ZdK-Präsident Alois Glück beugt vor

Nur totale Transparenz in Sachen Limburg könne verhindern, dass Verschwörungstheorien entstünden. In manchen Kreisen werde schon argumentiert, dass man nur einen theologisch unliebsamen Bischof los werden wolle, meinte der Präsident des Zentralkomitees Deutscher Katholiken ZdK Alois Glück laut Freiburger Kirchenzeitung „Konradsblatt“ 45, 2013 S.4.
Schon vorher hatte Glück davor gewarnt, dass eine Dolchstoßlegende entstehen könnte.
Was hinter diesen Bemerkungen steckt, ist offensichtlich und leicht zu erkennen.
Der ZdK-Präsident will, dass die wahren Hintergründe für die Limburger Krise nicht offengelegt werden und vor allem nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Das ganze Limburger Desaster soll an einem einzigen Mann hängen bleiben, dem „Prunk und Protzbischof“ Tebartz-van Elst.
Und damit kann der Kampf um das Wesen der Kirche, der seit Jahrzehnten in Limburg mit Erbitterung und Hass mehr oder weniger unterschwellig geführt wird und bisher für die „Kirchenveränderer“ erfolgreich verlief weitergehen; denn der ZdK-Präsident hat natürlich nicht nur Limburg im Blick, sondern die ganze deutsche Teilkirche.
Die Ziele der dissidenten Priester im Bistum Limburg unter Führung des Limburger Domkapitels, des Hofheimer Kreises und des zu ihm laut FAZ gehörenden Frankfurter Stadtdekans zu Eltz decken sich nämlich mit denen der Mehrheit der Mitglieder des ZdK.
Warnende Stimmen, wie die der Limburger Diözesanrätin Barbara Wieland, Mitglied im ZdK, die den Limburger Kirchenkampf keineswegs mit einem neuen Bischof geändert sieht, werden beiseite geschoben.
Wenn Alois Glück wirklich „totale Transparenz“ meint, dann muss diese auch die wahren Hintergründe für den Aufstand in Limburg offenlegen. Und diese liegen – das steht heute schon fest – nicht in Fehlern eines Bischofs oder in aus dem Ruder gelaufenen Baumaßnahmen, sondern in der Auffassung von Kirche gestern, heute und morgen. Überteuerte Baumaßnahmen in Kirche und Staat gibt es zuhauf, Fehler von Bischöfen ebenso.
Die wahren Gründe hat der deutsche Kurienkardinal Cordes laut kath.net/ KNA so zusammengefasst:
Bischof Tebartz-van Elst habe versucht, die Bindungen der Diözese an die katholische Weltkirche zu erneuern, die durch verschiedene Praktiken und Strukturen gelitten hätten. Das dadurch entstandene Klima sei problematisch (http://www.kath.net/news/43542).
Das ist eine vorsichtige und diplomatische Beschreibung der Limburger Zustände. Während einer Sitzung des „Dialogprozesses“ hat eine Vertreterin des ZdK zu unserem Vertreter dort, dem Juristen und langjährigen Stadtverordnetenvorstehers des Frankfurter Stadtparlaments Bernhard Mihm gesagt: „Das ist es, was uns trennt: Sie sind römisch-katholisch. Ich nicht, ich bin nur katholisch.“
(http://www.kath.net/news/38293)
Und das ist der wahre Hintergrund, den Alois Glück nicht offengelegt wissen will. Es geht in Limburg seit Jahrzehnten um eine deutsche, von Rom unabhängige Kirche, die nach dem Zeitgeist säkularisiert werden soll. Zu diesem Ziel, das für die ganze deutsche Teilkirche vorgesehen ist, trägt das ZdK seit Jahren viel bei. Das soll verschleiert werden. Und deshalb soll mit Hilfe des dissidenten Klerus und der von ihm gespeisten Presse nun auf einen einzigen Mann der ganze Limburger Kirchenkampf über den Bau und sicher auch gemachte Fehler abgeladen werden.
Das wird aber nicht gelingen. Die von Glück geforderte Transparenz wird stattfinden aber anders, als der Zdk-Präsident sich das vorstellt.

Michael Schneider-Flagmeyer

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2 Antworten auf ZdK-Präsident Alois Glück beugt vor

  1. Kemmer Hermann-Josef sagt:

    Vollkommen richtig! Deutschland ist nun einmal ein Land der Kirchenspaltung. Ich vermisse ein ernsthaftes Machtwort der DBK an Organisationen wie ZdK oder „Kirche von unten“ und Co. Dieses Herumeiern und die Konturlosigkeit ist es, die die Angst fördern, diese Gräben immer tiefer einreißen zu lassen. Es muss ein „Entweder – oder“ her.

    Auch auf die Gefahr hin, dass die RÖMISCH-kathoische Kirche in ihrer Mitgliederzahl im deutschsprachigen Raum Federn lassen muss, sollte die DBK sich eindeutig an die Seite Roms stellen.

    Wer einen Sonderweg wünscht, soll eine Deutsche Kirche oder eine deutschsprachige Kirche gründen und sich dort den bequemen und breiten Weg ins Himmelreich schaffen. Diese pseudochristlich-nichtkatholische Einstellung in diesen Gremien, dass die Existenz der Hölle geleugnet wird, die Liebe alle Sünden zudeckt, Jesus zu einem Kumpel von nebenan mutiert, der niemandem böse sein kann, ist letztlich unerträglich, weil Jesu Lehre einfach nur nach eigenem menschlichen Gutdünken nach den Kriterien der Psychologie zurechtgeschustert wird. Was angenehm ist, wird akzeptiert, was nicht in das menschliche Denken von Liebe, Barmherzigkeit und Güte passt, wird gedanklich eliminiert.

    Limburg ist höchstens der Beginn der Sichtbarwerdung einer antijesuanischen Einstellung, die sich in der Kirche Christi hier breit gemacht hat, gefördert durch eine Kirche, die zu lethargisch war, das Glaubensgerüst in der Religionserziehung und -bildung hat fehlen lassen. Der verkündete Jesus eines Theologen Bultmann, dessen Bild blutleer wurde und wie ein Kaugummi gezogen und nach Gutdünken verändert werden konnte, war dieser Kirche zu lange ein treuer Begleiter.

    Nicht umsonst hat der verehrte Papst Benedikt 3 Jesusbücher geschrieben, um die Persönlichkeit Jesu wieder vom Sockel des jesuanischen Nihilismus herunter zu holen, um ihn wieder in die Historizität des Gottmenschen zu installieren. Nix ist mit Friede-Freude-Eierkuchen-Tiefenpsychologie und Glaubenseintopf. Jesus ist das sehr unmissverständlich. Diese Konsequenz vermisse ich seit dem 2. Vatikanum. Ich kann bis zu einem gewissen Grade die Piusbrüder verstehen, jedoch lehne ich sie persönlich ab, weil sie päpstlicher als der Papst sein wollen und die Spaltung selbst durch Engstirnigkeit herbeigeführt haben. Aber in der Kirche Christi muss endlich wieder Glaubensstruktur hinein; weil diese fehlte, haben wir diese jetzigen Verhältnisse wie jetzt in Limburg, die nur symptomatisch ist. Die Volksfrömmigkeit existiert nicht mehr. Keine klaren Aussagen zur Sexualiät in und vor der Ehe, keine klaren Aussagen zur Realpräsenz Christi auf dem Altar, verschwimmende Begriffe wie „heiliges Brot“, Heiligenverehrung nur noch aus der Vergangenheit zu uns herüberrufend, alle kommen in den Himmel-Gedanken, Leugnung der persönlichen Existenz Satans und dieses Offenhalten der Frage, ob Jesu Bestandteil der hl. Dreifaltigkeit ist. Engel haben in der Kirche Christi kaum eine Lobby. All das, was das „Katholischsein“ ausmacht, ist in dieser Kirche blutleer und lethargisch geworden. So kann es kommen, dass sich die kath. Kirche Religion wie dem Islam ohne Not anbiedert, obwohl sie genau weiß, welche Dogmen im Koranislam zu finden sind. Keine oder nur schwache und kraftlose Solidarität mit den verfolgten Mitchristen in Nahost, damit Verrat an diesen Christen und Jesus selbst, wenn sie propagiert, „denselben“ Gott wie der Islam anzu beten. Nabelschau auf den Menschen, nicht mehr auf Jesus und Gott selbst. Wischiwaschidenken zur hl. Dreifaltigkeit, usw. usf. Es gibt Gemeinden hier in Deutschland, in denen Kommunionkinder kein Beichtzimmer von innen gesehen haben und nicht zur Beichte gegangen sind. Wie steht es mit den Vorbildern in der kath. Kirche. Gehen die Erwachsenen beichten? Natürlich kaum. Kein Wunder, wir kommen ja alle in den Himmel, egal was wir glauben, wie wir leben und wie wir uns verhalten. Diese Kirche mit diesem Glaubensinhalt macht sich überflüssig. Die Kirche als Sozialverein reicht bei weitem nicht aus. Kaum ein Priester betet vor der hl. Messe mehr.

    Es wird nicht mehr auf das geschaut, was Gott in Jesus durch den Hl. Geist will, sondern was die Menschen wollen. Das ist modern, auf die Bedürfnisse des Menschen einzugehen. Aber das hat Jesus vielfach anders gesehen. Diese Sichtweise ist der Tod der Religion. Gott ist nicht auf uns angewiesen. Umgekehrt wird ein Schuh draus.

  2. Mathias Wagener sagt:

    Vom ZdK-Präsidenten war nichts Anderes zu erwarten. Die „Baukostenüberschreitung“ wirkt doch in unseren Tagen geradezu grotesk. Es irritiert nur, dass es immer noch Zeitgenossen gibt, die auf so etwas hereinfallen. Die zahlreichen Mobbingversuche sprechen eine eindeutige Sprache. Man will eine Nationalkirche. Die altverstaubte Parole „Los von Rom“ läßt grüßen, wenn auch unter anderen politischen Inhalten.

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