Wo bleibt die Aufsichtspflicht der Bischöfe? – Ein Gastkommentar von Ansgar Kneißl

Etwa 24 Millionen Mitglieder der katholischen Kirche in Deutschland leben in 27 Diözesen oder Erzdiözesen, die von 65 Weihbischöfen, Bischöfen, Erzbischöfen und Kardinälen geleitet werden.( aus Zahlen und Fakten 2012/13 der DBK)
Gehen wir etwas ins Detail:
740.000 Jugendliche sind entweder in der `Katholischen jungen Gemeinde` oder im Bund der Deutschen Katholischen Jugend zusammengeschlossen. Dies kann zur Folge haben, dass unterschiedliche Auffassungen, die nicht immer katholisch sind , eingebracht und öffentlich verbreitet werden. Welche Verantwortung tragen die Bischöfe? Werden Sie dieser gerecht?
Der KjG-Skandal bekommt eine neue Dimension: Pfarrer Carsten Leinhäuser, Ministranten-Seelsorger im Bistum Speyer, hetzt gegen die Kritiker von KjG.
Wenn diese Jugendlichen den heutigen aggressiven Einflüssen von Verführern aus der satanischen Fraktion ausgesetzt werden, kann ohne Gegensteuerung, das von Christus vorgegebene Ziel nicht erreichbar sein. http://www.kath.net/news/46354
Es gab und gibt beispielhaftes Verhalten einzelner Bischöfe.
Um 1983 hat der wachsame und mutige Fuldaer Bischof Dyba Druck auf die KjG ausgeübt, um den Verkauf des roten Songbuchs , das gegen den kath. Glauben gerichtet war, zu unterbinden. Dagegen hat Bischof Lehmann sein Entgegenkommen signalisiert und dadurch Sympathien gesammelt.
Weitere Ausrutscher blieben nicht aus. Es gab mehrere Vorwarnungen, so dass niemand überrascht sein konnte, wenn im Juni 2014 kath.net meldet: “Der Abtreibungsskandal bei der `Katholischen jungen Gemeinde“. http://www.kath.net/news/46275
http://www.kath.net/news/46331
Nachdem der Bischof bzw. die Bischofskonferenz vorgewarnt waren, hätte Wachsamkeit und Mut seitens der Bischofskonferenz ausgereicht, diesen Skandal zu verhindern!
Mancher deutsche Bischof hat nicht nur im Schatten geboxt, sondern im Licht Volltreffer gelandet, die von der Weltkirche mit Mühe weggesteckt wurden. Andere Bischöfe scheinen die weltliche „Klugheit“ “Nichts sehen, Nichts hören , Nichts sprechen“ eher als Leitfaden zu nehmen als die bischöflichen Eigenschaften wie Demut, Einigkeit, Ehrlichkeit, Mut und Gottesfurcht, Einfachheit des Lebens statt Prunk.
Zum besseren Verständnis dieser Ausführungen kurz zu meiner Person:
Nachdem ich 10 Monate vor dem Einmarsch der Amerikaner in Landsberg/Lech beim Jungvolk, ausgerüstet mit einem HJ-Dolch, aktiviert wurde, bin ich 1946 der kath. Jugend beigetreten. Gruppenstunden, Gottesdienste, waren wöchentlicher Auftrag. Zeltlager in den Bergen und am See sorgten für Romantik. Diese Erlebnisse, zuzüglich meiner Tätigkeit als Ministrant und Organist wurden das Fundament für mein weiteres Leben.
Die Erfahrungen in den unterschiedlichen Gruppen bestätigen mir, dass Jugendarbeit ohne eine an der kirchlichen Lehre ausgerichtete Führung aus dem Ruder laufen wird. Zielorientiertes Handeln, mit begleitender Führung muss die Devise sein.

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4 Antworten auf Wo bleibt die Aufsichtspflicht der Bischöfe? – Ein Gastkommentar von Ansgar Kneißl

  1. Johannes sagt:

    Man darf doch wohl annehmen, dass die KjG im Auftrag bzw. mit Billigung der deutschen Bischöfe tätig ist, denn von dort erhält sie ja ihr Geld und die Berechtigung, den Namen „katholisch“ zu führen. In der „Arbeitshilfe zur Sexualpädagogik“ der KjG nun wird Sexualität wie folgt definiert: „Sexualität ist für uns das körperliche und psychische Verlangen nach sexueller Befriedigung.“ Dass Sexualität etwas mit Hingabe oder mit der Weitergabe des Lebens zu tun hat, wird nicht thematisiert. Ein Bezug zu Gott, zur Schöpfungsordnung, in welche auch die Sexualität eingebettet ist, fehlt in diesem Papier ebenfalls.
    Ist es falsch, wenn ich behaupte: „Mit Billigung der Bischöfe wird die katholische Jugend zur Sünde verführt.“ Der ideologische Hintergrund dieser Abartigkeiten der KjG sind wahrscheinlich die gesellschaftsverändernden Thesen von Wilhelm Reich, Helmut Kentler, Rüdiger Lautmann usw., die ihre Chance zur Zerstörung der traditionellen Familie in der frühestmöglichen Sexualisierung der Kinder sahen. Diese Aussage hat nichts mit Hasstiraden zu tun, sie ist lediglich die Feststellung, dass die KjG mit der katholischen Kirche nichts gemein hat. Wir können uns gerne zum Kegeln oder Pizzaessen treffen, aber die KjG sollte sich in EjG umbenennen, denn in der evangelischen Kirche hat sie ihr eigentliches Heimatrecht. Der KjG möchte man empfehlen, das Werk des britischen Anthropologen James Dobson Unwin (Sex and Culture, 1934) zu studieren, der die ausnahmelose Regel nachwies, dass das kulturelle Niveau einer jeweiligen Gesellschaft desto höher reiche und überhaupt Gottesverehrung praktiziert werde, je größer die sexuelle Beschränkung sei.

  2. Marc sagt:

    Was wird im Firmunterricht eigentlich den getauften Kommunionkindern erzählt wenn es zu solchen Exzessen kommt?

  3. Eduard Werner sagt:

    Zur Vernachlässigung der Aufsichtspflicht der Bischöfe passt, dass sie auch geschwiegen haben, als der SPD- Politiker Schulz im Europa-Wahlkampf die Entfernung der Kreuze im öffentlichen Raum forderte. Statt für den Verbleib der Kreuze einzutreten, sollen sie dem so genannten ZdK erlaubt haben, Frau Dr. Leuthäuser-Schnarrenberger zum Regensburger Katholikentag einzuladen, wo sie die Gelegenheit wahrnahm, wiederum die Entfernung der Kreuze zu fordern. Da diese Dame zur Humanistischen Union gehört, wusste man doch vorher, was sie auf dem Katholikentag vertreten wird. Also auch hier kein Eintreten für das Kreuz aus Feigheit?
    Die Apostel überwanden nach dem Pfingstereignis ihre Feigheit und nahmen lieber den Tod an, anstatt das Kreuz zu verleugnen. Allen Bischöfen (wie uns allen) steht es in der Nachfolge gut an, dem Beispiel der Apostel zu folgen und das Kreuz bis zu unserem eigenen Leiden zu verteidigen.
    Mario von Galli rief auf dem Stuttgarter Katholikentag 1964 leidenschaftlich aus: „Schafft mir das Kreuz nicht aus der Welt, sonst werdet ihr Tempel schaffen und sie werden euer Fluch sein!“
    Was für ein Kontrast zu heute! Genau (nur) ein halbes Jahrhundert liegt dazwischen.

  4. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Machen wir uns mal nichts vor. Katholische Werte müssen gelebt werden. Die Vorbildfunktion fehlt weitgehend. Das Interesse an der Eucharistie ist vornehmlich noch bei den älteren und alten Christen vorhanden. Sie sind noch mehr in der Lehre der Kiiche aufgewachsen. Jesus wurde vom Lehrer zum Kumpel, der nichts krumm nimmt, und die jungen Leute hatten natürlich nichts besseres zu tun, als jeglichem Gottesdienst fernzubleiben, um die christliche Freiheit dann auch nach außen hin demonstrieren zu können, denn das hätte ja im Freundeskreis altmodisch angesehen werden können. Traditionen waren schlecht, nur der Besessenheitswahn des „Neuen“ der „Reform“, die in Beliebigkeit mündete, wurde gepflegt und die DBK hat nichts dagegen unternommen. Den Religionsunterricht in der Schule haben immer mehr Personen durchgeführt, die meist romfeindlich, dafür aber zeitgeitstfreundlich waren. Den jungen Leuten ist hier absolut kein Vorwurf zu machen, den Funktionären der Amtskriche, die immer weniger zum Glauben der Kirche standen, schon. Sie sind ihrer Aufgabe, junge Seelen zu formen, kaum nachgekommen. Die Seele will regelmäßig geformt werden, damit sie mit Werten gefüttert wird. Die Seele will mit Jesus regelmäßig in Kontakt bleiben, sonst droht die Entfremdung. Wer da meint, Jesus nacheifern und sich gleichzeitig in Sachen Abtreibung, Gender und Porno dem Zeitgeist anbiedern zu können, irrt. Wenn dann Herr Leinhäuser so scharf gegen Kritiker zu Felde zieht, meint er, die katholische Weisheit alleine für sich gepachtet zu haben. Kritiker sind keine Heiligen und wollen es auch nicht sein. Sie sind Gläubige, die versuchen, mehr Substanz in den kath. Glauben wieder einführen zu können. Dabei können Traditionen hilfreich zur Seite stehen. Anstatt mit der Kritik sachlich umzugehen und nicht nur Fehler beim Kritiker zu suchen, sondern auch bei sich selbst, holt er zum Rundumschlag nach dem Motto aus, dass immer andere auf dem Irrweg seien. Er unterstellt den Kritikern Selbstgerechtigkeit. Dann wird derselbe Herr Leinhäuser dann auch Jesus selbst Selbstgerechtigkeit vorwerfen müssen, wenn er Kritik an Pharisäern übt oder die Tempelreinigung vollzieht.
    Es geht doch nur einzig und allein darum, einen gemeinsamen Weg zu Jesus durch kath. Kirche zu finden, der gangbar ist. Und 2 000 Jahre Tradition stehen nicht wie Steine im Weg, sondern sie können, wenn sie mit Leben erfüllt werden am besten zu Jesus hinführen helfen. Gebete und Riten, die unsere Glaubensvorfahren gesprochen und gelebt haben, sind nicht die schlechteste Wahl, zum kath. Glauben in seiner Substanz zurückzufinden. Dabei ist selbstverständlich auch Kritisches zum Traditionellen zu vermerken , z. B. die Unart, Selbstmörder außerhalb des Friedhofs zu beerdigen. Das z. B. war ein Horrormaßnahme, die die Menschen, die dies taten, zum Herrn über das jenseitige Leben und Tod zu machen.
    Zumindest haben es die meisten Traditionen verdient, respektiert und nicht in Bausch und Bogen als rückständig gebrandmarkt zu werden. Altes kann wieder in neuem Licht erscheinen. Wir hören ständig etwas von Reform und Aufbruch und von „Auf den Weg“ machen und solche Schimären, als ob das „Sich Auf den Weg machen“ schon katholisch wäre. Wir müssen doch erstmal wissen, welchen Weg wir am besten zu Jesus beschreiten wollen. Die jungen Leute wissen doch nicht einmal annähernd, was katholische Inhalte sind, um dann entscheiden zu können, was Jesus uns in der kath. Kirche sagen will. Die erschreckende Unkenntnis der Glaubenssubstanz ist es, die die Kirchen leer bleiben lässt insbesondere von jungen Leuten. Nach dem Ministrantendienst sind die meisten von ihnen von der Bildfläche verschwunden. Das ist Fakt, leider. Die Kirche (und damit wir alle, nicht nur die Amtskirche, denn wir alle sind Kirche) schafft es ja noch nicht einmal, Ministranten auf dem katholischen Weg zu halten, geschweige denn die kirchenfernen Jugendlichen.
    Es geht nicht um Abschlachten der KjG, sondern um das Füllen mit kath. Substanz.

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