Glaubensnahe und kindgerechte Kommunionvorbereitung.

Die Geschichte von der Kleinen Juliana.
Auch wenn erst Februar ist: Es ist gar nicht mehr so weit bis zum Weißen Sonntag. Vielerorts hat schon die Kommunionvorbereitung begonnen. Und hier stehen Verantwortliche, die Pfarrer und Katecheten, aber oft auch gläubige Eltern oder Großeltern vor einer großen Herausforderung. Wie sagen wir es unseren Kindern, denen oftmals Grundkenntnisse über den Glauben vollkommen fehlen, dass Jesus Christus wahrhaft unter uns ist in der Eucharistie, dass er uns in diesem gewandelten Brot wirklich begegnen will? Das „Geheimnis des Glaubens“ muss im Grunde angenommen werden, es kann aber dann gut angenommen werden, wenn sein Wert erkannt wird: Gott selbst wendet sich uns zu, er möchte immer bei uns sein – und wir tun gut daran, ihn nicht abzuweisen.
Insofern ist es wichtig, das Interesse an Christus, das Interesse an seiner Anwesenheit in der Eucharistie zu wecken – was aber mit Liebe besser gelingen kann als unter Zwang. Das heißt, es geht darum, eine Sehnsucht zu wecken nach diesem Christus – wenn möglich auch bei den oft mit dem Glauben kaum vertrauten Eltern.
„Kommunion“ kommt ja von „communio“, das heißt „Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch.“ Dabei muss mir bewusst werden, dass diese Gemeinschaft unendlich wertvoll ist, dass es sich dafür lohnt, auch auf anderes zu verzichten (das Ausschlafen am Sonntag) und einige – letztlich nur kleine – Mühen auf sich zu nehmen (Gottesdienstbesuch, in der Kirche still werden, mitbeten, hinknien). Auf der Suche nach Materialien, die dies gut vermitteln können, bin ich im Internet auf eine Website gestoßen mit dem Namen „Die kleine Juliana und das Brot des Lebens“

Die Seite ist in meinen Augen eine wahre Fundgrube, um Kindern und auch den Eltern, so sie wirklich offen sind, den Glauben an die Eucharistie gewinnend zu vermitteln. Die kleine Juliana – das ist die heilige Juliana von Lüttich (um 1193-1258), die später als Ordensfrau von Jesus Christus in einer Vision beauftragt wurde, das Fronleichnamsfest einzuführen. Hier wird sie aber vor allem als ein Kind vorgestellt, das in Jesus einen wahren Freund gefunden hat und sich danach sehnt, endlich zur Erstkommunion zu dürfen.
Die Geschichte der kleinen Juliana ist in einem schön bebilderten Buch abgedruckt, das sehr kindgerecht geschrieben ist. Es trägt den Titel der Website: „Die kleine Juliana und das Brot des Lebens.“ Verfasst wurde es von Jacques Galloy, dem Verantwortlichen für die Jugend der Gemeinschaft „Emmanuel“ in Belgien. Er stammt aus der Gegend, in der Juliana aufgewachsen ist, und hat schon seit vielen Jahren eine Beziehung zu ihr. Sowohl das Buch wie auch die Website hat er gemeinsam mit der Grafikerin Anne Junker gestaltet, auch um dazu anzuregen, die Geschichte Julianas in die Erstkommunionvorbereitung aufzunehmen.
Mich persönlich hat besonders ein Bild beeindruckt, wo Juliana auf einem Baum sitzt und aus der Ferne der heiligen Messe beiwohnt. Sie durfte noch nicht teilnehmen, weil der Gottesdienstbesuch im Mittelalter Kindern nicht erlaubt war. Trotzdem möchte Juliana dabei sein, weil Jesus ihr bester Freund ist.
Gottesdienst als etwas Schönes und Wertvolles zu begreifen, weil wir dort Gott ganz nah sind – genau dies fördert das Projekt der „kleinen Juliana“, wie ich meine, ganz hervorragend. Vertieft werden kann diese Haltung durch Bastelarbeiten auf der Website (unter dem Link Religionsunterricht/Gebete das Buch an¬klicken und dann auf „Bastelarbeiten herunterladen“ gehen) wie etwa die einfache Darstellung einer Kirche, in der sich beim Öffnen der Türen Christus selbst und ein Priester bei der heiligen Wandlung verbirgt.
Für interessierte Eltern oder Katecheten ist auch das Buch „Der kleine Reliunterricht“ sehr empfehlenswert, das man ebenfalls von der Website herunterladen kann (auch unter dem Link Religionsunterricht/Gebete das Buch anklicken, dann allerdings auf „Den kleinen Reliunterricht herunterladen“ gehen). Dieses Büchlein im PDF-Format, verfasst von Véronique Spronck und Anne Junker ist ein echter Ratgeber für Erwachsene, die Kinder zum Geheimnis der Eucharistie zu führen: so die Sehnsucht zu wecken oder aufleben zu lassen, wenn sie schon da ist, Kinder mit der Sonntagsmesse vertraut zu machen, ihnen zu helfen, die Realpräsenz Christi in der Eucharistie als Geheimnis des Glaubens zu begreifen, das rechte Verhalten in der Kirche und beim Empfang der Kommunion zu lernen, um dann eine Beziehung zu Jesus Christus von Herz zu Herz aufzubauen.
Dazu geht das wegweisende Buch für Eltern und Katecheten von der gelebten Freundschaft aus. Wie muss ich Freundschaft leben, dass sie wirklich glücklich macht – mich und den anderen? Das Bild der idealen Freundschaft von Mensch zu Mensch wird dann auf Jesus Christus übertragen: Ich möchte meinen Freund/meine Freundin glücklich machen – wie kann ich meinem Freund Jesus eine Freude bereiten? Zum Beispiel durch kleine Komplimente, durch Verzichte, durch Anbetung und dadurch, dass ich ihn wirklich zu mir kommen lasse in der Eucharistie.
So ist letztlich alles einladend und gewinnend geschrieben und dargestellt auf der Website von der kleinen Juliana, in dem Leitfaden für Eltern und Erzieher, dem „kleinen Reliunterricht“, und natürlich auch in dem Kinderbuch über ihr Leben. Ich kann dies nur empfehlen. 

Das Buch: Die kleine Juliana und das Brot des Lebens, von Jacques Galloy (Autor), Anne Junker (Illustrator), Geb. Ausgabe: 32 Seiten, Verlag Catholic Media, 2013, ISBN: 978-3939977209, 6,61 Euro
Website: www.diekleinejuliana.de

Raymund Fobes

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