Neue Laieninitiative „una sancta catholica/Laien für Bischof und Kirche von Limburg“ stellt sich vor

In den vergangenen Tagen hat sich in der Diözese Limburg eine Laieninitiative gegründet und sich mit Ihren Wünschen und Forderungen in ihrem Internetauftritt vorgestellt, die Bischof Tebartz-van Elst wieder zurück auf seinen Limburger Bischofstuhl haben will. Ihre Motive mit ausführlicher Begründung findet man hier:  http://una-sancta-catholica.de/  Mitglieder des Pfarrgemeinderates der Frankfurter Dompfarrei aber auch prominente Vertreter der Katholiken anderer Muttersprachen haben eine noch kleine Gruppe in Frankfurt und eine größere in und um Limburg um sich gesammelt, um ihrem Bischof Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen und seine Rückkehr zu ermöglichen. Dass sie nach der wohl einmaligen Pressekampagne mit ihrer wüsten Jagd auf einen Menschen, der auch noch ein römisch-katholischer Bischof ist, mit Papst und Rom eng verbunden, keine freundliche Aufnahme in den meisten Medien fanden, wird niemand überraschen.
So wurde denn auch sofort am 14.1.2014 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Bedeutung der Initiative klein geredet, in dem man die derzeitigen Frankfurter Mitglieder, 25 an der Zahl, ausdrücklich nannte mit dem offensichtlichen Ziel: Seht her, ein so kleines Häuflein will hier für die Rückkehr des Bischofs eintreten. Das kann doch wohl nicht ernst zu nehmen sein.
Vorsicht meine Damen und Herren Medien-Vertreter! Da hat man sich schon oft getäuscht. Die Gruppe fängt gerade erst an. Hinzu kommen noch andere schon Genannte aus der Diözese und schon oft hat man erlebt, dass eine solche sehr aktive Gruppe wächst und mehr erreicht als die Gegner des Bischofs in Presse, Domkapitel und Hofheimerkreis sich vorstellen können. Diese Gruppe könnte nämlich durchaus den Nachweis führen, dass die Stimmung unter weiten Kreisen der Limburger Diözesanen und vieler Geistlicher eine ganz andere ist, als uns die Herren aus Domkapitel, Hofheim und der Akademie mittels ihrer Verbündeten in der FAZ weismachen wollen. Eine Einschätzung, die diesen Realitäten Rechnung trägt findet sich auf kath.net
http://www.kath.net/news/44487
Dabei wird eine wichtige Sache übersehen, die bei der ganzen Kampagne gegen den Bischof von der Presse so gut wie unterschlagen wurde. Es gab eine sehr bemerkenswerte Stellungnahme der Sprecher der Katholiken anderer Muttersprachen während der Kampagne, die sich vehement für den Bischof einsetzten. Diese Sprecher vertreten allein in Frankfurt und der nächsten Umgebung 40.000 (sic!) Katholiken, die das Domkapitel und der Frankfurter Dekan zu Eltz einfach in altem deutschen Prälatenhochmut nicht auf der Rechnung hatten und wohl immer noch nicht haben. Dass diese Mit-Katholiken einen wesentlichen Teil der Zukunft der Kirche von Limburg aber auch aller anderen deutschen Diözesen bilden, sagt uns die Bevölkerungsstatistik, nach der die unter 40jährigen Deutschen breits seit ein paar Jahren in den Großstädten in der Minderheit sind. Die Erklärung der muttersprachlichen Katholiken findet man in der Pressespalte des neuen Internetaufritts der „una sancta catholica“. Zwei der Sprecher sind nun Gründungsmitglieder der Initiative für Bischof und Kirche von Limburg.
Die Bistumsleitung in Limburg und in allen anderen Diözesen wäre nun gut beraten, sich zu vergegenwärtigen, dass bei der schwindenden Zahl der praktizierenden Katholiken die Schwestern und Brüder der muttersprachlichen Gemeinden, die noch ein ganz anderes Verhältnis zur Sonntagspflicht aus tiefem sprituellen Bedürfnis haben als die Mehrzahl der deutschen Katholiken, von denen nur noch ca. 10 Prozent praktizieren, schon jetzt aber mehr noch in Zukunft eine der wichtigsten Stützen der Kirche in Deutschland sein werden.
Der neuen Initiative „una sancta catholica“ wünschen wir von Herzen den Beistand des Heiligen Geistes, den Schutz der Muttergottes und der Engel und viel Erfolg.

Michael Schneider-Flagmeyer

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9 Antworten auf Neue Laieninitiative „una sancta catholica/Laien für Bischof und Kirche von Limburg“ stellt sich vor

  1. Michael Kaufmann sagt:

    Gerade erst habe ich gelesen, wie sich zu Bischof Tebartz-van Elst ein gewisser Jochen Riebel geäußert hat, ein mir schon seit Jahrzehnten gut bekannter Denunziant und Intrigant und Nestbeschmutzer und Karrierist. Den einzustellen, war allerdings ein Fehler von Tebartz-van Elst.

    Ansonsten ist Limburg ein Beleg dafür, dass innerkirchliche Demokratie nicht funktioniert. Im Bistum Limburg laufen unterhalb von Bischof Tebartz-van Elst lauter kleine Möchtegern-Bischöfe und -Päpste herum, die Entscheidungen des Bischofs oder des Papstes zu treffen versuchen, was sie regelrecht durchdrehen lässt. Bin gespannt, wie der Papst das Problem löst. Von mir aus kann er jede Menge Entlassungen ausstellen.

  2. Ludwig Kimmig sagt:

    „Ein religiöser Neuaufbruch kann nicht herbeiorganisiert oder gemacht werden, er muss vielmehr erbetet werden.“
    Übrigens gut geklappt! 🙂

    Viele Grüße

    Ludwig Kimmig
    Ein Mitglied der Limburger Katholiken

  3. Ralf Vormbaum sagt:

    Es ist ermutigend, dass sich nun diejenigen zu Wort melden, die es leid sind, dass kleine aber einflussreiche innerkirchliche Gruppen permanent Katholizität infrage stellen, um den vom Frankfurter Stadtdekan ausgerufenen Kirchenkampf zu befeuern. Diese Gruppen – hauptsächlich aus dem Umfeld von „Wir sind Kirche“ – haben ein rein destruktives Interesse an der Kirche. Der Glaube soll politisiert werden, um ihn so einer Ideologie gefügig zu machen, die immer totalitärere Züge annimmt. Da diese Kirchenkämpfer über beste Kontakte zu Presse, Funk und Fernsehen verfügen, wie man an der wahren Flut herabsetzender Berichterstattung zum Thema Diözesan-Zentrum in Limburg leicht erkennen kann, konnten sie ein Bild des Bischofs und der angeblichen Empörung im Bistum in der Öffentlichkeit zeichnen, das der Realität überhaupt nicht entspricht. Leider findet diese Strategie auch bei Klerikern im Bistum Unterstützung, aus welchen Interessen auch immer. Insofern hat diese Initiative einen ersten Schritt getan, um die Menschen wach zu rütteln und wieder ins Bewusstsein zu bringen, wie hier Meinungen manipuliert werden und wie tief die Verletzungen schon sind, die all denen im Bistum zugefügt wurden, die ihren katholischen Glauben bekennen. Die Herabsetzungskampagne gegen die Kirche hat in Limburg ihre radikale Steigerung erfahren, sie setzt sich nun tagtäglich in allen Medien fort und greift Katholizität fundamental an. Hier müssen wir uns als Katholiken wehren. Daher bin ich über jede Stimme froh, die sich gegen die heutige Hetze gegen die Katholische Kirche erhebt.

  4. Kassia sagt:

    Und wie geht es weiter? Bleibt die Gruppe ein geschlossener Zirkel oder kann man sie sonst noch unterstützen (durch Gebet, klar, aber darüber hinaus…)? Auch auf kath.net wurde nach Unterschriftenlisten etc. gefragt. Wenn dem Herrn Stadtdekan die Gruppe zu klein ist, muß man sie eben vergrößern!

    • Marc sagt:

      Was ist die Mehrheit?
      Ich frage mich schon seit langem, warum lediglich 4500 Unterschriften in einer Diözese mit 145000 Katholiken einen derartigen Shitstorm auslösen können.
      Nehmen wir mal an es stünden wirklich 4500 Familien ( mit 4 Personen)hinter diesen Einzelunterschriften dann wären es immer noch erst 18000 Gläubige. Ein Bischof wird aber nie von allen geliebt werden. Daher ist der Prozentsatz der Bischofgegner eher klein. Mal abgesehen davon, dass von sogenannten „Kleinen Leuten“ die da unterschrieben haben sollen keine Rede sein kann. Vereinzelt haben goldbehangene „ältere Damen“ zum Kugelschreiber gegriffen.

  5. Friedlon sagt:

    Die Initiative würde m.E. deutlich an Überzeugungskraft gewinnen, wenn jemand ihre Veröffentlichungen in eine nachvollziehbare Ordnung bringen könnte.
    Die Lektüre der Erstveröffentlichung brach nämlich auch ein durchaus wohlmeinender Leser nach anderthalb von neun Seiten ab, weil sie einfach zu wirr ist.

    • Michael Schneider-Flagmeyer sagt:

      Man kann den Text als lang und weit aushohlend empfinden, was übrigens in unserer Zeit, in der schlagwortartig verkürzt wird und man ausgesprochen lesefaul geworden ist, nicht ein Nachteil ist.
      Ich muß Ihnen aber widersprechen in der Ansicht, dass der Text „wirr“ sei.
      Nein, wirr ist er nun wirklich nicht.
      Ich möchte Sie einladen, den Text in Ruhe noch einmal ganz zu lesen.
      Die Verfasser bringen die Limburger Verhältnisse in einen m.E wichtigen Gesamtzusammenhang. Es ist richtig, die Limburger Verhältnisse im Licht der Situation der ganzen deutschen Teilkirche einzuordnen.
      Dass der Text wirr sei, hat nicht einmal die FAZ am 14.1. festgestellt.
      Es gibt inzwischen zahllose Kommentare (z.B. auf kath.net). Auch hier wird dieser Vorwurf von den Lesern nicht gemacht.

    • RalfR sagt:

      Die Klarheit der Gedankenführung und die Klarheit in der Sache bedingen sich. Ich habe selten ein größeres theologisches Durcheinander gelesen.
      Ob damit der Kirche gedient ist? Zweifelhaft. Kommt eher daher wie der alte Ultramontanismus.

      • Michael Schneider-Flagmeyer sagt:

        Voltaire begann ein Gespräch immer mit der Aufforderung: „Nennen Sie mir Ihre Definitionen, sonst können wir uns nicht verständigen.“
        Verstehen Sie den Begriff „Ultramontanismus“ als das früher gebräuchliche Schlagwort für einen streng papsttreuen Katholizismus? Das wäre für mehr Katholiken als Sie denken eher ein Kompliment als ein Schimpfwort.
        Oder benutzen Sie das Wort als politischen Kampfbegriff, wie er im bismarck´schen Kulturkampf üblich war.
        Ob damit der Kirche gedient ist?

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