Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Gianna Beretta Molla

Deutschland, ja die ganze Welt, braucht für die Zukunft leuchtende Vorbilder, in denen die Jugend für sich selber und für die Gesellschaft überzeugende Menschlichkeit entdeckt und dann auch im Denken, Reden und Tun engagiert umsetzt.
Heilige reißen mit. Sie zeigen, zu welcher Größe Menschen durch ihren Glauben fähig sind.

Gianna Beretta Molla (*4.10.1922 +28.4.1962) wuchs als zehntes von 13 Kindern in einer katholischen Familie auf. Lebensquelle dieser Familie war die Eucharistie. An ihrer Feier nahmen die Eltern möglichst oft, auch während der Woche, teil. In der Nachfolge Christi zu leben, bedeutete für die Eltern, in der Familie die Liebe Gottes wirken zu lassen, ihr Leben dem Wohl der Kinder unterzuordnen, die Kinder gemäß ihren Begabungen zu fördern und Großzügigkeit den Mitmenschen gegenüber zu üben.
Den Glauben empfing die Familie von der katholischen Kirche. Darin war sie beheimatet.
Schon während ihrer Schulzeit engagierte sich Gianna in der Katholischen Aktion, wo sie eine Jugendgruppe übernahm. Ihr Rat an die Jugendlichen: „Lebt von Jesus und geht oft zur heiligen Kommunion, trennt das Gebet nicht vom Apostolat.“ Mit 15 Jahren betete sie: „Jesus, ich verspreche dir, alles anzunehmen, was mir widerfahren wird. Lass mich nur deinen Willen erkennen.“
Als 20jährige musste sie den Tod ihrer Mutter und ihres Vaters annehmen lernen.
Nach ihrer Reifeprüfung entschied sie sich für das Medizinstudium und wurde Ärztin. Sie gewann die Zuneigung der Patienten, hatte ein großes Herz für die Alten und Armen und besonders für die Kinder. Allen begegnete sie mit Liebe und Aufmerksamkeit. Sollte sie, wie ihre Schwester Virginia, als Ärztin in die Mission gehen? Ihr Beichtvater riet ihr, eine Familie zu gründen: „Wir brauchen so dringend gute Mütter!“
Gianna trug der Muttergottes ihre Bitte vor. Sie lernte dann 1954 den Ingenieur Pietro Molla kennen. Ihre Einstellung zur Ehe erklärte sie ihrem Verlobten so: „Ich möchte dich wirklich glücklich machen und die Frau sein, die du dir wünschst – gut, verständnisvoll und bereit auch zu den Opfern, die das Leben verlangt. Ich möchte mit dir zusammen eine echt christliche Familie aufbauen.“
Das junge Paar weihte die Familie dem Heiligsten Herzen Jesu. Ihre Kinder weihte es der Muttergottes vom Guten Rat. War die dritte Schwangerschaft schon schwierig, so wurde die vierte Schwangerschaft zur psychischen und seelischen Last. Eine Geschwulst hatte sich an der Gebärmutter gebildet, die entfernt werden musste. Die Mutter bestand darauf, das Leben des Kindes zu retten. Sie, die ihre Kinder zärtlich liebte und von ganzem Herzen ihrem Mann zugetan war, sagte: „Pietro, ich bitte dich – wenn ihr zwischen mir und dem Kind entscheiden müsst, so entscheidet euch für das Kind. Nicht für mich, ich bitte dich darum!“ Sie bangte um ihr Kind.
Am Karsamstag wurde sie durch Kaiserschnitt entbunden. Das Kind war gesund. Für die Mutter aber traten schwere Komplikationen auf. Die Schmerzen überstiegen zusehends ihre Kräfte. Eine Woche lang rangen die Ärzte um ihr Leben. Am Ostersamstag hat Gott ihr Lebensopfer angenommen. Ihr viertes Kind wurde auf den Namen Gianna Emanuela getauft.
Mit ihrem Leben gibt Gianna Beretta Molla Zeugnis:
Sie hat das Leben und ihre Berufung von Gott empfangen. Als Gattin, Mutter und Ärztin hat sie, stets dem Leben zugewandt, ihre Berufung gelebt. Der Kirche, die ihr den Glauben und die Sakramente schenkte, hielt sie die Treue.
Die Kirche hat sie 1994 in die Schar der Seligen aufgenommen und 2004 schließlich mit der Heiligsprechung zur Ehre der Altäre erhoben.
Für alle Gläubigen bleibt das Zeugnis einer starken wahrhaft emanzipierten Frau.

von Gerhard Stumpf

Mehr zu Gianna Beretta Molla:
St. Gianna Molla, A Modern Day Hero of Divine Love, Thomas J. McKenna
www.heilige-giann.ch/Informationsschrift-2-web.pdf
www.heilige-gianna.ch
www.fides.org
www.youthforlife.net

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