Gibt es einen Gott? Was hat er mit meinem Leben zu tun?

In der Nacht vom Faschingsdienstag auf Aschermittwoch wurde früher der Fasching „beerdigt“, um zum Ausdruck zu bringen, dass jetzt eine andere Zeit im Kalender beginnt. Ein solches Tun würden in der heute säkularisierten Zeit viele nicht mehr verstehen. Für sie ist Aschermittwoch ein normaler Wochentag.
„Wir brauchen einen missionarischen Aufbruch“, wie Pfarrer Erich Maria Fink auf dem letzten Kongress geäußert hat. Dringend! Aber wir sollten am Hauptproblem der Kirche ansetzen. Das sind nicht die hunderttausende Kirchenaustritte, das Fehlen der Gläubigen bis zu 95% am sonntäglichen Gottesdienst oder die 99%, die nicht mehr den Beichtstuhl aufsuchen. Sie zeigen die religiöse Haltung auf. Aber das sind nur die Folgen dieser Einstellung. Die Ursachen liegen tiefer. Die eigentlichen Fragen, denen wir uns stellen müssen, lauten: Gibt es einen Gott? Was sind seine Eigenschaften? Was hat er mit meinem Leben zu tun? Aus den Antworten erklären sich die Folgen, die wir zurecht beklagen.
Was uns Jesus Christus und die Kirche zu diesen Fragen sagen, ist schlüssig. Das heißt nicht, dass diese Antworten von den Zuhörern angenommen werden. Der freie Wille bleibt. Die Antwort von Joseph Ratzinger auf die Frage, wie viele Wege es zu Gott gibt: „so viele als es Menschen gibt“, heißt zugleich, dass die Menschen ebenso viele Wege beschreiten können, die von ihm wegführen.
Wer die Antworten Jesu und der Kirche verinnerlicht hat, wird nicht nur erschreckt vor dem stehen, wozu die menschliche Natur fähig ist, wie Sexualdelikte, Völkermord und Verbrechen jeder Art. Er wird auch darüber staunen, was verfolgte Christen in China, Pakistan oder Nigeria ihres Glaubens wegen auf sich nehmen.
Wem aufgegangen ist, dass Gott ihn ansieht im Kind von Betlehem, als Lehrer auf den Straßen von Galiläa und im Antlitz des Gekreuzigten auf Golgatha, dem wird klar, dass nur eine innere Umkehr den Einzelnen und auch unsere Kirche rettet. Dies beschreibt P. Dr. Johannes Nebel FSO in seinem Vortrag eindrucksvoll.
Er wird die Gebote als notwendige Stütze in seinem Leben verstehen, weil er die Schwäche der menschlichen Natur, auch seine eigene, kennt. Deswegen wird er die sakramentalen Hilfsmittel der Kirche annehmen.
Dem bewusst gewordenen Christen wird nichts im Leben erspart bleiben: Krankheit, Enttäuschung jeder Art, der Tod. Er wird trotzdem Freude am Glauben erfahren, weil er weiß, was ihn erwartet: Das Leben bei Gott.
Wir gehen auf Ostern zu. Es sind 40 Tage. Das schließt ein: den Palmsonntag, den Gründonnerstag, Karfreitag, schließlich die Auferstehung des Herrn. Wir gehen dem entscheidenden Ereignis der Menschheitsgeschichte entgegen. Machen wir uns das wieder bewusst!

Hubert Gindert

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