Matthias Matussek in der „Krömer“-Show

Eine Sendung, mit der die ARD ihren öffentlich-rechtlichen Auftrag unterläuft, ist die Sendung „Krömer – Late Night Show“.
Dorthin hatte sich der mutig sich als katholisch bekennende „Spiegel“ – Autor Matthias Matussek („Das katholische Abenteuer. Eine Provokation“) verirrt in der Hoffnung, dort sein neues Buch vorstellen zu können. Matussek selbst bekennt, dass ihn seine Frau und auch Freunde gewarnt hätten, dorthin zu gehen. Aber er habe mit Kurt Krömer vor zwei Jahren an der Talk-Show „3 nach 9“ teilgenommen und sich mit ihm dort gut verstanden.
Inzwischen aber tut sich Krömer mit Aussagen im deutschen Fernsehen – und das ausgerechnet im öffentlich-rechtlichen – hervor, die das viel beklagte tiefe Niveau der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fersehanstalten auf den absoluten Tiefpunkt bringen. So bezeichnete er Matussek gleich bei der Begrüßung als „hinterfotziges Arschloch“. (Bericht dazu auf der Telekom-Startseite vom 20.7.13 um 10:32 Uhr) Später fragte der „Moderator“ Matthias Matussek, was er denn nach einer Talk-Show mache. „In den Puff gehen?“ Im weiteren Verlauf sprach er nur noch von „Matthias Matussek der Puffgänger“.
Wir haben uns hier auf diesem blog mit dem Leitartikel der „taz“ zur Wahl von Papst Franziskus auseinandergesetzt (siehe am 21.3.13 „Verwilderung im deutschen Journalismus. Das Beispiel taz“) und waren der Meinung, dass dieses der Tiefpunkt des deutschen Journalismus sei zusammen mit dem „Satire“-Magazin „Titanic“, der an die Nazipropaganda gegen die Kirche erinnere.
Leider zeigt sich nunmehr, dass auch im öffentlich-rechtliche Fernsehen der Artikel 1 des Grundgeseztes, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, zumindest im Fall Krömer in Frage gestellt wird. Kein Mensch hätte sich noch vor 30 Jahren vorstellen können, dass wir in Deutschland einmal bei diesem Niveau landen könnten.
Und es wird nun allerhöchste Zeit, dass wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir diesem Verfall in den öffentlich-rechtlichen Anstalten entgegentreten können und wollen, den wir alle noch durch Gesetz gezwungen über die GEZ finanzieren müssen.
Damit muss nun endlich Schluß sein!
Seit Jahrzehnten wird es hingenommen, dass man um jede Sauerei nur einen Rahmen legen muss, sie in ein Museum stellen muss, um damit ihren Schutz als „Freiheit der Kunst“ zu beanspruchen. Matthias Matussek will die Ausstrahlung der Sendung, was seinen Anteil betrifft, durch den RBB am 10. August rechtlich verhindern.
Aber die Anwälte der Produktionsfirma haben schon auf die Meinungsfreiheit hingewiesen und erklärt, dass diese, die Menschenwürde verachtenden Beleidigungen „von der Satirefreiheit gedeckt sei“. Der RBB hat sich noch nicht dazu geäussert.
Auf Cicero-Online hat gestern am 19.7.13 die junge Jornalistin Petra Sorge unter dem Titel „Reporter im Bordell, aber nicht zum Recherchieren“ sich kompetent, mutig und kenntnisreich mit der Lage der heutigen Medienschaffenden gründlich auseinandergesetzt und so manchem Meinungsmacher den Spiegel vorgehalten. Auch die Leser, Zuhörer und Zuschauer haben eine gewisse Verantwortung für diese Entwickelung. Sie müssen sich deutlich bei den Verantwortlichen zu Wort melden. Davon lebt einfach unsere demokratische, offene Gesellschaft.
Matthias Matussek ehrt seine Gutgläubigkeit als Christ, die sich in dem Vertrauensvorschuß für Krömer geäussert hat. Er wird nun – und mit ihm wir alle – gelernt haben, dass man sich mit gewissen Leuten auf gar keinen Fall einlassen und an bestimmten Sendungen nicht teilnehmen darf.
Alle verantwortungsbewußten Menschen aber sind aufgerufen, ihre Verantwortung wahrzunehmen und den Verantwortlichen in den öffentlich-rechtlichen Medien, aber auch den hinter ihnen stehenden Parteipolitikern in deutlichen Zuschriften klar zu machen, dass man nicht bereit ist, diesen Verfall jeder Form von Ethik und die Missachtung der Menschenwürde weiter zu tolerieren.

Michael Schneider-Flagmeyer

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4 Antworten auf Matthias Matussek in der „Krömer“-Show

  1. Manfred Thewissen sagt:

    Ich wiederum kann den Herrn Matussek nicht verstehen. Die Sendungen des Herrn Krömer sind bekannt. Sein unmöglicher Stil mit Menschen umzugehen auch. (Menschenverächter). Was hat Herr Matussek denn erwartet?

  2. Mathias Wagener sagt:

    Dem Kommentar von Frau Neldner sei noch hinzugefügt, dass die Zuschauer bei derartigen Sendungen schon etwas herausgesucht werden. Man glaube nicht an Zufälle. Auch das öffentlich Rechtliche ist ganz in der Hand einer bestimmten Richtung, die frei nach Belieben schaltet und waltet.

  3. Gertraud Neldner sagt:

    Alle paar Monate Fernsehgebühren abgebucht zu bekommen ist etwas, was mich kolossal ärgert.
    Denn das gebotene Programm ist kaum wert, angeschaut zu werden.
    Anspruchsvolles muss man mit der Lupe suchen.
    Sicher, es mag Momente geben, wo ein Zuschauer einfach mal abschalten will und sich bewusst berieseln lassen möchte.
    Ob dies allerdings der richtige Weg zu Entspannung ist, sei dahingestellt.
    Ich selbst habe den Fernsehkonsum ganz massiv reduziert, daher ärgert mich auch der erhobene Zwangsbeitrag.
    Der Autor obigen Beitrags, Herr Schneider-Flagmeyer hat recht:
    Ein solches Niveau hätte man sich vor Jahrzehnten nicht im Traum vorstellen können.

    Nur immer wieder kritische Anfragen und Proteste an die Fernseh-Redaktionen werden -wenn überhaupt- helfen können, solche und andere Entgleisungen zu vermindern.

    Aber was ist, wenn das überwiegende Fernsehpublikum solche Sendungen unter dem Gesichtspunkt „Entspannung, berieseln lassen wollen“ (siehe oben!) unbedingt sehen möchte?
    Viele haben ihren Spaß an dieser Art von Sendung. Man sieht es an den Reaktionen.
    Es wird gegrölt und geklatscht und ich gewinne den Eindruck, dass die Zuschauer häufig nicht sehr viel anspruchsvoller sind als die Macher solcher Sendungen.

    Matthias Matussek sollte sich ein andereres Umfeld für die Präsentation seiner Bücher suchen.
    Doch ich denke, er wird daraus gelernt haben.

  4. Mathias Wagener sagt:

    Ich habe diesen Dreck nicht gesehen. Matussek hätte der Warnung folgen und nicht teilnehmen sollen. Eine Teilnahme ist so und so schon eine Art Aufwertung. Warum ich den Aufschrei der offiziellen Medienleute der deutschen Diözesen nicht vermisse ?
    Das ist ein weiteres Kapitel der Traurigkeit.

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