Wir haben die Freiheit es anders zu machen

„Die Freiheit es anders zu machen“ lautet der Titel eines Buches von Claus Hipp. Der Unternehmer Hipp ist seit Jahrzehnten Pionier in der Herstellung umweltschonender und innovativer Produkte. „Die Freiheit es anders zu machen“ ist eine Überlebensfrage der Gesellschaft. Sie muss wieder zu den Werten, die eine Gesellschaft tragen, zurückkehren. „Die Freiheit, es anders zu machen“ braucht Kraft. Sie braucht Gott. Der von ihm emanzipierten Welt fehlt diese Energie.

Papst Benedikt XVI. hat auf dem Familienkongress in Mailand hingewiesen, dass im laizistischen Staat die Rechtsprechung im Naturgesetz verankert sein muss. Wenn aber z. B. der Staat homosexuelle Partnerschaften der Ehe von Mann und Frau gesetzlich gleichstellt, untergräbt er seine Basis, die auf die Ehe gegründete Familie. In einer laizistischen Gesellschaft kollidiert kirchliches mit staatlichem Recht, wie der Fall einer homosexuellen Kindergärtnerin im Raum Ulm zeigt. Wird die Kirche nachgeben, wenn der Tendenzschutzparagraph, der ihr einen Freiraum sichert, ausgehöhlt wird?

Die „ecclesia militans“, die kämpfende Kirche, ist etwas aus der Mode gekommen, wie Papst Benedikt XVI. vor dem Kardinalskollegium am 21. Mai 2012 festgestellt hat: „Wir sehen, wie der Böse in der Welt herrschen will … grausam und mit verschiedenen Formen der Gewalt, aber auch positiv („barmherzig“), indem er gerade so die moralischen Fundamente der Gesellschaft zerstört … es ist notwendig, dagegen zu kämpfen“.

Die westliche Welt macht einen müden und verbrauchten Eindruck. Sie taumelt seit Jahren immer tiefer in die Kata­strophe einer kinderarmen Gesellschaft hinein. Die Familie wird weiter geschwächt, wie der ideologisch anmutende Kampf gegen das Betreuungsgeld zeigt. Dass sich selbst katholische Frauenverbände und der Präsident des Caritasverbandes in der Debatte gegen die „elterliche Erziehungsleistung“ und „Wertevermittlung innerhalb der Familie“ und damit gegen die „erzieherische Eigenverantwortung“ und gegen ein „unaufgebbares Prinzip der katholischen Soziallehre“ aussprechen, hat Bischof Hanke von Eichstätt in deutlichen Worten gerügt.

Die Verwirrung greift mitten in der Kirche um sich. Es ist vor allem der Papst, der in dieser Situation wie ein Fels in der Brandung steht. Er hat noch den Mut, die Ursachen der Fehlentwicklungen anzusprechen, wenn er sagt: „An der Wurzel der Übel unserer Gesellschaft steht eine moralische Krise“, und deswegen ist auch die Neuevangelisierung die Antwort auf die Bedürfnisse der Menschen, damit sie die Kraft zurückgewinnen, die Frage nach Gott neu zu stellen.

In der Rückschau auf die vergangenen sieben Jahre sagt Kardinal Brandmüller über Benedikt XVI.: Ein Pontifikat „konzentriert auf das Wesentliche“, weil „der Umfang der Tätigkeiten eines Pontifex die Möglichkeiten einer menschlichen Person übersteigt, muss der Papst auswählen, auf welches Gebiet seines Dienstes er sich konzentrieren will. Benedikt XVI. will sich auf das Wesentliche seines Dienstes konzentrieren, nämlich das Evangelium Jesu Christi den Menschen von heute in einer überzeugenden und frohen Art verkünden“. Er vergisst darüber hinaus nicht, wichtige und weittragende Entscheidungen zu treffen, wie die Berufung von Bischof Müller von Regensburg zum Präfekten der Glaubenskongregation zeigt. Der Papst hat damit erneut Weitblick und Tatkraft bewiesen.

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Eine Antwort auf Wir haben die Freiheit es anders zu machen

  1. Gerd Gierlinger sagt:

    Jeder Mensch strebt nach Gesundheit; die Gefühle bewegen sich innerhalb der Normalität die man gut erkennen kann. Ein Gesunder Menschenverstand tut genüge für das, was im Sinnreichen sich verbirgt und zeigt. Homosexualität ist kein Normalzustand. Er ist bedauerlich und bedarf einer Heilung, die die derzeitigen medizinischen Kenntnisse in den Griff bekommen,wenn der Freie Wille das denn zuläßt!

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