Hoffnung für Europa?

Im Leitartikel des Konradsblatts (21.06.2020) „Hoffnung für Europa?“ meint Brigitte Bottner: Die deutsche Ratspräsidentschaft ab 1. Juli 2020 „weckt Hoffnungen in vielen europäischen Mitgliedsstaaten“, zumal im ersten Amtsjahr der deutschen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Hoffnungsvoll sind auch die Kirchen… Europa ist kein loser Staatenverbund, den strategische und wirtschaftliche Interessen zusammenhalten; hier geht es um ein großartiges, einzigartiges Erbe mit christlichem Fundament“.
In einem weiteren Artikel der gleichen Ausgabe des Konradsblatts mit der Überschrift „Solidarisches Europa statt nationaler Alleingänge“ sprechen sich der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz (DBK) Bätzing und der Vorsitzende der evangelischen Kirchen Deutschlands (EKD) Bedford-Strom in einer gemeinsamen Erklärung (17.6.2020) zur deutschen Ratspräsidentschaft für ein „solidarisches Europa, das die Schwächsten der Gesellschaft“ im Blick hat und für die „Bewahrung der Schöpfung“ aus. Sie äußern die Überzeugung, dass unser aller Zukunft nicht allein bei den Nationalstaaten, sondern in Europa liegt… Die wichtigsten Herausforderungen sehen beide Kirchen in der „Bekämpfung der Wirtschaftskrise“. Gleichzeitig wollen sie auf dem Weg zu einer „klimaneutralen Gesellschaft“ weitergehen. Sie haben „strukturschwache Länder und ärmere Bevölkerungsschichten weltweit“ im Blick. Schließlich fordern sie eine „menschenwürdige, gerechte und solidarische Asylpolitik, die schutzsuchenden Menschen sichere Zugangswege ermöglichen mit „hohen Aufnahme- und Verfahrungsstandards“.
Die „gemeinsame Erklärung“ liest sich wie eine Aufzählung von Wünschen von „Gutmenschen“, die nicht in politischer Verantwortung stehen und zumeist Allgemeinplätze wiederholen. Eine „öffentliche Stimme“ wird man so nicht. Von dem „großartigen, einzigartigen Erbe mit christlichem Fundament“, wie es im Leitartikel heißt, ist da nichts zu lesen. Wie sollte das in einer europäischen Union auch sein, die sowohl den Gottesbezug in der Verfassung, wie die Nennung der christlichen Wurzeln Europas abgelehnt hat und eine Kultur entwickelt, die Gott aus dem öffentlichen Bewusstsein verbannt. Dieses Erbe wird in der „gemeinsamen Erklärung“ nicht angesprochen. Weiter hieß es im Leitartikel, die Kirchen sähen Europa nicht als losen Staatenverbund. Die gemeinsame Erklärung hat als „wichtigste Herausforderung“ die Bekämpfung der Wirtschaftskrise nicht aber die geistige Krise Europas. Die Zukunft läge nicht bei den Nationalstaaten, sondern in Europa. Das ist ein Allgemeinplatz, der aber nichts darüber aussagt, wie ein gemeinsames Europa zusammengehalten werden kann, in dem die Übergriffe des Europäischen Gerichtshofes und der Kommission das Subsidiaritätsprinzip immer mehr aushöhlen. Auch das hätten die Verfasser der „gemeinsamen Erklärung“ ansprechen müssen, wenn ihnen der Fortbestand der Europäischen Union am Herzen liegt.

Hubert Gindert

Steht auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“

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Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung

Reinhard Marx hat am 25. Mai sein neues Buch vorgestellt. Der Titel heißt „Freiheit“. Was Marx darin sagt, stellt Britta Schultejans in der Allgemeinen Augsburger Zeitung (AZ) vom 25. Mai vor. Zusammenfassend heißt es: „Eine neue Theologie, mehr Menschlichkeit, mehr Freiheit, ein neues Zeitalter des Christentums“. Das hört sich wie die Ankündigung einer neuen politischen Utopie an – recht unkonkret. Schultejans meint an späterer Stelle: „Das klingt zum Teil ungemein progressiv, ganz konkret wird Marx aber nicht“. Diese Unkonkretheit zieht sich in diesem „Rundumschlag“ (Untertitel) durch den gesamten Text.
„Freiheit“ lässt sich gut instrumentalisieren. Alle Ideologen arbeiten damit, auch, wenn sie diese missbrauchen, nachdem sie die Macht erobert haben. Wir kennen das vom „kommunistischen Manifest“ des Karl Marx, auf den sich alle Marxisten berufen haben, von Lenin, Stalin bis zu Mao Tse-tung und Pol Pot, die ihre Gegner ausgerottet haben.
Die „neue Theologie“ wird in der Besprechung nicht näher ausgeführt. Sie sollte eigentlich zu einem tieferen Verständnis der Botschaft Jesu führen. Das „neue Zeitalter des Christentums“ wird nicht konkret sichtbar. „Freiheit“ ist schon etwas abgegriffen. Es könnte trotzdem einen interessanten Aspekt bringen, wenn z.B. dargelegt würde, dass Freiheit für Christen hieße, frei werden von den Fesseln der Sünde, von Furcht und Angst, die Menschen bedrängen.
Marx fordert, nach dem Artikel von Schultejans „zur Erneuerung“ gehöre zwingend, moderne Freiheiten als gesellschaftliche Errungenschaften zu betrachten. Es gehe „nicht an, die Freiheitsgeschichte der modernen Welt als Irrweg zu verdammen oder gar als Bedrohung des Glaubens und der Kirche zu sehen“. Da auch das nicht konkretisiert wird, wäre zu fragen, ob Marx „gesellschaftliche Errungenschaften“ in assistiertem Suizid, in Abtreibung, in Ehe für Alle, in Genderideologie, in der Selektionsmethode PND, in Leihmutterschaft, in Gleichsetzen aller Formen von Sexualität und im Verbot von Konversionstheorien sieht? Weiterlesen

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Um alles oder nichts

Das Konradsblatt Nr. 25 vom 21.6.2020 zitiert unter „Pressestimmen“ die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Dort heißt es: …“‘der Synodale Weg‘ …mit seinen Themen Macht, Frauen und Sexualmoral (wird) nun endgültig zur Arena, in der es für die katholische Kirche …um Alles oder Nichts geht“. Das hat die FAZ richtig beobachtet. In der Vorbereitung des „Synodalen Prozesses“ wurde bereits deutlich, dass der sexuelle Missbrauch instrumentalisiert wird um eine „andere Kirche“ zu schaffen. Die Themen, die in keinem ursächlichen Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch stehen, wie mehrfach festgestellt wurde, dienen als Rammböcke, um das katholische Lehrgebäude zum Einsturz zu bringen. Die Bereitschaft, auch Vorlagen, die im Widerspruch zur Lehre der Kirche stehen, zur Abstimmung zu bringen, beweist diese Intension. Bischof Voderholzer hat nach der Abstimmung auf der Bischofskonferenz am 25. September sich klar dazu geäußert. Wer sich darüber näher informieren will, kann das bspw. im Februarheft 2020 der katholischen Monatszeitschrift „Der Fels“. Voderholzer war in seiner Stellungnahme klar, dass es beim „Synodalen Weg“ für die katholische Kirche um „Alles oder Nichts“ geht.

Hubert Gindert

Steht auch in „Der Fels“

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Der Startschuss muss kein lauter Knall sein

Der seit Jahrzehnten andauernde beklagenswerte Zustand der deutschen Ortskirche hat nicht seine Ursache in zu wenig Geld, sondern dass sie zu viel davon hatte. Die „Entweltlichung“, die Benedikt XVI. in Freiburg mit dem Wort angemahnt hatte: Eine „von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche, kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden“ fand nicht statt. Jetzt geschieht, was Benedikt in Freiburg auch gesagt hat, dass „die Geschichte der Kirche durch Epochen der Säkularisierung zu Hilfe kam, die zu ihrer Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen haben“.
Ein bekannter Kirchenhistoriker hat einmal geäußert: Die Säkularisierung musste kommen, weil in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mehr Reichsfürsten als loyale Mitarbeiter des Papstes waren. Wie immer bei „Entweltlichung“ mussten in der Säkularisation auch gute Bischöfe und vitale katholische Klöster die Folgen mittragen, weil ungetreue Verwalter von sich aus nicht bereit waren, die Verhältnisse in Ordnung zu bringen. Antiklerikale Politiker, wie Mongelas u. co. die Situation in ihrem Sinne geregelt haben. Ein jüngeres Beispiel für vertane Entweltlichung ist der Weltbildverlag, der einmal im Eigentum und in der Verantwortung deutscher Bistümer stand. Der Weltbildverlag hat einen Teil seines Umsatzes mit Pornographie und Satanismus erwirtschaftet. Die verantwortlichen Bischöfe wurden durch umfangreiche Dokumentationen auf den Übelstand hingewiesen. Geändert wurde nichts, bis der finanzielle Crash das Problem löste. Weiterlesen

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Vorsicht mit Pauschalurteilen

In der Nazizeit gab es den Reichsbischof Müller, genannt „Reibi“. Er versuchte die evangelische Kirche an das vorherrschende Regime anzupassen und in eine „Reichskirche“ zu verwandeln. Diese „Reichskirche“ trug alle Forderungen der Nazis mit, z.B. die absurden Thesen vom Vorrang der „Nordischen Rasse“, den Antisemitismus etc. Dagegen regte sich der Widerstand der „Bekennenden Kirche“.
Die katholische Kirche in Deutschland zeigte sich gegen Anbiederungen an das Regime gefestigt. Nicht jeder Bischof war ein Löwe, wie Graf Galen von Münster oder Bischof Graf Preysing von Berlin. Aber die Einbindung in die Universalkirche hat eine Anpassung an die Hitlerdiktatur verhindert. Soviel vorweg!
Es gibt in der Corona-Pandemie Vorwürfe gegen die Kirche und gegen Bischöfe, sie hätten sich gegenüber dem staatlichen Versammlungsverbot in Kirchen zu unterwürfig gezeigt. Dass mit diesem Verbot grundlegende Menschenrechte, wie das Gebot der Religionsfreiheit tangiert wird, steht außer Zweifel. Deswegen ist dieses Verbot ständig zu überprüfen, ob und in welchem Umfang es auch im Vergleich zu anderen Bereichen der Gesellschaft noch gerechtfertigt ist. Man kann aber dem säkularen Staat nicht vorhalten, er würde damit versuchen, Glaubensinhalte zu verändern, wie das die Nationalsozialisten versucht haben.
Heute gibt es solche Gefährdungen aus dem Inneren der Kirche. Man denke z.B. an den „Synodalen Weg“. Hier hat eine deutliche Mehrheit beschlossen, auch Glaubenswahrheiten zur Disposition zu stellen und damit dem Druck der „Reformer“ in der Kirche und dem Druck der Medien nachzugeben. Aber nun auch die fünf Bischöfe, die sich gegen den Beschluss gestemmt haben, in diese Art von „Reibi-Vergleich“ miteinzubeziehen, selbst, wenn sie aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung den staatlichen Vorgaben zunächst zugestimmt haben, ist ungerecht.

Hubert Gindert

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Das „Märchen“ von den Verschwörungstheoretikern?

Es gibt weltweite „geistige Pandemien“, die unter „Freiheit“ laufen: Geisteshaltungen, die Menschen nach ihrem Nutzwert taxieren, wie das für den Kapitalismus typisch ist. Zu diesen Pandemien gehören auch die globalen Abtreibungskampagnen, Menschenhandel und Prostitution, etc.. Sie laufen unter „Freiheit“ auf Kosten anderer. Es gibt auch die globalen Kampagnen, welche die menschliche Identität zerstören. Dazu zählen in unserer Zeit die Genderideologie und Formen der Sexualität, welche die Grundlage jeder menschlichen Gesellschaft, d.h. die Familien zerstören.
Wer solche Zustände, in welcher Form auch immer, wissenschaftlich analysiert oder in der Jedermannsprache anspricht, wird als „Feind der Freiheit“ denunziert. Da solche Kampagnen weltweit vom positiven Medienecho flankiert sind, gelingt es leicht, solche Stimmen mundtot zu machen. Einer der Vorwürfe lautet, hier seien „Verschwörungstheoretiker“ am Werk. Nun gibt es zweifellos auch solche. Sie sind aber meist leicht zu identifizieren.
Es gibt aber auch jene, die unter dem Dach von Nichtregierungsorganisationen (NGOS) ihre demokratisch nicht legitimierte Politik effizient, weil mit Milliardensummen, betreiben. Sie geben „Hilfen“ gekoppelt an ihre Ziele und lassen sich als „menschenfreundlich“ in den Medien feiern. Um konkret zu werden, ein solcher Menschenfreund ist George Soros. Ihn beschreibt Gregor Peter Schmitz in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (29.11.18) als „Weltenveränderer“ und einen der „größten Wohltäter der Welt“. Der Untertitel des Artikels lautet „George Soros ist einer der reichsten Menschen, aber er will mehr sein: Ein politischer Missionar“ (siehe auch der Fels 2/2019, S. 61). Peter Gregor Schmitz versucht in seinem Artikel Sympathien für Soros zu sammeln, z.B. mit Formulierungen wie „einer der größten Wohltäter der Welt … der viele Milliarden Euros über Jahrzehnte in seine Stiftungen nach Osteuropa, Russland und in die Europäische Union aber auch in die USA für die Integration von Armen und Minderheiten“ gegeben habe. „Er will eine offene und liberale Gesellschaft fördern“ … „Soros gehört zu den größten US-Wahlkampfspendern“, nämlich für Barak Obama und Hilary Clinton.
Soros sagt von sich „ich möchte die Welt umstürzen“. Schmitz fügt an… „dass ihm (Soros) schon in jungen Jahren klar geworden sei, er müsse sich an Menschen wie Leonardo da Vinci messen oder an Albert Einstein. Menschen, die halt was verändern“. Es ist das Geld, das ihm, dem „25fachen Milliardär die Mittel an die Hand gibt, Politik zu machen“ … „ihn interessiert, Geld zu machen als Spielgeld für seine wahre Mission, die politische Philosophie“, so Schmitz, der „vor fünf Jahren ein Buch über ihn schrieb“. Ist die Story von Soros auch eines der Märchen der Verschwörungstheoretiker?

Hubert Gindert

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Licht bringen in die Dunkelheiten

Ich wünsche mir das normale Leben zurück, so und ähnlich lauten viele Überschriften in Medien. Sie drücken die Sehnsucht nach dem Zustand vor der Corona-Pandemie aus. Um das zu erreichen, werden viele Schwierigkeiten in Kauf genommen, selbst Einschränkungen von Grundrechten.
Rückkehr zur „Normalität“ führt in die Vergangenheit zurück. Selbstverständlich sind Sicherung der Arbeitsplätze, Öffnung von Schulen und Kitas, Gaststätten, das Wiederaufleben von Sportveranstaltungen usw. berechtigte Interessen. Was bei diesen Überlegungen fehlt sind Fragen, was zur Corona-Krise geführt oder beigetragen hat.
Bischof Voderholzer hat in seiner Osterpredigt zu Recht gefragt: „Kann es nach der Pandemie ein folgenloses, „Weiter wie bisher“ geben? Er antwortete: „Das wird es nicht geben und darf es auch nicht geben. Zu gewaltig ist der Einschnitt, die Lektion, die der gesamten Menschheit erteilt wird.“ Warum? Wenn die Menschen ihren Lebensstil nicht ändern, dann ist eine neue Katastrophe vorprogrammiert. Denn, so Voderholzer, „die Pandemie und ihre Auswirkungen sind die Folge einer Kette von Schuld und menschlichem Versagen, in der sich menschliche Hybris, Stolz, Leichtsinn und Profitgier zu einer unheilvollen Allianz verbinden“. Der Bischof zitierte einen Satz aus der Predigt von Papst Franziskus vom 27. März: „Wir haben“ – trotz allem – „unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden.“
Die Frage, die viele bewegt, die noch an die Existenz Gottes glauben, ob Gott die Menschen mit der Pandemie bestraft, beantwortete der Bischof zielorientiert mit einer Gegenfrage: „Ist es nicht vielmehr so, dass wir uns selbst bestrafen, wenn wir uns nicht an den Lebensweisen Gottes orientieren? Wer sündigt, ist der Feind seines eigenen Lebens.“ Weiterlesen

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Erinnerung und Auftrag – 50 Jahre „Der Fels“. Von Hubert Gindert

Die Monatszeitschrift  „Der Fels“ ist 50 geworden. Er ist auch das Organ des „Forums Deutscher Katholiken“. Was Pater Gerhard Hermes SAC und seine Mitstreiter bewogen hat, diese Zeitschrift zu gründen, kommt im Vorwort, das er der ersten Ausgabe vorangestellt hat, zum Ausdruck. Der Grund war die Entwicklung, die die Kirche nach dem 2. Vatikanischen Konzil genommen hat. Das Konzil war selbst nicht die Ursache davon, sondern die bewusste Fehlinterpretation und ein falsch verstandenes Aggiornamento.
War das Konzil notwendig?
Joseph Ratzinger hat schon Ende 1958 die Situation der Kirche richtig analysiert, als er sagte: „Die Statistik täuscht. Das dem Namen nach christliche Europa ist seit langem zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen heraus auszuhöhlen droht“. Joseph Ratzinger war nicht nur der Berater des Kölner Erzbischofs auf dem Konzil. Peter Seewald sagt in seiner Biographie „Dass Ratzingers Anteil am Konzil nicht marginal, sondern riesig ist… an der Seite von Kardinal Frings war er im Grunde der maßgebliche Spin-Doktor des Vaticanums“. Christian Schaller ergänzt… „Deshalb war sein Engagement im Vorfeld des Konzils während der Beratungen in Rom und in der flankierenden Vermittlung und nachfolgenden intensiven Rezeption eines der Bedeutendsten innerhalb der theologischen und kirchlichen Wirklichkeit“. (kath.net. 6.5.2020) Den Priestern und Ordensleuten, die nach dem Konzil, als sie ihre Erwartungen nicht erfüllt sahen, zu Tausenden der Kirche den Rücken zukehrten, ging es nicht um die Umsetzung der Konzilsbeschlüsse, sondern um Anpassung an die Welt. Pater Hermes hat darüber nicht gejammert, sondern gehandelt und im „Fels“ den Auftrag der Kirche angemahnt.
Was hat sich seit der Gründung des „Fels“ in der Kirche verändert? Man könnte die Entwicklung mit statistischen Zahlen dokumentieren, z.B. an Hand der Kirchenaustritte, am Rückgang der Priester- und Ordensberufe, am verlorenen Bußsakrament, am immer mehr verschwindenden religiösen Wissen, etc.. Der derzeitige Zustand der Kirche in Deutschland spiegelt sich im „Synodalen Weg“ wider. Auf der ersten Sitzung in Frankfurt am Main wurde mit überwältigender Mehrheit beschlossen, selbst die Lehre der Kirche zur Disposition zu stellen. Nur fünf der anwesenden Diözesanbischöfe stimmten dagegen. Die Themen des „Synodalen Weges“ sind die bekannten Nebenkriegsschauplätze, wie Zölibat, Frauendiakonat, Sexualmoral der Kirche usw., die den Weg zu einer an die Welt angepassten Kirche markieren. Es sind nicht Reformen, die Maß am Wort Jesu nehmen: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ In den Pressemitteilungen von Bischof Bätzing und des ZdK-Präsidenten Sternberg vom 21.4.2020 zur zweiten Sitzung des „Synodalen Weges“ heißt es u.a.: „Da der ‚Synodale Weg‘ zu allererst die Ermöglichung der Verkündigung des Evangeliums zum Ziel hat“ – Bischöfe wie Voderholzer und Woelki sehen das anders – weiter… „Die Coronakrise fügt unseren definierten Themen, die ihre volle Bedeutung (!) behalten, eine neue Dimension hinzu“. Eine solche Kirche ist weder Orientierung noch Korrektiv für die Gesellschaft, die in der „weltweiten Diktatur von scheinbar humanistischen Ideologien (steht), denen zu widersprechen, den Ausschluss aus den gesellschaftlichen Grundkonsenz bedeutet“. (Benedikt XVI. kath.net. 4.5.2020)
Eine Gewissenserforschung und Änderung des Lebensstils sind für uns alle notwendig. Weil wir nicht wissen, ob das geschieht, ist die Aufgabe, die Pater Hermes vor 50 Jahren begonnen hat, noch nicht vollendet.

 

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Wie Hochhut die Öffentlichkeit belog und hinters Licht führte.

Wegen der aktuellen Todesmeldung von Rolf Hochhuth ist nun das Drama „Der Stellvertreter“ wieder in allen Gazetten. Dieses Theaterstück aus dem Jahr von 1963 entwickelte sich zur erfolgreichsten literarischen Fälschung der Weltgeschichte. Denn Papst Pius XII. war nicht der kaltherzige Judenfeind, den Rolf Hochhuth frei erfunden hat. Das Gegenteil ist wahr. Der Papst hat gar nicht geschwiegen, wie Hochhuth behauptet. Er hat vielmehr in seiner Weihnachtsansprache 1942 im Radio Vatikan erklärt, dass „Hunderttausende ohne eigenes Verschulden nur wegen Ihrer Abstammung dem Tode geweiht oder der fortschreitenden Verelendung und Vernichtung preisgegeben sind.“ Der Papst hat also gar nicht geschwiegen. Er hat vor allem auch gehandelt. Er hat nach dem Zeugnis des jüdischen Historikers Pinchas Lapide und des römischen Oberrabbiners Israel Zolli Zigtausende von Juden gerettet, indem er sie im Vatikan und in den italienischen Klöstern untertauchen ließ. Vor allem hat er die Kontakte der deutschen Militäropposition mit der britischen Regierung hergestellt. Siehe Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 22 (1974) Seite 299 – 341) Damit hat der Papst sogar die Existenz des Vatikan-Staates riskiert. Soweit ging der Kampf des Papstes gegen Hitler. Hochhuths Papstankläger Riccardo im Drama ist frei erfunden. Dagegen ist der reale Papsthelfer bei der Judenrettung Pater Pankratius Pfeiffer eine nachweisbare Persönlichkeit. Nach ihm hat der römische Stadtrat aus Dankbarkeit eine Straße benannt. Und der römische Oberrabbiner Israel Zolli schrieb über Papst Pius XII. :“ Im Laufe der Geschichte hat kein Held eine solche Armee befehligt, keine Streitmacht ist je kämpferischer gewesen und keine ist je so bekämpft worden wie die von Pius XII. im Namen der christlichen Nächstenliebe geführte.“ So fasst ein Jude die Judenrettung des Papstes zusammen. Ehe der jüdische Dirigent Leonard Bernstein am Sterbetag des Papstes mit dem New Yorker Philharmonischen Orchester begann, bat er um eine Minute Schweigen „für das Hinscheiden eines sehr großen Mannes, des Papstes Pius XII.“ Und die damalige israelische Außenministerin Golda Me-ir telegrafierte an den Vatikan:“ Wir nehmen an der Trauer der Menschheit über das Hinscheiden seiner Heiligkeit des Papstes Pius XII. teil. In einer von Kriegen und Uneinigkeit bedrückten Welt vertrat er die höchsten Ideale des Friedens und des Mitleids. Als in dem Jahrzehnt des Nationalsozialismus unser Volk ein schreckliches Martyrium überkam, hat sich die Stimme des Papstes für die Opfer erhoben. (Pinchas Lapide in „Rom und die Juden“ S. 204) das Leben unserer Zeit wurde von seiner Stimme bereichert, die über den Lärm der täglichen Streitigkeiten hinweg deutlich die großen sittlichen Wahrheiten aussprach. Wir betrauern einen großen Diener des Friedens.“ Hochhuths Drama ist wohl eine der größten Fälschungen der Weltgeschichte. Man möchte hoffen, dass wenigsten einige Theaterbesucher zwischen einer geschichtswissenschaftlichen Dokumentation einerseits und einer aus Hass erdichteten Fiktion unterscheiden können. Im Übrigen hat der Protest der niederländischen Bischöfe gegen die Judendeportationen vom 26.Juli 1942 genau das Gegenteil von dem erreicht, was beabsichtigt war. Aber das wollte Hochhuth nicht wissen.

Dr. Eduard Werner Weiterlesen

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Hoffnung in schwerer Zeit – Wir werden ein Fest feiern. – Bischof Rudolf Voderholzer

Die Zeit wird […] kommen, da wir in uns gehen und uns werden fragen müssen, was wir aus dieser epochalen Krise lernen.
Schon jetzt erfahren wir schmerzhaft, wie hinfällig und gefährdet unser Leben ist, wie sehr wir angewiesen sind auf Gottes Segen und die Kraft von oben. Sicherheiten werden uns aus der Hand geschlagen und Allmachts-Phantasien zertrümmert.
Vielleicht werden tatsächlich dem Land die Sabbate ersetzt, die ihm vom Kult schier grenzenlosen Wachstums geraubt worden waren (vgl. 2 Chr 36,21). Der Sabbat steht dabei nicht nur für eine Unterbrechung des profanen Geschäftsbetriebs, sondern zu allererst für eine bewusste Hinordnung auf Gott. Aber diesen Fragen werden wir uns verstärkt zuwenden müssen, wenn wir das Tal der Tränen durchschritten haben.
Liebe Schwestern und Brüder, in früheren Zeiten haben Menschen in großer Not eine Wallfahrt gelobt als Bußwerk. Selbst dies ist uns jetzt verwehrt. Aber ich lade Sie ein, ein Gebetsanliegen, eine Bitte oder einen Dank, an den Verein der Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting zu senden.
Wir wollen den Anliegenrucksack füllen und unser Gebet auch dieses Jahr zum Herzen Bayerns nach Altötting tragen; und wenn es nur eine Gruppe von zwei Pilgern stellvertretend für alle ist.
Wenn die Pandemie dann aber überstanden ist, werden wir ein großes Fest feiern und eine diözesane Dankwallfahrt begehen, zu der ich jetzt schon herzlich einlade! Alle Details werden geklärt und bekanntgegeben, sobald die Zeit dafür gekommen ist.
Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria, der Heiligen und Seligen unseres Bistums sowie aller Heiligen segne und bewahre Sie und Euch alle vor aller Krankheit der dreifaltige Gott, der + Vater und der + Sohn und der + Heilige Geist.

Regensburg am Hochfest der Verkündigung des Herrn,
25. März 2020

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