Hat „Donum Vitae“ etwas zu verschleiern?

In der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 29. September 2014 wird unter der Überschrift „Donum Vitae mit neuer Spitze“ berichtet: „18.537 Frauen und Männer kamen 2013 erstmals zur Beratung. Gut 1000 mehr als im Vorjahr. Auch die Gesamtzahl der Beratungskontakte lag mit 30.604 höher.“ In den Zahlenangaben des o.a. AZ-Artikels fehlt die Angabe über die ausgestellten Beratungsscheine im Jahr 2013. Auf eine Anfrage vom 30.9.2014, wie viele Beratungsscheine zur gesetzwidrigen aber straffreien Abtreibung von „Donum Vitae“-Bayern im Jahr 2013 ausgestellt wurden, kam bis 22.10.2014 keine Antwort. Auf eine Nachfrage vom 22.10.14 an „Donum Vitae“, antwortete der Landesgeschäftsführer von „Donum Vitae“, Konrad Schwarzfischer am 30.10.14: „Inhaltlich können wir Ihnen keine Antwort geben, da uns die Erhebung von Statistiken zur Ausstellung von Beratungsscheinen aus Gründen des Schutzes der Betroffenen und des Datenschutzes nicht erlaubt ist.“
Die Aussage von Herrn Schwarzfischer erschien nicht glaubwürdig, da anzunehmen ist, dass „Donum Vitae“ die Zahl der ausgestellten Beratungsscheine an staatliche Stellen meldet, die „Donum Vitae“ mitfinanzieren. Eine Recherche bei Bernward Büchner von der „Juristenvereinigung für das Leben“ ergab folgende Stellungnahme: „Nach § 7 Absatz 1 SchKG ‚hat‘ die Beratungsstelle nach Abschluss der Beratung der Schwangeren eine Beratungsbescheinigung (mit dem gesetzlich beschriebenen Inhalt) auszustellen. Es handelt sich also um eine gesetzliche Pflicht, auf deren Erfüllung die Schwangere allerdings verzichten kann. Dass ein Beratungsträger aus Gründen des Datenschutzes über die Zahl der erteilten Beratungsbescheinigungen keine Auskunft geben kann, halte ich für abwegig, ebenso die Auffassung, dass hierdurch der Schutz der Betroffenen berührt sein könnte.“
Die Bundesgeschäftsführerin von „Donum Vitae“. Andrea Redding ,führt in einem Beitrag „Dem Leben Zukunft geben“ (Salzkörner, 31. Oktober 2014) aus: „Ziel allen Engagements sind der unbedingte Schutz des ungeborenen Lebens, die Zusage an die Unverfügbarkeit menschlichen Lebens und die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen stehen unverrückbar im Mittelpunkt.“
„Der unbedingte Schutz des ungeborenen Lebens“? Der Beratungsschein, den „Donum Vitae“ ausstellt, berechtigt zur „gesetzwidrigen aber straffreien Abtreibung“!
Frau Redding weiter: „‘Donum Vitae‘ als bürgerlich-rechtlicher Zusammenschluss katholischer Laien und vieler anderer, die sich dem Schutz des ungeborenen Lebens verpflichtet fühlen, ist eine unkonventionelle, aber im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils tragfähige Lösung für ein gleichsam unlösbares Thema: den Schwangerschaftskonflikt“. „Tragfähige Lösung im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils“? Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnet Abtreibung als ein „verabscheuungswürdiges Verbrechen“!
So sieht also die Kommunikationspolitik von „Donum Vitae“ aus.

Hubert Gindert

Dieser Beitrag erscheint auch in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels”.  Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-966744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

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3 Antworten auf Hat „Donum Vitae“ etwas zu verschleiern?

  1. backinchurch sagt:

    Nun ja, nicht jeder ausgestellte Beratungsschein muss zwingend zu tatsächlicher Kindstötung führen. Ich hoffe doch sehr, dass Donum Vitae-Beratungen sich zugunsten der Kinder ganz klar von denen der „Pro Familia & Co. Abtreibungsbefürwortern“ unterscheiden.
    Und ja, mir ist die katholische Lehrmeinung bekannt.
    Aber ist die Hemmschwelle, eine Beratung aufzusuchen, die sowieso keinen Schein ausstellt – Folge: gleich zu ProFamilia & Co. – evtl. nicht höher, als ggf. zu Donum Vitae zu gehen?
    Schwierig, schwierig…

  2. Eduard Werner sagt:

    „Donum vitae“, das Erzbischof Dyba donum mortis (Geschenk des Todes) nannte, will natürlich verschleiern, wie viele ihrer Scheine zur Tötung von Kindern führten. Diese Tötungen werden in der nächsten Generation nicht donum vitae angelastet, sondern der Kirche. Sie hat ja jahrelang unter der Leitung von Bischof Lehmann selbst Scheine ausgestellt. Das hat heute schon gigantische Folgen.

  3. Mathias Wagener sagt:

    Das sehe ich auch als recht merkwürdig an. Der Verein führt doch sicher eine Statistik über die ausgestellten Beratungsscheine, die zur Tötung legitimieren, um es auf den Punkt zu bringen. Die Angabe der Zahlen führt doch nicht zur Verletzung von persönlichen Daten. Was wird denn nicht alles an Zahlenmaterial veröffentlicht, von der Einkommenshöhe bis zur Mitgliedschaft in einer Partei, was jeweils datenrechtlich für den Einzelnen geschützt ist.

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