Auch „konservative“ Katholiken haben ein Recht auf Religionsfreiheit.

Leserbrief an den Münchner Merkur zum Kommentar „Claudia Moellers: Wahre Freiheit des Glaubens“. Seite 2 am 05.09.2020
Frau Moellers fordert erhebliche Neuerungen in der Kirche. Sie bedenkt aber nicht, dass es in Deutschland laut Grundgesetz Religionsfreiheit gibt. Das heißt doch, dass jeder Katholik , der mit der bisherigen Lehre der Kirche nicht mehr einverstanden ist, aus der Kirche austreten kann bzw. eine neue Kirche nach seinem Gusto gründen kann. Niemand wird ihm das streitig machen. Aber Religionsfreiheit bedeutet nicht, dass er in der Kirche bleiben kann und dort die Lehre ins Gegenteil verkehren kann. Wo bleibt denn da die Religionsfreiheit für die treuen Katholiken, denen die Kirche vor der Nase wegreformiert wird, ohne dass sie gefragt werden? Über meinen Glauben haben Bischof Bätzing und seine Funktionäre nicht zu bestimmen. Auch wir konservative Katholiken haben ein Recht auf Religionsfreit, das wir uns von den sogenannten Synodalen nicht wegnehmen lassen.

Dr. Eduard Werner

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3 Antworten auf Auch „konservative“ Katholiken haben ein Recht auf Religionsfreiheit.

  1. Religionsfreiheit umfasst (kurz und verständlich) das vom Staat zu achtende positive Recht, eine Religion zu bilden, zu haben, zu bekennen und danach zu leben sowie die negative Freiheit, keinen Glauben zu bilden, zu haben, zu bekennen und nach diesen Grundsätzen zu leben. Religionsfreiheit ist jedoch nicht tangiert bei Handlungen der Autoritäten der Religionsgemeinschaft oder die Neuformulierung der grundsätzlichen Glaubensinhalte. Daher geht die Argumentation des Leserbriefschreibers formell fehl.

    In der Sache selbst wird jedoch immer deutlicher, dass die in Deutschland schon lange „real existierende“ krypto-protestantische Kirchenstruktur nun offen zu Tage tritt. Sie hat für sich und ihren wohlalimentierten Apparat aus
    Amtstheologen und Fakultätsfunktionären längst eine kleine Nische als spirituelles Feigenblatt im kommenden Genderstaat anvisiert und kann auf glaubenstreue Kirchgänger gut verzichten.

  2. Johannes Friedrich sagt:

    Es ist allerdings nur logisch, daß wer mit der Lehre der Katholischen Kirche nicht einverstanden ist, zu einer anderen Gemeinschaft übertritt. Bei der Vielzahl der Gemeinschaften, ist für jeden etwas vorhanden; eine Neugründung ist gar nicht einmal notwendig. Es ist aber offensichtlich, daß es den sogenannten Reformern in Wahrheit darum geht, die Katholische Kirche zu zerstören. Wir haben jedoch die Verheißung unseres Herrn, daß ihnen das nicht gelingen wird: die Pforten der Hölle, werden sie nicht überwältigen.

    • Sowohl die Neugründung einer Religionsgemeinschaft als auch der Übertritt in eine bereits bestehende (wie etwa die der sog. „Altkatholiken“) würde die Kopplung der Gehälter des kirchlichen Verwaltungsapparates (Ordinariate, Institute, Fakultäten und Verbandsgeschäftsstellen) an das bestehende Regelwerk der Staatsverträge und Konkordate (Stichwort: Kirchensteuer) beenden.
      Wenn dies mal kein Grund sein sollte… 😉

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