Christsein in einer globalisierten Welt – eine Buchbesprechung von Eduard Werner

Vladimir Palko (Die Löwen kommen) beschreibt, wie durch das Versagen der „Eliten“ die westliche Zivilisation verwilderte und geistig verelendete. Hans-Jochim Hahn und Lutz Simon beschreiben den zu erwartenden „Höllensturz“der westlichen Zivilisation (Olzog-Verlag). Und Luis Antonio Kardinal Tagle stellt uns nun mit diesem Buch die ideale christliche Gemeinschaft vor, die auf die unchristliche Welt missionierend wirken soll. Wäre das die Lösung der weltweiten Krise? Das Buch trägt in der philippinisch-amerikanischen Originalausgabe den viel treffenderen Titel „Easter People“ , weil Ostern die einzige Hoffnung darstellt. Der Autor geht von der vorbildlichen Gemeinschaft der Urkirche in Jerusalem aus. In einer weithin trostlosen Welt der untergehenden Antike zeigten Mönche und Nonnen, wie man in einer geordneten Gemeinschaft sein Leben auf Gott hin ausrichten kann. Daraus ist in Europa eine Hochkultur entstanden, die auch außerhalb des Christentums prägend wirkte. Heute sind christliche Verhaltensnormen – durch die totale Globalisierung begünstigt – der Gier nach Geld und Sex weithin zum Opfer gefallen. Die Welt wird aber bald zur Umkehr gezwungen sein. Die Orientierung kann dann nur von einem authentisch gelebten Christentum kommen. Tagle weist auf die Wurzeln des Christentums hin. Seine Option für die Armen formulierte er schon, als  Johannes Paul II. noch Papst war und noch niemand an Papst Franziskus dachte. Der Gedanke drängt sich auf, dass authentisch christliche Gemeinschaften erst dann wieder als Vorbilder beachtet werden, wenn die derzeit noch vorherrschenden Götzen total abgewirtschaftet haben und die Menschen sich dessen bewusst werden. Das dürfte wohl schmerzlich werden.
Luis Antonio Tagle:
„Glaube, Liebe, Hoffnung. Vom Christsein in einer globalisierten Welt“
Fe-Medienverlag, Kisslegg 2014, ISBN 978-86357-081-1, Seiten: 201, Euro 13,20, hardcover

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3 Antworten auf Christsein in einer globalisierten Welt – eine Buchbesprechung von Eduard Werner

  1. Eduard Werner sagt:

    Sehr geehrter Herr Wagener!
    Katholische Laienvertreter wie Ministerpräsident Kretschmann, Regierungen und „Christen“, die zur Massen-Abtreibung von unschuldigen Kindern und zu Gender in den baden-württembergischen Schulplänen usw. schweigen, statt dagegen Stellung zu beziehen, dürfen sich zwar christlich nennen – aber authentisch ist das nicht. Das ist Etikettenschwindel! Ich habe am 28. Juni 2014 in Stuttgart gegen diese verwerflichen Unterrichtspläne protestiert. Einen katholischen Bischof oder einen evangelischen Bischof habe ich dort nicht gesehen. Allerdings einen Moslem von der dortigen Moschee, der sagte „so lassen wir unsere Kinder in der Schule nicht kaputtmachen.“
    Herr Wagener, kennen Sie die Bibelstelle aus dem Matthäus-Evangelium: „Wer an einem der Kleinen, die an mich glauben, ein Ärgernis gibt, dem wäre es besser ihm würde ein Mühlstein um den Hals gehängt und er würde in die Tiefe des Meeres versenkt.“ – In den Augen vieler Nichtchristen erscheinen gar manche Frevel als durchaus übliche christliche Untaten. Und mancher Wähler dieser Stuttgarter Regierung hält sich für einen Christen. Sehen Sie immer noch keinen Unterschied zwischen echten und wahrlich unechten Christen ?

    • Mathias Wagener sagt:

      Sehr geehrter Herr Werner,
      das ist mir doch alles bekannt. Ich störe mich an dem Begriff „authentische christliche Gemeinschaften“, weil ich nicht weiß, was das sein soll. Meinen Sie, dass wir eine „christliche Gemeinschaft“ sind ?

  2. Mathias Wagener sagt:

    „Authentisch christliche Gemeinschaften“ ? Wer soll denn das sein ? Der Begriff stört mich. Ich kann damit nichts anfangen. Vom Perfektionismus sollten wir auch Abstand nehmen.

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