Die Bemühungen um Einheit in der Kirche müssen auch die Katholiken der Priesterbruderschaft St. Pius X einschließen

In unserem Land gibt es vielseitige Anstrengungen um die Einheit der Christen. Papst Benedikt XVI. hat dies in seinen Ansprachen am 23. Sept. 2011 in Erfurt erneut zum Ausdruck gebracht und hat auch den Weg dorthin aufgezeigt…. „so ist auch heute der in einer säkularisierten Welt von innen gelebte Glaube die stärkste ökumenische Kraft, die uns zueinander führt, der Einheit in dem einen Herrn entgegen. Und darum bitten wir ihn, dass wir neu den Glauben zu leben lernen und dass wir so dann eins werden“.
Auch muß an die Aufforderung von Papst Benedikt XVI. erinnert werden, dass der Glaube der einfachen Leute geschützt werden muß.

Rom wartet auf die Antwort der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Es sieht so aus, als würden die Repräsentanten der Priesterbruderschaft St. Pius X die Beschlüsse des 2. Vaticanums, eines ökumenischen Konzils, insgesamt nicht anerkennen. Wer die „Erklärung aus Anlass des 25. Jahrestages der Bischofsweihen vom 30. Juni 1988“, unterzeichnet von den drei Bischöfen Mgr. Bernard Fellay, Mgr. Bernard Tissier de Mallerais und Mgr. Alfonso de Galarreta, abgedruckt im Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X. Nr. 415 vom August 2013, zur Kenntnis nimmt, kann zu dieser Schlussfolgerung kommen. Das würde bedeuten, dass die Gespräche über die Eingliederung in die volle Gemeinschaft der Katholischen Kirche möglicherweise abgebrochen würden und die Priesterbruderschaft St. Pius X endgültig einen eigenen Weg außerhalb der Kirche nehmen würde. Das wird ein Teil der Mitglieder und Sympathisanten nicht wollen.

Was wird nach einem endgültigen Bruch geschehen?

Da wird es in der Katholischen Kirche solche geben, die darüber nicht traurig sind, nach dem Motto: „Endlich haben wir diese Störer und Unruhestifter los“! Für solche mag auch, gerade in Deutschland, der Satz eines Bischofs stehen: „Ein Protestant steht mir näher als die Piusbrüder“.

Es mag auch bei der Priesterbruderschaft solche geben, die mit Maximalforderung an die Leitung der Katholischen Kirche den Abbruch der Gespräche herbeizwingen wollen und denen es darum geht, der anderen Seite den „schwarzen Peter“ zuzuschieben, um sie ins Unrecht zu setzen. Die Mitteilungsblätter der Priesterbruderschaft können darüber Aufschluss geben.

Nun betrifft aber die Frage, was passiert nach dem ergebnislosen Abbruch der Einigungsgespräche nicht nur mit den Repräsentanten der Piusbruderschaft, sondern auch mit den einfachen Gläubigen, die katholisch bleiben wollen. Sie haben sich den Piusbrüdern zugewandt, weil sie zum Beispiel in ihren Pfarrgemeinden keine würdige Feier der Hl. Messe nach der Ordnung der Kirche erlebt haben, oder weil sie wegen ihrer eindeutigen katholischen Position ausgegrenzt wurden. Wenn diese den endgültigen Bruch mit der Katholischen Kirche nicht mitvollziehen wollen, werden sie dann heimatlos sein?

Wer streckt diesen Katholiken die offene Hand hin?

Werden die Bischöfe sie willkommen heißen und zwar öffentlich? Werden die Bischöfe den Pfarrern empfehlen auch Hl. Messen in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus anzubieten? Oder werden die Bischöfe diese Gläubigen z. B. auf die Priesterbruderschaft St.Petrus verweisen? Bleibt die Frage, kann die Priesterbruderschaft St. Petrus und ähnliche Institutionen das ohne die Unterstützung seitens der Bischöfe und der Ordinariate leisten?

Auch die Laienvereinigung für den klassischen Römischen Ritus „Pro Missa Tridentina“ wird dann besonders gefordert, aber vielleicht überfordert sein, wenn nach dem endgültigen Abbruch der Gespräche Katholiken, die von der Piusbruderschaft kommen, wieder die Heimat in der Katholischen Kirche suchen. Sind wir auf diesen Fall vorbereitet?

Hubert Gindert

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