Der Kirche gehört unsere Liebe

Ganz am Anfang eines neuen Jahres ist es Zeit, eine alte Liebe wieder zu entdecken. Jene Liebe, die im Alltag unseres Lebens, über den Nachrichten, die von überall her so oft mit schrecklicher Wucht auf uns einstürmen, schnell vergessen wird. Es ist eine Liebe, die an Weihnachten wieder leichter den Weg in unsere Herzen findet, die Gottesliebe, welche die Liebe zu seiner Kirche einschließt.
André Frossard, der Atheist, der von einer Sekunde auf die andere katholisch wurde, weil Gott sich ihm in mildem und zugleich unwiderstehlichem Licht offenbarte, meint, dass gerade die erhabene Schönheit des Christentums einer der Hauptgründe für das Unverständnis und die Feindseligkeit der Welt sei. Die „Gewöhnung an das Göttliche“ mache uns oft unempfindlich für den Strom von Gnaden und Erleuchtungen, der uns durch die Kirche zufließt und den wir so leicht versickern lassen, zum Beispiel die Sakramente, die den Christen vom Anfang bis zum Ende seines Lebens begleiten. Gott, sagt er, vertraut die Seelen der Kirche an. Schon deshalb ist sie so liebenswert.
Es gibt unendlich viele Gründe, sie zu lieben. Martine Liminski, Autorin und Mutter von zehn Kindern, dankt ihr für „das Geschenk, immer Kind sein zu dürfen. Für die Schönheit ihres Kleides, der Liturgie. Für die Zärtlichkeit und den Trost in der Beichte. Für die Begleitung in schweren Stunden, für die Stärkung auf wichtigen Stationen, für den Weitblick auf dem Weg durch die Jahrtausende … für das Zuhause der Liebe.“
Jahrtausende ist Mutter Kirche alt und immer jung geblieben und immer noch führt sie uns zu unserem endgültigen Ziel, wenn wir Christus folgen, den sie verkündet. Denn so sagt es Clemens von Alexandrien in der Frühzeit des Christentums: „Die Fußspur Christi ist der Weg zum Himmel.“
Im letzten Jahrhundert singt Gertrud von Le Fort ihr Hymnen, die heute fast vergessen sind: „Du bekennst Ewigkeit und Deine Seele erschrickt nicht. Du gebietest Gewissheit und deine Lippen werden nicht stumm: Wahrlich, es müssen Wolken von Engeln über dir lagern …“
Manchmal hat man heute den Eindruck, dass die Lippen vieler Verkündiger stumm geworden sind, dass sie weniger die Ewigkeit als den Alltag verkünden und die Seelen der Gläubigen mehr vor dem Klima auf Erden denn vor der Allmacht Gottes erschrecken. Die Engel aber sitzen in Scharen auf den Gräbern der Toten. Weiterlesen

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Flucht in Aktivitäten statt Verkündigung der Botschaft Jesu

In einem Interview antwortete Kardinal Sarah auf die Frage „Wie würden Sie die geistige Lage des Westens charakterisieren?“ mit den Worten: Es ist „eine Art Depression, eine Ermattung, ein geistiger Überdruss, ein gewisses Schwinden der inneren Lebensfreude, eine Entmutigung und eine Erschlaffung der Seele“… Die Menschen „finden sich mit Mittelmäßigkeit ab, geben ihre großen Lebenssehnsüchte auf“.
Zu den „weitreichenden Folgen“ fehlender Hingabe, sieht Erzbischof Sarah „die mangelnde Hoffnung und das schwache Vertrauen zu anderen Menschen und zu sich selber“. Das „einzige Heilmittel ist und bleibt“, so Sarah, „die Rückkehr zum Gebet“. Das Heil besteht nicht in „Hauruckreden“. Denn Gott allein kann uns neue Hoffnung und Kraft zurückgeben.
Jeder von uns ist eine Idee Gottes mit einer Berufung. Sie zu erkennen bleibt eine Lebensaufgabe. Können wir den Lebensweg zu Gott finden und gehen? Kardinal Ratzinger hat einmal auf die Frage „Wie viele Wege gibt es zu Gott?“ geantwortet: „So viele als es Menschen gibt“. Gott gibt uns Angebote, das sind die Talente, und er gibt Gnaden sie umzusetzen. Der Rest liegt an uns.
Wir sind im Westen jahrzehntelang unsere eigenen Wege gegangen – weg von Gott. Das Resultat liegt ausgebreitet vor uns: Isolierung, die in Extremfällen zum Suizid führt, weil sich die Familie auflöst, die Halt geben könnte. Wir sehen, wie sich die Schere zwischen Arm und Reich öffnet. Die Zahl der Obdachlosen, die aus dem Erwerbsleben und aus der Gesellschaft herauskatapultiert werden, nimmt zu. Andererseits können Arbeits- und Lehrstellen nicht besetzt werden, weil uns seit Jahrzehnten Kinder fehlen. Wir blenden die Realität durch Vorhänge aus, die immer durchsichtiger werden. Als Ablenkungsmanöver praktizieren wir die Flucht in den Aktivismus. Wir können das heute in der Umwelthysterie beobachten.
Diesen Aktivismus können wir sogar in der Kirche beobachten: Der „Synodale Weg“, den die Verantwortlichen der Kirche in Deutschland in ihrem Fahrplan beschlossen haben, klammert die eigentlichen Probleme, nämlich Glaubensvertiefung und notwendige Neuevangelisierung aus.
Kurienerzbischof Georg Gänswein spricht von einer „wahrhaft endzeitlichen Krise, in der sich die katholische Kirche inzwischen seit langem befindet“. Mit ihr befindet sich, wie bei kommunizierenden Röhren, die Gesellschaft in der Krise, denn die Kirche hat die Aufgabe, die hoffnungsgebende Frohbotschaft zu verkünden. Dieser Aufgabe ist sie, durch Anpassung an den Zeitgeist, nicht mehr im notwendenden Umfang nachgekommen. Der Erneuerung der Gesellschaft muss die Erneuerung der Kirche vorausgehen.
Die Kirche sind wir. Also sind wir alle gefordert umzudenken. Die Kirche gibt uns in den Sakramenten ihre Hilfen. Wenn wir die verblassten Lebenssehnsüchte revitalisieren wollen, genügen für das neue Jahr 2020 nicht ein paar gute Vorsätze, die unser leibliches Leben betreffen, da müssen wir schon den Geist erneuern!

Mit den besten Wünschen für das Jahr 2020

Hubert Gindert

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Trauer um Gertrud Dörner

Mit großer Trauer hat das Forum Deutscher Katholiken von dem Tod Gertrud Dörners Kenntnis erhalten. Sie und Ihr Mann Reinhard waren und sind ein Fels in der Kirche, der niemals wackelte. Schon bei der Gründung des Forums waren sie mit Rat und Tat zur Stelle. Sie gründeten und leiteten die jährliche Osterakademie in Kevelaer mit großem Erfolg. Sie wurde eine Institution. Gertrud Dörner war die Bundesvorsitzende der Marianischen Liga Möge der Herr, unser Erlöser ihren Mann Reinhard und ihre Söhne mit Familien trösten, „wie eine Mutter ihr Kind tröstet.“
Wir bitten um Gebet für diese tapfere, treue Christin und all ihre Lieben und sind gewiss, dass Gertrud Dörner nun in ewiger Freude schaut, was sie geglaubt hat.

Hubert Gindert und Team des Forums Deutscher Katholiken.
Hier ein kurzer, schöner Film von Bonifatius.tv über das Leben der Heimgegangenen.

https://www.bonifatius.tv/home/gertrud-doerner-eine-frau-der-kirche-rip_6465.aspx

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Wo das Christentum unbefangen gelebt wird. Am Beispiel der kroatischen Gemeinde Ingolstadt

Es waren rund dreißig Jugendliche, die im Pfarrheim und der Pfarrkirche St. Martin im Ingolstädter Stadtteil Mailing an diesem Samstag und Sonntag Ende Oktober zusammenkamen. Ein buntes Programm wurde ihnen geboten: Sport und Spiel und Begegnung waren dabei, aber – und das war die Hauptsache – entscheidend ging es darum, den Zugang zu den Sakramenten der Eucharistie und der Beichte zu vertiefen. Und diese Jugendlichen sollten auch dazu ermutigt und angeleitet werden, den Glauben weiterzugeben.
Die Jugendlichen, die sich da versammelten, stammten alle ursprünglich aus Kroatien. Viele von ihnen sind allerdings hierzulande geboren, gleichwohl ist ihnen der Bezug zu ihrer Heimat wichtig. Andererseits leben sie aber jetzt in Deutschland, und so tragen sie ihren Glauben auch an die Menschen hier weiter.
Eingeladen hatte P. Mato Križić, Kroatenseelsorger im Bistum Eichstätt. Neben Ingolstadt betreut er auch kroatische Gemeinden in Neumarkt im Norden der Diözese sowie in Weißenburg, etwas nördlich von der Bistumsstadt Eichstätt. Als Salesianer Don Boscos liegt ihm besonders die Jugendarbeit am Herzen, doch P. Mato ist für alle da. So kann er sich Sonntag für Sonntag über sehr gut besuchte Gottesdienste freuen, zu denen Alt und Jung kommen.
Die jungen Kroaten bleiben dem Glauben und ihrer Pfarrei verbunden, heilige Messe selbstverständlich regelmäßig mit eingeschlossen. Sicher spielt auch das nationale Zusammengehörigkeitsgefühl eine Rolle: unter Kroaten zu sein – doch auch unter Menschen, die den Glauben leben und dies gern tun. Weiterlesen

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Johannes Paul II.: „Seht, unser Gott wird kommen und uns erretten“ (Jes. 35,4)

»Keiner kommt zum Vater außer durch mich« (Joh 14, 6)
Wenn wir zu den Ursprüngen der Kirche zurückgehen, so finden wir dort die klare Aussage, dass Christus der alleinige Erlöser von allen ist, jener, der allein Gott auszusagen und zu ihm zu führen vermag. Den jüdischen religiösen Behörden, die die Apostel wegen der durch Petrus gewirkten Heilung am Gelähmten befragen, erwidert dieser: »Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat, steht dieser Mann gesund vor euch … In keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen« (Apg 4, 10.12 ).
Diese Aussage hat universale Bedeutung, weil für alle – Juden wie Heiden – das Heil nur von Jesus Christus kommen kann.
Die von Christus gewirkte Universalität des Heiles wird im ganzen Neuen Testament bezeugt. Paulus anerkennt im auferstandenen Christus den Herrn: »Und selbst wenn es im Himmel oder auf der Erde sogenannte Götter gibt – und solche Götter und Herren gibt es viele –, so haben doch wir nur einen Gott, den Vater. Von ihm stammt alles, und wir leben auf ihn hin. Und einer ist der Herr: Jesus Christus. Durch ihn ist alles, und wir sind durch ihn« (1 Kor 8, 5-6). Der einzige Gott und der alleinige Herr stehen im Gegensatz zur Vielheit von »Göttern« und »Herren«, die vom Volk angenommen waren. Paulus reagiert gegen den Polytheismus der religiösen Umwelt seiner Zeit und stellt das Charakteristische des christlichen Glaubens heraus: Glaube an einen einzigen Gott und an einen einzigen, von Gott gesandten Herrn.
Im Johannesevangelium umfasst diese Universalität des Heiles Christi die Aspekte seiner Sendung von Gnade und Wahrheit, von Heil und Offenbarung: Das Wort ist das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet (vgl. Joh 1, 9). Und weiter: »Niemand hat Gott je gesehen. Der einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht« (Joh 1, 18; vgl. Mt 11, 27). Die Offenbarung Gottes wird endgültig und ist vollendet durch das Wirken seines eingeborenen Sohnes: »Gott, der viele Male und auf vielerlei Weise einst zu den Vätern gesprochen hat durch die Propheten, hat in dieser Endzeit zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat« (Hebr 1, 1-2; vgl. Joh 14, 6). In diesem endgültigen Wort seiner Offenbarung hat Gott sich in vollendetster Weise der Welt zu erkennen gegeben: er hat der Menschheit mitgeteilt, wer er ist. Und diese endgültige Selbstoffenbarung Gottes ist der tiefste Grund, weshalb die Kirche ihrer Natur nach missionarisch ist. Sie kann nicht davon absehen, das Evangelium, d.h. die Fülle der Wahrheit, die Gott uns über sich selbst zur Kenntnis gebracht hat, zu verkünden. Weiterlesen

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Religiös „unmusikalisch?“

Gespräche über die religiöse Situation in den westeuropäischen Ländern wirken oft hilflos, selbst, wenn die Runde aus Glaubenden zusammengesetzt ist. Das gilt auch, wenn die Lage weithin einstimmig analysiert wird. Jeder kennt die Situation:
die fast totale Unkenntnis der Glaubensinhalte. Den sonntäglichen Gottesdienstbesuch unter 10%, den Massenaustritt aus der Kirche (2018: 220.000).
Auch über die Gründe dieser Fakten besteht meist Übereinstimmung. Nämlich das fehlende Glaubenswissen von Kindesbeinen an. Das liegt nicht daran, wie Eltern und Erzieher in Kindergärten bestätigen, dass die Kinder nicht interessiert wären, sondern daran, dass das Interesse gar nicht geweckt wird. Wenn der schulische Religionsunterricht nicht mit persönlicher Überzeugung vorgelebt wird, kann die Wirkung nicht ansteckend sein. Und wenn in sonntäglichen Predigten Themen, die anecken (katholisches Eheverständnis, Keuschheit) aus Menschenfurcht aussparen („ich habe seit Jahrzehnten nichts darüber gehört“), legen sich die Zuhörer ihren „Glauben“ selber aus. Solche Gottesdienste wiegen dann weniger als Ausschlafen, zum Baden, Skifahren oder in die Kneipe Gehen.
Die Massenabkehr von der Kirche ist nicht Zeichen von wirtschaftlicher Not aufgrund der Kirchensteuer. Sie rührt meist daher, dass die Zugehörigkeit zur Kirche weniger wiegt, als das, was man sich mit der Kirchensteuer „leisten“ kann.
In der Gesprächsrunde werden weitere Gründe für die aktuelle Glaubenssituation genannt, die das Mosaik abrunden und Teilerklärungen liefern. Z.B.:
Der wirtschaftliche Wohlstand verschafft materielle Sicherheit und Unabhängigkeit von Gott;
Die gegebene totale Möglichkeit der Ablenkung durch Fernsehen und neue Medien;
Das auf die Spitze getriebene wirtschaftliche Denken. (Was bringt‘s), das auch vor der Familie und dem Freundeskreis nicht Halt macht und seinen Höhepunkt in einer totalen Selbstverwirklichung findet.
Loyale, aber enttäuschte Katholiken weisen noch darauf hin, die Kirche würde das Zerstörungswerk von Laiengremien, wie ZdK, BDKJ, Frauenverbände, kirchliche Medien alimentieren und die wuchtige Karosserie von kirchlichen Einrichtungen (Caritas, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser) in Betrieb halten, obwohl zumeist das Personal nur seinem Job nachgeht und keine christliche Atmosphäre entfaltet.
Die resignative Schlussfolgerung der Gesprächsrunde lautet: Die Menschen seien religiös „unmusikalisch“ geworden und für Neuevangelisierung nicht mehr erreichbar. Weiterlesen

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Frohe Weihnachtsgrüße

Nun er liegt in seiner Krippen,
ruft zu sich dich und mich,
spricht mit süßen Lippen:
lasset fahr’n, Schwestern und Brüder,
was euch quält, was euch fehlt,
ich bring alles wieder.

Die Verkündigung der Botschaft von Bethlehem: „Heute ist Euch der Erlöser geboren“ ist für uns die wichtigste Nachricht seit 2000 Jahren.
Lasst uns diese Botschaft aufgreifen!

Allen unseren Mitgliedern, Freunden und Lesern und allen Menschen guten Willen wünschen wir von Herzen eine frohe und gnadenreiche Weihnacht. Möge das Licht von der Krippe des göttlichen Kindes alle Herzen und die ganze Welt erleuchten und ihr den Frieden bringen, den nur Gott geben kann.
In herzlicher Verbundenheit
Ihr
Hubert Gindert und das Team des Forums Deutscher Katholiken.

Bild: Die Menschwerdung Gottes. Isenheimer Altar. Fr. Wikipedia. org.

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Warum Orban quer zum Zeitgeist liegt

Werden wir von Medien manipuliert? Manipulation haben wir, wenn Leser, Zuhörer oder Zuschauer dorthin gebracht werden, wo man sie haben will, indem sie einseitig oder bewusst falsch informiert werden und sich deswegen kein eigenständiges Urteil bilden können. Medienkampagnen mit ständiger Wiederholung sollen das erwünschte Bild festigen. Es gibt dafür viele Beispiele. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban ist für eines davon.
Orban wird vorgeworfen, dass er ständig gegen „europäische Werte“ verstoße. Konkretisiert wird das mit dem Grenzzaun gegen Massenzuwanderung und mit der Einschränkung der „Freiheit der Wissenschaft“ an der von Georges Soros finanzierten Universität Central European University (CEU). Dieser Vorwurf wird mit dem des Antisemitismus gekoppelt, weil Soros Jude ist.
Wer ist Georges Soros? Gregor Peter Schmitz schrieb in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) (29.11.18) ein Porträt mit dem Titel „Staatsfeind Nummer 1“. Der Untertitel lautet: „George Soros ist einer der reichsten Menschen, aber er will mehr sein: Ein politischer Missionar.“
Soros sagt von sich „ich möchte die Welt umstürzen“… Der Verfasser Schmitz fügt an … „dass ihm schon in jungen Jahren klar geworden sei, er (Soros) müsse sich an Menschen wie Leonardo da Vinci messen oder Albert Einstein. Menschen, die halt was verändern“.
Von wem ist der „Weltveränderer“ für sein Tun legimitiert? Wer hat ihn gewählt? Niemand! Es ist das Geld, das ihm, dem „25fachen Milliardär“, Mittel an die Hand gibt, Politik zu machen.
Soros „ist einer der gewieftesten Spekulanten aller Zeiten … ihn interessiert, Geld zu machen als Spielgeld für seine wahre Mission, die politische Philosophie“, so der Verfasser Schmitz, der „vor fünf Jahren ein Buch mit ihm schrieb“.
Was ist die „politische Philosophie“ des George Soros? Der Ungar Soros studierte in London bei Karl Popper, dem Erfinder der „offenen Gesellschaft“. Eine offene Gesellschaft sieht Soros offenbar u.a. bei Barack Obama und Hilary Clinton gegeben. „Soros gehört zu den größten US-Wahlkampfspendern.“ Wieviel Geld Soros an Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gibt, erfahren wir aus dem Artikel nicht. Die Nichtregierungsorganisationen koppeln Hilfen an Entwicklungsländer mit der Bereitschaft zu „reproduktiver Gesundheit“ (Abtreibung). Soros wird vielmehr als „einer der größten Wohltäter der Welt“ apostrophiert, denn er habe „viele Milliarden Euro über Jahrzehnte in seine Stiftungen nach Osteuropa, nach Russland und in die Europäische Union, aber auch in die USA für die Integration von Armen und Minderheiten“ gegeben. „Er will eine offene und liberale Gesellschaft fördern.“ Es ist eine Gesellschaft der autonomen Moral, frei von ethischen Bindungen und „Zwängen“. Weiterlesen

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Jetzt ist für uns Katholiken die Bewährungszeit gekommen!

Natürlich beschäftigen kirchenverbundene Katholiken die zwei Megathemen: „Amazonassynode“ und der „Synodale Prozess“, weil es hier, wie Kardinal Brandmüller anmerkt, „ums Ganze geht“.
Die deutschen Bischöfe, die am 25. September mit großer Mehrheit den Fahrplan für den „Synodalen Prozess“ beschlossen haben, erwarten sich von der „Amazonassynode“ Rückenwind für ihre „Reformvorhaben“. Es ist die Versuchung – um mit dem russischen Religionsphilosophen Nikolai A. Berdjajew zu sprechen – aus Liebe zum Menschen, Gott zu verdrängen. Das Wort von Papst Franziskus an „das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“, den „Primat der Evangelisierung zurückzugewinnen“, wurde nicht aufgegriffen, weil man es nicht verstehen wollte.
Die Medien geben in der Kommentierung der „Amazonassynode“ schon mal die Richtung für den deutschen „Synodalen Prozess“ vor. So schreibt die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) vom 26.10. unter der Überschrift „Der Papst will die Kirche wieder zum Menschen bringen“ u. a. beim „Versuch der Bedeutungslosigkeit zu entkommen“ und „wieder einen Draht zur Gegenwart zu bekommen, ist die ‚Amazonassynode‘ ein wegweisendes Ereignis“.
In dieser heillosen Verwirrung erinnerte Erzbischof Gänswein in Frankfurt am 17.10., dass Kirchenkrisen „kein historisch präzedenzloses Phänomen“ seien. Die Kirchengeschichte berichtet nicht nur von Großereignissen, wie das abendländische Schisma, die „Reformation“, die Aufklärung und den Glaubensabfall im Kommunismus und in der Nazizeit. Selbst in der römischen Verfolgungszeit der ersten Jahrhunderte gab es Irrlehren und Glaubensspaltung.
Jetzt ist für uns die Bewährungszeit gekommen und wir haben noch Bischöfe, die verlässliche Orientierung geben: So wies z.B. Erzbischof Gänswein in seiner Predigt in Frankfurt auf den Tagesheiligen Ignatius von Antiochien hin: Ignatius „stand und starb für das, was unsere Kirche zu einer apostolischen Kirche macht. Eine Schwächung der apostolischen Dimension der Kirche würde jede katholische Gemeinde, auch und gerade heute, nicht nur von der Universalkirche scheiden, sondern von der Kirche aller Zeiten seit ihrem Uhrsprung in Jesus Christus … Wenn Priester und Bischöfe nicht mehr den Mut haben, das Evangelium kraftvoll und unverkürzt zu verkünden, sondern eigene Weisheiten zum Besten zu geben, dann gibt es Unheil“ (Tagespost, 24.10.10).
Worin besteht unsere Bewährung? Gänswein empfahl in Frankfurt, den Auftrag des Papstes nach Glaubensvertiefung und Neuevangelisierung ernst zu nehmen. Er machte dazu den praktischen Vorschlag mit „Gleichgesinnten kleine Glaubenszellen zu bilden“. Sie können sich gegenseitig im Glauben bestärken und nach außen missionarisch wirken. Das wird zu einem neuen Advent führen.

Mit den besten Wünschen
für einen gesegneten Advent und ein frohes Weihnachtsfest

Ihr Hubert Gindert

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Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Eduard Müller

Ein Priester in der katholischen Kirche versteht sich nicht als einer, der sich einen Job wählt, seine Existenz finanziell absichert und in eine Karriere einsteigt. Er weiß sich von Gott gerufen, erwählt durch den Bischof, übernimmt einen Dienst in der Kirche und stellt sich den ihm anvertrauten Menschen zur Verfügung. Im Gehorsam gegenüber seinem Bischof verkündigt er das Evangelium, spendet die Sakramente der Kirche und weiß sich in der Verantwortung vor Gott.
So muss Eduard Müller, geb.am 15. November 1818 in Quilitz bei Glogau, seine Lebensentscheidung verstanden haben. 1843 wurde er in Breslau zum Priester geweiht und war dann Kaplan in Löwenberg in Schlesien sowie Religionslehrer in Sagan. In der Seelsorge und im Lehren erwarb er sich einen guten Ruf.
Auf dem ersten Katholikentag in Mainz hörte man deutschlandweit zum ersten Mal etwas von der katholischen Gemeinde in Berlin. Friedrich der Große (1749-1786) hatte mit der Errichtung eines Rundtempels in Anlehnung an das Pantheon in Rom in besonderer Weise der Freimaurerei dienen wollen. Nach der Eroberung des katholischen Schlesiens wollte er sich die Katholiken geneigt machen. Er übertrug den Katholiken den Rundtempel mit dem Patrozinium der hl. Hedwig, der Schutzpatronin Schlesiens. Ein Jahr nach dem Katholikentag sagte der Bischof von Münster, Johann Müller: „Ich kenne keine der Fürsorge bedürftigere Missionsgemeinde auf dem Kontinent als Berlin.“
Eduard Müller meldete sich freiwillig für die Seelsorge in der Diaspora von Berlin und bekam 1852 die Stelle eines Vikars. Sein Mühen und Arbeiten im Weinberg Gottes verglich man mit der Arbeit eines Sämanns und Ackerers auf dem kargen Sandboden Berlins, Brandenburgs und Pommerns, welcher der breslauischen Delegatur angehörte. Müller gründete Gemeinden als Seelsorgeeinheiten, mangels Kirchen mietete er Lokale an, um dort die hl. Messe zu feiern. Er suchte Wege der Verkündigung: Katechismusunterricht, Versammlungen, Gründung von Schulen und anderen katholischen Bildungseinrichtungen. Von Adolph Kolping lernte er die Bedeutung der Vereine für die christliche Bildung, die berufliche Entwicklung und das gesellschaftliche Engagement kennen. Eduard Müller wurde der erste Präses des Berliner Gesellenvereins und des späteren Kolpingwerks. Das Netzwerk seiner um die Bildung bemühten Vereine fand seinen Knotenpunkt in der Akademie der allgemeinen und beruflichen Fortbildung. Ein Historiker schrieb: „Als wahrer Hausknecht Gottes heizte er überall ein, um katholisches Leben zu entzünden.“ Auch die studentische Jugend wusste er in St. Hedwig zusammenzuführen und Kontakte zu den jungen Handwerkern oder auch Arbeitern, sog. Proletariern, herzustellen.
Müller hatte ein Herz für Schwache in der Gesellschaft: Das Gesellenhaus wurde zum Zentrum für Arbeiter, sozial Schwache und Durchwanderer. Er war Mitbegründer eines akademischen Lesevereins, der schließlich in eine studentische Verbindung einmündete. 1848 gab er das „Märkische Kirchenblatt“, eine Wochenzeitung für die Katholiken in der Mark Brandenburg, heraus, ab 1863 zusätzlich den „Berliner St. Bonifatius-Kalender“.
Eduard Müller war Abgeordneter des Preußischen Landtages, ab 1871 auch Mitglied des Deutschen Reichstages für die deutsche Zentrumspartei, an deren Gründung er 1870 beteiligt war. Im antikatholischen Kulturkampf Bismarcks geriet Eduard Müller mit dem preußischen Staat in Konflikt. Der Berliner Gesellenverein wurde als staatsgefährdend eingestuft, der geistliche Präses Müller wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Auf Drängen des Breslauer Fürstbischofs Kopp legte Müller 1891 sein Mandat nieder und zog sich auch von seinen kirchlichen Aufgaben zurück. Bis zu einem Tod am 13. Oktober 1895 lebte er im Kloster der Grauen Schwestern in Neisse. Nachdem Müller zunächst auf dem Alten St. Hedwigs-Friedhof beigesetzt worden war, fand er 1920 seine letzte Ruhestätte in der Kirche. St. Eduard in Berlin-Neukölln.

Gerhard Stumpf

Foto:  revolvy.com/page/ Eduard M.

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