Viele Probleme in Kirche und Gesellschaft sind Ausdruck der gottfernen westlichen Gesellschaft.

Die deutschen Bischöfe haben am 25. September das Statut des „Synodalen Prozesses“ beschlossen. 12 Bischöfe stimmten dagegen. Einer enthielt sich der Stimme.
Erzbischof Woelki und Bischof Voderholzer hatten dem „Ständigen Rat“ der Diözesanbischöfe einen „Alternativentwurf“ vorgelegt, dessen Ziel die Ausrichtung auf Neuevangelisierung, katechetische Berufung der Laien, oder, um es mit den Worten von Papst Franziskus zu sagen, der „Primat der Evangelisierung“ war. In seinem Brief – „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ – hatte der Papst das deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Diözesanbischöfe lehnten jedoch den „Alternativentwurf“ am 19. August mit der deutlichen Mehrheit von 21 Stimmen, bei drei Enthaltungen und drei Jastimmen, ab. Eine klare Mehrheit war nicht bereit, die Brücke zu betreten, die zu einem weiterführenden und konstruktiven Dialog hätte führen können.
Wie Bischof Voderholzer in seiner „Persönlichen Erklärung“ nach der Abstimmung in der DBK darlegt, geht die inhaltliche Ausrichtung der vier Foren „an der Realität der Glaubenskrise in unserem Land“ vorbei. Es werden die „wahren Probleme nicht angegangen“. Es gebe „kein Forum Evangelisierung“. Beim Thema „Laien“ geht es „von vornherein nur um Partizipation, statt um eine Theologie einer in Taufe und Firmung gründenden Sendung in alle weltlichen Lebensbereiche hinein“ (Weltcharakter der Laien). Der Verdacht einer „Instrumentalisierung des Missbrauchs“ sei nicht “ausgeräumt“.
Was ist zu tun?
Bischof Voderholzer begründet seine Ablehnung des Beschlusses der DBK vom 25. September wesentlich damit, dass er bei seiner Bischofsweihe „feierlich“ versprochen habe, den „katholischen Glauben unverkürzt zu vertreten und zu bezeugen“. Das haben auch wir Laien in der Firmung versprochen. Von dieser Weltverantwortung können wir uns nicht dispensieren.
Derzeit sind wir mit Massendemos konfrontiert, die apokalyptische Züge annehmen. Es besteht die Gefahr, die Gesellschaft zu spalten. Diktatorische Forderungen werden gestellt, um die „Klimaziele“ zu erreichen. Dabei besteht ein weitgehender Konsens darüber, dass es „sehr wohl überfällig (ist), Verschwendung natürlicher Ressourcen zu stoppen, den Raubbau an der Natur zu bremsen und Alternativen zu fossilen Treibstoffen zu entwickeln. Weil es vernünftig ist“ (Dieter Stein, JF, 27.9.19).
Die weltweite Massenmobilisierung mit totalitären gesellschaftsverändernden Forderungen ist nicht mit den „Wutreden“ der Greta Thunberg erklärbar und den dahinterstehenden nicht ganz durchsichtigen Netzwerken. Die Hysterie ist auch Ausdruck der gottfernen westlichen Gesellschaft. Sie steht vor einer Herausforderung und droht das Vertrauen in die menschlichen Fähigkeiten zu wirksamen Reformen zu verlieren. Wir Christen bleiben bei allen notwendigen Reformen auf das verpflichtet, woran uns Benedikt XVI. immer erinnert: Dem Glauben und der Vernunft (fides et ratio). Das sind die Kraftquellen, die aus Krisen herausführen.

Hubert Gindert

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