Berühren uns Zeugnis und Martyrium des heiligen Stephanus noch?

Die Geburt Christi schlägt das Tor auf, das über Tod und Auferstehung zum ewigen Leben bei Gott führt. Weihnachten ist keine Idylle. Die Kirche hat schon zwei Tage danach den ersten Märtyrer Stephanus auf den Kalender gesetzt. Mit Bedacht! Stephanus war Diakon und Chef der Jerusalemer-Caritas. Er machte deutlich, dass es der Kirche um mehr als soziale Gerechtigkeit geht. Als Stephanus den Juden die Leviten verlas und ausrief: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes sitzen“, (Apg 7,56) äußerte er unmissverständlich, wo die Hoffnung der Menschen zu finden ist. Das war sein Todesurteil.
Die Steinigung des Stephanus ist uns bekannt. Berührt sie uns noch? Sein Zeugnis hat durchaus mit der Realität von heute zu tun, wenn wir an die Christen denken, die den IS-Islamisten oder den Schindern in Nordkoreanischen Gulags oder in anderen Kerkern ihres Glaubens wegen ausgeliefert sind. Was gibt diesen Christen in solchen Extremsituationen die Glaubenskraft und das Durchhaltevermögen, die menschliches Maß und Vermögen übersteigen. Es ist das Vertrauen auf das Wort Christi „Ich bin immer bei euch“ (Mt 28,20). Das ist der Glaube, der dem Sterben seinen ultimativen, niederdrückenden Schrecken nimmt.
Papst Franziskus hat am 16. Oktober sieben Glaubenszeugen heiliggesprochen. Einer davon ist der fünfzehnjährige José Sanchez del Rio aus Mexiko. Er war Standartenträger der Christeros-Bewegung im mexikanischen Bürgerkrieg. Dieser brach aus, als die Regierung im Februar 1925 die antiklerikalen Bestimmungen umsetzte und eine romunabhängige Staatskirche gründete. Der Zölibat und viele Ordensgemeinschaften wurden verboten. Kirchliches Eigentum wurde beschlagnahmt, religiöse Schulen geschlossen, Priester wurden ins Exil geschickt oder ermordet. In diesem von 1926 bis 1929 dauernden Bürgerkrieg, in dem die Regierung die Armee einsetzte, wurden rund 250.000 Menschen getötet. José Sanchez hatte sich den Aufständischen angeschlossen. Ihr Schlachtruf war „Evviva Christo Rey – es lebe Christus der König!“ Die Anführer der Christeros wollten José zuerst wegen seiner Jugend nicht aufnehmen. Seine Eltern rieten ihm aus gleichem Grund von diesem Schritt ab. José entgegnete: „Es war noch nie so leicht wie jetzt, in das Paradies zu kommen.“ Ein vorschnell, in der geschützten Komfortzone des Elternhauses hingesagtes Wort, oder die Sehnsucht nach einem Leben bei Gott, die uns in Westeuropa unverständlich geworden ist?
Am 5. Februar 1928 wurde José gefangen genommen und brutal gefoltert. Dazwischen wurde er immer wieder aufgefordert, Christus abzuschwören. Als er standhielt, wurden ihm die Fußsohlen aufgeschlitzt. Er wurde zum Friedhof hinausgetrieben, wo er von seinem Taufpaten (!) Raphael Picaro Sanchez, der die Fronten gewechselt hatte, erschossen wurde. Das erinnert an das Wort Christi „sogar von Verwandten und Freunden werdet ihr ausgeliefert werden“ (Lk 21,16). José Sanchez del Rio und mit ihm Tausende von Glaubenszeugen haben uns eine Zuversicht vorgelebt, die Trost, Freude und Siegesgewissheit ausstrahlt. Es ist der Glaube, der den Kerker der Todesfurcht, die Menschen ohne Hoffnung ein Leben lang begleitet, aufsprengt und der mit der Geburt Christi seinen Anfang genommen hat.

Mit den besten Wünschen für
einen gesegneten Advent und
ein frohes Weihnachtsfest

Hubert Gindert und das Team des Forums Deutscher Katholiken

Bild: Wikipedia (Stephanus)

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Fortsetzung der Vorstellung der Referenten auf dem Kongress „Freude am Glauben“ 2017 in Fulda

Den Kongress „Freude am Glauben“ vom 7. bis 9. Juli 2017 in Fulda, haben wir unter das Leitwort „Hab keine Angst du kleine Herde“ gestellt. Mit diesem Leitwort greifen wir das auf, was uns Kardinal Meisner in seiner Predigt auf dem Abschlussgottesdienstes unseres Kongresses in Aschaffenburg mitgegeben hat. Wir verstehen uns als kleine Herde nicht als eine eingeschüchterte Gruppe von Menschen, die sich in eine Wagenburg zurückzieht und einigelt. Im Gegenteil! Wir sehen uns vielmehr als eine missionarische, kreative Minderheit, die „Licht auf dem Berg“ und „Salz der Erde“ sein will und die den Mut hat, ein attraktives Kontrastprogramm in der Gesellschaft zu sein.

Wir fahren fort mit der Vorstellung der Referenten und stellen heute den Bekannten Buchautor und Papstbiografen Peter Seewald vor. Mit ihm wird der Leiter des FE-Verlags Bernhard Müller vor den Kongressteilnehmern ein Gespräch führen, das den Titel hat „Warum ich noch in der Kirche bin“.

Peter Seewald, Jahrgang 1954, arbeitete als Redakteur und Autor bei „Spiegel“, „Stern“ und dem „Magazin der Süddeutschen Zeitung.“ Seine Interview-Bücher mit dem früheren Kurienkardinal Joseph Ratzinger bzw. mit Benedikt XVI. – „Salz der Erde“, „Gott und die Welt“, „Licht der Welt“ – wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Weitere Werke sind unter anderem „Die Schule der Mönche“, „Jesus Christus. Die Biographie“, „Welt auf der Kippe“ und, zusammen mit Bischof Oster, der Band „Gott ohne Volk? Die Kirche und die Krise des Glaubens“. Zuletzt erschien als viertes Dialogbuch mit Benedikt XVI. der Titel „Letzte Gespräche“. Peter Seewald ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt in München.

Bernhard Müller
geboren am 20.07.1961 in Wangen, arbeitete nach Abitur und Wehrdienst in der Filmbranche. Er ist seit 1987 Chefredakteur der Monatszeitschrift PUR-Magazin. Müller lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Kisslegg im Allgäu. Bernhard Müller ist Geschäftsführer des Fe-Medienverlages (Kisslegg) und ist Mitherausgeber des VATICAN-Magazins.

Kongressteilnehmer schreiben uns, wie sie den Kongress „Freude am Glauben“ erlebt haben.

Bernhard Mihm, Stadtrat a.D. Paderborn:
„Katholisch sein – unverkürzt und ganz entspannt, das konnte ich bei meiner Teilnahme an den Kongressen „Freude am Glauben“ erleben.
Unverkürzt: Wieviel Glaubenssubstanz, wieviel Frömmigkeitskultur ist uns verloren gegangen in den letzten Jahrzehnten! Man berief sich dabei auf das Zweite Vatikanische Konzil, folgte in Wirklichkeit aber nur dem von „1968“ geprägten Zeitgeist. Die Kongresse „Freude am Glauben“ bewahren das sonst Verlorene oder gar Verfemte. Man begegnet Theologen, die nicht nur Problematisieren und in Frage stellen. Man darf sich zur Anbetung bekennen oder den Rosenkranz beten oder Heiliges heilig halten.
Entspannt: Ganz selbstverständlich ist man in der Gemeinschaft der Kongresse katholisch, ohne Kopfschütteln zu ernten oder hochgezogene Augenbrauen. Da gibt es keine „Ibkas“, um ein treffendes Wort des österreichischen Publizisten Erik von Kuehnelt-Leddihn zu übernehmen. Leute, die sich so präsentieren: „Ich bin katholisch, aber…“. Katholisch sein ohne wenn und aber, das gibt „Freude am Glauben“.“

Herzliche Einladung zur Teilnahme am Kongress!

Mit meinen guten Wünschen für eine gesegnete Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest,

Ihr Hubert Gindert

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Der Rauch Satans in der Kirche (Bitte Update beachten!)

Dass der Rauch Satans in die Kirche eingedrungen sei, hat der selige Konzilspapst Paul VI schon festgestellt.
Der Teufel ist nur da interessiert, wo es sich lohnt, sagte immer einer meiner akademischen Lehrer. Und wo lohnt es sich mehr als bei der Schleifung des letzten, festen Bollwerks gegen den Geist des „Fürsten dieser Welt“, der römisch-katholischen Kirche.
„Es werden Bischöfe gegen Bischöfe und Kardinäle gegen Kardinäle stehen“, lautet eine der kirchlich anerkannten Ankündigungen der Mutter Gottes als „Frau aller Völker“ in Amsterdam von 1946-1958.
(Dazu gehörte auch, dass in Deutschland die „Weg-von-Rom-Bewegung“ sehr mächtig werde. Sie gipfelte in der Bemerkung des Kardinals Marx: „Wir sind keine Filiale Roms“.) Die Spaltung und die Polarisierung, die wir durch die Politik und die Medien in der ganzen Gesellschaft wahrnehmen, wo sie mit den härtesten und grobschlächtigsten Mitteln und einer unerträglichen verbalen Aufrüstung ausgetragen werden, beobachten wir seit Jahren auch in unserer Kirche. Es geht ein Riss durch die Welt und auch durch die Kirche, die der Säkularismus mit Erfolg bedroht und unterwandert. Die Gründe sind oft und vielfach genannt worden und das Heilmittel der „Entweltlichung“ wurde von Papst Benedikt XVI. in Freiburg vor Jahren überdeutlich genannt. Sein Nachfolger, Papst Franziskus, hat das Thema Entweltlichung weiter vertieft und wurde immer wieder sehr konkret. Zu diesen Konkretisierungen gehörte auch, dass er jedes Karrieredenken in der Kirche scharf verurteilte. Nun wimmelt es aber von Karrieristen in der Kirche und Papst Franziskus musste die bittere Erfahrung machen, dass diese sich auch in der römischen Kurie bequem eingerichtet hatten und seinen Vorgängern schon viel zu schaffen gemacht haben. Das jüngste Beispiel haben wir gerade erlebt, aber dazu ist eine Vorgeschichte nötig. Die Geister scheiden sich u.a. an der Frage des Umgangs mit den wiederverheirateten Geschiedenen. Dass es sich hier um ein sehr schwieriges Problem handelt, hatte Benedikt XVI. festgestellt, indem er von einer tiefen Wunde am Leib der Kirche sprach. Über die Heilung dieser Wunde streiten sich nun die kirchlichen „Ärzte“ und nach zwei Synoden hat der Papst in seinem großen Schreiben amoris laetitia versucht, auch hierfür eine pastorale Lösung zu finden, die aber so formuliert ist, dass beide Lager sie für sich beanspruchen und die Verwirrung leider nicht gelöst sondern vertieft wurde. Nun haben vier Kardinäle, unter ihnen die beiden deutschen Brandmüller und Meisner, dem Papst einen sehr respektvollen Brief geschrieben und ihre Bedenken ausführlich dargelegt. Als keine schnelle Antwort kam, haben sie sich entschlossen, den Brief zu veröffentlichen und haben damit in ein Wespennest gestochen. Man kann sich darüber streiten – und das geschieht auch sehr heftig – ob es klug war und loyal dem Papst gegenüber, diesen Brief den Medien zu übergeben. Das Ergebnis ist jedenfalls schrecklich. Weiterlesen

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Leidenschaft für Christus statt gut bezahltem Job. – Zur Kritik des emeritierten Papstes Benedikt XVI. an der deutschen Kirche

In dem im September erschienenen Gesprächsband mit Peter Seewald: „Letzte Gespräche“ beklagt der emeritierte Papst Benedikt XVI. in Deutschland einen „etablierten und hochbezahlten Katholizismus, vielfach mit angestellten Katholiken, die dann der Kirche in einer Gewerkschaftsmentalität gegenübertreten“. Durch die Vielzahl bezahlter Mitarbeiter drohe ein „Überhang an ungeistlicher Bürokratie“ zu entstehen. Gleichzeitig kritisiert der emeritierte Papst auch die theologischen Fakultäten in Deutschland. Die Universitätstheologie brauche eine „neue Intensität des Glaubens“. Was der emeritierte Papst Benedikt im letzten anprangert, ist eine verbürgerlichte Haltung kirchlicher Mitarbeiter. Ich glaube nicht, dass der Papst alle über einen Kamm schert. Aber es gibt zweifelsohne diese Haltung, dass man als Mitarbeiter der Seelsorge, ja auch als Priester, nur seinen „Job“ macht. So sagte der Kölner emeritierte Weihbischof Klaus Dick in einem Interview mit dem Kölner „domradio“: „ …  wenn ich nur für fünf Minuten Papst wäre und einen Erlass herauszugeben hätte, dann würde ich den freien Tag für Priester unter Exkommunikation stellen. Und zwar so, wie der freie Tag heute weitestgehend gehandelt wird. Wir kannten diesen Begriff nicht. Wir waren nicht tugendhafter, aber wir waren realistischer. Wir sind nicht Priester geworden, um mal Freizeit zu haben (…) Ich weiß sehr wohl, auch aus eigener Erfahrung, dass Priester Erholung und Entspannung brauchen. (…)  Aber diese Art, dass der freie Tag heute oft wichtiger ist als der liturgische Hochfesttag, das ist für mich der Anstoß schlechthin.“ Weihbischof Dick hat es damit auf den Punkt gebracht. Der große Anspruch, den der heilige Paulus benannte, „allen alles“ zu werden, scheint bei – gut bezahlten – Seelsorgern immer weniger eine Rolle zu spielen. Dabei war aber gerade dieser Seeleneifer grundlegend für die Reform der Kirche – man denke nur an die Erneuerung des Katholizismus nach dem Trienter Konzil, als Bischöfe wie Franz von Sales und Karl Borromäus durch unaufhörliche Missionsarbeit die Menschen zu einem nachhaltigen Bekenntnis des Glaubens bewegen konnten. Diese großen Reformer haben nicht die Stunden gezählt, in denen sie seelsorglich tätig waren. Mir stellt sich allerdings auch die Frage, ob nicht auch die Kritik des emeritierten Papstes an der deutschen Universitätstheologie mit der Verbürgerlichung der kirchlichen Mitarbeiter im Zusammenhang steht. Weiterlesen

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Die heilige Messe – Vorbilder und Vermächtnis des Herrn

Mit diesem Artikel werden wir eine kleine Serie starten, die sich mit der heiligen Messe und ihren Riten beschäftigen wird.Zunächst wollen wir auf die bib­lischen Grundlagen des heiligen Messopfers eingehen. Dafür ist es notwendig, eine kurze Definition der heiligen Messe vorauszuschicken: Die heilige Messe ist die unblutige sakramentale Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers Jesu Christi, das dieser als der ewige Sohn aus gehorsamer Liebe dem Vater ein für allemal dargebracht hat, um uns sündige Menschen wieder mit Gott zu versöhnen.Wir finden schon im Alten Testament Vorbilder für das heilige Messopfer. Abel brachte dem Herrn ein Opfer von seiner Schafherde dar und der „Herr schaute mit Wohlgefallen auf Abel und sein Opfer“ (Gen 4,4). Abel hat im Gegensatz zu Kain eine reine Gesinnung, was bei jedem Opfer die Grundlage ist. Es ist wichtig, dass wir die absolute Oberhoheit Gottes in Liebe anerkennen und uns Ihm ganz schenken, indem wir Ihm unseren Eigenwillen abgeben. Ihm verdanken wir alles, ohne Ihn sind wir nichts. Gott ist das reine Wohlwollen und die reine Liebe. Melchisedek, der Priester des Höchsten Gottes (Gen 14,18; Ps 110,4) bringt Brot und Wein als Opfergabe (Hebr 5-7). Der Zusammenhang zur heiligen Messe ist offensichtlich: Die Opfergaben Brot und Wein werden verwandelt in Jesu Leib und Blut. Abraham ist bereit, Gott seinen einzigen Sohn Isaak als Opfer darzubringen, was Gott verhindert (Gen 22). Gott selbst wird diese Liebestat in seinem einzigen Sohn Jesus Christus vollbringen (Joh 3,16), um uns von unseren Sünden zu erlösen. Vor dem Paschafest schlachten die Juden in Erinnerung an die Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens die Paschalämmer. Das Paschalamm muss fehlerlos sein. Es gibt sein Leben für die Befreiung des Volkes und wird so zum Vorbild für Jesus Christus, der zur Stunde der Schlachtung der Paschalämmer gekreuzigt wird und sein Leben zur Erlösung der Menschen hingibt.  Im Buch Levitikus erteilt Gott, der Herr, dem Mose Vorschriften für die darzubringenden Opfer, das alttestamentliche Priestertum und den Gottesdienst (Lev 1-8). Der Prophet Maleachi (Malachias) prophezeit im Auftrag Gottes ein nie endendes, reines Opfer (Mal 1,10f; 11,1), das im Kreuzes- und Messopfer Christi seine Erfüllung findet. Nur Er ist als der ewige Sohn in der Lage, sich dem Vater im Heiligen Geist vollkommen hinzugeben, denn Gott ist die Liebe (1 Joh 4,8.16). Das Kreuzesopfer findet seine ewige Fortsetzung im Himmel und ist grundgelegt in der ewigen dreifaltigen göttlichen Liebe. Die Offenbarung des Johannes schreibt vom geschlachteten Lamm (Offb 5), was sich auf Jesus Christus, das Lamm Gottes, und sein Opfer am Kreuz bezieht. Jesus selbst kündigt immer wieder sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung (vgl. etwa Lk 9,23-27; Mt 20,17-19) als Opfer für die Vielen zur Vergebung der Sünden an (Mk 10,45). Darauf werden wir noch genauer eingehen. Ein Vorbild im Neuen Testament für die heilige Messe finden wir in der wunderbaren Brotvermehrung (Mt 14,21-31; 15,32-39). Niemand, der zu Jesus mit ehrlichem Herzen und Reue über seine Sünden hinzutritt, wird abgewiesen. In seiner Eucharistischen Rede (Joh 6,48ff) bezeichnet Jesus sich als das Brot des Lebens, dessen Genuss ewiges Leben bringt: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag“ (Joh 6,54). Diese Worte Jesu fordern heraus und verlangen absoluten Glauben. Jesus erfüllt sein Versprechen beim Letzten Abendmahl, am Kreuz und in der heiligen Messe. Weiterlesen

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Josef Stimpfle – ein aufrechter Bischof

Am Fest Mariä Namen, dem 12. September 1996, verstarb Erzbischof Dr. Josef Stimpfle. Er war genau 33 Jahre Bischof, seine Ernennung erfolgte auch am Fest Mariä Namen im Jahre 1963. Davon war er 29 Jahre Diözesanbischof in Augsburg und anschließend päpstlicher Legat für das Hilfswerk „Kirche in Not“. Sein Geburtstag war mitten im ersten Weltkrieg am Fest Verkündigung des Herrn, am 25. März 1916. Sein 100. Geburtstag fiel auf den Karfreitag. So war er mit seinem Herrn Jesus Christus, der allerseligsten Jungfrau Maria und seinem Schutzpatron, dem hl. Josef im Leben und darüber hinaus fest verbunden.Er hinterließ ein reiches Lebenswerk für die Kirche von Augsburg und die Weltkirche. Er kannte aber auch Verleumdungen und Enttäuschungen. Seine Freundschaft mit dem hl. Papst Johannes Paul II. ist bekannt. Aus seinem Klerus sind Dr. Karl Braun als Erzbischof von Bamberg, Manfred Müller als Bischof von Regensburg und Dr. Walter Mixa als Bischof von Eichstätt und dann von Augsburg hervorgegangen. Seine Priesterweihe wurde durch den Militärdienst um fünf Jahre verzögert. Diese Jahre waren aber für ihn ein Praktikum für seine pastorale Arbeit. Er war Diener. Das hat sein bischöflicher Wahlspruch ausgedrückt: „Dem pilgernden Gottesvolk dienen“. Sein bischöflicher Hirtenstab zeigt in der Krümme statt einer reichen Verzierung eine Abbildung der Fußwaschung beim letzten Abendmahl.Zu seinem 65. Geburtstag hat er ein Interview gegeben, aus dem einige Passagen sehr viel über seine Person aussagen. Sie sollen nachstehend zitiert werden. Beim ersten Text erinnert man sich an Kapitel 12 und 13 der Apostelgeschichte, beim zweiten Text an seine persönliche Bescheidenheit. Der dritte Text ist gerade für die Gegenwart bei der Frage nach der Zulassung wieder verheiratet Geschiedener zur Kommunion richtungsgebend.

Aus der Festschrift zum 65. Geburtstag für Erzbischof Josef Stimpfle (Donauwörth 1981) ist das folgende Interview geführt von Dr. Konrad Lachenmayr genommen: Weiterlesen

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Thomas Morus: „Ich bin sicher, dass ich recht handle“ – Erwägungen angesichts des Todes – ausgewählt von Anton Ziegenaus

Folgender Ausschnitt aus einem Brief, von Thomas Morus im Gefängnis an seine Tochter Margaret geschrieben, ist eine sehr ehrliche, und gläubig realistische Erörterung angesichts der möglichen Hinrichtung. Der Brief kann in vielerlei Hinsicht klärend wirken: Die Entschiedenheit, vor dem Gewissen und seelisch keinen Schaden zu nehmen; die Güte im Denken gegenüber dem König; die Erwägungen, lieber für eine gute Sache als später einen natürlichen Tod zu sterben; das Gebet als Zuflucht gegen die Angst; die innere Ergebenheit; die Sorge, dass alle das Heil bewahren.

Thomas Morus schreibt: „Nun habe ich seitdem erfahren, dass manche sagen, diese meine störrische Art, dass ich den Eid noch immer verweigere, würde des Königs Gnaden vielleicht dazu treiben und zwingen, ein neues Gesetz für mich zu machen. Ich kann es nicht verhindern, dass ein solches Gesetz gemacht wird. Aber ich bin sehr sicher, wenn ich nach einem solchen Gesetze stürbe, so stürbe ich in diesem Punkte vor Gott als Unschuldiger. Und trotzdem ich, gute Tochter, glaube, dass Gott, der die Herzen der Könige in seiner Hand hat, es niemals zulassen wird, dass ein so gnädiger Fürst und so ehrenwerte Männer, wie sie im Parlamente sind, ein so ungerechtes Gesetz machen, wie dieses es wäre, so habe ich doch diesen Punkt nicht unbedacht gelassen, sondern habe öfter als einmal, bevor ich hierhin kam, sowohl diese Gefahr, wie auch alle andern, die mich wegen der Verweigerung des Eides in Gefahr des Lebens bringen könnten, in meinem Sinne erwogen und in Rechnung gestellt. Und obwohl ich dabei fand, dass ich viel weltlicher gesinnt sei, und dass mein Fleisch vor Schmerz und Tod mehr zurückschrecke, als es einem gläubigen Christen ziemt, so sagte mir mein Gewissen in diesem Falle doch, dass die Rettung meines Leibes den Untergang meiner Seele bedeuten würde. Ich danke jedoch dem Herrn, dass in diesem Widerstreit zum Schlusse der Geist die Herrschaft gewann, und dass die Vernunft mit Hilfe des Glaubens erkannte, wenn ich ungerecht getötet würde, weil ich recht gehandelt habe (und ich bin sicher, dass ich recht handle, wenn ich mich weigere, den Eid gegen mein Gewissen zu schwören, da mein Gewissen so beschaffen ist, dass ich nicht auf das Heil meiner Seele verpflichtet bin, es zu ändern, möge mein Tod nun ohne Gesetz oder unter dem Anschein der Gesetzlichkeit über mich kommen), so sei dies der Fall, in dem ein Mensch den Kopf verliert, ohne Schaden zu erfahren, vielmehr statt des Schadens unschätzbare Wohltaten von der Hand Gottes. Weiterlesen

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Fritz Gerlich (1883 – 1934) Ein früher Gegner Hitlers und des Nationalsozialismus.

Der Autor erzählt die Entwicklung des zunächst calvinisch geprägten Studenten Fritz Gerlich aus Stettin zum Katholiken und zum schärfsten journalistischen Gegner Hitlers in München. Die äußeren beruflichen Stationen sowie die geistig-psychische Entwicklung des Helden werden minutiös nachgezeichnet und mit Dokumenten belegt. Das barocke Lebensgefühl in München empfindet der kühle Norddeutsche als Bereicherung. In den politischen und vor allem wirtschaftlichen Wirren nach dem Ersten Weltkrieg wechselt Gerlich wiederholt seinen Standpunkt. Er findet jedoch zunächst im Archivdienst und später als Journalist zu einem soliden Standpunkt, von dem aus er sich sozial engagiert und den Kommunismus und Nationalsozialismus als gleich bedrohlich ablehnt. Der zunächst skeptische „Enthüllungsjournalist“ Gerlich erlebt bei Therese Neumann in Konnersreuth mit eigenen Augen eine Welt, die er bis dahin nicht für möglich gehalten hat. Dies führt ihn ins Zentrum des Eichstätter Widerstandskreises und zur Konversion in die katholische Kirche. Ausführlich schildert Morsey das persönliche Schicksal Gerlichs, das in jeder Phase mit dem Schicksal Deutschlands verwoben ist. Nachdem Hitler im März 1933 auch in München die Macht übernommen hatte, konnte er sich an seinem großen journalistischen Gegner Gerlich grausam rächen. Gerlich hatte vor allem in seiner Zeitschrift „Der gerade Weg“ vorausgesagt, dass Deutschland unter Hitler im Chaos versinken werde. Vergleichsweise kurz erscheinen die Folterungen im Polizeipräsidium München und die heldenhaft und tief religiöse Ergebenheit des Opfers in das Martyrium. Der Ort der Misshandlungen war überwiegend das Polizeipräsidium und nur kurzzeitig das Münchner Gefängnis Stadelheim. Ein bisher unbeachteter Empfehlungsbrief Faulhabers für Gerlich an den Ministerpräsidenten Held ist ein weiterer Beleg für die politische und religiöse Übereinstimmung der beiden Protagonisten. Unverständlicherweise spricht der Autor allerdings am Ende von einem „überzogenen Dank“ Faulhabers gegenüber Hitler (Brief 24, Juli 1933) für den Abschluss des Konkordates. Die diplomatisch – freundlichen Worte hat Faulhaber doch nur gewählt, um die Freilassung der politischen Gefangenen – insbesondere des schwer misshandelten Gerlich – zu erreichen. Wie Fachhistoriker eigentlich wissen, sind Formulierungen aus der Situation des Bittstellers heraus zu interpretieren. Sie zeigen nicht unbedingt die vorgegebene Achtung des Bittstellers, sondern eher das Gegenteil. Die Fehl-Interpretation solcher Formulierungen ist sonst nur eine herkömmliche Versuchung des politischen Gegners, der die damals katholische Prägung Münchens in eine vorwiegend braune Prägung umformen will. Dieses Buch ist dennoch ein großes Standardwerk. Die wissenschaftliche Gründlichkeit, mit der die Belege in jahrelanger Archivarbeit zusammengestellt wurden, ist heute eine Seltenheit und schon daher zu bewundern. Glücklicherweise erscheint jetzt im media maria Verlag die Neuausgabe des Buches von Fritz Gerlich über „Therese von Konnersreuth“ aus dem Jahre 1930.

Rudolf Morsey: „Fritz Gerlich (1883 – 1934) Ein früher Gegner Hitlers und des Nationalsozialismus“. Schöningh Verlag 2016 Paderborn, ISBN 978 -3-506- 78398-1, 346 S., 29,90 Euro

Eduard Werner

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Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Michael Kardinal Faulhaber

Nach den wirtschaftlichen und politischen Erschütterungen des Ersten Weltkriegs suchten die Deutschen nach den Ursachen für das nationale Unglück. Die Nationalsozialisten wollten mit ihrer Rassenpolitik den Juden die Schuld zuschieben. Zum Rassenhass kam eine pseudogermanische Heldenverehrung. Kardinal Faulhaber erkannte diese Gefahr schon frühzeitig und nahm daher in seinen Predigten gegen diese Irrtümer Stellung. Bereits in seiner Predigt am 1. November 1923 missbilligte Faulhaber den „blinden Hass (der Nationalsozialisten) gegen Juden und Katholiken“. Seit diesem Zeitpunkt bezeichneten die Nationalsozialisten Faulhaber als „Judenkardinal“. Faulhaber sah schon damals voraus, was zehn Jahre später auch Edith Stein feststellte: „Auf die Judenverfolgung wird eine Kirchenverfolgung kommen.“ Nach der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 konnte der Nationalsozialismus in der gleichgeschalteten Presse fast ungehindert seine halsbrecherischen Thesen verbreiten. Das deutsche Volk war der einseitigen Antisemitismus-Propaganda fast schutzlos preisgegeben. Bereits am 6.9.1933 erließ die Generalsynode der Altpreußischen Union ein Kirchengesetz, wonach evangelische Pastoren mit jüdischer Abstammung in den Ruhestand zu versetzen waren. Die judenfeindliche Stimmung brodelte in der Öffentlichkeit immer stärker und führte schließlich dazu, dass einige evangelische Landeskirchen erklärten, dass der christliche Glaube einen unüberbrückbaren Gegensatz zum Judentum darstelle. Die Verwirrung in den Köpfen griff um sich. Da trat als erster Kardinal Faulhaber auf den Plan und hielt schon im Dezember 1933 seine berühmten vier Adventspredigten. Er hatte den Mut, gegen den herrschenden Main-Stream nachzuweisen, dass das Christentum untrennbar auf dem Boden des Judentums steht.
In den ersten vier Predigten wies Faulhaber die politischen Angriffe auf das Alte Testament zurück und zeigte die hohen religiösen, sittlichen und sozialen Werte des Alten Testaments auf. Schon allein die Zehn Gebote und der Ein-Gott-Glaube sind ein kulturgeschichtlicher Fortschritt, der bis heute gilt. In der Silvesterpredigt entlarvte Faulhaber die morschen Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung. Den Nationalsozialisten rief er entgegen: „Wir wurden nicht von germanischen Blut erlöst, sondern vom Blut unseres gekreuzigten Herrn Jesus Christus.“ In der Silvesterpredigt 1933 entlarvte er auch die pseudoreligiösen Phrasen der Nationalsozialisten. Er zeigte die Schattenseiten des germanischen Lebens mit Menschenopfern und Trunksucht auf und resümierte dann: „Dem Vaterland ist mit aufrechten Jüngern des Evangeliums besser gedient als mit kriegslüsternen Altgermanen.“ Den Kommunismus und den Nationalsozialismus stellte Faulhaber auf die gleiche Stufe: „Dazu hat uns Gottes Gnade nicht vor dem russischen Heidentum bewahrt, um uns jetzt in einem germanischen Heidentum versinken zu lassen.“ Die Warnungen Faulhabers wurden in den katholischen Kirchen ganz Deutschlands gehört. In Köln entstand schon Monate später der „Anti-Mythus“, eine wissenschaftliche Widerlegung der nationalsozialistischen Rassenlehre, in Münster die erste kirchenamtliche Verkündigung des Anti-Mythus. Dass die nationalsozialistische Weltanschauung viel weniger in das katholische Volk eindringen konnte als in andere Volksschichten, ist neben anderen auch ein Verdienst des Wegbereiters Kardinal Faulhaber.

Eduard Werner

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„Hab keine Angst du kleine Herde“ Kongress „Freude am Glauben“ vom 7. bis 9. Juli 2017 in Fulda (1)

Den Kongress „Freude am Glauben“ vom 7. bis 9. Juli 2017 in Fulda, haben wir unter das Leitwort „Hab keine Angst du kleine Herde“ gestellt. Mit diesem Leitwort greifen wir das auf, was uns Kardinal Meisner in seiner Predigt auf dem Abschlussgottesdienstes unseres Kongresses in Aschaffenburg mitgegeben hat. Wir verstehen uns als kleine Herde nicht als eine eingeschüchterte Gruppe von Menschen, die sich in eine Wagenburg zurückzieht und einigelt. Im Gegenteil! Wir sehen uns vielmehr als eine missionarische, kreative Minderheit, die „Licht auf dem Berg“ und „Salz der Erde“ sein will und die den Mut hat, ein attraktives Kontrastprogramm in der Gesellschaft zu sein.

Wir stellen monatlich unsere Referenten vor und beginnen mit dem Schirmherrn unseres Kongresses Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Werner Münch.

Geboren 1940, seit 1968 verheiratet mit einer Ärztin, 3 Töchter, 5 Enkelkinder, Studium der Politikwissenschaften, Soziologie und Geschichte an der Universität Freiburg, Magister-Examen, Promotion (Dr. phil.), Wiss. Ass., Hochschullehrer, Rektor an einer kath. Fachhochschule, Präsident aller kirchlichen Hochschulen in Deutschland, Abgeordneter im Europäischen Parlament, Minister der Finanzen und Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt, Personal- und Unternehmensberater in Deutschland, später auch in Bulgarien, Beauftragter der Deutschen Bahn bei der EU in Brüssel, im Auftrag der EU Berater der Minister für Wirtschaft, danach der Finanzen der bulgarischen Regierung in Sofia für den EU-Beitritt Bulgariens, Politikberater und Wirtschaftslobbyist in Aserbaidschan, dort mehrfach Wahlbeobachter, Kommentare, Essays und Gastbeiträge in Rundfunk und Zeitungen, Vorträge im In- und Ausland zur Situation in Politik, Gesellschaft und Kirche, dazu und zu anderen Themen zahlreiche Publikationen, seit 2016 Schirmherr des Kongresses „Freude am Glauben“.

Professor Münch spricht über das Thema: „Rolle und Bedeutung von Minderheiten in Gesellschaft, Politik und Kirche“

Prof. Münch fragt in seinem Referat:
„Was ist heute ‚eine kleine Herde‘? Wird sie in einer säkularen Gesellschaft überhaupt wahrgenommen? Hat sie eine Chance, in Auseinandersetzungen mit Mächtigen etwas zu bewirken? Können Oasen der Besinnung, Freude, Offenheit und Wahrhaftigkeit in einer Welt, die vielfach verlogen und verloren ist, eine Hilfe sein? Hat sie eine Chance, der ‚großen Herde‘ unserer Zeit einen Weg zu anderen Einsichten, vielleicht sogar zur Umkehr zu zeigen.“

Kongressteilnehmer schreiben uns, wie sie den Kongress „Freude am Glauben“ erlebt haben.
„Seit einigen Jahren besuche ich den Kongreß „Freude am Glauben“ und bin immer wieder dankbar und begeistert von der geistlichen und geistigen Bereicherung, die von ihm ausgeht: Hervorragende Vorträge, tiefgründige Diskussionen, interessante Begegnungen und die Stärkung in der gemeinsamen Feier des Glaubens – zelebriert von eindrucksvollen Hirten wie den Kardinälen Meisner, Duka oder Müller … Für mich stets ein Höhepunkt des Jahres und Quelle der Kraft für den Alltag.“ Roger Zörb, Hamburg

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