Diese Gesellschaft wirft das über Bord, was ihr einmal Festigkeit und Kraft gegeben hat.

Die neuen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin machen Vorgänge, die die menschliche Würde mit Füßen treten, möglich.
„Bundesjustizministerin Katharina Barley (SPD) will lesbische Paare bei der Geburt eines Kindes heterosexuellen Paaren gleichstellen“. Gemeint sind damit Ehepaare von Mann und Frau. „Die Partnerin der Frau, die ein Kind zur Welt bringt, soll als Mit-Mutter mit allen Rechten und Pflichten anerkannt werden. Dabei sollen dieselben Voraussetzungen gelten wie für die Vaterschaft: Mit-Mutter soll danach die Frau werden, die mit der Mutter verheiratet ist, die Mit-Mutterschaft anerkennt oder gerichtlich als Mit-Mutter festgestellt wird. Bislang ist dafür eine Adoption nötig“.
Die Neuregelung ist Teil eines Entwurfs, den das Ministerium am Mittwoch (13.3.) in Berlin veröffentlichte. Das Papier soll als Grundlage der Beratungen innerhalb der Regierung, mit den Fraktionen, Ländern und Verbänden dienen.
Für Schwule gilt weiterhin, dass die Frau, die das Kind zur Welt bringt, Mutter ist und einer der beiden Partner Vater werden kann, indem er z.B. die Vaterschaft anerkennt. Sein Partner kann nach bereits geltenden Regeln durch Adoption ebenfalls Vater werden, falls die Mutter das Kind dafür frei gibt“. Barley präsentiert „Vorschläge für eine seit Jahren geplante umfassende Reform des Abstammungsrechts. Das Abstammungsrecht ist mit Blick auf die Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin und die in der Gesellschaft gelebten Familienformen teilweise nicht mehr zeitgemäß“ so die Ministerin.
Wie Manfred Spieker in seinem Nachruf auf Robert Spaemann schreibt (Vatikan-Magazin 1/2019, S.21): „Am Anfang der modernen bioethischen Probleme steht die In-Vitro-Fertilisation. Sie ist die Voraussetzung der embryonalen Stammzellforschung, der Präimplantationsdiagnostik und der Gentherapie… die Abkoppelung der Weitergabe des Lebens vom Zeugungsakt eröffne ‚ein grauenerregendes Feld, das durch Stichworte wie Handel mit Embryonen, Experimente mit Embryonen, Leihmutter usw. gekennzeichnet ist‘, schrieb Spaemann schon 1987.
Alle, denen die Wahrung der Menschenwürde noch ein Anliegen ist, sind aufgerufen, mit allen legalen Mitteln den Weg in die Wertefreiheit zu stoppen.

Hubert Gindert

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Eine Antwort auf Diese Gesellschaft wirft das über Bord, was ihr einmal Festigkeit und Kraft gegeben hat.

  1. „Diese Gesellschaft wirft das über Bord, was ihr einmal Festigkeit und Kraft gegeben hat“.
    Und dies wohl beileibe nicht zufällig: Nun werden die Wurzeln der Familie gekappt, nachdem die Verwurzelung in natürlichem (und nicht übersteigertem) Volkstum und der Religion in den letzten Jahrzehnten gezielt beendet wurde. Für die nächsten Generationen werden die Begriffe „Familie“, „Vater“ oder „Mutter“ zunehmend fremd werden, bzw. derart entkernt sein, dass sie bedeutungslos sind.
    Eine solche entwurzelte Masse ist leicht regier- und manipulierbar.

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