Vom Umgang mit Dissidenten und ungehorsamen Priestern wie Helmut Schüller

Zur Zeit tourt der Obmann der österreichischen „kritischen“ Pfarrerinitiative, die in Deutschland längst ihre Ableger gefunden hat, Helmut Schüller durch die USA, wo ihm nach manchem anderen Bischof nun auch vom Erzbischof von Detroit der Aufritt in kirchlichen Einrichtungen und Gebäuden verboten wurde.
Schüller treibt engegen seinen Pflichten „hauptamtlich“ seit langem in der Kirche Politik. Das tut er auch mit Mitteln und Argumenten von Parteipolitikern. Dahinter hat das Evangelium und das Leben der Kirche in zwei Jahrtausenden zurückzustehen. Das Verbot in Detroit quittierte er mit der Bemerkung, wie der ORF meldet, dieses zeige gerade das Problem, das er zu beleuchten versuche: eine Kirchenleitung, die den Bezug zu den Menschen verloren habe.
Da mag etwas dran sein, aber in einem anderen Sinne als Schüller meint, nämlich, dass zu viele Diözesanleitungen sich in Bürokratie und Strukturen verloren haben.
Und das ist genau das, was Schüller betreibt. Auch er verliert sich in Kirchenkampf und Strukturen und erreicht damit die Masse des Kirchenvolkes nicht, das Brot zum Leben und keine Steine sprich Strukturveränderungen will. Gerade hat sich Helmut Schüller in der vergangenen Woche in den USA für die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen. Er wähnt sich wohl damit volksnah und übersieht, dass sich gerade in Frankreich bei den großen Demonstrationen gegen die Homoehe auch Homosexuellenverbände beteiligt haben.
Gerade in diesen Tagen verbreitet die Deutsche Presse Agentur dpa das Ergebnis einer Meinungsumfrage in Deutschland unter über 1000 politischen Mandatsträgern und mehreren tausend Bürgern.
Das Ergebnis ist höchst bemerkenwert. Die Mandatsträger halten abstrakte Werte wie Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität für besonders wichtig. Abstrakt sind diese Werte deshalb, weil sie je nach ideologischer Beheimatung verschieden ausgelegt werden können und natürlich auch so ausgelegt werden.
Dabei zeigt sich, dass die Parteien, die gerade Schüllers kirchenpolitische Anliegen besonders hoch halten, Linke, SPD und Grüne wertemäßig sich am meisten von ihren Anhängern entfernt haben. Die FDP – man lese und staune – ist ihren Anhängern noch nahe, so das Ergebnis des Meinungsforschungsinstituts YouGov.
Die Bürger haben entgegen den Politikern einen anderen „Kanon“ an Werten. Für sie ist Respekt (44%) Ehrlichkeit (41%) Familie (39%) – gerade für die schüllernahen Parteien so gut wie gar nicht mehr wichtig – Zuverlässigkeit (33%) und Toleranz (31%) wichtig. Man beachte die Reihenfolge.
Natürlich wird Zuverlässigkeit auch von der Kirche verlangt; denn das dem Zeit-Geist-Hinterherlaufen wird von den Bürger nicht geschätzt.
Einig sind sich Politiker und Bürger darin, dass vor allem Eltern, Erzieher und Lehrer in der Gesellschaft Werte vermitteln und nicht Politiker und schon gar nicht Experten und Prominente.
Und wir fügen hinzu: auch nicht Dissidenten und ungehorsame, dem Zeigeist japsend hinterherlaufende unzuverlässige Priester und Theologen.
Wir würden uns von allen deutschen und östereichischen Bischöfen wünschen, dass sie so konsquent mit Helmut Schüller und seinen amtskirchlichen Anhängern umgehen würden wie die amerikanischen Bischöfe.
Zur Liebe gehört auch Konsequenz, sonst ist sie nur Gefühlsduselei. Den Weg dazu weist uns der heilige Paulus, der den Korinthern geraten hatte, im Falle eines unbelehrbaren Verirrten diesen (für eine gewisse Zeit) dem Satan zu übergeben, damit seine Seele gerettet wird. Klingt sehr  hart, aber der heilige Franziskus hat gesagt, dass der Satan im Dienst des Heiligen Geistes steht – er weiss es nicht und will es auch nicht – und dass die Engel die Dämonen nur soweit auf die Kinder Gottes loslassen, wie es zu ihrer Heiligung nötig ist. (Eugen Mederlet OFM: Kirche im Sturm; Leuterdorf 2. Aufl.1991)
Es gibt Leute in der Kirche, die sich als Wölfe erweisen. Und es ist die Pflicht der Hirten (der Bischöfe), diese aus der Herde zu entfernen. Das heisst konkret, dass man manchem Abtrünnigen klar und deutlich sagen muß: Du gehörst nun (vorläufig bis zu Deiner Bekehrung) nicht mehr dazu.
Und es gehört zu unseren, den Mitgliedern der Herde, Aufgaben, die Bischöfe an diese Pflicht zu erinnern, damit sie die Kraft finden, als gute Hirten die Herde vor den Wölfen zu beschützen.

Michael Schneider-Flagmeyer

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