Auffallend ist, dass die Frage, was will Gott uns mit der „Pandemie“ sagen, kein Thema ist.

Seit zehn Monaten bestimmt die Corona-Pandemie „weitgehend“ unser Leben, auch die religiöse Praxis. Da tauchen immer stärker Fragen auf, ob die Corona-Eindämmungsstrategie angemessen ist und wann die Einschränkungen sowie die Außerkraftsetzung von Grundrechten wieder vollständig zurückgenommen werden. Wer solche Fragen stellt, ist deswegen noch kein Spinner oder Corona-Leugner. Die „Corona-Pandemie“ zwingt die Erkenntnis auf: Der Mensch hat nicht alles im Griff.
Wer berechtigte Fragen stellt, stößt zunehmend auch bei Medien, die in der Gesellschaft eine Kontrollfunktion hätten, auf das, was als „cancel culture“ bezeichnet wird. Was ist „cancel culture“? Dieter Stein hat sie (JF, 4.9.2020) so beschrieben: Personen, die Meinungen vertreten, die nicht „Mainstream“ sind, werden „stumm geschaltet und stigmatisiert“, „markiert, an den Pranger gestellt und aus dem Diskurs aussortiert“, „umstrittene Verdächtige werden kaltgestellt“, „Anstößigen Autoren, Politikern werden Äußerungsmöglichkeiten entzogen.“ So wird geistige Auseinandersetzung, die in Zeiten der Verwirrung besonders nötig wäre, erstickt. Die Gräben in der Gesellschaft werden vertieft. Wir sollten uns dagegen wehren!
Die Corona-Pandemie kann das Leben gefährden. Das Leben hat für alle einen hohen Wert. Für Menschen, die nicht an Gott glauben, für die alles mit dem Tod endet, ist das Leben zum höchsten Gut geworden. Christen, die nicht nur in der Corona-Zeit, sondern jeden November den Tod als einen Teil der Lebenswirklichkeit bedenken, können gelassener sein. Als Erlöste können sie verängstigte Gottferne an ihrer Hoffnung teilhaben lassen.

 Wort „wir schaffen das!“ kommt heute nicht mehr so leicht über die Lippen wie 2015. Es hat sDaschon damals nicht gestimmt: Die Bundesausgaben (ohne Länder und Kommunen) für die Migranten haben 2020 fast 80 Mrd. Euro erreicht (JF, 4.9.2020). Zwar haben rund die Hälfte der Zuwanderer eine Beschäftigung gefunden, aber nicht dort, wo sie am meisten gebraucht würden, als Fachkräfte. Auffallend bleibt, dass die Frage, was will uns Gott mit der „Pandemie“ sagen, kein Thema ist. Bei denen, die nicht an Gott glauben, erübrigt sich diese Frage. Sie versuchen den Wiederaufbau der Gesellschaft und der „Normalität“, wie jene, die den Turm von Babylon errichtet haben – ohne Gott. Aber auch für viele Bischöfe ist die Frage ein Tabu. Dabei wäre sie hilfreich. Wenn der allmächtige Gott, dessen Wesen die Liebe ist, die „Corona-Pandemie“ zulässt, dann will er uns helfen, den Lebensstil zu überdenken und zu ändern. In der jetzigen Krisensituation, in der viele verängstigt und ratlos sind, fehlt weithin die Stimme der Ortskirche. Der „Synodale Prozess“ nimmt auch den Bischöfen, die eine Reform, die am Wort Gottes und an der Lehre der Kirche Maß nimmt, anstreben, viel Zeit und Kraft. Nach der Generalversammlung von Frankfurt und den Regionalkonferenzen fasst die Tagespost zusammen: „Wunschdenken, offene Häresie, unrealistische Forderungen, Analyse und dann und wann auch katholische Lehre stehen unsortiert nebeneinander“… (Tagespost, 10.9.2020). Wir stehen an der Seite derer, die wirkliche Reformen wollen!

Hubert Gindert

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