Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Franz von Sales (1567 bis 1622)

Das Problem der Kirche ist auch das Problem der Bischöfe. Das gilt für die Kirchengeschichte insgesamt und auch für heute. Franz von Sales ist das leuchtende Beispiel eines Reformers in der Kirche in der Zeit der sogenannten „Reformation“. Franz von Sales ist ein Bischof, der das „Gebot der Stunde“ erkannte und handelte. Er entstammte einer kinderreichen Familie aus dem alten savoyardischen Adel. Sein Vater bestimmte ihn für eine weltliche Laufbahn. Im Gehorsam studierte Franz Rechtswissenschaft in Padua und zusätzlich aus persönlicher Neigung Theologie.
Am 5. September 1591 erwarb er den Doktor beider Rechte und kehrte nach einer Wallfahrt nach Rom und Loreto 1592 in seine Heimat zurück. Von diesem Zeitpunkt an stand sein Entschluss Priester zu werden fest. Er schlug die Ehe aus, welche seine Familie für ihn angebahnt hatte. Schließlich gab sein Vater nach. Franz wurde am 18. Dezember 1593 zum Priester geweiht. Er missionierte zunächst das Gebiet von Cablais, das nach 1536 calvinistisch geworden war – zuerst durch öffentliche Diskussionen, Flugschriften und mit seinem Werk „Verteidigung der Standarte des heiligen Kreuzes“. Der eifrige Priester Franz gewann so Viele für den katholischen Glauben zurück. Sein Diözesanbischof ernannte ihn zum Coadjutor. Am 8. Dezember 1602 wurde Franz zum Bischof von Annecy geweiht. Der neue Bischof setzte „all seine Kräfte für seine Hirtenaufgabe in dieser Diözese in den Bergen ein. Er widmete sich ohne Ansehen der Person ebenso dem Adeligen, wie dem Bürger und dem armen Bauer. Er wurde allen alles. Mit vollem Recht erblickten seine Zeitgenossen in ihm das Idealbild des tatkräftigen, von seiner Aufgabe ergriffenen Bischofs. Mit allen Mitteln mühte er sich, den katholischen Christen eine persönliche Frömmigkeit einzupflanzen, die der der Calvinisten vergleichbar war“ (L. Cognet). Auf den Rat des Jesuitenpaters Touner schrieb er die „Einführung in das geistliche Leben“, bekannt unter dem Titel „Philothea“. Diese Schrift ist lebensnah geschrieben. Franz ging es darum aufzuzeigen, dass die Heiligung nicht von einer bestimmten Lebenslage, Beruf oder Stand abhängt, sondern für jeden möglich ist. Franz schreibt: „Nach Gottes Schöpferwillen soll jede Pflanze ‚Frucht bringen nach ihrer Art‘ … Die Frömmigkeit soll ein anderes Aussehen haben beim hochgeborenen Herrn als beim Handwerker, Arbeiter und Knecht, ein anderes beim Mädchen als bei der Ehefrau und wieder ein anderes bei der Witwe. Ja, sie richtet sich in ihrer praktischen Anwendung nach den Kräften, Aufgaben und Pflichten jedes einzelnen Menschen. Oder glaubt ihr, es wäre für einen Bischof geziemend, wenn er als Einsiedler leben wollte? Oder wäre es für Eheleute passend, wenn sie wie die Kapuziner nichts verdienen und sparen wollten? Oder stünde es dem Arbeiter oder Handwerker an, wenn er täglich stundenlang in der Kirche verweilte wie die Klosterleute? Wäre eine solche Frömmigkeit nicht lächerlich, unrecht und unausstehlich? … Je mehr aber ein Mensch aus Religion und Beruf eine Einheit zuwege bringt, umso liebenswürdiger ist er. Es ist ein Irrtum, um nicht zu sagen eine Ketzerei, eine Trennungslinie zu ziehen zwischen Frömmigkeit und anderen Aufgaben.“
Durch seine Freundschaft mit Madame de Chantal konnte Franz seinen Plan verwirklichen, einen kontemplativen Frauenorden zu gründen, der keine strenge Klausur hatte und sich deswegen den Werken der Nächstenliebe widmen konnte.
Durch seine unermüdliche Arbeit war seine ohnehin nicht robuste Lebenskraft am 28. Dezember 1622 aufgebraucht. Franz wurde am 8. Dezember 1661 selig und am 19. April 1665 heiliggesprochen; Am 16. November 1877 wurde er zum Kirchenlehrer erklärt.

Hubert Gindert 

(Quelle: Reformer der Kirche, herausgegeben von Peter Manns, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz, 1970)

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Mund-oder Handkommunion?

In der heiligen Messe ist die wichtigste Aufforderung an die Gläubigen vor dem Hochgebet: sursum corda – Erhebet die Herzen. Und dann wird oft (natürlich nicht von allen) gedankenlos und müde im Chor geantwortet: Wir haben sie beim Herrn. Haben wir wirklich unser Herz beim Herrn nicht nur in der Feier des Messopfers sondern grundsätzlich immer?
Der Philosoph Hegel spottete über die Realpräsenz im eucharistischen Brot indem er fragte: Wenn eine Maus eine geweihte Hostie frisst, muss man dann hinter ihr herlaufen und den Mäusedreck anbeten?
Hegel konnte oder wollte nicht verstehen, dass Christus im Brot in unser Herz kommen will und nicht in unseren Magen.
Es kommt also ganz besonders bei der Kommunion, dem Empfang des Leibes Christi, darauf an, ob unser Herz bereit ist und offen für Christus, für diese innigste Vereinigung mit unserem Erlöser.
Nun hat sich besonders in der deutschen Teilkirche durchgesetzt, dass die Kommunion stehend mit den Händen empfangen wird.
Ich bin 1963 im Alter von 23 Jahren während des Konzils in Rom in Santa Maria dell Anima zur katholischen Kirche übergetreten, nachdem ich lutherisch getauft, reformiert konfirmiert und 1964 bedingungsweise wieder getauft wurde auf Weisung von Kardinal Frings, nachdem ich keine Auskunft darüber geben konnte, ob ein „deutscher Christ“ von der hitlernnahen lutherischen Kirche des Reichsbischofs Müller die Taufe vorgenommen hatte. Ich habe also noch 7 Jahre lang die Liturgie mitgefeiert nach dem Messbuch des heiligen Johannes XXIII. von 1962 und stets auf den Knien die heilige Kommunion mit dem Munde empfangen. Nach der Liturgiereform wurde das in Deutschland geändert und man sollte im Stehen die Kommunion mit den Händen empfangen. Und seit dieser Zeit gibt es unter katholischen Christen einen heftigen Streit, welche Form der Kommunion richtig und rechtgläubig ist. Weiterlesen

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Augsburger Erklärung des „Forums Deutscher Katholiken“ anlässlich der Mitgliederversammlung vom 7./8. März 2020

Bei Begegnungen und Gesprächen mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Berufe spürt man deutlich wachsende Unsicherheit und Orientierungslosigkeit in wichtigen Lebens- und Glaubensfragen. Viele suchen nach einem Ziel, aber sie haben keinen Kompass. Fragen, die sie an Priester oder Politiker richten, werden gar nicht oder nicht im katholischen Sinn beantwortet. Und wie es auf der einen Seite passiert, dass sich die Menschen zurücklehnen, die Heilige Schrift beiseite legen, die Tradition unserer Kirche vergessen und/oder die Wahrheit ignorieren oder belächeln, verfallen viele auf der anderen Seite in eine pauschale Verurteilung der Priester, die sie unter Generalverdacht stellen. Viele Gläubige verteidigen nicht mehr unsere Kirche, fühlen sich aus dem öffentlichen Diskurs ausgegrenzt und ziehen sich ganz in ihr Privatleben zurück. Sie sind ratlos, können das Wort „Krise“ nicht mehr hören. Ihre Sehnsucht nach Klarheit wächst, bleibt aber leider häufig unerfüllt. Für das Thema Gesellschaft seien beispielhaft erwähnt: Die Ehe ist erweitert worden auf unterschiedliche Partnerschaften durch „Ehe für alle“. Diese Form hat alles Ungleiche gleich gestellt. Die Familie wird ökonomisiert, d. h. die Frau soll vermehrt dem Produktionsprozess zur Verfügung stehen, die Rolle des Mannes wird abgewertet und das Wohl des Kindes wird umgedeutet. Die GenderIdeologie propagiert ein neues Menschenbild, das aggressiv die Schöpfungstheologie bekämpft und gegen über Jahrhunderte anerkannte Traditionen gerichtet ist. Abtreibung wird als Menschenrecht für die Frau bezeichnet und dem ungeborenen Kind wird das Leben genommen. Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ermuntert zur Abtreibung jedes Kindes, das behindert zur Welt kommen könnte. Die in der Realität hohe Prozentzahl wird sich noch weiter steigern, wenn die pränatalen Bluttests zukünftig von den Kassen bezahlt werden sollten. Vom jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizid-Assistenz über das „selbstbestimmte Sterben“ geht beispielsweise nach dem Urteil von Bischof Voderholzer die „Gefahr aus, dass gesellschaftlich weit verbreitetes Pochen auf Selbstbestimmung umschlägt in eine totale Fremdbestimmung“. Wir schließen uns diesem Urteil an. Weiterlesen

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Der katholische Widerstand gegen Nationalsozialismus und Kommunismus

Der Nationalsozialismus und der Kommunismus haben vielen Millionen Menschen einen grausamen Tod gebracht. In dieser dunklen Zeit des zwanzigsten Jahrhunderts gab es aber auch Lichtblicke, denn viele Helden und Heilige haben völlig selbstlos ihr Leben für Menschlichkeit und für Freiheit riskiert. Sie kämpften für eine Welt, wie sie eigentlich sein sollte. Um ihr Wirken einordnen zu können, muss man das geschichtliche Umfeld betrachten.
Schon in den Notzeiten nach dem Ersten Weltkrieg radikalisierten sich die Parteien. Als in der Weltwirtschaftskrise 1929 der Hunger bei den Massen übermächtig wurde, arbeiteten im Reichstag Nationalsozialisten und Kommunisten zusammen, um demokratisch gewählte Regierungen zu stürzen. Schon am 9. November 1923 hatte Hitler in München einen Putsch versucht. Dabei ließ die bayerische Regierung auf ihn und auf seine Anhänger schießen. Der Aufstand brach kläglich zusammen. Innenminister Schweyer hatte schon ein Jahr vorher versucht, Hitler auszuweisen. Dabei scheiterte er am Widerstand der SPD, die Hitler trotz grundsätzlicher Differenzen die demokratischen Grundrechte zubilligen wollte. Damals waren die Leute nur sehr einseitig informiert. Zu Beginn der Zwanzigerjahre hatte kaum jemand ein Radiogerät oder ein Telefon. Eine Vernetzung von Gleichgesinnten war daher nur am jeweils gleichen Ort möglich. Die Verfolgung der Andersdenkenden durch zahlreiche Morde schüchterte die Menschen ein. Nach der „Machtergreifung“ 1933 kamen die Spitzeldienste, das Blockwart-System (= Überwachung durch die NSDAP) und die Angst vor den KZs noch hinzu.
Die Darstellung der Geschichte sollte eigentlich der Wahrheit dienen. Deshalb lernten früher die Geschichtsstudenten schon im ersten Semester, ihre Seminararbeiten unvoreingenommen – sine ira et studio – zu schreiben. Die Fakten sprechen lassen! Wenn man heute die Literatur zur Geschichte der katholischen Kirche in der NS-Zeit liest, so gewinnt man schnell den Eindruck, dass viele Darstellungen eher der Lüge, der Verleumdung und dem Mammon dienen. Das zeigt nicht nur der sattsam bekannte „Stellvertreter“ Hochhuths. Auch der wirre Altabt Schachleiter aus Prag muss dem Klischee einer angeblich nazifreundlichen Kirche dienen, weil er Hitlers Machtergreifung begrüßte und auf dem Nürnberger Parteitag dem Reichskanzler fotogen die Hand reichte. Dieser Altabt war jedoch mitnichten der Repräsentant der katholischen Kirche, denn wegen seines Verhaltens wurde er umgehend von Kardinal Faulhaber suspendiert. Von den 25 000 katholischen Priestern in Deutschland waren nur 0,34% nazihörig, während mehr als 12 000 katholische Priester ständig von der Geheimpolizei überwacht wurden. Weiterlesen

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Der „Synodale Prozess“ ist ein revolutionäres Ereignis

Die drei ersten Tage des „Synodalen Weges“ vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 in Frankfurt brachten Weichenstellungen, die eine „andere Kirche“ zum Ziel haben. Es ging nicht um Neuevangelisierung oder ein vertieftes Verständnis unseres Glaubens. Mit der Zustimmung von 87 % der abstimmungsberechtigten Mitglieder, können bei den weiteren Beratungen, Beschlussvorlagen, die sich gegen die Lehre der Kirche richten, aufgegriffen und abgestimmt werden. Das ist ein revolutionärer Schritt!
Wie sich die „Revolutionäre“ dieser kirchlichen Versammlung weiter verhalten werden, nachdem Papst Franziskus mit seinem nachapostolischen Schreiben zur Amanzonassynode die ausgesprochenen Ziele: Lockerung des Zölibats für Priester, Frauenpriestertum etc. durchkreuzt hat, bleibt eine spannende Frage. Die ersten Reaktionen der „Reformer“ reichen von Enttäuschung und Wut bis zu „jetzt erst recht“.

Wie Revolutionen ablaufen – die Mehrheit der Synodalteilnehmer agiert wie ein politisches Gremium – kann man an historischen Beispielen studieren, insbesondere am großen Vorbild, d.h. an der Französischen Revolution von 1789.
In Frankreich wurden von Ludwig XVI. die sogenannten „Generalstände“ (Adel, Geistlichkeit, Dritter Stand) einberufen. Der Staat war zahlungsunfähig geworden. Der Auftrag an die Generalstände war, die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Vor dem Zusammentreten der Generalstände wurden im ganzen Land heftige emotionale Diskussionen geführt, bei denen es weniger um den eigentlichen Auftrag, sondern vielmehr um die künftige Machtaufteilung im Staat ging. Das weitverbreitete Flugblatt von Abbé Sieyes stellte die Frage: „Was ist der Dritte Stand“? und beantwortete sie mit: „Bisher war er nichts, in Zukunft wird er alles sein“!
Vor Beginn des „Synodalen Weges“ wurden im ZdK und in den katholischen Frauenverbänden, bei Maria 2.0 und im BDKJ ebenfalls heftig gegen die Lehre der katholischen Kirche (Zölibat, die Priesterweihe von Frauen), mit dem Rückenwind der Medien polemisiert und die eigenen Forderungen deutlich genannt: Es ging darum mit dem Synodalen Weg „ eine Kirche zu schaffen in der nichts mehr so sein wird, wie es war“, merkte ein Bischof an. Weiterlesen

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Wenn Gott aus dem Mittelpunkt gerückt wird oder die anthropozentrische Wende.

Am 14. September 1998 veröffentlichte Papst Johannes Paul II. sein Schreiben „Glaube und Vernunft“ (Fides et Ratio). Dem Papst ging es darum, den Menschen auf ihrem Weg in das 21. Jahrhundert darzulegen, dass Glaube und Vernunft keine Gegensätze bilden, vielmehr hilft der Glaube, die Wahrheit zu erkennen. „Die wirkliche Liebe zum Menschen ist der Wunsch, ihm das zu geben, was er am nötigsten braucht: Erkenntnis und Wahrheit“ sagte Kardinal Joseph Ratzinger bei der Vorstellung des Schreibens am 5. Oktober 1998.
Wer heute auf das Geschehen in Gesellschaft und Kirche einen Blick wirft, muss den Eindruck haben, dass beide, Vernunft und Glaube, an Kraft verlieren. Wenn aber Gefühle, Ressentiments und bloße Meinung die Oberhand gewinnen, warten Katastrophen vor der Tür.
Wie sollen sich Menschen in echten oder ausgerufenen Extrem¬situationen ein abwägendes Urteil bewahren, wenn sie nicht mehr glauben, dass jemand über dem Geschehen steht, der das Geschick in seiner Hand hat. Das ist allein Gott! Wer diesen Glauben nicht mehr hat, ist dem Tsunami der Meinungen und Medien ausgeliefert. Der jüdische Publizist Henryk Broder sagte in einem Interview: „Ich glaube, dass der Glaube an den Klimawandel das ausgleicht, was es an Christentum und gläubiger Überzeugung nicht mehr gibt … In dieser Gesellschaft ist das Engagement die höchste Form des Konformismus … Je leerer die Kirchen werden, umso größer werden die Fridays for Future Umzüge“ (kath.net. 6.12.19).
Natürlich sind die Forderungen berechtigt, Verschwendung natürlicher Ressourcen zu stoppen, den Raubbau an der Natur zu bremsen, Alternativen zu fossilen Treibstoffen zu entwickeln. Das ist nur vernünftig. Verstand und Forschung sind dafür die Werkzeuge. Aber das apokalyptische Gerede vom nahenden Weltuntergang, drohenden Massensterben, alternativlosen Lösungen und monokausalen Erklärungen hat das Niveau eines Glaubenskrieges erreicht (Dieter Stein, 9.12.19). Dahinter steht, wie Henryk Broder konstatiert, die Folge des Glaubensverlustes. Dieser kann für die katholische Kirche mit religiöser Unwissenheit, Massenabkehr von der Kirche und Fernbleiben von den Gottesdiensten charakterisiert werden. Wer den Ursachen dafür nachspürt, wird auf diesem schon jahrzehntelangen Auszehrungsprozess auf Wegmarken stoßen, wie „Konigsteiner Erklärung“, die „Würzburger Synode“, die Einbindung der Bischöfe – außer Dyba – in das staatliche System der „Abtreibungsregelung mit Beratungsschein“ etc.. Alle Teilaspekte lassen sich bündeln: Gott wurde aus dem Mittelpunkt gerückt. Der Mensch trat an seine Stelle. Theologisch ausgedrückt: Die anthropozentrische Wende. Sie hat uns in die heutige Sackgasse geführt.
Wenn der im September begonnene „Synodale Weg“ diskutiert, ob die priesterliche Lebensform (Zölibat), die Sexuallehre der Kirche, die Nichtzulassung von Frauen zur Priesterweihe „noch zeitgemäß“ sind, so haben wir nur die Fortsetzung der angeblichen Hinwendung zum Menschen. Aus Sackgassen führen nur Um- und Rückkehr zum Evangelium bzw. zur Lehre der Kirche: Theologisch die theozentrische Wende. Dazu ist es nie zu spät. Sie ist möglich! Alle Reformer in der Kirche sind diesen Weg gegangen. Wer katholisch bleiben will, wird sich dem Weg der Neuevangelisierung anschließen.

Hubert Gindert

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Sommer 2018 – Heilung von bösartigem Krebs. Ein Zeugnis von Willi Schreiber

„Und ihr sollt meine Zeugen sein bis an die Enden der Erde.“ „Geh hin und berichte, was Gott Großes an dir getan hat.“ Auftrag Christi an uns. Und hier ein solcher Bericht:

Bei einer Routineuntersuchung mittels Lungen-CT am 4. Juli 2018 wurde festgestellt, daß auf dem linkem Leberlappen ein schnell wachsendes, raumforderndes Gewächs vorliegt. Da ich aber gute bis sehr gute Leberwerte hatte und auch keine Leberzirrhose erkennbar war, konnte man den Krebs noch nicht genau diagnostizieren. Nach 3-tägigem Aufenthalt im Kath. Klinikum in Mainz, in Kooperation mit der Uni Klinik Mainz, erkannte man, daß ein seltener Krebs vorhanden ist und das Ergebnis einer Leberpunktion ergab dann auch nach ca. 9 Tagen, daß der Krebs bösartig und schnell wachsend ist. Am 20.8.2018 erfolgte dann die OP in der Uni-Klinik Mainz durch Herrn Prof. Dr. Lang. Auf dem linken Leberlappen saß der ca. 6 x 8 cm große Krebs, der zum Erstaunen der Ärzte aber sauber abgepackt – wie in einer Plastikfolie – vorlag. Er konnte mitsamt eines größeren Stückes des linken Leberlappens gut entfernt werden, denn er hatte noch nicht gestreut. Daher benötigte ich hinterher weder Chemotherapie noch Bestrahlung. Nach 14 Tagen konnte ich mein kleines Einzelzimmer, wo ich ungestört viel beten konnte, dankbar wieder verlassen, obwohl ich noch etwas wackelig auf den Beinen war.
Nun aber das Entscheidende: Wie fühlt man sich, wenn man eine Diagnose erhält die lautet: Tod – langsames Siechtum und nur „vielleicht“ eine Heilung !? Zunächst ist dies schon ein ordentlicher Dämpfer. Da ich aber seit jeher wünschte und bete: „Herr, bewahre mich vor einem unvorhergesehenen Tod“, war ich der Auffassung, daß dieser Wunsch jetzt wahrscheinlich in Erfüllung gehen wird. Die mehr als 6-wöchige Wartezeit vom Verdacht auf Krebs bis zur Bestätigung und dem OP-Termin am 20.8.2018 verbrachte ich ganz normal ohne Panik. Ich dachte oft an die Hl. Schw. Faustyna – die Botin der Göttlichen Barmherzigkeit – und fügte allen Gebeten hinzu: „Jesus, ich vertraue auf dich!“ Nur leicht wehmütig aber nicht anhaltend waren einige Momente wo ich dachte: „Dies alles erlebst du jetzt zum letzten Mal“. Es waren dies noch Burgenbesuche in der Pfalz und am Rhein mit einigen meiner Enkel, die Fatimatage im Wallfahrtsort Marienthal/Rheingau, die Wallfahrt an Maria Heimsuchung nach Bodenheim/Rheinhessen (große Marienkapelle in den Weinbergen mit Blick über die Rheinebene bis nach Frankfurt/Main) Alle Personen, die mich bedauern wollten oder gar Tränen in den Augen hatten begegnete ich aufmunternd und mit lachendem Gesicht – als rheinische „Frohnatur“.fiel mir das nicht schwer. Manche wurden sprachlos, wenn ich den Tod als ein lebensabschließendes Erlebnis schilderte. Diese Fähigkeit verlieh mir unser kath. Glaube und seine Sakramente. Dankbar sei noch erwähnt, daß Freunde und Bekannte für mich beteten und die Franziskaner-Patres von Marienthal sowie Kloster Bornhofen am Mittelrhein Hl. Messen gelesen haben (beide Wallfahrtsorte verehren besonders die Schmerzhafte Muttergottes). Am 10.8.2018 legte ich – nach gründlicher Gewissensprüfung – bei meinem Beichtvater H.H. Pater Elias im Wallfahrtsort Marienthal/Rheingau eine Generalbeichte ab und erhielt die Krankensalbung. Bereits auf der Heimfahrt stellte sich bei mir eine innere Ruhe ein, die etwa zu vergleichen ist wie ein Gefühl vor einem unbekannten Ereignis mit göttlicher Fügung. Ich dachte den ganzen Abend an „Maria Vesperbild“ (Schmerzensmutter). Da ich schon seit jeher ein großer Marienverehrer bin faßte ich spontan den Entschluss: wenn dieser Krebs noch nicht mein Ende sein wird, sondern nur zur Läuterung dienen soll, daß ich dann im Mai 2019 mit meiner Frau in „Maria Vesperbild“ einen 2-wöchigen Dankesurlaub verbringen werde. So geschah es dann auch und wir kamen uns dort öfter vor als seien wir im „Vorhimmel“. Anmerkung: Seit 2017 wohnt unsere jüngste Tochter in Landsberg/Lech – dadurch lernte ich ab dieser Zeit „Maria Vesperbild“ näher kennen und war sofort im Bann dieses Gnadenortes.

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Welcher Weg ist der richtige?

Stanislaw lebte inmitten eines weiten einsamen Waldgebietes. Eines Tages verspürte er die Sehnsucht, aus der Trostlosigkeit seines Daseins heraus in die helle und leuchtende Geborgenheit der großen Stadt zu kommen, von der ihm erzählt worden war. Entschlossen, das ersehnte Ziel zu suchen, machte er sich auf den Weg.
Nach einigen Tagen mühsamen Umherwanderns in den dunklen Tiefen der Wälder kam er an eine Lichtung. Dort verzweigte sich der Weg in verschiedene Richtungen. Ratlos stand er da. Welcher Weg war der richtige? Welcher führte am sichersten in die große Stadt? Er sah einen alten Einsiedler. „Guten Tag, Brüderchen, du bist meine letzte Hoffnung“, sprach er ihn an. „Weißt du, auf welchem Weg ich am sichersten und kürzesten in die große Stadt komme?“
Der Mann deutete auf die erste Abzweigung: „Schau! Dieser Weg hier führt mitten in den Wald. Dann ist er zu Ende. Wenn du den anderen Weg dort nimmst, kommst du wieder dahin zurück, woher du gekommen bist. Dieser Weg dort macht eine große Schleife und du gelangst wieder hierher, wo wir jetzt stehen.“ – „Und was ist mit diesem schönen breiten Weg dort, Brüderchen? Er ist doch bequem zu beschreiten!“ – „Sein Aussehen täuscht dich“, sagte der Einsiedler. „Schon nach einer halben Tagreise endet er in einem Sumpf. Du versinkst im Morast.“ – „So bleibt nur dieser Weg hier übrig“, sagte Stanislaw. „Aber sieh nur die Dornen, die hereinhängen. Außerdem ist er eng und steinig. Sicherlich gibt es da auch gefährliche Tiere und steile Schluchten.“
„So ist es“, nickte der Einsiedler. „Aber eben dieser ist der einzige Weg, der dich schließlich in die wunderbare Stadt führen wird. Mühe dich durch diese Dornen und Steine. Schon nach kurzer Zeit wirst du klug und stark damit umgehen. Bete zu Gott und vertraue dich Seiner weisen Führung an. Mache dich mit Mut und Vertrauen auf die Reise. Du wirst sehen …“
Da machte sich Stanislaw auf den Weg. Er fand alles bestätigt, was der Alte ihm gesagt hatte. Da fiel es wie Schuppen von seinen Augen und er sprach: „Vater im Himmel, ist es nicht auch so mit unserem irdischen Leben? Es gibt so viele Irrwege. Wir Menschen irren uns, wenn wir meinen, dass sie bequem und leicht zu bewältigen sind und mühelos zum Ziel führen. Du bietest uns in voraussehender Weisheit einen Weg an, der mit Dornen des Leids und Steinen der Mühsal behaftet ist. An seinem Rande drohen Gefahren und wenn man ihn beschreitet, muss man durch finstere Täler der Angst und brennende Wüsten der Verlassenheit wandern. Doch wer Dir vertraut, wird unter Deiner Führung voll froher Hoffnung voranschreiten und am Ende das große wunderbare Ziel seines Lebens erreichen.“ Weiterlesen

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Glaubensnahe und kindgerechte Kommunionvorbereitung.

Die Geschichte von der Kleinen Juliana.
Auch wenn erst Februar ist: Es ist gar nicht mehr so weit bis zum Weißen Sonntag. Vielerorts hat schon die Kommunionvorbereitung begonnen. Und hier stehen Verantwortliche, die Pfarrer und Katecheten, aber oft auch gläubige Eltern oder Großeltern vor einer großen Herausforderung. Wie sagen wir es unseren Kindern, denen oftmals Grundkenntnisse über den Glauben vollkommen fehlen, dass Jesus Christus wahrhaft unter uns ist in der Eucharistie, dass er uns in diesem gewandelten Brot wirklich begegnen will? Das „Geheimnis des Glaubens“ muss im Grunde angenommen werden, es kann aber dann gut angenommen werden, wenn sein Wert erkannt wird: Gott selbst wendet sich uns zu, er möchte immer bei uns sein – und wir tun gut daran, ihn nicht abzuweisen.
Insofern ist es wichtig, das Interesse an Christus, das Interesse an seiner Anwesenheit in der Eucharistie zu wecken – was aber mit Liebe besser gelingen kann als unter Zwang. Das heißt, es geht darum, eine Sehnsucht zu wecken nach diesem Christus – wenn möglich auch bei den oft mit dem Glauben kaum vertrauten Eltern.
„Kommunion“ kommt ja von „communio“, das heißt „Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch.“ Dabei muss mir bewusst werden, dass diese Gemeinschaft unendlich wertvoll ist, dass es sich dafür lohnt, auch auf anderes zu verzichten (das Ausschlafen am Sonntag) und einige – letztlich nur kleine – Mühen auf sich zu nehmen (Gottesdienstbesuch, in der Kirche still werden, mitbeten, hinknien). Auf der Suche nach Materialien, die dies gut vermitteln können, bin ich im Internet auf eine Website gestoßen mit dem Namen „Die kleine Juliana und das Brot des Lebens“ Weiterlesen

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Wir befinden uns auf dem „Synodalen Weg“ von dem wir nicht wissen, wie er enden wird.

Wir befinden uns auf dem „Synodalen Weg“ von dem wir nicht wissen, wie er enden wird. Erzbischof Kardinal Woelki sagte: „Alle meine Befürchtungen sind eingetreten.“
Eine Information über die ersten Schritte des so genannten „Synodalen Weges“.

Gewissermaßen als Ouvertüre zum „Synodalen Weg“ hat sich Pater Johannes Langendörfer SJ, der Sekretär der DBK, geäußert. Dabei behauptete er, dass es in der katholischen Kirche in Deutschland eine Reihe von Blockierungen gebe, die sich begünstigend auf die Entstehung von sexuellem Missbrauch ausgewirkt hätten. Ursächlich seien unter anderen die bisherige Sexualmoral der Kirche, das Priesterbild und vor allem der eingeschränkte Zugang zum Priestertum. Für diesen Standpunkt führt er auch einige durchaus umstrittene Wissenschaftler an.
Nun soll nach Langendörfer der „Synodale Weg“ „einen neuen Weg“ eröffnen. Er sagte: „Wir machen uns hier auf einen besonderen Weg, den das Kirchenrecht so nicht kennt, das bestimmte Formen vorsieht.“ Das dürfte nach Langendörfer heißen, dass in den Themenforen der Synode Entscheidungen getroffen werden, die die Kirche in Deutschland selber in die Pflicht nehmen. Neu sei, dass es auch „zu Entscheidungen kommen könne, die die römische Ebene betreffen, (zwar) nicht auf der Ebene des Konzils, sondern auf der Ebene des Heiligen Vaters und seiner Kurie.“ Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) sei nicht gewillt, „zu akzeptieren, dass alle Themen, die jetzt und in Zukunft in Rom entschieden werden, ohne die Beteiligung der Ortskirchen getroffen werden (kath.net.31.01.2020)
Es ist erstaunlich, wie offen Langendörfer seine Ziele gegenüber Rom hier schon preisgibt. Dagegen hat aber Johannes Paul II. schon in seinem Schreiben „Apostolos suos“ klargestellt, dass Entscheidungen von Bischofskonferenzen, also auch der DBK evtl. mit dem ZdK nicht gültig seien, wenn sie die Diözesanbischöfe in die Pflicht nehmen wollten.
Das Verbot des Frauenpriestertums, das Johannes Paul II. am 22. Mai 1994 bekräftigt hat, will Pater Langendörfer nicht mehr akzeptieren. Er meint: „Es gibt kein Redeverbot zum Priestertum der Frau. Wenn man das in Verbindung mit den Erfahrungen in Bistümern und Gemeinschaften bringt, tut sich da eine große Bandbreite von Gesprächsmöglichkeiten auf.“ (kath.net 31.01.2020) Papst Johannes Paul II. erklärte schon in seinem Schreiben vom 22.Mai 1994, dass „die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich die Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“
Der Regensburger Bischof Voderholzer äußerte sich während der ersten Synodalversammlung zur MHG- Studie (Mannheim-Heidelberg-Gießen)Dabei wies er die Behauptung zurück, dass die Ehelosigkeit um des Himmelsreiches Willen und die katholische Sexualmoral sowie die angebliche Machtkonzentration auf Männer für den sexuellen Missbrauch hauptursächlich seien. Er bedauerte ausdrücklich, dass die Themen der Synode an diesen wissenschaftlich umstrittenen Aussagen orientiert seien. Damit stehen die Grundannahmen und Voraussetzungen des „Synodalen Prozesses“ auf tönernen Füßen.
Die Synodenmehrheit ist offensichtlich gewillt, ihre Vorstellungen mit brutaler Gewalt durchzusetzen. Die Bischöfe, die sich an die Lehre der Kirche halten, mussten eine erste Abstimmungsniederlage erleben. Die Erzbischöfe und Bischöfe von Köln, Passau, Eichstätt, Regensburg und Görlitz hatten vorgeschlagen, dass Vorlagen die einmütige Zustimmung der anwesenden Mitglieder des Synodalforums erfordern Bei „Einmütigkeit“ dürfe es höchstens drei Gegenstimmen geben. Doch die Synodalversammlung legte fest, dass die absolute Mehrheit für die Beschlussfassung genüge. Die lehramtstreuen Bischöfe hatten auch vorgeschlagen, dass ein Beschluss nicht gültig werden kann, wenn „ein Widerspruch zwischen der Textvorlage und der Lehre der Kirche vorliegt.“ Auch dies wurde abgelehnt. Die KNA (Katholische Nachrichtenagentur) hat diesen Vorschlag der glaubenstreuen Bischöfe als „konservative Sperrminorität“ bezeichnet.
Erzbischof Woelki fasste seine Eindrücke in dem Satz zusammen: „Alle meine Befürchtungen sind eingetreten.“ Kardinal Gerhard Ludwig Müller bezeichnete den „Synodalen Weg als „suizidalen Prozess.“.
Der deutsche Kurienkardinal em. Paul Josef Cordes warnte in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Nuova Bussula Quotdidiana“, dass mit dem „Synodalen Weg“ die Möglichkeit eines Schismas bestehe, da die Diskussionsthemen überwiegend eine Frage der Zuständigkeit der Weltkirche seien und daher nicht im Ermessen der Ortskirche liegen. Cordes warnte in diesem Interview, dass durch antikatholische und atheistische Massenmedien die Idee einer „neuen Kirche“ propagiert werden soll. (kath.net 31.01.2020) In dieser Situation werden gläubige Katholiken Zuflucht im Gebet suchen – und sie werden sich um die gläubigen Bischöfe scharen, die auch jetzt zur Weltkirche stehen. Für diese Treue zur Weltkirche sind zur Zeit Bismarcks viele deutsche Bischöfe in das Gefängnis gegangen.

Hubert Gindert

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