Alice Reis – ein Opfer satanischer Rache

Ein Kennzeichen für die wahre Kirche ist ihre Universalität. Nach ihrer Lehre ist Christus für alle Menschen gestorben. Vor Gott spielen Hautfarbe, Rasse und Nation keine Rolle. Das haben sogar die Nationalsozialisten widerwillig festgestellt. Der „Völkische Beobachter“, das Parteiorgan der Nationalsozialisten, schrieb nämlich am 1. August 1938: „Der Vatikan musste die Rassenlehre aber auch ablehnen, weil sie seinem Dogma von der Gleichheit aller Menschen widerspricht, das wiederum eine Folge des katholischen Universalitätsanspruchs ist.“ Das Schicksal der Jüdin Alice Reis wirft ein Schlaglicht auf die Universalität der katholischen Kirche.
Alice Reis wurde 1903 als Tochter des jüdischen Kaufmanns Martin Reis in Berlin geboren.
Nach dem Tod ihres Vaters absolvierte sie in Mannheim eine Ausbildung zur Krankenschwester mit der Abschlussnote „sehr gut“. In dieser Zeit lernte sie den katholischen Glauben kennen und wurde schließlich auch mit Dr. Edith Stein bekannt, die später als Opfer des nationalsozialistischen Kirchenkampfes heilig gesprochen wurde. Bei der Konversion von Alice Reis zum katholischen Glauben war Edith Stein ihre Taufpatin. Schließlich ging Alice Reis in ein Kloster in den Niederlanden. Schon bald nach dem Einmarsch deutscher Truppen in den Niederlanden 1940 bekam Schwester Alice, die inzwischen Sr. Maria Benedikta hieß, polizeiliche Aufenthaltsbeschränkungen. Zum Eklat kam es aber erst, als die katholischen Bischöfe am 26.07.1942 gegen die Verschleppung der Juden öffentlich protestierten. Die calvinischen (reformierten) Bischöfe hatten sich kurzfristig von diesem Protest zurückgezogen, weil sie Repressalien fürchteten. Deshalb traf die Rache der Nationalsozialisten nur die katholischen Juden, während reformierte und protestantische Juden verschont blieben. In allen Klöstern erschienen in den frühen Morgenstunden am 2. August 1942 SS-Männer und holten die katholischen Juden ab. Auch ins Kloster vom „Guten Hirten“ in Almelo kamen drei SS-Männer und forderten die sofortige Auslieferung von Schwester Alice Maria Benedikta. Zwei Stunden lang haben die Oberin und ihre zwei Assistentinnen im Sprechzimmer mit den SS-Männern um Alice verzweifelt gerungen. Es half nichts. Um 7.00 Uhr musste die Oberin der jungen Schwester Alice in ihrem Zimmer eröffnen, dass unten die SS-Männer auf sie warten, um sie abzuholen. Alice schrie auf: „Nein, nein, nein“ und versuchte sich an der Wand festzuhalten. Schließlich ging sie doch mit, um nicht das ganze Kloster zu gefährden.
Mindestens 722 jüdische Katholiken wurden in diesen Tagen eingesammelt für das Zwischenlager Westerbork zur Weiterleitung nach Auschwitz. Welche Summe von einzelnen Tragödien! Anne Frank begrüßt in ihrem berühmten Tagebuch zwar den Mut der katholischen Bischöfe zu diesem Protest. Gleichzeitig stellt sie aber nüchtern fest: „Uns wird dieser Protest nicht nützen!“ Wie viele Menschenleben mag wohl Papst Pius XII. gerettet haben, als er daraufhin seinen Protest gegen die Judenverfolgung verbrannte statt ihn hinauszuposaunen. In Deutschland hätte diesen Protest schon aus technischen Gründen kaum jemand hören können. Außerdem wäre das Hören ausländischer Radios gefährlich gewesen. Papst Pius XII. wusste um die satanische Rachsucht Hitlers, die dann alle Juden und Katholiken in ganz Europa betroffen hätte. Deshalb zog es der Papst vor, den Juden heimlich zu helfen. Nach dem Zeugnis von Pinchas Lapide hat er damit mehr Juden gerettet als sonst irgendjemand in der Welt

Eduard Werner

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