Umkehr und Buße

Johannes der Täufer ruft zu Umkehr und Buße auf. Davon hören wir in der Adventszeit. Der Aufruf ist aber nicht zeitgebunden. Er gilt jederzeit und überall, gewiss auch für Limburg.

In Limburg können sich Domkapitulare, d.h. enge Mitarbeiter des Bischofs Tebartz-van Elst einen Neuanfang nur mit einem anderen Bischof vorstellen, sogar dann, wenn die bekannten Vorgänge, in die sie selbst involviert waren, positiv für den Bischof geklärt sind. Ist das nicht ein erbarmungswürdiges Zeugnis von Christen gegenüber der säkularen Welt? Kehrt sich ihre Forderung nach Rücktritt des Bischofs nicht gegen diese Mitarbeiter selbst? Sie sollten umkehren, Buße tun und zurücktreten!

Worum geht es eigentlich in Limburg? Um Badewannen, versenkbare Lüster oder um einen grundlegenden Richtungsstreit? Der Frankfurter Stadtdekan Graf zu Elz hat sich in seiner Kritik an der Entscheidung von Papst Franziskus im Falle Limburg geäußert: „Die Ambivalenzen der Regelung deuten in meinen Augen darauf hin, dass der Kampf um den Kurs der Kirche in Deutschland, in dem unserem Bischof eine wichtige Rolle zugedacht war, noch nicht entschieden und noch nicht zu Ende ist“. Die Fehlentwicklung in der Diözese Limburg hat eine lange Vorgeschichte. Der ehemalige apostolische Nuntius Corrado Bafile, hat 1973, vier Jahrzehnte vor Tebartz-van Elst von Limburg als „von einem Zentrum der Unordnung“ in den deutschen Bistümern gesprochen. Kardinal Giovanni Lajolo hat am Ende seines einwöchigen Besuchs in Limburg auf die Frage der katholischen Nachrichtenagentur (KNA): „Wo liegt nach Ihren Erkenntnissen die Ursache für die Krise im Bistum Limburg?“ geantwortet: „Dass hier auch eine Medienkampagne vorliegt, ist nicht zu übersehen. Die Ursache für die gegenwärtigen Konflikte liegen aber viel tiefer. In meinen Gesprächen konnte ich feststellen, dass die Spannungen latent schon über Jahrzehnte existieren und jetzt offen zutage treten. Kein Wunder, dass in dem Richtungsstreit in der Diözese Limburg ein Pfarrgemeinderat pressewirksam vermerkte, „es entstehe der Eindruck, dass bei Bischof Tebartz-van Elst die Orthodoxie Priorität habe vor dem Bemühen um moderne Menschen“.

Wenn also nach den echten Gründen für die Auseinandersetzung in der Diözese Limburg gefragt wird, dann sind die Kosten für den Bau auf dem Domberg vorgeschobene Gründe. Das hat nichts mit Dolchstoßlegende oder Verschwörungstheorien zu tun wie der ZDK-Vorsitzende Alois Glück meint. Was aber die Art der Auseinandersetzung in Limburg offenbart, zeigt, in welchem Umfang die Formen der Auseinandersetzung, wie wir sie aus der Politik und anderen Bereichen der säkularen Welt kennen, auch in der Kirche Einzug gehalten hat. Entweltlichung, wie sie Papst Benedikt in Freiburg angemahnt hat und wie sie Papst Franziskus jeden Tag wiederholt, ist das Gebot der Stunde, wenn die Kirche in Limburg für suchende Menschen wieder attraktiv und glaubwürdig werden soll.

Hubert Gindert

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7 Antworten auf Umkehr und Buße

  1. Marc sagt:

    @Norbert Herzog
    In ihrer Hofheimer Gemeinde wird doch in jeder Hl. Messe das „Vater unser“ gesprochen. Dort heisst es: „…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“.
    Was glaubt der Pfarrer und die Besucher eigentlich was das bedeutet?
    Ja, auch Wir! sollen vergeben.
    in Italiano:“come anche noi perdoniamo ai nostri debitori“
    Scheint schwer zu sein, das Vergeben.

    • Mathias Wagener sagt:

      Was sollen wir wem vergeben ? In Limburg machen die Kräfte gegen den rechtmäßigen Bischof doch ihre Kampagne weiter. Wie sollte da eine Vergebung aussehen ? Dass von Eltz und andere die Falschheit ihres Tuns jemals einsehen, das glaube ich nicht. Mit ihrem Ungehorsam sind sie in dauerndem Kampf mit der Kirche.

      • Marc sagt:

        Der Sinneswandel des Grafen Eltz hin zu einem Revoluzer ist doch erst seit etwa einem Jahr im Gange. Er scheint eine schwere Kindheit hinter sich zu haben und will nun einiges nachholen. Ich glaube noch daran, dass er sich wieder ändert. Im Moment haben Sie Recht: Er ist im Tunnel.

  2. Gerhard ley sagt:

    In Limburg wird nur dann {Friedhofs-)Ruhe eintreten, wenn DOMKAPITEL und Diözesanversammlung sich einen Bischof wählen dürfen, der ausführt, was diese Gremien beschliessen, das heisst, dass das Bestreben des Grafen Eltz die Katholische Kirche evangelisch zu machen, verwirklicht ist.
    Die Tagespost schrieb in einem Kommentar, dass jetzt die Axt an das Bischofsamt gelegt wird. Gerade sagte mir ein Pfarrer, dass es heute nicht mehr gehe, dass der Bischof alleine Entscheidungen treffen kann. Soweit sind wir also!

    • Marc sagt:

      @Gerhard ley
      Evangelisch und danach sofort Muslimisch. In, ja in der ev. Nikolaikirche (200 m vom Grafen Eltz entfernt) hatten Muslime schon ihren Stützpunkt bei einer Demo.

  3. Norbert Herzog sagt:

    Die Vorgänge in Limburg sind von Herrn Glindert sehr treffend beschrieben worden.Ich wohne in Hofheim, dort wo der sogenannte „Hofheimer Kreis“ seine Heimat hat.Woche für Woche werden die Predigten von dem Herrn Pfarrer dazu benutzt sich massiv gegen die Rückkehr unseres Bischofs auszusprechen,den heiligen Vater offen zu kritisieren,dass er den Bischof nicht gleich entlassen hat, anstatt wie es in der jetzigen Situation höchst angebracht wäre ausgleichende Worte zu finden, und abzuwarten was die Kommission in Limburg als Ergebnis zu den Baukosten mitteilen wird.Der Bischof wird gnadenlos vorverurteilt. Dabei werden zusätzlich weitere Forderungen nach „Reformen“ gepredigt, die quasi 1:1 denen von „wir sind Kirche“ entsprechen.Die kurz vorher im Evangelium vorgelesenen Begriffe wie Versöhung,Friedfertigkeit, Barmherzigkeit u.a werden in diesen Predigten ins Gegenteil verkehrt. Man will eine andere Kirche, weg von Rom,alles soll vor Ort selbst entschieden werden.Wie das dann aussehen könnte,kann man ja gerade miterleben.Wer dieser Ideologie nicht folgen mag, wird zum Aussenseiter, Rückständigen oder als ewig gestriger abgestempelt.Zum Glück, gibt es aber auch viele, die diesem Kurs nicht folgen möchten, sie finden leider kaum Gehöhr. Diejenigen, die einen Neuanfang mit unserem Bischof so kategorisch ausschließen und sich stänidig so unversöhnlich und unbarmherzig äußern, haben Ihre Unfähigkeit für einen ehrlichen Neuanfang deutlich unter Beweis gestellt.

  4. Judith sagt:

    Manchmal lässt Gott es zu, dass ein Hirte von Wölfen lebensgefährlich gebissen wird, damit er überhaupt merkt, dass er die ganze Zeit über irrtümlicherweise ein Wolfsrudel geweidet hat. Wölfe hassen Hirten, weil sie eben Wölfe sind.
    Gott möge uns zu jeder Zeit offene Augen dafür schenken, ob wir es mit Schafen im Wolfspelz oder mit Wölfen im Schafspelz zu tun haben.
    Ich wünsche dem Bischof zu seinem Geburtstag alles Gute.
    Es gibt gebissene Schafe außerhalb jeglichen Schafstalls, die für ihn beten.
    Das soll ihn trösten.

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