Sie disqualifizieren sich selbst

Den Jakobinern der Diözese Limburg kann man strategisches Denken nicht absprechen. Nachdem Papst Franziskus Bischof Tebartz-van Elst nicht, wie gewünscht, fallen ließ und der Bischof erstaunliche Standfestigkeit zeigt und nicht zurücktritt, versucht man mit flächendeckenden Initiativen einen Neuanfang mit Tebartz-van Elst als unmöglich darzustellen. Und die Zeit drängt.

Inzwischen wird immer mehr klar, dass es beim Versuch, den Bischof weg zu mobben nicht um Geldverschwendung, Baukosten, Führungsstil etc. ging, sondern darum, dass Tebartz-van Elst versucht hatte, den limburgischen romunabhängigen nationalkatholischen Weg zu korrigieren. Diese Entschleierung der Fakten konnte auch der ZDK-Präsident Alois Glück mit seinen Warnungen vor einer Dolchstoßlegende nicht verhindern. Schließlich trat der Bischofsgegner Dekan Graf zu Eltz, Bischofsvikar für Frankfurt, selbst als Kronzeuge auf: „Die Ambivalenzen der Regelung (durch Papst Franziskus) deuten in meinen Augen darauf hin, dass der Kampf um den Kurs der Kirche in Deutschland, in dem unserem Bischof eine wichtige Rolle zugedacht war, noch nicht entschieden und noch nicht zu Ende ist“.

Das Jakobinertribunal von Frankfurt im „Haus am Dom“ lieferte weitere Belege für den angestrebten romunabhängigen Kurs in Limburg. Auf dem nur mit Bischofsgegnern besetzten Podium saß auch der ZDK-Generalsekretär Stefan Vesper, nicht als Privatperson, sondern als Spitzenfunktionär und Repräsentant dieses Gremiums. Mit Stefan Vesper waren gewissermaßen auch die im ZDK vertretenen Verbände, wie BDKJ, Katholischer Frauenbund, kfd etc., die ihre Filialen auch in der Diözese Limburg haben, repräsentiert.

Inzwischen hat auch die Limburger Diözesanversammlung deutlich gemacht, dass für sie ein Neuanfang mit Bischof Tebartz-van Elst nicht mehr möglich erscheint. Diese Aussage der Diözesanversammlung wurde, um ihr noch größeres Gewicht zu geben, in den Fernsehnachrichten (BR) mit der Aussage versehen: „Die Diözesanversammlung, die gewählten Vertreter der Katholiken“.

Um die Vorgehensweise der Gegner des Limburger Bischofs zu verdeutlichen, sei noch angefügt, dass der ehemalige Generalvikar Günther Geis, jetzt Domdekan, den Sitzungsteilnehmern der Diözesanversammlung zur Arbeit der von der deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Kommission zur Prüfung der Kosten des diözesanen Zentrums St. Nikolaus „versichert“ hat: „Wir werden darauf achten, dass der Prüfungsauftrag erfüllt wird“. Das kann bedeuten, dass die Wortführer der Revolution gegen den Bischof die Kommission beeinflussen, wenn nicht unter Druck setzen wollen, damit das erwünschte Ergebnis herauskommt.

Das Erschreckende der diversen Aussagen „kein Neubeginn mit Bischof Tebartz-van Elst“ und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem die Schuldvorwürfe noch gar nicht untersucht und geklärt sind, ist die Tatsache, dass katholische Christen ihrem Bischof nicht einmal die in einer zivilen Gesellschaft geltenden Prinzipien eines Rechtsstaates zubilligen. Sie sprechen sich in einer Vorverurteilung gegen einen Neuanfang, d.h. gegen Versöhnung aus.

Die heutige Gesellschaft braucht weltweit nichts dringlicher als Versöhnung, Ausgleich und Neuanfang. Diese unversöhnlichen Katholiken geben der säkularen Gesellschaft ein miserables Zeugnis einer christlichen Gesinnung. Sie disqualifizieren sich selbst!

Hubert Gindert

 

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9 Antworten auf Sie disqualifizieren sich selbst

  1. schäfchen sagt:

    Seltsam !!! Die Protestanten in meinem Bekanntenpreis äussern sich ausschliesslich kritisch bis abfällig über Tebarz van Elst.
    Dass dieser einen Schafstallwechsel erwägt, halte ich für ausgeschlossen.
    Ich habe jemanden kennengelernt, der aus der Münsteraner Zeit des damals noch nicht zum Weihbischof geweihten TvE von persönlichen Begegnungen mit ihm berichten konnte und TvE als eitlen, zur Cholerik neigenden, an Luxus interessierten Menschen beschreibt.
    Die mediale Hatz findet dieser Mann gleichwohl überzogen, unangemessen und z.T. ideologisch motiviert.
    Es ist so eine Sache mit der Wahrheit.
    Zwischen Verurteilung und Verklärung gibt es noch so Allerlei.

    • dominik sagt:

      Liebes Schäfchen,
      Ihre beiden letzten Sätze möchte ich hervorheben und doch sehr betonen.
      Wir müssen doch eben sehr vorsichtig sein mit der Beurteilung anderer Menschen, auch wenn uns deren Aussagen oder (und) ihr Stil nicht gefällt.
      Wir haben ja nun Hunderte von Aussagen über den Bischof erhalten, darunter viele aus der Diözese Münster. Es handelt sich um Menschen, die mit Bischof Tebartz-van Elst dienstlich und privat zu tun hatten. Es war aber keine so negative Beurteilung darunter. Er mag sicher – wie wir alle – seine persönlichen Schwächen haben. Und es wird sicher auch Menschen geben, die uns persönlich und unseren Stil sowie unserer Arbeit ablehnen oder eine ausgeprägte Abneigung gegen uns persönlich haben. Das ist leider menschlich. Aber als Christen wollen wir doch alle auf die Sache Gottes und seiner Kirche schauen, der mit uns und unseren Eigenheiten und ausgeprägten Schwächen barmherzig umgeht. Aus dieser Barmherzigkeit leben wir, wie der heilige Paulus sagt.

      • schäfchen sagt:

        @ dominik, judith, katharina von bora

        Lieber Dominik, liebe Judith, liebe Katharina von Bora

        es ging mir nicht um Verurteilung und auch ich halte Barmherzigkeit für eine Kardinaltugend. Was ich lediglich in die Debatte einbringen wollte ist doch nur dieses: Da wird jemand von den Medien gejagt, weil es in seinem Bistum Auffälligkeiten im Umgang mit Geld gab ( um es so neutral wie möglich zu formulieren). Diese Dinge müssen gründlich geprüft werden mit den Instrumenten und Mitteln des Rechtsstaats.
        Das geschieht jetzt hoffentlich, ohne dass die prüfenden Organe von wem auch immer manipuliert werden.Ich habe keine abschliessende Meinung zu den Vorkommnissen, und schon gar nicht verurteile ich irgendjemanden wegen seiner/ihrer Haltung zu den Beteiligten an diesen Vorkommnissen. Es ging mir lediglich darum, ein wenig die Polarisierungen, die man hier beobachten kann zu entschärfen.
        Haben wir es hier wirklich zu tun mit einem „Heiligen“ und einer rasenden Meute, oder mit einem “ protzigen Verschwender“ und einem gerechten Kirchenvolk ? Mir scheinen BEIDE Positionen unglaubwürdig und in der manchmal verwendeten Schwarz – Weiss – Malerei sehe ich nicht das richtige Mittel, einem komplexen Sachverhalt gerecht zu werden. Wollte einfach etwas Nüchternheit hineinnehmen und Polarisierung wegnehmen. Mir steht es nicht zu, TvE zu verurteilen und mir steht es nicht zu ihn zu verklären. Die Entscheidung von Papst Franziskus akzeptiere ich als weise und angemessen. Darf ich nicht an der einen oder anderen Stelle einen Mitbruder oder eine Mitschwester kritisieren ? Ist das sofort ein Zeichen für meine mangelnde Barmherzigkeit oder für meine Unfähigkeit, den Balken im eigenen Auge zu sehen ? Es tut mir leid, wenn ich hier jemanden gekränkt haben sollte. Das war keine Sekunde lang meine Absicht. Dass ich ein schwacher Mensch bin, der oft geirrt hat und jederzeit wieder irren kann ist doch klar, aber genau DESHALB irritieren mich Haltungen, die, ob mit oder ohne Absicht, so daherkommen, als sei hier und nur hier die Wahrheit am Werk. Vielleich konnte ich mit dieser Erklärung ein Wenig deutlicher machen um was es mir in meinem Kommentar ging. Das wünsche ich von Herzen und wünsche allen Mitkommentierenden eine gesegnete Adventszeit, besonders auch der Schwester Judith und der Schwester Katharina von Bora, der ich freundlich versichere, dass ich ein ziemlich guter Bibelkenner bin. Gottes Segen für Alle.

    • Katharina von Bora sagt:

      „Zwischen Verurteilung und Verklärung gibt es noch so Allerlei.“ (Zitat oben)
      Ja, ganz recht! Zwischen Verurteilung und Verklärung gibt es vor allem noch die Kreuzigung und die Auferstehung von den Toten…
      (Natürlich wissen das nur Bibelleser…)
      Bibelleser wissen vor allem auch, dass der Balken im eigenen Auge die Sicht auf den Bruder stark behindern kann und dass genau aus diesem Grunde eine ständige Konsultation beim himmlischen Augenarzt sehr zu empfehlen ist, besonders wenn man seinen Bruder nicht mehr als solchen erkennt, ganz abgesehen davon, dass auch der verkannte Bruder zum Augenarzt muss, wenn er die protestantische Schwester irrtümlicherweise für eine Anfechtung hält…
      Kurzum: Wir alle müssen dringend zum Augenarzt, wenn wir nicht ganz durchsehen, aber dazu müssen wir erst einmal begreifen, dass man mit irdischen Augen einfach nichts wirklich sehen kann, vor allem nicht die Seele des anderen……

  2. ARoem sagt:

    und die Meldungen, dass ein Verfahren nach dem anderen gegen Bischof Tebartz van-Elst eingestellt wird, versickern auf den Panorama-Seiten, während Herr Valentin in der AZ Mainz noch einmal eine ganze Seite Gelegenheit bekommt, die Nie-wieder-Bischof-Meinung zu vertreten.
    O-kay, erhebt euer Haupt und freut euch, eure Erlösung ist nahe. In Zukunft wird es wieder spannend, katholisch zu sein.
    Daniel Deckers schießt übrigens in der FAZ von heute (28.11.) gegen den Papst. Seiner Ansicht nach äußert er sich in Evangelii Gaudium widersprüchlich zu Wirtschaftstheorien und bezieht sich nahezu aussschließlich auf die Erfahrungen Argentiniens.

    • Marc sagt:

      Nie wieder DIESER Bischof meint Hr. Valentin. Er will ja gerne sich einen Neuen genehmigen, der das macht, wie es Herrn Valentin und „den Seinen“ gefaellt.

  3. Friedlon sagt:

    Was werden diese ganzen Leute erst empört sein, wenn sie Evangelii gaudium gelesen haben werden:

    100. Für diejenigen, die durch alte Spaltungen verletzt sind, ist es schwierig zu akzeptieren, dass wir sie zur Vergebung und zur Versöhnung aufrufen, weil sie meinen, dass wir ihren Schmerz nicht beachten oder uns anmaßen, sie in den Verlust ihrer Erinnerung und ihrer Ideale zu führen. Wenn sie aber das Zeugnis von wirklich brüderlichen und versöhnten Gemeinschaften sehen, ist das immer ein Licht, das anzieht. Darum tut es mir so weh festzustellen, dass in einigen christlichen Gemeinschaften und sogar unter gottgeweihten Personen Platz ist für verschiedene Formen von Hass, Spaltung, Verleumdung, üble Nachrede, Rache, Eifersucht und den Wunsch, die eigenen Vorstellungen um jeden Preis durchzusetzen, bis hin zu Verfolgungen, die eine unversöhnliche Hexenjagd zu sein scheinen. Wen wollen wir mit diesem Verhalten evangelisieren?

  4. Marc sagt:

    Die protestantische Umerziehung im Frankfurter „Freudenhaus“ geht zurück auf das Bartholomäus Fest 2012. Erstmalig applaudierten 2 der „Lila Stola“ zuzuordnenden Personen nach der Predigt des Stadtdekans im vollbesetzten Frankfurter Dom. Diese lobten hiermit ihren Oppositionsfuehrer aus, ohne dass es die Messbesucher merkten.
    Niemals vorher sah man diese Herrschaften im Frankfurter Dom bei einer Hl. Messe. Sowohl das Karlsfest als auch das Bartholomäus Fest in Frankfurt wurden fortan als Treffpunkt der „Jeder soll auf seine Weise gluecklicher katholischer Christ sein – Bewegung“.

    • Judith sagt:

      Der Protest gegen Tebartz-van Elst kommt übrigens nicht von den Protestanten. Ganz im Gegenteil! Wir viel geschmähten Protestanten wundern uns die ganze Zeit über in höchstem Maße, wie es möglich sein kann, dass ein so außerordentlich begabter, stilvoller, tief gläubiger und liebenswerter Bischof von seinen eigenen Leuten so verachtet, verleumdet und verstoßen werden kann.
      Wenn er will, kann er gern in unseren Schafstall herüberkommen! Wir haben gute Hirten bitter nötig und würden seine geistlichen Qualitäten sehr zu schätzen wissen.

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