Erklärung des Forums Deutscher Katholiken zu „Ökumene jetzt“

Der Aufruf einiger Politiker und weiterer Personen zur „Überwindung der Kirchentrennung“ trotz bestehender tiefgreifender Unterschiede in der Frage der Sakramente, im Ämter- und Kirchenverständnis beruht auf einem politischen Missverständnis von Glaube und Ökumene. Es handelt sich nicht um “historisch gewachsene konfessionelle Unterschiede“. Diese stehen vielmehr am Anfang der Spaltung und sind bis heute noch nicht überwunden.

Die Unterzeichner fordern praktische Fortschritte und rasche konkrete Ergebnisse. Sie mogeln sich an der Pflicht der Christen vorbei, in einer säkularisierten Welt persönlich Zeugnis für den christlichen Glauben abzulegen.

Die Unterzeichner des Aufrufs lassen außer Betracht, dass am Anfang der Spaltung Sünde und Verfehlung auf beiden Seiten stehen und dass ökumenischer Fortschritt Bekehrung und Hinhören auf das Wort Gottes voraussetzt. Im ernsthaften ökumenischen Dialog geht es nicht um Taktik, sondern um Wahrheit.

Die Unterzeichner des Aufrufs vergessen die Pflicht der Politiker wie auch aller Christen, die unantastbare Würde des Menschen von der Empfängnis bis zum Tod wiederherzustellen und durch wirksame Gesetze abzusichern.

Die Unterzeichner des Aufrufs unterliegen dem Irrtum, die Einheit im Glauben könne ausgehandelt oder durch gesellschaftlichen und politischen Druck herbei gezwungen werden.

Sie bringen zusätzliche Spaltung und schaden dem ernsthaften ökumenischen Bemühen der Christen.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Forum Deutscher Katholiken

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Presseerklärungen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Erklärung des Forums Deutscher Katholiken zu „Ökumene jetzt“

  1. Mathias Wagener sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    das ist alles völlig richtig, was Sie vorbringen.
    Kardinal Meisner hat dankenbswerterweise sehr klare Worte hierzu auch gefunden.
    Ich wollte nur noch anmerken, dass wir in Deutschland Teil der Weltkirche sind. Die Evangelischen selbst sind ja auch zerstritten. Im Übrigen könnte es nie um eine nationale Einigung gehen etwa in Form einer Nationalkirche.
    Viele Grüße aus Mannheim
    Mathias Wagener

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *