Nachlese zur Amtsenthebung des Pfarrers von Beckingen in der Diözese Trier

Auf einer Sitzung des Pfarrgemeinderates von St. Ludwig in Saarlouis erläuterte heute abend eine Referentin des Bistums Trier die Arbeitshilfe zur „Entwickelung einer Ehrenamtskultur im Bistum Trier“. Sie überliess uns, den Pfarrgemeinderäten die Arbeitshilfe. Man hat sich in Trier viel Arbeit und auch Mühe gemacht, brauchbare Ideen für die Ausübung eines Ehrenamtes in der Kirche zu entwickeln. Aber davon soll hier nicht die Rede sein. Das ist eine besondere Betrachtung wert.
Was auffällt, ist das Vorwort, das Bischof Stephan Ackermann zu dieser Arbeitshilfe geschrieben hat an die „lieben Mitchristen“. Dort schreibt der Bischof:
„Dieser Auftrag, der uns als Christen mit auf den Weg gegeben ist, gilt unabhängig von einer Unterscheidung in Kleriker und Laien oder Haupt- und Ehrenamtliche. Die Botschaft, dass Jesus jeden und jede von uns in seine Nachfolge ruft und mit Gaben beschenkt, damit wir sie zum Aufbau seines Reiches einsetzen, verbietet es, einander als Hilfskräfte zu sehen und zu behandeln. Es gilt die gleiche Würde aller Getauften und es gilt der unverzichtbare Wert aller Dienste. Dieser Haltung fühle ich mich als Bischof verpflichtet und so freut es mich, dass die vorliegende Handreichung dazu beitragen kann, eine Ehrenamtskultur aufzubauen oder zu überprüfen, damit schon in der Art und Weise wie wir zusammenarbeiten Reich Gottes erfahrbar wird.“
Wohlgesetzte und gute Worte, die aber nicht nur die Räte in der Pfarreiengemeinschaft Beckingen im Saarland Mühe haben werden anzunehmen, sondern alle, die von den Vorgängen dort Kenntnis erhalten haben. Denn wie der Bischof sich gerade den ehrenamtlichen, gewählten Vertretern der Gemeinde gegenüber verhalten hat, ist ja nun in den letzten Tagen überdeutlich geworden bei der – vorsichtig ausgedrückt  – ungewöhnlichen und rabiaten Weise der Amtsenthebung des Pfarrers, dem die Bistumsleitung bescheinigt, dass ihm persönlich kein Fehlverhalten vorzuwerfen sei.
Was die Räte der Pfarrei und viele Gemeindemitglieder von der krassen Diskrepanz zwischen den wohltönenden Worten des Bischofs und seinem Handeln in Beckingen halten, haben sie auf einer Demonstration vor dem Bischofshaus, in dem keine Tür oder ein Fensteer geöffnet wurde, deutlich gemacht, indem eine Sprecherin der Räte eine Erklärung an den Bischof verlas und dessen Einheit in Wort und Tat einforderte. Der Inhalt dieser Erklärung kann hier noch einmal eingesehen werden:
http://www.kath.net/news/48358
Mit Recht fordern sie und auch wir, dass zum Christsein und vor allem zur Nachfolge im Apostelamt zumindest das aufrechte Bemühen um Wahrhaftigkeit, Güte, Geduld und Barmherzigkeit gehört; denn so schildert uns das „Buch der Weisheit“ zu Beginn des 15. Kapitels die Eigenschaften Gottes. Wer also am Reich Gottes mitarbeiten will und als Oberhirte die „Herde“ dazu anregen will und ihr vorausgehen muss, sollte sich wirklich und tatkräftig bemühen – auch wenn wir alle immer wieder straucheln – diese Eigenschaften Gottes nachzuahmen, wobei die Wahrhaftigkeit den gleichen Platz einnimmt wie Geduld, Güte und Barmherzigkeit.

Michael Schneider-Flagmeyer

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3 Antworten auf Nachlese zur Amtsenthebung des Pfarrers von Beckingen in der Diözese Trier

  1. Hildegard Maria Kiefer sagt:

    Wo es Licht ist, muss die Finsternis weichen, wo der Glaube ist, müssen die Werke des Teufels aufhören. Wer noch der Sünde dient, dient dem Satan als Knecht, und diese Knechtschaft ist der Tod der Seelen.

    Jesus hat es seinen Jüngern vorausgesagt, dass sie von der Welt werden gehasst und verfolgt werden, und dass die Welt glauben wird, sie leiste Gott einen Dienst, wenn sie die Christen unterdrückt und tötet. Diese Voraussage traf an dem heiligen Saturnin und an den anderen heiligen Märtyrern buchstäblich ein. Auch gegenwärtig werden die Guten von den Bösen auf allerlei Art verfolgt. Der Geist der Welt ist dem Geist Gottes und den heiligen Grundsätzen des Evangeliums ganz entgegen gesetzt. Nie, sagt der heilige Augustin, wird die Verfolgung aufhören; die Guten sind also stets bereit, von den Bösen zu leiden; dies wird so fortdauern bis zum Ende der Welt. Suchen wir daher Gott allein zu gefallen; richten wir unser Betragen nach der Lehre des Evangeliums ein; leiden wir alle Übel mit Geduld und sogar mit Freude. Christus sei unser Leben, und sein Kreuz sei unser Ruhm.

    O Gott, der du den heiligen Saturnin für seine Arbeiten und seinen Martertod im Himmel belohnst, verleihe uns auf seine Fürbitte, dass wir der Heiligkeit deiner Lehre durch Worte und Handlungen unerschrocken Zeugnis geben. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.
    Beschütze unseren Pfarrer Christoph Eckert vor SEINEN FEINDEN und BEKEHRE den Bischof Ackermann zu DEINER LEHRE und lehre IHN DEINE Gebote zuhalten.

  2. Rainer Ludwig sagt:

    Ich kenne Christoph Eckert seit nunmehr 14 Jahren und kann nicht verstehen, dass Bischof Ackermann sich so rabiat verhält. Es gibt absolut keinen Grund für die Bestrafung des Priesters und vor allem auch für die Ignoranz des Bischofs. Sein Verhalten steht in einem krassen Gegensatz zu dem, was er verkündet. Ich bin bereit alle Register zu ziehen, damit dieses himmelschreienden Unrecht aufgedeckt wird, dass ganz offensichtlich auf Verleumdung beruht und von Pastoralfunktionären im Ordinariat
    ausgelöst worden ist. Offensichtlich ist es sogar ein reiner Racheakt.
    Herr Michael Schneider-Flagmeyer,
    ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir Adressen übermitteln könnten, an die ich
    mich wenden kann, um für Pfarrer Eckert um Hilfe zu bitten. (Anschrift Apostolischer Nuntius, Stellen in Rom, vielleicht auch die Erreichbarkeit von Papst Franziskus
    oder andere). Ich habe einen geharnischten Leserbrief für die Zeitung Trierischer
    Volksfreund verfaßt, der wohl dieser Tage erscheint, aber erfahrungsgemäß sind das Eintagsfliegen, die an der sturen Haltung der Bistumgsleitung wohl wenig ändern.
    Ja, Ackermann, was ist das bloß für ein Mensch. Ein abgehobener Kirchenfürst?
    Einer der sich teilarbeitslos meldet, um in die Schlagzeilen zu kommen, wie 2012 im August im Volksfreund geschehen? Ich glaube, daß er selbst mit solchen Aktionen seine eigene Bischofswürde beschädigt, von den Auswirkungen auf unsere Kirche ganz zu schweigen. Freundliche Grüße und danke für Ihre Mithilfe Rainer Ludwig

    • Carolus sagt:

      Sehr geehrter Herr Ludwig,
      obwohl einer anderen Diözese angehörend und ohne das Geschehene persönlich erlebt zu haben: ich kann alles, was Sie geschrieben haben, sehr gut verstehen und nachvollziehen. So etwas geschieht inzwischen an vielen Orten. Es ist in den Gemeinden gefährlich, sich als gläubiger Katholik erkennen zu geben, der die Inhalte des offiziellen Katechismus (in der aktuellsten Version) für wahr hält und womöglich verteidigt. Frage an die Leserschaft: sie bitten Ihren Pfarrer, Pfarrgemeinderat oder gar den „Liturgieausschuss“, dass entsprechend dem Gotteslob und, jawohl, dem Vatikanum II, ausnahmsweise einmal ein lateinisches „Choralamt“ gefeiert wird – also natürlich nach der forma ordinaria (die Anfrage nach der forma extraordinaria würde zu Ihrer sofortigen…..führen). Die Folgen wären dieselben wie wir sie in diesem Fall studieren können: Denunziation – und ich bin sicher diese kamen hier aus dem Gemeindeumfeld von Gutmenschenchristen oder besser gesagt von den heutigen Pharisäern -, Ausgrenzung, also Mobbing. Dies geschieht in übler Weise (Hinterhältigkeit und Feigheit): Keiner gibt sich zu erkennen.
      Mir tut besonders weh, wenn ich daran denke, dass dieser super Priester mit seinen 120 Ministranten bestimmt geistlichen Nachwuchs hervorgebracht hätte. Aber das ist ja nicht nötig, solange der Geldnachschub per Zwangssteuer funktioniert und die Tonangeber befriedigt sind. Wie hat es ein Referent beim letzten Kongress treffend analysiert: „…die Schmerzgrenze ist offenbar noch nicht erreicht“.
      Ich empfehle mir selbst den guten Rat von Frau Kiefer: Beten wir für Pfarrer Eckert und unsere Kirche, dass wir mehr mutige treue (Ober)Hirten bekommen und wir selbst standhaft bleiben und ausharren.

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