Ein überflüssiges Buch über den „wütenden“ Jesus wird zum Bestseller

„Euer Jesus war wütender, als ihr Christen glaubt.“
Mit einem Interview bei „Fox-News“ hat der islamische Religionswissenschaftler Reza Aslan, seines Zeichens Professor in Kalifornien, mit einem Schlag sein Buch „Zelot“ über Jesus von Nazareth, an die Spitze der Amazon-Liste gebracht, wie Hannes Stein in der Tageszeitung „Die Welt“ vom 31.7.13 berichtet. Stein nennt das Buch ein hervorragendes und bedankt sich auch gleich beim Sender „Fox-News“. Danach würdigt Stein den Inhalt des Buches.
Dort werden dann alle jahrhundertealten Behauptungen der Feinde des Christentums über Jesus und seine Kirche bedient, die heute sogar ihren Weg in die Kirche selbst gefunden haben und die Paul VI. den Rauch Satans genannt hat.
Natürlich wird niemand von einem Muslim ein christliches Buch über Jesus Christus erwarten. Aber von einem Professor der Religionswissenschaften sollte man zumindest eine gründliche Kenntnis der Schriften des Alten und des Neuen Testamentes erwarten. Nach Hannes Steins Besprechung dieses Buches kann davon aber nicht die Rede sein. Dass Nichtchristen ungewöhnlich unqualifiziert über Jesus schreiben, hat nicht zuletzt Rudolf Augstein bewiesen mit seinem Jesusbuch, dass vom katholischen, kircheneigenen Weltbild-Verlag über viele Jahre verhökert wurde. Man darf gespannt sein, wie lange es dauert, bis der katholische Konzern eine deutsche Übersetzung des Aslan-Buches anbietet. Denn der 1. Platz auf der Amazonliste verspricht ein gutes Geschäft und Papst Franziskus ist bei den kirchlichen Verantwortlichen für den Weltbild-Konzern noch lange nicht angekommen.
Nun zum Inhalt. Der Islam glaubt zwar an die Jungfrauengeburt Jesu nicht aber an die Kreuzigung. Bei Aslan ist es genau umgekehrt. Er hält die Jungfrauengeburt für eine Legende, ist aber davon überzeugt, dass Jesus tatsächlich von den Römern gekreuzigt worden ist. Die Kreuzigung, so Stein, sei für Aslan überhaupt das Wichtigste. Es handele sich um das A und O des Buches.
Aslan,der mit seiner Familie vor dem Regime Khomeneis nach den USA flüchtete, durchlief in seiner Jugend eine Phase als evangelikaler Christ, kehrte aber später wieder zum muslimischen Glauben zurück.
Er verteidigt den historischen Jesus, sieht ihn aber als wütenden, kämpferischen Zeloten, als jüdischen rabiaten Nationalisten, der sich für Nichtjuden nicht im geringsten nicht nur nicht interessiert habe, sondern sie tief verachtet habe.
Dieser „Religionswissenschaftler“ ignoriert einfach die ganze Bibel im Zusammenhang. Er greift sich einige Aussagen Jesu wie „Glaubt nicht, dass ich gekommen bin, Frieden auf die Erde zu bringen…“ und setzt diese Aussagen aus dem Zusammenhang heraus für seine Behauptung, dass Jesus mit seiner Selbstbezeichnung als „Menschensohn“ oder „Sohn Gottes“ die Königswürde angestrebt habe, die sich gegen die römische Besatzungsmacht richtete.
Die Frage , wie es sich denn mit dem Ausspruch Jesu vor Pilatus „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ verhalte, entgegnet Aslan, das sei eine spätere Erfindung. Die Verfasser des Neuen Testamentes, hätten allen Anlass gehabt, sich und ihre Anhänger vor der Verfolgung der Römer zu schützen und deshalb einen sanftmütigen, pazifistischen Jesus gezeichnet. Dass zahllosen Christen bereitwillig für diesen Glauben an den Erlöser in den Tod gingen, spielt gerade für den Muslim Aslan keine Rolle.
Wir wollen dem Autor nicht so viel Ehre angedeien lassen, dass wir hier noch mehr seiner haarträubenden Argumente aufzählen, die nur beweisen, wie unwissenschaftlich und ideologisch allzuviele Professoren ihr Handwerk betreiben können.
Beklagen müssen wir allerdings, dass manches von diesem Unsinn auch in der katholischen Theologie schon seit Jahrzehnten auftaucht, wie der bekannteste, deutsche Exeget Klaus Berger in seinem gründlichen Werk „Die Bibelfälscher“ schlüssig dargelegt hat.
Die Opfer- und Erlösungsdeutung von Jesu Kreuzigung und Tod nennt Aslan eine geniale Erfindung des Apostel Paulus und damit eine Fälschung.
Das ist nun wirkliche eine so „olle Kamelle“ des Atheismus, dass man sich wundert, dass ein gläubiger Muslim, der Professor für Religionswissenschaften ist, diesen Unsinn wieder aufwärmt.
Hannes Stein gibt zwar zu, dass man sachlich manches Aslan am Zeuge flicken könnte, aber, „das tut nichts“, meint Stein. Aslans Buch sei in jedem Falle großartig. Es soll „ein schnell routierender Wetzstein sein, an dem sich der Christenglaube schärft“.
Einspruch; Euer Ehren! Der Christenglaube schärft sich nicht an solchem oberflächlichen Unsinn, sondern an der Liebe zum unverfälschten Evangelium Christi, an seinem Wort und an der Befolgung seines Liebesgebotes.

Michael Schneider-Flagmeyer

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3 Antworten auf Ein überflüssiges Buch über den „wütenden“ Jesus wird zum Bestseller

  1. Andreas sagt:

    Zu sehr würde ich das nicht ignorieren. Schließlich ist es kein Schaden, im Zweifelsfall vorbereitet zu sein, wenn Spiegel, Fokus oder Stern die nächste Weihnachtsausgaben auf den Markt werfen … 😉

    • Mathias Wagener sagt:

      Dann wäre man ja veranlaßt, jedwede abwegige Ansicht zur Kenntnis zu nehmen. Diskutieren bringt ja so und so nichts. Die positive Botschaft ist zu verbreiten, die Freude am Glauben.

  2. Mathias Wagener sagt:

    Dem Machwerk sollte man überhaupt keine Bedeutung schenken. Bestsellerlisten geben eben zum Ausdruck, dass ein Buch oft verkauft wird, aus welchen Gründen dies auch immer geschehen mag. Für uns ist das Statistik, zweifelhafter Erfolg der Werbung und mehr nicht. Dass dieses Machwerk auch Boden innerhalb der Kirche finden könnte, wundert einstweilen niemand mehr.

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