Eine Antwort auf Ignoranz und Polemik – erschienen im “Münchner Merkur” am 1.9.2014

Leserbrief
An den Münchner Merkur E-Mail: leserbriefe@merkur-online.de
zum Leserbrief von Wolfgang Eiba in MM 29.08.2014 „Die Erde ist eine Scheibe.“ Seite 11

Herr Eiba spottet über Kardinal Brandmüller, weil sich dieser für die Beibehaltung des Zölibats ausgesprochen hat. Herr Eiba meint, dass Brandmüller die Erde noch für eine Scheibe halten würde. Aber es waren Männer der Kirche, welche die Wissenschaft so weit entwickelt haben, dass vorwissenschaftliche Vorstellungen überwunden wurden. Papst Silvester II. (999 – 1002) war beispielsweise Mathematiker. Er hat die Übernahme der indischen Ziffern (fälschlicherweise als arabisch bezeichnete Ziffern) eingeleitet. Erzbischof Nikolaus Oresme hat schon um 1350 erkannt, dass das Universum unbegrenzt ist. Es waren auch Mönche, die die mechanische Räderuhr erfunden haben. Und es war Papst Gregor XIII., ein Mathematiker und Astronom, der 1582 gegen den heftigen Widerstand aus Nordeuropa die Kalenderreform durchgesetzt hat. Leider haben Funktionäre der so genannten Aufklärung 1803 die Klosterbibliotheken und die astronomischen Institute der Klöster zerstört. Und schließlich war auch der Begründer der Urknalltheorie, Abbe Georges Lemaitre (1894 – 1966) ein katholischer Priester. Die Reihe der zölibatär lebenden Forscher ließe sich noch lange fortsetzen. Klischees klingen zwar witzig, können aber falsch sein.

Dr. Eduard Werner, Andechs

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Aufführung eines Theaterstücks am 12. Oktober in Regensburg

Theaterstück
“Die Nacht vor dem Licht”
Die letzten Stunden im Leben Edith Steins von Inge M. Hugenschmidt-Thürkauf
Das Spiel um Edith Stein begibt sich mittenhinein in „Die Nacht vor dem Licht“. Es sind die Stunden im Eisenbahnwagen vor der Ankunft in Auschwitz. In Mirjam, der jungen, glaubenslosen Mitgefangenen, begegnet die Karmelitin ihrer eigenen Zeit der Gottferne, ihren langen Jahren der leidenschaftlichen Suche nach der Wahrheit, die sie in Jesus Christus fand. Im Grauen der Deportation wird sie für die verängstigten Mütter und Kinder ein Engel des Trostes und durch ihr Vorbild Künderin der Liebe und Barmherzigkeit Gottes.
Sonntag, 12. Oktober 2014
15:00 Uhr
im Pfarrheim St. Wolfgang,
Eingang Simmernstraße, Regensburg
vorher um 14:30 Uhr Rosenkranz
in der Krypta von St. Wolfgang

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Festpredigt im “Ludwigsjahr” zum 800. Geburtstsag des heiligen Ludwig IX. von Frankreich

Der heilige Ludwig von Frankreich wurde am 25. April 1214 in Poissy geboren und starb am 25. August 1270 in Karthago. Sein Todestag ist auch sein Gedenktag.

Liebe Festgemeinde, liebe Schwestern und Brüder!
Die Krone auf dem Kopf und die Dornenkrone in der Hand – so kennen wir die Darstellungen unseres Pfarrpatrons, des heiligen Königs Ludwig IX. Und mit dieser Darstellung kommt zugleich die ganze Spannbreite des Lebens dieses Heiligen zum Ausdruck. Mit 11 Jahren war er König von Frankreich. Erzogen wurde er von seiner Mutter Blanka wohlvertraut mit allem Pomp und Luxus, den die mittelalterliche Zeit zu bieten hatte. Und wohlbeschützt, abgehoben vom gemeinen Volk, hätte er sein Leben als mittelalterlicher Herrscher bestens gestalten und genießen können. Er hätte also seine Krone auf dem Haupt voll zur Geltung bringen können. Doch er lebte eine andere Geisteshaltung, welche in der Dornenkrone zum Ausdruck kommt. Tief religös von seiner Mutter Blanka geprägt lebte er mit seiner Familie einfach und bescheiden. Dem Grundgesetz des Evangeliums getreu war er ein Freund der Armen und verinnerlichte das Wort des Evangeliums: “Du sollst den Herrn deinen Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.” Weiterlesen

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Alfred Kranzfelder – Gottes Angesicht leuchtet über den Märtyrern

Vielfältig wie der kirchliche Widerstand gegen das NS-System war auch der militärische Widerstand. Etwa 20 Soldaten lehnten den Militärdienst unter Hitler oder einen verbrecherischen Befehl ab und ließen sich stattdessen hinrichten. Andere dagegen planten schon 1938 einen Staatsstreich. Dieser Staatsstreich verlor 1938 mit dem für Hitler so erfolgreichen Münchner Abkommen seine Grundlage. Die aktivste Form des militärischen Widerstandes war später zweifellos das Attentat Graf Stauffenbergs am 20. Juli 1944. In dieses Attentat war auch der Korvettenkapitän Alfred Kranzfelder aus Kempten im Allgäu verwickelt. Dieser Widerstandskämpfer wurde am 10.02.1908 als Sohn eines Richters geboren. Schon mit 11 Jahren trat er als Gymnasialschüler in die Marianische Kongregation ein und blieb dann, so lange er lebte, ein frommer Katholik. Nach einer sehr guten Abiturprüfung trat er 1927 als Offiziersanwärter in die Reichsmarine ein. Er verließ die Ausbildung als Lehrgangsbester und stieg rasch zum Korvettenkapitän auf. Bei der Marine freundete er sich mit dem Marine-Stabsrichter Graf Berthold Schenk von Stauffenberg an, dem Bruder des späteren Attentäters. Weiterlesen

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“Die katholische Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus” Von Prof. Dr. Konrad Löw

Im Anschluß an den unten auf diesem Blog stehenden Brief Dr. Eduard Werners an Horst Rankl zu seinem Drama “Edith Stein”, der heute auch auf kah.net erschien, und als eine weitere Antwort auf die ignoranten und verleumderischen Behauptungen von Margot Käßmann und Anke Silomon über Papst Pius XII. geben wir hier noch einmal den Vortrag wieder, den Prof. Konrad Löw 2013 auf der Theologischen Sommerakademie in Augsburg gehalten hat. Auch werden wir die Lebensbilder der zahlreichen katholischen Märtyrer, die unsere Monatszeitschrift “Der Fels” in jeder Nummer seit 16 Jahren bringt, auch auf diesem Blog fortsetzen.

I. Vorbemerkungen:
In meinen Ausführungen geht es nicht um Apologetik. Ich liebe meine Kirche, aber bei allem, was mir heilig ist, versichere ich, dass ich mich um größtmögliche Objektivität bemühe. Es geht primär um die historische Wirklichkeit und nicht um die Produktion von „Heiligenlegenden“.
Das Thema ist sehr umfangreich, lässt sich selbst an einem ganzen Wochenende nicht erschöpfend abhandeln. Wir müssen uns auf die wichtigsten Fakten und Gesichtspunkte beschränken. Das Gesamtbild muss stimmen und aufschlussreich sein. (Wer tiefer einsteigen möchte, den verweise ich auf mein Buch „Die Schuld. Christen und Juden im Urteil der Nationalsozialisten und der Gegenwart“. Es gibt Restexemplare der 2. Auflage für einen geringen Preis. Ich verdiene daran nichts.)
Es sei mir gestattet, mich kurz vorzustellen: Weiterlesen

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Erneut falsche Darstellung der Behandlung des Bittbriefes Edith Steins an den Papst – Antwort eines Historikers

Die Frage, ob Edith Stein auf ihren Bittbrief an Papst Pius XI. eine Antwort erhalten hat, wird weithin einseitig und unangemessen behandelt. Auch der Theater-Autor Horst Rankl hat in seinem Drama „Edith Stein“ die Behauptung vertreten, Edith Stein habe selbst keine Antwort erhalten. Nur der Geheimbote Erzabt Walzer habe eine Art Eingangsbestätigung aus dem Vatikan erhalten. Daraus lasse sich ableiten, dass der Vatikan am Schicksal der deutschen Juden wenig Interesse gezeigt habe und daher untätig geblieben sei. In den Monaten Juni und Juli 2014 wurde dieses Theaterstück in Bad Endorf in Oberbayern vor vielen Zuschauern – ohne Hintergrundwissen – erfolgreich aufgeführt. Gegen den falschen Eindruck, den dieses Theaterstück zu Lasten der Kirche hinterlassen hat, nimmt hier der Historiker Dr. Eduard Werner Stellung. Weiterlesen

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Wozu sind wir auf Erden?

“Sport ist die schönste Nebensache der Welt”, so heißt es. Vom 12.Juni bis zum 13.Juli fand in Brasilien die Fußballweltmeisterschaft statt. Es war ein medienbeherrschendes Thema. Das Spiel Deutschland gegen Portugal sahen in Deutschland rund 24 Millionen. Was erklärt dieses massenhafte Interesse an den Spielen, die Faszination, die von ihnen ausging, die Emotionen, die sie freigesetzt haben, oder die nationale Identifikation, die sichtbar geworden ist?
Der Sport ist ein Riesenunternehmen geworden, dass Milliarden umsetzt. Aber das allein erklärt die Frage nicht. Offensichtlich fehlen den Menschen im üblichen Jahresablauf Ereignisse, die ein vergleichbares Miterleben aufkommen lassen.
Am ehesten kann noch die katholische Kirche mit solchen sportlichen Großereignissen Schritt halten. Man denke an die großen Gottesdienste auf dem Petersplatz in Rom, z.B. an die Heiligsprechung der Päpste Johannes XIII. und Johannes Paul II. mit rund 2 Millionen Teilnehmern. Weiterlesen

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Quo vadis EKD?

Heute am 21. August 2014 wurde gemeldet, dass in Hamburg in Zukunft an staatlichen Schulen der evangelische Religionsunterricht auch von muslimischen, alevitischen und jüdischen Pädagogen erteilt werden kann.
http://www.kath.net/news/47241
Das habe, so wird berichtet, am Montag eine gemischte Kommission mit Vertretern aus Schulbehörde und Relgionsgemeinschaften so entschieden. Die katholische Kirche, so die Meldung, wird sich daran nicht beteiligen. Man traut kaum seinen Augen ob dieser Meldung. In drei Jahren will die EKD groß des 500jähriger Reformationsjubiläum feiern. Was will man da eigentlich feiern? Die Frage stellt sich immer ernsthafter. Dass der Abstand zur EKD immer größer wird, hat selbst Kardinal Kasper, der emeritierte Ökumeneminister des Heiligen Stuhls öffentlich festgestellt. Hatte er sich doch in seiner Amtszeit mit großem Einsatz für die Ökumene gerade mit den Evangelischen engagiert. Aber Kardinal Kasper hatte auch schon vor Jahren in Stuttgart darauf hingewiesen, dass wir Katholiken es bei den reformatorichen Kirchen und Gemeinschaften nicht mit der weltweit gesehenen kleinen EKD zu tun haben, sondern mit ca. 650 Millionen evangelikalen Christen, von denen sicher keiner auf die Idee kommen würde, das Hamburger Projekt zu unterstützen, sondern jeder dort würde heftigen Widerstand dagegen leisten. So ist es auch nicht denkbar, dass die bekennenden evangelischen Gemeinden in Deutschland hierzu schweigen werden.
Gibt es denn in der Leitung der EKD wirklich jemanden, der glaubt, dass ein muslimischer Lehrer das evangelisch-christliche Bekenntnis der deutschen Jugend vermitteln wird? So naiv kann doch selbst in der Leitung der EKD niemand sein. Was also steckt dahinter, dass die EKD so etwas hinnimmt? Jedenfalls wird mit einem solchen Schritt, der vom reformatorischen Bekenntnis nun wirklich nichts mehr übrig lässt und das Wort “sola scriptura” ad absurdum führt, der endgültige Schritt in die Säkularisierung bzw. der Kapitulation vor den anderen nichtchristlichen Religionen vollzogen. Den muslimischen Lehrer möchte wir doch mal sehen, der in seinem Unterricht den christlichen Glauben lehrt. Und mit dem breiten Einverständnis in der evangelischen Kirche zu dem Hamburger Beschluss wäre die Ökumene mit Katholiken und Orthodoxen nun wirklich so gut wie am Ende.
Bleibt also nur zu hoffen, dass sich in der EKD die bekennenden Christen doch noch durchsetzen und den Hamburger Plänen entschiedenen Widerstand entgegen setzen.

Michael Schneider-Flagmeyer

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Widerspruch!

Peter Scholl-Latour war eine faszinierende Persönlichkeit. Er konnte meisterhaft historische Ereignisse am Beispiel geschichtlicher Gestalten deuten. Beim Tod von Charles de Gaulle porträtierte er eine ganze Epoche.
Scholl-Latour war persönlich an den Brennpunkten und Schauplätzen der Konflikte in Indonesien, Afghanistan, Pakistan, Syrien und in afrikanischen Ländern präsent. Er stand im Gespräch mit den führenden Leuten in diesen Regionen. Er kannte die Geschichte und die geistigen Strömungen, die hinter den Konflikten standen. Als „Letzter Welterklärer“ und eine „Mischung von Marco Polo und Ernest Hemingway“ wurde er bezeichnet. Mit seinen 30 Büchern, Interviews und Fernsehauftritten prägte er das Bild der moslemischen Welt bei uns.
Peter Scholl-Latour verwahrte sich heftig dagegen, alle Moslems, z.B. saudische Sunniten und iranische Schiiten in einen Topf zu werfen. Aber er spricht pauschal von den „Christen“, die ihre verpflichtende Sittenlehre und ihre Dogmen aufgegeben hätten. Dagegen ist Widerspruch angesagt. An welche Christen dachte Scholl-Latour? An Freikirchler, evangelische Gemeinschaften, an bestimmte Strömungen von Katholiken in den deutschsprachigen Ländern?
Letztere repräsentieren nur sich, nicht aber die römisch-katholischen Christen. Diese werden von den Päpsten und den mit ihnen im Glauben verbundenen Bischöfen vertreten. Haben Johannes Paul II., Benedikt XVI. oder Franziskus, um nur an die Päpste der letzten 35 Jahre zu erinnern, die verpflichtende Sittenlehre oder die Dogmen der Kirche aufgegeben? Natürlich nicht! Hier hätten wir vom ehemaligen Jesuitenschüler Peter Scholl-Latour mehr Differenzierung zu seinen Aussagen über die Christen erwartet. Die römisch-katholische Kirche hat sich nie aufgegeben, auch nicht in Europa, auch wenn sich Katholiken von ihr abwenden.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken

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Wie sehr betrifft uns die immer noch zunehmende Verfolgung der Christen in der ganzen Welt?

“Wir sind die Genossen der Egalität, nicht der Gleichheit à la Marseillaise, o nein, wir triefen vor Legalität (soweit es halt zu vereinbaren geht mit Eigen – und Fremdkapital), aber uns ist alles egal.“
So schrieb vor über 40 Jahren der 1930 in Kaschau in der Ostslowakei geborene Dichter Andreas Okopenko in seinem großen Gedicht „Das Lied von der Egalität“.
Dass die Christen die meistverfolgte Religionsgruppe der Welt ist, hat inzwischen so gut wie jeder aus dem Fernseher bei einem abendlichen Glas Bier oder Wein vernommen. Berge von Leichen, ganze Kirchengemeinden, die beim Gottesdienst in die Luft gesprengt worden sind, werden uns bei der täglichen Abendschau vorgeführt. Das furchtbare Elend der Jesiden-Flüchtlinge lässt uns im Augenblick mal das permanente Elend der massenhaft verfolgten und vertriebenen Christen in der ganzen Welt vergessen. Oder nicht? Haben wir uns an diese Nachrichten, die von weit her zu kommen scheinen, gewöhnt? Hat das Lied von der Egalität uns nicht eingelullert?
Was gehen uns diese Vorgänge in der der Weltkirche, die weit entfernt zu sein scheinen, eigentlich an?
„Wenn sie im Kongo und näherwo foltern, uns ist alles egal. Wenn Eisenbahnbrücken in Abgründe poltern, uns ist alles egal. … Bei der großen Zahl, da wird alles, alles egal.“ Weiterlesen

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