Wölfe im Schafperlz

Beim Titel der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ wird ein Betrachter vielleicht vermuten, dass es sich um eine ökumenisch ausgerichtete Schrift handelt, in der die katholische und protestantische Sicht zu wichtigen Zeitfragen dargestellt wird. Diese Zeitschrift könnte eine Bereicherung sein. Im Werbeprospekt firmiert „Christ in der Gegenwart“ u.a. mit „aufmerksam, kritisch, geistlich gehaltvoll“. Tatsächlich versucht die Zeitschrift damit jene zu ködern und zu binden, die sich in ihrer kritisch-distanzierten Haltung zur Katholischen Kirche gerne bestätigt sehen möchten.
Der Versand von Werbeprospekten wird von „Christ in der Gegenwart“ immer wieder auch mit Umfragen gekoppelt, welche die angesprochene Tendenz dieser Zeitschrift deutlich machen. So waren bei einer Umfrage Mitte diesen Jahres 15 Fragen anzukreuzen, von denen hier einige wiedergegeben werden. Die ersten vier Fragen lauteten: „1. Auch in der Katholischen Kirche sollten die Bischöfe durch das Volk Gottes gewählt werden.“ „2. Die Amtszeit der Kirchenleitungen sollte befristet sein – mit der Möglichkeit um Verlängerung.“ „3. Echte Mitbestimmungsrechte der Pfarrgemeinderäte sind eine Illusion.“ „4. Wir brauchen regelmäßig Synoden in den Bistümern.“ Weiter wird gefragt nach der Notwendigkeit eines 3. Vatikanischen Konzils. Das Verständnis der Eucharistie von „Christ in der Gegenwart“ wird deutlich in der Aussage: „Gemeinden sollten sonntags auch dann Eucharistie feiern können, wenn kein Priester da ist.“ Eine weitere Abfrage bezieht sich auf „Mehr kirchliche Mitgliederbefragungen“. Den Abschluss bietet die 15. Aussage: „Bei liturgischen Texten und Riten müssen Laien mitentscheiden.“
Ein informierter Katholik wird kaum auf die Idee kommen, dass die Inhalte dieser Fragen in der Katholischen Kirche zur Disposition stehen. Sie sind zu sehr im Widerspruch zur Lehre und zum Glauben der Kirche. Dass sich Personen, deren kirchenkritische Haltung bekannt ist, wie z.B. Paul Zulehner, Maria von Welser, Peter Frey, Eberhard Schockenhoff, Anselm Grün gerne für die Werbung für „Christ in der Gegenwart“ einspannen lassen, verwundert nicht. Dass sich aber sogar zwei katholische Bischöfe dazu hergeben, kann man nur bedauern.

Hubert Gindert

Dieser Beitrag erscheint auch in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels”.  Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-966744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Der Fels veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Wölfe im Schafperlz

  1. Johannes Friedrich sagt:

    An solchen Umfragen nehme ich ganz gern teil, da ich die Gelegenheit nutze um die katholische Lehre darzulegen. Ich gebe mich zwar nicht der Illusion hin, damit etwas ändern zu können, aber immerhin wird den Machern dieser Zeitschriften gezeigt, daß es auch noch Katholiken gibt, die auf dem Boden des Lehramtes stehen.

  2. Herbert Klupp sagt:

    Die deutsche Medienwelt ist antikatholisch vergiftet in einem Ausmaß, das man nicht einmal ansatzweise ahnen kann, wenn man nicht intensiv und „tiefbohrend“ hinschaut. War es vor 50 Jahren nur der SPIEGEL und wenige andere, ist das heute breit angekommen beim ZDF, der ARD, FAZ, Lokalzeitungen usw. Und es ist (teilweise lange schon) auch in kirchliche Publikationen eingedrungen. Und man mache sich nichts vor: das wächst immer noch !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *