Der Staat ist dem Schutz der Kinder und der Familien verpflichtet! Brief an den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

gemäß unserer Verantwortung als Eltern, Großeltern, Verantwortliche in Kirche und Gesellschaft dürfen wir auf folgende größte Besorgnis weckende Gefahren hinweisen.
In Kitas werden Kuschelecken eingerichtet, in denen Kinder ihre Sexualität erfahren können.
Im Internet fand sich folgender Text:
„Rollenspiele mit sexuellem Inhalt sind ein wichtiges Übungsfeld für Kinder im Kontakt mit Gleichaltrigen. Doktorspiele, Vater-Mutter-Kind-Spiele oder andere sexuelle Rollenspiele ermöglichen zum einen, gemeinsam auf Körperentdeckungsreisen zu gehen, und zum anderen, aktiv mediale Einflüsse zu verarbeiten und spielerisch umzusetzen. Zudem fördert das Sich-Ausprobieren-Dürfen in unterschiedlichen Rollen das Selbstständigwerden“ (http://www.kindergarten-heute.de/zeitschrift/hefte/inhalt_lesen.html?k_beitrag=2325871).
Wir meinen: Zur Entwicklung der Persönlichkeit gehört ganz besonders auch die Respektierung ganzheitlicher (körperlich-seelischer) Intimbereiche.
In einer Elterninformation der 4. Jahrgangsstufe wurde deutlich, dass Kinder mit Büchern konfrontiert wurden, die mit verführenden Comics gestaltet sind, die viele Formen der Verhütung präsentieren, Intimität und Tabus verletzende Methoden empfehlen und beliebige Sexualpraktiken präsentieren. Dabei wird der Wortschatz der Kinder mit obszönen Ausdrücken „bereichert“. (vgl. TOTAL NORMAL, Beltz-Verlag, Weinheim). Es ist nicht auszuschließen, dass die Schüler ideologisch aufbereitetes Unterrichtsmaterial erhalten. Weiterlesen

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„Ermächtigung“ mit westlicher Zustimmung?

Die Bemühungen des türkischen Staatspräsidenten Erdogan, seine schon jetzt großen Machtbefugnisse weiter auszubauen, ist mit dem missglückten Militärputsch einen Schritt weiter gekommen. Der Versuch von Teilen der türkischen Armee, das zu verhindern, ist am 15. Juli gescheitert. Dies war der fünfte Versuch seit 1960. Die türkische Armee sieht sich traditionell als Hüterin der Verfassung, wie sie mit einer strikten Trennung von Religion und Kirche, vom Staatsgründer Kemal Atatürk eingeführt wurde.
Der türkische Staatspräsident Erdogan schlug sofort zurück. Innerhalb von nur zwei Tagen fielen 2745 Justizbeamte, 7899 Polizisten, insgesamt mehr als 13000 Staatsbeamte, sowie 7500 Soldaten aller Ränge der „Säuberung“ zum Opfer (Augsburger Allgemeine Zeitung 19.7.16).Inzwischen kommen rd. 30.000 Lehrer und Professoren hinzu. Die Schnelligkeit des Handelns, schließt man Willkür aus, lässt auf vorbereitete Dossiers mit den politischen Gegnern schließen. Werden Putschisten und politisch Andersdenkende mit einem fairen rechtsstaatlichen Verfahren rechnen können? Die Rechtsorgane sind „gesäubert“, die parlamentarische oppositionelle Minderheit ist eingeschüchtert, die Straße mit den Erdogan-Anhängern, die lautstark die Einführung der Todesstrafe fordert, ist mobilisiert. Und die höchste Staatsspitze bezeichnet die politischen Gegner öffentlich als „Krebsgeschwür“.
Vertreter der Europäischen Union und die deutsche Bundeskanzlerin begrüßten die Niederschlagung des Militärputsches. Hoffentlich ist die Anmahnung der Rechtsstaatlichkeit mehr als ein Feigenblatt. Bei dieser Gelegenheit sollten wir uns erinnern, dass auch Adolf Hitler 1933 legal an die Macht kam. Er benutzte den Reichstagsbrand um das Ermächtigungsgesetz durchzubringen. Hätte die Reichswehr 1933 oder 1934 und nicht erst 1944 geputscht, dann stünde sie wohl heute in der geschichtlichen Einschätzung positiv da.
Auch nach 1933 haben westliche Staatsmänner und auch Vertreter der katholischen Kirche immer wieder Dialogbereitschaft und Einhaltung der bürgerlichen Freiheiten angemahnt, wie wir das jetzt ganz ähnlich hören. Im Interesse des Erhalts des Friedens, wurde in Kauf genommen, dass Juden und politische Gegner unterdrückt, Österreich und das Sudetenland „kassiert“ wurden. Das geschah, nachdem die Tschechoslowakei trotz bestehender Bündnisverpflichtungen von Frankreich und Großbritannien, zerschlagen war. Weiterlesen

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„Barmherzigkeit ist die einzig wirkliche und letzte Gegenkraft gegen die Macht des Bösen“ (hl. Johannes Paul II.)

Am Abend des 14. Juli, das ist der Tag, an dem die Franzosen ihren Nationalfeiertag begehen, raste ein LKW auf einer Straße von Nizza in die feiernde Menschenmenge. Auf der Strecke blieben 84 Tote, darunter auch Kinder und mehr als 50 Schwerverletzte, bevor der Täter von der Polizei erschossen wurde. Die Beweggründe des Terroristen, ein Mann mit tunesischen Wurzeln, sind noch nicht restlos aufgeklärt.
Was ist in den Menschen in Nizza, in Frankreich und im übrigen Europa vor sich gegangen? Die Medien berichteten von Fassungslosigkeit über das abgründig Böse im Täter und über Wut gegen sorglose Staatsorgane. Sehen wir einmal von dem üblichen Solidaritätsritual und den Beileidsbekundigungen der Politiker ab, die nur schlecht ihre Hilflosigkeit gegenüber dem Terror verbergen. Sie können die lähmende Angst unter den Menschen nicht mehr eindämmen.
Die Angst vor dem Terrorismus, der jeden, jederzeit und überall treffen kann, breitet sich in ganz Europa, vor allem in Deutschland, wo das Sicherheitsbedürfnis besonders ausgeprägt ist, aus. Einen Tag (13.7.) vor dem Terrorakt in Nizza wurde in Deutschland die Langzeitstudie „Die Angst der Deutschen“ veröffentlicht. Sie ist seit 25 Jahren ein wichtiger Stimmungsbarometer über die Sorgen der Deutschen. Erstmals seit einem Vierteljahrhundert benannten die befragten 2500 Bürger die Angst vor dem Terror (73%), vor politischen Extremisten (68%), vor Spannungen durch Zuzug von Ausländern (67%) und die Überforderung der Politiker (65%) als wichtiger als ihre persönlichen Sorgen mit Geld, Gesundheit oder Umweltschutz. „Die Menschen haben ein gutes Gespür für Veränderungen und Probleme der Gesellschaft“ meint der Heidelberger Politikwissenschaftler Prof. Manfred Schmidt. Weiter: „die Menschen denken, dass die Politik die Kontrolle verloren hat“. Fast die Hälfte der Befragten geben der „Politik die Schulnote Fünf oder Sechs“ (Augsburger Allgemeine Zeitung, 13.7.).
Ob zu den Äußerungen der Menschen in Nizza auch ein innerer Aufschrei zu Gott hinzugekommen ist, erfuhren wir nicht. Die Menschen in Frankreich leben, wie im übrigen Westeuropa, so, als ob es Gott nicht gäbe. Sie brauchen ihn scheinbar nicht. Er hat mit ihrem Alltag nichts zu tun. Jetzt erleben wir, dass „ohne Gott alles möglich ist“.
„Dem Menschen von heute ist die Sorge um das ewige Heil fremd geworden“, heißt die Überschrift zu einem Interview mit Papst Benedikt XVI. (Tagespost 22.3.16). Wenn trotzdem in Nizza und anderswo die Frage nach Gott auftaucht, ist es eher die „warum lässt ein barmherziger Gott das alles zu?“. Der Papst formuliert im genannten Interview so „nicht mehr der Mensch glaubt, der Rechtfertigung vor Gott zu bedürfen. Er ist der Meinung, dass Gott sich rechtfertigen müsse, angesichts alles Schrecklichen in der Welt und angesichts aller Mühsal des Menschseins, das letztlich doch alles auf sein Konto geht.“ Der Papst sagt im gleichen Interview „es ist für mich ein Zeichen der Zeit, dass die Idee der Barmherzigkeit Gottes immer beherrschender in den Mittelpunkt rückt“ und Benedikt beruft sich in seiner Meinung auf Johannes Paul II., der „aus seiner Lebenserfahrung heraus“, sagt, „dass die Barmherzigkeit die einzig wirkliche und letzte Gegenkraft gegen die Macht des Bösen“ ist. Und diese Barmherzigkeit, die von Gott kommt, übertrifft jede Macht die vom Bösen stammt.

Hubert Gindert

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Gebet – Fundament unseres Lebens

Meistens ist der Grund unserer Gebete eine Bitte um ein zeitliches oder ewiges Gut. Im Gebet wenden wir uns an den allmächtigen und liebenden Gott und tragen Ihm unsere Bitten vor. Dafür eignen sich das Vater unser, das Gegrüßet seist du Maria, das Glaubensbekenntnis, der Rosenkranz, persönliche Gebete und kurze Stoßgebete wie etwa „Jesus, wärme uns in Deiner Heiligkeit“.
Oft haben wir das Gefühl, dass Gott schweigt, dass Gott uns nicht hört, dass er uns überhört, wenn er nicht so handelt, wie wir es wünschen. Deshalb ist es zunächst wichtig zu prüfen, ob unsere Bitten seinen Geboten und seinem Willen entsprechen. Ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist, dass der allwissende und liebende Gott die Übersicht über unser ganzes Leben hat. Er will es so lenken, dass wir das ewige Leben, das ewige Glück bei Ihm erreichen. Vielleicht sind dabei unsere Wünsche hinderlich. Kinder, denen man alle Wünsche erfüllt und keine Grenzen setzt, geraten in die große Gefahr des Egoismus. Deshalb sollen wir aber nicht aufhören, den Vater im Namen Jesu zu bitten (Mt 7,7f; Joh 14,13f; 15,7f; 16,23f) – aber eben nach seinem Willen (Mt 6,10), da Er am besten weiß, was für uns gut ist.
Die Frage nach einer Reaktion Gottes auf unsere Bitten erfordert Geduld wie auch der Herr Geduld, mit uns sündigen und schwachen Menschen hat. Oft ist es ja so, dass uns alle möglichen erlaubten und unerlaubten Freuden mehr interessieren als Gott selbst. Gerade in diesen Prüfungen ist es unerlässlich, Gott unsere Treue und damit unsere Liebe zu zeigen, indem wir uns nicht von unseren Leidenschaften fortreißen lassen.
Wesentliche allgemeine Richtlinien erhalten wir von Gott in der Hl. Schrift und durch die Kirche:
Denken wir hier besonders an die 10 Gebote und den Katechismus. Gottes Größe können wir in der Schöpfung bewundern. Weiterlesen

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Kirche – Dienerin oder Dienstleisterin? – Gedanken zu einem oft diskutierten Thema

Hat die Kirche einen Dienstauftrag? Auf den ersten Blick will man „Ja“ sagen. Doch das Thema wird recht kontrovers diskutiert. Sind wir als Kirche Dienstleister wie etwa ein Catering-Unternehmen, das kontaktiert wird, wenn ein besonders schönes Buffet ansteht, im Alltag dann aber kaum für den Kunden interessant ist?
Tatsächlich ist das „Event-Christentum“ weit verbreitet, die Kirche soll mit ihren sakramentalen Feiern – Taufe, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit – das Sahnehäubchen liefern, mehr aber bitte nicht. Gerade beim Ehesakrament ist die Diskrepanz und Gefahr eines solchen Denkens augenscheinlich: Wenn dann die – mehr oder weniger halbherzig eingegangene – Ehe nicht gelingt und eine Wiederverheiratung angestrebt wird, ist die katholische Kirche böse, weil sie das verweigert. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass bereits bei der Kindertaufe die Eltern und Paten sehr deutliche Versprechen ablegen: religiöse Erziehung, persönliche Identifikation mit dem Glaubensbekenntnis der Kirche, Ablehnung und Widersagen gegenüber dem Bösen. Wenn man Jahre später vielen dieser Kinder in der Erstkommunionvorbereitung wieder begegnet (häufig waren sie in der Zwischenzeit nie in der Kirche zu sehen), fehlen Grundkenntnisse.
Aber nehmen wir noch einmal das Beispiel vom Catering auf. Es gibt das richtige Sprichwort: „Der Geschmack kommt beim Essen.“ Und tatsächlich kann auch eine liturgische Feier, ein religiöses Fest, Menschen wieder oder neu zu Christus bringen, dazu führen, dass sie sich von Jesus berühren lassen. Das Problem ist nur, dass die Feiern, wo die Kirche gewünscht wird, sakramentale Feiern wie Taufe, Erstkommunion, Firmung oder Hochzeit sind. Sakramentale Feiern aber haben nicht in erster Linie die Aufgabe, neugierig zu machen; vielmehr setzen sie genau das voraus, was den „Eventkatholiken“ zumeist fehlt: die Bereitschaft, sich auf Gott einzulassen und mit ihm das Leben gestalten zu wollen. Weiterlesen

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Ein Sinneswandel bei der KNA und ihrem Chef Ludwig Ring- Eifel?

Vor über drei Jahren war der Chef der KNA, Ludwig Ring-Eifel, zu der jährlichen Runde der katholischen Publizisten mit dem päpstlichen Sekretär Erzbischof Gänswein in den Palazzo Cesi in Rom eingeladen worden, um einen Brückenschlag zwischen dieser Runde und der amtlichen deutschen katholischen Publizistik herzustellen. Anschließend ging er in zwei Artikeln, „Die Trauer der Rebellen“ und „Die vaterlose Gesellschaft“ seine Gastgeber hart an und fiel über die „papsttreue katholische Publizistik“ her.
Damals habe ich ihm auf kath.net ausführlich geantwortet, was wiederum ihn zu einer Gegenantwort
nötigte. Siehe hier:
kath.net/news/40335
Seinem Vorwurf, wir – „die papsttreuen Publizisten“ – wären nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. nun vaterlos, habe wie damals so beantwortet:
„Wir sind nicht vaterlos und werden es auch niemals sein. Wir haben einen Vater im Himmel. Und dessen Stellvertreter auf Erden, Benedikt XVI., wird uns verbunden bleiben im Gebet noch über seinen Tod hinaus. Und einen neuen “Vater” auf dem Stuhle Petri werden wir in wenigen Tagen wieder haben, dem wir uns in Treue verbinden, weil ihm die Schlüssel des Himmels gegeben sind.“
Wenige Tage später wurde Papst Franziskus als Nachfolger des heiligen Petrus gewählt, der für uns durch den Heiligen Geist mit der Amtsgnade für das Amt des Stellvertreters Christi auf Erden, des Schlüsselträgers (siehe Jesaja 22,20-23), ausgestattet der Vater der auf Erden pilgernden Kirche ist.
Seitdem ist viel Wasser den Rhein, die Donau und den Tiber herabgeflossen und Papst Franziskus hat die Kirche aufgeweckt in einem Maße, das ihm vor allem in Deutschland viel Unverständnis und Ablehnung aus Kreisen der Tradition und der „Linken“ gebracht hat. Das alles geschah in Übereinstimmung und bestem Einvernehmen mit seinem emeritierten Vorgänger, was hierzulande von „rechten“ und „linken“ Kreisen (um dieses simple Schubladendenken noch einmal zu verwenden) nicht angenommen wird.
Aber nicht so von Ludwig Ring-Eifel. Er schrieb auf katholisch.de einen kurzen aber inhaltsschweren Artikel zu der BITTE von Kardinal Sarah, dem Präfekt der Liturgie-Kongregation in Rom, die Priester mögen sich wieder öfter mit der Gemeinde zusammen nach „Osten“ zum Tabernakel hin, dem wiederkommenden Christus zuwenden und die Gläubigen mögen wieder das Knien vor dem eucharistischen Herrn lernen. Siehe:
kath.net/news/55850
In seinem Artikel „Der richtige Weg“ (katholisch.de/aktuelles/standpunkt/der-richtige-weg) zeigt uns Ludwig Ring-Eifel ein so tiefes Verständnis für den Heiligen Stuhl, Kardinal Sarah und den Papst und das von Kardinal Sarah als Bitte vorgeschlagene Verhalten der Priester bei der Feier des Messopfers, dass ich, der ich ihn und seine KNA oft sehr deutlich kritisiert habe, dafür ausdrücklich danken möchte. Ich tue das auch im Namen des Vorsitzenden des Forum Deutscher Katholiken Prof. Hubert Gindert.
Wir pflegen als katholische Christen ( und auch als „papsttreue Publizisten“) keine Feindschaften, auch wenn wir der Aufforderung der Apostels Paulus folgen, nicht Menschen zu verurteilen, aber einige ihrer Worte und Werke deutlich abzulehnen und zu kritisieren.. Das werden wir auch in aller Klarheit weiterhin tun.
Aber nach dem differenzierten Artikel von Ludwig Ring-Eifel hoffen wir auf das, was dieser nach dem Treffen im Palazzo Cesi 2013 schrieb: “Gesucht wird ein Brückenbauer, dem es gelingt, die kritischen Köpfe von rechts und links für die Kirche der Zukunft zu gewinnen.”
Wenn wir aufhören uns gegenseitig in der Kirche mit Steinen zu bewerfen, sondern uns nach den Worten Christi und des von Ihm selbst eingerichteten Lehramtes des Papstes richten, dann kann das wohl gelingen. Wir vertrauen darauf, dass wir von der KNA und ihrem Vorsitzenden weiterhin so dankenswerte und differenzierte Beiträge hören und lesen und wollen stets das Wort Jesu aus dem Markus-Evangelium im Ohr und im Herzen haben: „ Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!“
Lasst uns gemeinsam auf dem „richtigen Weg“ (Ring-Eifel), den der Herr selbst ist, gehen, den Blick fest auf Ihn gerichtet; denn dann „schreitet Christus durch die Zeit in seiner Kirche Pilgerkleid, Gott lobend. Halleluja!“

Michael Schneider-Flagmeyer

Zuerst erschienen als kath.net-Kommentar

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Was ist der Schrecken des Vatikans?

Die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ), die sich nicht als eine Boulevardzeitung à la Bild versteht, bringt einen Artikel mit dem Titel „Der Schrecken des Vatikans“. Eine solche Überschrift verschafft Aufmerksamkeit: „Der Schrecken des Vatikans“. Da fragt sich der Leser: Was ist passiert? Neue Vatileaks, ein Kurienkardinal, der vom Glauben abgefallen ist, ein neu entdeckter Schriftfund, der dazu führen könnte, dass das Evangelium umgeschrieben werden muss? Aber Nein! Es handelt sich um die 28jährige Theologiestudentin Jacqueline Straub und sie wird so in der AZ vorgestellt: „Sie will katholische Priesterin werden. Ohne Wenn und Aber … Mit 15 Jahren hatte sie ein Erlebnis, das ihr altes Leben über den Haufen geworfen hat: ‚Ich wurde von Gott berufen‘ … Vor ihrer persönlichen Wende war sie nicht besonders religiös … Das kirchliche Leben beeindruckte sie kaum … Jacqueline sprach viel mit Pfarrern und Pastoralreferenten. Alle hörten ihr zu, die meisten machten ihr Mut und unterstützten das Vorhaben … Nach dem Abitur begann sie, Theologie zu studieren… Demnächst wird sie in Luzern ihr Masterstudium abschließen: ‚Die Schweizer sind liberaler‘ … Ihr größtes Pfund ist freilich nicht das Fachwissen … es ist ihr Gespräch für die Medien. Sie ist selbstbewusst, kann sich verkaufen. ‚Die meiste Arbeit verbringe ich mit Medienarbeit‘. Fernsehen, Tageszeitungen, Magazine. Jacqueline Straub hat keine Berührungsängste. Routiniert präsentiert sie ihre Argumente. Etwa dieses: ‚Ist es gerecht, wenn man mehr als die Hälfte der Christenheit von Weiheämtern ausschließt‘… Ihren Feldzug für Frauen im Priesteramt hat sie auf professionelle Beine gestellt. Ihre Schwester Meli leitet ein Fotostudio und hat für Jacqueline einen Online-Auftritt eingerichtet … Seit drei Jahren tourt sie mit ihrer Mission durch die Lande … Doch die Amtskirche und deren Bischöfe erreicht sie nicht, noch nicht …“ Im Untertitel erfahren wir noch, dass Jacqueline „begeisterte Boxerin ist, einen Freund hat, den sie „irgendwann heiraten will“. Weiterlesen

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Demo für Alle am 24. Juli in München

Die bayerische Staatsregierung will im Lande in den Schulen in die Genderideologie, die Papst Franziskus dämonisch genannt hat und vor der deutsche Bischöfe warnen, einsteigen. Wir schließen uns dem allgemeinen Protest an, nachdem alle Apelle an den bayerischen Ministerpräsidenten nichts bewirkt haben und rufen all Leser und Freunde, denen es nur eben möglich ist, an diesem Protest in München teilzunehmen. Wenn so etwas schon am noch grünen Holze, im CSU alleinregierten Bayern möglich ist, was wird dann am dürren Holz in den anderen Bundesländern noch möglich sein?
Bis jetzt hat der bayerische Ministerpräsident nicht auf die Proteste erkennbar reagiert.
Das Forum Deutscher Katholiken nimmt an dieser Demo teil und bittet um Verbreitung dieser Nachricht, Wer nicht teilnehmen kann, ist herzlich gebeten, die Aktion durch Gebet zu unterstützen.
Näheres auf unserer Facebookseite https://www.facebook.com/Forum-Deutscher-Katholiken-1458631107755925/?pnref=lhc
und hier:
https://demofueralle.wordpress.com/demo-am-24-juli-16/

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Bibel-Missbrauch

Es ist immer misslich, wenn Dinge aus dem Zusammenhang gerissen werden. Besonders, wenn aus der Heiligen Schrift einfach Bibelstellen seziert werden, die vordergründig passend, exegetisch-theologisch völlig unpassend, den eigenen – meist gutmenschlichen – Standpunkt unterstreichen sollen. Es ist dabei typisch, dass sich Jene aus dem Fundus der Bibel bedienen, die es gut meinen, aber unfähig zur Gesamtschau sind. Sie haben mehr Attitüde als Talent.
Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise etwa wird gern das Buch Levitikus 19,33f, zitiert: »Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei Euch aufhält. soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst, denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.« – Zuletzt gesehen in großen Lettern auf der Titelseite eines Gemeindebriefes.
Vergleicht man nun die Zustände zu Zeiten der Entstehung des Buch Levitikus (ca. 500 v. Chr. nach dem Babylonischen Exil) mit den heutigen Verhältnissen – ein an sich schon irrwitziges Vorhaben -, wird auch kontextuell die Nichtvergleichbarkeit der Gegenwart in die Erlebniswelt des Priesterstammes Levi deutlich. Anders als ein Kinderbuch lässt sich die Bibel eigentlich nicht extrapolieren und transferieren.
Es ist überhaupt nicht von Flüchtlingen die Rede, das zeigt der Hinweis auf Ägypten, wohin die Israeliten ja nie geflohen, sondern lange nach Jakobs und Josefs Tod zur Sklavenarbeit gezwungen wurden. Tatsächlich geht es um allgemeine Vorschriften zur Gastfreundschaft, denn das Priestervolk Levi wies eine große Scheu vor Fremden auf und isolierte sich in einer nicht gesunden Weise, oft von ihnen selbst als besondere Frömmigkeit verbrämt. Zum unbefangenen Umgang mit Fremden, meist Durchreisenden, will die Vorschrift einladen. An keiner Stelle ist davon die Rede, dass Fremde inkulturiert oder gar in großen Massen dauerhaft aufgenommen werden müssen. Auch die Dimensionen waren völlig andere. Suchte man auch hier nach einen an den Haaren herangezogenen Vergleich ins Heute, könnte man die Verhältnis etwa so beschreiben: 200 Hessen besuchen die 4-Mio-Metropole Berlin. Und fahren dann – nicht selten verschreckt – gern wieder zurück.

Bernd Schnitter

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„Das Heidentum lebt heute in der Kirche selbst.“

Das Jesuswort „Der Mensch lebt nicht von Brot allein“ (Mt 4,4) akzeptieren auch die Materialisten. Die Kommunisten haben den Marxismus, die Nazis die Rasse zu ihrem Gott gemacht. Auf ihren Parteitagen versetzten ihre Parteistrategen die Menschen in einen Massentaumel. Auch die Marketingprofis der modernen Konsumwelt, deren Gott das Geld ist, verstehen ihr Handwerk. Sie wissen, Menschen brauchen mehr als Kalorien, weil sie sich nach Freude, Glück und Erlösung sehnen. Die Events, die die Marketingstrategen inszenieren, haben den Nachteil, dass ihnen das fehlt, was wir heute gern als die „Nachhaltigkeit“ bezeichnen. Auch nach einem begeisternden Fußballmatch, das Millionen am Fernseher miterleben und das Tausende im Stadion in einen Rauschzustand versetzt, kommt nach dem Abpfiff mit dem Alltag die Ernüchterung.
Christen sind besser dran. Was Jesus den Seinen hinterlassen hat, heißt Evangelium, zu deutsch Frohbotschaft. In ihr kommt an vielen Stellen die Freude am Glauben zu Wort. In einem Stichwortverzeichnis des Neuen Testaments ist davon an 36 Stellen die Rede. Mit Glaube ist das gemeint, was wir im Credo der Kirche bekennen, „der befreit, vom Bösen erlöst und in das wahre Leben führt“ (Youcat Ziff. 1). Es ist die sichere Hoffnung, dass seit der Auferstehung Jesu nicht alles aus ist, oder wie Benedikt XVI. sagt, die „verlässliche Hoffnung, von der her wir unsere Gegenwart bewältigen können“ (Enzyklika über „die christliche Hoffnung“ (Ziff. 1).
Ist Christen diese Hoffnung vom Gesicht abzulesen? Der Kritiker des Christentums Friedrich Nietzsche hat einmal spöttisch angemerkt, die Christen müssten erlöster aussehen. Er hatte vergessen, dass schon zu seiner Zeit nicht alle, die ein Taufzeugnis hatten, noch das geglaubt haben, was die Taufe zum Ausdruck bringt. Heute sagen repräsentative Befragungen, dass nur mehr eine Minderheit an die Auferstehung Christi und an ein Leben nach dem Tod glaubt. Joseph Ratzinger sprach 1959 (!) von einer „Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden. Das Heidentum lebt heute in der Kirche selbst“ (Hochland, 1/1959).
Die Kirche darf nicht den Vorwurf auf sich sitzen lassen, sie würde Jenseitsvertröstung betreiben und sich von den diesseitigen Problemen wegducken, z.B. von den Folgen der demographischen Katastrophe, der Massenzuwanderung von Menschen mit einer anderen Kultur- und Religionszugehörigkeit, der sozialen Kälte durch Auflösung der traditionalen Familie etc.. Das Christentum hat eine gesellschaftspolitische Relevanz. Wenn der ZDK-Vorsitzende Sternberg auf dem Katholikentag in Leipzig den Frauendiakonat als die große Forderung der Katholiken ausgibt, so interessiert das allenfalls einige Funktionärinnen katholischer Frauenverbände. Es sind nicht die Probleme der Katholiken, schon gar nicht die der deutschen Gesellschaft.
Im Jahr der Barmherzigkeit erinnern wir uns an die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit. Eines davon heißt „die Sünder zurechtweisen“. Gemeint ist die berechtigte Kritik an Menschen und Zuständen, die der Würde und dem Wert des Menschen entgegenstehen. An diese Pflicht zur Kritik sollten wir uns und die Verantwortlichen in Kirche, Gesellschaft und Politik erinnern, damit sich wieder Hoffnung ausbreiten kann.

Hubert Gindert

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