Brief einer Lebensschützerin an die deutschen Bischöfe

Hochverehrte Herren Bischöfe und Weihbischöfe von Speyer, Augsburg und Freiburg!
Liebe Bischöfe, Weihbischöfe, hochgeschätzte Herren Kardinäle!

Verzeihen Sie – auf diese unkomplizierte und schnelle Weise – einige ganz kurze Anmerkungen einer Frau, die seit Jahrzehnten im Lebensschutz aktiv ist:
Nie hört man ein Lob von „höherer Seite“ für die Menschen, die ehrenamtlich sich für die Ungeborenen einsetzen, nie werden die anderen Christen ermutigt oder aufgefordert, sich diesen Gruppen anzuschließen, nie wird wertschätzend von den „Lebensrechtlern“ (oft sogar als „selbsternannte“ apostrophiert) gesprochen; nie wird ausdrücklich den Menschen gedankt, die die harte Straßenarbeit im Lebensschutz für die ungeborenen Kinder und deren Mütter machen.
Das einzige „Honorar“ der Ehrenamtlichen, das sie haben könnten, ist Wertschätzung und ausdrücklich und ehrlich gesprochenes Lob.
Hauptamtliche im Lebensschutz sind wichtig, sie bekommen aber auch ihr Gehalt als Anerkennung für ihre Arbeit!
Als Gymnasiallehrerin für Biologie und Katholische Religionslehre seit Studienzeit in München im Lebensschutz aktiv schließe ich mich der dringenden Bitte so vieler an:
Entsenden Sie Hirten – möglichst viele – zum Marsch für das Leben 2014 nach Berlin! Er ist ein grandioses Ereignis, das man selber erleben muss. Ein ungeheures Zeugnis! Es ist eben nicht eine Sache nur der Laien! Der aktive Lebenschutz ist eine genuin gesamtkirchliche und christliche Angelegenheit.
Ich bin auf dem Katholikentag in Regensburg verantwortlich für zwei gestaltete eucharistische Anbetungen zum Thema „Lebensrecht der Ungeborenen und Stärkung der Mütter“ (Do, 19-20 h und Fr. 22-23 h)
Als Mutter von sechs eigenen Kindern – als Studentin damals Mitglied der Würzburger Synode – immer praktizierende Katholikin, immer ehrenamtlich tätig z.B. bei Kolping, in kirchlichen Gremien auf allen Ebenen usw. blicke ich wie so viele Engagierte auf unsere Bischöfe und die Weihbischöfe:
Sie haben u.a. eine prophetische Aufgabe, ferner eine zeugnisgebende – nicht umsonst heißt sie martyria – und auch eine gemeinschaftsstiftende, ermutigende und stärkende, die ebenso wichtig ist.
Bitte sprechen Sie in Ihren Gremien mutig und innovativ darüber!
Gottes Segen und Dank für alle Mühe, allen Einsatz und alle Selbstverleugnung in Ihrem so wichtigen und anspruchsvollen Dienst!
Ihre ergebene

Dr.rer.nat. Christina Agerer-Kirchhoff

2. Vorsitzende ALfA Regionalverband München
Mitglied der ALM (Arbeitsgemeinschaft Lebensrecht München)
Vorsitzende der Kolpingsfamilie St. Martin München-Untermenzing

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6 Antworten auf Brief einer Lebensschützerin an die deutschen Bischöfe

  1. Eduard Werner sagt:

    Die Bischöfe haben offensichtlich Angst vor den Medien und auch vor den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wenn in 100 Jahren die Historiker rückschauend die Kirchengeschichte untersuchen, werden unsere Bischöfe nicht gut wegkommen. Heute sagen doch manche Bischöfe, sie würden sich für die Zurückhaltung der Bischöfe in der Zeit des Nationalsozialismus schämen. Damals war das Eintreten für Gottes Gebot aber lebensgefährlich. So weit ist es heute noch nicht. Trotzdem sträfliches Schweigen im Wald. Wir müssen für unsere Bischöfe dringend beten.

  2. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Nun, der Brief ist im Grunde eine einzige berechtigte Anklage respektvoll vorgebracht, gerichtet an die Bischöfe und letztlich auch an den Priester im Bischof. Während eine so mutige Frau wie Dr. Agerer-Kirchhoff an der Front für den Lebenskampf der ungeborenen Welt steht, haben und hatten wir Bischöfe , die bereit waren, Beratungsscheine für die Abtreibung innerhalb der kath. Kirche auszustellen und sich im Grunde damit geoutet hatten, dass Abtreibung in der Form der tödlichen Fristenregelung, die durch hiesigen Gesetzen ausgestaltet wurde, durch die Möglichkeit der Vergabe solcher Scheine den kirchlichen Segen gegeben haben, wenn nicht der damalige Papst konsequent eingeschritten wäre. Ein nachträgliches Lob für diesen Papst.

    Leider ist unsere bischöfliche Präsenz in Sachen Abtreibung, Gender und Islam wenig bekenntnisorientiert. Und ich denke, dass genau das Frau Dr. Agerer-Kirchhoff mit ihrem durchaus als Brandbrief zu verstehenden Inhalt ausdrücken wollte für die Sache, die ihr so am Herzen liegt. Selbstverständlich geht es ihr nicht um Eigenlob, sondern sie steht für Lob für die Sache. Und die kommt vonseiten der Mehrheit der Bischöfe zu kurz. Denn mit diesem öffentlichen Lob würde staatliches Handeln in Frage gestellt und das kann sich eine Kirchensteuerkirche nicht so gut leisten, wo doch alles in der veröffentlichten Meinung und in der Politik nach dem Recht der Frau auf Abtreibung, also Mord am eigenen Kind, schreit. Wer die ökumenische Lebensorganisation 1000plus/Pro Femina e.V- so niedermacht wie in diesen drei Bistümern geschehen, von dem ist nicht viel Gutes zu erwarten in Sachen Bekenntnis zu katholischen Grundwerten.
    Ich würde es sehr begrüßen, dass die Bischöfe sich hier in Deutschland einmal dazu herablassen könnten, die Sache des Lebensschutzes, die Sache der Genderablehnung und die Sache des Islam, hier auch einmal die gravierenden Unterschiede im Gottesbild, einmütig und zwar öffentlich in einfacher für das katholische Volk auch verstehbare Form zu klären. In manchen Sach- und Glaubensfragen habe ich den Eindruck, dass Schwammigkeit in der Form von „diplomatischer“ Vorgehensweise von dieser DBK bevorzugt wird. Ich habe den Eindruck, dass im Zuge der Aufweichung einiger Themenbereiche, die wir der Theologie des „verkündigten Jesus“, die keine eigen verantwortliche Sünde mehr zu kennen scheint, zu verdanken haben, dass die Bekenntnislosigkeit und somit die Feigheit fortschreitet.

    Das klare Bekenntnis zur Sündhaftigkeit der Abtreibung in diesem Fall täte gut. Und die Aussage, dass die Abtreibung vorsätzliche Tötung eines Menschen ist, wäre mit Sicherheit die schriftgemäße Aussage.

  3. Gertraud Neldner sagt:

    Dieser offene Brief an die Herren Bischöfe und Kardinäle war nötig und überfällig.
    Er zeigt sehr deutlich die Enttäuschung einer Frau, die sich engagiert, die ihre Zeit und Kraft und wohl so manchen Euro opfert, um ihrer Aufgabe, ungeborenes Leben zu retten, nachzukommen.

    Ich selbst bin auch Mitglied der ALfA, halt nur zahlendes Mitglied.
    Wieviel mehr tut diese Frau und mit ihr so viele andere.
    Ein Dank und endlich ehrliche Anerkennung von kirchlicher Seite wäre schon angebracht!

    • Michael Schneider-Flagmeyer sagt:

      Frau Dr. Agerer-Kirchhoff geht es – wie ich sie verstanden habe – nicht so sehr um persönliche Anerkennung im Sinne von Lohn, sondern um die Anerkennung und auch Unterstützung der Lebensschutzarbeit durch den gesamten Episkopat in Deutschland. Unser Lohn liegt im Himmel für uns bereit, nicht auf der Erde.
      Aber es ist ungeheuer deprimierend und manchmal auch sehr entmutigend, dass gerade von seiten des kirchlichen Amtes, der Mehrheit der Hirten, dieser Arbeit und Mühe im Weinberg des Herrn, bei der es um die Substanz des Glaubens geht nämlich um das Leben selbst, durch Leisetreterei so wenig beigesprungen wird.

      • Gertraud Neldner sagt:

        Es tut mir leid, vielleicht habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt.
        Es ging mir nicht um Lob und Anerkennung nur für Frau Agerer-Kirchhoff.
        Sie und alle waren gemeint, die sich beherzt für das Leben einsetzen und dabei so wenig Unterstützung erfahren.
        Dies möchte ich gerne richtigstellen.

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