Wie David gegen Goliath

Wir haben eine funktionierende Allianz von politischer Macht und einer (fehlenden) Gewaltkontrolle durch die Medien. In ihr wird das Anliegen einer beiderseits gewollten Gesellschaft abgebildet. Wenn die Politik aufgreift und umsetzt, was die Medien fordern (Genderideologie, Ehe für Alle, Gleichsetzung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe, eine Familienpolitik, welche alle Formen des Zusammenlebens mit der Ehe von Mann und Frau gleichstellt, Abtreibung etc.) dann kann die Politik mit Hofberichterstattung rechnen. Politik und Medien sind beiderseits am Interpretationsmonopol interessiert. Wer sich dem Mainstream entgegenstellt oder Tabus anspricht, wird gnadenlos in die Zange genommen. So erging es Tilo Sarazin, der mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“, auf die Tatsache der demographischen Katastrophe hinwies. So ist es dem Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen ergangen, der aus dem Staatsdienst entlassen wurde, weil er die Berichterstattung über die Vorgänge in Chemnitz missbilligt hatte. So erging es Prof. Dr. Werner Münch, der auf dem Kongress „Freude am Glauben“ in Ingolstadt über das Thema „Demokratie lebt vor allem von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit“ sprach und auf aktuelle Gefährdungen hinwies.
Katholiken nehmen mit Besorgnis zu Kenntnis, dass sich ähnliche Entwicklungen auch innerhalb der deutschen Ortskirche abzeichnen. Die positive Medienbegleitung der vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken geforderten Reformen (Frauenpriestertum, Abschaffung des Pflichtzölibats, Änderung der katholischen Sexuallehre etc.) bilden die Tagesordnung des zum Jahresende beginnenden „synodalen Prozesses“. Diese „Reformen“ werden auch von kirchlichen Medien (KNA, katholisch.de etc.) mit Sympathie und Wohlwollen begleitet.
Christen sind der Wahrheit und dem Wort Jesu verpflichtet. Kein Katholik hat die Ausrede, er wissen nicht mehr, was noch gelte. Denn jedem steht der Katechismus (KKK) zur Verfügung. Wer daran erinnert, muss mit „sprunghafter Feindseligkeit“ rechnen. Das wissen auch die Bischöfe, die lieber wohlfeile Erklärungen zum Rechtsextremismus und zur Klimakatastrophe abgeben, als die Botschaft Jesu zu verkündigen „sei es gelegen oder sei es ungelegen“.
Wer sich von den Bischöfen politisch korrekt verhält, wird in den Medien als „reformbereit“ apostrophiert. Wer aber auf die Ursachen der sexuellen Missbrauchsfälle hinweist, Benedikt XVI. und die fehlende Bereitschaft zu einem Neubeginn anmahnt, wird als reformunfähiger „ewig Gestriger“ etikettiert.

Die Bischöfe können sich mit „Wohlverhalten“ gegenüber Medien keine ausgewogene Berichterstattung sichern. Denn sie bleiben Verantwortungsträger der „Institution Kirche“, die noch immer praktizierte Homosexualität als Sünde bezeichnet, Interkommunion nicht zulässt und Abtreibung ein „verabscheuungswürdiges Verbrechen“ nennt. Das aktuelle Beispiel der „Kirchenaustritte“ demonstriert das deutlich. So berichtete die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) unter der Schlagzeile „Dramatischer Anstieg der Kirchenaustritte – vor allem Katholiken wenden sich ab“. Weiter… „im vergangenen Jahr kehrten 436.000 Christen beiden Kirchen den Rücken. Besonders dramatisch war die Entwicklung bei den Katholiken. Hier stieg die Zahl der Austritte um knapp 30% auf 216.000“. Das ist korrekt, aber nicht ausgewogen. Denn im gleichen Zeitraum traten 220.000 Protestanten, mehr als Katholiken aus ihrer Kirche aus. Eine solche Berichterstattung erinnert an Michael Klonovski. Er vermerkte einmal „wenn Schalke und Dortmund sich 4:4 trennen und die Medien melden, Dortmund habe vier Tore geschossen, wer will behaupten, das sei nicht korrekt“.
Die Protestanten stören auf dem Weg zu einer säkularen Gesellschaft kaum mehr und erfreuen sich deswegen bei den Medien einer größeren Sympathie.
Der beschlossene „Synodale Weg“ werde eine „Zäsur“ bringen melden die Veranstalter. „Alles müsse auf den Prüfstand. Nichts sei tabu“ erklärte ein Bischof. Selbst Bischöfe schließen eine Spaltung der Katholiken in der deutschen Ortskirche nicht aus. Das wäre der schlimmste Fall, der passieren könnte, selbst wenn er die ohnehin bestehende faktische Spaltung zwischen den Katholiken, die an der Lehre der Kirche festhalten und denen, die eine „andere Kirche“ wollen, bestätigen würde.
Was ist zu tun? Die Katholiken, die am Glauben der Kirche festhalten, müssen nachdrücklich wahre Reformen einfordern und sich besser vernetzen. Sie haben Wortführer. Das sind einige Ortsbischöfe. Es gibt zusätzlich andere Stimmen wie – um nur einige zu nennen: Die Kardinäle Gerhard Ludwig Müller, Kardinal Robert Sarah, Weihbischof Schneider etc.. Die loyalen Katholiken der Ortskirche sind nicht heimatlos. Denn sie sind Teil der Gesamtkirche. Sie sind nach dem Wort Jesu nie allein. Ihre Vorbilder sind die Märtyrer. Jeden Tag sterben welche ihres Glaubens wegen. Bei der Seligsprechung von vierzehn Franziskanerinnen, die im spanischen Bürgerkrieg ermordet wurden, hat Kardinal Becciu in seiner Predigt gesagt: (OR 18.6.19, S.2) …“ihr Heroismus ist ein sprechender Beweis dafür, dass die Vitalität der Kirche nicht von Plänen und menschlicher Berechnung abhängt, sondern von der Ganzhingabe an Christus und seiner rettenden Botschaft“.

Hubert Gindert

Erscheint auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“

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Eine Antwort auf Wie David gegen Goliath

  1. Lutz G sagt:

    Laßt uns die schöne Sitte pflegen, der Herrschaft nach dem Mund zu reden.

    Die andere Kirche ist das Kommunistische Manifest als Bibelersatz. Auch wenn wir nicht im Kommunismus leben, sondern im Turbo-Kapitalismus, ist Marx Manifest die politische Agenda für das Zusammenlebens. Die Presse bekennt sich freimütig dazu. Das Manifest und der Kapitalismus schließen sich eben nicht aus.

    Mich stört sehr oft, daß Unzucht und Zölibat in einen Topf geworfen werden und besonders die Glaubenslosen sich in die Sexualität anderer Leute, und besonders der Kirche, einmischen. Während gleichzeitig immer mehr Schreckensnachrichten über Pornoringe und gesellschaftlicher Mißbrauch die Runde macht.
    Der Zölibat kann gar nicht die Ursache sein, weil der das Bedürfnis abschwächt und irgendwann auslöscht. Mit Impotenz hat das nichts zu tun, bitte.
    Der Schmuddel wird dem Zölibatären immer bewußter und er entwickelt eine Abneigung dagegen.

    Viele große Religionen sind in der letzten Stufe asketisch. Im Hinduismus ist das völlig normal, ebenso im Buddhismus. Es geht also um etwas anderes.

    Der Schmuddel wohnt im Kopf gewisser Kreise und dem der Presse. Das ist das wirkliche Problem.

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