Dieser Bischof steht im Weg

In Deutschland gibt es Journalisten, die sich in ihrem antirömischen Ressentiment festgebissen haben. Wer in herausgehobener Position seine Verbundenheit mit dem Papst und seine Treue zur Universalkirche zeigt, wird niedergeschrieben. In der Reihe jener Journalisten steht Daniel Deckers. Manche seiner Ausfälle erinnern an den römischen Kaiser Julian Apostata. Er startete nach dem Toleranzedikt in Mailand im Jahr 313 den letzten Versuch, die Christen und ihre Kirche zu vernichten.
Als Papst Benedikt XVI., einer der größten Theologen unserer Zeit, zurücktrat, schickte ihm Daniel Deckers einen hämischen und gehässigen Nachruf in der FAZ hinterher. Nicht viel besser erging es dem päpstlichen Sekretär, Erzbischof Georg Gänswein. Offensichtlich sollte damit ein Hochrücken auf einen Bischofsstuhl in Deutschland im Keim erstickt werden. Nun ist der Limburger Bischof, Franz-Peter Tebartz-van Elst an der Reihe. Er ist bekannt für seine Treue zu Papst und Rom. Fünf Jahre nach seiner Installierung als Limburger Bischof rechnet Daniel Deckers mit ihm ab. Im Vorspann zum Deckers-Artikel heißt es: „Gut fünf Jahre ist Franz-Peter Tebartz-van Elst Bischof von Limburg. In dieser Zeit hat er Laien wie Geistliche des Bistums gegen sich aufgebracht. Die Öffentlichkeit fragt, was der Mann treibt – und der Staatsanwalt fragt, ob er die Wahrheit sagt“ (FAZ, 24.06.13).
Um den vermeintlich tiefen Fall des Limburger Bischofs zu betonen, streicht Daniel Deckers zunächst die hohen anfänglichen Erwartungen, die in den Bischof gesetzt wurden, heraus. Es ist die Methode, die an Antonius erinnert, der im Drama „Julius Cäsar“, die Leichenrede auf Cäsar dazu nutzt, den Mörder Brutus mit einer raffinierten Mischung aus Lob: „Doch Brutus ist ein ehrenwerter Mann“ und Tadel solange vorzuführen, bis die Zuhörer bereit sind, Brutus zu lynchen, wenn sie seiner nur habhaft werden können.
Bei Daniel Deckers liest sich das so: Tebartz-van Elst ist ein „beträchtliches Talent mit Horizont“, er hat sich einen Namen mit dem Thema „Erwachsenenbildung“ gemacht, hat sich über „Gemeinde in mobiler Gesellschaft“ habilitiert, ein Buch über „Glaube braucht Gestalt“ geschrieben, war ein „gefragter Mann auf Tagungen“. Große Erwartungen wurden in ihn gesetzt, als er in der Nachfolge von Bischof Kamphaus nach Limburg kam. Inzwischen habe er sich als „reaktionärer Hardliner“ entpuppt. „Fünf Jahre nach seinem Amtsantritt habe er alle gegen sich aufgebracht: Von Einheit nichts zu spüren. Von Spannung umso mehr. Enttäuschung schlug um in Misstrauen, das durch Denunziantentum und Redeverbot genährt“ werde. Es herrsche „Entsetzen über Lebens- und Leitungsstil“ des Limburger Bischofs. Im Bischofshaus gäbe es „intransparente Entscheidungsprozesse …“ in der Liturgie drohe „seelenloser Pomp“ überhand zu nehmen, „… in Rom wird abgerüstet, in Limburg aufgerüstet“. Der Umbau der „Alten Vikarie“ auf dem neu gestalteten Domberg sei deswegen so teuer geworden, weil „auf Geheiß des Bischofs Grundrisse mehrfach verändert wurden und bereits fertig Gestelltes eingerissen werden musste“. Der Bischof sähe sich „mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hamburg konfrontiert. Es geht um eine womöglich falsche eidesstattliche Erklärung zu einem Flug in die Slums von Indien“.
Zu den Mehrkosten der „alten Vikarie“ äußerte Diözesanbaumeister Tilmann Staudt: „Die Mehrkosten hängen vor allem mit den archäologischen Arbeiten, mit der Sanierung der knapp 50 m langen historischen Stadtmauer und der beiden historischen Gebäude zusammen. Mit diesen Mehrkosten konnten wir zu Beginn unserer Planungen nicht rechnen“. (Tagespost, 2.7.13) Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sagen über das Ergebnis nichts aus.
Daniel Deckers verrät die Zielrichtung seines Artikels indem er über den Chauffeur des Bischofs, der wegen Trunkenheit am Steuer von der Polizei „aus dem Verkehr gezogen wurde“ eine Parallele zu Bischof Mixa konstruiert: „Mixa lautet in Limburg und auch in der Bischofskonferenz das Codewort, mit dem daran erinnert wird, wie dem vormaligen Bischof von Augsburg die Kontrolle über seine Lebensführung nach und nach entglitt, bis er am Ende sein Amt aufgeben musste“. Es ist klar was Daniel Deckers will: Der Limburger Bischof muss weg.

Hubert Gindert

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