Der (Smpathie-) Wind beginnt sich zu drehen

Papst Franziskus hat die Herzen vieler gewonnen, auch solche außerhalb der Kirche. Menschen, die ihn kennengelernt haben, führen dafür an: Papst Franziskus ist ganz authentisch, d.h. er ist so, wie er spricht und wie er sich gibt. Er geht auf alle Menschen zu und gibt ihnen das Gefühl, dass er sie mag. Er predigt Wasser und er trinkt auch Wasser. Er stellt sich in der Werkskantine, wie jeder andere, in der Reihe an. Er spricht für jeden verständlich. Die Reihe dieser Charakterisierungen könnte erweitert werden. Was nicht der Fall ist: Papst Franziskus lässt sich nicht instrumentalisieren. Von keinem. Auch nicht von Beifall. Und hier beginnt das Problem für jene in- und außerhalb der Kirche, die eine andere Kirche wollen, weil sie ein anderes Bild von ihr haben. Ihre Vorstellungen sind bekannt: Es ist eine Kirche mit demokratisch-synodaler Mitbestimmung in allen Fragen, ohne Zölibat, mit Frauen als Priesterinnen, mit Zugang zur Kommunion für alle. Eine Kirche als eine Institution, die dem „Fortschritt“ der Gesellschaft nicht mehr im Weg steht.
Trickreich haben diese Strömungen bisher versucht, die Sympathie für Papst Franziskus für ihre „Reformvorstellungen“ zu nutzen. Allmählich wird aber klar, dass Papst Franziskus, der sich als einen „Sohn der Kirche“ bezeichnet, nicht von der Lehre der Kirche abweicht. Er verdeutlicht das Wort Christi in einer zeitgemäßen Sprache, ohne sich aber der Zeit anzupassen. Diese allmähliche Erkenntnis drückt Friedo Mann, Enkel des bekannten Schriftstellers, Thomas Mann, in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung deutlich aus. Friedo Mann war als junger Mann in die Katholische Kirche eingetreten, aber vor fünf Jahren wieder aus ihr ausgetreten. Der Interviewer fragte Friedo Mann: „Sie nannten den Namen Franziskus. Könnte er ein Grund sein, dass sie wieder zurückkehren?“ darauf Mann: „Er reicht mir nicht ganz.“ Der Interviewer: „Was fehlt ihnen?“ Mann: „Er rührt nicht im geringsten an der katholischen Lehre. Er sagt zwar, wir wollen die Frauen aufwerten. Doch sobald es an das Eingemachte geht, wie die Frauenordination, schiebt er Riegel vor. Franziskus hält am kirchlichen Dogma fest. Er hätte mehr Möglichkeiten: Er könnte in seiner Kirche dieselbe Rolle spielen wie Gorbatschow in der Sowjetunion.“ Hier steht das ganze Bild einer angepassten Wunschkirche!
Es gibt womöglich welche, die auf eine „Regensburger Rede“ von Papst Franziskus warten, um ihn zu Fall zu bringen. Das ist nicht nötig. Es gibt ein anderes Ereignis mit einer evtl. vergleichbaren Wirkung: „Die Bischofssynode im Oktober in Rom“. Der neue Passauer Bischof Stefan Oster wird in einem Interview gefragt … „Wann kippt die Stimmung?“ Oster: „Ich fürchte, die Bischofssynode zur Familienpastoral im Oktober könnte so ein Einschnitt sein. Viele Menschen erwarten sich hiervon entscheidende Reformen. Aber die Kirche wird nicht die Schritte gehen können, die die Mehrheit der Menschen erwartet – Stichwort: wiederverheiratete Geschiedene. Das wird theologisch und pastoral nicht gehen, und das wird wohl viele enttäuschen,“ (AZ 14.8.14)

Hubert Gindert

Dieser Beitrag erscheint auch in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels”. Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-066744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

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5 Antworten auf Der (Smpathie-) Wind beginnt sich zu drehen

  1. Herbert Klupp sagt:

    Im tiefsten Inneren richtet sich der Aufstand der „Kirche von unten“, von „wir sind Kirche“ und anderen, gegen Gott selbst. Es ist ihnen unerträglich, eine absolute Macht über sich zu haben, ohne die Möglichkeit, ihren (!) Willen mit „demokratischen Mehrheiten“ dagegen durchsetzen zu können. Törichte Äußerungen törichter Geister. Sie sollen austreten und in einer geeigneten protestantischen Kirche weitermachen ! Wäre es nicht wegen der biblischen Wahrheit und der Festigkeit des Lehramtes sowieso unmöglich, ihren Forderungen nachzugeben, müßte man ihnen auch aus dem Grund „Wehret den Anfängen“ widerstehen. Denn wenn bspw das Priesteramt heute den Frauen zugestanden würde, dann forderten sie es morgen für lesbisch lebende Frauen, dann für Polyamouröse, dann vielleicht für Sodomiten und am Ende für bekennende Satanisten. Wie gesagt, es geht dort (unbewußt, aber erbittert) gegen Gott selbst.

    • Mathias Wagener sagt:

      Das ist richtig gesehen ohne Frage. Ich hätte nur eine Anmerkung zur sogenannten „Kirche von unten“, die meint, Kirche zu sein. Die Kirche ist, das sollten wir nie vergessen, von unserem Herrn eingesetzt und keineswegs eine von Menschen gegründete Organisation, in der nach Willkür geschaltet und gewaltet werden könnte.

  2. Eduard Werner sagt:

    Herr Kemmer, Sie haben recht. Auch die Bischöfe sollten wieder mehr die Bibel und den Katechismus lesen. Und dies vor der Welt auch bekennen. Meiner Meinung nach hat die Bischofssynode das Thema verfehlt.Die Bischöfe fürchteten sich offenbar vor den Medien, den Familien in Sachen Gender Orientierung zu geben. Der biblische Hahn kräht zwar laut, aber wer will ihn hören? Der Tag der Wahrheit wird kommen.

  3. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    In einer Kirche des langsam untergehenden Europas meint man, den Menschen gefallen zu müssen. Das ist jedoch nicht Jesus in seiner biblischen Form, welcher hier verkündet wird. Die katholischen Werte, als da sind Ehe und Familienwerte, mit ihr einhergehend freiwillig gezügelte Sexualität, die die eigentliche Freiheit bedeutet, Dreifaltigkeitsglaube, Sakramentengeschenke Gottes, die von Qualität und nicht von Quanität her gesehen und bestimmt werden müssen, Sündenbewusstsein, das Heilsbewusstsein, welches nicht vom Menschen, sondern von Gott her stammt, die Eucharistiefeier als Gnadenquelle Jesu vom ursprünglichen Sinn von Gott her gestaltet (Jesu Leben war eine einzige Eucharistiefeier) und nicht zur Selbstdarstellung des Menschen geeignet, müssen erst wieder von Grund auf neu entdeckt werden, um wieder in die Herzen der Gläubigen eindringen zu können. Im Unterschied zu früheren Zeiten ist diese Verkündigung jedoch ungleich schwerer geworden. Elternhaus, Schule, Politik sind nicht mehr im kath. Sinne, nicht einmal mehr im christlichen Sinne Verbündete, sondern jedes Elternpaar kämpft seinen eigenen „Kampf“, Schule (ja auch kath. Konfessionsschule) vertreten schon lang nicht mehr die urkatholischen Werte. Es wurde zu lange ein Christentum verkündet, welches Jesus bis zur Unkenntlichkeit verzerrt hat.
    Jesus stellt Forderungen. Es wird aber immer nur die „Liebe“ Gottes gepredigt, egal wie sich Christen oder Menschen verhalten. Jeder kann nach seiner Fasson selig werden. Ein Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass-Glaube an einen Jesus, der sich immer mehr von der Bibel her entfernte, wurde installiert mit den Folgen der leeren Kirchen. Auch die pseudochristliche Verkündigung des ständig auf dem Wegseins und nie Ankommens, hat es nicht vermocht, die Kirchen zu füllen. Offensichtlich ist der Mensch so gestrickt, dass er Katastrophen braucht, um sich wieder auf Wesentliches konzentrieren zu können, anstatt sich über die Erhöhung der Dankbarkeit in guten Zeiten seinen Glauben zu bewahren.
    Sicher, Christentum ist kein Zwang und echtes Christentum ist keine Höllenpredigt. Diesen Spagat zu schaffen, ein katholisches Christentum mit Mitteln des Verzichts, des notwendigen Sündenbewusstseins, nicht um die Seele zu quälen, sondern um sie zu befreien, ist in der heutigen Zeit leider nur sehr schwer zu vekünden. Die Menschen sehen es nicht ein, denn sie kommen alle in den Himmel. Wie schön. Jesus spricht da sehr eine andere Sprache, so deutlich, dass einem hier und da schon angst und bange werden kann. Das kann dem heutigen Christen in der Kirche nicht zugemutet werden. Die Existenz Satans zu verschweigen bringt nichts. Wir müssen wieder eine Antenne dafür bekommen, was Jesus von uns fordert: Nachfolge. Das ist nicht mit Frauenpriestertum, mit Abschaffung des Zölibats gemacht, sondern mit echter Nachfolge Christi. Und da mutet er uns wie den Christen im Irak und in Syrien, in kommunstischen und islamishen Ländern zu, Leid zu ertragen. Wir hoffen, dass sich die Bischöfe auf die Werte besinnen, die uns Jesus göttlich weise vorgelebt und verkündet hat. Sie sollten mal wieder in die Bibel schauen und sie nicht nur als Methapher eines bloß verkündeten Jesus mit viel Blutleere verstehen lernen.

    • Carolus sagt:

      Lieber Herr Kemmer,
      ja was soll man zu Ihrer Analyse sagen ?
      Nichts.
      Und man ist beruhigt, mit der eigenen Ansicht nicht alleine zu sein.
      Ich bin absolut sicher: es gibt sehr viele Katholiken, die genau so denken. Noch ist es so, dass die tonangebenden Lautsprecher, die uns seit Jahrzehnten begleitet haben, scheinbar dominieren. Sie haben aber nichts vorzuweisen als Glaubensverlust, Säkularisierung und Auflösung ihrer „Gemeinschaften“, Gemeinden mit ihrem Nachwuchs (daher der Priestermangel), Relativierung und Schwächung der Familien usw .. die Gegenbewegung wächst, auch wenn es im Moment nicht so erscheint.
      Üben wir uns also in Geduld, Demut, Beharrlichkeit und – das Wichtigste – im Gebet.

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