Wo Gott ausgeklammert wird, türmen sich die Probleme

Die wahrhaft Großen in der Kirche sind nicht die Würdenträger und Inhaber hoher Ämter, sondern die Heiligen. Wenn aber beides zusammenfällt, wie bei Johannes XXIII. und Johannes Paul II., erwächst daraus der Kirche und auch der säkularen Welt besonderer Segen. Wir denken bspw. an das Zweite Vatikanische Konzil und an den Untergang des atheistischen Kommunismus. Auch wenn die genannten Ereignisse nicht alle Erwartungen erfüllt haben, lag dies nicht an den Päpsten. Das Zweite Vatikanische Konzil ist noch nicht umgesetzt. Aber auch das Reformkonzil von Trient brauchte dazu Jahrzehnte. Das Verschwinden des Kommunismus hat neben größerer Freiheit auch einen ausufernden Kapitalismus gebracht, vor dem bereits Johannes Paul II. ausdrücklich gewarnt hat.
Wo Gott und seine Gebote aus der Gesellschaft ausgeklammert werden, türmen sich Probleme wie unübersteigbare Schuttberge auf, die dem menschlichen Machertum Grenzen setzen. Dabei sind den Verantwortlichen gelegentlich die Augen so gehalten, dass sie die größten Probleme nicht erkennen: So ist die viel diskutierte Energiewende nicht das Hauptproblem unserer Gesellschaft, sondern der Mangel an Kindern. Wenn jetzt Zeitungsüberschriften lauten „Schuften bis 70“ (Augsburger Allgemeine Zeitung 24.04.14), so ist das nur die Konsequenz einer rund 40jährigen Missachtung der demographischen Entwicklung. Unsere Politiker haben Ehe und Familie zumeist als ein gesellschaftliches Randproblem gesehen. Statt Ehe und kinderreiche Familien zu stützen und zu fördern, haben sie die Auflösung der Ehen erleichtert und sich dem destabilisierenden Druck der Medien gebeugt. Politiker haben sich in der Abtreibungsregelung und in der Embryonenforschung zu Herren über Leben und Tod gemacht und sind in der Wegwerfgesellschaft gelandet, in der es nur noch eine letzte Bastion gibt, die das Leben der kranken und alten Menschen schützt. Wie lange noch? Für aktive Sterbehilfe wird man auch wieder humanitär klingende Überschriften wie „Selbstbestimmter Tod“ oder „Beendigung unerträglicher Leiden“ ins Feld führen. Bei mehr Standfestigkeit der Politiker und größerem Engagement der Christen wären manche negativen Entwicklungen zu vermeiden gewesen. Gegen medienunterstützte Trends wieder Boden gut zu machen, ist ungleich schwieriger, aber nicht unmöglich. Es ist erstaunlich, doch es gibt auch heute noch Politiker, die mit Mut und Entschlossenheit selbst vor der Übermacht der Medien und internationaler Organisationen, wie der EU, nicht in die Knie gehen. Gemeint ist die ungarische Fidesz-Partei mit Ministerpräsident Orban, die 2011 Ungarn eine neue Verfassung gegeben hat, die Gott an den Anfang stellt und christliche Wertvorstellungen als Prinzip des politischen Handelns nennt. In dieser Verfassung werden als die wichtigsten gesellschaftlichen Stützen Familie und Nation bezeichnet. Es ist weiter bemerkenswert, dass Ministerpräsident Orban in den Aprilwahlen mit einer Zweidrittelmehrheit bestätigt wurde.
Wir feiern in diesem Junimonat das Pfingstfest mit dem Geist, der alles erneuern kann. Das war zuerst in der Jerusalemer Urkirche so. Es ist auch heute für diejenigen möglich, die sich vom Heiligen Geist leiten lassen. Ein frohes Pfingstfest!

Hubert Gindert

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