Kennzeichen einer dekadenten Gesellschaft

Die Götter dieser Welt waren wohl schon immer Macht, Geld und Sex. Entsprechend korrespondieren damit die Verzichte derer, die sich einer großen Aufgabe ganz und ungeteilt hingeben, nämlich Gehorsam, Armut und Keuschheit.
Gottferne Gesellschaften, wie man sie in der westlichen Welt heute antrifft, praktizieren die moderne Götzenanbetung besonders ungeniert. Ein Beispiel dafür liefert die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) vom 9. Oktober. Was ist passiert? Wegen Steuerhinterziehung musste Uli Hoeneß, der Präsident des FC-Bayern-München eine Gefängnisstrafe abbüßen: „Mehrere Mithäftlinge wollten ihn heimlich fotografieren, um damit Geld zu machen.“ „Unter anderem unter der Dusche, wo ich nackt war“, berichtete Hoeneß und „meine größte Sorge war, dass solche Fotos von mir im Internet auftauchen … meine Privatsphäre wurde extrem verletzt. Das habe ich bis heute nicht verarbeitet.“
Uli Hoeneß stellte Strafantrag und sagte in einem Prozess gegen einen Mitangeklagten aus, der mit einer Mini-Digitalkamera in einem Kugelschreiber Fotos und ein Video von Hoeneß gemacht haben soll. Hoeneß stellte gegen diesen Mann Strafantrag, sagte aber: „Ich habe kein Interesse, dass der Angeklagte verurteilt wird.“ Hoeneß griff in seiner Aussage Reporter des Magazins Stern an und äußerte: „Die gehören hierher, die, die dahinterstehen, sollten bestraft werden.“ Die Stern-Journalisten hatten lt. Hoeneß den Gefangenen Geld geboten für Fotos von Hoeneß. Tatsächlich sollen, der Anklage nach, die Stern-Reporter „2500 Euro für Aufnahmen bezahlt haben“ verhandelt wurde über 35.000 Euro.
Hoeneß hat recht wenn er sagt: „Da wurde die Not eines Gefangenen schamlos für derart schäbige Zwecke ausgenutzt.“ Dieser Bericht sagt etwas aus, nicht nur über die Geldgier von Mithäftlingen, sondern auch über das Berufsethos von Reportern des Stern. Wenn über Beträge von 35.000 Euro gesprochen wurde, taucht die Frage auf, welche Hintermänner standen hinter einem solchen Deal. Denn Reporter können von sich aus kaum solche Summen hinblättern.

Hubert Gindert

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Der Aufschrei über die Aussagen von Papst Franziskus zur Abtreibung

Papst Franziskus behandelt zur Zeit in den Generalaudienzen die zehn Gebote. In der Katechese über das 5. Gebot, das in seiner ursprünglichen Form lautet: „Du sollst nicht morden“ hat Papst Franziskus auch über die Abtreibung gesprochen. Er sagte: „Ein widerspruchsvoller Gesichtspunkt besteht auch in der Tötung menschlichen Lebens im Mutterschoß im Namen des Schutzes anderer Rechte. Aber, wie kann ein Akt therapeutisch (heilbringend), zivilisiert und menschlich sein, der unschuldiges und ungeschütztes Leben in seiner Blüte tötet? Ich frage euch, ist es gerecht, ein menschliches Leben auszulöschen, um ein anderes Problem zu lösen? Ist es gerecht, einen Meuchelmörder (Sicario) zu nehmen, um ein Problem zu lösen?“
Franziskus hat nicht von Frauen gesprochen, wohl auch deswegen nicht, weil er weiß, hinter einer Abtreibung stehen oft der Freund, der Ehepartner, Familienmitglieder etc.. Franziskus hat nicht, wie die FAZ (siehe Konradsblatt, 43.2018, S. 2) behauptet „All jene Frauen, die sich im Zweifel gegen das Leben eines ungeborenen Kindes entschieden haben, mit kaltblütigen Killern gleichgesetzt“. Die FAZ sollte etwas genauer hinhören, was der Papst wirklich gesagt hat. Selbstverständlich brandmarkt die katholische Kirche Abtreibung ohne Abstriche. Das Zweite Vatikanische Konzil hat Abtreibung als „ein verabscheuungswürdiges Verbrechen“ bezeichnet. Der Katechismus der katholischen Kirche, KKK relativiert diese Aussage in den Ziffern 2270 bis 2275 nicht. Der Katechismus sagt in Ziff 2272: „Wer eine Abtreibung vornimmt, zieht sich mit erfolgter Ausführung die Tatstrafe der Exkommunikation zu (CIC, can 1398) sodass sie von selbst durch Begehen der Straftat eintritt“. Weiterlesen

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Es gibt einen Namen, der alle Interpreten überstrahlt und überragt

Veit Neumann beschreibt unsere Situation mit folgenden Worten: „Selbstverständlich ist nichts, alles fließt und keiner weiß wohin. Nicht einmal die einflussreichen Lenker in diesem Land, und schon gar nicht die Politiker wissen, wohin die Reise geht. Man hat den Eindruck, dass sich die Erfahrung des Zerfließens bewährter Konsense und die unausgeglichenen und versöhnlicher werdenden Haltungen gegenseitig aufschaukeln… Diese Erfahrung ist die prägendste in unseren politisch-aufgewühlten Wochen: Das politisch konstruktive Fundament bröckelt nicht nur, es zeigt Auflösungserscheinungen. In wesentlichen Fragen werden Kompromisse nicht mehr errungen, sondern Entscheidungen gegen riesige Widerstände durchgeboxt. Die weltanschaulichen Begründungen dafür werden immer härter“ (AKADEMIA 5/2018, S. 3). Dies ist das Bild einer Gesellschaft, die sich auch religiös in einer tiefen Krise befindet. Benedikt XVI. hat 2012 festgestellt: „Die spirituelle Krise, die den Westen ergreift, ist die gravierendste seit dem Untergang des Römischen Reiches gegen Ende des 5. Jahrhunderts. Das Licht des Christentums ist überall im Westen am Verlöschen“ (kath.net 7.10.2018).
Wer einen neuen Hoffnungsträger nennen soll, der uns in eine neue Zukunft führt und sich umsieht, kann ihn nirgendwo sehen. Es geht ihm wie demjenigen, der in einer großen Weihnachtsgala die Abfolge des Repertoires und den nächsten Interpreten ansagen soll und verzweifelt das Blatt sucht, auf dem alles angemerkt ist, es aber nicht finden kann. Das wäre aber möglich. Denn es gibt einen Namen, der alle Interpreten überstrahlt und überragt. Der Ansager der Gala bräuchte nur den Namen zu nennen, der von sich sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wer mir nachfolgt bleibt nicht in der Finsternis“, Jesus Christus! Dieser nennt uns den Ausweg: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Es gibt keinen anderen Weg in die Zukunft. Haben wir endlich den Mut umzukehren.
Die Umkehr hat ihre Konsequenzen! Der Erlöser, den wir an Weihnachten erwarten, ist nämlich nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen. Die Weichspüler des Evangeliums wollen uns weismachen, die Botschaft des Evangeliums sei nicht so wörtlich zu nehmen, sie müsste im Kontext der damaligen Zeit gelesen werden und sei so nicht für unsere Zeit gedacht. Man könne durchaus, leicht modifiziert, weitermachen wie bisher.
An Silvester sehen sich viele gerne das Stück „Dinner for one“ an. Darin fragt der Buttler, was er gegenüber dem letzten Jahr ändern solle? Die Lady antwortet: „Die gleiche Prozedur wie bisher.“ In der Realität hat das Spiel einmal ein Ende. Fassen wir den Mut umzukehren. Denn ohne Gott gibt es keine Zukunft!

Mit den besten Wünschen für einen gesegneten Advent und ein frohes Weihnachtsfest

Ihr Hubert Gindert

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Warum eine C-Partei kaum mehr mehrheitsfähig ist. Ursachen, die tabuisiert werden

Uli Bachmeier schreibt in seinem Beitrag über das Ergebnis über die Bayerische Landtagswahl „Mit Seehofers Rücktritt ist das Hauptproblem der CSU nicht gelöst“ und weiter im Untertitel „Die größte Gefahr für die Partei besteht darin, auf eine ehrliche Analyse des Wahlergebnisses zu verzichten und jetzt einfach zur Tagesordnung überzugehen“. Seine Kommentierung endet mit …“dass die Partei seit Jahren nicht mehr dazu in der Lage ist, eine Klammer zu bilden für ganz unterschiedliche bürgerliche Weltanschauungen“.
Uli Bachmeier hat damit recht, dass die CSU nach diesem Wahlergebnis nicht zur Tagesordnung übergehen kann, wenn sie wieder zur Volkspartei werden will.
Bei der hohen Wahlbeteiligung von 72,4% gegenüber 63,9% in 2013 konnte die CSU 270.000 Nichtwähler und 100.000 Stimmen der SPD gewinnen. Der Zugewinn von 370.000 Stimmen wurde aber durch die Verluste an die Grünen (170.000), an die AfD (160.000) an die Freien Wähler (160.000) und an die FDP (40.000) in der Summe 530.000 Stimmen überkompensiert.
Die CSU ist mit 85 Mandaten im 205 Sitze umfassenden Bayerischen Landtag zwar immer noch stärkste Partei und stellt in der Koalition mit den Freien Wählern den Ministerpräsidenten. Aber sie kann nicht mehr wie seit 1957 allein regieren. Kann die CSU wieder die absolute Mehrheit zurückgewinnen? Das eigentliche Problem auf diesem Weg stellen nicht die Freien Wähler dar. Ihre inhaltliche Nähe zur CSU ist eher eine Gefahr für sie, auch, wenn sie in den Kommunen gut verankert ist.
Es sind die AfD und die Grünen, welche der CSU bei den Überlegungen zur Neuausrichtung der Politik das größte Kopfzerbrechen machen. In der Analyse des Wahlerfolgs heißt es „Grüne gewinnen mit Naturschutz – und Werten“. Weiter „die Grünen konnten insbesondere mit Naturschutz und Umweltschutz punkten, zeigt Jörg Schönborn im Wahl-Block. Ihre neue Qualität zeige sich aber auch bei den Grundwerten“ (Wikipedia). Weiterlesen

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Soros der „Weltenveränderer“ – einer der „größten Wohltäter der Welt“?

Gregor Peter Schmitz schrieb in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) (29.11.18) ein Porträt mit dem Titel „Staatsfeind Nummer 1“. Der Untertitel lautet „George Soros ist einer der reichsten Menschen, aber er will mehr sein: Ein politischer Missionar“.
Soros sagt von sich „ich möchte die Welt umstürzen“… Der Verfasser Schmitz fügt an… „dass ihm (Soros) schon in jungen Jahren klar geworden sei, er müsse sich an Menschen wie Leonardo da Vinci messen oder Albert Einstein. Menschen, die halt was verändern“.
Von wem ist der „Weltveränderer“ für sein Tun legimitiert? Wer hat ihn gewählt? Niemand! Es ist das Geld, das ihn den „25fachen Milliardär“ Mittel an die Hand gibt, Politik zu machen.
Soros „ist einer der gewieftesten Spekulanten aller Zeiten… ihn interessiert Geld zu machen als Spielgeld für seine wahre Mission, die politische Philosophie“, so der Verfasser Schmitz, der „vor 5 Jahren ein Buch mit ihm schrieb“.
Was ist die „politische Philosophie“ des George Soros. Der Ungar Soros studierte in London bei Karl Popper, dem Erfinder der „offenen Gesellschaft“. Eine „offene Gesellschaft sieht Soros offenbar u.a. bei Barack Obama und Hilary Clinton gegeben. „Soros gehört zu den größten US-Wahlkampfspendern“. Wieviel Geld Soros darüber hinaus in die Nichtregierungsorganisationen (NGO’s) pumpt, die Hilfen in Entwicklungsländern, gekoppelt mit der Bereitschaft dieser Länder zu „reproduktiver Gesundheit, konkret Abtreibung, gibt, wird im Artikel nicht angegeben. Soros wird vielmehr als „einer der größten Wohltäter der Welt“ apostrophiert, denn er habe „viele Milliarden Euro über Jahrzehnte in seine Stiftungen nach Osteuropa, nach Russland und in die Europäische Union, aber auch in die USA für die Integration von Armen und Minderheiten“ gegeben. „Er will eine offene und liberale Gesellschaft fördern“. Es ist eine Gesellschaft der autonomen Moral, frei von ethischen Bindungen und „Zwängen“.
Wer die Welt umstürzen und die Gesellschaft verändern will, setzt an Ehe und Familie an. Soros praktiziert das selbst. Er ist zum dritten Mal mit einer 42 Jahre jüngeren Frau verheiratet.
Wer anders denkt als Soros, gehört zu den „Feinden“, wie Ministerpräsident Viktor Orban von Ungarn, der im Artikel als „Autokrat“ bezeichnet wird oder wie Donald Trump. Immerhin sind beide in freien Wahlen demokratisch gewählt worden. Sie müssen ihre Politik in einem Rechtsstaat betreiben, der einer „Autokratie“ Grenzen setzt. Wer aber hat George Soros gewählt, der mit Milliarden Einfluss auf das politische Geschehen nimmt? Denn sein Geld nehmen „die Mächtigen durchaus an“, wie es offenherzig im Artikel heißt.

Hubert Gindert

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Der heilige Papst Johannes Paul II. und die Priester

In seinem Buch Geschenk und Geheimnis (1997) beschreibt der Papst anlässlich seines fünfzigjährigen Priesterjubiläums seinen Weg zum Priestertum sowie die weiteren Stationen seines Lebens. Wir wollen von seinem Leben und seinen Worten lernen, die seine Verbundenheit mit Jesus, unserem Herrn und Gott, sowie Seiner Mutter Maria, ausdrücken. Gott überhäuft jeden Menschen mit Seinen Gnaden, wir müssen diese Geschenke nur erbitten und annehmen sowie für unsere Nächsten und uns selbst fruchtbar machen. Der Herr führt uns auf Seinen Wegen, wenn wir auf Ihn und Seine Weisungen demütig hören sowie diese in unserem Leben umsetzen. Gott ist barmherzig, allwissend und gerecht – Er kümmert sich besonders um die Verfolgten und Benachteiligten. Johannes Paul II. verlor schon mit neun Jahren seine Mutter und schloss sich eng an seinen frommen Vater an, der viel betete. Der spätere Papst erlebte die grausame Besatzung im II. Weltkrieg durch die verschiedenen Organisationen der Nazis und musste Zwangsarbeit in einer Fabrik leisten. Er schloss mit vielen Arbeitern Freundschaft, taufte später nach seiner Priesterweihe ihre Kinder und hielt für ihre Verstorbenen die heilige Messe. Während dieser Zeit als Zwangsarbeiter studierte er im Untergrundseminar des Erzbischofs von Krakau und bereitete sich auf das Priesteramt vor. Die Arbeiter erlaubten dem späteren Papst, seine Bücher heimlich mitzubringen, während der Arbeit auch zu studieren und schützten ihn. Voller Dankbarkeit erinnert er sich an sie sowie seine priesterlichen Oberen und Professoren. 1947 empfing Johannes Paul II. die heilige Priesterweihe und wurde nach Rom geschickt, um dort den Doktor der Theologie zu erwerben. Sein Interesse für das Heil der Seelen brachte ihn immer wieder in Verbindung mit den Menschen, besonders auch mit den Arbeitern, deren hartes Leben er selbst durch seine Zwangsarbeit gut kannte. Nach dem Abschluss seiner Studien war Johannes Paul II. ein Jahr Kaplan in einer Landpfarrei und unterrichtete an fünf Schulen. Seine zweite Stelle als Priester war die Krakauer Stadtpfarrei St. Florian. Dort oblag ihm zusätzlich noch die Studentenseelsorge. Er hielt Vorträge unter anderem über die Existenz Gottes, um den Studenten Argumente gegen den kommunistischen Atheismus an die Hand zu geben. Die heilige Beichte sowie die Seelsorge an den Familien und der Jugend waren neben der heiligen Messe seine Schwerpunkte – auch als er vom Krakauer Erzbischof den Auftrag erhielt, sich auf eine Professur in Ethik und Moraltheologie vorzubereiten. Weiterlesen

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„Gott wird abwischen alle Tränen“

„Gott verurteilt nicht die Tränen und das Widerstreben des Menschen vor Leid und Schmerz. Er verurteilt nur die Sünde, die Unbußfertigkeit, die Verzweiflung an Seiner Barmherzigkeit.“
Valtorta: Lektionen. S. 236
Du warst voll froher Zuversicht und zufrieden mit deinem Leben, vielleicht sogar glücklich. Du hattest Lebensziele vor Augen: Den Schulabschluss, die Verbindung mit einem geliebten Menschen, beruflichen Erfolg, Gründung einer Familie, einen ruhigen Lebensabend. Und in deinen Augen gab es nichts, was dich davon hätte abhalten können. Da traf dich das Leid. Wie mit einem Keulenschlag. Eine Krankheit zwang dich in die Knie. Ein Unfall zerstörte das Augenlicht. Ein Todesfall überschattete dein ganzes Denken mit Trauer und Depression. Ein geliebter Mensch brachte dir tiefste Enttäuschung. Deine Ziele, deine Träume – aus, vorbei, unerreichbar. Statt dessen erlebtest du Schmerz, Leid und Sorge als deine täglichen Begleiter schon am frühen Morgen. Irgendetwas in dir bäumte sich auf gegen die Unerbittlichkeit der neuen Lebenssituation, in die du hineingezwungen wurdest. Und die quälende Frage ließ dich nicht mehr los: Warum hat mich dieses Leid getroffen? Warum gerade mich? Wo ist da ein Sinn?
„Denkanstoß“ Gottes Weiterlesen

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Papst Benedikt XVI.: Allerheiligen – Fest der unzähligen Schar aus allen Nationen und Sprachen

Am Anfang unserer Eucharistiefeier stand der Ruf: »Freut euch alle im Herrn«. Die Liturgie lädt uns ein, teilzuhaben an der himmlischen Freude der Heiligen, sie lädt uns ein, diese Freude zu kosten. Die Heiligen sind keine kleine Gruppe Auserwählter, sondern eine unzählige Schar, zu der aufzuschauen die Liturgie uns heute aufruft. In dieser Menge finden sich nicht nur die offiziell anerkannten Heiligen, sondern die Getauften aller Zeiten und Nationen, die versucht haben, mit Liebe und in Treue den Willen Gottes zu erfüllen. Von den meisten von ihnen kennen wir nicht das Antlitz und nicht einmal den Namen, aber mit den Augen des Glaubens sehen wir sie am Firmament Gottes strahlen wie herrlich leuchtende Sterne.
Am heutigen Tag feiert die Kirche ihre Würde als »Mutter der Heiligen, Abbild der himmlischen Stadt« (A. Manzoni) und zeigt ihre Schönheit als unbefleckte Braut Christi, Quelle und Vorbild jeder Heiligkeit. Gewiß fehlen in ihr widerspenstige, ja geradezu rebellische Söhne und Töchter nicht, aber die ihr eigenen Wesenszüge erkennt sie in den Heiligen, und an ihnen hat sie ihre höchste Freude. In der Ersten Lesung beschreibt sie der Verfasser des Buches der Offenbarung als »eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen« (Offb 7,9). Dieses Volk umfasst die Heiligen des Alten Testaments, vom gerechten Abel und vom treuen Erzvater Abraham an, die des Neuen Testaments, die unzähligen Märtyrer aus der Anfangszeit des Christentums und die Seligen und Heiligen der nachfolgenden Jahrhunderte bis hin zu den Zeugen Christi unserer Zeit. Sie alle verbindet der Wille, in ihrem Leben das Evangelium zu verkörpern, unter dem Antrieb des Heiligen Geistes, der das Gottesvolk auf ewig beseelt.
Aber »wozu dient den Heiligen unser Lob, wozu unsere Verherrlichung, wozu dieses ganze Hochfest«? Mit dieser Frage beginnt eine berühmte Predigt des hl. Bernhard zum Allerheiligenfest. Es ist eine Frage, die man sich auch heute stellen könnte. Und aktuell ist auch die Antwort, die uns der Heilige gibt: »Die Heiligen brauchen unsere Ehren nicht. Unsere Frömmigkeit gibt ihnen nichts … Ich gestehe, dass mich starkes Verlangen erfasst, wenn ich das bedenke« (Disc. 2; Opera Omnia Cisterc/. 5,364ff.). Das also ist die Bedeutung des heutige Hochfestes: durch den Blick auf das leuchtende Vorbild der Heiligen in uns das große Verlangen zu wecken, wie die Heiligen zu sein, also glücklich darüber zu sein, nahe bei Gott zu leben, in seinem Licht, in der großen Familie der Freunde Gottes. Ein Heiliger zu sein bedeutet, nahe bei Gott, in seiner Familie zu leben. Und das ist unser aller Berufung, die das Zweite Vatikanische Konzil nachdrücklich betont hat und auf die heute in feierlicher Form unsere Aufmerksamkeit gelenkt wird. Weiterlesen

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Du und dein Leben – Bruder Tod. Gedanken zu Allerseelen

In einem alten Lied heißt es: „Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh‘ mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.“ Deine Existenz, von Gott so sinnvoll geplant, wird nicht in der Sinnlosigkeit eines endgültigen Auslöschens für ewig zerstört werden. Dies spürst du in der Tiefe deines Herzens. Das Ziel deines Lebens liegt im Weiterleben nach dem Tod. Sterben und Tod sind umgeben von einsamer Angst vor dem Unbekannten. Sterben führt oft durch Tiefen der Hilflosigkeit, Selbstentsagung und die Angst des Lebenden vor dem Tod. Doch dieser ist das einzige Tor zur Vollendung des Lebens. Leben auf dieser Erde ist nur eine Vorphase des eigentlichen Lebens. Es ist „cursus ad mortem“, ein Lauf zum Tod hin, aber auch „Startbahn“ für die Ewigkeit.
Angst vor dem Tod?
Für viele Menschen ist der Gedanke daran, dass sie einmal sterben müssen, mit Abwehrreaktionen verbunden. Sie lassen diesen Gedanken gar nicht erst klarer ins Bewusstsein kommen, sondern drängen ihn ins Vergessen ab. In der Tiefe ihrer Seele aber wohnt trotzdem die Angst vor dem Tod. Muss sie übermächtig sein? Ist der Tod wirklich so etwas Schreckliches?
Du existierst weiter
Einer meiner Studenten aus China erzählte mir von einem Philosophen seiner Heimat, der sagte: „Aus Ton entstehen Töpfe, aber das Leere in ihnen bewirkt das Wesen des Topfes.“ Überträgt man diese Überlegung auf das Wesen des Menschen, so könnte man sagen: Wir sehen im Körper mit seinen Milliarden Atomen rein äußerlich den Menschen. Aber in den Zwischenräumen inmitten der Atome ist der zentrale Kern des Menschen, seine Seele, die man nicht sieht, sein „Ich“. Dieses sein „Ich“ bleibt unzerstörbar. Wenn im Tod dein irdisches Leben erlischt, existierst du mit vollem Bewusstsein weiter. Auf diese Fortsetzung deiner Existenz in der Ewigkeit hat sich dein Leben auf dieser Erde schon immer – unbewusst oder bewusst – ausgerichtet.
Und wenn es den Tod nicht gäbe? Weiterlesen

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Weltgestaltung, doch keine Anpassung

Augsburger Theologische Sommerakademie
Christen leben „in der Welt“, sie sind aber nicht „von der Welt“. Das heißt, sie müssen sich mit ihrer Welt und Umwelt auseinandersetzen, sie aber aus dem Glauben an den göttlichen Christus deuten – und dieser Glaube muss auch ihr Handeln bestimmen. Papst Benedikt XVI. hat dies mit dem Begriff der „Entweltlichung“ ausgedrückt, was nicht den Rückzug aus der Welt bedeutet, sondern eine Verlagerung des Blickwinkels fordert – alles im Licht des Glaubens zu betrachten, was dann auch in der Welt manche Dunkelheiten erkennen lässt.
Die Theologische Sommerakademie in Augsburg setzte sich vom 29. August bis zum 1. September 2018 mit dieser Entweltlichung auseinander. Ihr Thema war dem Römerbrief entnommen, wo Paulus schreibt: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene!“ (Röm 12,2). Insgesamt neun Referenten betrachteten aus verschiedenen Perspektiven dieses Thema und gaben den Besuchern der Akademie so wertvolle Impulse auf dem Glaubensweg.
Wahr, gut, aber nicht angenehm
Das Eröffnungsreferat hielt Prälat Prof. Dr. Anton Ziegenaus, der wissenschaftliche Leiter der Akademie. Er behandelte das Thema „Der Mensch auf der Suche nach Wahrheit – Gott spricht zu ihm durch seinen Sohn“. Dabei ging er sowohl auf philosophische wie auch auf theologische Aspekte ein. Er erinnerte an Sokrates, der sagte, es sei besser Unrecht zu erleiden als Unrecht zu tun. Das bedeutet auch, dass das Gute (und damit das Wahre) nicht identisch mit dem Angenehmen ist. Vielmehr kann es nötig sein, um des Guten und Wahren willen zu leiden. Diese Aussage des Sokrates bietet im Grunde die Folie für unseren christlichen Umgang mit der Wahrheit, die von Gott offenbart ist, wie es etwa das Beispiel der heiligen Edith Stein zeigt, die ihr Martyrium in den Gaskammern der Nazis als Sühnetod, also als Dienst an etwas Gutem und Wahrem, begriffen hat.
Im Weiteren stellte sich Ziegenaus der Frage, warum uns gerade in Jesus Christus Wahrheit offenbart ist. Die Antwort liegt darin, dass er Gottes Sohn war. Doch davon distanzieren sich viele. Da ist zu hören, dass alle Religionen gleich sind. Die Erfahrung aber lehrt, dass jede Religion ein anderes Gesicht hat. So ist die Würde aller Menschen Grundlage des Christentums – die Religion der Azteken hingegen etwa forderte Menschenopfer. Auch die Antwort, dass Jesus Christus zwar nicht Gott, doch der genialste aller Menschen war, befriedigt nicht – es könnte ja noch ein größeres Genie kommen. Die Leugnung Jesu Christi als Sohn Gottes hat gerade auch in der philosophischen Entwicklung in den letzten Jahrhunderten ihren Grund. So geht der Historizismus davon aus, dass es feste Wahrheiten schlechterdings nicht gibt. Demgegenüber steht zum einen aber die Offenbarung Gottes, die zu erkennen dem Menschen gnadenhaft als göttliches Geschenk möglich ist. Zum anderen aber ist auch zu bedenken, dass der Mensch eine tiefe Sehnsucht nach Wahrheit hat. Wahrheit gibt Halt und einen festen Grund, so Ziegenaus. Weiterlesen

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