Vorsicht mit Pauschalurteilen

In der Nazizeit gab es den Reichsbischof Müller, genannt „Reibi“. Er versuchte die evangelische Kirche an das vorherrschende Regime anzupassen und in eine „Reichskirche“ zu verwandeln. Diese „Reichskirche“ trug alle Forderungen der Nazis mit, z.B. die absurden Thesen vom Vorrang der „Nordischen Rasse“, den Antisemitismus etc. Dagegen regte sich der Widerstand der „Bekennenden Kirche“.
Die katholische Kirche in Deutschland zeigte sich gegen Anbiederungen an das Regime gefestigt. Nicht jeder Bischof war ein Löwe, wie Graf Galen von Münster oder Bischof Graf Preysing von Berlin. Aber die Einbindung in die Universalkirche hat eine Anpassung an die Hitlerdiktatur verhindert. Soviel vorweg!
Es gibt in der Corona-Pandemie Vorwürfe gegen die Kirche und gegen Bischöfe, sie hätten sich gegenüber dem staatlichen Versammlungsverbot in Kirchen zu unterwürfig gezeigt. Dass mit diesem Verbot grundlegende Menschenrechte, wie das Gebot der Religionsfreiheit tangiert wird, steht außer Zweifel. Deswegen ist dieses Verbot ständig zu überprüfen, ob und in welchem Umfang es auch im Vergleich zu anderen Bereichen der Gesellschaft noch gerechtfertigt ist. Man kann aber dem säkularen Staat nicht vorhalten, er würde damit versuchen, Glaubensinhalte zu verändern, wie das die Nationalsozialisten versucht haben.
Heute gibt es solche Gefährdungen aus dem Inneren der Kirche. Man denke z.B. an den „Synodalen Weg“. Hier hat eine deutliche Mehrheit beschlossen, auch Glaubenswahrheiten zur Disposition zu stellen und damit dem Druck der „Reformer“ in der Kirche und dem Druck der Medien nachzugeben. Aber nun auch die fünf Bischöfe, die sich gegen den Beschluss gestemmt haben, in diese Art von „Reibi-Vergleich“ miteinzubeziehen, selbst, wenn sie aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung den staatlichen Vorgaben zunächst zugestimmt haben, ist ungerecht.

Hubert Gindert

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3 Antworten auf Vorsicht mit Pauschalurteilen

  1. Mathias Wagener sagt:

    Die ganze Diskussion ist doch unverständlich und man muss einmal wirklich nicht die Vergangenheit bemühen.Gottesdienste waren aus Gefährdungsgründen,wobei es um Leib und Leben wegen eines hochgefährlichen Virus ging,nicht möglich.Es war somit eine objektive Unmöglichkeit gegeben,gegen die anzurennen,schlicht sinnwidrig ist.Die Religionsfreiheit war zu keinem Zeitpunkt verletzt.

  2. Armin Obermeier sagt:

    Was mich persönlich zur Zeit besonders bewegt ist die Tatsache, dass mein Großvater jenseits des Schwarzen Meeres als Soldat schwer verwundet wurde für diesen Wahnsinn – mein Vater 1946 in dieses Trauma geboren wurde. Russland beklagt die meisten Kriegsopfer und gedenkt der Befreiung von den Nazis bis heute. Und diesen Angriff andere Nationen gibt es mit nichts zu rechtfertigen! Was wir bis heute da tun können, ist nur uns zu entschuldigen! Was ich entsetzlich finde, ist dass sich leider verhältnismässig wenige Leute wirklich für den Glauben begeistern können – leider ist diese Nation schnell zu überzeugen, dass unser Heer aufgestockt und auf Vordermann gebracht werden muss. Bedenklich ist auch der „rechtsruck“ abzlesen an der begeisterung für die AfD und allem was sich da im Hintergrund formiert – Möge Gott uns vor neuen Aggressionen bewahren und die Schuld zu vieler nicht erneut auf diese Nation kommen – Möge Gott auf diejenigen in diesem Land schauen und dieses ganze Land deswegen vor Krieg bewahren, die Gott aufrichtig um Frieden anrufen und denen das ganze Blutvergiessen der vorherigen Generationen bis heute zuwider ist!

    • Wenn Sie schon meinen,hier die AfD bemühen zu müssen,so kann nicht unterschlagen werden,dass sich gerade diese Partei für ein gutes Verhältnis zur Russischen Union einsetzt.Mit Kriegsaggression kann somit keine Rede sein.

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