Vier Bistümer erweisen der Caritas einen Bärendienst

Der Riss, der durch die Deutsche Bischofskonferenz geht, der aber von offizieller Seite stets bestritten wird, tritt an der Haltung verschiedener Bistümer zur privaten ökumenischen Lebensrechtsorganisation 1000plus/ProFemina e.V. wieder einmal offen zutage. Die Bistümer Augsburg, Speyer und Freiburg hatten den Gemeinden untersagt, Spenden für 1000plus zu sammeln. Ja, das Erzbistum Freiburg verstieg sich sogar dahingehend, dass man den Gemeindepfarrern mit Regressansprüchen drohte. Nun hat sich dieser Aktion auch das Bistum Rottenburg/Stuttgart angeschlossen, allerdings immerhin mit der Ausnahme, dass der Diözesanbischof Gebhard Fürst persönlich mit seiner Unterschrift dieses Vorgehen abzeichnete durch einen Brief an ProFemina. Näheres hierzu einschließlich des Briefes durch Anklicken der Seite 1000plus finden Sie auf:
kath.net/news/46187
Wichtig erscheint uns, dass die Deutsche Bischofskonferenz erst vor wenigen Wochen äußerte, dass sie die Aktion 1000plus „insgesamt positiv einschätzt und mit Sympathie begleitet.“   http://kath.net/news/45930
Warum aber nun diese Aktion der vier Bistümer, die doch offensichtlich im Gegensatz zu der Festsellung der Deutschen Bischofskonferenz steht? Um die Verwirrung innerhalb der Bischofskonferenz noch komplett zu machen, haben sich die Bistümer Eichstätt und Regensburg im Gegensatz zu den vier genannten FÜR eine Unterstützung von 1000plus ausgesprochen. Während der Rottenburger Weihbischof Renz sich ebenfalls unterstützend für 1000plus eingesetzt hat, hat der Rottenburger Bischof Fürst mit sehr merkwürdigen Argumenten sein Verbot der Unterstützung in seinem Brief gegenüber ProFemina erläutert. Er erklärte unter anderem, „dass, um Spendenmissbrauch zu vermeiden, nicht angemeldete Sammel- und Spendenaktionen innerhalb oder im Rahmen eines Gottesdienstes ohne vorherige Prüfung durch die zuständigen Stellen im Ordinariat (sic) und die Zustimmung des Bischofs nicht gestattet sind“.
Das ist doch eine sehr ungewöhnliche Erklärung, die jeder Praxis in jedem Bistum widerspricht. Bei einer solchen Praxis wäre ja auch jede Sonderkollekte für kirchliche Zwecke, besondere Spendensammlungen für einen mit der Pfarrei befreundeten Missionspriester etc. durch dieses aus Erfahrung sehr langwierige bürokratische Verhalten verunmöglicht.
Hinter dieser Auseinandersetzung innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz, die vor den Gläubigen ein sehr schlechtes Zeugnis abgibt, steckt in Wirklichkeit eine ganz andere Aktion, nämlich die der Deutschen Caritas, die in einem Mitte Mai aufgedeckten internen Schreiben großes Interesse daran zeigte, dass 1000plus keine Spendengelder mehr erhält. Offensichtlich wird dieser kleine, sehr effektiv arbeitende Verein als ein Konkurrenzunternehmen empfunden. Näheres dazu in dem oben angegebenen kath.net-Bericht. Es geht also mal wieder ums Geld.   http://kath.net/news/45898
Warum sich Bischof Fürst so ungewöhnlich entgegen der Feststellung der DBK bezüglich 1000plus aus dem Fenster lehnt, wird sicher auch erklärt durch die Tatsache, dass eine Rätin seines Ordinariats, Frau Irme Stetter-Karp, gleichzeitig auch Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbandes und sogar die Gender-Beauftragte der Deutschen Caritas ist. Vor wenigen Wochen war bekanntgeworden, dass der Caritasverband Spendengelder zweckentfremdet, um ein Institut für Gendermainstreaming innerhalb des Verbandes zu errichten, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass Papst Franziskus Gendermainstreaming als dämonisch bezeichnet hatte. Während man der lauteren Absicht von 1000plus zum Schutz der ungeborenen Kinder die kirchlichen Spenden in den vier Diözesen verweigert, duldet man gleichzeitig die Zweckentfremdung von Spendengeldern für die Armen zu Gendermainstreaming.
Dass dieses Verhalten innerhalb der Kirche deutlich zur Kenntnis genommen wird und auch nicht ohne Folgen für die Caritas bleiben kann, sollte eigentlich in den betroffenen Bistümern jedem klar sein. Hinzu kommt, dass vor gut einer Woche die Deutsche Bischofskonferenz beim Caritasverband deutlich angemahnt hatte, dass das katholische Profil der kirchlich sozial-caritativen Einrichtungen gesichert werden müsse. Dazu gehört sicher auch der Missbrauch von Spendengeldern der Caritas für Gendermainstreaming (die Auflösung der natürlichen Geschlechter), den Bischof Fürst in seinem Schreiben an ProFemina ja ausdrücklich vermeiden will. Siehe hierzu: http://kath.net/news/46087
Die vier genannten Bistümer haben ausser der Demonstration des Risses innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz dem Deutschen Caritasverband einen ausgesprochen schlechten Dienst erwiesen. Beabsichtigt hatten sie das Gegenteil.
Spenden für 1000plus/ProFemina kann man überweisen, wenn man in dem oben anklickbaren kath.net-Link der Seite 1000plus folgt.  http://kath.net/news/46187

Michael Schneider-Flagmeyer

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2 Antworten auf Vier Bistümer erweisen der Caritas einen Bärendienst

  1. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Der Caritasverband sollte einmal sein christliches Menschenbild überprüfen. Anderen eifersüchtig das Wasser abgraben ist schlechter Stil. Der Caritasverband sollte mit lauteren Mitteln die Christlichkeit hochhalten. Viele Dienstleistungen werden in Konkurrenz mit anderen sozialen Wirtschaftsunternehmen geführt.

    Früher war Caritas die uneigennützige organisierte Tat am Nächsten. Davon ist die geldverwöhnte Caritas weit enfernt. Durch solche Aktionen, der sich offenischtlich einige Bistümer vor den Karren spannen lassen, verliert der Caritaverband immer mehr an Zustimmung. Wer eifersüchtig auf Spenden schaut, hat sie meistens nicht verdient.

    Die Arbeit sollte überzeugen. Wenn aber bereits beim Caritas Genderideologien in Kindergärten Einzug halten darf, dann muss sich der Caritasverband fragen, ob er noch zu Recht eine kirchliche Einrichtung ist. Allerdings vermisse ich auch von den Bischöfen klare Richtlinien, die ich nur aus Rom höre, nicht von den deutschen Bischöfen. Da wird der Hund des Problems begraben sein.

    Insbesondere wird der Caritasverband mit kath. Kirche gleichgesetzt. Das ist mitunter nicht mehr erkennbar.

  2. Mathias Wagener sagt:

    Die Stellungnahme des württembergischen Bischofs ist schon sehr aufschlußreich. Es sind oft deutlich weit hergeholte Dinge angesprochen. Auch wird eine Art Werbung angemahnt.Der Bischof urteilte offensichtlich, ohne die Vereinigung überhaupt zu kennen. Mit Anfragen sei man an ihn herangetreten. Priester wüßten nicht, was zu tun sei. So war seitens des Bischofs auf die Genehmigung von Spenden hinzuweisen, was offenbar den Priestern nicht bekannt war. Man lese das Schreiben. Es sagt viel über den Bischof.

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