Der Papst ist mit den Lebensschützern!

„Ich schließe mich dem Marsch für das Leben in Washington mit meinen Gebeten an. Möge Gott uns helfen, jedes Leben zu respektieren, besonders das am meisten verletzliche“, twitterte Papst Franziskus vor dem Beginn des Marsches für das Leben, zu dem sich immer wieder Hunderttausende versammeln. So waren es auch in diesem Jahr wieder Menschenmassen, die sich in Washington versammelt hatten aus allen Teilen der USA. Von den Medien wird diese Veranstaltung bis auf wenige Ausnahmen ignoriert. Und wenn berichtet wird, dann spricht man von Tausenden in bewußter Ignorierung der Teilnehmerzahlen und von „Abtreibungsgegnern“ oder „Anti-Abtreibungs-Aktivisten“. Wir kennen das aus Europa und besonders aus Deutschland. Das Thema ist bei uns kein Aufreger mehr. Nicht einmal in katholischen Kommentar-Foren, wo sich bei jeder kleinen Aufregung und mancher Lapalie 50 und mehr Kommentatoren abarbeiten, ist dieses Großereignis, das das Leben selbst bestrifft, mehr als 3-8 Kommentare wert.
Dabei sollte das Thema des Lebensschutzes bei allen Menschen ganz vorne an der Spitze stehen. Wie schrieb doch der Dichter Leo Tolstoi in seinem großen Roman „Krieg und Frieden“:
„Das Schwerste und Beseligendste ist, das Leben zu lieben, selbst wenn man leidet; denn das Leben ist Alles. Gott ist das Leben. Und das Leben zu lieben heisst Gott lieben.“

Wir wollen aber nicht nur jammern über die „Kultur des Todes“, die den Zeitgeist entlarvt, sondern wir wollen uns freuen, dass hier hunderttausende von alten und jungen Menschen, zahllose Familien mit ihren Kindern, zusammenkommen, um für das Leben einzutreten und uns von den Amerikanern inspirieren lassen auch bei uns in der ermüdeten und erschlafften deutschen Gesellschaft, in der man sich in Massen aufregt, wenn es gegen die eigene Bequemlichkeit und gegen die Wellness geht, aufzustehen und für das Leben zu marschieren. Wir sind schon glücklich, wenn bei uns 4000 Menschen in Berlin beim Marsch für das Leben teilnehmen.
Was haben uns also die Amerikaner voraus? Sie haben erstens den größten katholischen Fernsehsender der Welt EWTN, den ein mutige, heiligmäßige Nonne, Mother Angelica, mit Gottes Hilfe aus dem Nichts gestampft hatte in mühevoller, jahrelanger Arbeit, und sie haben zweitens katholische Bischöfe, die sich von Mother Angelica inspirieren liessen und in ihrer überragenden Mehrheit nicht nur hinter dem Marsch für das Leben stehen, sondern sehr viele von ihnen auch vorneweg marschieren. Hier unterscheiden sich die amerikanischen Bischöfe entscheidend von ihren deutsche Mitbrüdern, die in ihrer Mehrheit beim Thema Lebensschutz wegtauchen, weil das Thema in der Gesellschaft tabu bis missliebig ist und von der veröffentlichten Meinung als Störfaktor angesehen wird. Das geht soweit, dass den Marschierern eine Kirche verschlossen wird für ihre Schlußandacht. Was für eine Schande!!!
Immerhin hat die Internetseite im Auftrag der deutschen Bischöfe katholisch de. die kurze KNA-Meldung über den Twitter des Papstes wiedergegeben, was wenig genug ist. Aber auch KNA verkleinert die Zahl der Teilnehmer und spricht von Tausenden.
Was wird der Herr der Kirche einmal zu dem mangelnden energischen Eintreten ohne Rücksicht auf die veröffentlichte Meinung in Sachen Lebensschutz sagen? Hat nicht Bischof Warnke einmal gesagt, dass Gott mit seinem Gericht bei seiner Kirche beginnen wird?
Aber jetzt kommt der Papst aus Lateinamerika und solidarisiert sich nicht nur mit den Lebensschutzmarschierern, sondern er übermittelt ihnen noch durch seinen Staatssekretär Erzbischof Parolin ein Dankesschreiben nach dem Marsch.
Siehe hierzu Bericht und ausführliches Video unter: http://www.kath.net/news/44616

Wir möchten alle deutschen Bischöfe herzlich bitten,  dem Beispiel ihrer amerikanischen Mitbrüder zu folgen und sich mit dem Heiligen Vater zusammen auch in unserem Lande an die Spitze der Lebenschutzbewegung auch beim „Marsch für das Leben“ zu stellen und damit aus ihrer „Ausgewogenheit“ herauszutreten, damit auch bei uns Tolstois Worte so lebendig werden: Gott ist das Leben. Und das Leben gerade auch der Ungeborenen zu lieben und zu verteidigen gegen alle Widerstände, heisst Gott zu lieben!

Michael Schneider-Flagmeyer

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