Das Smartphone schadet den Kindern

Manfred Spitzer, Psychiater und Gehirnforscher, ist ärztlicher Direktor der Uniklinik Ulm. Mit seinem Buch „Die Smartphone-Epidemie“ hat er Aufsehen erregt. Seine Position hat er im Interview „Das Smartphone macht die Kinder krank“ (Augsburger Allgemeine Zeitung 22.10.2018) dargelegt. Seine wichtigsten Aussagen sind zusammengefasst in „Smartphone ist eine Sucht“. Sucht liegt für Prof. Spitzer vor „wenn man etwas nicht lassen kann, obgleich es einem schadet; wenn man mit Anspannung, Gereiztheit, Aggressivität reagiert, wenn sie einem vorgehalten wird. Diese Sucht zerstört das Leben, weil es die sozialen Kontakte kaputt macht, die Beziehung, den Job gefährdet“.
„Nur wenige Betroffene erkennen rechtzeitig, wie abhängig sie sind … Die Computer- und Internetsucht ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt.“ Eine Studie ergab, „dass von 500 befragten Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren 8% im Risikobereich lagen oder bereits süchtig sind“. Die Zahl der Internet- und Smartphone-Süchtigen steigt massiv an.
Smartphone-Sucht wirkt sich aus in „Ängsten, Aufmerksamkeitsstörungen, Depression, Bewegungsmangel und Haltungsschäden“.
Die Nutzung von Smartphones beeinträchtigt den Schlaf, weil „über 90% der jungen Leute vor dem Schlafengehen“ ihr Handy benutzen und so „1-2 Stunden weniger schlafen“, als sie bräuchten. Zu wenig Schlaf erhöht das „Risiko für Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall“. Spitzer warnt vor den digitalen Gefahren, weil „Kinder und Jugendliche von den Risiken und Manfred Spitzer, Psychiater und Gehirnforscher, ist ärztlicher Direktor der Uniklinik Ulm. Mit seinem Buch „Die Smartphone-Epidemie“ hat er Aufsehen erregt. Seine Position hat er im Interview „Das Smartphone macht die Kinder krank“ (Augsburger Allgemeine Zeitung 22.10.2018) dargelegt. Seine wichtigsten Aussagen sind zusammengefasst in „Smartphone ist eine Sucht“. Sucht liegt für Prof. Spitzer vor „wenn man etwas nicht lassen kann, obgleich es einem schadet; wenn man mit Anspannung, Gereiztheit, Aggressivität reagiert, wenn sie einem vorgehalten wird. Diese Sucht zerstört das Leben, weil es die sozialen Kontakte kaputt macht, die Beziehung, den Job gefährdet“.
„Nur wenige Betroffene erkennen rechtzeitig, wie abhängig sie sind … Die Computer- und Internetsucht ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt.“ Eine Studie ergab, „dass von 500 befragten Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren 8% im Risikobereich lagen oder bereits süchtig sind“. Die Zahl der Internet- und Smartphone-Süchtigen steigt massiv an. Weiterlesen

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„Gehört das Christentum in 20 Jahren noch zu Deutschland?“ Ansprache am Kirchweihfest 2018

Vor ein paar Jahren hat ein Bundespräsident eine breite Diskussion ausgelöst mit dem Satz: „Der Islam gehört zu Deutschland“: Es geht nun in dieser Predigt nicht um den Islam in Deutschland. Am heutigen Kirchweihfest möchte ich aber etwas provokativ sagen: Hoffentlich gehört das Christentum in 20 Jahren noch zu Deutschland!
Nur weil bei uns noch die Glocken auf den Kirchtürmen läuten, sind wir noch lange kein christliches Abendland. Wo zeigt sich denn bei uns noch das Christsein? Zur Kultur des christlichen Abendlandes gehört die Gestaltung des Sonntags. Zum Sonntag gehört für uns Christen die Feier der Heiligen Messe. Die Eucharistiefeier ist Quelle und Höhepunkt unseres Lebens als Christen. Ohne Heilige Messe gibt es kein Christsein; da landen wir sonst schnell bei einer Privatreligion und entfernen uns von einem Christsein auf der Grundlage der Heiligen Schrift.
Die Feier der Eucharistie verbindet uns als Christen weltweit miteinander. Nie können wir Jesus so nahe sein als bei der Feier der Eucharistie.
Wo sind wir da noch ein christliches Abendland? Deutschland ist eine Freizeit- und Wellness-Republik geworden. Freizeit und Sport sind zu Ersatzreligionen geworden, mit ganz eigenen Riten, auch mit eigener Kleidung. Heute steigt kaum mehr jemand auf ein Fahrrad, ohne sich von Kopf bis Fuß zu verkleiden.
Wie viele Kinder und Jugendliche feiern denn bei uns noch den Gottesdienst am Sonntag mit? Ein „Kommunionkind“ hat mir einmal gesagt: „Ich gehe am Sonntag zum Voltigieren und nicht in die Kirche.“ Ein anderer Drittklässler stellte sogar klar: „Wenn ich jetzt jeden Sonntag in die Kirche gehen soll, dann will ich erst gar nicht zur Erstkommunion gehen.“
Was haben wir aus dem Sonntag gemacht? Er dient nur noch dem Ausleben einer völlig irre gewordenen Freizeitkultur. Stau Richtung Garmisch und Richtung Füssen scheint den meisten lieber zu sein, als eine Feier in der Kirche. Manchmal ist es so, dass Mutter den einen Sohn sonntags nach A zum Fußballturnier fährt, während Vater den anderen Sohn nach B fährt und der dritte Sohn sich mittags allein eine Pizza auftaut. Weiterlesen

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Erwartungen und Sorgen der Christen für das Jahr 2019

Von Worten wie „Anfang“, „Neubeginn“ geht zu allen Zeiten eine Faszination aus. Es ist die der Veränderung. Veränderung hat viele Gesichter: Parteien sprechen davon, Wirtschaftsunternehmen, Fußballklubs etc.. Was geändert wird können Parteiprogramme, Produkte, Konzeptionen oder Strukturen sein. Jene, die sie umsetzen, werden als Hoffnungsträger ausgegeben. Was zählt ist der Erfolg. Niemand erwartet, dass diese Hoffnungsträger bessere Menschen werden, als Politiker, Verkäufer, Fußballkicker.
Vom Politiker wird erwartet, dass er Stimmen erhöht, vom Verkäufer, dass er Verkaufsabschlüsse nach oben bringt, vom Fußballspieler, dass er Tore schießt.
Die Kehrseite der Fokussierung auf den Erfolg ist: Wenn der Hoffnungsträger nicht das erwartete Resultat erbringt, wird er als Kicker „verkauft“, als Manager gefeuert, als Politiker in die Ecke gestellt. Peter Hahne schildert am Beispiel des Bundeskanzlers Ludwig Erhard, des Vaters des Wirtschaftswunders, und von Lothar Spaeth, dem gefeierten Ministerpräsidenten und Manager, wie sie, nachdem sie abgesägt waren, bei einem Empfang mutterseelenallein herumstanden. Niemand nahm mehr Notiz von ihnen (PUR-Magazin, 11,2018, S. 16/17).
Für Christen gilt das Wort: „Bei euch soll es anders sein“ (vgl. Mk 10, S. 35 bis 45, Mt 20, 17-28).
Als die ersten Christen sich vom Juden- und Heidentum abwandten, wurden sie als die Anhänger des „Neuen Weges“ bezeichnet. Ihnen war klar, dass sich Gott für den ganzen Menschen interessiert, unabhängig von Herkunft, gesellschaftlichem Status, Alter oder Geschlecht. Der „Neue Weg“ bestand darin, dass sie „in der Welt, aber nicht von der Welt“ waren (vergl. Joh. 14,20). Schon damals galt das als eine „weltfremde Ansicht“. Diese Christen sonderten sich nicht von der Gesellschaft ab. Sie übten alle Berufe aus, bis hin zum Militärdienst, wie das Beispiel der Thebäischen Legion mit ihrem Kommandanten Mauritius zeigt. In einer frühen Schrift (Brief des Diognet) wird geschildert, wie die frühen Christen lebten: Sie heirateten, hatten Kinder, gingen ihrem Gewerbe nach. Aber sie setzten keine Kinder aus, trieben nicht ab und hielten die Ehe.
Der verstorbene Chef des „Fels“, Heinz Froitzheim, war als blutjunger Soldat in den letzten Kriegstagen im April 1945 bei der Verteidigung der „Seelower Höhen“ an der Oder eingesetzt. Was ihn beeindruckte war sein Zugführer. Für ihn galt die Devise: „Wir lassen keinen liegen“. Und es war auch so („Fels“ 5, 2017, S. 152-153). Das ist eine christliche Haltung, die den Weg geht mit den Augen des barmherzigen Samariters, der den Halbtoten am Wegrand aufhebt.
Christen gehen mit den Erwartungen und Sorgen, die alle bewegen, in das Neue Jahr aber mit der Zuversicht, dass sie einen zuverlässigen Wegbegleiter haben, den, der von sich sagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (vergl. Mk 28,20).

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Jahr 2019

Hubert Gindert

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Willi Graf: „Seid Hörer und Vollbringer des Wortes Gottes!“

Willi Graf gehörte zum Kern der studentischen Widerstandsgruppe Weiße Rose. Diese Gruppe hat im so genannten Dritten Reich Hitlers sechs Flugblätter heimlich gedruckt und verteilt. Damit wollten die Studenten das nationalsozialistische Regime stürzen. Aber die Gestapo, die Geheimpolizei, hat diese Studenten mit ihrem Professor Huber im Februar 1943 verhaftet. Graf wurde am 12. Oktober 1943 um 17:00 Uhr im Strafgefängnis München Stadelheim wegen Hochverrats hingerichtet. Hochverrat war damals das größte Verbrechen, das man begehen konnte. Graf war Soldat und Medizinstudent an der Universität München. Er wurde enthauptet. Sein Selbstopfer war nicht vergeblich. Die Erzdiözese München-Freising eröffnete im Dezember 2017 die Voruntersuchung zu seiner Seligsprechung. Auch für Grafs Vorbild – Romano Guardini – hat die Erzdiözese München-Freising gleichzeitig den Seligsprechungsprozess eingeleitet. Guardini hat schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 an der Universität München eine Gedenkrede zu Ehren der Mitglieder der Weißen Rose gehalten: „Die Waage des Daseins: Rede zum Gedächtnis von Sophie und Hans Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und Prof. Dr. Huber.“
Wilhelm (Willi) Josef Graf wurde am 2. Januar 1918 als drittes Kind von Gerhard und Anna Graf in Kuchenheim in der Nähe von Euskirchen geboren. Am 8. Januar 1918 wurde er in der Pfarrkirche St. Nikolaus zu Kuchenheim getauft. Eine Gedenktafel am Taufbecken erinnert an ihn. Graf hatte zwei Schwestern, Mathilde und Anneliese. Sein Vater, Gerhard Graf, hatte die örtliche Molkerei bis 1922 geleitet. Grafs Geburtshaus gehörte zur ehemaligen Molkerei und hat heute die Hausnummer 88 in der Willi-Graf-Straße. Weiterlesen

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Die toxischen Belastungen im Leib der Kirche

Es gibt eine Vielzahl kirchlicher Bereiche, deren toxische Belastung für die Kirche in harter Kleinarbeit zu prüfen, offen zu legen und zu entgiften wäre. Dabei denke ich vor allem an den, von der Würzburger Synode kastrierten Religionsunterricht, sowie die Katholizität katholischer Schulen in den unterschiedlichen Diözesen. Schaffung von Transparenz bzgl. der Homosexualität auch im deutschen Klerus wäre ebenfalls eine dringende Aufgabe. Meiner Beobachtung zufolge hat sich die hierarchische Organisation der Kirche in eine Vielzahl von – von Amtslaien beherrschten – Parallelstrukturen aufgelöst, mit der Folge einer erheblichen Einschränkung der Verantwortung des Priesters vor Ort, mit der Folge der Verhinderung missionarischer Wirksamkeit und von glaubensstarken Berufungen. – Mir sind die konzertierten Verfahrensweisen der 68er Akteure noch sehr gut erinnerlich, mit denen diese innerhalb weniger Jahre ein gut bürgerliches Staatswesen in eine durchgehend politisierte und zunehmend aggressiv agierende Gesellschaft verwandelten. Diese Politisierung – und damit gesellschaftliche Spaltung – betrifft inzwischen alle Lebensbereiche: Die Kirche ebenso wie die Medien, die Justiz, die Familien, die Hochschulen (siehe Genderlehrstühle), die Wirtschaft, das Finanz- und das Gesundheitswesen.
Meine Anregung: Können wir nicht Fachgruppen aus potenten Fachleuten bilden, die systematisch und zunächst schwerpunktmäßig wesentliche Bereiche weltlich-kirchlichen Treibens auf toxische Inhalte untersuchen, sie transparent machen und mit geeigneten Mitteln auf Abhilfe drängen? Gefordert werden operative Ergebnisse, anstatt bloßer Rhetorik.
Wer soll nun diese Aufgabe leisten – wenn nicht der gottesfürchtige Rest. Wann – wenn nicht jetzt, da wir als Ausgangsbasis immerhin noch 3% praktizierende Katholiken in der Bevölkerung darstellen.

Prof. J. Hans Benirschke

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Graf von Drechsel – den Tod gläubig annehmen

Der Tod ist für jeden Menschen todsicher. Dennoch verdrängen ihn die meisten Menschen. Dagegen können Menschen, die ihr Todesurteil und ihre Hinrichtung erwarten, den nahen Tod nicht mehr verdrängen. Daher ist das Zeugnis eines Todeskandidaten echt. Das zeigen uns die vielen Helden und Heiligen der zweitausendjährigen Kirchengeschichte. Der Hauptmann Max Ulrich Graf von Drechsel ist einer von ihnen. Er wurde 1911 auf Schloss Karlstein bei Regensburg geboren. Nach dem Abitur am Benediktinergymnasium St. Stephan in Augsburg studierte er Rechts- und Sozialwissenschaften. Nach dem Staatsexamen ergriff er die Offizierslaufbahn, weil dort damals der Einfluss der Nationalsozialisten noch vergleichsweise geringer war als in der staatlichen Verwaltung. Bei Kriegsbeginn kam er an die Westfront. In Frankreich achtete er darauf, dass die Zivilbevölkerung als europäisches Brudervolk gut behandelt wurde. Nach einer Verwundung in Nordafrika wurde er in die Abteilung des Freiherrn Ludwig von Leonrod in München versetzt, wo er sich den Verschwörern des Grafen Claus Schenk von Stauffenberg anschloss. Er wollte mithelfen, Deutschland vom Unrechtssystem Hitlers zu befreien. Nachdem das von Stauffenberg vorbereitete Attentat am 20.07.1944 gescheitert war, wurde auch Hauptmann Drechsel nach wenigen Tagen von der SS verhaftet und nach Berlin gebracht. Da wusste Graf Drechsel, dass er mit seiner baldigen Hinrichtung rechnen musste. Der bevorstehende Tod löste aber bei ihm keineswegs Niedergeschlagenheit aus. Er hatte von Jugend auf gelernt, Dinge, die nicht zu ändern sind, im Vertrauen auf Gott anzunehmen. Das hatte ihn seine fromme Mutter gelehrt. Und Hauptmann Drechsel hatte ein reines Gewissen. Wie sein letzter Brief zeigt, war er fest davon überzeugt, dass die Zeit des Leidens kurz ist und dann die Herrlichkeit des Himmels für ihn aufleuchtet. Am 3.9. 1944 schrieb er an seine Eltern den Abschiedsbrief: „Liebe Eltern, morgen findet meine Verhandlung statt. Ich sehe dem Tod ruhig und gefasst entgegen. Eine große Gnade war es für mich, diese lange Vorbereitungszeit von drei Wochen zu haben, während ich im Gebet viel Trost, Stärkung und Erleuchtung erfahren habe. Der liebe Gott hat mir oft wunderbar geholfen. … Ihr dürft nicht glauben, dass ich meinen Humor verloren habe. Ich habe es im Leben so schön gehabt, jetzt freue ich mich auf den Himmel.“ Am folgenden Tag, am 4. September 1944, wurde Graf Drechsel zum Tod durch Erhängen verurteilt und am gleichen Tag hingerichtet. Kurz vor der Hinrichtung konnte er noch schreiben: „Liebe Eltern, ich sehe schon Gott vor mir, wie er liebreich die Arme ausbreitet, um mich aufzunehmen …“. Dieser Hoffnungsstrahl tröstete den Hauptmann auf dem Weg zum Galgen.

Die wahre Kirche Jesu Christi findet man bei den Märtyrern. Deshalb ist es so erstaunlich, dass heute viele Bischöfe und Religionslehrer den Gläubigen die Helden und Heiligen der Kirche vorenthalten. Sie predigen eine Wohlfühl-Kirche ohne Kreuz. Das ist lebensfremd.

Eduard Werner

Bild: Georg Schwager in Martyrologium „Zeugen für Christus“, Bd. I, S.646-650

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Wie die Hintergründe der kirchlichen Entwicklung verschleiert werden

Die Illusion der Homogenität“ überschreibt Dr. Hubert Wissing, der Leiter der Arbeitsgruppe Kirche und Gesellschaft im ZdK-Generalsekretariat seinen Beitrag zur „Pluralisierung im katholischen Milieu“ (Salzkörner 24. Jg. Nr. 6, Dez. 2018, S.2/3)
Wissing geht von der Katholischen Kirche in den Niederlanden aus, die er als eine „Versäulung mit streng getrennten Lebenswelten“ schildert. Die Katholiken hatten katholische Schulen, eigene Zeitungen, ein eigenes Radio, Fußballclubs, eine politische Partei und eine eigene Gewerkschaftsvertretung. Das katholische Leben der 50er Jahre blühte in Caritas, Priesterberufungen und hohem Gottesdienstbesuch. Konkret: Vor dem 2. Vatikanum besuchten rund 85% der Katholiken die Sonntagsmesse. Die Zahl der Priester- und Ordensberufungen lag bei rund 400 pro Jahr (St.-Athanasius Bote, 12/2018, S.5). Am 2. Vatikanischen Konzil nahmen 66 Missionsbischöfe aus den Niederlanden teil. Insgesamt galt die niederländische Kirche in den 50er Jahren als Hochburg des „reichen römischen Lebens“ (righe Romschee leven), ein Stützpfeiler von Papst und Kirche (Wikepedia)
Das änderte sich in den 60er Jahren. Wissing: „Die Konfession oder Weltanschauung hatte in den 60er Jahren nicht mehr eine alle Lebensbereiche durchdringende und formatierende Prägekraft“. Das lässt sich wieder am niederländischen Beispiel gut demonstrieren: „Die niederländischen Katholiken hatten extrem hohe Erwartungen vom 2. Vatikanischen Konzil. Vor allem progressive Theologen betrachteten die Konzilsdokumente nicht als abschließende Akten, sondern als Startpunkte für eine Weiterentwicklung, die Priester und Laien der niederländischen Kirche aktiv mitgestalten sollten. Tatsächlich wurde in vielen Pfarrgemeinden mit neuen Formen der Liturgie experimentiert (Wikepedia). Weiterlesen

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Friedlose Jagd nach Frieden

Jane ist ein weltweit gefeierter Film- und Fernsehstar. Ihr Lebensverständnis und ihr Selbstwertgefühl wurden bislang getragen von Publicity, Erfolg und Schönheit. Aus diesem Erleben heraus jagte sie von Erfolg zu Erfolg und sonnte sich in der Bewunderung der Menschen. Sie meinte und glaubte, Sinn und dauerhaften Frieden ihres Lebens gefunden zu haben.
Schwarze Tiefen der Lebensangst
Im Verlaufe der Zeit entdeckt sie an sich Spuren des Alterns: Falten im Gesicht, nachlassende Spannkraft des Körpers, eine härter werdende Stimme. Plötzlich steigt Angst in ihr auf: Beginn des Alterns, schwindende Attraktivität … Bald wird sie auf die Seite geschoben werden. Irgendwo lauert das Ende des Lebens …? Alles aus? Vorbei? Panik erfasst sie. Sollte ihr bisheriger Lebensinhalt entschwinden? Dann würde sie keinen Frieden mehr finden können. Sie vertuscht die Falten mit Schminke, behängt sich mit Schmuck und kleidet sich herausfordernd. Dann legt sie sich einen jungen Freund zu, nach kurzer Zeit weitere. Es folgen verzweifelte Versuche, wieder im Mittelpunkt des Bewundert-Werdens zu stehen und den plötzlich verlorengegangenen Frieden mit sich selbst wiederzufinden. Sie versucht es mit Alkohol und Drogen. Doch es endet alles im ernüchternden Erwachen. Sie muss sich eingestehen: Es wird nie wieder so sein wie früher. Das persönliche Lebenslimit steht wie ein drohendes Gespenst vor jedem neuen Tag. Hoffnungslosigkeit zersetzt das Denken. Panikartige Unruhe und Depressionen treiben sie in schwarze Tiefen von Lebens- und Todesängsten: Jane setzt sich in ihren Sportwagen und rast mit durchgedrücktem Gaspedal an eine Betonmauer. Tot, zerschmettert, entstellt …
Wie den Frieden finden? Weiterlesen

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Wir gratulieren Eduard Werner

Es gibt Menschen, die mit scharfem Verstand das Zeitgeschehen beobachten und analysieren, aber innerlich unbeteiligt bleiben. Sie verhalten sich wie Zuschauer im Theater, die auf das Treiben auf der Bühne herunterschauen und anschließend unberührt nach Hause gehen.
Dr. Eduard Werner, der am 27. Dezember auf 85 Lebensjahre zurückblicken kann, gehört nicht zu ihnen. Er sieht als Christ im Miterleben dessen, was geschieht, einen Auftrag und seine Aufgabe. Sehen, reden und handeln bilden eine Einheit. Gleichgültigkeit ist ihm fremd. Sein Engagement ist stets mit Leidenschaft verbunden. Und weil seine erste Präferenz dem katholischen Glauben gehört, hat er früh in kirchlichen Gremien Verantwortung übernommen, zunächst als Pfarrgemeinderat und Vertreter seines Dekanats im Diözesanrat der Katholiken von Augsburg. Als die Möglichkeit zu wirken in diesen kirchlichen Gremien für ihn nicht mehr gegeben war engagierte sich Eduard Werner im „Initiativkreis katholischer Laien und Priester“ in der Diözese Augsburg und dann als Mitbegründer des „Forums Deutscher Katholiken“. Eduard Werner unterstützt nach Kräften Initiativen, die missionarisch ausgerichtet sind. Er nimmt auch an Demos, z.B. für das Leben oder gegen die Genderideologie persönlich teil.
Den Lesern des „Fels“ ist Eduard Werner durch seine regelmäßigen Beiträge, vor allem für die Rückseite des „Fels“ bekannt. Hier werden Katholiken vorgestellt, die dem Naziregime aktiv widerstanden. Damit wird auch der Vorwurf widerlegt, die Kirche habe zu den Vorgängen der NS-Zeit geschwiegen. Die vorgestellten Männer und Frauen bleiben Vorbilder gegen die Anpassung an den Zeitgeist. Als gelernter Historiker entlarvt Eduard Werner Geschichtsfälschung und Manipulation, wie Hochhuts Machwerk „Der Stellvertreter“; denn Pius XII. hat zu den Gräueltaten der Nazis nicht geschwiegen. Werner deckt Unwahrheiten und Einseitigkeiten in Medienberichten mit Leserbriefen in Zeitungen auf. Mit seinem Studium der Germanistik und Geschichte vermittelte er im Goetheinstitut engagiert deutsche christliche Kultur. Im Goetheinstitut wurde seine soziale Haltung von den Kollegen sehr geschätzt. Er wurde von ihnen immer wieder zu ihrem Sprecher gewählt.

Seine Freunde hoffen, dass er dem „Fels“ und dem „Forum Deutscher Katholiken“ noch lange verbunden bleibt: Ad multos annos!

Das Redaktionsteam,
seine Freunde und die Leser des „Fels“

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Papst Franziskus: Das Bekenntnis zum Erlöser führte zu Steinigung

Nach dem Fest der Geburt Jesu feiern wir heute den heiligen Stephanus, den ersten Märtyrer, und seine »Geburt zum Himmel«. Auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein haben könnte, als bestünde zwischen den beiden Feiertagen keine Verbindung, ist sie in Wirklichkeit gegeben, und es ist eine sehr enge Verbindung.
Gestern haben wir in der Weihnachtsliturgie die Verkündigung vernommen: »Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt« (Joh 1,14). Der heilige Stephanus stürzte die Anführer seines Volkes in eine Krise, da er »erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist« (Apg 6,5) unerschütterlich an die neue Gegenwart Gottes unter den Menschen glaubte und sie bekannte. Er wusste, dass der wahre Tempel Gottes nunmehr Jesus ist, das ewige Wort, das gekommen ist, um in unserer Mitte zu wohnen, in allem uns gleich, außer der Sünde. Doch Stephanus wird beschuldigt, die Zerstörung des Tempels von Jerusalem zu predigen. Die gegen ihn gerichtete Anklage besteht darin, erklärt zu haben: »Dieser Jesus, der Nazoräer, wird diesen Ort zerstören und die Bräuche ändern, die uns Mose überliefert hat« (Apg 6,14). Die Botschaft Jesu ist tatsächlich unbequem und stört uns, da sie die weltliche religiöse Macht herausfordert und die Gewissen provoziert. Nach seinem Kommen ist es erforderlich, umzukehren, die Mentalität zu ändern, darauf zu verzichten, wie vorher zu denken, sich zu ändern, umzukehren.
Stephanus blieb bis in den Tod hinein fest in der Botschaft Jesu verankert. Seine letzten Gebete: »Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!« und »Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! (Apg 7,59-60), diese beiden Gebete sind der treue Widerhall jener Worte, die Jesus am Kreuz sprach: »Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist« (Lk 23,46) und »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!« (V. 34). Jene Worte des Stephanus waren nur möglich, weil der Sohn Gottes für uns auf die Erde gekommen, gestorben und auferstanden ist. Vor diesen Ereignissen waren es menschlich undenkbare Worte. Stephanus fleht zu Jesus, seinen Geist aufzunehmen. Der auferstandene Christus nämlich ist der Herr, er ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen. Nicht nur in der Stunde unseres Todes, sondern auch in jedem Moment des Lebens: ohne ihn vermögen wir nichts zu vollbringen (vgl. Joh 15,5). Daher dürfen auch wir vor dem Jesuskind in der Krippe so beten: »Herr Jesus, dir empfehlen wir unseren Geist, nimm ihn auf«, damit unser Dasein wirklich ein gutes Leben nach dem Evangelium sei.
Jesus ist unser Mittler und er versöhnt uns nicht nur mit dem Vater, sondern auch untereinander. Er ist die Quelle der Liebe, die uns für die Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern öffnet, dazu, einander zu lieben und jeden Konflikt und Groll zu beseitigen. Wir wissen, dass Ressentiments etwas Hässliches sind, sie richten Schlimmes an und verletzen uns! Und Jesus beseitigt all dies und lässt uns einander lieben. Das ist das Wunder Jesu. Wir wollen den für uns geborenen Jesus bitten, uns zu helfen, diese zweifache Haltung des Vertrauens auf den Vater und der Liebe zum Nächsten anzunehmen; eine Haltung, die das Leben verwandelt und es schöner, fruchtbarer macht. Zu Maria, der Mutter des Erlösers und Königin der Märtyrer, erheben wir voll Vertrauen unser Gebet, dass sie uns helfe, Jesus als den Herrn unseres Lebens aufzunehmen und zu seinen mutigen Zeugen zu werden, die bereit sind, persönlich den Preis für die Treue zum Evangelium zu zahlen.

Bild  L’Osservatore Romano

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