Erklärung des „Forums Deutscher Katholiken“ zu den Erwartungen an den neuen Bischof von Augsburg

Die Diözese Augsburg erwartet einen neuen Bischof.
Im Vorfeld der Berufung wurde ein „Initiativkreis Bistumsreform Augsburg“ gegründet, der seine „Erwartungen“ an den künftigen Bischof formuliert hat. Diese umfassen die Dialogbereitschaft „Auch in die moderne Gesellschaft und die verschiedenen Milieus hinein“, die „Respektvolle Begegnung mit den Verantwortlichen“ und „Die Anerkennung ihrer (Mit-)Verantwortung“. Das sind Forderungen, die man auch an andere Führungskräfte richten kann.
Die „Erwartungen“ des „Initiativkreises Bistumsreform Augsburg“ gehen aber weiter: Gefordert werden vom neuen Bischof die Zulassung „neuer Formen der Seelsorge“ und der „Mut zu ökumenischen Schritten“, konkret zu einer „gemeinsamen Abendmahlsfeier“.
Wenn „Erwartungen“, wie „ökumenische Abendmahlsfeiern“ aber im Gegensatz zur Lehre der Kirche und zum Versprechen bei der Bischofsweihe stehen, dann können sie nicht erfüllt werden. Denn der neue Bischof verspricht bei seiner Weihe: „Ich werde die Einheit der ganzen Kirche schützen und deswegen werde ich mich eifrig bemühen, den von den Aposteln überlieferten Glauben rein und unverfälscht zu bewahren“ (eig. Übersetzung aus der geltenden Formel des Treueides, abgedruckt in: Archiv für katholisches Kirchenrecht 157 (1988) 378 f.,Anm. 93; www.kirchenrecht-online.de/kanon/glaub.html).

Die Forderungen des „Initiativkreis Bistumsreform Augsburg“ führen zur Verwirrung unter den Gläubigen und zur Spaltung der Katholiken. Das „Forum Deutscher Katholiken“ lehnt die Forderung dieses Initiativkreises entschieden ab.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Sprecher des „Forums Deutscher Katholiken“

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Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Bischof Georg Michael Wittmann

In der heutigen Krise der Kirche werden Reformer gesucht, die in ähnlichen Situationen neue Wege aufgezeigt haben und sie mutig gegangen sind. Bischof Georg Michael Wittmann (1760 – 1833) von Regensburg war ein solcher. Wittmann war langjähriger Regens des Priesterseminars, Freund und enger Mitarbeiter von Bischof Michael Sailer. Bischof Rudolf Voderholzer charakterisiert Wittmann mit den Worten: „Wittmann ging es um die Erneuerung aus einer tiefen Christusverbundenheit, um eine Neuorientierung des von Säkularisation und Aufklärung geprägten kirchlichen Lebens … dabei übersah er die äußere Not seiner Zeitgenossen ebenso wenig, wie die innere Not einer geistlichen Orientierungslosigkeit als Folge der Aufklärung.“
Georg Michael Wittmann brachte für seine Mission gute Voraussetzungen mit: „Er war belesen, hoch intelligent, ungemein diszipliniert, demütig, bescheiden, gebetstreu, asketisch und von einer ansteckenden Spiritualität“. Er begnügte sich mit fünf Stunden Schlaf, um Zeit zu haben für vier Stunden Schriftlesung, Meditation und Anbetung und für rund 14 Stunden Arbeit. Seine Kraftquelle war das Gebet.
Die Zeit Wittmanns war von Umbrüchen, Unsicherheiten und Glaubensabfall geprägt. Das Ansehen und die Macht des Papsttums sank auf einen Tiefpunkt. „Auflösungserscheinungen und Glaubensverlust hatten eine zersetzende Wirkung im Klerus.“ Dieses Bild war auch eine Folge des Klostersturms der Säkularisation von 1803. Wittmann „wusste nur zu gut, dass die geistigen Urheber der Säkularisation auch vom Hass gegen die Kirche angetrieben waren“. Regens Wittmann brachte das nicht aus dem Tritt. Er konzentrierte seine Arbeit auf die Heranbildung glaubensstarker Priester. Er forderte „strenge Aufnahmeprüfungen“. Den Priesterkandidaten versuchte Wittmann zu vermitteln, dass das „tägliche Messopfer und die Begegnung mit dem eucharistischen Herrn, die wichtigste und intensivste Gebetsübung für Priester“ seien. Der Regens war überzeugt, „die wissenschaftliche und moralische Bildung hänge nicht von Studienordnungen ab, sondern in erster Linie von der Person des Regens“. Was der Regens verlangte, lebte er selbst vor. Weiterlesen

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Stellungnahme des „Forums Deutscher Katholiken“

Das Internetportal „katholisch.de“ bringt am 30.6.2019 den Bericht „Attentat und Pontifikalämter – Kongress ‚Freude am Glauben‘ ganz unten“ von Andreas Püttmann über den Kongress 2019 in Ingolstadt. Püttmann versucht darin den Kongress in die Nähe des Rechtsextremismus zu rücken. Er geht so weit, ihm eine Mitschuld an der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke anzurechnen. Hass macht blind. Wo der abgrundtiefe Hass gegen das „Forum Deutscher Katholiken“ und seinen Kongress, auf dem er schon selber gesprochen hat, seinen wahren Ausgang nimmt, mag er sich selber beantworten. Das ist sein Problem.

Der Informationswert des Püttmann’schen Berichtes ist gleich Null. Immerhin hatte der Kongress zwei Podiumsgespräche „Wie kann der Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt werden?“ sowie „Mensch bleiben in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts“ sowie sieben Vorträge, so z.B. „Eucharistie und Priestertum – ein unersetzbares Geschenk des Herrn an seine Kirche“, „Wir brauchen einen missionarischen Aufbruch, aber eine katholische Mission“, „Fluch oder Segen? Was die neuen Medien mit den Menschen und der Kirche machen“, „Demokratie lebt vor allem von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit“. Darüber erfahren die Leser von „katholisch.de“ kaum etwas. Es mag ja sein, dass das Referatsthema „Wie objektiv werden wir informiert? Die Verantwortung der Medien in der digitalen Welt“ Andreas Püttmann und „katholisch.de“ nicht geschmeckt hat. Das ist aber nicht unser Problem.

Ob „katholisch.de“ dieser Botschaft von Püttmann einen Platz einräumt, damit die Prinzipien eines katholischen Journalismus beachtet, mag jeder selbst beurteilen. Es gibt Formen des Journalismus, die sich selbst demaskieren.

Für das „Forum Deutscher Katholiken“ bleiben, wie schon bisher, die Lehre der Katholischen Kirche, wie sie im KKK formuliert ist, sowie die Sozialbotschaft der Kirche und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland Grundlage seiner Arbeit, „sei es gelegen oder ungelegen“.

Prof. Dr. Hubert Gindert

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Glaubensimpulse in einer Stadt des katholischen Aufbruchs

Kongress Freude am Glauben vom 14.-16. Juni in Ingolstadt

Ingolstadt – das war im Zeitalter der katholischen Reform nach Reformation und Trienter Konzil eine Stätte des katholischen Aufbruchs. Nach dem Trienter Konzil wirkten hier die Jesuiten – unter anderen Petrus Canisius, aber auch Jakob Rem, der die Studenten zur tiefen Christusverehrung über die Gottesmutter – als „Mater ter admirabilis“ führte. Könnte aus dieser Stadt vielleicht auch heute ein neuer katholischer Aufbruch hervorgehen? Diese Frage stellte Prof. Hubert Gindert, Vorsitzender des „Forums Deutscher Katholiken“ zu Beginn des Kongresses Freude am Glauben, der in Ingolstadt vom 14. bis zum 16. Juni stattfand. Er stand unter dem Motto „Ohne Gott – keine Zukunft“.
Die Notwendigkeit der Hinkehr zu Gott
Den Eröffnungsgottesdienst hielt der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. In seiner Predigt wies er auf die beiden Parallelen „Christus – Kirche“ sowie „Mann – Frau“ hin. Dies werde beim Ehesakrament deutlich, wonach die Ehe zwischen Mann und Frau Abbild der Beziehung Christi zu seiner Kirche ist. Diese Beziehung von Christus und Kirche komme auch wesentlich beim katholischen Verständnis des besonderen Priestertums zum Tragen: Der Priester repräsentiere Christus als Bräutigam der Kirche. Folglich müsse der Priester ein Mann sein. Dass eine Priesterweihe für Frauen nicht möglich sei, schließe allerdings keinesfalls „aus, dass die Kirche und alle ihre Glieder jedem Menschen mit Hochachtung begegnen, ganz gleich, welche biologischen oder psychischen Besonderheiten er hinsichtlich seines Geschlechtes aufweist. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes.“ Gleichwohl habe die „grundsätzliche Infragestellung der in der Schöpfung gegebenen Bezogenheit von Mann und Frau aufeinander … aber nicht nur erhebliche anthropologische Folgen, sondern auch theologische, insbesondere sakramententheologische.“ Diese Sorge drücke auch das Gender-Dokument aus, das vom Vatikan unlängst veröffentlicht wurde. Die Gender-Ideologie hänge mit der von Papst Franziskus kritisierten „‚ideologischen Kolonisierung‘ zusammen, durch die gerade über den Weg der Erziehung der Kinder und Jugendlichen die Schöpfungswirklichkeit untergraben wird“.
Zudem sprach Bischof Voderholzer im Ingolstädter Stadttheater ein Grußwort, in dem er den Kongress als „wichtiges Forum des Austausches und der Begegnung, vor allem aber des gemeinsamen Ringens und Vertiefens des Glaubens“ würdigte. Weiterlesen

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Die Neue katholische Frauenbewegung. Gemeinsam unterwegs

Am 14. Juni diesen Jahres wurde in Ingolstadt die Neue katholische Frauenbewegung NkF gegründet. Sie hat sich die Madonna Salus Populi als Bild und Zeichen ihres Engagements gewählt, denn sie ist nicht nur Schutzherrin des römischen Volkes sondern auch Wegweiserin. Und so wollen die Frauen Mariens Wort folgen: Was er euch sagt, das tut.
Maßstab ist daher der Glaube wie ihn der Katechismus der Katholischen Kirche lehrt. Das bedeutet, dass der Priester als Spender der Sakramente in persona Christi handelt, sodass Frauen logischerweise nicht zu Priestern geweiht werden können, auch wenn der Zeitgeist das unverdrossen immer wieder lautstark verlangt. Es bedeutet auch, dass der priesterliche Zölibat ein wertvolles Geschenk ist, das dem Vorbild Jesu entspricht.
Die Mitglieder der NkF streben nicht nach kirchlichen Ämtern – wollen nicht Teil des sonst oft so heftig kritisierten Klerikalismus sein – und schauen auch da auf Maria, die Mutter der Kirche, die wie keine andere Frau auf Erden für das Amt des Priesters prädestiniert war. Doch sie blieb, was sie mit ihrem Fiat versprochen hatte: Magd des Herrn. Weiterlesen

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„Bundesbeauftragten gegen Christenfeindlichkeit“

Wenn ein Nichtchrist, in diesem Fall Henryk Broder, einen „Bundesbeauftragten gegen Christenfeindlichkeit“ fordert (kath.net 05.04.2019) ist es mit der Solidarität der Christen mit ihren verfolgten Mitbrüdern offensichtlich nicht weit her.
Henryk Broder ist Jude. Er weiß, wenn Menschenrechte, wie die Religionsfreiheit unterdrückt werden, dann kann das alle betreffen. Diese Erkenntnis mindert sein Engagement in keiner Weise. Das Gegenteil ist der Fall. Zuerst sollten wir dankbar registrieren, dass bei uns, dieser Einsatz, in einer Zeit weltweiter Christenverfolgung, noch ohne großes Risiko möglich ist. Zur Erinnerung: Die Zahl der dokumentierten Morde an Christen ist von 2782 im Jahr 2017 auf 4136 in 2018 gestiegen. Das sind 11-12 Blutzeugen pro Tag. Diesen Christen war bewusst, wofür sie litten und starben.
Aber auch bei uns nimmt die aggressive Form des Kirchenkampfs zu. In Frankreich ist die offiziell registrierte Zahl der Angriffe auf christliche Kirchen und Gräber von 878 im Jahr 2017 auf 1063 im Jahr 2018 angestiegen. Die Schändungen und Plünderungen der Gotteshäuser, es sind fast nur katholische Kirchen; hat in den letzten 10 Jahren dramatisch zugenommen.
Bei der Verletzung von Menschenrechten sind alle zur Solidarität verpflichtet. Aber es besteht eine Rangfolge dieser Verpflichtung. Es gibt Erstverantwortliche, die aufgrund ihrer Funktion, ihrer Machtstellung, d.h. ihrer Möglichkeit etwas zu ändern zunächst angefragt sind. Erstverantwortliche für die Christenverfolgung sind Papst, Bischöfe und Vertreter von Laienorganisationen. Aber auch die Politiker von Rechtsstaaten sind mit der Verletzung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit konfrontiert. Sie sprechen gerne von „unseren Werten“. Dazu zählen zweifellos Grundrechte. Aber auch die Wirtschaftsführer, die profitable Geschäfte mit Unterdrückerstaaten machen, hätten Einfluss. Schließlich sind es die Medien, die für sich beanspruchen, sich für die Unterdrückten, zu Kurzgekommenen und Ausgegrenzten einzusetzen. Wo bleibt ihr Protest? Sie schlagen gerne den großen Gong, wenn ein Journalist in der Arbeit behindert, vielleicht sogar eingesperrt wird. Wo aber 200 Mio. verfolgte Christen auf ihrer Agenda stehen müssten, interessiert das, wenn überhaupt, nur am Rande.

Hubert Gindert

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Resolutionen des Forums Deutscher Katholiken beim Kongress „Freude am Glauben“ 2019

  1. Gefährdung der Rechtsstaatlichkeit und unserer Freiheit

„Nach langjähriger Erhaltung des Friedens in unserem Land, wofür wir dankbar sind“, mahnte das „Forum Deutscher Katholiken“ auf seinem Kongress in Ingolstadt an, dass es höchste Zeit wird, nach Verlusten der Rechtsstaatlichkeit und unserer persönlichen Freiheit zu fragen. Die zentralen Defizite in Bezug auf diese beiden Säulen in einer Demokratie wurden u. a. an folgenden Punkten verdeutlicht und kritisiert:

• Das Thema „Ehe und Familie“ wurde in einem Schnellverfahren von nur ca. 1/10 der Abgeordneten im Deutschen Bundestag ohne Diskussion mit den Bürgern in eine Verantwortungsgemeinschaft umgedeutet. Die über viele Jahrhunderte in zahlreichen Ländern der Welt anerkannte Kulturtradition, sie als Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau (und Kindern) zu verstehen, spielte ebenso keine Rolle mehr wie der Art. 6 unseres Grundgesetzes, der Ehe und Familie, verstanden im herkömmlichen Sinne, „unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“ stellt.

• Schon aus dem Buch „1984“ von Orwell konnte man lernen, wie eine Gedankenpolizei mit Gesinnungs- und Sprachdiktaten auftritt. Das wird heute mit der Keule der „political correctness“ erreicht. Jeder, der davon abweicht, was die Regierung vorgibt, wird diffamiert oder sanktioniert.

• Das grundgesetzlich verbriefte Wort „Deutsches Volk“ wird von Regierungsvertretern in „Bevölkerung“ umgewandelt.

• Die Ideologie von „Gender Mainstreaming“ wird zum „Leitprinzip und zur Querschnittsaufgabe der Politik“ der Bundesregierung erklärt, ohne das Parlament zu beteiligen, was auch bei anderen wichtigen Fragen in der Vergangenheit der Fall war.

• Die „sexuelle Vielfalt“, in der das Prinzip von Verantwortung in Lust umgewandelt wird, erklären Landesregierungen zum Pflichtprogramm.

• Beim Lebensschutz wird die Freiheit der Frau über das Lebensrecht eines ungeborenen, unschuldigen Kindes gesetzt. Das Werbeverbot für Abtreibungen wird de facto aufgehoben, auch wenn es als „gelungener Kompromiss“ politisch verkauft wird.

• Der zwangsfinanzierte Staatsfunk und zahlreiche Pressevertreter kommentieren so, als ob sie zum bezahlten Hofstaat der Regierung gehörten und

• in der Flüchtlingskrise hat unsere Regierung wissentlich und willentlich die eigene nationale Souveränität aufgegeben und den Begriff „Rechtssicherheit“ durch „Willkommenskultur“ ersetzt.

Wer das alles kritisiert, wird als „rechts“ diffamiert. Und wenn inzwischen sogar gläubige Christen als „Fundamentalisten“, „Rechtsradikale“ oder „Faschisten“ beschimpft werden, dann zeigt dies, wie weit diese Stigmatisierungen ohne Begründung schon in die Mitte des Bürgertums hineingezogen worden sind.

Es wird höchste Zeit, so stellten die Teilnehmer des Kongresses einmütig fest, „dass wir uns gegen diesen Verlust an Rechtsstaatlichkeit und Freiheit, vor allem Meinungsfreiheit, in unserem Land mutig und öffentlich zur Wehr setzen.“

2. Das Evangelium wieder zum Leuchten bringen

Die Situation der deutschen Ortskirche ist durch Verwirrung, Frustration und Spaltung charakterisiert. Kardinal Gerhard Ludwig Müller spricht von einer „kirchengeschichtlich einmaligen Krise“.

Papst Benedikt XVI. em. geht den Ursachen dieser Entwicklung nach. In seinem Brief über „Die Kirche und der Skandal des sexuellen Missbrauchs“ stellt er fest, dass „in den 60er Jahren ein ungeheuerlicher Vorgang geschehen ist, wie es ihn in dieser Größenordnung in der Geschichte wohl kaum gegeben hat, in der die bisher geltenden Maßstäbe in Fragen Sexualität vollkommen weggebrochen sind und eine Normlosigkeit entstanden ist …“

Wir sehen einen Neuanfang im Glauben nur, wenn die Übel beim Namen genannt werden und die Fehlentwicklungen, die Gott aus dem Mittelpunkt des Denkens und Handelns gerückt und den Menschen an seine Stelle gesetzt haben (anthropologische Wende), korrigiert werden. Gott und die Verantwortung vor Ihm müssen wieder im Mittelpunkt stehen. Wir fordern eine „theozentrische Wende“. Denn ohne Gott gibt es keine Zukunft!

Den Ursachen, die zur heutigen Situation geführt haben, will die Mehrheit der deutschen Bischöfe nicht nachgehen. Stattdessen werden die Weichen zu einem „synodalen Weg“ gestellt, welcher die bekannten Fragen (Zölibat, Frauenpriestertum, Sexualmoral, Homosexualität) thematisiert. Diese sind universalkirchlicher Natur. Sie verzögern nur Schritte der Erneuerung im Glauben. Einen deutschen Sonderweg, der von der Universalkirche wegführt, lehnen wir strikt ab!

Die wahren Reformer in der Kirche haben die Forderungen des Evangeliums und den Glauben der Kirche immer wieder zum Leuchten gebracht. Sie sind unsere Vorbilder. Einen Weg, der aus der Krise herausführt, hat Bischof Rudolf Voderholzer in Erinnerung gebracht: „Erneuerung der Kirche ist nicht von einer Anpassung an Zeitgeist diktierte Vorstellung oder durch Verbilligung der biblischen Botschaft zu erwarten. Die Geschichte zeigt, dass wahre Erneuerung immer aus einem tieferen Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums … aus einer verstärkten Bemühung um Katechese und Verkündigung, sowie aus einer radikalen Christusnachfolge erwachsen sind.“

Wir stimmen diesem Weg der Erneuerung ausdrücklich zu, und bitten alle Katholiken ihn mitzugehen.

Prof. Dr. Werner Münch

Forum Deutscher Katholiken e.V.
Eichendorffstr. 17
86912 Kaufering

Vertreten durch
Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender und Sprecher
Dr. Martin Hafner, Stellvertretender Vorsitzender

Kontakt
Telefon: 08191-966744
Telefax: 08191-966743
E-Mail: gindert@forum-deutscher-katholiken.de

Eintragung im Vereinsregister:
Registergericht: Amtsgericht Landsberg/Lech
Registernummer: 733

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Hilflos vor den Erfolgen der Grünen

„Die Deutschen werden immer Grüner“ ist ein Artikel in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ, 29./30.5.19) überschrieben. Weiter heißt es: „Die Wahlerfolge der Grünen stehen auf einem soliden gesellschaftlichen Fundament. Denn den Deutschen wird Klima- und Umweltschutz immer wichtiger… die Bewahrung der Natur und der Kampf gegen die Erderwärmung ist für die Deutschen die derzeit drittwichtigste Aufgabe… nur 14% meinen, dass die große Koalition genug tut“.
Das Wahlergebnis zum EU-Parlament hat bei SPD u. Union Panik ausgelöst mit hektischen Überlegungen, wie von der „Ökopartei“ wieder Stimmen zurückgewonnen werden können. Die AZ schreibt 3.6.19 „Statt sich auf ihre Stärken zu besinnen, laufen die Christdemokraten dem Mainstream hinterher und vergessen dabei: Wer den Klimaschutz für so existenziell hält, dass er allein davon seine Wahlentscheidung abhängig macht, wählt im Zweifel das grüne Original und nicht die konservative Kopie“.
Eine nüchterne Analyse, was bisher bereits für Klima- und Umweltschutz getan wurde und mit welchem Erfolg, fehlt. Fragen, welche Probleme von Menschen verursacht sind und wieder in Ordnung gebracht werden müssen und was andere Ursachen hat, gehen in der Hektik unter. Dazu gehören auch Probleme, die nur länderübergreifend zu lösen sind
Berechtigte Feststellungen, wie die von Holger Steltzner: „Die Rettung des Weltklimas hat für große Teile der deutschen Gesellschaft mittlerweile den Rang einer Ersatzreligion. Darf man noch fragen, welchen Beitrag die extreme Subventionierung von erneuerbarer Energie für das Klima der Erde geleistet hat, angesichts der Tatsache, dass der Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland kaum gesunken ist? Oder ist ein Ketzer, wer fragt, ob die eine Billion Euro, mit der hierzulande Steuerzahler und Stromverbraucher Wind-, Solar-, Biogasanlagen und Netze fördern müssen, klug investiert wird?“ führen nicht zum Nachdenken, sondern dazu, dass Frager aus der Redaktion geschasst werden. Steltzner wurde am 18. März bei der FAZ als Mitherausgeber entlassen. Weiterlesen

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Diese Gesellschaft wirft das über Bord, was ihr einmal Festigkeit und Kraft gegeben hat.

Die neuen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin machen Vorgänge, die die menschliche Würde mit Füßen treten, möglich.
„Bundesjustizministerin Katharina Barley (SPD) will lesbische Paare bei der Geburt eines Kindes heterosexuellen Paaren gleichstellen“. Gemeint sind damit Ehepaare von Mann und Frau. „Die Partnerin der Frau, die ein Kind zur Welt bringt, soll als Mit-Mutter mit allen Rechten und Pflichten anerkannt werden. Dabei sollen dieselben Voraussetzungen gelten wie für die Vaterschaft: Mit-Mutter soll danach die Frau werden, die mit der Mutter verheiratet ist, die Mit-Mutterschaft anerkennt oder gerichtlich als Mit-Mutter festgestellt wird. Bislang ist dafür eine Adoption nötig“.
Die Neuregelung ist Teil eines Entwurfs, den das Ministerium am Mittwoch (13.3.) in Berlin veröffentlichte. Das Papier soll als Grundlage der Beratungen innerhalb der Regierung, mit den Fraktionen, Ländern und Verbänden dienen.
Für Schwule gilt weiterhin, dass die Frau, die das Kind zur Welt bringt, Mutter ist und einer der beiden Partner Vater werden kann, indem er z.B. die Vaterschaft anerkennt. Sein Partner kann nach bereits geltenden Regeln durch Adoption ebenfalls Vater werden, falls die Mutter das Kind dafür frei gibt“. Barley präsentiert „Vorschläge für eine seit Jahren geplante umfassende Reform des Abstammungsrechts. Das Abstammungsrecht ist mit Blick auf die Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin und die in der Gesellschaft gelebten Familienformen teilweise nicht mehr zeitgemäß“ so die Ministerin.
Wie Manfred Spieker in seinem Nachruf auf Robert Spaemann schreibt (Vatikan-Magazin 1/2019, S.21): „Am Anfang der modernen bioethischen Probleme steht die In-Vitro-Fertilisation. Sie ist die Voraussetzung der embryonalen Stammzellforschung, der Präimplantationsdiagnostik und der Gentherapie… die Abkoppelung der Weitergabe des Lebens vom Zeugungsakt eröffne ‚ein grauenerregendes Feld, das durch Stichworte wie Handel mit Embryonen, Experimente mit Embryonen, Leihmutter usw. gekennzeichnet ist‘, schrieb Spaemann schon 1987.
Alle, denen die Wahrung der Menschenwürde noch ein Anliegen ist, sind aufgerufen, mit allen legalen Mitteln den Weg in die Wertefreiheit zu stoppen.

Hubert Gindert

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Die Genderideologie macht sich in der Kirche breit

Am 1. April 2019 hat Frau Dr. Aurica Jax die Leitung der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) übernommen. Die Arbeitsstellen beraten die DBK in Sachfragen und tragen so zur Meinungsbildung und Entscheidungsfindung bei. Welche Voraussetzungen bringt die neue Leiterin für die o.a. Arbeitsstelle mit?
Frau Jax hat in der Vergangenheit in der „»Genderforschung und Zoologischen Theologie« gearbeitet. Ihr derzeitiges Forschungsprojekt trägt den Namen … »Leib Christi – gendersensible Rekonstruktion einer theologischen Metapher«. Diese Arbeit ist das Nachfolgeprojekt der Forschungsaufgabe »Leib Christi – gendertheoretische Dekonstruktion eines zentralen theologischen Begriffs«“. Frau Jax war bis zur Einstellung des Magazins Mitherausgeberin der feministischen Zeitschrift „Schlangenbrut“. (kath.net. 4.3.19)
Nach der Weltfrauenkonferenz von 1995 in Peking wurden unverbindliche Beschlüsse zu Gender-Mainstreaming gefasst. Die Rot-Grüne Bundesregierung führte sie – ohne Parlamentsdebatte – 1999 als „Querschnittsaufgabe“ ein. Inzwischen wird das Land von rund 200 Genderlehrstühlen indoktriniert, mit Richtlinien dieser Ideologie überschwemmt. Papst Franziskus hat sie als „dämonisch“ bezeichnet. Denn sie versucht den Menschen ihre Geschlechtsidentität zu nehmen und sie einer feministischen Kultur zu unterwerfen. Die DBK versucht mit dieser Besetzung einer Leitungsstelle für Frauenseelsorge offensichtlich nun mit dem Staat gleichzuziehen. Zumeist geschieht dies unter der Flagge „Gleichberechtigung für Frauen“. Für wie naiv halten die für die Besetzung dieser Arbeitsstelle Verantwortlichen die Katholiken?
Wer nachlesen will, wie „dämonisch“ die Genderideologie ist, dem sei das Werk „Die globale sexuelle Revolution – Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit“ von Gabriele Kuby (Fe-Medienverlag) empfohlen.

Hubert Gindert

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