Fragwürdige Beiträge im missio magazin

Das missio magazin Nr.5 /14 ist zwar sehr gut gemacht. Es hat aber zwei Knackpunkte, die mich sehr stören. Musste der süffisante Humor von Dieter Nuhr in dieses Magazin unbedingt aufgenommen werden? Seinen Spott über die frühen Päpste und ihre angebliche Frauenfeindlichkeit halte ich in einer Missionszeitschrift für entbehrlich. Der alte Präsident Busch hätte seinen Sohn George W. Busch in seiner „alttestamentlichen Bibelfestigkeit nach biblischer Sitte“ opfern sollen, damit die Welt heute besser aussehen würde. Und was Rupert Neudeck über die „Kreuzzügler“ zu sagen weiß, entspricht dem ganz und gar unhistorischen Klischee der Kirchenspalter und Aufklärer. Schließlich haben Moslems schon lange vor den Kreuzzügen ganz Europa bedroht. Der Verteidigungscharakter der Kreuzzüge kommt hier nicht zum Ausdruck. Die Grausamkeiten von Otranto und die Bubenlese der Moslems auf dem Balkan haben bis heute eine ununterbrochene Tradition in veränderter Form bis zu Boko Haram in Westafrika. Ohne die Kreuzzüge hätte es in Europa keine Renaissance gegeben. Ganz Europa wäre mit grausamer Gewalt moslemisch gemacht worden. Historiker vergleichen die europäische Abwehr der Moslems durch die Jahrhunderte sogar mit den altgriechischen Abwehrkämpfen gegen die Perser. Nur auf diese Weise konnte uns die griechische Kultur erhalten bleiben. Oder wäre ein Untergang Griechenlands mit seiner hohen Kultur nicht bedauerlich gewesen? Diese hier angeführten Perspektiven von Dieter Nuhr und Rupert Neudeck finde ich in einer Missionszeitschrift schon absonderlich.
Als Kind habe ich in meinem Heimatdorf mit Begeisterung die Blätter des Ludwig-Missions- vereins ausgetragen. Auch deshalb bedauere ich die Auslassungen der beiden Gastkommentatoren sehr.

Dr. Eduard Werner

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4 Antworten auf Fragwürdige Beiträge im missio magazin

  1. Ralf Vormbaum sagt:

    Es ist leider auch innerhalb der Kirche schick geworden, mit einer zwar völlig verkürzten und historisch nicht weiter begründeten Kritik am Christentum ausgerechnet bei den Kreisen Lob ernten zu wollen, die der Kirche schon von ihrer ideologischen Grundausrichtung fernstehen. Da trübt sich der Blick auf die geschichtlichen Fakten schon deshalb ein, weil man sonst am Ende als unmodern gelten könnte und das will man doch um keinen Preis. In der Kirche beginnen einige dem Zeitgeist in einer Heftigkeit hinterher zu laufen, dass man nur staunen kann. Da wird die Lehre der Kirche mit einer Unbeschwertheit über Bord geworfen, als sei sie seit je lediglich unnützer Ballast, der von den Vätern sinnloserweise allen auf die Schulter gelegt wurde.

    Und da man zum Glauben immer weniger zu sagen hat, weil Mission heute fast völlig zum erliegen gekommen ist, lässt man eben solche Geistesgrößen wie Dieter Nuhr zu Wort kommen; eine Mission gegen die Mission sozusagen.

    Ja, dieser Tage kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Manchmal hat man fast den Eindruck, dass die Schafe zu Hirten werden und umgekehrt und niemand mehr weiß, wo nun eigentlich die Wahrheit, die die Kirche seit 2 Tausend Jahren kennt und lehrt, auf einmal abgeblieben ist.

  2. Mathias Wagener sagt:

    Dieter Nuhr ? Was ist er denn eigentlich ? Comedian oder sonst was ? Er hat uns doch nichts zu sagen. Auf Neudecks Ansichten können wir auch gut verzichten. Mancher redet einfach etwas nach, ohne sich wirklich auszukennen.

  3. Jürgen Hülf sagt:

    Auch Dieter Nuhr ist meiner Meinung nach gänzlich unpassend in einer christlichen Zeitschrift. Seine Bühnenprogramme sind z.T. auch gespickt mit Kirchenkritik. Das ist zwar nicht verboten, muss aber auch nicht kirchlicherseits durch Abdruck honoriert werden.

  4. Eduard Werner sagt:

    Dass Rupert Neudeck nur ein kirchenfeindliches Klischee zu den Kreuzzügen einfällt, ist nicht verwunderlich. Dass er sich diese Einseitigkeit zu eigen macht, um die heutige Christenverfolgung in den moslemischen Ländern zu relativieren, ist auch keine Überraschung. Aber dass Monsignore Huber diese Totschlag-Keule in sein Missions-Magazin übernimmt, ist ein Zeichen geistlicher Verwirrung. Die Kirche wird auch diesen Dolchstoß überleben.

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