Johannes Schulz und Josef Zilliken – todesmutige Priester vor dem Diktator

Wie wir aus der Meinungsforschung wissen, haben selbst in Demokratien viele Menschen nicht den Mut, ihre von der Majorität abweichende Meinung kundzutun. Völlig anders verhielten sich dagegen im so lebensgefährlichen „Dritten Reich“ die beiden Priester Johannes Schulz und Josef Zilliken aus der Diözese Trier. Sie saßen am 27.Mai 1940 nach einem Spaziergang am Maria Laacher See auf der Terrasse des Restaurants Waldfrieden und tranken eine Erfrischung, als plötzlich Generalfeldmarschall Hermann Göring mit Gefolge das Restaurant betrat. Die übrigen Gäste erhoben sich sofort von ihren Plätzen und grüßten den eitlen Hermann Göring begeistert. Dieser war gerade in Hochstimmung, weil soeben das deutsche Militär Frankreich besiegt hatte. Dem zweitmächtigsten Mann im Deutschen Reich fiel sofort auf, dass ihm die beiden Priester die Reverenz verweigerten. Er ging auf sie zu, um ihnen Gelegenheit zu geben, die versäumte Begrüßung nachzuholen. Doch beide Priester lehnten dieses Ansinnen ab und widerstanden dem mächtigen Herrn ins Angesicht. Denn sie verabscheuten das Unrechts-Regime, das Göring hier repräsentierte. Dieses Regime war in ihren Augen gleichermaßen kirchenfeindlich und menschenfeindlich. Göring ließ daraufhin beide Priester noch am selben Abend verhaften. Im Gefängnis zeigte sich, dass die Geheime Staatspolizei über beide Priester schon lange belastende Akten angelegt hatte. Sie hatten nämlich immer wieder gegen die nationalsozialistische Weltanschauung gepredigt und dabei vor allem Alfred Rosenbergs berüchtigtes Buch „Mythus des 20. Jahrhunderts“ kritisiert. Dieses Buch stand u.a. wegen seiner primitiven Rassenideologie auf dem Index der für Katholiken verbotenen Bücher. Pfarrer Schulz sagte wiederholt: „Dieses überhebliche nationalsozialistische Deutschtum ist ein neues Heidentum.“ Johannes Schulz und Josef Zilliken kamen nun über die Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen-Oranienburg ins KZ Dachau. Dort mussten die beiden Priester bei völlig unzureichender Ernährung und unzureichender Kleidung Schwerstarbeit leisten. Beim kleinsten Verstoß gegen die Lagerordnung waren 25 Stockschläge auf den nackten Oberkörper üblich. Eine Schiefertafel mussten sie vollschreiben: „Jeder Deutsche ist verpflichtet, den Reichsmarschall zu grüßen.“ Am 19. August 1942 starb Johannes Schulz im Lagerkrankenhaus. Seine letzten Worte waren: „Ich sterbe für meine Pfarrgemeinde, damit alle gerettet werden für die Ewigkeit.“ Sein Freund Josef Zilliken erlag zwei Monate später den Schikanen und Misshandlungen. Auch seine letzten Worte galten seinen Pfarrkindern in Wassernach bei Maria Laach. Beide Priester hatten die Tugend der Tapferkeit. Ihre Gemeinden haben diese Priester hoch verehrt und Straßen nach ihnen benannt.
Die Blutspur der Christenverfolgung zieht sich durch die ganze Kirchengeschichte. Unsere westliche Zivilisation will Toleranz für alles Fremdartige und auch für alles Abartige. Aber ein Leben nach der katholischen Lehre wird nicht toleriert.

Eduard Werner

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Der Fels veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Johannes Schulz und Josef Zilliken – todesmutige Priester vor dem Diktator

  1. Herbert Steiner sagt:

    Das persönliche Missale Romanum des Pfarrers Schulz wird am 29.10.2013 Pfarrer N. Missong übergeben. Es ist durch Zufall in Münster aufgetaucht und soll den Gläubigen der Gemeinden Elm-Derdel/Nickenich zum Geschenk gemacht werden, z.B. für die Ausstellung in Elm-Derdel.

  2. benedikt wilmes sagt:

    ja, und Heute werden in allen islamischen Ländern Christen verfolgt, bedroht, gefoltert und gemordet. Und im eigenen Land belächelt man uns Katholiken als Ewig-Gestrige, als Feinde von Toleranz (im besten Fall). Die unerhörte Tiefe und Weite des kath. Glaubens wird nicht wahrgenommen, weil das obszöne Geplärre des „Zeitgeistes“ lauter und schriller ist. Es ist wichtig, diese mutigen Zeugen des Glaubens ins Gedächtnis zu rufen. DIESE Art von Mut brauchen wir zwar nicht mehr, aber Gelegenheiten zum Widerspruch haben wir auch täglich. Eine Gesellschaft der Beliebigkeit ist vor einer neuen Form des Faschismus nicht auf Dauer gefeit. Wenn Geld, Jugend, Sex, Image und Prestige, Mode, Ballsport und das Privatleben drittklassiger Sänger und Schauspieler das Gerede des Alltags dominieren…..ist das ein guter Nährboden für falsche Propheten und Rattenfänger. Wenn dann noch fanatische Islamisten der Jugend ihre „Angebote“ machen und die Sehnsucht nach Sinn, Zugehörigkeit, Verlässlichkeit und klaren Regeln bedienen und gleichzeitig die Christen lau, ängstlich und angepasst werden…..dann wird es eng. Dann sollten wir uns erinnern an Priester wie die oben vorgestellten, die uns auf die deutlichste Weise gezeigt haben: LIEBE IST STÄRKER ALS DER TOD.
    Der Islamismus und der Relativismus haben nur anzubieten : Lust ist stärker als Liebe, bzw. der Tod ist besser als das Leben. Beide Ideologien zerstören den Menschen.
    Der Katholizismus ist die Lehre der Lebendigkeit und der Fülle. Warum wuchern wir nicht ( oder zu wenig) mit diesem Pfund ???

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *