Willen Gottes widerspricht“. Sie zu beseitigen „sei eine Frage der Gerechtigkeit. Katholische Theologen und Kirchenjuristen seien es zudem gewesen, die mit ihrem Denken erst die Grundlagen für Völkerrecht, Rechtsstaatsdenken und Menschenrechte geschaffen hätten“. „Zukunftsweisend sei der Beschluss der deutschen Bischofskonfernz, jede dritte Leitungsfunktion in den Bistümern künftig mit Frauen zu besetzen“. Loretan vermengt Weiheämter mit anderen Funktionen, die grundsätzlich von jeder geeigneten Person ausgefüllt werden können. Dass in seiner Argumentation die Machtfrage im Hintergrund steht, wird deutlich. In der Kirche geht es aber nicht um Macht, sondern um Dienst.
Der anwesende Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode: „Wir kommen an der Frauenfrage nicht vorbei“. Bode erkannte in dieser Sache durchaus die Gefahr der Spaltung. Der Bischof sah die Spaltung auch für das „Volk Gottes, wenn nichts geschieht“.

Hubert Gindert

Der Artikel erscheint auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“

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Ungehorsam als „Gewissensentscheidung“

Unter der Überschrift „Man hätte empört sein können“ – „Ordensleute und geistliche Gemeinschaften setzen sich für Kirchenreformen ein“, berichtet die Kirchenzeitung der Erzdiözese Freiburg (Konradsblatt 28.2019, S. 4) über die diesjährigen „Ottmaringer Tage“. Dabei „sprach sich die Vorsitzende der Deutschen Ordensoberenkonferenz (DOK), die Franziskanerin Katharina Kluitmann für eine „ökumenische Eucharistiefeier“ aus: „Ja, auch, wenn das katholische Lehramt das anders sieht. So kämen wir der Einheit näher“. „An dieser Tagung nahmen rund 100 Mitglieder von Orden und geistlichen Gemeinschaften teil“. Pater Alois Schlachter vom Orden der Missionare vom kostbaren Blut, Moderator der Veranstaltung, ergänzte „Papst Franziskus Anstoß, das Thema ökumenischer Eucharistie als eigene Gewissensentscheidung anzugehen, werde zunehmend gelebt“. So gingen zu den kirchlichen Eucharistiefeiern bei der Tagung auch Protestanten. „Und es gab dazu keine Abwehrreaktionen“. Bemerkenswert ist, an der Konferenz nahm auch Kardinal Hoao Braz de Aviz, Kurienkardinal aus dem Vatikan teil. Kluitmann dazu: „Man hätte da als Katholik empört sein können – war aber niemand. Es war einfach stimmig.“
Dass die Sprecherin der Ordensgemeinschaften sich so äußert, zeigt, wie der Gehorsam selbst bei Ordensleuten unter der Überschrift „Gewissensentscheidung“ verkommen ist. Hier müsste die Kirchenleitung korrigierend eingreifen. Sie täte sich leichter, wenn der Pontifex eindeutiger sprechen würde.

Hubert Gindert

Erscheint auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“

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Unsere Grundrechte sind gefährdet!

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat in einem Interview (JF Nr. 33, 9.8.2019) mit der Überschrift „Erosion der Demokratie“ einige interessante Äußerungen gemacht, die jeder, der sich in eine „geistige Auseinandersetzung“ einlässt, wissen sollte. Das gilt nicht nur für den Dialog in gesellschaftspolitischen Fragen, sondern heute auch weithin für innerkirchliche Auseinandersetzungen.
Lt. „Allensbach-Umfrage vom Mai 2019 trauen sich 58% der Deutschen nicht mehr voll umfänglich öffentliche ihre Meinung zu sagen. Reaktion der Politik: Keine“. „Der Korridor, dessen, was erlaubt ist, ohne dafür als Extremist hingestellt zu werden, werde immer enger“.
Wie läuft das ab? Andersdenkenden „die politischen Sprachdiskurs verweigern und Opponenten diskreditieren, ja dämonisieren“, sie „zu Populisten oder Extremisten erklären. Wer als rechtspopulistisch stigmatisiert ist, wird ausgegrenzt oder bekämpft. Das sind Methoden aus dem Giftschrank totalitärer Staaten“.
Kennzeichnend ist die „Verweigerung der inhaltlichen Debatte. Kritisiert wird nicht der Inhalt, sondern die Quelle“. Wer aus „rechtspopulistischen Medien“ zitiert, ist erledigt. „Was zählt sind die Fakten. Es ist irrelevant, wenn Daten aus einer nicht genehmen Quelle kommen“. Es gibt heute auch „Qualitätsmedien, die jedes journalistische Anspruchsniveau vermissen lassen“.
Wir sollten uns vehement gegen alle Einschüchterungsversuche wehren, die darauf abziehen, Grundrechte, wie die Meinungs- und die Pressefreiheit, einzuschränken. Wehret den Anfängen!

Hubert Gindert

Erscheint auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“

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Was wir von Forst lernen können.

In der Pfarrei Forst/Diözese Würzburg versuchten radikal-feministische Frauen der Initiative „Maria 2.0“ die Vorabendmesse vor „Maria Himmelfahrt“ für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und während des Gottesdienstes ihre Botschaft zu verlesen.
„Maria 2.0“ stellt die Gesinnung und Haltung der Gottesmutter auf den Kopf. Ihr Ziel ist der Zugang von Frauen zu allen Kirchenämtern, konkret zum Frauenpriestertum. Begonnen hat die Initiative vor einigen Monaten mit einem Aufruf zum Boykott der Gottesdienste.
„Maria 2.0“ hatte ihr Vorhaben in Forst gut vorbereitet: 20 Frauen, alle in weißen Kleidern, waren erschienen und ganz zufällig war auch eine Mitarbeiterin der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) anwesend. Entsprechend eindeutig fiel der Bericht der AZ aus: „Pfarrer wirft Frauen aus der Kirche – Wutausbruch Der Auftritt von etwa 20 Mitgliedern der Reformbewegung „Maria 2.0“ versetzt einen fränkischen Pfarrer in Rage, dass er den Gottesdienst abbricht“ so der Titel. Im Text wird der Pfarrer weiter so porträtiert: „Unser Pfarrer kann mit dieser Protestbewegung nicht umgehen“. Der Pfarrer sei „regelrecht ausgeflippt“. der Bericht verschweigt die Rufe gegen Maria 2.0 „aufhören“!
Der Pfarrer fühlte sich von der Kundgebung des Frauenbunds während seines Gottesdienstes völlig überrumpelt…Es hat niemand vorher mit mir gesprochen“
Der Nachfolger der Apostel in Würzburg schwieg dazu. Er schickte seinen Generalvikar vor. dieser äußerte:“ Der priesterliche Dienst ist ein Einheitsdienst an der Gemeinde. In seiner emotionalen Erregung hat der Pfarrer unglücklich überreagiert. In Forst wie in ganz Deutschland ist es im Zusammenhang von „Maria 2.0“ wichtig, dass beide Seiten einander zuhören. Der Gesprächsfaden darf nicht abreißen“. Das ist eine eindeutig-einseitige Rüge für den Pfarrer, nicht aber für jene, welche die Gemeinden spalten.
Was wir in dieser Situation bräuchten sind Bischöfe von der Statur, wie sie Paulus im 2.Brief an Timotheus beschreibt. Dort heißt es …“Tritt auf, sei es gelegen oder ungelegen“
Selbstverständlich muss man auch mit Extremen reden, wenn sie noch bereit sind zuzuhören. Es geht nicht ums Ausgrenzen, sondern ums Abgrenzen. In diesem Fall den Glauben der Kirche von einer Irrlehre. Das hat der Generalvikar nicht getan!
Man könne sich den Frieden durch unangebrachte Zugeständnisse erkaufen, ist oft genug in der Geschichte widerlegt worden – in kleinen und auch in großen Ereignissen.

Hubert Gindert

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Wie sieht innerkirchliche Revolution aus?

In der Münchner Kirchenzeitung (4.8.2019, S. 31) berichtet Christoph Renzikowski, Leiter der Landesredaktion Bayern der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) über eine Veranstaltung der katholischen Akademie in Bayern. Sie wurde auf der Titelseite als „Denkwerkstatt über die Zukunft der Kirche“ angekündigt und hat den Titel „Ein Hauch von Revolution“.
Zu dieser Veranstaltung waren der Moraltheologe Daniel Bogner, Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf und die Tübinger Dogmatikerin Johanna Rahner, „drei ausgewiesene Reformer“, geladen. „Das Publikum hatte viel Gelegenheit zur Beteiligung“. Es war aufgefordert, über die bekannten Reizthemen abzustimmen: „Für die Abschaffung des Zölibats reichen 10 Minuten. Das Meinungsbild fällt eindeutig aus. Ähnlich die Zustimmung bei der Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern“. Der Leiter der Landesredaktion in Bayern der KNA konstatiert: „Würde es sich hier um eine verfassungsgebende Versammlung der katholischen Kirche handeln, sähe diese am Ende des Abends völlig anders aus als gewohnt“.
Für die „Rückkehr der Reformdebatte“ hatte die Akademie zuvor eine Umfrage durchgeführt zu Zölibat, Machtstrukturen, Geschlechtergerechtigkeit und Amtsverständnis. Das Ergebnis wurde auf Schautafeln präsentiert.
„Eine richtige Kontroverse kam indes nicht in Gang“, weil der „konservative Widerpart fehlt. Zudem ist sich das Publikum mit den Reihen viel zu einig“. Wen wundert das? Was sollen auch auf solchen Veranstaltungen Katholiken, die an der Lehre der Kirche festhalten. Die Richtung dieser katholischen Akademie ist eindeutig und bekannt. Die Auswahl der drei „Reformer“ bestätigt dies. Die Stammgäste der Akademie sind jene, die sich in ihrer Haltung für eine „andere Kirche“ immer neu bestätigt sehen wollen.
Die drei „Reformer“ zeigen sich über die Erfolgsaussichten neuer Gespräche (synodaler Prozess) nach den folgenlosen Talkshows der Würzburger Synode in den 70er Jahren, der Diözesansynoden und des dreijährigen Gesprächsprozesses der deutschen Bischofskonferenz skeptisch. Trotzdem dürfe „die nächst Runde kein Strohfeuer werden „sonst können wir den Laden zusperren“, lautet die These, die auf „starke Zustimmung stößt“. Weiterlesen

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Der eigentliche Grund wird ausgeklammert.

„Die Bistümer Fulda, Limburg und Mainz haben beschlossen, ihre Bistumszeitungen nur noch bis Ende des Jahres 2023 herauszugeben. Für die 22 Mitarbeitenden sind sozial verträgliche kirchennahe Lösungen vorgesehen. Die drei Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 21.000 Exemplaren werden von der gemeinsamen Gesellschaft für kirchliche Publizistik herausgegeben. Der Mainzer Generalvikar, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, hat den Mitarbeitenden die Entscheidung mitgeteilt. Hauptgrund für diese Entscheidung sei der kontinuierliche Rückgang der Auflage, der zu einem immer höheren Zuschussbedarf geführt habe. Es habe viele Bemühungen gegeben, die Kirchenzeitungen attraktiv zu halten, aber man müsse einfach zur Kenntnis nehmen, dass sich der Umgang der Menschen mit Medien massiv verändert habe. Jetzt gelte es, neue Wege und Formate in der Kommunikation zu entwickeln und Printmedien mit den elektronischen Medien enger zu verzahnen“ (Quelle kathnet 26.5.19).
Die Entwicklung der Kirchenpresse, die in der o.a. Mitteilung beschrieben wird, beobachten wir seit Jahren. Die Frage ist, warum wurden „neue Wege und Formate“ nicht schon früher gesucht und praktiziert? Warum finden bestimmte religiöse Zeitschriften auch heute Zustimmung und wachsende Auflagen? Liegt es etwa daran, dass diese „den Leuten aufs Maul schauen“ und ihre Sorgen aufgreifen? Gibt es einen Grund, der in dieser Betrachtung ausgeklammert wird und der mit Formaten und der Aufmachung nichts zu tun hat, z.B.
• wenn kirchliche Medien über Ereignisse so berichten, wie das in allen übrigen zu lesen, zu hören und zu sehen ist? Wenn kirchliche Medien sich „gleichgeschaltet“ geben, verwundert es nicht, dass sie für überflüssig gehalten werden.
• wenn sich Journalisten kirchlicher Medien damit profilieren wollen, dass sie erklären „wir sind nicht die Hofberichterstatter des Vatikans“. Das klingt zwar nach außen hin selbstbewusst. Tatsächlich ist es eher ein Mangel an Zivilcourage und ein Bückling gegenüber dem Zeitgeist, denn die Gläubigen wollen die Ereignisse im Licht des Glaubens kommentiert haben, weil für sie der Glaube mit dem Leben zu tun hat. Heute ist ein klarer Standpunkt schwieriger geworden, weil selbst Bischöfe auf Häresien, wie auf den Boykottaufruf katholischer Frauen mit „großem Verständnis“ reagieren, statt die Dinge klarzustellen.

Hubert Gindert

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