Die Ernennung eines „Beauftragten für Religionsfreiheit“ ist unumgänglich geworden!

Das „Forum Deutscher Katholiken“ unterstützt den Vorschlag der „Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGFM) zur Ernennung eines/einer „Beauftragten für Religionsfreiheit“ an der neuen Bundesregierung. Weltweit nehmen religiöser Extremismus, Konflikte zwischen Religionsgruppen und Diskriminierung, insbesondere religiöser Minderheiten zu. Konversionen und Übertritt zu einer anderen Religion werden in vielen Ländern schwer bestraft bzw. sind unmöglich. Die Unterdrückung der Religions- und Gewissensfreiheit ist zu einer wesentlichen Ursache von Fluchtbewegung und Migration geworden. Diesen zunehmenden neuen Herausforderungen kann der/die Beauftragte für Menschenrechte allgemein nicht mehr gerecht werden. Daher halten wir eine/einen „Beauftragte/n für Religionsfreiheit“ für unumgänglich. Wir begrüßen, dass es dafür Aufgeschlossenheit in der CDU/CSU-Fraktion gibt.

Kaufering, 20.01.2018 Prof. Dr. Hubert Gindert Sprecher des „Forums Deutscher Katholiken“

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Zur Bildung einer neuen Bundesregierung: Keine politische Wende in Sicht!

Nach den vergeblichen Bemühungen eine Jamaika-Koalition zu schmieden, haben die Unionsparteien im zweiten Anlauf versucht, mit der SPD eine „große Koalition“ zusammenzubringen. Wichtige Verhandlungsthemen waren, die Bürgerversicherung, der Spitzensteuersatz, der Solidaritätszuschlag und die Familienzusammenführung für Flüchtlinge, die keine Aufenthaltsgenehmigung auf Dauer haben.
Ein politischer Neuanfang oder eine Wende sehen anders aus. So existentielle Themen wie die demographische Entwicklung, die sich schon deutlich in unbesetzten Lehrlings- und Facharbeiterstellen zeigt, spielte keine Rolle. Die Zukunftsprobleme unseres Landes, die mit vitalen Familien mit Kindern verknüpft sind, kamen nicht zur Sprache. „Familienzusammenführung“ im Inland, statt forcierter Kitapolitik, die Mütter möglichst rasch nach der Geburt eines Kindes an den Arbeitsplatz zurückholt und ein Wahlrecht zwischen Kita und Kostenerstattung für den Betreuungsplatz, waren keine Themen.
Obwohl es der Wirtschaft (noch) gut geht, greift Angst um sich. „German Angst“ ist eine weltweit bekannte Zustandsbeschreibung für die Deutschen. Mit Angst lassen sich aber künftige Krisen nicht bewältigen. Diese Angst hat auch damit zu tun, dass die Kraftquelle einer Gesellschaft, die mit einer religiösen Bindung gegeben ist, versickert, weil der Glaube in unserem Land immer mehr verdunstet. Das erinnert an ein bekanntes Wort, dass Gesellschaft und Politik von Voraussetzungen leben, die sie selber nicht schaffen können. Dafür wären die Kirchen zuständig.
Der geistig-moralische Zustand kann in der deutschen Gesellschaft nicht besser sein als die Situation in der Ortskirche. Es sind zwei Seiten einer Medaille, die wie bei kommunizierenden Röhren, ein ähnliches Niveau haben.
Beim Schweigen der Bischöfe – von den bekannten Ausnahmen abgesehen – zu dem seit Jahrzehnten andauernden religiösen Niedergang und den Vorgängen, die ihre Mitsorge für die Gesellschaft betreffen, z.B. zum Schutz des Lebens, zur Abtreibung, zur Gerechtigkeit gegenüber der Familie, zur Gender-Ideologie zeigt sich statt eines Widerspruchs eine erschreckende Anpassung an die Mächtigen dieser Welt. Warum haben die Bischöfe bei der Regierungsbildung nicht kraftvoll die Anliegen der Kirche zum Ausdruck gebracht?
Bischöfe klagen über innerkirchliche Auseinandersetzungen, über Lagerdenken und kontroverse Strömungen. Worüber nicht gesprochen wird ist, dass es bei solchen Auseinandersetzungen auch um Wahrheit geht. Selbstverständlich sollen, in einer Zeit großer Verwirrung diese Differenzen im Geist des Aufeinanderhörens ausgetragen werden. Aber es müssen die Dinge noch beim Namen genannt werden, wie Weihbischof Athanasius Schneider kürzlich in einem Interview mit der Tagespost (11. Januar 2018) im Zusammenhang mit „Amoris Laetitia“ deutlich gemacht hat. Denn viele Katholiken wissen nicht mehr, was noch gilt, und fühlen sich inzwischen in der eigenen Kirche heimatlos. Schließlich: jede Gemeinschaft, auch die Kirche, braucht Mindeststrukturen. Wenn sie aber zum Hindernis für einen Neuaufbruch im Glauben werden, sind Reformen überfällig. Mit „weiter wie bisher“ hat die Ortskirche keine Zukunft.

Hubert Gindert
Der Artikel erscheint auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“.

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Pfarrer Ludwig: „Gott lässt seiner nicht spotten!“ (Galaterbrief 6,7)

In Österreich wurden Klöster und Kirchen von den Nationalsozialisten schneller und zahlreicher beschlagnahmt als in Deutschland, weil sie dort auf das Konkordat nicht Rücksicht zu nehmen brauchten. Der Kirchenrektor Rudolf Ludwig erzählte, wie dramatisch es bei der Beschlagnahme des kirchlichen Seminars Borromäum in Salzburg- Parsch zuging. Die Nationalsozialisten hatten das Seminar schon aufgelöst und die Räume für den damals so genannten Reichsnährstand eingerichtet. Nun wollten sie plötzlich auch noch die dazugehörende Kirche konfiszieren. Der Kirchenrektor Ludwig wehrte sich mit Bittgesuchen, um wenigstens die Kirche für die Gemeinde zu erhalten. Seine Bemühungen blieben jedoch erfolglos. Schließlich befahlen ihm die Nationalsozialisten, am nächsten Morgen um 8;00 Uhr zu erscheinen, um die Kirche zu räumen. Er sollte das Allerheiligste selbst aus dem Tabernakel nehmen und das Ewige Licht löschen. Als er am nächsten Morgen um 8;00 Uhr zur Kirchentür kam, war der SS-Obersturmbannführer mit seinen Beamten schon da. Der Priester versuchte noch mal einen Aufschub zu erreichen. Da unterbrach ihn der SS-Mann: „Schluss! Jetzt ist es aus. Fahr ab mit diesem Plunder!“ So ging der Priester schweren Herzens in die Kirche und nach vorne zum Altar, um vor dem Tabernakel noch mal niederzuknien. Da hörte er hinter sich einen dumpfen Fall. Als er sich umdrehte, sah er den SS-Mann regungslos auf dem Boden liegen. Der rasch herbeigerufene Arzt konnte nicht mehr helfen. Nachdem man den Toten abgeholt hatte, ging die Gruppe der Parteibeamten schweigend auseinander. Niemand sprach mehr von der Schließung der Kirche. So blieb sie der Gemeinde erhalten. Bald nach dem Krieg gaben die Amerikaner der Kirche auch das Seminargebäude zurück.
(Nach Pater Siegfried Staudinger ofm in „Geistliche Miniaturen)

Eduard Werner

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Haben wir zu kämpfen verlernt?

Pardon! Das Wort „kämpfen“ in der Überschrift wird heute als völlig deplatziert angesehen. Wer will in einer Spaßgesellschaft noch kämpfen? Wer ein solches Wort noch in seinem Vokabular führt, verurteilt sich selbst zur Erfolglosigkeit. Er begeht gesellschaftlichen Selbstmord. Dabei ist mit „kämpfen“ immer an eine geistige Auseinandersetzung gedacht.
Vielleicht würde noch das Wort „aufklären“ oder „verteidigen“ akzeptiert werden. Dieses Wort haben wir noch im gängigen Sprachgebrauch, z.B. bei einem Fußballmatch, in dem einige Spieler das eigene Tor vor gegnerischen Bällen schützen. Nur, der Kampf der 22 unten in der Fußballarena hat mit dem Lebensgefühl der Zuschauer nichts gemein.
„Kämpfen“ beschreibt heute nur mehr die Lebensrealität einer kleinen Elite im Sport, Showgeschäft, in der Politik, in Unternehmen und großen Verbänden. Dort wird mit harten Bandagen gekämpft. Und dann gibt es noch die kleine Schar derer, die gegen die anthropologische Revolution in der Gesellschaft, konkret für das Leben und die Würde aller Menschen, gegen Abtreibung, Genderideologie, etc. einen heroischen Kampf führt.
Verpönt ist das Wort „Kampf“ auch in der Kirche. Wo kämpfen das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend oder die katholischen Frauenverbände, wenn der Glaube der Kirche zur Diskussion steht? Die Kultur des Relativismus ist in diesen Gremien fest etabliert. Von ihr sagte Joseph Kardinal Ratzinger am 18. April 2005: „Einen klaren Glauben nach dem Credo der Kirche zu haben, wird oft als Fundamentalismus abgestempelt, wohingegen der Relativismus, das sich ‚vom Windstoß irgendeiner Lehrmeinung Hin – und – hertreiben Lassen‘, als die heutzutage einzige zeitgemäße Haltung erscheint. Es entsteht eine Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und als letztes Maß nur das eigene Ich und seine Gelüste gelten lässt“. Also segelt man lieber in den genannten Gremien mit dem Rückenwind des Zeitgeistes, als gegen den Wind der veröffentlichten Meinung anzukämpfen. Selbst bei den Hirten haben wir, abgesehen von den bekannten Ausnahmen, Zweifel, ob ihnen die massive Fahnenflucht der Gläubigen schlaflose Nächte bereitet. Muss man sich darüber wundern?
Wir haben in der Bundesrepublik Deutschland 72 Friedensjahre hinter uns. Die Christen wurden – sieht man von Schikanen oder gesellschaftlicher Zurücksetzung ab – nicht verfolgt. Das letzte Mal wurden in Deutschland Katholiken in den 12 Jahren der Naziherrschaft geprüft. Wir kennen nicht die genaue Zahl derer, die für ihren Glauben gekämpft, ihren Arbeitsplatz verloren haben, in KZ’s gesteckt oder zur „Frontbewährung“ abkommandiert wurden. Ihre Zahl war sicher groß. Was uns bekannt ist, sind die rund 4.000 polnischen, deutschen und französischen Priester die in KZ’s umgebracht wurden.
72 Friedensjahre sind eine lange Zeit, die zur Bequemlichkeit, Anpassung an den jeweiligen Zeitgeist und dazu führt, zu „leben, als ob es Gott nicht gäbe“ (Joh. Paul II.). Die Statistiken der Kirchenaustritte und der Gottesdienstbesuche sprechen eine beredte Sprache. Diese Erscheinung ist nicht auf unsere Zeit be-schränkt. Das zeigt sich, wenn wir in der Kirchengeschichte zurückblättern. Bis zum Mailänder Toleranzedikt Kaiser Konstantins im Jahr 313 wurden sieben, nach anderen zehn Christenverfolgungen gezählt. Schon damals ging die Bereitschaft für den Glauben einzustehen, zurück, wenn der Abstand zwischen zwei Verfolgungen groß war. Trotzdem stieg die Zahl der Gläubigen insgesamt an, weil das Beispiel der Märtyrer Faszination auslöste. Das Leitwort des größten Missionars der Kirche, des heiligen Paulus, stand ihnen immer vor Augen: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet und den Glauben bewahrt“.
Auch die christdemokratischen Parteien haben sich in den letzten Jahrzehnten von dem getrennt, was der Machterhaltung im Weg steht. Kardinal Meisner hat einmal geäußert: „Eine christdemokratische Partei kann in der heutigen säkularisierten Gesellschaft keine Mehrheit mehr erringen“. Die christlichen Parteien auf nationaler und auf EU-Ebene haben daraus ihre Konsequenzen gezogen, wie Vladimir Palko in seinem Buch „Die Löwen kommen“ schreibt: „Die christlichen Parteien und die christlichen Politiker des Westens haben sich bei der Wahl zwischen der Treue zu christlichen Prinzipien und einem größeren Anteil an Macht entschieden – und zwar für die Macht“. (S. 184) Weiterlesen

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Minister Paul von Eltz – Rübenach: Er widerstand dem Tyrannen ins Angesicht!

Es braucht schon Mut, einem Despoten in großer Entfernung heimlich Widerstand entgegenzusetzen. Aber einem Despoten ins Angesicht zu widerstehen, verlangt noch mehr Mut. Paul von Eltz-Rübenach widerstand Hitler ins Angesicht, obwohl er wusste, dass das schlimme Folgen haben könnte.
Er wurde am 09.02.1875 auf Schloss Wahn im Rheinland geboren. Den jungen Paul prägte eine streng katholische Erziehung. Nach einer ausgezeichneten Abiturprüfung absolvierte er Praktika in verschiedenen Eisenbahnwerkstätten und studierte dann an den Technischen Hochschulen in Aachen und Berlin Maschinenbauwesen. Den Eintritt in eine studentische Corps – Verbindung lehnte er ab, weil für ihn als Katholiken das Mensur-Schlagen von der Kirche verboten war. Da von Eltz nicht nur gute Zeugnisse vorweisen konnte, sondern auch ihm übertragene Aufgaben stets hervorragend löste, stieg er in der Eisenbahnverwaltung rasch zum Ministerialrat auf. Am 20. 10.1921 wurde er in der Berliner Hedwigskathedrale mit Marion von Hutier getraut. Auch dem privaten Glück stand zunächst nichts mehr im Wege. Am 1.Juni 1932 wurde er auf Vorschlag des Kanzlers von Papen vom damaligen Reichspräsidenten von Hindenburg als parteiloser Fachmann zum Reichsminister für das Post- und Verkehrswesen berufen. Er leitete dieses Doppelministerium so erfolgreich, dass ihm auch die folgenden Reichskanzler Schleicher und Adolf Hitler diese Aufgabe überließen. Wegen weltanschaulichen Gegensätzen wurde von Eltz immer wieder bei Hitler vorstellig. Dieser reagierte aber nur mit nebulösen Monologen.
Am 27.11.1936 lag dem Reichskabinett ein Gesetzentwurf vor, der die gesamte deutsche Jugend der Hitler-Jugend zur Indoktrinierung auslieferte. Als einziger Minister protestierte von Eltz gegen dieses Gesetz. Zum Eklat kam es in der Kabinettssitzung am 30. Januar 1937.
Hitler wollte allen Ministern und Staatssekretären, die noch nicht Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei waren, das Goldene Parteiabzeichen verleihen. Hitler ging um den großen Kabinettstisch und überreichte den einzelnen Herren das Abzeichen. Als er zu Herrn von Eltz kam, sagte dieser: „Mein Führer, ich habe Ihnen unlängst all meine Sorgen und Nöte wegen der Angriffe der Partei gegen die christlichen Konfessionen vorgetragen. Der Druck hat sich in der Zwischenzeit nur noch vermehrt.“ Da unterbrach ihn Hitler: „ Was wollen Sie damit sagen?“ Darauf Herr von Eltz: „Wenn ich nun in die Partei eintreten soll, so bitte ich mir zu bestätigen, dass Sie den Kampf, den gewisse Parteistellen gegen die Kirchen führen, nicht gutheißen.“ Hitlers Antwort war: „Ich kann die Überreichung dieses Ehrenzeichens nicht an Bedingungen knüpfen.“ Darauf Herr von Eltz: „Dann bitte ich um meine Entlassung!“ Nun ging Hitler wortlos weiter. Die Sitzung wurde rasch beendet. Hitler verabschiedete sich von jedem einzeln, nicht aber von Minister von Eltz. Er empfand die Ablehnung des Goldenen Parteiabzeichens als Affront gegen seine Person und gegen seine Politik. Göring folgte Hitler in dessen angrenzendes Arbeitszimmer und schlug die sofortige Verhaftung des Herrn von Eltz und seine Einlieferung in ein KZ vor. Dagegen versuchte Staatssekretär Meißner die Wogen zu glätten und wenigstens eine spontane Entscheidung zu verhindern. Er lief Herrn von Eltz nach und bat ihn noch auf der Treppe, das Entlassungsgesuch sofort zu schreiben. Dann lief er zu Hitler und meldete, dass das Entlassungsgesuch heute Abend noch einträfe und bat um Milde für Herrn von Eltz. Finanzminister Schacht wagte halblaut zu sagen: „Ich habe nicht gewusst, dass es noch solche Männer im Deutschen Reich gibt.“ Hitler, der sonst in seiner dämonischen Ausstrahlung andere lähmte und Bedenken schon im Keim erstickte, war dieses Mal so irritiert, dass er sich nicht äußerte. Nach der Entlassung folgten für Herrn von Eltz verschiedene Schikanen wie der vorübergehende Entzug der Pension. Seine Arbeit im Verkehrswesen hätte vielleicht auch ein anderer Ingenieur erbringen können. Aber seine Geradlinigkeit vor dem Tyrannen war seine heroische Größe. Er starb am 25.08.1943 im Kreise seiner Familie.

Eduard Werner

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50 Jahre Biesdorfer Jesuitenprozess in der „DDR“.

Franz Werfel charakterisiert den Nationalismus und den Kommunismus als die beiden großen Pseudoreligionen des 20. Jahrhunderts, die keine echte Religion neben sich dulden. Beide Systeme kämpfen mit brutalsten Mitteln nur für das Diesseits und nur für ihre Rasse bzw. für ihre Klasse, während eine echte Religion für das Wohlergehen aller Menschen im Diesseits und im Jenseits sorgen will. Diesen Zusammenhang zeigt der berüchtigte Prozess der „DDR“ gegen vier Jesuiten vor dem Landgericht Frankfurt an der Oder. Am Abend des 22. Juli 1958 besetzten Polizisten die Niederlassung der Jesuiten in Biesdorf bei Berlin und durchsuchten das Haus die ganze Nacht hindurch. Sie fanden Gebetbücher, philosophische Schriften und 47 DM. Am Morgen wurden die Patres verhaftet. Angeklagt wurden die vier Jesuiten Robert Frater, Joseph Menzel, Wilhelm Rüther und Joseph Müldner, weil sie angeblich für den „Westen“ Spionage betreiben würden, weil sie religiöse Schriften aus dem Westen besaßen, weil sie westliche Radiosender gehört hatten und weil sie Fluchtwilligen aus dem „Arbeiter- und Bauernparadies“ Tipps gegeben hätten, wie man in den Westen gelangt. Letzteres erfüllte den Straftatbestand der Abwerbung und der Beihilfe zur Republikflucht. Die Anklage sollte eine abschreckende Wirkung in der Öffentlichkeit entfalten.
Der Hauptangeklagte war wohl P.Robert Frater. Er stammte aus einer katholischen Familie in Schlesien. Den von seiner Jugend her gewohnten Zusammenhalt mit seinen zahlreichen Geschwistern übertrug er auf die Gemeinschaft seiner geistlichen Mitbrüder und auf seine Gemeinde. 1935 trat er in den Jesuitenorden ein. 1939 musste er Soldat werden. In Sowjetrussland wurde er durch einen Kopfschuss schwer verwundet, woran er sein Leben lang zu leiden hatte. 1941 wurde er wie alle anderen Jesuiten auf einen Geheimbefehl Hitlers hin aus der Wehrmacht entlassen. Der Diktator fürchtete offenbar, dass die Soldaten von den Jesuiten beeinflusst werden könnten. Nun konnte Robert Frater seine Studien abschließen und 1945 die Priesterweihe empfangen. Ab 1949 war Frater als Seelsorger in der damaligen „DDR“ eingesetzt, wo offiziell der Dialektische Materialismus gelehrt wurde. Dagegen wehrten sich die Christen mit philosophischen Argumenten und auch mit plausiblen praktischen Beispielen. „Die Welt braucht zur Erklärung ihrer Existenz den unbewegten Beweger.“ Nicht einmal eine Schreibmaschine könne sich selbst konstruieren. Lehrer und Priester, die den Dialektischen Materialismus ablehnten, wurden von der Geheimpolizei überwacht und verfolgt. Zu den Verfolgten gehörten neben den Jesuiten viele Tausende von Bewohnern der „DDR“. Religionsfreiheit, Reisefreiheit und Informationsfreiheit waren in der roten und in der braunen Hölle gleichermaßen verboten.
Wie es in Diktaturen nicht selten vorkommt, stand die Verurteilung vorher schon fest. Das Urteil wurde am 20.12.1958 verkündet. Robert Frater erhielt vier Jahre und vier Monate Zuchthaus, die Angeklagten Menzel und Rüther wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Pater Joseph Müldner wurde aus der Haft entlassen. Die Zuchthausstrafe für Robert Frater stellte sich als unmenschlich heraus: Drei Jahre Isolationshaft in einer ungeheizten Zelle. Der einzige menschliche Kontakt bestand zum Zuchthauswärter, der die spärlichen Mahlzeiten durch die Luke schob. Robert Frater durfte in all den Jahren auch keine hl. Messe feiern. Was kann ein Priester in dieser totalen Isolation und bei Hunger und Kälte machen? – Er konnte wohl nur stumm beten und grenzenlos auf Gott vertrauen. Nach drei Jahren war er sterbenskrank. Da er nicht im Zuchthaus sterben sollte, kam er in ein Krankenhaus nach Westberlin, da damals die Stadt noch nicht völlig geteilt war. Der Mauerbau am 13.August 1961 teilte jedoch Berlin und Robert Frater war plötzlich gerettet. Er konnte nach seiner Genesung nach Westdeutschland ausgeflogen werden und dort wieder als Seelsorger arbeiten. 1987 starb er in Nürnberg. Er hatte in seinem Leben den braunen Terror und auch den roten Terror kennen gelernt. Dennoch hat er über sein Schicksal nie geklagt.

Eduard Werner

Quellen: Aufzeichnungen Dr. C. Brodkorb SJ München
„ Jürgen Antlitz, Rodgau

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Gertrud Luckner – eine mutige Frau. (Christliche Frauen im Widerstand gegen Hitler)

Wenn bei Gott die Werke der Barmherzigkeit hundertfach belohnt werden, dann ist Gertrud Luckner wunderbar belohnt. Sie wurde am 26.09.1900 in Liverpool als Tochter des deutschen Schiffbauingenieurs Hartmann geboren. Die deutschen Freunde Karl und Luise Luckner adoptierten das Kleinkind und gingen nach Deutschland zurück. Gertrud wuchs in Berlin und Königsberg auf. Dort begann sie ihr Studium der Volkswirtschaft, das sie in Frankfurt am Main abschloss. 1934 verließ sie ihre evangelische Konfession und wurde katholisch. Sehr früh erkannte sie die antichristliche Ausrichtung der nationalsozialistischen Ideologie und warnte daher in ihrem Bekanntenkreis vor der politischen Entwicklung. Nach ihrer Promotion 1938 arbeitete sie beim Deutschen Caritasverband. Erzbischof Gröber von Freiburg betraute sie mit der „Durchführung notwendiger Aufgaben der außerordentlichen Seelsorge“. Das war die offizielle Umschreibung ihrer heimlichen Aufgaben im Untergrund. Sie half den politisch oder rassisch Verfolgten zum Untertauchen, besorgte Lebensmittelkarten, ließ Pässe fälschen und half zur Flucht. Dabei kam ihr die Nähe zur französischen und schweizerischen Grenze zustatten. Nach einer Denunzierung wurde sie am 24.März 1943 bei einer Bahnfahrt wegen „projüdischer Betätigung und Verbindungen zu staatsfeindlichen Kreisen“ verhaftet. Im November kam sie in das Frauen-KZ Ravensbrück. Nun war sie selbst dort, wovor sie viele andere Menschen bewahrt hatte.
War schon die Behandlung auf dem Transport entwürdigend, so gab es bei der Einlieferung ins Lager noch eine Steigerung: Schläge mit dem Gewehrkolben und auch Bisse der Wachhunde. Die Frauen wurden ihrer Kleider beraubt, und die Wachleute trieben ihren Spott mit den nackten Frauen. Die „Kapos“ (Leiter der Arbeitskommandos) waren ebenfalls Gefangene, die meist aus dem Kriminellen- Milieu stammten. Neben manchen freundlichen Kapos gab es aber viele, welche die Mithäftlinge schikanierten.. Das Lagerleben war die Hölle. Am 03. Mai 1945 wurde Frau Luckner von der Russischen Armee befreit. Schon wenige Monate später übernahm sie den Aufbau und die Leitung des Referates „Verfolgtenfürsorge“ beim Deutschen Caritasverband. 1948 begann sie ihre Pionierarbeit für die christlich-jüdische Zusammenarbeit. Für ihr Lebenswerk erhielt sie von der israelischen Regierung den Ehrentitel „Botschafterin der Menschlichkeit“. 1961 wurde bei Nazareth ein „Gertrud-Luckner-Hain“ angepflanzt. 1966 erhielt sie die Yad-Vashem-Medaille und den Ehrentitel „Gerechte unter den Völkern“. Im Jahr 1969 wurde ihr zu Ehren in der „Allee der Gerechten“ ein Baum gepflanzt. Auch die deutsche Bundesregierung hat die Lebensleistung von Gertrud Luckner gewürdigt mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Band. Am 31. August 1995 starb Gertrud Luckner in Freiburg.
Während der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 haben sich viele Deutsche die Gabe der Unterscheidung zwischen Propaganda und Realität bewahrt. Manche aus dieser Elite haben das eigene Leben riskiert, um das Leben Anderer zu retten. Sie sind zeitlose Helden. Andere haben das eigene Leben mehr geliebt und aus Furcht nicht geholfen. Das ist nicht überraschend, vor allem bei jenen, die eine Familie hatten und auf ihre Angehörigen Rücksicht nehmen mussten. Wer möchte ihnen einen Vorwurf machen? Aber es sind immer Einzelne, die sich mutig gegen den Trend stellen und so der Welt den Weg weisen. So war es schon bei den Propheten im Alten Testament.

Eduard Werner

Quellen: Christliche Frauen im Widerstehen gegen den Nationalsozialismus, Morus Verlag
Berlin, 1999, hrsg. Internat. Frauenbegegnungsstätte Ravensbrück .
Verzehrendes Feuer, Salterrae Verlag 1997, von Gotzon V. de Mendizabal.
Foto: Freiburger Rundbriefe. Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung,
Jahrgang 7/2000 Seite 242

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Pfarrer Franz Wohlmuth – ein Opfer der ungarischen Kommunisten

Von vielen verborgenen Helden, die zum Schatz der Kirche gehören, werden wir in diesem Leben nie erfahren. Der Historiker Konrad Haspel hat einige von ihnen aus der Vergessenheit geholt.
Nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie 1918 wurde in Ungarn
im März 1919 die kommunistische Räterepublik ausgerufen. Die Folgen waren verheerend.
Selbst die kommunistenfreundliche Berliner „Sozialistische Korrespondenz“ zog die traurige Bilanz: „In den 134 Tagen ist mehr Blut vergossen worden, als ein Jahr des Weltkriegs gekostet hat. Ehrlichen Menschen musste das Bewusstsein kommen, dass ein Regime, das nur vom Terror lebte und eine Korruption von unvergleichlicher Art zeitigte, nicht das versprochene Glück bringen konnte.“
Einer der vielen Ermordeten war Pfarrer Franz Wohlmuth. Er ist 1855 in Neckenmarkt im
österreichischen Burgenland geboren. 1881 wurde er in Raab (Györ) zum Priester geweiht und nach verschiedenen Seelsorgstätigkeiten zum Pfarrer von Csaszar im ungarischen Teil der Diözese Raab ernannt. Dort wirkte er 25 Jahre als vorbildlicher Priester. Er pflegte einen sehr bescheidenen Lebensstil und gründete mit seinen Einkünften aus der Esterhazy-Kirchenstiftung einen Wohltätigkeitsfond, aus dem er die Armen des Ortes gleich welcher Konfession unterstützte. Vor schweren Entscheidungen betete er immer vor dem Tabernakel. Während des Terrorregimes riefen die Priester im ganzen Land zum Bekennermut auf. Und
das zeigte auch Wirkung. Bei einer kommunistischen Schulinspektion bekannte sich eine 16jährige Schülerin furchtlos zur Religion. Darauf sagte der wütende Inspektor: „Genossin, weißt du, dass ich das Recht habe, dich nach diesem Vortrag sofort hängen zu lassen?“ Das Mädchen antwortete: „Ich weiß es. Aber ich fürchte Sie nicht. Wenn Sie mich hängen lassen, dann werde ich in der anderen Welt für Ihre Bekehrung beten!“ Der sonst als Rohling bekannte Inspektor murmelte tief beeindruckt: „Einen solchen Charakter habe ich noch nicht gesehen“ und verließ die Schule.
In den revolutionären Wirren sperrten die Bauern von Csaszar den verhassten Revolutionsrat der Gegend im Rathaus ein, der dort gerade eine Sitzung abhielt. Als Pfarrer Wohlmuth davon hörte, besuchte er die Eingesperrten, forderte sie zur Umkehr und Beichte auf und ordnete ihre Freilassung an. Die Kommunisten dankten ihm das jedoch nicht. Sie inszenierten sofort seine Verhaftung und verlangten sein Todesurteil oder einen hohen Preis für die Freilassung. Da der „Rat“ als korrupt bekannt war, boten calvinische Bauern zwölf Ochsen für die Freilassung des katholischen Pfarrers an. Der kommunistische Rat nahm zwar die zwölf Ochsen, verurteilte aber den Pfarrer dennoch zum Tode und ließ die ganze Gemeinde beim schaurigen Aufhängen zuschauen. Als der Pfarrer auf den bereitgestellten Tisch und Stuhl steigen musste, sagte er: „25 Jahre habe ich mich für euch abgemüht, damit ihr glücklich werdet. Dafür erbitte ich nur eure Gebete. Beim Herrn Jesus werde ich sofort für euch beten. Gott sei mit euch!“ Schon mit dem Strick um den Hals segnete er die Gemeinde; dann wurden Stuhl und Tisch umgestoßen und der Pfarrer verschied röchelnd.
Pfarrer Wohlmuth ist nur ein Märtyrer von Millionen des 20. Jahrhunderts. Wir sollten ihr Opfer würdigen, um der Gefahr einer Wiederholung zu begegnen.

Eduard Werner

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General Groppe – der „schwarze General“ oder der katholische Hund.

Graf Stauffenberg ist wohl der einzige Offizier, dessen Heldentat von der linken Propaganda nicht aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt werden konnte. Er ist jedoch bei weitem nicht der einzige Offizier, der sein Leben aufs Spiel setzte, um seinem Gewissen zu folgen. Es waren Tausende von Offizieren, die aus Gewissensgründen Verfolgung auf sich nahmen, um dem Unrecht zu wehren. Glücklicherweise fielen nicht alle dem Henker oder den Erschießungskommandos zum Opfer. Einer von ihnen ist der „schwarze General“ Theodor Groppe, der nach dem 20. Juli 1944 zunächst in Gestapohaft war und dann im Januar 1945 in die Festungshaftanstalt Küstrin überführt wurde.
Er ist am 18. August 1882 als Sohn eines Verlegers in Trier geboren. Als Soldat im Ersten Weltkrieg erhielt er neben anderen Auszeichnungen den höchsten Orden, den Pour le Merite. Nach dem Ersten Weltkrieg blieb er bei der damaligen Reichswehr der Weimarer Republik und wurde unmittelbar nach der „Machtergreifung“ Hitlers als Generalmajor entlassen, weil seine kompromisslos katholische Weltanschauung nicht zum Nationalsozialismus passte. Als bekennender Katholik hatte er im vorwiegend preußisch-protestantischen Offizierskorps einen schweren Stand. Seine Gegner nannten ihn den schwarzen General oder auch den katholischen Hund. Weil man angesichts der sprunghaften Vergrößerung der Armee auf kriegserfahrene Offiziere nicht verzichten wollte, wurde Groppe Ende 1933 wieder als Divisionskommandeur eingestellt. Die Geheime Staatspolizei und die SS beobachteten den General jedoch misstrauisch, weil er den Gruß „Heil Hitler“ konsequent verweigerte und seine Kinder nicht zu Veranstaltungen der so genannten „Hitler-Jugend“ gehen ließ. Am 12.12.1939 befahl die Nationalsozialistische Arbeiterpartei (NSDAP) „spontane Volkskundgebungen“ gegen die Juden im Bereich der Division. Da erließ General Groppe sofort den Befehl, Ausschreitungen gegen Juden notfalls mit Waffengewalt zu verhindern. Tatsächlich fanden deshalb keine Ausschreitungen statt. Da die Partei (NSDAP) und die SS bereits ihre Aufpasser in der Armee hatten, wurde über das Vorgehen Groppes sofort an den Reichsführer SS, Heinrich Himmler, berichtet. Dieser wollte nun Groppe endgültig ausschalten. Dabei kam ihm Groppes Protest gegen Himmlers Fortpflanzungsbefehl sehr gelegen. Heinrich Himmler, hatte am 28.Oktober 1939 den SS-Männern und der Polizei befohlen, auch außerhalb der Ehe Kinder zu zeugen, damit sie vor ihrem möglichen Tod im Krieg noch dazu beitragen, der „Volksgemeinschaft“ möglichst viel „wertvolles“ Blut zu erhalten. Als General Groppe von diesem SS-Befehl erfuhr, kritisierte er ihn bei Offiziersbesprechungen als schamlos. General Groppe wusste, dass dieser Protest nun seinen Tod bedeuten könnte. Aber er wollte Gott und seinem Sittengesetz mehr gehorchen als den damaligen Machthabern. Jetzt wollte Himmler den General vor den Volksgerichtshof bringen. Da jedoch die Vorgesetzten Groppes, die damaligen Generalobersten von Witzleben und Ritter von Leeb, ihn verteidigten, hatte Himmler nicht sofort Erfolg. Auch der Chef der Heeresjustiz, Generalstabsrichter Dr. Karl Sack, setzte sich unerschrocken für General Groppe ein. Von Witzleben und Dr.Karl Sack endeten nach dem 20. Juli selber am Galgen. Dieses Schicksal blieb Theodor Groppe erspart. Er wurde von Hitler degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und verhaftet. Zweimal gaben der Chef der Gestapo, Kaltenbrunner, und Himmler den Befehl zur Liquidierung Groppes. Aber der Kommandant der Haftanstalt, Major Dr. Leussing, verhinderte dies durch kluge Maßnahmen und Täuschung, so dass neben General Groppe auch seine Mithäftlinge im April 1945 im Dörfchen Umau in Baden von den Franzosen befreit werden konnten. Generalleutnant Theodor Groppe starb erst am 28.04 1973 in Trier. Seine Seelengröße hat die nationalsozialistische Zeit überdauert.

Eduard Werner

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Märtyrer mit marianischer Grundhaltung: Prälat Dr. Helmut Moll sprach über Blutzeugen im NS-System

Prof. Dr. Helmut Moll ist Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz und Herausgeber für das zweibändige Werk „Zeugen für Christus“, ein deutsches Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Es versteht sich als Teil eines Gesamtprojekts der Märtyerergeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Der Prälat aus Köln leitet seit 1998 die Selig- und Heiligsprechungsverfahren im Erzbistum Köln.
Am Samstag, dem 30. September 2017, sprach der Geistliche im westfälischen Wallfahrtsort Telgte auf Einladung des in Sendenhorst ansässigen Fatima-Weltapostolats im Bistum Münster zum Thema „Zeugen für Christus“. Es ging um Märtyrer, die um ihres Glaubens willen einen gewaltsamen Tod auf sich nahmen.
Professor Moll konzentrierte sich in seinem aufschlussreichen Vortrag in Wort und Bild besonders auf die mit der Gottesmutter Maria verbundenen Glaubenszeugen in der NS-Zeit. Anschaulich und bewegend schilderte er ihre Liebe zu Christus und ihre authentische marianische Spiritualität als Vorbild für unsere Gegenwart. Zugleich erwähnte er, wie sein eigener Glaube durch die intensive Beschäftigung mit diesen Märtyrern gefestigt und vertieft wurde.
Der Referent würdigte über ein Dutzend todesmutige Priester, Ordensleute und Laien, die nicht „nur“ Opfer der NS-Diktatur waren, sondern bewusste Bekenner und Blutzeugen für Christus, für Gottes Gebote und die Nächstenliebe.
Als weiterer Gast sprach Pfarrer Hans-Karl Seeger aus Billerbeck über den seliggesprochenen Karl Leisner vom Niederrhein. Der Referent war viele Jahre Vorsitzender des Internationalen Karl-Leisner-Kreises. Er ist Mitautor der Biographie „Coesfelds Fels in der braunen Flut“ über den im KZ Dachau an den Folgen unmenschlicher Misshandlung verstorbenen Dechanten Josef Lodde aus Coesfeld. Auch der stark von der katholischen Jugendbewegung beseelte Karl Leisner wurde von NS-Schergen ins KZ Dachau eingeliefert, wo er durch einen französischen Bischof heimlich zum Priester geweiht wurde. Pfarrer Seeger erläuterte, wie persönlichkeitsprägend die damals weit verbreitete Christkönigs-Frömmigkeit und eine tiefe Marienliebe für diesen Märtyrer war. Zugleich holte sich Leisner Impulse für seine Charakterbildung und Selbsterziehung durch die religionspädagogisch gut bewanderte Schönstattbewegung.
Als Zeitzeugin berichtete Frau Irmgard Behnke in ergreifenden Worten vom Leben und Sterben ihres Onkels Alfons Mersmann. Dieser in Greven geborene und aufgewachsene Pfarrer war von einer tiefen Marienverehrung und seiner Hinwendung zur Botschaft von Fatima geprägt. In schwerer Zeit suchte er Zuflucht bei der Madonna und in der Heiligen Schrift, wobei ihm besonders die Johannes Offenbarung immer wieder Trost und geistliche Orientierung vermittelte. Er wurde wiederholt verhaftet und starb 1945 auf einem Todesmarsch aus dem KZ Buchenwald. Die Nichte zeigte den Teilnehmern mit sichtlicher innerer Erschütterung das Primizbild ihres priesterlichen Verwandten. Weiterlesen

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