Was gilt eigentlich noch? Richtiger gefragt, was wird noch akzeptiert?

Der Zustand der katholischen Kirche (Gottesdienstbesuch, Sakramentenempfang, Berufungen) ist aus der Statistik gut ersichtlich. Das ist aber nur die quantitative Seite. Über die qualitative Dimension hat sich der junge Theologieprofessor Joseph Ratzinger 1958 (!) geäußert, wenn er sagt: „Die Statistik täuscht. Das dem Namen nach christliche Europa ist seit langem zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen heraus auszuhöhlen droht“… d.h., dass die Betroffenen „sich nicht mehr einfach den Glauben zueignen, sondern eine sehr subjektive Auswahl aus dem Bekenntnis der Kirche zu ihrer eigenen Weltanschauung machen“ („Hochland“ 1,59).
Heute kommt hinzu, dass Glaubenswahrheiten, z.B. zu Interkommunion, Wie-derverheiratung nach Scheidung, Frauenpriestertum, die bisher unumstritten wa-ren aus dem Innern der Kirche, z.B. von Theologieprofessoren, kirchlichen Verbänden (ZDK, KDFB, kfd, etc.) offen abgelehnt bzw. uminterpretiert wer-den. Das lässt sich am Beispiel der Forderungen nach dem Frauenpriestertum gut näher darlegen.
Die Ablehnung von Glaubenswahrheiten trägt zur Verunsicherung und Läh-mung der Gläubigen bei und erklärt auch, dass die Neuevangelisierung nicht Tritt fassen kann.
Die Kirchenzeitung der Erzdiözese Freiburg (Konradsblatt, 10.2018, S. 24/25) berichtet über eine Tagung, die mit dem Titel „Frauen in kirchlichen Ämtern, Reformbewegungen in der Ökumene“ vom 7. bis 9. Dezember 2017 an der Universität in Osnabrück stattfand. Auf dieser Tagung wurde der Zugang zu allen kirchlichen Ämtern, einschließlich des Priestertums für Frauen gefordert. Die Hauptthesen der Osnabrücker Tagung werden im Artikel des Konradsblatt auf sieben Sprechblasen abgedruckt. Dort heißt es beispielsweise: „Das erklärte Ziel der ökumenischen Bewegung, die sichtbare Einheit der Kirchen, ist nicht zu erreichen ohne eine Verständigung über die Präsenz von Frauen in allen kirchlichen Ämtern“ (These 1), „Nicht der Zugang von Frauen zu den kirchlichen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern deren Ausschluss,“ (These 3) „Die Diskussion darüber, ob Gott eine unveränderliche Anweisung gegeben habe, wie oder durch wen Gott durch das kirchliche Amt bezeugt werden soll, kann und muss offen bleiben“, (These 4) „Die Unterscheidung von spezifischen Diensten innerhalb des einen (sakramentalen) Amtes (Episkopat Presbyterat und Diakonat) hat sich geschichtlich entwickelt und kann in ökumenischer Perspektive weiterentwickelt werden. Alle Dienstformen sollen für Frauen geöffnet werden“. (These 5) Weiterlesen

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Medienkampagne gegen den Kreuzerlass der bayerischen Staatsregierung geht weiter.

Die Medienkampagne gegen den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder wegen des Kreuzerlasses geht weiter – vermutlich bis zur Landtagswahl im Oktober.
Es ist deswegen eine Medienkampagne, weil sie mit Wiederholungen zum gleichen Thema, ohne substantiell etwas Neues zu bringen, arbeitet. So erschien beispielsweise am 16.5.18 in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) der Artikel „Bayern gespalten über die Kreuz-Pflicht“. Im Untertitel hieß es „Jeder Dritte glaubt, dass der Beschluss Söder schaden wird“.
Serviert wird ein Umfrage-Ergebnis mit unterschiedlichen Meinungen verschiedener Gruppen. Wir erfahren aber nichts über die Formulierung der Fragen, die bekanntlich das Ergebnis beeinflussen. Zwei Tage später 18.5.18 erschienen in dieser Zeitung drei (!) Artikel zum gleichen Thema. Auch hier gab es im Wesentlichen nichts Neues zu berichten. Denn dass es auch von Kirchenvertretern unterschiedliche Meinungen zum Kreuzerlass gibt, ist nicht neu.
Am 22.5.18 setzt sich die Reihe fort mit „Tausende diskutieren übers Kreuz“. Und so wird es vermutlich weitergehen. Was fehlt, ist eine grundsätzliche Diskussion über die Bedeutung des Kreuzes für unsere Kultur.
Im Zeichen des Kreuzes sind die ersten Universitäten und Hospitäler gegründet worden, erfolgte die Aufwertung der Frau und der Arbeit gegenüber der Antike.
Bei dem Streit um den Kreuzerlass geht es jedenfalls bestimmten Gruppierungen mit ihren medialen Bundesgenossen darum, das Kreuz in das Kircheninnere zu verbannen. Ziel der Zermürbungstaktik ist es, Unsicherheit bei Anhängern und Sympathisanten der CSU zu wecken, um so einen Druck auf die Staatsregierung auszuüben, damit der Beschluss noch einmal „überdacht“, genauer revidiert wird.
Söder und seine Regierung sind gut beraten, sich das Statement von Peter Gauweiler zum Kreuzerlass zu eigen zu machen: „Das war mutig und richtig“.
In der heutigen Situation ist es noch immer so, dass Mut imponiert. Die Staatsregierung sollte in diesem Bewusstsein ihrer Arbeit nachgehen und sich an Franz Josef Strauß erinnern, der bei ähnlichen Kampagnen geäußert hat: „Nicht einmal ignorieren.“

Hubert Gindert

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1917: „Fatima, ein neuer Frühling … nur für Portugal?“

Der Vergleich von Fatima mit Lourdes, und zwar schon im Jahr 1917, zeugt vom starken Selbstbewusstsein der Portugiesen. „Gibt es ein neues Lourdes?“ wird gefragt. Schon 1921 sprach jemand von Lourdes portuguesa, vom portugiesischen Lourdes. Man hob die Ähnlichkeiten bei den Krankenheilungen, beim Wasser, bei der Jugendlichkeit der Seher hervor. Der Bischof von Leiria, Don José Alves Correia da Silva, gewichtete Fatima, das neue, das portugiesische Lourdes höher als das französische 2. Die Wallfahrten nach Fatima sind imposanter und bedeutender als die von Lourdes: Diese Überlegenheit sieht der Bischof in doppelter Hinsicht, einmal in der großen Zahl der Pilger und dann im Geist der Buße. Damit sind die beiden Charakteristica für das erste Jahrzehnt der Fatimabewegung bezeichnet: Geist der Buße und die Menge der Pilger. Zuvor muss aber noch das große auslösende Moment genannt werden, das Sonnenwunder.
1. Das Sonnenwunder als das entscheidende Ereignis
In Fatima sind nach den Erscheinungen viele Heilungswunder geschehen. Aber das wichtigste und weithin wirksamste Wunder, kurz: o milagre schlechthin, war das Sonnenwunder. Schon am 13. Juli bat die Seherin Lucia die Gottesmutter „ein Wunder zu tun, damit alle glauben, dass Sie uns erscheinen“. Dieses erbetene Wunder wurde für den 13. Oktober versprochen. Da sich das Datum herumgesprochen hatte, kamen an diesem Tag ca. 80 000 zusammen. Die große Zahl gab die Gewähr dafür, dass das angekündigte Wunder rasch im ganzen Land bekannt wurde und nicht als Phantasieprodukt, als Einbildung eines einzigen Träumers ausgegeben werden konnte. Was erlebten die 80.000?
Die Menschen auf der Cova da Iria hatten bei dem Erlebnis am Mittag des 13. Oktobers einen regenreichen Marsch hinter sich, bei dem sie nass und schmutzig wurden. Der Himmel war wolkenbedeckt. Plötzlich rissen die Wolken auf, die Sonne drang durch mit wechselnden Farben (gelb, grün, blau, rot). Die Sonne drehte sich eiernd um eine imaginäre Achse. Andreas de Andrad e Silva beschreibt das Sonnenphänomen so: „Die Sonnenkugel, einer Scheibe von dunklem Silber ähnlich, drehte sich um eine imaginäre Achse, und in diesem Augenblick schien sie sich in der Atmosphäre herabzubewegen zur Erde hin mit einem außerordentlichen Glanz und intensiver Wärme.“ 4 Schilderungen dieses Sonnenphänomens finden sich häufig in den ersten Bänden der Dokumentation: „Ich habe gesehen. Nicht haben wir Unsere Liebe Frau gesehen. Wir halten uns dessen nicht für würdig. Aber wir haben die Sonne gesehen, das für sich allein schon die Bestätigung eines Phänomens, eines übernatürlichen Falles ist … Wir können es nicht erklären, aber das Faktum zählt, und gegen Fakten gibt es keine Argumente.“ Eine andere Beschreibung spricht von dem Eindruck, dass sich die Sonne von ihrem ursprünglichen Ort weg bewege. „Beim Beobachten dieser Zeichen hatte ich nicht einen Augenblick einen Zweifel daran, dass man sie der unendlichen Allmacht Gottes verdankt … Ich erinnere mich auch, dass ich mich nicht niederkniete, aber der größte Teil der Leute fiel auf die Knie, ohne sich um den enormen Dreck zu kümmern.“ Die Leute beteten, riefen die Gottesmutter an, erweckten Reue und Leid. „Unbeschreiblich ist die Woge des Glaubens“, die durch die Menge ging. Ein Journalist schreibt noch am 13.10. seiner Schwester: „Ich habe außerordentliche Dinge gesehen.“ Ein Pfarrer hatte das Bedürfnis, noch abends um 21.30 Uhr einem Mitbruder darüber zu schreiben. Der Eindruck des Sonnenwunders war gewaltig und bleibend. Weiterlesen

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Arnaud Beltrame – ein Held unserer Tage

Ganz Europa ist vom Terrorismus bedroht. Und zugleich schwächt eine tief sitzende Dekadenz die Widerstandskraft der Völker.
Dass jedoch die westliche Welt nicht total verloren ist, zeigt uns die selbstlose Tat des französischen Polizeioffiziers Arnaud Beltrame vom 23. März 2018 in Trebes in Südfrankreich. Dort hatte ein islamischer Terrorist einen Supermarkt überfallen und Geiseln genommen. Zwei Geiseln waren bereits tot. Trotz dieser gefährlichen Lage stellte sich der Polizeioffizier Beltram als Austauschgeisel zur Verfügung, um die Gefangenen frei zu bekommen. Als die Gefangenen gerettet waren, zielte der Terrorist auf den nun wehrlosen Polizisten und brachte ihm eine Schussverletzung bei, an der er später im Krankenhaus starb. Der selbstlose Einsatz dieses Polizeioffiziers fand auch in Deutschland Beachtung und Bewunderung. Bischof Voderholzer von Regensburg sagte in einer spontanen Gedenkfeier: „Inmitten der Hölle dieses Geschehens blitzt ein Licht auf, das in seiner Größe und Menschlichkeit sprachlos und andächtig macht und für mich etwas vom Ostergeheimnis sichtbar macht.“ Der Bischof führte weiter aus, Beltrame sei ein Mann, der in vollem Bewusstsein der möglichen Konsequenzen für jemand anderen sein eigenes Leben einsetzt. Beltrame tat ja mehr, als das Dienstrecht von ihm verlangte. Nach dem Zeugnis seines Seelsorgers, Pater Jean-Paptiste von der Abtei Lagrasse, war Beltrame ein praktizierender Katholik. Er war bereits zivilrechtlich verheiratet und wollte am 9. Juni die kirchliche Eheschließung feiern. Nun kam es nicht mehr dazu. Pater Jean-Paptiste spendete dem bereits bewusstlosen Beltrame die Krankensalbung und den Apostolischen Segen. Pater Jean-Patiste erklärte auch, dass Beltrame seinen Mut zum entschlossenen Handeln nur aus seiner religiösen Grundhaltung haben konnte. Er kannte ja das Wort, das Jesus im Abendmahlssaal gesprochen hatte: „Niemand hat eine größere Liebe als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde.“ Nun waren die Geiseln in der Hand des Terroristen zwar nicht die persönlichen Freunde des Polizisten. Aber mit Menschen in Not empfand er sich immer freundschaftlich verbunden und verpflichtet. Als die Mutter des Polizisten in einer Radio-Durchsage hörte, dass sich ein Polizist zum Austausch von Geiseln zur Verfügung gestellt hat, dachte sie sofort: „Das ist mein Arnaud!“ Die Mutter kannte den edlen Charakter ihres Sohnes. Sein Kampf war ein Kampf zwischen der Hölle des Terrors und christlicher Opferbereitschaft. Ist dieser heldenhafte Einsatz von Arnaud Beltrame ein Hoffnungszeichen für die religiöse Überlebenskraft des Westens in unserer Zeit? Wahrscheinlich schon. Denn auch in der gewiss dekadenten Spätantike waren es auch nur einzelne Menschen, die zum Martyrium für ihren christlichen Glauben bereit waren. Und sie haben trotzdem das Christentum gegen eine heidnische Übermacht durchgesetzt. Heute ist es nicht anders.

Eduard Werner

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Gehört der Islam zu Deutschland?

Die Aussage Horst Seehofers „Der Islam ist kein Teil Deutschlands“ hat einen Aufschrei bei den linksorientierten „Staatsmedien“ und bei den Grünen, Linken, sowie der SPD ausgelöst. Wird nun die überfällige Auseinandersetzung über diese Frage beginnen? Es ist zu befürchten, dass das nicht der Fall sein wird. Die Entrüster werden sich um die notwendige Klärung herumdrücken und versuchen, sie durch die üblichen Vorwürfe und Verdächtigungen, wie Spalter der Gesellschaft, Ausländerfeindlichkeit, rechte Dumpfbacken etc. zu ersticken.
Die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung liegt darin „dass inzwischen mehr als dreiviertel (76%) der Deutschen der Aussage Horst Seehofers zustimmen“ (Kath.net 23.3.2018) und die Bundeskanzlerin das Problem, das durch die „rechtswidrige Grenzöffnung 2016“ (Kath.net 20.3.2018) und durch die unkontrollierte Masseneinwanderung, die sie zu verantworten hat, entstanden ist, aussitzen möchte.
Über die „offenkundige Islamisierung unserer Lebensverhältnisse“ (Hubert Windisch) soll der Schleier gelegt werden. Das gelingt aber immer weniger, weil die „Auswirkung auf die öffentliche Sicherheit“ zunehmend von den Bürgern wahrgenommen wird. Selbst Islamkenner und –kritiker, sogar wenn sie selber Moslems sind, werden von den politischen Verantwortungsträgern nicht gehört (Imad Karim, Hamad Abdel Samad etc.).
Worum geht es bei der Auseinandersetzung? Es geht um die Frage steht der Islam mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung der deutschen Verfassung im Einklang?
Der Islam stellt sozialpolitisch eine Einheit von Staat und Religion dar. Es gibt nicht die bei uns und in den westlichen Demokratien bestehende Trennung von Religion/Kirche und Staat. Die Scharia regelt im Islam das gesellschaftspolitische Leben, konkret beispielsweise mit Zwangsverheiratung von Mädchen, fehlender Gleichberechtigung von Mann und Frau, nicht bestehender Religionsfreiheit. Ein Übertritt vom Islam zu einem anderen Glauben ist verboten. Nicht-Moslems gelten nicht als Andersgläubige, sondern als Ungläubige mit geminderten bürgerlichen Rechten. Weiterlesen

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Gottheit tief verborgen. Das Geheimnis der Eucharistie und der Hymnus „Adoro te devote“ des Thomas von Aquin

„Geheimnis des Glaubens“. Das sagt oder singt der Priester oder Diakon jeweils nach der Wandlung in der heiligen Messe. Und er erinnert damit daran, dass wir dieses Geschehen, dass aus Brot und Wein Christi Leib und Blut werden, nicht wirklich verstehen und begreifen können. Es ist und bleibt Geheimnis des Glaubens.
Der heilige Thomas von Aquin hat in seinem bekannten Hymnus „Adoro te devote“ dieses Geheimnis staunend betrachtet. Die heute in der Liturgie geläufige Übersetzung „Gottheit tief verborgen“ entstand 1951 und stammt von der Dominikanerin Petronia Steiner. Auch diese Übersetzung lässt die Anliegen des Aquinaten, wie ich meine, sehr gut aufscheinen: das gläubige Staunen darüber, dass Gott sich dem Menschen im Hier und Jetzt in der Eucharistie zuwendet.
„Augen, Mund und Hände täuschen sich in dir“ heißt es in der zweiten Strophe. In der Tat: Bei der Eucharistie steht nicht die Wahrnehmung mit den Sinnen im Vordergrund. Es geht um den Glauben, der vom Hören der Botschaft kommt. Und dieses Gehörte gilt es anzunehmen, sodass es wirklich ins Herz trifft – die Botschaft: Jesus lebt, und er schenkt mir durch die Eucharistie auch die Möglichkeit, dass er mir ganz nah ist, in mir sein möchte. Weiterlesen

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Wie man sich Träume erfüllt

Mit der einnehmenden Überschrift „Es gibt keine Kinder zweiter Klasse“ versucht Andreas Schopf in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ, 21.3.2018) moderne Fortpflanzungstechniken, selbst, wenn sie der menschlichen Würde widersprechen, und jede Art von Embryonenspenden salonfähig zu machen. Schopf drückt dabei kräftig die Emotionstaste mit Worten wie „Paare in Verzweiflung“ oder „ein Verbot der Embryonenspende würde die Paare ins Ausland treiben“. Das letztere Argument kennen wir gut von der Auseinandersetzung in der Abtreibung und dem assistierten Suizid.
Natürlich gibt es keine Kinder „zweiter Klasse“. Das gilt selbst für Kinder, die keine „Wunschkinder“ sind, ja sogar für solche, die durch eine Vergewaltigung entstanden sind und natürlich auch für Kinder, die aus einer Embryonenspende von ganz verschiedenen Menschen stammen. Der Autor gesteht zu: „Sicher ist es für Kinder belastend, verstreute genetische Wurzeln zu haben“.
Embryonenspenden werfen ethische Fragen, auch in einer postmodernen Gesellschaft auf. Der Kinderwunsch ist legitim. Prof. Manfred Spieker sagt: „Die Fortpflanzung gehört zu den zeit- und kulturunabhängigen Bedürfnissen der menschlichen Natur. Dass Mann und Frau sich danach sehnen, miteinander Vater und Mutter zu werden, ist Teil der menschlichen, geschlechtsbezogenen Identität… die Legitimität einer medizinischen Intervention bei der Fortpflanzung hängt aber davon ab, dass sich der Arzt der Tatsache bewusst bleibt, dass er es nicht nur mit dem Kinderwunsch eines Paares, sondern mit dem Kind als einem dritten Subjekt zu tun hat. Das Kind als eigenständiges Subjekt, dem Menschenwürde zusteht, aber ist das große Tabu der assistierten Reproduktion“. Die Sicht des Journalisten Schopf drückt sich in dem Satz aus: „… da werden Zellen im Reagenzglas befruchtet, eingefroren und später eingepflanzt. Diese Möglichkeiten sind eine Errungenschaft der modernen Wissenschaft. Auf manchen mögen diese Formen der Fortpflanzung befremdlich wirken, doch es ist gut, dass es sie gibt“. Für Andreas Schopf erfüllen sich mit Hilfe der modernen Fortpflanzungstechniken „Paare ihren Traum“. Der Autor macht sich keine Gedanken, dass befruchtete Embryonen Menschen im Frühstadium ihrer Existenz sind, auch nicht darüber wie viele überzählige befruchtet Embryonen, d.h. Menschen, vernichtet werden. Für ihn gilt, was der Mensch will und kann sollte auch rechtlich möglich sein. Es ist die Idee der grenzenlosen Machbarkeit. Der Mensch wird so zur Sache bzw. zur Ware. Spieker äußert dazu: „Die menschliche Fortpflanzung ist mehr als ein technisches Verfahren. Sie ist die Frucht einer geschlechtlichen Vereinigung, in der Mann und Frau mehr sind als Rohstofflieferanten…“ Mit der Verteidigung der Sexualität und des ehelichen Liebesaktes als einer leib-seelischen Einheit bringt die katholische Kirche zum Ausdruck, dass es eine Würde der menschlichen Fortpflanzung gibt.

Hubert Gindert

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Maria „Stern der Neuvangelisierung“

Der Marienmonat Mai geht seinem Ende entgegen. Das soll uns Anlass sein, noch einmal einen hoffentlich bleibenden Blick auf die Bedeutung Marias im Heilsplan Gottes zu lenken.
Die katholische und die orthodoxe Welt verehren eine Vielzahl von Heiligen und ihre Zahl wächst in unserer Zeit bis hin zu den 21 koptischen Märtyrern von Sirte: Vorbilder, Fürbitter bei Gott. Sie begleiten unser Leben. Alle überragt die „Ganzheilige“, die Gottesmutter Maria.
Die besten Künstler: Maler, Bildhauer, Musiker wetteifern seit dem frühen Christentum, um ihr Bild zu zeichnen. Es sind Meisterwerke unserer Kultur!
Die Geschichte der Gottesmutter beginnt mit: „Mir geschehe nach deinem Wort“ (Lk. 1,38). Das ist der Beginn unserer Erlösung. Es war das Ja zum Angebot Gottes an die Menschen.
Eine ganz andere Geschichte nahm ihren Lauf, als der Mensch auf das Wort eines anderen Engels, des Gegenspielers Gottes, hörte: „Ihr werdet sein wie Gott“. Das klingt nach absoluter Freiheit, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit. Diese bewahren aber den Menschen nicht „vor der Angst vor der Ziel- und Sinnlosigkeit seiner gänzlich säkularisierten Existenz. Sie macht ihn zum Flüchtling in seiner eigenen Welt: Er flieht in grenzenlose Aktivität, baut eine Welt von rasch wechselnden Ersatzwelten auf“ (Isa Vermehren in KB März/April 2018, S. 83/84). Es sind Macht, Geld und Ruhm.
Maria stellte ihr Leben ganz in den Dienst Gottes. Ihre Freude drückte sie kurze Zeit nach ihrem Ja-Wort im Magnifikat aus: „Mein Geist jubelt über Gott meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut“ (Lk. 1,47–48). Das war nicht weltentrückt oder abgewandt. Denn es war Maria, die auf der Hochzeit zu Kana, vor allen anderen bemerkte: „Sie haben keinen Wein mehr.“
Der säkulare Mensch kennt vor allem sich selbst, besonders wenn es um Macht und Machterhalt geht. Um konkret zu werden: Wir brauchen nur auf die Bildung der neuen Bundesregierung und den Groko-Vertrag zu schauen. Die Angst von 67% der Deutschen vor der kulturellen Überfremdung durch den Islam, die Befürchtungen von 65% der Deutschen, die mit den Risiken der demographischen Katastrophe zusammenhängen, die Sorgen der Familien spielen darin keine oder eine untergeordnete Rolle.
Maria spricht im Magnifikat: „Siehe von nun an preisen mich selig alle Geschlechter“ (Lk. 1,48). Diesen Lobpreis nehmen die katholischen und orthodoxen Christen auf und wenden sich in ihren Sorgen und Nöten an Maria. Das Wort Jesu am Kreuz an Johannes „siehe deine Mutter“ haben die Menschen seit damals auch an sich gerichtet verstanden und sich an Maria gewandt. Und sie sind erhört worden. Votivtafeln mit einfachen Dankesworten an den Wallfahrtsorten, aber auch großartige Kathedralen legen davon Zeugnis ab. Und wenn die dringend notwendige Neuevangelisierung in unseren Tagen Fuß fassen soll, wird das nur mit Mariens Hilfe gelingen. Denn sie ist der „Stern der Neuevangelisierung“!

Hubert Gindert

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Komm, Heilger Geist, kehr bei uns ein…“

Das Forum Deutscher Katholiken wünscht allen Freunden, Lesern und allen Menschen dieser Welt ein gesegnetes Pfingstfest.
Ein indischer Bischof hat einmal vor vielen Jahren in einer Predigt in Friedrichshafen ungefähr (aus der Erinnerung) Folgendes gesagt:
Die Deutschen sind ein wunderbares Volk, sie organisieren alles perfekt.
Stellen Sie sich vor: es klopft an Ihrer Tür, Sie öffnen und der Heilige Geist steht vor Ihrer Tür und möchte eintreten. Sie freuen sich und begrüßen Ihn und sagen: Das wollte ich doch schon immer, dass der Heilige Geist zu mir kommt. Bitte treten Sie ein, putzen Sie sich aber die Schuhe gut ab; dort drüben ist das Gästezimmer. Bitte stören Sie unsere Ordnung nicht und halten Sie sich möglichst im Gästezimmer auf. Um 18:00 Uhr gibt es Abendessen.
Und beim Abendessen stellen Sie fest, dass der Heilige Geist still und leise wieder gegangen ist. Soweit der Bischof.
Wir Christen neigen dazu, dem Heiligen Geist Geleise zu legen, auf denen er fahren soll, Aber ER fliegt immer nebenher. So hat einmal ein römischer Kardinal gesagt.
Er tritt eben nicht bei uns ein, um ein braver und unauffälliger, nichts störender Gast zu sein, sondern um uns zu verändern und den ganzen Gelsenkirchener Rhein-Ruhr-Barock, d.h. unsere Kompensationen, die wir uns so mühsam aufgebaut haben, abzuräumen und aus dem Fenster zu werfen. Und dann richtet ER unsere Herzenswohnung mit dem himmlischen Mobiliar ein, so dass wir im Frieden Christi und in Freude leben können; denn ER nimmt nur etwas, um es durch die himmlischen Gaben zu ersetzen. Und wenn wir diesen Gast so in unseren Herzen wohnen lassen, dann können wir auch wirklich das Leben in Fülle haben, wie es uns Christus verheißen hat. ER überwindet unsere Ängste und hilft uns, dem Herrn der Kirche auf Seinem Weg zu folgen. Es ist ein schöner Gedanke von Papst Franziskus, den Pfingstmontag der ewigen Braut des Heiligen Geistes als Mutter der Kirche, als unserer Mutter zu weihen. Deshalb beten wir voll Zuversicht und Hoffnung:
„Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen ( und aller Menschen), entzünde in uns das Feuer Deiner Liebe. Sende Deinen Geist aus, und alles wird neu erschaffen, und Du erneuerst das Antlitz der Erde.“

(Text von Michael Schneider-Flagmeyer von unserer Facebook-Seite übernommen)

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Kommunion für nichtkatholische Ehepartner?

„Fortschritte im Schneckentempo“ hat das Konradsblatt (10.2018, S. 4) einen Artikel von Ludwig Ring-Eifel überschrieben. Worum geht es? Die deutschen Bischöfe haben auf ihrer Frühjahrskonferenz in Ingolstadt eine Orientierungshilfe zur Frage des Kommunionempfangs konfessionsverschiedener Ehepartner mit „großer Mehrheit“ beschlossen. Die neuen Leitlinien sind noch nicht veröffentlicht, weil die Bischöfe eine mehrwöchige Einspruchsfrist haben.
Das weltweit geltende Kirchenrecht von 1983 sagt im Kanon 844,1: „Wenn Todesgefahr besteht oder wenn nach dem Urteil des Diözesanbischofs bzw. der Bischofskonferenz eine andere schwere Notlage dazu drängt, spenden katholische Spender diese Sakramente erlaubt auch den übrigen, nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehenden Christen, die … von sich aus darum bitten, sofern sie bzgl. dieser Sakramente den katholischen Glauben bekunden und in rechter Weise disponiert sind“ (Zitiert nach Konradsblatt 10.2018, S. 4).
Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche (EKD) Heinrich Bedform-Strom hat den mehrheitlichen Beschluss der deutschen Bischöfe als „Richtungsentscheidung“ bezeichnet und als einen „weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg der Ökumene“ (Konradsblatt 10.2018, S. 4).
Kardinal Gerhard Müller sieht das anders: „Ein ökumenischer Fortschritt wäre nur dann gegeben, wenn wir dem großen Ziel der Einheit der Christen in der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche Gottes näher kommen. Voraussetzung dafür wäre aber die Anerkenntnis der Sakramentalität der Kirche und der Tatsache, dass wir über die Sakramente keine Verfügungsgewalt haben“ (Die Tagespost, 1.3.2018, S. 11). Weiterlesen

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