Leserbrief zu „Der Polarisierer“ von D. Wirsching in der AZ vom 3. September 2012

Der Limburger Bischof Tebartz van Elst sei ein „Polarisierer“. Gott sei Dank! hat einer den Mut, Gegensätze zu benennen, damit Unterschiede klar werden und die Leute wissen, wohin sie sich orientieren können. Grau-in-Grau-Pinsler haben wir mehr als genug. Der Limburger Bischof sei „katholisch und papsttreu“. Na und? Das erwarte ich als Katholik von einem Bischof! Säusler mit der Haltung „entschuldigen Sie, ich bin katholisch“ laufen in allen Rängen herum. Leider! Natürlich betreibt Daniel Wirsching handfeste Kirchenpolitik. Wir kennen das aus seinen Beiträgen in der Abschusszeit von Bischof Mixa. Aber ein paar Fakten hätten wir doch erwartet, nicht  nur die „Solls“, die „heißt es“ oder die „wird vorgeworfen“. Ob Bischof Tebartz van Elst gerne Geflügelspieße auf Risotto isst, dürfte den meisten ziemlich wurscht sein.
Bleiben die Vorwürfe vom luxuriösen Bischofspalast und der First-Class-Flug nach Indien. Der Bau wurde im Februar 2007 vom Domkapitel beschlossen, also bevor Tebartz van Elst zum Bischof ernannt war. Der Flug geschah nach den Regeln der Deutschen Bischofskonferenz in der Business Class. Die Höherbuchung wurde aus Rücksicht für den Generalvikar (74) mit gesammelten Flugmeilen, ohne zusätzliche Dienstkosten, finanziert.

Das alles hätte Herr Wirsching mühelos erfahren können, ja, wenn nicht Kirchenpolitik im Spiel gewesen wäre.

Prof. Dr. Hubert Gindert an die Leserbriefredaktion der AZ am 03.09.2012

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4 Antworten auf Leserbrief zu „Der Polarisierer“ von D. Wirsching in der AZ vom 3. September 2012

  1. michael joseph schaaf dr.dr. sagt:

    Der deutsche kulturrat (Geschäftsführer Zimmermann)hat in einer Anhörung im nordrhein-westfälischen Landtag Ende 2013 dargelegt, dass es sich beim Diözesan-Zentrum St. Nikolaus in Limburg „nicht um einen Protzbau, sondern um eine gelungene archetektonische Lösung für die Altstadt Limburgs handelt“. Der Lügner und Verleumder zu Eltz, der jetzt so abgekämpft ist, nimmt eine Auszeit; richtig wäre, die Herren des Domkapitels zu Limburg mit Ruten aus dem Amt zu jagen; sie sind die Verursacher allen Übels. Die alten Damen und Herren des ZdK – gealtere Jugendliche, die die Lebensrealitäten so viel leidendender Mit-Lebens-Chaoten so arg bedauern, müssen das Credo der römisch-katholischen Kirche ändern, damit dieses in der Öffentlichkeit keinen Anstoß mehr erregt; und sog. Hirten singen das gleiche Lied. S.E: Bischof van Elst hat die römisch-katholische Glaubenslehre vertreten, deshalb musste er diesen Neu-Heiden weichen; „Ich bin nicht gekommen um die Gesetze und Propheten aufzuheben, sondern sie zu erfüllen“ Mt, 5,17ff; Dt 4,1.5-9. Die mediale Lebensrealtiät – u.a. D. Decker – der gerade sein literarische Lebensrealtität bei für Botschafterin „Dr. a.D.“ Schavan in Rom vorstellte, singt weiter sein lügnerische Melodie. Jagt sie zum Teufel.
    Schafft die Kirchensteuer und die Dotationen ab!

  2. Walter Richter sagt:

    Vielen Dank für die Unterstützung, die unser Bischof von Limburg vom Forum erfährt.
    Heute werden die Frankfurter Unterschriften, über 4300, in Limburg übergeben. Es wäre gut zu wissen, wie heute der aktuelle Stand unserer Unterschriften ist. Übrigens hat unser PGR das Auslegen der Listen des Forums verweigert, mit Rücksicht auf den Stadtverband und dessen Vorsitzenden. Gott segne unseren Bischof.

    • juergen bellers sagt:

      Was wird aus dem Christentum?
      Prof. Dr. J. Bellers, Siegen 2017

      1. Das Christentum ist unbestritten die dominante Weltreligion, in den beiden Amerikas (heute insbesondere die Evangelikalen), im schwarzen Afrika (unterlagert und gestärkt vom Natur-Animismus), in Europa, in dem die Säkularisierung im Nordwesten gestoppt ist, man denke nur, dass hier die Menschen selbst bei kleineren Unglücken in die Kirchen laufen, um Kerzen aufzustellen.

      2. Frage ist nun, wie Verhalten sich Islam, Hinduismus und Buddhismus zum Christentum, den anderen Hochreligionen.

      3. Hier wird die These vertreten, dass es erhebliche, geistig-geistliche Anschlußmöglichkeiten zwischen dem Christentum und den Hochreligionen gibt, so dass in Zukunft mit einer Annäherung, wenn nicht sogar Vereinheitlichung kommen kann.

      4. Und zwar mit Nähe zum Christentum insbesondere us-amerikanischer, puritanischer und calvinistischer Art, denn der sich weltweit ausbreitende Kapitalismus mit seiner Individualisierung als Lebensideal (der freie Kunde und Bürger) ist ein illegitimes Kind des Calvinimus (ujnd Luthers Gewissensfreiheit), der ja auch diese Ideale hervorhebt und zur Kapitalakkumulation anregt, um sich so durch Sparen (=innerweltliche Askese, so M. Weber) einen Platz im Himmelreich zu sichern. Das macht die wirtschaftlichen Vorteile des Kapitalismus – weltweit – aus.

      5. Das Christentum war ohnehin seit Beginn mit Jesus die einzige und erste Hochreligion, die das Individuum und die Persönlichkeit hervorhebt, das wie schon Moses und Abraham vor dem Einen Gott steht und von diesem als sein Ebenbild anerkannt wird. Damit ist das Göttliche schon im Einzelnen angelegt, wird aber durch die Sünde eingeschränkt. Dazu kommt, dass das Judentum geschichtlich dachte und handelte: der Weg Israels durch die Geschichte, Geschichte gibt aber stets Freiheit, so oder so handeln zu können. Und Jesus ist Mensch und Gott zugleich, welche Höherstellung des Menschen kann man noch erreichen?

      7. Demgegenüber sind die anderen Hochreligionen eher statisch, sie nehmen einen einheitlichen, immer gleichen Kosmos an, dem sich der Gläubige einordnen muß, wenn er gottgefällig leben will. Dem sich immer wiederholende (nicht historisch fortschreitenden) Kosmos kann man sich durch Askese oder moralisches Leben entwinden, ins Nichts aufgehen. Das ist natürlich das Gegenteil von Individualität.

      8. Aber selbst im hier radikalen Buddhismus gibt es die Lehre, dass es doch einen einheitlichen Kern des (individuellen) Menschseins gibt, der alles Leid und alle Askese überdauert: die Buddha-Natur als Substanz des Menschen. Das schafft Anschlußfähigkeit an die Persönlichkeitsidee.

      9. Und der Islam ist ohnehin eine frühe Sekte des Christentums, der Marcioniten, die die Menschnatur Christi leugnen, aber den Menschen durchaus als Ebenbild Gottes betrachten. Allerdings im Islam mit stärkerer Betonung der Unterwerfung unter Gottes Willen. Nicht zufällig hat der liberale Theologe des Protestantismus, A. Von Harnack, sich sehr positiv zu Marcion bekannt.

      10. Es ist geschichtsphilosophisch eine Dialektik der Freiheit gegeben, dass deren Wachsen über die Epochen heutzutage zu ihrer Selbstzerstörung führt (Natur, Zerfall der Schutzsysteme, Familie usw., seelische Verwahrlosung der Menschen), so dass heute die Schutzsysteme der
      Religionen wieder bedeutsam werden.

      Christentum (etwa 2,3 Mrd. Anhänger)
      Islam (etwa 1,6 Mrd. Anhänger)
      Hinduismus (etwa 940 Mio. Anhänger)
      Buddhismus (etwa 460 Mio. Anhänger)
      Judentum (etwa 15 Mio. Anhänger)Religionen wieder bedeutsam werden.

  3. Huber, H. sagt:

    Vielen Dank, Herr Prof. Dr. Gindert, für diese Klarstellung. Es war nur eine Frage der Zeit, wann man auf den Limburger Bischof ‚losgehen‘ wird, weil er keiner ist, der darauf achtet, dass sein Fähnchen im Medienwind gut fliegt.
    GOTT SEGNE SIE UND DIESEN BISCHOF, dem Ihr Einsatz hier galt.

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