Wie Medien Macht ausüben

In einer Mediengesellschaft produzieren die Medien die Leitbilder. Die Kommunikationsmedien wie Fernsehen, Film und Zeitungen werden auch die „Vierte Gewalt“ genannt. Zu recht! Sie spiegeln nicht das Geschehen wieder, wie es ist. Sie propagieren was sein soll. Sie sind Trendsetter. Sie machen Politik. Sie üben Macht aus. Die Medienkonsumenten sind ihnen ausgeliefert, weil sie die Meldungen kaum überprüfen können.
Die Redaktionsstuben sind kein Abbild der Gesellschaft. Überproportional sind in ihnen Journalisten vertreten, die kirchendistanziert, konfessionslos, geschieden, kinderlos und homosexuell sind. Ihr Weltbild und ihren Lebensstil versuchen sie unter die Leute zu bringen. Wache Medienkonsumenten wissen das auch.
Wer transportiert ihre Botschaften? Es sind jene Testimonials, die bei den Leuten gut ankommen, z.B. Entertainer, Sänger, Schauspieler, Sportler. Sie werden zu Größen hochstilisiert, wenn ihr Lebensstil dem Weltbild in den Redaktionsstuben entspricht. Gelegenheiten diese Weltsicht der Medienleute zu propagieren gibt es immer wieder, z.B. wenn Film oder Literaturpreise zu verteilen sind, bei Jubiläen, durch Interviews. Selbst der Tod lässt sich dafür nutzen.
Nehmen wir Udo Jürgens. Zu seinem 80. Geburtstag bekam er ganze Seiten in auflagestarken Zeitungen und viel Raum zur besten Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Es geht nicht darum, seine Chansons zu bewerten oder zu fragen, ob er in der Walhalla der hohen Musikkunst einen Platz bekommen wird. Eher interessiert, ob er für die Jugend unserer Gesellschaft ein Vorbild sein kann. Für Udo Jürgens ist die Ehe nach zwei Scheidungen „erledigt“. Er hat vier Kinder von drei Frauen. Sein Verhältnis zur Sexualität beschreibt er so: „Ich habe zu viel oberflächlich gelebt. Treu bin ich nicht gewesen. Treue ist keine Frage des Charakters, sondern eine Frage der Gelegenheiten.“ (Augsburger Allgemeine Zeitung, 30.9.14, S. 3) In einem ZDF-Interview antwortete der „bekennende Atheist“ Auf die Frage, was ihn nach dem Tod erwarte: „Stille, unendliche Ruhe und Dunkelheit, ein Bewusstsein, das in allem, in jedem Gegenstand, in jedem Menschen aufgeht, Merci und basta“. (AZ, 30.9.14)
Auch Alfred Biolek konnte im Juli seinen 80. feiern. Der Artikel zu diesem Anlass hieß: „Bio’s Bekenntnisse“. (AZ, 9.7.14) Biolek bekam dafür eine ZDF-Dokumentation. Sandra Maischberger begleitete ihn an die Orte, „die ihn geprägt haben z.B. nach New York, wo er in den 80er Jahren mit seinem ersten Lebensgefährten Keith lebte, lange, bevor ihn der Filmemacher Rosa von Praunheim in die RTL-Krawall-Show ‚Explosiv – der heiße Stuhl‘ als Homosexuellen outete.“
Auch der bekennende Agnostiker Joachim Blacky Fuchsberger bekam nach seinem Tod im September über mehrere Tage Erinnerungssendungen. Die Trauerfeier für ihn erinnerte an den antiken heidnischen Begräbniskult.
Als sich der ehemalige Profifußballer Thomas Hitzelsberger als homosexuell outete, wurde er in den Medien wie ein Held gefeiert. Das geschah übrigens zu einem Zeitpunkt, als sein Bekenntnis völlig risikolos und er der Hochrufe auf sich in den Medien sicher sein konnte.
Wer wirkliche Helden kennenlernen will, sollte sich die Männer und Frauen näher ansehen, die in der katholischen Monatszeitschrift „Der Fels“ als „Reformer und Wegbereiter“ und die, die auf der „Letzten Seite“ vorgestellt werden.

Hubert Gindert

Dieser Beitrag erscheint auch in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels” (November). Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-066744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

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3 Antworten auf Wie Medien Macht ausüben

  1. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Die Medien interagieren mit den Konsumenten. Sie liefern ihnen das, was diese Konsumenten wollen. Privatsender unterhalten mit der Suche nach dem Superkoch, und dem Superstar. Gott spielt allenfalls noch eine Statistenrolle. Der Atheismus ist auf dem Vormarsch und mit ihm Euthansie, Abtreibung und Genderideologie. Politisch jedoch geben Medien Meinungen vor. In den letzten Jahren klappt dieses System der Vorgabe jedoch nicht mehr so wie in den Jahren zuvor. Internet lässt andere Medienquellen zu, seriöse wie unseriöse. Junge Menschen laufen den Zeitungen davon. Langtexte sind für viele Jugendliche einfach nicht mehr lesbar. Viele ausländische Mitbürger suchen keine einheimischen Medien, sondern lassen sie via Satellit aus den Heimatländern ausstrahlen.
    Die absolute Mehrheit der Menschen hat mit dem christlichen Bezug nichts oder kaum mehr etwas am Hut. Und genau das spiegeln die Medien wider. Die Erziehung der Öffentlich Rechtlichen im Auftrag sozialistisch-grüner Kreise, die seit Jahrzehnten die mediale Oberhand besaßen und das Meinungsdiktat vorgaben, beginnt jedoch zu bröckeln. Wahlverdrossenheit, Mitgliederschwund nicht nur in Kirchen, sondern auch in Gewerkschaften und Parteien machen die Runde. Der Journalismus gerät zunehmend in die Krise. Er leidet unter der Ehrlichkeit und am Mangel an Objektivität. Manipulationen werden immer häufiger aufgedeckt, z. B. in der Ukraine-Berichterstattung. Manipulative politische Berichte sind aber auch heute noch an der Tagesordnung. Christenverfolgung zum Beispiel war bis zum IS keine oder nur marginale Meldungen wert. Der Eindruck für die Öffentlichkeit? Keine nennenswerte Christenverfolgung. Nur Menschen, die sich ausdrücklich mit dieser Problematik auseinandergesetzt haben, waren diese verheerenden Zustände bekannt. Solche Beispiele gibt es viele. Verschweigen ist ebenfalls ene journalistische Taktik, wenn es nach dem Prinzip des „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ geht. Die politisch-korrekte Ideologie wurde von den Medien intensivst gelenkt. Mit Totschlagsbegriffen wie „Islamophobie“ oder die Bewertung von unliebsamen Meinungen mit „populistisch“ oder „rechts“ wurden sachlich Diskussionen verhindert. Der mediale Pranger ist schnell gefunden.
    Es wird Zeit, dass diese subtile Zensur beginnt, sich aufzulösen, soll die Meinungsfreiheit überhaupt noch Geltung haben.

  2. Herbert Klupp sagt:

    Unsere Medien produzieren – aus ihrer Sicht „positive“, aus christlicher Sicht eher „fragwürdige“ – Leitbilder, das wurde ganz richtig beschrieben. Leider gibt es noch eine andere „dunkle“ Funktion der Medien. Sie wachen eifersüchtig darüber, daß nicht etwa eine (neue, frische) konservative Stimme seriös und überzeugend den Anspruch erheben kann, daß kath Leben mit intakten Familien vorbildlich, Abtreibungen ein Verbrechen, die Lehre Jesu besser als einerseits Islam, andererseits Atheismus ist. Wenn solch eine Stimme „droht“ von den Massen interessiert gehört zu werden, dann zücken „giftige“ Redakteure ihre Dossiers und publizieren scheibchenweise Negativa über die Person, raffiniert, und die Wirkung jeweils auslotend, und der Konservative gerät zu ihrem Opfer, dessen Reaktionen sie aus dem „Hinterhalt“ erbarmunslos analysieren und mit weiteren ausgewählten „Enthüllungen“ konfrontieren, bis er schweigen muß. Diese äußerst negative Funktion unserer großen Medien trägt einen (sehr) großen Teil der Schuld am „Abgleiten“ unserer (deutschen, europäischen) Gesellschaft als Ganzes.

  3. Eduard Werner sagt:

    Manche Bischöfe – es gibt auch eine Reihe von Ausnahmen – überlassen die Glaubensinformation weitgehend den feindlichen Medien. Wenn man sie auf die Defizite des Religionsunterrichts anspricht, haben sie tatsächlich den traurigen Mut, auf die so genannte Schulbuchkommission zu verweisen. Die Kirche erleidet daher große Verluste an MItgliedern, aber sie wird trotzdem nicht untergehen.

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