Wir befinden uns auf dem „Synodalen Weg“ von dem wir nicht wissen, wie er enden wird.

Wir befinden uns auf dem „Synodalen Weg“ von dem wir nicht wissen, wie er enden wird. Erzbischof Kardinal Woelki sagte: „Alle meine Befürchtungen sind eingetreten.“
Eine Information über die ersten Schritte des so genannten „Synodalen Weges“.

Gewissermaßen als Ouvertüre zum „Synodalen Weg“ hat sich Pater Johannes Langendörfer SJ, der Sekretär der DBK, geäußert. Dabei behauptete er, dass es in der katholischen Kirche in Deutschland eine Reihe von Blockierungen gebe, die sich begünstigend auf die Entstehung von sexuellem Missbrauch ausgewirkt hätten. Ursächlich seien unter anderen die bisherige Sexualmoral der Kirche, das Priesterbild und vor allem der eingeschränkte Zugang zum Priestertum. Für diesen Standpunkt führt er auch einige durchaus umstrittene Wissenschaftler an.
Nun soll nach Langendörfer der „Synodale Weg“ „einen neuen Weg“ eröffnen. Er sagte: „Wir machen uns hier auf einen besonderen Weg, den das Kirchenrecht so nicht kennt, das bestimmte Formen vorsieht.“ Das dürfte nach Langendörfer heißen, dass in den Themenforen der Synode Entscheidungen getroffen werden, die die Kirche in Deutschland selber in die Pflicht nehmen. Neu sei, dass es auch „zu Entscheidungen kommen könne, die die römische Ebene betreffen, (zwar) nicht auf der Ebene des Konzils, sondern auf der Ebene des Heiligen Vaters und seiner Kurie.“ Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) sei nicht gewillt, „zu akzeptieren, dass alle Themen, die jetzt und in Zukunft in Rom entschieden werden, ohne die Beteiligung der Ortskirchen getroffen werden (kath.net.31.01.2020)
Es ist erstaunlich, wie offen Langendörfer seine Ziele gegenüber Rom hier schon preisgibt. Dagegen hat aber Johannes Paul II. schon in seinem Schreiben „Apostolos suos“ klargestellt, dass Entscheidungen von Bischofskonferenzen, also auch der DBK evtl. mit dem ZdK nicht gültig seien, wenn sie die Diözesanbischöfe in die Pflicht nehmen wollten.
Das Verbot des Frauenpriestertums, das Johannes Paul II. am 22. Mai 1994 bekräftigt hat, will Pater Langendörfer nicht mehr akzeptieren. Er meint: „Es gibt kein Redeverbot zum Priestertum der Frau. Wenn man das in Verbindung mit den Erfahrungen in Bistümern und Gemeinschaften bringt, tut sich da eine große Bandbreite von Gesprächsmöglichkeiten auf.“ (kath.net 31.01.2020) Papst Johannes Paul II. erklärte schon in seinem Schreiben vom 22.Mai 1994, dass „die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich die Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“
Der Regensburger Bischof Voderholzer äußerte sich während der ersten Synodalversammlung zur MHG- Studie (Mannheim-Heidelberg-Gießen)Dabei wies er die Behauptung zurück, dass die Ehelosigkeit um des Himmelsreiches Willen und die katholische Sexualmoral sowie die angebliche Machtkonzentration auf Männer für den sexuellen Missbrauch hauptursächlich seien. Er bedauerte ausdrücklich, dass die Themen der Synode an diesen wissenschaftlich umstrittenen Aussagen orientiert seien. Damit stehen die Grundannahmen und Voraussetzungen des „Synodalen Prozesses“ auf tönernen Füßen.
Die Synodenmehrheit ist offensichtlich gewillt, ihre Vorstellungen mit brutaler Gewalt durchzusetzen. Die Bischöfe, die sich an die Lehre der Kirche halten, mussten eine erste Abstimmungsniederlage erleben. Die Erzbischöfe und Bischöfe von Köln, Passau, Eichstätt, Regensburg und Görlitz hatten vorgeschlagen, dass Vorlagen die einmütige Zustimmung der anwesenden Mitglieder des Synodalforums erfordern Bei „Einmütigkeit“ dürfe es höchstens drei Gegenstimmen geben. Doch die Synodalversammlung legte fest, dass die absolute Mehrheit für die Beschlussfassung genüge. Die lehramtstreuen Bischöfe hatten auch vorgeschlagen, dass ein Beschluss nicht gültig werden kann, wenn „ein Widerspruch zwischen der Textvorlage und der Lehre der Kirche vorliegt.“ Auch dies wurde abgelehnt. Die KNA (Katholische Nachrichtenagentur) hat diesen Vorschlag der glaubenstreuen Bischöfe als „konservative Sperrminorität“ bezeichnet.
Erzbischof Woelki fasste seine Eindrücke in dem Satz zusammen: „Alle meine Befürchtungen sind eingetreten.“ Kardinal Gerhard Ludwig Müller bezeichnete den „Synodalen Weg als „suizidalen Prozess.“.
Der deutsche Kurienkardinal em. Paul Josef Cordes warnte in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Nuova Bussula Quotdidiana“, dass mit dem „Synodalen Weg“ die Möglichkeit eines Schismas bestehe, da die Diskussionsthemen überwiegend eine Frage der Zuständigkeit der Weltkirche seien und daher nicht im Ermessen der Ortskirche liegen. Cordes warnte in diesem Interview, dass durch antikatholische und atheistische Massenmedien die Idee einer „neuen Kirche“ propagiert werden soll. (kath.net 31.01.2020) In dieser Situation werden gläubige Katholiken Zuflucht im Gebet suchen – und sie werden sich um die gläubigen Bischöfe scharen, die auch jetzt zur Weltkirche stehen. Für diese Treue zur Weltkirche sind zur Zeit Bismarcks viele deutsche Bischöfe in das Gefängnis gegangen.

Hubert Gindert

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2 Antworten auf Wir befinden uns auf dem „Synodalen Weg“ von dem wir nicht wissen, wie er enden wird.

  1. Johannes Friedrich sagt:

    Die kirchliche Sexualmoral für die Mißbräuche verantwortlich machen zu wollen ist absurd. Gerade dieser klaren und zugegebener Maßen strengen Lehre, kommt es zu, daß es nicht noch mehr Mißbräuche gegeben hat. Im weltlichen Bereich liegen die Mißbrauchszahlen weitaus höher. Hier kommt es Jahr für Jahr, zu 12.500 Anzeigen.
    Laut dem emeritierten Kirchenrechtsprofessor Prälat Dr, Georg May, ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein katholischer Priester zum Mißbrauchstäter wird 36mal geringer, als bei nicht zölibatär lebenden Männern.

    Auch die Forderungen nach deutschen Sonderwegen sind bei den Themen, die bei Synode behandelt werden, vollkommen abwegig.

    Auch ein Frauenpriestertum ist ein für alle Mal erledigt, handelt es sich doch bei der Aussage Papst Johannes Paul II., um eine ex cathedra-Aussage.

  2. Wo soll der synodale (Holz-) Weg denn schon enden? Die konkreten Mittel mögen noch unbestimmt sein, das Ziel ist jedoch klar: die Angleichung der katholischen Kirchenstruktur in Deutschland an die ev.-luth. Landeskirchen mit dem Ziel der Fusion. Daher wurde schon lange die Laienbeteiligung auf allen Ebenen eingeführt, denn wenn erstmal Gremien da sind, wollen die auch mitreden und -entscheiden. Als Pilotprojekte gibt es ja heute schon laiengeleitete Pfarrgemeinden und sogar ein Ordinariat mit „Amtschefin“, die Gemeindereferentin ist heute flächendeckend schon de facto „Frau Pfarrerin“ (begräbt, hält Wortgottesfeiern in Albe und Stola-artigem Schal und agiert als „Seelsorgerin“), nun wird noch der Zölibat „entsorgt“ und dann ist man endlich fusionsbereit.

    Dies wurde übrigens von Bischof Wilmer schon offen zugegeben, als er das Ziel der „ökumenischen Pfarrgemeinde“ begrüßte, auch das offiziell „inoffizielle“ DBK-Portal katholisch.de überschlägt sich in Zustimmung (https://www.katholisch.de/artikel/24116-oekumenische-gemeinden-sind-eine-bestechende-idee).

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