Hoffnungsträger

Am 24. Mai 2014 wurde Stefan Oster im Passauer Dom zum Bischof geweiht. Er erinnert mit seiner Jugendlichkeit, Spontanität und seiner Sportlichkeit an den jungen Don Bosco, dessen Gemeinschaft er angehört. Stefan Oster war, wie selten ein Bischof vor ihm, selbst von kritischen Medien mit Sympathie vorgestellt worden. Der neue Bischof ist nicht nur Nachfolger von Bischof Schraml. Er gilt bei den Katholiken der Diözese Passau und darüber hinaus als Hoffnungsträger.
Wenn Hoffnungsträger gesucht werden, hängt das mit der besonderen Situation der Kirche in Deutschland zusammen. Sie ist in einer Krise, wie das vor kurzem Bischof Algermissen von Fulda festgestellt hat.
Die Wahl von Stefan Oster zum Bischof wie die seines Namenspatrons-Vetter Stephan Burger zum Erzbischof von Freiburg zeigt, dass die katholische Kirche in Deutschland noch über Personalreserven verfügt. Es geht darum, sie zu finden. Auch Stefan Oster war vor seiner Ernennung zum Bischof wie sein Mitbruder Stephan Burger nur einem kleinen Kreis bekannt. Neben beiden können wir an weitere Bischofsernennungen der letzten Zeit denken, z.B. an die des neuen Bischofs von Regensburg. Die katholische Kirche in Deutschland hat zudem herausragende Personen, die ihren Dienst in der Universalkirche in Rom verrichten, wie der Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller, Paul Kardinal Cordes oder der Sekretär des Papstes Erzbischof Georg Gänswein.
In den neuen Passauer Bischof sowie in seinen Freiburger Mitbruder werden große und, je nach eigenem Standort unterschiedliche Erwartungen hineinprojeziert. Entscheidend ist aber, wie ein neuer Bischof dem Auftrag gerecht wird, der sich an einen Bischof richtet.
Wie sieht dieser Auftrag aus? Das Zweite Vatikanische Konzil und der Katechismus der Katholischen Kirche beschreiben diese Aufgaben:
„Als Stellvertreter Christi hat jeder das Hirtenamt über die ihm anvertraute Teilkirche inne. Gleichzeitig aber obliegt ihm die Sorge für die Teilkirchen (Ziff.1560). Mit den Priestern, ihren Mitarbeitern, haben die Bischöfe als ,erste Aufgabe die frohe Botschaft zu verkünden, wie der Herr befohlen hat‘ “ (Ziff.888). Das Konzil betont, dass dies immer in der Einheit mit dem Papst geschehen muss.
Damit Bischöfe nicht von der Last der Aufgaben erdrückt werden, insbesondere, wenn sie notwendige Reformen einleiten und vorraussehbar auf Widerstand innerhalb und außerhalb der Kiirche stoßen, brauchen sie die loyale und tatkräftige Mithilfe der gläubigen Katholiken, die in der Bedrängnis ihre Stimme erheben, in Talkrunden, in Leserbriefen und überall dort, wo Meinung entsteht.
Bischöfe haben zudem das nötig, um was Papst Franzikus am 11. Mai, dem Welttag für die Priesterberufungen, die Gläubigen gebeten hat: „Euch bitte ich darum, uns dabei zu helfen, gute Hirten zu sein.“
Papst Franziskus erläuterte, was er meinte, mit einem Bild, das der Kirchenvater Caesarius von Arles aus den ersten Jahrhunderten der Kirche benutzt. Dann sagte der Papst: „Ich bitte euch darum, den Hirten lästig zu sein, sie und alle Hirten zu stören, damit wir euch die Milch der Gnade, der Lehre und der Führung geben können. Stört!“
Greifen wir das Wort des Papstes auf!

Hubert Gindert

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Eine Antwort auf Hoffnungsträger

  1. Markus sagt:

    Mein Hoffnungsträger ist Matthias Matussek mit seinem „katholischen Abenteuer“ 😉

    http://www.randomhouse.de/SPECIAL_zu_Matthias_Matussek_Das_katholische_Abenteuer/aid29227.rhd

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