Drei Diözesen verbieten die kirchlichen Kollekten für den ökumensichen Lebensschutzverein 1000plus/Pro Femina e.V

Für die ökumenische Lebensschutzinitiative 1000plus/Pro Femina e.V darf in den Diözesen Augsburg, Speyer und jetzt auch in Freiburg nicht mehr in der Kirche eine Kollekte gehalten werden. Alle drei Bistümer verweisen auf ihre eigenen Schwangerschaftsberatungsdienste der Caritas und des Sozialdienstes katholischer Frauen. Diesen eigenen kirchlichen Diensten sollen sich die Frauen anvertrauen. Die Gemeinden und Pfarrer sollten diese unterstützen. siehe:
kath.net/news/45605
kath.net/news/45853
Der Rottenburger Weihbischof Thomas Maria Renz sagte der „Tagespost“ (12.4.2014). „So lange so viele Ungeborene (pro Jahr) sterben müssen, wie Ulm, Trier oder Jena Einwohner hat, gibt es nicht genug, sondern immer noch zu wenig lebensbejahende Beratungsangebote für Frauen in Schwangerschaftskonflikten.“
Der Weihbischof spricht sich für eine Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einrichtungen und Initiativen aus. Er warb für eine breite Zusammenarbeit von offiziellen kirchlichen Einrichtungen und privaten Initiativen, um schwangeren Frauen in Not beizustehen und möglichst viele ungeborene Kinder zu retten.
Der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ (8.5.2014) gegenüber hob er hervor, dass die Beratung für das Leben von 1000plus/Pro Femina e.V. „ganz im Sinne der Kirche“ sei. Dem kann man nur mit Überzeugung zustimmen.
Warum also diese Widerstände der drei Diözesen gegen die Unterstützung des privaten ökumenischen Vereins? Ist man doch in Sachen Ökumene vor allem in den Freiburger Kirchenamtsstuben sehr eifrig. Aber die Freiburger haben dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt, in dem sie den Pfarrern drohten, sie bei Kollekten für das gute Werk regresspflichtig zu machen. Das ist nun wirklich ein starkes Stück und ist zusätzlich zur Weigerung der Anordnung der römischen Glaubenskongregation, die Handreichung in Sachen wiederverheirateter Geschiedener zu korrigieren, ein weiterer Schritt der Freiburger Erzdiözese ins Abseits. Wie sagte doch Kardinal Lehmann im Fernsehen beim Ausstieg aus der Schwangerenkonfliktberatung mit Schein zur Tötung des Kindes: „Wenn ich mich dem Papst widersetze, bin ich kein katholischer Bischof mehr:“
Die Glaubenskongregation spricht im Namen des Papstes. Und wenn sich eine Diözese ihr offen widersetzt, ist sie dann noch ein katholisches Bistum?
Nun droht dieses Bistum Priestern, die eine ökumenische Lebensschutzarbeit unterstützen wollen mit finaziellem Regress.
Es ist nur zu hoffen, dass dieses Erzbistum bald wieder einen Hirten erhält, der im Gegensatz zu dem scheidenden der Auffassung ist, dass es sich schon immer gelohnt hat römisch-katholisch zu sein und es sich auch in Zukunft lohnen wird, dem Papst genau zuzuhören und ihm auch zu folgen.
Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich immer schwer getan mit dem Lebensschutz und ausser „ausgewogenen“ Erklärungen, die so gut wie niemand zur Kenntnis nimmt, wenig unternommen. Ein nur annähernd so großes Engagement wie das der us-amerikanische Bischofskonferenz, die hier wirklich vorbildlich handelt, wäre für die Menschen in- und ausserhalb der Kirche bei uns überzeugend und mutmachend.
Ausnehmen muss man einige Bischöfe hierzulande, die sich wirklich engagieren. Hier ist an erster Stelle  Bischof Algermissen aus Fulda zu nennen, der seit dem Beginn seines Pontifikates unermüdlich und stark eintritt für den Schutz des Lebens von der Zeugung bis zum Tode.
Fischt man auf der offiziellen Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz und gibt in die Suchmaschine das Stichwort „Lebensschutz“ ein, dann erscheinen über fast 10 Jahre drei Ereignisse, bei denen der Lebensschutz erwähnt wurde. Ein Armutszeugnis!
Dass in Rom vor wenigen Tagen ein Marsch für das Leben mit 40.000 Teilnehmern stattfand und sich Papst Franziskus bei den Teilnehmern auf dem Petersplatz bedankte und sie mit deutlichen Worten ermutigte, weiter in ihrem christlichen Engegement für das Leben fortzufahren, fand auf der Webseite der Deutschen Bischofskonferenz nicht einmal eine Erwähnung. Es hat sicher eine gewisse Berechtigung, die eigenen kirchlichen Institutionen zu stärken. Das Problem ist nur, dass seit  Jahren viele Gläubige die Kirchlichkeit dieser Institutionen  immer mehr bezweifeln, was wir seit Jahren bei der Einsammlung der jährlichen Caritaskollekte hören müssen. Das wird durch viele Äusserungen des Sozialdienstes katholischer Frauen und durch die jüngst bekanntgewordene Förderung des Gender Mainstreaming in den Kindergärten der Caritas, finanziert von den Spenden der Gläubigen für die Armen, bestärkt.
Wer sich ständig auf Papst Franziskus beruft, der sollte ihm wirklich zuhören und auch in der Sache des Lebensschutzes folgen nicht nur mit Worten, sondern wie die us-amerikansichen Bischöfe mit nicht misszuverstehenden Taten. Wer unserem Papst wirklich folgen will, der sollte auch zur Kenntnis nehmen, dass er österreichischen Bischöfen gegenüber Gender als dämonisch bezeichnet hat. Das sollte allen unseren Bischöfe und den leitenden Funktionären von Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen in den Ohren klingen.
Beim praktischen Lebensschutz wäre es sehr zu wünschen, wenn auch bei uns die Bischöfe bei dem „Marsch für das Leben“ wie ihre amerikanischen Mitbrüder vorne an der Spitze mit einem Kreuz marschieren würden. Es wäre schön, wenn der neue Erzbischof von Freiburg mit den Bischöfen von Augsburg und Speyer dabei wäre. Das wäre ein wirkliches Zeichen für katholisches Lehren und Handeln in einer Gesellschaft, die immer mehr Gott los sein will und damit in den Untergang marschiert. Das wäre ein starkes Zeugnis für Gott, der in Jesus Christus Mensch wurde. Wer Papst Franziskus wie seine Vorgänger nicht in dieser Sache hören wollte und will, der wird vielleicht Leo Tolstoi hören wollen, der in seinem vielfach verfilmten großem Werk „Krieg und Frieden“ sagt: „Das Schwerste und Beseligendste ist, das Leben zu lieben, selbst wenn man leidet; denn das Leben ist alles. Gott ist das Leben und das Leben lieben heisst Gott lieben.“
Untersützen wir alle Kräfte, die aus dem Heiligen Geist Gottes, heraus ihr Leben bedingungslos dem Schutz des menschlichen Lebens gewidmet haben wie die ökumenische Initiative 1000plus/Pro Femina.eV.
siehe:http://www.1000plus.de/

Michael Schneider-Flagmeyer

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten auf Drei Diözesen verbieten die kirchlichen Kollekten für den ökumensichen Lebensschutzverein 1000plus/Pro Femina e.V

  1. Füting, Norbert sagt:

    Sind alle Bischöfe in der DBK noch katholisch?
    Offensichtlich sind davon einige dem Populismus und Opportunismus verfallen!
    An ihren Worten und Taten kann man sie erkennen!
    Es wird Zeit jeden Bischof nach dem Grad seiner Katholizität zu erkennen und
    zu beurteilen und zu kritisieren! Es dürfte den populistischen und opportunistischen
    unangenehm sein, zunehmend kritisiert zu werden. Bis jetzt fürchten sie nur die
    Kritik der unkatholischen Gesellschaft. Unsere Kritik an den Bischöfen muss aber
    immer sachlich gut begründet sein. Dann ist sie sehr wirksam!

  2. georg sagt:

    das verhalten der DBK und einzelner Bischöfe ist für mich als an sich lauer,aber romtreuer Katholik unfaßbar. allein dank kath.net erfahre ich, was so hinter den Kulissen gespielt wird; vieles konnte ich bis dahin nur vermuten.

    wäre es nicht ehrlicher,ein teil der deutschen katholiken und bischöfe und theologen würde sich von rom abspalten; als romtreuer katholik könnte ich meine kirchesteuer ggf als spende nach rom schicken oder lebensschutzorganisationen unterstützen.

  3. Eduard Werner sagt:

    Die widernatürliche Gender-Ideologie ist in die Kirche eingebrochen und wirkt sich nun auch innerkirchlich aus. Der Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg hat den Schulplan von Baden-Württemberg mit seiner „sexuellen Vielfalt“ sogar begrüßt und die Ordinariatsdirektorin Frau Dr.Hümmeler, München, behauptet, dass Gender nur die Gleichberechtigung von Mann und Frau bedeuten würde, also nicht die Gleichwertigkeit von natürlicher Ehe, homosexueller Transgender-Verbindungen bedeuten würde. Will sie damit die Zeitgenossen einlullen und ihnen vormachen, dass Gender harmlos oder sogar gut sei. Aufwachen gefährlich? Jedenfalls spende ich für Caritas keinen Cent mehr.

  4. Mathias Wagener sagt:

    Ich finde insbesondere auch die Diktion, in der Priestern das Sammeln für PRO FEMINA verboten wird und sie mit Regress bedroht werden, unmöglich. Ich nehme hierbei Bezug auf das Amtsblatt der Erzdiözese Freiburg vom 7. des Monats.

  5. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Dürfen wir das Verhalten der DBK als mutlos, wenn nicht sogar als feige bezeichnen? Denn im Rahmen der Genderideologie hat sich das höchste Gremium der hiesigen kath. Kirche als nicht sehr richtungsweisend hervorgetan. Die Äußerungen der Päpste passen wohl nicht in das „freikatholische“ deutsche Konzept dieser Konferenz. Die erwähnte Äußerung des damaligen Vorsitzenden Bischof Lehmann sagt im Grunde alles aus.
    Hier geht es nicht um feiges Herumeiern und Drücken vor klaren Vorgaben. Hier geht es um jedes einzelne Leben. Hier geht es um strukturelle Tötungsmaschinerie, die der Staat durch entsprechende Gesetzgebung zugelassen hat. Hier geht es schlicht um die Kultur des Todes oder des Lebens. Die jetzigen gesetzlichen Regelungen lassen im Menschen das Bewusstsein zu, dass es erlaubt ist, bis zum 3. Monat Embryonen zu töten, also letztlich die Frau über Leben und Tod zu sein. Was nicht bestraft wird, ist erlaubt, im europäischen Ausland noch schlimmer.
    Die Ideologie des „Mein Bauch gehört mir“ ist bereits in alle Ritzen des menschenlichen Lebens eingedrungen. Mit schwindendem Glaubensleben schwindet naturgemäß auch die Achtung vor dem Leben. Das menschliche Leben ist immer weniger wert. Die Menschen setzen sich eher für den Naturschutz ein als für das menschliche Leben. Der Mensch definiert sich zunehmend als Leistungsträger. Wer nichts mehr leisten kann, ist nicht mehr so wichtig. Die Religion des Atheismus in Verbindung mit der Religion des Kapitals sind die Leitlinien des Menschen geworden.
    Frauen trauen sich hierzulande schon keine Kinder mehr zu bekommen, weil sie ihrer Karriere den Vorzug geben und weil nach wie vor die Unvereinbarkeit zwischen Arbeit und Kindern hier gegeben ist. Der Egoismus insbesondere der die Frau begleitenden Menschen, sich bloß nicht um ein Kind kümmern zu müssen, beeinflusst die schwangere Frau in ihrer Entscheidung gegen das Leben.

    In einer solchen Situation ist das Verhalten der DBK nicht sehr hilfreich und orientierungsgebend. Wenn nur einzelne Bischöfe sich voll für das Leben einsetzen, so ist das zu wenig. Verständnis haben für Frauen in Not und Hilfe anbieten ist die eine Seite, die andere Seite ist jedoch die von Gott gegebene Plficht des 5. Gebotes. Abtreibung ist mit dem Mord am Embryo gleichzusetzen . Hierbei ist nicht nur die Frau Täter und Opfer zugleich, die oft sogar in scheinbar auswegloser Situation ist, bestärkt oft durch das sündige Ablehnen der engsten Familienmitglieder (Wenn Du das Kind bekommst, verlasse ich Dich! Sie zu, wo Du bleibst, wenn Du nicht abtreibst usw.). Kein Wunder, hat der Begriff „Sünde“ kaum noch Platz in der Verkündigung der kath. Kirche in deutschen Landen. Wer den Begriff „Sünde“, die Entfernung von Gott nicht oder nur noch unzureichend verkündet, biedert sich, ob bewusst oder unbewusst, dem Relativismus der staatlichen Gesetzgebung an. Man nimmt Rücksichten auf politkorrekte Meinungsdiktatur, in der Gender und Abtreibung sich bereits voll eingenistet haben. Offensichtlich ist das Kirchensteuersystem eine Mitursache der geistlichen Lethargie, die diese Kirche mitunter befallen hat.

    Interessanterweise steht gerade die DBK für die Ökumene ein. Aber gerade hier in einem so wichtigen, nein, in dem wichtigsten Feld des Lebens ziehen sich 3 Diözesen aus der wahren Ökumene zurück. Sie scheint mehr dem evangelischen Jesus-Gedächtnis-Gedanken verpflichtet zu sein als dem Leben, welches Jesus selbst ist. Organisationen, die das Leben in dieser Form unterstützen, sind unterstützenswert. Dieses Verbot ist im Grunde ein geistliches Armutszeugnis.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*