„Entgleiste Zukunft“? Leserbrief zu Tobias Klein’s Artikel in der Tagespost vom 3.11. S.9

Der Australier Jim Jefferies arbeitet mit einer Parabel, um religiöse Menschen als dümmlich darzustellen. In seinem Fortschrittszug lässt er im ersten Waggon die klugen Wissenschaftler fahren, während er den religiösen Menschen, die geistig minderbemittelt sind, im dritten Waggon klägliche Bremsversuche unterstellt. Es ist schon eine alte Methode der Verächtlichmachung, weil Bilder nachhaltiger wirken als langatmige Texte. In der Zeit der Aufklärung unterstellten beispielsweise Kirchenfeinde den mittelalterlichen Menschen, sie hätten sich die Erde als Scheibe vorgestellt, von der man ins Nichts hinunter fallen konnte. In Wirklichkeit gibt es keinen einzigen Beleg dafür, dass die Menschen im Mittelalter so ungebildet gewesen wären. Andererseits gibt es sehr viele Belege dafür, dass im Mittelalter die Vorstellung von der Kugelgestalt der Erde allgemein verbreitet war. Das bezeugt schon der Reichsapfel, das Wappen des mittelalterlichen Kaiserreichs. Auf der Weltkugel thront das Kreuz zum Zeichen, dass Christus der Herr der Welt ist. Auch auf zahlreichen Darstellungen des Jesuskindes ist die Erde in Kugelgestalt zu sehen. Das Bild von der Erde als Scheibe war also frei erfunden, um die Religiösität des Mittelalters lächerlich zu machen. In Wahrheit geht die kulturelle Entwicklung auf der Erde auf religiöse Menschen zurück. Der geistige Frühling Europas im ersten Jahrtausend ist ohne das neue christliche Arbeitsethos und ohne die Kulturtechniken der Benediktiner nicht denkbar. Und im 19. und 20. Jahrhundert sind die Christen mit Pater Gregor Mendel und dem Begründer der Urknalltheorie, dem Priester Georges Lemaitre, deutlich vertreten. Glücklicherweise entlarvt Tobias Klein die Thesen von Jefferies als unbegründet.

Dr. Eduard Werner

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Wenn die Schöpfungsordnung außer Kraft gesetzt ist, gibt es kein Halten mehr

Paulus beschreibt im Römerbrief den Lasterkatalog einer zügellos gewordenen heidnischen Gesellschaft mit den Worten … „weil sie der Lüge anstelle der Wahrheit folgten und dem Geschöpf Verehrung und Anbetung erwiesen anstelle des Schöpfers … so gab denn Gott sie schmählichen Leidenschaften preis: ihre Frauen verloren sich in übernatürlichem Umgang, statt dem natürlichen, ebenso setzten Männer die natürliche Beziehung der Frau hintan und entbrannten in zügellosem Begehren zueinander …“ (Röm 1,25 – 27). Trotzdem kamen diese Menschen nicht auf die Idee vom Staat zu verlangen, dass ihr Treiben sanktioniert und homosexuelle Partnerschaften der Ehe gleichgestellt werden sollten. Ein solches Maß an Gleich-Gültigkeit ist unserer Zeit vorbehalten.
In Kolumbien ist am 3. Juni 2017 eine Verbindung von drei Männern offiziell als Ehe zu dritt, „trieja“ genannt, registriert worden. „Wir sind eine Familie, die in Polyamorie lebt“, sagte einer der drei Männer. Seit 2016 ist in Kolumbien die homosexuelle Partnerschaft als Ehe offiziell zugelassen. Homosexuelle Partnerschaften haben auch das Recht, Minderjährige zu adoptieren. German Rincon, der Anwalt des kolumbianischen Verbandes der Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Trans- und Intersexuellen konstatierte: mit diesen Dreierbeziehungen „wird anerkannt dass es noch andere Formen der Familie gibt“ (Augsburger Allgemeine Zeitung, 14.6.17). Sollten wir nicht besser zur gottgewollten Schöpfungsordnung zurückkehren?

Hubert Gindert

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Werden uns die technischen Errungenschaften zu Herren oder zu Knechten machen?

In den technisch fortgeschrittenen westlichen Gesellschaften, in denen Menschen ohne einen moralischen Kompass existieren, können viele ihr eigenes Leben nicht mehr ordnen. Ihre Kraft reicht nicht mehr, um alltäglichen Versuchungen, die ihnen Computer und Smartphone freihaus liefern, zu widerstehen. Das betrifft fast alle Altersschichten und beginnt bei Kindern und Jugendlichen.
Bei Jugendlichen sind „Koma saufen“ und „Zigarettenqualmen“ nicht mehr in wie früher. Das ist ein Fortschritt. Von der Sexsucht – eine weithin tabuisierte Zone – fehlen exakte Zahlen. Suchtberater geben aber keine Entwarnung.
Was die Blikk-Studie zutage fördert, zeigt, dass die Gesamtbilanz der Süchte ein immer variantenreicheres Bild wiedergibt, wenn wir die Nutzung von Smartphones unter die Lupe nehmen. Danach spielen 70% der Kinder im Kindergartenalter täglich mehr als eine halbe Stunde am Smartphone. Die Folgen: „Die Kinder werden zappelig, leiden unter Konzentrationsstörungen und sind in ihrer Sprachentwicklung gestört.“ (Allgemeine Augsburger Zeitung 30.5.17). Das Fazit der Blikk-Studie: „Übermäßiger Konsum von digitalen Medien gefährdet die Gesamtheit von Kindern und Jugendlichen massiv: 600.000 Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland gelten als internetsüchtig.“ Hinzu kommen 2.5 Mio. sogenannte „problematische Internet-User. 16% der 13- und 14jährigen geben an, Probleme zu haben, ihre Internetnutzung selbstbestimmt zu kontrollieren. 6% der 12 -17jährigen in Deutschland gelten als behandlungsbedürftig“. Schon bei einem täglichen Smartphone Gebrauch von einer halben Stunde steigt bei 8 bis 13jährigen das „Risiko von Konzentrationsstörungen auf das Sechsfache des üblichen Wertes an“.
Für die Blikk-Studie hatten rund 80 Kinderärzte aus ganz Deutschland bei den vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen bei fast 6.000 Kindern den Zusammenhang zwischen Mediennutzung und Gesundheit erfasst.
Was ist zu tun? Technische Geräte (Computer, Smartphones etc.) werden leistungsstärker und billiger werden. Niemand wird das ändern. Entweder die Menschen lernen Verzicht, Beherrschung der Technik und den verantwortungsvollen Umgang oder sie werden Knechte der technischen Errungenschaften. Die Änderung muss bei der Erziehung beginnen.

Hubert Gindert

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Die mittelalterlichen Kreuzzüge und ihre Zerrbilder

Eine schillernde Palette von Vorwürfen und Anschuldigungen gegen die Kreuzfahrer und den Papst, gegen die Kirche, die Christen und den Westen ist (aktuellen) mündlichen Äußerungen und schriftlichen Dokumenten zu entnehmen. Hier soll auf einige diese geschichtsklitternden Vorwürfe Antwort gegeben werden.
Inwiefern waren keineswegs alle Kreuzfahrer „blutrünstige Barbaren aus dem Norden“?
Zur Verzerrung der Darstellung der Kreuzzugsbewegung gehört die pauschalisierende Herabsetzung der Motive der Kreuzfahrer. So werden in nicht wenigen Beiträgen zum Thema Kreuzzüge die Kreuzfahrer als beutegierige Horde, barbarische Räuber und blutrünstige Mörder, gleichsam als Monster und Untermenschen unterschiedslos verurteilt und stigmatisiert. Mit der Wirklichkeit dürfte diese diffamierende Generalbeschuldigung jedoch nichts zu tun haben. Wahr ist, dass sich durch bestimmte, aus menschlich-christlicher Perspektive nicht versteh- und entschuldbare Exzesse und entmenschlichte Verirrungen das Bild der Kreuzfahrer verständlicherweise stark verdunkelte. Wahr ist aber auch: „die Kreuzfahrer handelten nach gängigem Kriegsrecht“ (E. Flaig) etwa bei der grausamen Eroberung Jerusalems 1099.
Ebenso wahr ist auch: Mit der Bereitschaft zur „Kreuznahme“ und damit um des Glaubens willen Familie und Heimat für eine ungewisse Zeit zu verlassen und dem Aufruf zu solidarischer Hilfe und Beistand zu folgen, wurde den Kreuzfahrern ein ganz außergewöhnlicher Lebensein¬satz sowie eine hochherzige Motivation abverlangt. Damit waren darüber hinaus verbunden: Erhebliche Risiken und Gefahren für Leib und Leben, Mut und Tatkraft, Opferbereitschaft und Verzicht. Für viele unter ihnen überdies noch der Einsatz von Hab und Gut. All dies spricht eher gegen das Bild von den blutrünstigen Barbaren.
Unter den Kreuzfahrern gab es sicher gewissenlose Abenteurer, auch Räuber und Mörder. Es gab tiefgläubige Idealisten, die ihre Ideale verwirklichten – und andere, die davon abkamen und sie teilweise oder auch ganz verrieten. Es gab unter ihnen aber auch einige Heilige. So z. B. die Seligen: Heinrich v. Bonn (gest. 1147), Otto v. Freising (gest.1158), Konrad v. Würzburg (gest. 1203); der heilige König Ludwig (gest.1270); nach der Kreuzzugsbewegung: der selige Bernhard II. v. Baden (gest. 1458); vgl. auch: der heilige Bernhard von Clairvaux (1090-1153), dessen Predigten in ganz Europa Begeisterung für die Kreuzzüge auslösten. Weiterlesen

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Wilhelm von Pechmann – der konsequente Freiherr

Wer im 20. Jahrhundert lebte, konnte nicht übersehen, dass die Haltung der katholischen und der evangelischen Kirche zum Nationalsozialismus grundverschieden war. Während Kardinal Faulhaber in seinen Adventspredigten 1933 die sittlichen Werte des Judentums pries und die nationalsozialistische Weltanschauung in der Silvesterpredigt 1933 als unwissenschaftlich und menschenfeindlich darstellte, verfielen die evangelischen Pastoren mit jüdischen Wurzeln einer doppelten Verfolgung. Sie wurden sowohl vom nationalsozialistischen Staat als auch von weiten Teilen der evangelischen Kirche verfolgt. Darunter litt der Präsident der Evangelischen Landessynode in Bayern Wilhelm Freiherr von Pechmann, weil er am Liebesgebot Christi festhielt. Er dachte zwar patriotisch, aber nicht nationalistisch. Die Menschenrechte durften seiner Überzeugung nach weder national noch rassisch beschränkt werden, sondern müssten universal gelten.
Wilhelm Freiherr von Pechmann ist am 10. Juni 1859 in Memmingen geboren. Nach seiner juristischen Ausbildung machte er rasch Karriere und wurde Direktor der Bayerischen Handelsbank. Auch zahlreiche Ehrenämter der Evangelischen Landeskirche in Bayern wuchsen ihm zu. Er wurde u.a. Präsident der Evangelischen Landessynode und des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Weiterlesen

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Die Kraft der Gegenwart Christi bringt den Pfingstgeist in uns zur Wirkung

Wir leben in der Zeit nach Pfingsten. Die liturgische Farbe der Kirche ist wieder das Grün. Entscheidend ist aber nicht die Farbe, sondern der Geist. Leben wir von Pfingsten her?
Petrus hat am Pfingsttag keine nette Rede an die Menge der damals bekannten Welt gehalten. Er hat sie vielmehr mit dem Auferstandenen konfrontiert „den ihr ans Kreuz geschlagen und aus dem Weg geschafft habt“ (Apg 2,24). Den Fragenden rief er zu: „Kehrt um und jeder lasse sich auf den Namen Jesu taufen … und ihr werdet den Heiligen Geist empfangen.“ Auf diesen Geist kommt es an, überall, damals und heute!
Am diesjährigen Pfingsttag kamen Katholiken und Evangelikale in Rom zusammen. Sie wollten an den Anfang der Charismatischen Erneuerungsbewe¬gung vor 50 Jahren erinnern. Papst Franziskus sprach zu ihnen am 3. Juni 2017 über die zwei Versuchungen geistlicher Gemeinschaften: „Die Verschiedenheit ohne Einheit“, in der sich Gruppen hinter den eigenen Vorhaben verschanzen, sich für besser als die anderen halten und nur mehr ihr „Charisma“, aber nicht mehr das Ganze sehen. Sie sind zu einer gemeinsamen Initiative mit anderen nicht fähig. Man kann solches Verhalten beobachten z.B. bei Demos für das Leben oder gegen die Genderideologie und die Frühsexualisierung von Kindern in Schulen etc..
Die zweite Versuchung besteht darin, auf „Einheit ohne Verschiedenheit“ zu pochen, d.h. andere zu einer uniformierten Vorgehensweise zu verpflichten oder keine zusätzlichen Akzente zuzulassen. Wir finden das, wenn Gemeinschaften nur einen Weg der Neuevangelisierung für möglich halten oder wenn z.B. der Katholikenrat von Berlin und der BDKJ sich vom „Marsch für das Leben“ distanzieren, weil evtl. politisch Andersdenkende als sie mitgehen könnten.
Papst Franziskus fügt seinen Worten an die Charismatiker noch hinzu: „Wir werden einmal nicht für unseren Lobpreis beurteilt, sondern für das, was wir für Christus getan haben.“ Das erinnert an den Satz „Lieben wir nicht mit dem Wort und mit dem Mund, sondern in Wahrheit und mit dem Werk“ (1 Joh 3,18). Es geht also um die Umsetzung der leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit. Begeisterung allein reicht nicht. Papst Franziskus fordert ein neues Herz. Er meint damit eine neue geistige Haltung. Ein Beispiel dafür lieferten die Christen in den von IS-Terroristen besetzten Gebieten im Irak. Die Christen der verschiedenen Konfessionen haben sich gegenseitig gestützt. Kein einziger Christ ist trotz der Schikanen zum Islam übergetreten (Tagespost, 17.06.2017).
Weil sich negative Entwicklungen weltweit in der globalen Gesellschaft ausbreiten, verlieren manche Christen den Mut, öffentlich Zeugnis für den Glauben abzulegen. Der 17. Kongress „Freude am Glauben“ hatte deswegen das Motto „Fürchte dich nicht du kleine Herde“. An einer Reihe von Beispielen konnte aufgezeigt werden, wieviel wenige, selbst einzelne Personen auch heute Positives bewirken können.
Das Wort Jesu „Fürchte dich nicht, du kleine Herde“ geht weiter mit „Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Die Kraft seiner Gegenwart ist es, die den Pfingstgeist in uns zur Wirkung bringt.

Hubert Gindert

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Zur Schmerzensmutter von Telgte – Auf den Spuren von Kardinal von Galen

Wallfahrten sind für immer mehr Menschen eine ansprechende Chance, um ihren Glauben zu bekennen, Gemeinschaft zu erleben und verschiedene Pilgerstätten kennenzulernen. Meist führt der Weg zum frommen Ziel über Bus, Bahn oder den eigenen PKW. Die Fußwallfahrt des diözesanen Fatima-Weltapostolats am Samstag, den 13. Mai 2017, führte über den bewährten Pilgerweg von Münster nach Telgte. Die Route über Waldwege, Straßen und Fluren nahm viereinhalb Stunden in Anspruch und verlangte von den Gläubigen erheblich mehr Einsatz und Ausdauer als üblich.
Auch deshalb hat die Teilnahme von ca. 120 Männern, Frauen und Kindern von 4 bis 90 Jahren, die aus nah und fern angereist kamen, die Erwartungen der beiden Leiterinnen des Fatima-Weltapostolats im Bistum Münster wohl erheblich übertroffen: Sonja Kaufmann und Irmgard Greive aus Sendenhorst freuten sich zudem über die Begeisterung und innere Anteilnahme der Wallfahrer, über das gute Miteinander und den intensiven Gebetsgeist. So bewahrheitete sich, was die beiden Organisatorinnen in ihrer Einladung als Schlussappell formuliert hatten: „Möge sich das Gute vermehren, das Böse und Sinnlose uns aber fernbleiben.“
Für die „Vermehrung des Guten“, vor allem die Verkündigung des Evangeliums, plädierte auch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn in seiner Predigt während des Pontifikalamts im Kloster zum Guten Hirten in Münster. Dort hatten sich um zehn Uhr zum Auftakt der Wallfahrt weit über 100 Gläubige eingefunden. Die Kapelle war derart überfüllt, dass der Weihbischof persönlich eine große Gruppe aus Cloppenburg im Oldenburger Münsterland auf restliche Kirchenstühle und sogar auf Ministranten-Sitzhocker verteilte. Weiterlesen

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Pater Pio – Die Märtyrer von Otranto – Das Antlitz Christi. Rückblick auf eine Wallfahrt

Am Ostermontag (17. April) brach eine Pilgergruppe (34 Personen) bei nasskaltem Wetter zu einer Pilgerreise nach Italien auf. Am „Ettaler Mandl“ (869 m) lag dünner Neuschnee. Jenseits des Brenners lockerte die Bewölkung auf und es wurde etwas wärmer.
Erste Station war die Stadt Mantua. Es ist eine alte etruskische Gründung, die sich rühmen kann, den römischen Dichter Vergil zu ihren Söhnen zu zählen. Den Katholiken ist die Stadt vor allem durch den heiligen Aloisius Gonzaga (1569 bis 1591) bekannt. Er entstammte dem Geschlecht der Gonzaga, das von 1328 bis 1627 als Markgrafen und Herzöge eine bedeutende Rolle, sowohl politisch wie als Förderer der Kunst, spielte. Die Attraktion, die noch heute auf die Besucher ausgeht, ist auf die Kunst und die Musikveranstaltungen zurückzuführen. Der Rundgang durch die Stadt begann am Schloss, dem Castell S. Georgio, und führte auf die langgestreckte Piazza Sardello. Um sie gruppieren sich die wichtigsten Gebäude der heute 40.000 Einwohner zählenden Stadt: der Palazzo Ducale (Herzogspalast) mit dem Dom, in dem der hl. Bischof Anselm verehrt wird. In dieser Kathedrale feierten wir mit Prof. Dr. Ziegenaus, dem geistlichen Leiter der Wallfahrt, die hl. Messe. Es gibt neben der Kathedrale noch eine zweite Bischofskirche, nämlich San Andrea. An beiden Kirchen zeigt sich, ebenso wie an den weltlichen Bauten, dass die große Zeit Mantuas die Epoche der Renaissance (16. Jahrhundert) war, selbst wenn die Außenfassade, wie bei San Andrea, aus der Barockzeit stammt. Die älteste Kirche Mantuas ist die kleine romanische Rundkirche Santa Lorenza aus dem Jahr 1082. Sie war lange Zeit überbaut und verdeckt. Weiterlesen

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Wegbereiter in der Kirche: Bernadette Subirous (1844-1879)

Liberté, Egalité, Fraternité hatten sich die starken Männer der französischen Revolution auf ihre Fahnen geschrieben und der Masse des Volkes das Paradies auf Erden versprochen. „Die Minderheit hat überall ein ewiges Recht, nämlich dasjenige, die Wahrheit zu proklamieren, oder das, was sie dafür hält“ (Verteidigungsrede auf die Anklage, er strebe nach der Diktatur, 1792, Robespierre 1758-1794). „Nach dem Brot für das Volk kommt die Bildung“ (Danton), wobei die Inhalte der Bildung ideologisch von der säkularen Macht vorgegeben werden.
55 Jahre nach Beginn der französischen Revolution mit den Folgen einer massiven Entchristlichung wird Bernadette Subirous 1844 als erstes Kind der Familie geboren. Sie erlebt mit der Familie den Abstieg in die Arbeitslosigkeit, ungesunde Wohnverhältnisse, Armut, Krankheit (Tuberkulose) auch als Folge der Armut, mangelhafte Schulbildung und das alles in einem kleinen unbedeutenden Ort am Fuß der Pyrenäen, weitab vom Machtzentrum Paris. Schon vor ihrem 14. Lebensjahr musste sie Schweine hüten, in einer Schänke arbeiten und selbstverständlich die Mutter bei der Hausarbeit und in der Betreuung der Geschwister unterstützen. Sie konnte es nicht in dem Umfang, wie sie es wollte. Denn ihre schwache Gesundheit hemmte ihre physischen Kräfte. Religionsunterricht erhielt sie von einem Pfarrer, der von den Erscheinungen der Muttergottes in La Salette gehört hatte und davon begeistert war. Weiterlesen

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Lucca – Stadt der 100 Kirchen: Tipp für den religiös interessierten Toskanareisenden

Die Toskana steht für unzählige kulturelle und vor allem auch religiöse Kunstwerke in Italien. Die bekanntesten Städte sind wohl Florenz, Siena und Pisa.
Weniger bekannt, doch für den religiös interessierten Urlauber ein wirklicher Geheimtipp, ist Lucca, auch die Stadt der 100 Kirchen genannt. Tatsächlich findet man in Lucca eine Vielzahl von Gotteshäusern.
Die wohl größte Kirche ist der Dom zum heiligen Martin, der allerdings auch ein Touristenmagnet ist. Verehrt wird in der Domkirche, mit deren Bau um 1000 begonnen wurde, das „Volto Santo“, ein geschnitztes Bild des Gekreuzigten, das angeblich auf Nikodemus zurückgeht. Nikodemus wird im Johannesevangelium als ein Gesetzeslehrer beschrieben, der mit Jesus lange Gespräche führte und ihn schließlich gemeinsam mit Josef von Arimatäa nach dem Kreuzestod begraben hat. Er soll auf Anleitung von Engeln das „Volto Santo“, das den Gekreuzigten in einen Mantel gehüllt und mit einer Krone auf dem Haupt zeigt, gestaltet haben. Zu Ehren des Kreuzbildes findet immer am 13. September, dem Abend vor dem Fest Kreuzerhöhung, eine Prozession statt, die an einer weiteren bedeutenden Kirche in Lucca ihren Anfang nimmt: in San Frediano.
San Frediano fällt dem Besucher bereits durch seine außergewöhnliche Fassade auf, an der ein großes Mosaik mit dem erhöhten Christus bei seiner Himmelfahrt zu sehen ist. Im Innern der Kirche ist die heilige Zita von Lucca bestattet, eine Magd, die sich vor allem durch ihre Liebe gegenüber den Armen auszeichnete. Sie lebte im 13. Jahrhundert, und als sie rund 300 Jahre nach ihrem Tod selig gesprochen wurde, war ihr Leichnam nicht verwest, sondern weitgehend erhalten.
Außerdem fand der Angelsachse Richard von Wessex hier seine letzte Ruhestätte. Er war der Vater von Willibald, Wunibald und Walburga, den Patronen des Bistums Eichstätt. Richard von Wessex war mit seinen Söhnen als Fußpilger unterwegs nach Rom und ist 721 in Lucca verstorben, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand. Willibald zog dann mit Wunibald weiter nach Rom, kam später im Auftrag des Papstes und auf Geheiß seines Verwandten Bonifatius in die Umgebung des heutigen Eichstätt und gründete dort ein Kloster, den Anfang der Diözese Eichstätt.
Das dritte bekannte Gotteshaus in Lucca ist die vom 12. bis Ende des 13. Jahrhunderts entstandene Kirche „San Michele in Foro“, deren Äußeres in Carrara-Marmor gestaltet ist. Auffallend ist vor allem die Fassade, die aus einer Vielzahl von kleinen Säulen besteht. Im Inneren ist die Kirche reich mit Kunstwerken bestückt, zu den bekanntesten gehört eine „Madonna mit dem Kind“ von Andrea della Robbia. Weiterlesen

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