Setzt dem Machertum eine Grenze

Die Story kommt uns bekannt vor. Wir erinnern uns noch an die Einführung der geltenden Abtreibungsregelung. Damals wurde von schwangeren Frauen in „unzumutbaren Situationen“ hierzulande berichtet, von Frauen, die zur Abtreibung gezwungen wären, aber dies wegen der strengen deutschen Regelung nicht könnten und die auch aufgrund der fehlenden Mittel nicht in Länder mit liberalerer Regelung wie Holland, fahren könnten und deswegen auf „Engelmacher“ zurückgreifen müssten. Das Problem wurde auch zahlenmäßig aufgeblasen, um ihm zusätzliches Gewicht zu geben. Die dann beschlossene Abtreibungsregelung mit Scheinberatung hat nicht dazu geführt, dass die Abtreibungszahlen zurückgingen, sondern dass sie die heutige Dimension erreicht haben: Jeden Werktag werden rund 1000 ungeborene Kinder getötet. Der eigentliche Skandal, dass ein ungeborener hilfloser Mensch im Mutterleib getötet wird, wurde stets, soweit wie möglich, unter dem Deckel gehalten.
Heute stehen wir vor einer ähnlich geführten Debatte. Es geht um die gesetzlich geregelte Zulassung der Leihmutterschaft. „Knapp zwei Millionen. Paare bleiben in Deutschland ungewollt kinderlos. Für manche von ihnen ist der Ausweg eine Leihmutterschaft, die hierzulande verboten, in anderen Ländern aber erlaubt ist. Die Behörden stellt das vor rechtliche Probleme“ schreibt die Augsburger Allgemeine Zeitung vom 11.12. 2012. Dann folgt in derselben Ausgabe unter der Überschrift „Der Bauch einer anderen Frau“ eine gefühlvoll-emotional aufgeladene Geschichte von einem Elternpaar, das kinderlos war, weil der Frau aufgrund von Krebs die Gebärmutter, nicht aber die Eierstöcke entfernt wurden. Das Paar ging dann nach Kalifornien, wo sie eine Leihmutter fanden, die sich befruchtete Eier, die von den Wunscheltern stammten, implantieren ließ, und das Kind austrug. Die Leihmutter bekam dafür 20.000,– Dollar. Insgesamt hatte das Paar 100.000,– Dollar zu bezahlen. Nun gibt es ein rechtliches Problem einer solchen Leihmutterschaft: „Das Embryonenschutzgesetz stellt die missbräuchliche Anwendung von Fortpflanzungstechniken unter Strafe. Dazu zählt die künstliche Übertragung eines Embryos auf eine Leihmutter. Auch die Vermittlung von Leihmüttern ist nicht erlaubt. Ärzten droht bei Zuwiderhandlung eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Die Leihmutter sowie die Wunscheltern werden nicht bestraft. § 1591 des Bürgerlichen Gesetzbuches besagt, dass die Mutter eines Kindes die Frau ist, die es geboren hat“. (AZ) Der Reformwunsch sieht vor, dass das deutsche Embryonenschutzgesetz aufgeweicht wird. Dem soll auch mit der geschätzten (!) Zahl von rund 1500 deutschen Paaren, die ihr Kind im Ausland mit Hilfe von Leihmüttern zur Welt bringen, nachgeholfen werden. Bei angeblich zwei Millionen ungewollt kinderloser Paare steht hinter der Leihmutterschaft ein gigantisches Geschäft, wenn wir berücksichtigen, dass nach dem Zeitungsbericht das vorgestellte Paar dafür 100.000,– Dollar hingeblättert hat. Aber es gibt noch einen wichtigeren Aspekt, nämlich den ethischen. Gibt es ein Recht auf ein Kind? Darf der Kinderwunsch mit allen zur Verfügung stehenden Reproduktionstechniken und medizinischen Möglichkeiten durchgesetzt werden? Darf der Mensch wie bei der Leihmutterschaft zum Produkt gemacht und kommerzialisiert werden? Nicht einmal im Bereich der materiellen Umwelt ist alles erlaubt, was machbar ist. Wir stehen in einer Epoche der Abkehr von der Atomin­dustrie, weil die Risiken der Endlagerung als nicht beherrschbar angesehen werden. Beim Menschen soll aber nach den Vorstellungen bestimmter Kreise, ohne Rücksicht auf die menschliche Würde der Kinder alles erlaubt sein. Wehret den Anfängen!
Hubert Gindert

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