Soll die Kathedrale von Cordoba auch als Moschee genutzt werden?

Seit Jahrzehnten währt der Streit zwischen Muslimen und der Kirche um die Kathedrale von Cordoba, eines mit 23.000 qm der größten Sakralbauten der Welt. Schon zu römischen Zeiten stand an der Stelle ein Tempel. Die Westgoten errichteten über diesem Tempel die Kathedrale St. Vincent von Saragossa. Nach der Eroberung der Stadt durch die Mauren errichtete der Emir Abd ar-Rahman I. an der Stelle der christlichen Kathedrale St. Vincent ab dem Jahre 784 eine Moschee, die in den folgenden zweihundert Jahren von den Emiren und Kalifen zu einer der prachtvollsten Moscheen dieses großen Ausmaßes erweitert wurde. Nach der Rückeroberung Cordobas im Jahre 1236 durch König Ferdinand III. von Kastilien wurde die Moschee mit ihrem Wunderwerk an Bogenhallen zu einer Kathedrale umgewandelt und in den nächsten Jahrhunderten zu diesem Zweck auch entscheidend umgestaltet. Sie trägt den Titel „Empfängnis unserer lieben Frau“.
Nun hat unter dem Motto „Kathedralen-Moschee von Cordoba: Das Erbe aller“ eine Initiative von Historikern, Juristen und Journalisten Ende 2013 eine Petition gestartet, die verlangt, der katholischen Kirche die Aufsicht über den Bau zu entziehen. Siehe hierzu:
http://www.kath.net/news/45063
Dagegen hat sich ein Initiative gebildet, die sich mit einer Gegenpetition dafür verwendet, dass die Kathedrale von Cordoba im Besitz der Kirche verbleibt.
http://www.hazteoir.org/alerta/56781-no-expropiacion-catedral-cordoba
Vergleiche sind immer problematisch, aber man sollte auch daran denken, dass die Kathedrale des alten Byzanz, die Hagia Sophia, von den Türken zum Museum umgestaltet wurde. In jüngster Zeit mehren sich die Anzeichen, dass die Absicht besteht, die Hagia Sophia mit ihrer kostbaren frühchristlichen Ausstattung ganz in eine Moschee umzugestalten.
Ob sich hier wohl auch eine Initiative von Juristen, Historikern und Journalisten bereitfindet, eine Petition gegen diese Pläne zu starten? Bislang war davon nichts zu hören.

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