Die Niederlande erlauben die „Sterbehilfe“ bei todkranken Babys

Man kann die Meldung kaum glauben, die das Ärzteblatt am 13. Juni 2013 herausgab. (www.aerzteblatt.de/nachrichten/54769). Die Ärzteorganisation KNMG hat in einem am 12. Juni veröffentlichten Bericht festgelegt, dass niederländische Ärzte den Sterbeprozess todkranker Babys mit geringer Lebenserwartung beschleunigen dürfen und zwar nicht nur, indem sie die Behandlung einstellen sondern auch – man faßt es kaum – indem sie in den Prozess des Sterbens aktiv eingreifen dürfen und das Kind mit der Injektion von Muskelrelaxantien töten dürfen.
Es klingt nicht nur wie ein Stück aus einem Horrorfilm, sondern das ist es auch. Was kommt eigentlich alles noch? Wieweit wird die Kultur des Todes noch betrieben? Die Tatsache, dass sich Ärzte irren können und dass viele Totgesagte überlebt haben, scheint keine Rolle mehr zu spielen. Schon die Vorstelllung, ein nach Meinung der Ärzte nicht heilbares Baby aktiv mit einem Medikament zu töten, jagt einem den Schauer über den Rücken. Aber in einer Gesellschaft, in der es möglich ist, lebensfähige Kinder bis kurz vor der Geburt und auch noch danach zu töten ( wie vor kurzem in den USA aufgedeckt wurde), geht doch mit Gewalt der Respekt vor dem Leben verloren. Unter dem Deckmantel der Humanität muß die Gesellschaft immer weiter den Triumpf der Inhumanität erleiden. Und es ist erschreckend, wie wenig Widerstand gegen dieses immer tiefere Absinken in die Kultur des Todes geleistet wird. Man ist zwar gegen die Tötung der ungeborenen Kinder, aber aktives Aufrütteln der Menschen und praktische Hinweise auf das, was dabei geschieht, das wird von kirchlichen Verantwortlichen hierzulande als „Schocktherapie“ bezeichnet, die den Menschen nicht zugemutet werden soll.
Wir haben davon berichtet in : „Mit zweierlei Maß gemessen“. (siehe auf dieser Seite weiter unten).
Wo bleibt ein Sturmlaufen der Kirche und der ganzen Gesellschaft in den Niederlanden vor einer solchen Barbarei? Diese Vorgehensweise bei schwer erkrankten Babys wird zwar seit Jahren bei unseren holländischen Nachbarn praktiziert und hat in der Vergangenheit zu schweren Konflikten zwischen Ärzten und Juristen geführt, aber schließlich hat sich nun die Legalisierung der auch aktiven Tötung der todkranken Babys durchgesetzt. Begibt sich damit nicht eine ganze Nation an den Abgrund des Todes? Wielange wird es noch dauern, bis sich dieses entsetzliche Denken auch bei uns durchgesetzt hat? Wer das Leid aus der Welt schaffen will, indem er dem Menschen die Möglichkeit nimmt, dem Tode entgegenreifen zu dürfen um sein Leben zu vollenden, der wird Leiden schaffen, von dem wir uns noch keine Vorstellung machen können.
Was ist zu tun? Wir, die Christen müssen unserem Auftrag sehr viel entschiedener nachkommen und den Menschen aus unserem Leben bezeugen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern dass er besiegt ist durch Sterben und Auferstehen Christi und dass es eine Hoffnung gibt, die nie sterben kann, weil Gott, der das Leben selbst ist, uns eine Tür geöffnet hat, die niemand mehr schließen kann. Dabei sind uns die Mehrzahl der Theologen, die die Auferstehung Christi leugnen natürlich keine Hilfe. Aber wir haben nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht von den Bischöfen hier unmißverständliche Signale zu erwarten, die mit aller Entschiedenheit in der Öffentlichkeit vorgetragen werden und nicht von Hauptamtlichen konterkariert werden können.
Aber das wichtigste Gegenmittel gegen die Kultur des Todes ist das Gebet. Wir bitten alle Christen darum, im Gebet unablässig Gott zu bestürmen, der Kutur des Todes, die dem Neid des Widersachers entstammt, Einhalt zu gebieten. Er wird es tun, wenn wir treu im Gebet und im Zeugnis bleiben!

Michael Schneider-Flagmeyer

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4 Antworten auf Die Niederlande erlauben die „Sterbehilfe“ bei todkranken Babys

  1. Claudia Kälble sagt:

    Das Töten totkranker Babys klingt für viele wie eine Erlösung für diese Kinder. Das mag es manchmal auch sein. Aber wo ist die Grenze? Wer bestimmt, ab wann ein Leben nicht mehr lebenswert erscheint? Eines Tages wird es wieder so sein, dass jeder, der für die Menschheit nicht mehr nützlich ist und nur noch Kosten verursacht, als lebensunwert gilt und getötet wird. Es gibt nur einen Herrn über Leben und Tod.
    Wer meint, dadurch Leid zu ersparen, sollte sich andererseits überlegen, wie viel Leid er verhindern oder wenigstens mildern könnte, wenn er seinen Lebensstil ändern würde, auf ein wenig Luxus und Komfort z.B. Kosmetika verzichten würde. Mit dem gesparten Geld könnte viel Leid durch Hunger und Not abgewendet werden.Vielleicht wollen sich viele Menschen, auch die Leiter der Kirchen, nicht damit beschäftigen, weil sie ahnen, wie viel eigener Einsatz auf sie zu käme. Wer von euch zwei Röcke hat, gebe dem einen, der keinen hat… Papst Benedekt hat sich gegen die Verweltlichung der Kirche gewandt. Wie Recht er damit hat. Und doch hat erst Papst Franziskus die ersten Zeichen in diese Richtung gesetzt, weg von roten Papstschuhen und Chauffieren lassen in großen Autos… Auch der Kirche fällt es schwer, wieder die arme Kirche Christi zu sein, sich ganz seiner Hilfe anzuvertrauen und nicht der eigenen Macht mit all ihren Symbolen. Beten wir, handeln wir aber auch durch Mitteilen unserer Meinung, aber auch durch unseren Lebensstil. Shalom, das Wort für Frieden heißt „für jeden genug“, wenn wir das beherzigen würden , wäre es wohl friedlicher auf dieser Welt.

    • Mathias Wagener sagt:

      Hier sind meines Ermessens zwei Ebenen vermischt. Die Verurteilung der Tötung der kranken Babys ist unsere Christenpflicht. Das hat jetzt aber so unmittelbar nichts mit der Forderung nach Verbesserung der Lebensverhältnisse für die wirklich materiell Armen zu tun, so wichtig dies auch ist, wie Franziskus uns tagtäglich erklärt.

  2. Gertraud Neldner sagt:

    Es fröstelt einen bei der Vorstellung, wie die Hand des Arztes dieses kleine Menschenkind tötet.
    Eine Hand, die eigentlich helfen und heilen soll, wird zur Mörderhand.

    Sie haben recht, Herr Schneider-Flagmeyer – wo sind die Stimmen der Bischöfe?
    Wo die Stimmen der Katholiken, der Protestanten, auch der Humanisten und derer, die doch sonst so schnell empört sind?
    Uns alle lähmt, so glaube ich, ein Gefühl der Ohnmacht; das Gefühl, nichts tun zu können und total ausgeliefert zu sein.
    Als ob wir in einem Zug säßen, von dem wir wissen, dass er in den Abgrund führt, wir aber keine Möglichkeit sehen, vorher auszusteigen oder den Zug aufzuhalten.

    Aber wir sollten den Mund aufmachen, hier und anderswo!
    Und beten, beten, beten – wie auch Maria immer wieder sagt.

  3. Mathias Wagener sagt:

    Ausgerechnet die Niederlande, die immer den Finger erheben, wenn irgendwo wem Unrecht geschehen könnte nach den Regeln der Polotical Correctness.
    Sie leisten sich so etwas, was mit Worten gar nicht mehr darstellbar ist. Das Schweigen der Christen ist unvorstellbar. Auch in diesem Land ist man nicht motiviert, wenn es um diese Themen geht, nicht einal die DBK und von anderen redet man besser nicht. Das ist arm, das ist mehr als arm, das ist die Kapitulation vor der Kultur des Todes.

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