Quo vadis EKD?

Heute am 21. August 2014 wurde gemeldet, dass in Hamburg in Zukunft an staatlichen Schulen der evangelische Religionsunterricht auch von muslimischen, alevitischen und jüdischen Pädagogen erteilt werden kann.
http://www.kath.net/news/47241
Das habe, so wird berichtet, am Montag eine gemischte Kommission mit Vertretern aus Schulbehörde und Relgionsgemeinschaften so entschieden. Die katholische Kirche, so die Meldung, wird sich daran nicht beteiligen. Man traut kaum seinen Augen ob dieser Meldung. In drei Jahren will die EKD groß des 500jähriger Reformationsjubiläum feiern. Was will man da eigentlich feiern? Die Frage stellt sich immer ernsthafter. Dass der Abstand zur EKD immer größer wird, hat selbst Kardinal Kasper, der emeritierte Ökumeneminister des Heiligen Stuhls öffentlich festgestellt. Hatte er sich doch in seiner Amtszeit mit großem Einsatz für die Ökumene gerade mit den Evangelischen engagiert. Aber Kardinal Kasper hatte auch schon vor Jahren in Stuttgart darauf hingewiesen, dass wir Katholiken es bei den reformatorichen Kirchen und Gemeinschaften nicht mit der weltweit gesehenen kleinen EKD zu tun haben, sondern mit ca. 650 Millionen evangelikalen Christen, von denen sicher keiner auf die Idee kommen würde, das Hamburger Projekt zu unterstützen, sondern jeder dort würde heftigen Widerstand dagegen leisten. So ist es auch nicht denkbar, dass die bekennenden evangelischen Gemeinden in Deutschland hierzu schweigen werden.
Gibt es denn in der Leitung der EKD wirklich jemanden, der glaubt, dass ein muslimischer Lehrer das evangelisch-christliche Bekenntnis der deutschen Jugend vermitteln wird? So naiv kann doch selbst in der Leitung der EKD niemand sein. Was also steckt dahinter, dass die EKD so etwas hinnimmt? Jedenfalls wird mit einem solchen Schritt, der vom reformatorischen Bekenntnis nun wirklich nichts mehr übrig lässt und das Wort „sola scriptura“ ad absurdum führt, der endgültige Schritt in die Säkularisierung bzw. der Kapitulation vor den anderen nichtchristlichen Religionen vollzogen. Den muslimischen Lehrer möchte wir doch mal sehen, der in seinem Unterricht den christlichen Glauben lehrt. Und mit dem breiten Einverständnis in der evangelischen Kirche zu dem Hamburger Beschluss wäre die Ökumene mit Katholiken und Orthodoxen nun wirklich so gut wie am Ende.
Bleibt also nur zu hoffen, dass sich in der EKD die bekennenden Christen doch noch durchsetzen und den Hamburger Plänen entschiedenen Widerstand entgegen setzen.

Michael Schneider-Flagmeyer

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3 Antworten auf Quo vadis EKD?

  1. K Gaßmann sagt:

    Ist das nicht Relativismus, vor dem uns Benedikt XVI. als größte Gefahr des Glaubens gewarnt hat ?

    • Mathias Wagener sagt:

      Das ist schon mehr als Relativismus, das ist Aufgabe des eigenen Glaubens. Anders kann ich das nicht mehr sehen.

  2. Mathias Wagener sagt:

    Diese unheilvolle Entwicklung bei den Evangelischen führt uns doch immer weiter auseinander. Die Selbstaufgabe durch die Leitung der Evangelischen ist wohl kaum noch reparabel.

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