Orden in der Krise

Dass manche der traditionsreichen katholischen Orden und Klöster mit großer Vergangenheit nicht nur in der Krise sind, sondern gar sich meilenweit von der Kirche und christlichen Grundpositionen – von katholisch gar nicht mehr zu reden – entfernt haben, hat sich schon seit vielen Jahren herumgesprochen.
Nun haben die Benediktiner des Stiftes Melk in Österreich dem allen die Krone aufgesetzt. Sie luden den im Jahre 2005 auf der Kirche ausgetretenen Expriester und supendierten Paderborner Theologen Eugen Drewermann für das Monatssalär eines Ministers zu den Jahresexerzitien vom 29.Juni bis 2.Juli 2014 in die Benediktinerabtei St. Lambrecht ein.     http://www.kath.net/news/46691
Wir erinnern uns noch gut, dass Drewermann durch die Lande zog und die Katholiken zum Austreten aus der Kirche animierte. In seinem Buch über die Priester schrieb er, dass, wenn eine erfahrene, verheiratete Frau einen Priester an die Hand nähme und ihn in die praktische Sexualität einführte dieses „wie der Duft einer erblühenden Rose in einem Frühlingsgarten“ sei.
Dass es sich hierbei um die Aufforderung eines Priesters und Theologielehrers an seine Mitbrüder zum Ehebruch und zum Zölibatsbruch handelte und somit keineswegs um Rosenduft sondern um den Gestank von faulen Fischen, fiel einem großen Teil des Klerus und der Theologen nicht auf. Den Evangelisten Matthäus nannte Drewerman einen Lügner. Lediglich seinem Erzbischof, Joachim Kardinal Degenhardt, reichte es und er ging entschieden gegen Drewermann vor, der sich später zum Buddhismus bekannte. Der Kardinal stand alleine an dieser Front und KEINER seiner Mitbrüder sprang ihm öffentlich bei. Im Gegenteil! Damals sagte Bischof Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bichofskonferenz im Fernsehen: Hier rasten zwei D-Züge aufeinander zu, und keiner riefe „Stopp“. Das muss man sich noch einmal sehr genau überlegen. Ein Bischof supendiert einen geistlich völlig aus den Fugen geratenen Priester und Theologen und der Vorsitzende der Bischofskonferenz, von dem man hätte erwarten müssen, dass er mit allen seinen Mitbrüdern sich hinter den Paderborner Erzbischof gestellt hätte, vergleicht den Häretiker und Abtrünnigen sowie dessen Bischof mit zwei sozusagen „gleichberechtigten“ D-Zügen, die aufeinander zurasen.
Schon damals wurde die Krise der deutschen Teilkirche für jedermann sichtbar. Dass ausgerechntet die Benediktiner des Stiftes Melk diesen Mann nun zu den Jahresexerzitien einladen, macht uns deutlich, wie weit die geistliche Krise in der deutschsprachigen Kirche und in manchen ihrer Orden inzwischen gediehen ist.
So bleibt uns nur noch festzustellen, dass in diesem „Benediktiner-Stift“ kein junger katholischer Mann mehr etwas verloren hat!

Michael Schneider-Flagmeyer

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2 Antworten auf Orden in der Krise

  1. Max Mahlzahl sagt:

    Als der Erzbischof von Paderborn bei Drewermann die „Reißleine“ zog, war er noch kein Kardinal.
    (Vielleicht wurde er aber deswegen einer…)

  2. Eduard Werner sagt:

    Dieser Vorgang in der Abtei Melk ist zeichenhaft für den Niedergang Europas und natürlich auch für den dramatischen Niedergang der Kirche in den deutschsprachigen Ländern. „Ein Baum, der keine Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“ Was aber geschieht mit einem Baum, der giftige Früchte bringt?

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