Der Fluch der bösen Tat

Wie viele selbst ernannten Propheten und Prophetinnen, denen die Menschen reihenweise nachlaufen, haben uns immer wieder Gottes Strafen in schrecklichem Geschehen bis hin zum Weltuntergang vorhergesagt und ihre selbstgemachten „Warnungen“ verkündet. Gewöhnlich traf das nicht ein, weil die Selbsternannten sich und ihre sehr menschliche Rachsucht im Sinn hatten. Das soll natürlich nicht heissen, dass Gott die Menschen nicht wissen läßt, was er tut. Schon der Psalmist sagt: „Er hat Mose seine Wege kundgetan, den Kindern Israel seine Werke“ (Ps 103,7)
Was aber in unseren Betrachtungen über die Strafen Gottes meist nicht bedacht wird, ist die Tatsache, dass viele unserer bösen Taten die Strafe in sich selber tragen.
Dafür soll uns Zeugnis einer wissenschaftlich sehr fundierten Vorhersage eines der weltweit bedeutenden Wirtschaftwissenschaftlers Prof. Dr. Hans-Werner Sinn sein. Der Direktor des international höchst angesehenen Instituts für Wirtschaftsordnung Ifo (Leibnitz-Institut für Wirtschaftsordnung an der Universität München e.V) hat eine gesellschaftliche Krise in Deutschland vorausgesagt, deren Ausmaß den Menschen noch gar nicht klar ist, die aber unser Land verändern wird. Verursacht wird diese Krise, so Sinn, durch den demogafischen Wandel und der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung. Diese Krise ist laut Sinn unabwendbar und hat drastische Folgen. So legt er in einem Interview mit der „Welt“ dar, dass z.B. die Rentenbeiträge um 50% steigen müßten. Sinn wörtlich: „Wenn die Babyboomer in 15-20 Jahren in die Rente gehen, werden alle Bürger die Auswirkungen der geringeren Geburtenraten spüren. Dann müssen die Steuern oder die Sozialabgaben drastisch angehoben werden, um die Renten der Babyboomer zu finanzieren; und doch werden diese Renten weit unter dem Niveau liegen, das man erwartet hat.“
Die steigenden Rentenbeiträge sind verbunden mit deutlich sinkendem Lebensstandart. Die Rente mit 67 sei nicht das Ende der Fahnenstange.
Natürlich müssen wir uns nach den Gründen für die wenig trostreichen Aussichten fragen. In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten nach offiziellen Angaben 5 Millionen Kinder abgetrieben. Die Sozialwissenschaft allerdings spricht von ca. 10 Millionen abgetriebener Kinder. Das heißt: Wir haben unsere Zukunft zwar rechtswidrig aber straffrei abgetrieben und dürfen uns logischerweise nicht über die Folgen beklagen.
Nach dem Wirtschaftwunder hat sich in Deutschland eine Kinderfeindlichkeit ausgebreitet, die beispiellos ist und durch den Wahn von der „Selbstverwirklichung“ im ungestörten Genuß weiter gefördert wird. Hinzu kam und kommt, dass alle Bundesregierungen nach Adenauer und die sie tragenden Parteien in der Familienförderung erbärmlich versagt haben und weiterhin versagen. Bei den Kindern wird zuerst gespart und der Kinderlosigkeit will man nun begegnen, in dem man die Mütter mit allem Druck veranlaßt, ihre Kinder so früh wie möglich in die Krippen zu geben, damit die Mütter wieder dem Arbeitsprozess zugeführt werden können, in dem durch die Kinderlosigkeit und dem fehlenden Nachwuchs die Arbeitskräfte fehlen. Dieses wird den Müttern und jungen Paaren ideologisch begründet mit dem Recht auf Selbstverwirklichung im Beruf und gleichzeitg dem auf der Erfüllung des Kinderwunsches.
Hubert Gindert hat auf diesem blog schon öfter dieses Spiel beschrieben. (So am 6.6.13, am 31.1.13 und am 21.1.13)  Dabei müssen selbst so abstruse Vorstellungen herhalten, wie die rasche Umschulung von Schlecker-Verkäuferinnen zu Kinderbetreuerinnen. Alle Warnungen von Kinderärzten, Psychologen und anderen Wissenschaftlern vor den Folgen der zu frühen Wegnahme der Kinder von den Müttern wird in den Wind geschlagen von den Ideologen/Innen von der Linken bis hin zu Frau von der Leyen.
Was aus diesen oft frühgeschädigten Kindern einmal wird, dass wissen die Ärzte und die Psychologen aber oft kinderlose Politiker wollen das einfach nicht wissen. Hinzu kommt der vielfache Angriff auf die Familie aus Politik, Medien und interessierten Minderheiten, ja selbst aus der Leitung der Evangelischen Kirche. Und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Prof. Sinn weist uns nun auf die Folgen dieses zerstörerischen Wahnsinns hin, die der große Papst Johannes Paul II. die Kultur des Todes genannt hat.
Wir sind ein sterbendes Volk. Und diese Tatsache ist nicht vom Himmel als Stafe gefallen, sondern um im Richard-Wagner-Jahr einmal ein Wort aus einem Werk des Dichterkomponisten zu zitieren: „Ich strafe dich nicht. Die Strafe schufst du dir selbst.“ Und um mit einem anderen Dichter zu reden: „Es ist der Fluch der bösen Tat“, die uns nun trifft und es ist höchste Zeit umzukehren und wieder den Weg des Lebens einzuschlagen, wie ihn uns Christus durch seine Kirche gewiesen hat. Denn dieser Weg kann auch Wunder bewirken, die Wissenschaftler für unmöglich halten.

Michael Schneider-Flagmeyer

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