Der Fall Hochhuth als Krminalroman – eine Buchempfehlung

Wer noch ein „last minute-Geschenk“ (Neuhochdeutsch) sucht, dem sei hier etwas Spannendes empfohlen.
Der Schriftsteller und katholische Journalist Ingo Langner mit dem Pseudonym Julius Wintermanthel stellt seinem Roman folgende Feststellung voran: „Die schwarze Legende zeigt nicht die Wirklichkeit, sondern die Wahrheit hinter der Wirklichkeit. Sämtliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig und sind nicht beabsichtigt.“ In der Tat verfremdet der Autor reale Personen und Vorgänge nur leicht, so dass sie für den geschichtskundigen Leser durchaus verifizierbar sind. Im Roman „Schwarze Legende“ sollte Flor Kapps Weltbestseller „Der Stellvertreter“ (Hochhuths Drama) verfilmt werden. Der in Aussicht genommene Drehbuchautor hält sich jedoch nicht an das Drama, sondern stellt eigene Recherchen über die Politik des Vatikans an. Er untersucht die Motive des Flor Kapp für sein Drama, legt die dunklen Quellen und Verfälschungen, sowie die Ziele der kommunistischen Auftraggeber in Moskau offen. Dabei zeigt er die Flucht Tausender von Intellektuellen, die vor Hitler aus Deutschland nach Moskau flohen und dort vom Regen in die Traufe kamen. Denn 70 % der deutschen Kommunisten fielen in der Sowjetunion stalinistischen Säuberungen zum Opfer und mussten in den sibirischen Arbeitslagern des Archipel Gulag elend sterben. Einige der deutschen Gäste in Moskau überlebten jedoch den dortigen Terror und konnten nach dem Krieg im Westen wieder Fuß fassen. In ihrem Milieu gediehen die Vorbereitungen des sowjetrussischen Geheimdienstes zur Destabilisierung der katholischen Kirche. Ihr bekanntestes Produkt ist das Theaterstück „Der Stellvertreter, ein christliches Trauerspiel“ von Rolf Hochhuth. Der aus Moskau zurückgekehrte Erwin Piscator machte aus dem voluminösen Manuskript Hochhuths ein spielbares Drama. Damit soll die Schuld am Holocaust aus Deutschland nach Rom weitergereicht werden. Schließlich erkennt der Drehbuchautor Kapps Drama als Verfälschung der wahren Geschichte. Wenn man sich eingelesen hat, fesselt das Geschehen ungemein. Geschichtlich bekannte Persönlichkeiten agieren in realen Vorgängen, wie es tatsächlich war und wie es gewesen sein könnte. Insgesamt ein spannender Kriminalroman! Man möchte diesem Werk die gleiche Verbreitung wünschen, wie sie das die Geschichte fälschende Drama Hochhuths schon hatte.
Eduard Werner

Julius Wintermanthel: „Die schwarze Legende“ , Roman, van Eck Verlag 2012, 277 Seiten, E 19,60. ISBN 978-3-905881-15-8

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4 Antworten auf Der Fall Hochhuth als Krminalroman – eine Buchempfehlung

  1. Eduard Werner sagt:

    Dem Buch „Die Schwarze Legende“ wünsche icheine große Verbreitung, weil es die kommunistischen Machenschaften aufdeckt. Die Wahrheit kann nicht schaden.

  2. Mathias Wagener sagt:

    Unter ausgemachten Kirchengegnern wird das Machwerk wohl bekannt sein. Die Attacken gegen die Kirche kommen indes leider auch aus vielen anderen Quellen, die mitunter von Kirchenfunktionären noch kräftig gespeist werden.

  3. Ulrich S sagt:

    Lieber Herr Wagner,
    leider muss ich Ihnen sehr widersprechen. Hochhuth ist mit seinem „Stellvertreter“ keineswegs in der Versenkung verschwunden. Das Gift gegen Pius XII. und die Kirche ist noch immer weiter wirksam und wird auch tagtäglich irgendwo wieder aufgekocht.

  4. Mathias Wagener sagt:

    Ich weiß nicht, ob das so empfehlenswert ist, da dadurch doch der Hochhut „Stellvertreter“ wieder aus der Versenkung geholt wird.

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