Der eigentliche Grund wird ausgeklammert.

„Die Bistümer Fulda, Limburg und Mainz haben beschlossen, ihre Bistumszeitungen nur noch bis Ende des Jahres 2023 herauszugeben. Für die 22 Mitarbeitenden sind sozial verträgliche kirchennahe Lösungen vorgesehen. Die drei Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 21.000 Exemplaren werden von der gemeinsamen Gesellschaft für kirchliche Publizistik herausgegeben. Der Mainzer Generalvikar, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, hat den Mitarbeitenden die Entscheidung mitgeteilt. Hauptgrund für diese Entscheidung sei der kontinuierliche Rückgang der Auflage, der zu einem immer höheren Zuschussbedarf geführt habe. Es habe viele Bemühungen gegeben, die Kirchenzeitungen attraktiv zu halten, aber man müsse einfach zur Kenntnis nehmen, dass sich der Umgang der Menschen mit Medien massiv verändert habe. Jetzt gelte es, neue Wege und Formate in der Kommunikation zu entwickeln und Printmedien mit den elektronischen Medien enger zu verzahnen“ (Quelle kathnet 26.5.19).
Die Entwicklung der Kirchenpresse, die in der o.a. Mitteilung beschrieben wird, beobachten wir seit Jahren. Die Frage ist, warum wurden „neue Wege und Formate“ nicht schon früher gesucht und praktiziert? Warum finden bestimmte religiöse Zeitschriften auch heute Zustimmung und wachsende Auflagen? Liegt es etwa daran, dass diese „den Leuten aufs Maul schauen“ und ihre Sorgen aufgreifen? Gibt es einen Grund, der in dieser Betrachtung ausgeklammert wird und der mit Formaten und der Aufmachung nichts zu tun hat, z.B.
• wenn kirchliche Medien über Ereignisse so berichten, wie das in allen übrigen zu lesen, zu hören und zu sehen ist? Wenn kirchliche Medien sich „gleichgeschaltet“ geben, verwundert es nicht, dass sie für überflüssig gehalten werden.
• wenn sich Journalisten kirchlicher Medien damit profilieren wollen, dass sie erklären „wir sind nicht die Hofberichterstatter des Vatikans“. Das klingt zwar nach außen hin selbstbewusst. Tatsächlich ist es eher ein Mangel an Zivilcourage und ein Bückling gegenüber dem Zeitgeist, denn die Gläubigen wollen die Ereignisse im Licht des Glaubens kommentiert haben, weil für sie der Glaube mit dem Leben zu tun hat. Heute ist ein klarer Standpunkt schwieriger geworden, weil selbst Bischöfe auf Häresien, wie auf den Boykottaufruf katholischer Frauen mit „großem Verständnis“ reagieren, statt die Dinge klarzustellen.

Hubert Gindert

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Eine Antwort auf Der eigentliche Grund wird ausgeklammert.

  1. Mathias Wagener sagt:

    Wenn Journalisten nicht Hofberichterstatter sein wollen,dann müßten sie aber konsequenterweise noch weiter gehen und nicht unter Bistumszeitung schreiben,sondern in einem Blatt unter eigener Regie mit den sich ergebenden Folgen und Risiken.Die Leute überschätzen sich auch,wenn sie allen Ernstes der Meinung sind,so ist das nämlich auch zu lesen,dass ihre Meinung die Leser mehr interessierte als Stellungnahmen berufener Seite.Ich halte es kaum für vertretbar,dass Kirchensteuermittel für die Verbreitung von Privatansichten irgendwelcher Journalisten (ein weitläufiger Begriff übrigens) gebraucht werden.

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