„Teilen ist schön – Eine grausame Aktion des Bistums Trier“

Dieser Spruch, den wir als Titel gewählt haben, ist groß und plakativ auf der Webseite der Pfarreiengemeinschaft Beckingen vom Pfarreienrat gesetzt zu lesen. Was ist geschehen?
Der Pfarrer von Beckingen wurde von Bischof Ackermann aus „pastoralen Gründen“ seines Amtes enthoben. Er musste innerhalb von kurzer Zeit seine Dienstwohnung verlassen und kam mit dem Nötigsten versehen bei 50 km entfernten Familienangehörigen unter. Er konnte sich nicht einmal von lieben Menschen verabschieden.
Nanu, der muss ja Schlimmes getan haben. Oder? Über einen Teil des Hintergrundes hat Peter Winnemöller dankenswerterweise heute noch einmal auf kath.net berichtet unter dem Tiel „Grundkurs Zynismus“. siehe hier:
http://www.kath.net/news/48312
Es gibt aber dazu, wie oben beschrieben noch einiges zu ergänzen. Was sind denn nun die so schwerwiegenden „pastoralen Gründe“, die den Bischof von Trier Dr. Stephan Ackermann veranlassen, einen Pfarrer mit der so schwerwiegenden Maßnahme der Amtsenthebung zu bestrafen und ihn praktisch auffzufordern, fluchtartig das Pfarrhaus zu verlassen? Das Kircherecht sieht dafür sehr genau beschriebene Gründe vor. Dem Schreiber dieser Zeilen ist Pfarrer Eckert seit 20 Jahren bekannt. Es mag sein, dass dieser zu Beginn seines priesterlichen Wirkens ein wenig übereifrig das Klerikale betont hat. Aber spätestens seit er nun vor über 10 Jahren Pfarrer in Beckingen wurde, hat sich dieses ganz abgeschliffen und verloren. Er hat in Beckingen eine Pfarrei übernommen, in der der Gottesdienstbesuch erbärmlich abgenommen hatte und der Vorgänger Werktagsgottesdienste absagte, wenn dort nur 3 oder 4 Gläubige waren. Pfarrer Eckert nahm die Aufforderung Jesu ernst, einem jeden Schaf nachzugehen. Er feierte jeden Tag das Messopfer egal ob einer oder zehn Gläubige in der Kirche waren. Er hielt auch abends Messe, wenn im Tagesverlauf schon ein Sterbeamt in der Kirche stattgefunden hatte. Durch seine Art, die Liturgie so feierlich zu gestalten und sich strikt an das römische Messbuch zu halten sowie durch seine Verkündigung füllte sich die Kirche wieder an Werktagen mit 30-50 Gläubigen und an den Sonntagen war die Kirche gut besetzt. Viele Gläubige kamen von weit her, um mit Pfarrer Eckert die Messe zu feiern. Es gelang ihm , ehrenamtliche Mitarbeiter, die resigniert hatten, wieder in den Dienst zu nehmen und er brachte die Messdienerzahl auf über 120, die sich in Gruppen auch im Internet betätigen. Noch vor knapp einem Jahr übertrug ihm die Diözese zusätzlich die Gemeinde Reimsbach. Aber damit begannen auch die Querelen und einige Beschwerden von Leuten, die mit der feierlichen Zelebration der Messe nicht einverstanden waren im Gegensatz zur Mehrheit der Gläubigen. Auch in der Gemeinde Saalfels begann sich vereinzelt Widerstand zu regen. Aber dort wurde schon immer gegen die Pfarrer von Beckingen geschossen. Hier wird ein Merkmal der Krise der Kirche sichtbar. Zahllose Menschen in der Kirche wissen nicht mehr, was das Messopfer bedeutet und was dort geschieht. Und so kommt manchem Gottesdienstbesucher das mit feierlichem Ernst zelebrierte Messopfer (siehe dazu das II. Vaticanum in seiner Konstitution über die heilge Liturgie) als „theatralisch“ vor. Aber die übergroße Mehrheit der Gläubigen in der Pfarreiengemeinschaft war dankbar für diese Feier der Messe, was die vollen Kirchen, der Zustrom von ausserhalb der Pfarreiengemeinschaft und das sehr lebendig gewordenen Gemeindeleben bewiesen.
Was nun die „pastoralen Gründe“ für die Amtsenthebung sind, ist bis heute ziemlich unklar und erschöpft sich in vagen Andeutungen. Dem Pfarrer wurde von der Bistumsleitung ausdrücklich bescheinigt, dass er sich persönlich nichts habe zuschulden kommen lassen. Warum also diese ungewöhnliche Härte?
Dass der Pfarrer sich weigerte, die Pfarrei ohne wirkliche Begründung zu verlassen und herabgestuft zu werden zu einem Kooperator?
Sehr oft geht der Aufstand gegen einen amtierenden Pfarrer von den Räten aus. In Beckingen aber ist es genau umgekehrt. Hier steht der Pfarreienrat und die Pfarrgemeinderäte hinter Pfarrer Eckert und macht dem Bischof von Trier ungewöhnlich harte Vorwüfe. Er wirft ihm vor, nach aussen die Bedeutung der Ehrenamtlichen zu würdigen und im konkreten Fall sie mit Füssen zu treten. So heißt es dort: „Allen pastoralen Laienräten und allen Synodalen im Bistum Trier könnte man nicht deutlicher vor Augen führen, dass die Diözesansynode eine Alibiveranstaltung ohne jegliche Bedeutung ist.“
Das empörte Schreiben des Pfarreienrates finden Sie hier sowie 150 ausgewählte Kommentare, die man alle gar nicht drucken konnte:
http://www.pg-beckingen.de/amtsenthebung/
Der Bischof hat Pfarrer Eckert vorgeworfen, die Pfarrei zu spalten. Durch den Banner mit der im Titel dieses Beitrags genannten Inhalt gibt der Pfarreienrat praktisch diesen Vorwurf an die Bistumsleitung und an den Bischof zurück.
Pfarrer Eckert hat gemäß der Verlautbarung der Pfarreiengemeinschaft an den Heiligen Stuhl appeliert und die Pfarrei kann nicht eher besetzt werden, bis Rom entschieden hat. Man muss aber darauf hinweisen, dass sich der Vatikan nicht gerne in die Belange der Ortsbischöfe einmischt.
Die Aktionsgemeinschaft Katholischer Laien und Priester in der Diözese Trier e.V. im Forum Deutscher Katholiken, der vorzusitzen ich die Ehre habe, protestiert entschieden gegen die Art und Weise, mit der gegen einen lehramtstreuen Pfarrer in Trier vorgegangen wird. Wer will denn hier noch Priester werder? Das dünn besetzte Priesterseminar spricht hierfür Bände. Auch findet seit einiger Zeit eine erschreckende Flucht aus dem Priesteramt hier statt. Gleichzeitig verlassen Priester die Diözese Trier, um in der Schweiz oder anderswo unter besseren Bedingungen arbeiten zu können. Mancher Priester hat uns schon gefragt: Wer wird denn hier der Nächste sein, der abgehalftert wird. Wer eine lehramtstreue Verkündigung heute zusammen mit seiner offen gezeigten Treue zu Rom und dem Papst zeigt, findet immer in den Gemeinden Leute, die ihm ans Leder wollen. Im neuen Gotteslob steht in der Trierer Ausgabe nicht mehr im Lied: Fest soll mein Taufbund immer stehen mit dem Text: „Ich will die Kirche hören. Sie soll mich allzeit gläubig sehen und folgsam ihren Lehren“, sondern die modernere Form. Offentsichtlich will man hier die römische Kirche nicht mehr hören und ihren Lehren folgsam sein.
Wir appelieren an die Bistumsleitung, den Gemeinden in Beckingen und Pfarrer Eckert entgegenzukommen und eine für alle Seiten befriedigende Lösung anzusstreben. Wir hoffen und glauben, dass der Herr Apostolische Nuntius als Vertreter des Heiligen Vaters in Deutschland diese Verhältnisse zur Kenntnis nimmt und vermittelnd wirken kann.

Michael Schneider-Flagmeyer

Update: Das oben erwähnte Banner wurde von der Webseite der Pfarreiengemeinschaft entfernt.

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10 Antworten auf „Teilen ist schön – Eine grausame Aktion des Bistums Trier“

  1. Hildegard Maria Kiefer sagt:

    Betet um Priester
    Sechs Gründe, warum wir um Priester beten sollen.
    1. Jesus Christus fordert dazu auf.
    Bevor der göttliche Heiland in den Himmel auffuhr und den ganzen Erdkreis mit all den Millionen Menschen betrachtete, die alle bekehrt werden sollten, und vor sich nur elf Apostel und mehrere Jünger sah, da sprach er, von Mitleid gerührt, zu ihnen: „Die Ernte ist zwar gross, aber der Arbeiter sind wenige.“ Gleich darauf gab er auch das Mittel an, wie dieser Not abgeholfen werden sollte: „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seinen Weinberg sende.“
    2. Es ist der sehnlichste Wunsch Mariens.
    Sie wünscht viele und heilige Priester im Weinberg ihres Sohnes wirken zu sehen. Deshalb sollte sich jede fromme Seele entschließen, Maria zuliebe doch einen Priester vom Himmel zu erbitten durch Gebet, Fasten und Almosengeben. Besonders soll man zu ihr in dieser Meinung den Rosenkranz beten.
    3. Die Kirche ermahnt uns dazu.
    Sie hat verordnet, dass an den Quatembertagen, die für die Erteilung der heiligen Weihen vorzugsweise bestimmt sind, die ganze Christenheit faste und bete, um von Gott würdige Priester zu erflehen. Und Papst Leo XIII. sagt: Täglich bitten wir Gott, dass er doch mehr Arbeiter im seinen Weinberg senden möge.“
    4. Der unermessliche Wert der Seelen.
    Der heilige Chrysostomus sagt: „Der Wert der ganzen Welt ist mit dem Wert einer einzigen Seele nicht zu vergleichen“ (Leben, Leiden und Sterben des Heilands). Alljährlich sterben Millionen Heiden. Die Seelen dieser Heiden aber sind unsterblich; und wohin gehen diese Millionen unsterbliche Seelen? – O helfen wir doch diese Seelen retten durch Gebet um Priester.
    Diejenigen, die einem anderen den Beruf zum Priesterstand erflehen, haben Anteil an all den guten Werken, die dieser Priester später verrichtet. „Wenn wir dazu helfen, dass ein einziger frommer Priester in der Kirche Gottes recht wirkt, so haben wir ein grösseres Werk vor Gott getan, als wenn wir einen Altar von Gold dem Herrn erbauen helfen.“
    „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seinen Weinberg sende.“
    Wie Gott der Herr das Gebet um Priester erhöhrt, dafür ein Beispiel.
    Die Mutter des berühmten Kardinals Vaughan von Westminster in London wünschte nichts sehnlichster, als alle ihre Kinder dem Dienst des Herrn geweiht zu sehen als Priester oder Ordensleute. Da sie aber wusste, dass der Beruf zum Priester- und Ordensstand eine Gnade Gottes ist, betete sie recht inbrünstig darum. Zu diesem Zweck hielt sie 30 Jahre lang tagtäglich eine Anbetungsstunde vor dem Allerheiligsten. Und wie wurde ihr Gebet erhöhrt? Alle ihre 5 Töchter traten in den Ordensstand; von ihren 8 Söhnen wurden 6 Priester darunter ein Kardinal und 2 Erzbischöfe. – O wenn doch alle guten Mütter eifrig und inständig beten würden, dass Gott der Herr wenigstens einem ihrer Söhne den Beruf zum Priesterstand gebe, wie bald wäre dem Priestermangel abgeholfen!

  2. Hildegard Maria Kiefer sagt:

    Ist die Amtsenthebung überhaupt gültig??
    Besteht überhaupt noch eine Aussicht, dass Pfarrer Eckert wieder zu uns zurück darf???

  3. Hildegard Maria Kiefer sagt:

    Katholischer Glaube, der etwas kostet

    Lk 21,12-19

    Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

  4. Carolus sagt:

    Die Statistik und eigene Erfahrung zeigen es: die kath. Kirche in Deutschland verdunstet. Die Zahl der Gläubigen, des Nachwuchses sowie die geglaubten Inhalte sinken rapide. Einige wenige Gemeinden, wie dieser Fall zeigt, sowie einige geistlichen Gemeinschaften (die ich, um Ihnen nicht zu schaden, nicht nenne – Sie wissen, welche ich meine) jedoch blühen. Warum ? Was machen diese anders ? Es liegt auf der Hand. Aber anstatt von diesen zu lernen, verharren die deutsche Geldkirche und deren fest angestelltes nicht geistliches Personal sowie die meisten Tonangeber in den Gemeinden auf dem eingeschlagenen Weg. Sie hecheln dem sich ständig ändernden Zeitgeist und Moden hinterher, geben dabei um zu gefallen ihre eigenen Glaubensinhalte auf. Sie hoffen seit Jahrzehnten damit den Glauben zu verbreiten und machen trotz des nicht übersehbaren Scheiterns immer so weiter. Weist man darauf hin, wird man diskreditiert – wie der aktuelle Fall zeigt -, kaltgestellt und ausgegrenzt. Dabei demaskieren sich die ach so Offenen, Toleranten, Fortschrittlichen, Barmherzigen – kurz, die Guten selbst.
    Vielleicht würde es helfen, wenn jeder Katholik die Verteilung seiner Kirchensteuer an Gemeinden/Werken/Gemeinschaften seiner Wahl selbst bestimmen könnte.

  5. Tamara Banka sagt:

    1. Die röm. Kath. Kirche ist keine demokratische Veranstaltung: Wenn der Bischof entscheidet, der Pfarrer wird versetzt, egal warum – auch wenn eine Intrige diese Versetzung auslöste – dann muss der Priester gehen. Diese hinterhältigen Manöver sind in der Kirche mehr als man denkt zu Hause. Den Gehorsam hat Pfarrer Eckert in der Priesterweihe Bischof Ackermann oder seinem Vorgänger versprochen.
    2. Gerade inspirierte Priester, die ihre Priesterberufung in großer Hingabe leben, haben es häufig umso schwerer und sind eine rare Spezies geworden. Priester, die in der Lehre treu sind und täglich die Messe feiern und sogar Gemeindereferentinnen nicht predigen lassen, erzeugen Unmut und sicher kräftige Reibung.
    3. Überwiegend werden heute Personen Priester, die gerne das letzte Wort haben, im Mittelpunkt stehen wollen und immer alles besser wissen. Immer mehr Priester tun alles für das Eine: Vor allem nicht die Menschen mit Gebet und der Gegenwart Christi „nerven“.
    Ein schönes Leben für alle, besonders für die schwulen Priesterfreunde und Kollegen…Bonzen in Reinkultur— Zynik an: Das darf es nie wieder geben: Dass die normalen Laien auch noch täglich in die Messe gehen können! Zynik aus!
    4. Nachdem vieles in dieser Provinzposse an die Öffentlichkeit geschwappt ist, sollte genau deswegen auch die Öffentlichkeit eine Begründung für die Amtsenthebung erhalten. Der Bischof sollte öffentlich eindeutig erklären, was Herr Bischof Ackermann mit „Spalten“ meint. Die Strafe einer Amtsenthebung hat nach dem Kirchenrecht sehr genaue Vorgaben.
    5. Am Schluss nur ein Beispiel: In meiner Heimatstadt gab es vor einiger Zeit in unserer Pfarrgemeinde jahrelang einen schwulen Priester, der – weil es eine besonders intellektuelle Gemeinde mit Befreiungs-Christentum (basischristlicher Verwahrlosung) – von allen akzeptiert war- irgendwann in ökumenischer Freundschaft seinen schwulen evangelischen Lover als Hausmeister anstellte. Es gab einige ältere Katholiken, die dann irgendwann mal den Bischof in Magdeburg informierten, ob das denn ginge und er das so gut findet?
    Aus Magdeburg gab es keine Reaktion, alles lief so weiter. Ein schwule lebenspartnerschaft im Pfarrhaus – kein Problem, das geht schon…so werden die Anfragen zur Lebensweise der Priester als nichtig abgetan. Das nur als Randbemerkung, darüber was heute geht, wieso, weshalb, warum und wann ein Pfarrer mit seiner Amtsenthebung bestraft wird, erscheint sehr individuell!

    6. Lösungsvorschlag: Wenn es nicht nur eine Machtdemonstration von Bischof Ackermann war, sollte der Bischof in Stellvertretung die Gemeinde für ein Jahr übernehmen. Solange könnte einer der Weihbischöfe die wichtigen Geschäfte in Trier übernehmen.

    Frage: Worum geht es heute in den Gemeinden: Eher wohl nicht um lebendige Glaubensweitergabe, es geht nicht um die besondere Sorge kinderreicher Familien – nicht um flüchtend Christen aus dem nahen Osten, nein diese werden als asozial an den Rand gedrückt und isoliert, …. Ist das wirklich so, dass das schwule Establishment inzwischen auch bei den Katholiken das Sagen hat…http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=22331

    dann Gute Nacht römisch-katholische Kirche in Deutschland!

  6. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Der von der nachkonziliaren Kirche so empfohlene „mündige Katholik“ hat sich gemeldet mit einem Brief.
    http://www.kath.net/news/48358
    Dem kann ich nur zustimmen. Was ist aus dieser deutschen Teilkirche geworden. Gut, dass seine Schäfchen, aber auch die Räte so hinter dem Pfarrer stehen. Ich kenne die Gründe nicht, warum der Bischof so gehandelt hat. Sollte wirklich der Grund sein, dass dieser Pfarrer es fertiggebracht hat, selbst in Werktagsgottesdiensten mehr Christen zu versammeln, sollte sich jeder Bischof freuen, was aber offensichtlich nicht der Fall ist. Er freut sich nicht und lässt seinen eifrigen Priester fallen wie eine heiße Kartoffel.
    Offensichtlich war dieser Priester nicht „christlichlinks“ genug? Wenn das der Fall sein sollte, wird das Armutszeugnis dieses Bischofs noch größer. Ist also Papsttreue in der katholischen Teilkirche ein Vergehen, welches neuerdings mit der Amtsenthebung endet?
    Ist die hiesige kath. Kirche bereits so tief gesunken, dass sie Angst davor hat, dass eine papsttreuer Pfarrer, der offensichtlich auch menschlich ankommt, in der Lage ist, Schäfchen in seine Herde zu versammeln? Gefällt das dem christlich-liberalen Flügel, der offensichtlich in der Teilkirche Deutschlands die katholische Meinungshoheit besitzt, nicht, so dass dessen mögliche Beschwerde bei den offenen Ohren des Bischofs den Pfarrersturz beschleunigt hat?
    Solche Entscheidungen, Herr Bischof, befördern eine Spaltung der Kirche. solche Entscheidungen fördern den Kirchenaustritt. Solche Entscheidungen fördert den Ärger und sie ist kein Akt der Nächstenliebe unter Kollegen. Hoffentlich ist sich dieser Bischof dieser Tatsache bewusst. Er sollte bedenken: Was heute zeitgeistoffen ist, ist morgen schon out. Die Kirche hat nicht dem Zeitgeist hinterher zu laufen, sondern ist einzig und allen Christus verpflichtet. Und wenn ein Pfarrer sich sonst nichts zu schulden kommen lässt, ist es unchristlich, ihn von seinem Amt zu entheben.
    Die Menschen wehren sich und das ist gut so!!!!

  7. Eduard Werner sagt:

    Einen so plötzlichen Auszug aus der Wohnung zu verlangen, ist unwürdig und Menschen verachtend. Das macht nur jemand, der seine Machtausübung knallhart genießt. Solche Kirchenleute, sollten erst anständige Menschen werden, bevor sie Christen werden. Und sie sollten erst Christen werden, bevor sie Priester werden. – Heute wird in der Kirche viel von Barmherzigkeit geredet. Diese Herren werden einmal Barmherzigkeit brauchen, wenn sie sterben.

  8. Carolus sagt:

    Man stelle sich vor, ein Bischof würde einen Pfarrer in dieser Weise ab(servieren)setzen, der in jeder Predigt über den (früheren) Papst und die „römische“ Kirche schimpfte (habe ich leider erleben müssen). Die öffentlich-rechtliche mediale Empörung wäre gigantisch, die Betroffenheit und Aufschreie der gutmenschelnden Aufbruchschristen ebenfalls.
    Hier kämpft nun eine Gemeinde, einschließlich einer sonst nicht mehr üblichen großen Zahl junger Gemeindemitglieder um ihren höchst erfolgreichen und beliebten Pfarrer. Leider steht dieser nicht auf der „richtigen“ Seite. So sieht also der gewünschte offene Dialogprozess aus. Merke: Kritik ist erwünscht, aber nur solange er den Vorgaben der Meinungsmacher (Mainstream) entspricht.
    Jetzt muss ich aber mit meiner Kritik wirklich aufpassen. Sonst werde ich am Ende noch als Dunkelmann oder als Pelegianer gescholten. Aber ich kann halt nicht anders: bin schließlich ein Kind der nachkonzilaren Kirche, dem immer gelernt wurde möglichst kritisch die Mißstände anzuprangern.

  9. Mathias Wagener sagt:

    Es ist nicht mehr zu fassen, mit welcher Arroganz ein Bischof solches vollbringt. In den stets um das Wohl Einzelner besorgten Medien war über diesen unglaublichen Vorfall nichts berichtet worden. Das ist die Saat des „ungedeihlichen Wirkens“, die bei den Protestanten schon Dienstrecht ist. Auch hier geht dieser Ungeist auf gegen einen Priester, der seine Pflicht erfüllen wollte. Gut, dass die Gremien vor Ort hinter dem Priester standen.

    • Willibald Reichert sagt:

      Carolus: Vor zwei oder drei Jahren war in unserer Pfarreiengemeinschaft eine
      Kollekte für das Priesterseminar in Trier angesetzt. Ich habe mich gefragt:
      Geht es noch?! Für alles und jedes ist Geld da. Aber für die überlebens-
      wichtige Ausbildung von Priestern muß gebettelt werden. Welche Präferenzen
      setzt Bischof Ackermann eigentlich? Für eine Bistumsynode von weitgehend
      wohl mainstreamangepaßten Mitgliedern mußte jedenfalls nicht kollektiert
      werden. Wenn ich mich erinnere, daß beim deutschlandweiten Dialogtreffen in
      den besten Häusern getagt wurde, gehe ich einmal davon aus, daß man im
      Geldausgeben bei den Synodalen sich nicht knauserig gezeigt hat. Ansonsten
      hatte ich den Eindruck, daß das Treffen in erster Linie viel heiße Luft produ-
      ziert hat und weniger mit einem ernsten Bezug zum authentischen Glauben
      beschäftigt war.

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