Spekuliert das Magazin „Focus“ über Limburg?

Am Samstag den 26.1.14 meldete der „Focus“, dass die Prüfungskommission der Deutschen Bischofskonferenz die Vorwürfe gegen den Bischof von Limburg weitgehend ausgeräumt habe. Dem Bischof wären weder Verschwendungssucht noch Übergehen von Kontrollinstanzen vorzuwerfen. Das Magazin berief sich auf Informationen aus dem Vatikan.
Gleichseitig behauptete „Focus“ die römische Bischofskongregation erwäge eine Auflösung des Bistums, um es unter die beiden Bistümern Trier und Mainz aufzuteilen, aus denen es 1827 erstanden war. Alternativ dächte man auch daran, für den Bischofssitz einen Administrator zu ernennen. Dieser wäre ausschießlich dem Heiligen Stuhl verantwortlicht und würde ohne Mitspracherecht des Domkapitels eingesetzt.

http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-05-2014-pruefkommission-sieht-vorwuerfe-gegen-tebartz-van-elst-ausgeraeumt-wird-bistum-limburg-aufgeloest_id_3569329.html
Sofort widersprach der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz Matthias Kopp und nannte die Aufteilung des Bistums reine Spekulation. Er bestritt, dass die Kommission ihren Bericht beendet habe – dieses sei erst im Verlauf des Februars zu erwarten – und auch, dass Bischof Tebartz-van Elst weitgehend durch die Kommission entlastet sei. So lautete die Meldung der Katholischen Nachrichten Agentur KNA. Gleichtzeitig wurde im Hessischen Rundfunk in der „Hessenschau“ behauptet, dass hinter der Focusmeldung „konservative Kreise steckten“.
Das bedarf allerdings doch einer genaueren Betrachtung.
Zunächst einmal muss doch festgestellt werden, dass der „Focus“ in Sachen Kirche und Religion sehr wenig konservativ ist sondern eher kirchenkritisch bis kirchenfeindlich und ausgesprochen religionsskeptisch. Auch jetzt noch nennt er Tebartz-van Elst einen „Prunkbischof“ und war und ist ihm keineswegs so wohlwollend gegenüber eingestellt, wie das die Macher der „Hessenschau“ wohl sehen.
Es sieht viel mehr danach aus, dass die böswilligen Verleumder in den Medien und ihre kirchlichen Zuträger ihre Felle davonschwimmen sehen. Und dazu haben sie wohl allen Anlass. Dass aus der Arbeit einer solchen Kommission etwas von der Ergebnissen durchsickert, wird heute niemand mehr wundern. Werden doch selbst Vorgänge aus dem Konklave „von hinten durch die Brust ins Auge“ an die Öffentlichkeit gebracht, obwohl darauf die Strafe der Exkommunikation steht. In unserer Mediengesellschaft ist nur noch sehr wenig wirklich geheim zu halten, wie uns die Vorgänge um die NSA lehren. Und dass Rom längst weiss, in welcher Richtung der Stecken der Kommission schwimmt, wird auch niemand überraschen. Haben doch die Herren Bischofsfeinde in Limburg längst vorgebeugt. Sogar der vom Heiligen Stuhl eingesetzte Generalvikar spricht davon, dass vom Prüfungsbericht alleine nicht das Schicksal des Bischofs abhängt.
Also sollte Herr Kopp im „allmächtigen“ Sekretariat der Bischofskonferenz keine Nebelkerzen werfen. Sie könnten zu seiner eigenen Unsichtbarkeit führen.
Jeder Beobachter der politischen und gesellschaftlichen Szene weiss, was das Wort Spekulation bedeutet. Es heisst: Wir sagen dazu nichts. So wurde die Meldung über den Rausschmiss eines Bundesministers als reine Spekulation bezeichnet, bevor er denn wenige Tage später wirklich gefeuert wurde.
Dass ein so großes und immerhin weit angesehenes Magazin wie der „Focus“ sich die Meldung, die es aus Rom haben will, aus den Fingern gesaugt hat, ist aus der oben geschilderten Haltung des „Focus“ der Kirche und der christlichen Religion gegenüber mehr als unwahrscheinlich. Dem Magazin jetzt zu unterstellen, konservative Kreise – was immer das auch heissen mag – seien verantwortlich für die Meldung, glaubt doch wohl von den Bischofsgegnern in Kirche und Medien niemand ernsthaft. Soll hier vielleicht noch Druck auf die Ferigstellung des Kommissionsberichtes ausgeübt werden?
Sollte sich die Meldung zumindest teilweise als wahr herausstellen, stehen eine Reihe von Leuten aus Bonn, Limburg, Frankfurt und Wiesbaden wirklich im Nebel, der aus den von ihnen selbst geworfenen Kerzen entstanden ist.
Bis Rom jedenfalls reicht dieser Nebel nicht! Dort weiss man nun wirklich allzu gut, was die Krise in Limburg ist und dass diese zunächst mit dem Bischof Tebartz-van Elst wenig zu tun hat. Dort wird man dem in deutschen Kirchenangelegenheiten überaus erfahrenen, nach Deutschland entsandten Kardinal Lajolo mehr glauben als dem Limburger Klüngel. Dass das Bistum mit einem neuen Bischof nicht einfach zu befrieden ist, sollte ja nun wirklich langsam jedermann einsichtig geworden sein, nachdem die „Bischofskritiker“ in ihrer unversöhnlichen Feindschaft ihre wahren Ziele nicht zuletzt durch Herrn zu Eltz mehr als deutlich gemacht haben. Sie wollen eine andere Kirche als die römisch-katholische, vom Nachfolger Petri geleitete, wie sie das II. Vaticanum in der dogmatischen Konstitution über die Kirche „Lumen Gentium“ festgeschrieben hat.
Und so erscheint es auch nicht abwegig, dass man in Rom an eine Auflösung des Bistums denkt und an die Aufteilung unter die Nachbarbistümer. Auch die schwindende Zahl der aktiven Katholiken läßt solche Vorstellungen nicht nur spekulativ erscheinen.
Aber da man dem Heiligen Geist keine Geleise bauen soll und kann, auf denen er fahren muss, kann das Ganze doch noch zu einem für die gesamte deutsche Teilkirche guten Ende führen. Darauf vertrauen alle, die Jesus Christus „der in seiner Kirche lebt und wirkt“ (trostreicher Rosenkranz) nicht nur mit den Lippen folgen sondern mit ihrem ganzen Herzen und all der Kraft ihres Hoffens und Vertrauens.

Michael Schneider-Flagmeyer

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4 Antworten auf Spekuliert das Magazin „Focus“ über Limburg?

  1. Aegidius sagt:

    Die Einschätzungen aus Rom (EB Gänswein und EB Müller), die patzige Antwort aus München, die Absetzbewegungen in Mainz, die verzweifelten Droh- und Sicherungsbemühungen in Bonn und Limburg lassen doch nur einen einzigen Schluß zu: Daß der Showdown der vom Zaun gebrochenen Krise bevorsteht und es ein Happy End in Gemeinschaft mit Rom geben wird, weil der „fluffiest pope ehvah“ eben doch wider (deutsches) Erwarten katholisch ist! Die deutschschismatisch-katholische Kirche, die in einigen Köpfen, Stuhlkreisen und ZKs geistert, bisweilen als „Geist des Konzils“ bezeichnet, ist klinisch tot. Halleluja!

    • Marc sagt:

      Der Geist der Trennung wird neu wieder deutlich am Nightfever Treffen am 15.3.14 das in Frankfurt im Bistum Limburg stattfinden soll obwohl das Nightfever Deutschlandtreffen am selben abend in Fulda bei Bischof Algermissen stattfindet.

      Der „Stadtdekan Dom“ steht dafür zur Verfügung. Wahrscheinlich sind zuviele mittlerweile mit der Evangelischen Allianz im Ebbelwoi Gebets-Express gefahren.

  2. Marc sagt:

    Wenn es soweit kommen sollte dass das Bistum aufgelöst wird „gehört der Stadtdekan auch weg“ wie ich bei der Rede zur Unterschriftenaktion im Frankfurter Dom von einem katholischen Messbesucher hörte.

  3. Monika Hüssen sagt:

    Ist DBK-Sprecher Matthias Kopp ein Versprecher, hat er sich nur versprochen, hat er prophetisch gesprochen, gewahrsagt ,in Zungen geredet oder hat er sich wie ein Schüler vorsagen lassen? Wer kann das erraten? Global wird morgen wieder in jeder Heiligen Messe der Himmel angefleht: „Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde!“
    Wann wird endlich der große Verwirrer an die Leine gelegt?
    M. Hüssen

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