Limburg und kein Ende

Nach wie vor verlangt das Bistum Limburg Schadensersatz von seinem ehemaligen Bischof Tebartz-van Elst. Man ist immer noch sprachlos ob dieser Dreistigkeit, zumal gerade die staatliche Justiz unter Leitung des Generalstaatsanwaltes erneut ein Verfahren gegen den Bischof abgelehnt hatte und dies auch gut begründet. Siehe:
http://www.kath.net/news/51498
Was sagt uns das Ganze?
1. In der deutschen Teilkirche werden jährlich hunderte Millionen von Euros verschleudert für Institutionen, Gremien und Bürokratien, die das Leben der Kirche eher behindern als fördern. Dazu gehört in erster Linie das immer mehr ausufernde Ordinariatsunwesen mit seiner Bürokratie und seiner “Machtergreifung”, der sich die Bischöfe immer weniger erwehren können. Ein großer Teil der Kosten geht in vielen Diözesen in Bauvorhaben für eben diese Bürokratie, die in der ganzen Weltkirche einmalig ist. Statt sie endlich zu entweltlichen, d.h. sie bis auf das notwendige Minimum zu verringern, wird für sie neue “Paläste” ( um in der Limburger Argumentation zu bleiben) errichtet aus den reichlich fließenden Zwangsabgaben der Gläubigen. Ein von uns immer wieder genanntes Beispiel ist München-Freising. Als Kardinal Wendel 1960 starb, hatte das Ordinariat 45 Hauptamtliche und drei Nonnen für die Verwaltung der großen Diözese. Heute sind es um die 1000 Mitarbeiter im Ordinariat. Das sagt doch wohl alles.
2. Welche Macht die kirchlichen Apparate haben, zeigt das Schicksal der Bischöfe Mixa und Tebartz-van Elst. Dass hier nicht wenige Bischöfe oder ein Kardinal mitspielten, macht die ganze Sache noch trauriger und zeigt manche Kapitulation vor der Macht des Apparates.
3. Was nun Limburg anbelangt, so hat ein Hauptverursacher des Dramas dort, der Frankfurter Stadtdekan und Domkapitular zu Eltz ganz ungeniert und schamlos, nach dem Wegmobben des Bischofs in der Wochenzeitschrift “Die Zeit” in einem langen Interview erklärt, der Bischof sei weder ein Verschwender noch ein Protzbischof gewesen sondern freundlichen Wesens. Siehe:
http://www.kath.net/news/46333
Dann erklärt er ganz offen, worum es in Limburg und auch anderswo geht: nämlich um die geistlichen Vollmachten der Bischöfe und über eine Protestantisierung der Kirche hinaus auch um ein gewisse Säkularisierung. Weiterlesen

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Wir leben heute in einem totalitären und weltweiten Krieg!

Liebe Leser,
die 68er hatten den flotten Spruch „stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“. Was ist aber, wenn der Krieg ungerufen zu uns kommt? Wir leben heute in einem Krieg. Er ist totalitär und weltweit. Niemand kann ihm entweichen: Nicht das Kind in der Kita oder in der Grundschule, nicht der Beamte oder Angestellte eines Unternehmens, nicht der Fernsehzuschauer, nicht der Radiohörer. Es ist der Krieg, aus dem der neue Mensch hervorgehen soll, befreit von letzten Bindungen, die seinen Flug in die absolute Freiheit behindern können. Dieser moderne Mensch, der sich Gott gleich macht, bestimmt in der Genderpolitik, ob er Mann oder Frau ist. Er hat viele „Spielarten“ von Partnerschaften zur Verfügung. Er bestimmt, wie ein Mensch entsteht, durch natürliche Zeugung oder im Reagenzglas, mit welchen Eigenschaften er ausgestattet ist, ob er geboren werden darf oder abgetrieben wird. Und er bestimmt schließlich, wann er sich von dieser Erde verabschiedet. Sciencefiction? Mitnichten! Es ist die Realität. Es ist die absolute „Freiheit von“.
Kann ich noch frei sein, wenn ich mich an etwas binde? Heißt Bindung nicht Abhängigkeit oder sogar Unterwerfung? Auch Edith Stein stellte sich solche Fragen vor ihrer Konversion: Bleibe ich frei, wenn ich mich an Gott oder die Kirche binde? Ist da noch Platz für mich? Jean Paul Sartre gab die Antwort: „Wo Gott ist, kann ich nicht sein“. Es gibt jedoch die freiwillige Bindung, die Hingabe an einen Menschen oder eine Aufgabe, eben die „Freiheit zu“, z.B. in Ehe und Familie.
Die Gesellschaftsveränderer wussten immer schon, dass die auf die Ehe gegründete Familie das stärkste Bollwerk gegen ihre Absichten darstellt. Um sie einzuebnen, wird jetzt die „Ehe für alle“ mit Adoptionsrecht für wehrlose Kinder gefordert.
Wer hilft uns in diesem weltweit geführten Krieg der heutigen Auseinandersetzungen? Wie können wir uns dagegen wehren? Wir leben in der westlichen Welt in Demokratien. Hier brauchen die Gesetzgeber Mehrheiten. Öffentliche Zustimmung oder Ablehnung, die in Petitionen, Schreiben an Abgeordnete, in Leserbriefen und Demonstrationen zum Ausdruck kommt, sind wichtig. Die Frage ist, wie können wir Menschen begeistern und motivieren, sich zu engagieren? Wie überwinden wir Einschüchterung und Lähmung, die wie eine bleierne Decke auf unserem Land lastet? Das eigentliche Problem liegt in uns selber: Der Mangel an Begeisterung und die Bereitschaft, aufzubrechen. Papst Franziskus hat kürzlich darüber gesprochen, als er meinte: „Wir müssen wieder nach Galiläa zurück“, wo die Jünger alles zurück ließen und mit Begeisterung aufgebrochen und dem Herrn gefolgt sind. Ja, wir müssen wieder nach Galiläa zurück!

Hubert Gindert

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Prälat Prof. Dr. Lothar Roos zum achtzigsten Geburtstag

Am 12. Juli feierte unser Kuratoriumsmitglied Hw. Prälat Prof. Dr. Lothar Roos seinen achtzigsten Geburtstag. Er absolvierte seine philosophisch-theologischen Studien an der theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg i.Br., in Luzern und am Freibuger Priesterseminar St. Peter. 1960 wure er zum Priester geweiht. Nach seiner Vikarszeit setzt er seine Studien an der Freiburger Universität in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften fort und promovierte 1969 in Theologie mit dem Thema “Demokratie als Lebensform”. Von 1969-1975 ist er als Dozent und Subregens im Priesterseminar St. Peter am Schwarzwaldhang in der Nähe Freiburgs tätig. 1974 hablitierte er sich er sich in Freiburg für die Fächer Christliche Gesellschaftslehre und Pastoraltheologie u.a mit dem Thema “Ordnung und Gestaltung der Wirtschaft”. Von 1974-2003 war er Hauptschriftleiter der Zeitschrift “Lebendige Seelsorge”. Ab 1975 ist er Ordinarius für Christliche Anthropologie und Sotzialethik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Von 1979 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 ist er ordentlicher Professor für Christliche Gesellschaftslehre und Pastoralsoziologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Seit 1984 ist er Geistlicher Berater des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU). Er ist auch Vorsitzender der 2002 gegründeten Joseph-Höffner-Gesellschaft. Seit 1995 ist er päpstlicher Ehrenprälat. Zu seiner ausführlicheren Biographie siehe: Kathpedia.
Seit dem Jahr 2008 war er mehrfach Referent auf den Kongressen “Freude am Glauben” unseres Forums Deutscher Katholiken und ist Mitglied des Kuratoriums.
Im September 2012 wurde im Rahmen des sog. Dialogprozesses in Hannover das Thema „Diakonia“ (Caritas) behandelt. Unser Mitglied Professor Lothar Roos hat den Text „Zum kirchlichen Profil der Caritas“ verfasst, den wir als unseren konstruktiven Beitrag für Hannover an alle Diözesan- und Weihbischöfe verschickt haben. Siehe hier auf diesem Blog wiedergegeben unter dem Datum 6.August 2012.
Auf Einladung des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz vertraten uns auf der Dialogkonferenz Professor Roos und Herr Bernhard Mihm.
Das Forum Deutscher Katholiken ist dem Hw. Herrn Prälaten Prof. Roos zu tiefem Dank verpflichtet und fühlt sich ihm außerordentlich verbunden. Seine Beiträge und sein kluger Rat hat unserem Forum in all den Jahren viel gegeben und auch in Zukunft werden uns seine Beiträge und Ratschläge von großer Hilfe und Bedeutung sein.
Wir gratulierem ihm von ganzem Herzen zu seinem runden Geburtstag und erbitten für ihn den reichen Segen Gottes und den Beistand, Schutz und Schirm der Gottesmutter. Möge der gütige Herr ihm und uns allen seinen lebendigen Geist noch lange erhalten und ihm vor allem die “Freude am Glauben” immer bewahren.

Prof.Dr.Hubert Gindert und die Redaktion

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Eine persönliche Erinnerung an Erzbischof Dyba

Im Frühsommer des heiligen Jahres 2000 trafen sich in Fulda auf Initiative von Prof. Hubert Gindert Menschen aus den Initiativkreisen katholischer Laien und Priester, einige Vertreter von geistlichen Gemeinschaften und Einzelpersönlichkeiten, ca. 50 Personen, im Kolpingheim von Fulda, um über die Gründung des von Hubert Gindert konzipierten Forums Deutscher Katholiken zu beraten. Prof. Gindert hatte im Vorfeld schon mit Erzbischof Dyba gesprochen, der sein Interesse bekundet hatte und seine Unterstützung zugesagt hatte.
Abends gegen 21:00 Uhr kam der Erzbischof dann zu uns. Ich war überrascht, dass dieser körperlich kleine Mann eine so unbeschreibliche Souveränität, Freundlichkeit und einen Optismus ausstrahlte, der in einer tiefen Freude gründete. Ich habe selten Persönlichkeiten in der Kirche erlebt, die so von innen her leuchteten. Und mir fiel gleich meine Lieblingspsalm 34 ein, in dem der große König David sagt: “Blickt auf zu Ihm und euer Antlitz wird leuchten.”
Johannes Dyba war ein solcher Mann, der leuchtete, weil sein innerer Blick fest auf Christus gerichtet war. Und so sagte er denn auch gleich nach der Begrüßung, dass ein Christ, der in seinem Leben keine tiefe Freude ausstrahlt, eigentlich kein rechter Christ ist.
Nachdem er einiges Grundsätzliche zu unserem Vorhaben gesagt hatte, sprach er über die Lage der Kirche und die Probleme, die in der Öffentlichkeit aber auch in der Kirche so kontrovers diskutiert werden. Zwei davon möchte ich hier aufgreifen und einiges davon wiedergeben, was er gesagt hatte.
Pfarrer Franz Weidemann hat jüngst auf kath.net zum Todestag von Erzbischof Dyba am 23.Juli 2000 eine sehr schöne Würdigung seines Lebens gegeben. siehe:
http://www.kath.net/news/51452
Dort schrieb er u.a. Folgendes: Weiterlesen

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Eine Initiative, die zum Weiterdenken auffordert. – Erklärung des Forums Deutscher Katholiken

“Es ist absolut inakzeptabel, dass trächtige Kühe geschlachtet werden. Deswegen wollen und müssen wir etwas dagegen tun“, sagt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Er wird dabei von den Schlachthausveterinären, von der deutschen Fleischwirtschaft und vom deutschen Bauernverband unterstützt. Was ist die Begründung? Die ungeborenen Kälber ersticken nach dem Tod der Kuh in einem Prozess, der bis zu 20 Minuten dauern kann. Das sei aus ethischen Gründen nicht vertretbar.
Die Initiative des Bundeslandwirtschaftsministers für die ungeborenen Kälber ist zu begrüßen. Sie provoziert aber gleichzeitig die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, dass ungeborene Kinder im Mutterleib getötet werden dürfen?
Auch Abtreibung ist qualvoll!
Die Forderung des Bundeslandwirtschaftsministers verlangt ein Weiterdenken, nämlich dass zum wirksamen Schutz der ungeborenen Kinder das System der rechtswidrigen, aber straffreien Abtreibung geändert werden muss.

Prof. Dr. Hubert Gindert

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“…ruht ein wenig aus.” Zum 16. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Schwestern und Brüder,
Überlegen wir einmal ehrlich: Würden wir so eine Woche lang auskommen: Ohne Zeitung und Fernsehen, Supermarkt und Auto, Handy, PC, Telefon oder Stereoanlage? Für viele von uns eine Horrovision. Und dennoch kann auch das Gegenteil, das Überstrapazieren dieser technischen Hilfen, zu einem Übel werden: das aufdringliche Piepsen von Mobiltelefonen in Kauhäusern, Zügen und bald wohl auch im Kirchenraum, das Gedröhne aus den Walkmans an jedwedem Ort, das Ruhigstelllen von Kindern nicht durch Gepräch und Zuwendung sondern durch DVD-Film oder Computerspiele. Alle aufgezählten Dinge sind ja mehr als nur Sachen. Sie stehen für eine gewachsene Lebenskultur mit ihren ungezählten Lebensmöglichkeiten. Und ohne diese Möglichkeiten wären wir bald nicht mehr mitten im Fluß des Geschehens! Wer will schon gerne im Abseits stehen? Und jetzt kommt der Urlaub mit Ruhe und Erholung. Aber das heißt heute ja eher: Surfen, Action, Ballermann und Abenteuer. Und dieser Lebensstil, in dessen Flucht und Fluß die meisten eingetaucht sind, bewirkt genau das Gegenteil von dem, was wir eigentlich suchen.
Dieser schnellebige Lebensstil von Action, ständiger Bereitschaft und dem Immermehrwollen, der den Lebensstil der Werte, Menschlichkeit und Miteinander verdrängt und Egoismus allerenden sprossen läßt, dieser Lebenstil – und nicht der Verzicht darauf – führt ins Leere, Stumpfsinnige und ins Abseits. Weiterlesen

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Wie ist das mit dem Herz und mit dem Gefühl?

Tagtäglich wird uns im Fernsehen und in gewissen Medien eingebläut, dass wir auf unser Herz und unser Gefühl hören sollen. So z.B bei Rosamunde Pilcher, Inga Lindström und vielen anderen. Auch in Kommentaren an uns und an andere Seiten wird mitunter das Herz und das Gefühl in den Vordergrund gestellt.
Das Herz und das Gefühl sind natürlich im menschlichen Leben sehr wichtig und dürfen nicht übersehen werden. Mit Herz meint sicher dabei niemand die Muskelpumpe in unserer linken Brustmitte. Oft werden Herz und Gefühl auch gleichgesetzt. Aber das “Herz” und das Gefühl können täuschen und das sogar sehr oft.
In einem Spielfilm aus den 50Jahren “Bildnis einer Unbekannten”, der noch sehr viel im Fernsehen gespielt wird, singt einer der größten Stars des deutschen Nachkriegskinos, Ruth Leuwerik, einen Song über das Herz als Vagabund, der von einem zum anderen zieht. Damit ist die Unzuverlässigkeit des “Herzens” charakterisiert, die mitunter den Menschen in die Irre führt. Genau so verhält es sich mit dem Gefühl. Es kann auch sehr täuschen.
Und doch ist beides in unserem Leben so wichtig, weil es oft an die Liebe gekoppelt ist. Nun haben wir schon drei Begriffe, Herz, Gefühl und Liebe. Alle drei können und sollen in die Tiefe führen und den Menschen zum Wesentlichen tragen. Aber diese Drei werden oft missbraucht für eine verhängnisvolle Oberflächlichkeit, die sich immer mehr breit macht und dem Menschen den Sinn des Lebens verdunkelt.
Das Herz ist in der Bibel die Mitte des menschlichen Wesens. Es ist besonders an den Ursprung alles Guten, an Gott gebunden. Das Gefühl führt uns wie das Herz zur Quelle des Lebens. Katholiken kennen das Wort “sentire cum ecclesia” – mit der Kirche “fühlen”, dass heißt in ihr und damit in Gottes Wort leben “in Fülle”
“Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens und in Deinem Licht schauen wir das Licht” (Psalm 36,10)
Herz, Gefühl und Liebe droht in unserer Welt in großer Oberflächlichkeit zu Gefühlsduselei und Gefühlsbrei zu verkommen. Deshalb ist es für die Erfüllung des menschlichen Lebens so wichtig, diese drei Bergiffe wieder aus Gottes Wort abzuleiten. Gott ist die Liebe und Seine Liebe zeigt uns, dass zu ihr wesenhaft Konsequenz gehört. Er hat einmal “Ja” zu uns gesagt und in göttlicher Konsequenz bleibt er bei diesem “Ja”. Er hat es in Christus erfüllt und wird “durch ihn und mit ihm und in ihm dieses” “Ja” in Liebe in alle Ewigkeit durchhalten. Aber Konsequenz kann auch im Augenblick einmal weh tun. Und doch gehört sie zum Wesen der Liebe. Ehepaare, die dem ein Leben lang standgehalten haben, wissen das.
Laßt uns also unser Herz, die Mitte unseres Seins, in dem Gott wohnt, weit öffnen für das Elend und die Schwierigkeiten unseres Nächsten, damit wir dem Wesen Gottes in Konsequenz folgen in einem weiteren, ebenfalls heute sehr missbrauchten Begriff : Misericordia – Barmherzigkeit. Gott hat sein Herz geöffnet und gegeben in Jesus Christus für unsere Misere. Dieses Herz und diese Liebe läßt uns “sicher wohnen”, wie der Psalmist sagt.

Michael Schneider-Flagmeyer

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Erklärung des Forums Deutscher Katholiken. Eine Initiative, die zum Weiterdenken auffordert.

“Es ist absolut inakzeptabel, dass trächtige Kühe geschlachtet werden. Deswegen wollen und müssen wir etwas dagegen tun“, sagt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Er wird dabei von den Schlachthausveterinären, von der deutschen Fleischwirtschaft und vom deutschen Bauernverband unterstützt. Was ist die Begründung?  Die ungeborenen Kälber ersticken nach dem Tod der Kuh in einem Prozess, der bis zu 20 Minuten dauern kann. Das sei aus ethischen Gründen nicht vertretbar.
Die Initiative des Bundeslandwirtschaftsministers für die ungeborenen Kälber ist zu begrüßen. Sie provoziert aber gleichzeitig die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, dass ungeborene Kinder im Mutterleib getötet werden dürfen?
Auch Abtreibung ist qualvoll!
Die Forderung des Bundeslandwirtschaftsministers verlangt ein Weiterdenken, nämlich dass zum wirksamen Schutz der ungeborenen Kinder das System der rechtswidrigen, aber straffreien Abtreibung geändert werden muss.

Prof. Dr. Hubert Gindert

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Nicht alle über einen Kamm scheren – Zu Schwierigkeiten mit dem Islam

Wir haben oft gesagt und geschrieben, dass Islam und Islamismus nicht zu trennen sind. Und dabei bleiben wir auch, da wir uns immer dabei auch auf islamische Autoritäten und den Koran selbst berufen können sowie auf die Aussagen maßgebender deutscher Politiker. Gerade in diesen Tagen wurde wieder von der Bundesregierung vor der wachsende Gefahr durch islamistische Aktivitäten gewarnt.
Aber es gibt auch Beispiele an denen man erkennen kann, dass sehr viele Muslime sich gut integriert haben und die Vorzüge von kirchlichen Institutionen sehr zu schätzen wissen.
Zur unserer Pfarrei in Saarlouis gehört eine große Kita (früher Kindergarten), in der vor Jahren im Gegensatz zu heute muslimische Kinder die Mehrheit waren. Am vergangenen Sonntag wurden die Kinder aus der Kita, die jetzt eingeschult werden, im sonntäglichen Hochamt gesegnet mit ihren Schulranzen und jedes Kind erhielt eine von den Händen fleißiger Helferinnen gebastelte schöne Schultüte, die noch mal extra mit Weihwasser gesegnet wurden. Der Kaplan legte jedem einzelnen Kind die Hände auf und segnete es im Namen Christi. Dabei waren auch einige muslimische Kinder, deren Mütter in der Kirche mit Kopftuch saßen. Das Ganze war natürlich abgesprochen und von den Kita-Damen eingeübt worden. Obwohl nicht alle muslimischen Kinder zu dieser katholischen Messfeier gekommen waren, zeigt sich doch an diesem Beispiel einmal mehr, dass es auch hierzulande zu einer freundlichen Beziehung zwischen Christen und Muslimen kommen kann und kommt.
Gerade meldet Radio Vatikan, dass in Schlewig-Holstein zu einer Forderung nach einem Gottesbezug in der Landesverfassung 20.000 Unterschriften nötig seien. In nur vier Monaten hatte man aber 40.000 Unterschriften gesammelt. Darunter waren auch die von Muslimen und Juden. Die Unterzeichner kamen aus allen Parteien.
Was sollten wir daraus folgern? Mit der Leisesetreterei von kirchlichen Amtsträgern zu Problemen wie mit dem Islam und zu Gender und anderen Problemen muss endlich Schluss sein. Unsere Bischofskonferenz muss sich in all diesen Fragen klar und unmißverständlich postitionieren und nicht aus Menschenfurcht und Angst vor finanziellen Verlusten schweigen. Der Papst macht es ihnen vor. Und wir Laien sollten mutig unseren Glauben bekennen und keine Furcht vor Nachteilen haben. Muslime respektieren durchaus ein festes und aufrechtes Bekenntnis zum Fundament unseres Glaubens. Was sie nicht respektieren, ist die schon peinliche Anbiederei zahlreicher kirchlicher Amtspersonen und Menschen, die im Dienst der Kirche stehen; denn auch viele Muslime fürchten den Islamismus hierzulande. Und die Politik muss endlich konsequenter gegenüber den islamistischen Hasspredigern und ihren Unterstützern und Mitläufern handeln. Und immer wieder müssen wir die Parteien fragen, was haben die hier noch zu suchen. Warum sind sie nicht längst aus Deutschland entfernt worden?

Michael Schneider-Flagmeyer

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Lieber nett statt wahr?

Über den evangelischen Kirchentag in Stuttgart ließe sich manche Satire schreiben. Aber manchmal überholt die Wirklichkeit die Satire. Die evangelikale Nachrichtenagentur idea hat das in einer nüchternen Reportage am Beispiel des interreligiösen Dialogs festgehalten. Autor Klaus Rösler schreibt: „Im Inneren des von riesigen Kronleuchtern festlich beleuchteten Saales sitzen die 400, die es geschafft haben (hineinzukommen), an eingedeckten Tischen. Für Musik sorgt die Tübinger Gruppe „Les baliseurs du desert“ (Wanderer in der Wüste) mit Liedern aus der islamischen Sufi-Bewegung. Die drei Musiker laden ein zum Mitsingen: Auch Christen könnten „Allah“ im Lied verehren, da dies die im Orient übliche Bezeichnung „für den einen Gott“ sei. Und so stimmen viele mit ein. Das Lied erinnert melodisch an den Ruf eines Imams auf einem Minarett“. Die Naivität der Teilnehmer hat damit aber keineswegs den Höhepunkt erreicht. Rösler weiter: „Bei einer muslimischen Bibelarbeit tritt die türkischstämmige Musikerin Hülya Kandemir auf. Unter den Türken in Deutschland war sie als Folkloresängerin eine Berühmtheit, bis sie sich 2004 entschloss, nur noch für Allah zu singen. Das hat ihr nicht nur Sympathien eingebracht. Sie freut sich, dass sie auf dem Kirchentag wie selbstverständlich über Allah singen darf. Hunderte applaudieren. Sie lädt die Kirchentagsbesucher ein, mit ihr in das „La ilaha illa Allah“ („Es gibt keinen Gott außer Gott“) einzustimmen. Die eingängige Popmelodie macht es leicht mitzusingen. Bei der Veranstaltung kümmern sich muslimische Pfadfinder – es gibt 150 in fünf Stämmen in ganz Deutschland – um den reibungslosen Ablauf“.
Rösler zieht ein Fazit: Er habe beim interreligiösen Dialog „nette Juden, Muslime und Buddhisten kennengelernt. Man muss als Christ keine Angst haben, mit ihnen über Glaubensfragen zu sprechen. Aber ich freue mich über eine klare Aussage des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister. Er hat auf dem Kirchentag vor einem ‚theologischen Mischmasch‘ gewarnt, der den Eindruck erweckt, dass ‚alles irgendwie richtig ist‘. Doch genau das hat der Kirchentag getan“. Mehr noch: Wer die erste Sure laut sagt (La ilaha illa Allah Mohammed rasul al Allah – Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet) der gilt in den Augen von Muslimen als Konvertit. Vielleicht fänden die mitsingenden Besucher das sogar gut, wenn sie es wüßten. Für die EKD allerdings gibt es noch Unterschiede. Ein Grundsatztext betont die Unterschiede zum Islam. Aber was soll man noch mit Grundsätzen, wenn alle so nett singen?

Jürgen Liminski

Dieser Beitrag erscheint auch in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels” im Juliheft. Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-966744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

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