Religionsbücher und Sakramenten-Vorbereitungskurse auf dem Prüfstand – Der Arbeitskreis Theologie und Katechese e. V. (ATK)

Von 1986 bis 1992 war ich Referent für Fragen der Glaubenslehre beim Bischofsvikar im Erzbistum Köln. Ende 1986 besuchten mich drei Lehrerinnen und erklärten mir, sie könnten es mit ihrer Gewissensüberzeugung nicht vereinbaren, die neuen Religionsbücher zu gebrauchen, die ihnen inzwischen zugemutet würden. Nachdem ich mir diese Bücher angesehen hatte, informierte ich meinen Chef, dass meiner Überzeugung nach die Damen völlig Recht hätten und die kirchliche Zulassung der betreffenden Bücher zurückzuziehen sei.
Beispiele von Falschlehren
Es gehörte dazu das einfach „Religionsbuch“ genannte Werk von Hubertus Halbfas, dessen Atheismus aufgrund anderweitiger Veröffentlichungen seinerseits längst bekannt war. Aber auch in den Büchern der übrigen Autoren, die so weit nicht gingen, fanden sich grundlegende Wahrheiten der katholischen Lehre falsch gedeutet, in Frage gestellt oder geleugnet.
Wunder werden entsorgt – vor allem neutestamentliche Naturwunder als angebliche „Jesus-Geschichten“. Ein alttestamentliches Naturwunder dagegen wird, mittels sinnentstellender Auslassung bei der Zitierung der entsprechenden Bibelstelle, zu einem „alltäglichen Ereignis“ umfunktioniert – und das Geschehen um Empfängnis und Geburt Jesu zu einer „Legende vom heiligen Franziskus“ in Parallele gesetzt. Von der Wundertätigkeit Jesu insgesamt heißt es lediglich, er habe in Gottes Namen „Großes getan“, und von der in allen vier Evangelien bezeugten Brotvermehrung wird die unsinnige Umdeutung geboten, dass es sich dabei um ein bloßes Teilen mitgebrachter Vorräte gehandelt habe.
Mit einer gefälschten Zitierung von 1 Korinther 15, 51 wird die Theorie von der „Auferstehung im Tod“ begünstigt, laut der dann konsequenterweise auch der Leib Jesu wie der aller Toten im Grab geblieben und verwest wäre. In einem der damals untersuchten Werke wird der Begriff „Opfer“ sowohl im Alten Testament als auch beim Tode Jesu und bei der Eucharistiefeier ignoriert; nicht besser ergeht es der von Jesus immer wieder verkündigten Botschaft vom Gericht Gottes als Scheidung aller Menschen in Gerettete und Verworfene. Stattdessen heißt es, Gott hole „die Toten zu sich“ und alle Lebenswege würden „einmal bei Gott … zusammenlaufen“.
Entstehung des ATK.
Nachdem ich meinem Chef von diesen Gegebenheiten berichtet hatte, erfuhr ich von ihm, dass wir innerhalb des Erzbistums für die kirchliche Zulassung von Religionsbüchern nicht zuständig seien, dass eine solche vielmehr jeweils von einer Schulbuchkommission auf der Ebene der Bischofskonferenz erteilt würde. Aber er wollte mein entsprechendes Gutachten den beiden für den betreffenden Sachbereich besonders zuständigen Bischöfen zusenden. Nachdem dies, wie er sagte, geschehen war, und nach Ablauf von etwa drei Monaten weder er noch ich von einem der beiden eine Antwort erhalten hatte, entschloss ich mich, den wesentlichen Inhalt des Gutachtens zu veröffentlichen, und tat dies mit der Broschüre: Verfälschung des Glaubens. Was derzeit alles in Religionsbüchern steht, Stein am Rhein/Schweiz 1989 (nur noch antiquarisch zu beziehen).
Am Ende dieser Broschüre rief ich zur Bildung eines Arbeitskreises auf, in dem wir die von mir begonnene kritische Sichtung und Beurteilung von schulischen Religionsbüchern gemeinsam fortsetzen und auf Materialien für die Gemeindekatechese, vor allem Sakramenten-Vorbereitungskurse ausdehnen sollten. Der Kreis entstand gegen Ende 1989 und konstituierte sich Anfang 1990 als e. V.
Zum Umgang mit Widersprechenden.
Der rasche Absatz der genannten Broschüre führte zu einer zweiten Auflage bereits in dem darauffolgenden Jahr. Soweit die von mir kritisierten Autoren und deren Freunde darauf reagierten, geschah das mittels Drohungen und teilweise heftigen Beschimpfungen, sei es mündlich oder in Briefen. Ich habe mich dann bemüht, möglichst ruhig und freundlich darauf zu antworten, mit dem Hinweis, dass der Ort für die Austragung einer entsprechenden Auseinandersetzung die theologische Publizistik sei. Sie sollten daher, so riet ich, versuchen in Rezensionen oder Artikeln darzutun, dass ich die von mir kritisierten Religionsbücher entweder falsch verstanden oder falsch gedeutet hätte – oder aber, dass die von mir daraus angeführten Aussagen entgegen meiner Meinung der biblischen und der geltenden kirchlichen Lehre nicht widersprechen würden. Niemals ist meines Wissens ein solcher Versuch bisher erfolgt, weder meiner Broschüre gegenüber noch in Bezug auf die vielen Stellungnahmen, die wir seither seitens des ATK veröffentlicht haben.
Was unseren Umgang mit den uns Widersprechenden betrifft, habe ich am Ende meiner Broschüre (S. 62) u. a. zu folgenden Haltungen aufgerufen und als Aufgabe der ATK-Mitglieder benannt:
„1. Entschieden und entschlossen aber nicht hart, fanatisch und verbittert sein. Da Jesu Sieg über die Mächte der Irreführung gesichert ist, dürfen wir uns in allem und trotz allem freuen und Freude ausstrahlen.
2. Alles Handeln soll aus einer tiefen Verbindung mit dem Herrn im Gebet und im Hören auf sein Wort hervorgehen.
3. Auch angesichts der größten Not soll das Lob- und Dankgebet stets den ersten Platz in unserem Gespräch mit Gott einnehmen. Das Bittgebet aber soll sich vorwiegend auch auf jene Menschen beziehen, mit denen wir Auseinandersetzungen führen oder von Seiten derer wir zu leiden haben.“
Zur Verdeutlichung unserer Position.
Etwas weiter in der Broschüre (S. 65) wies ich auch darauf hin, dass wir, die Gründer des ATK, kein Verein von „Ewiggestrigen“ sein wollen. Lehrbücher und Hilfsmittel, die wir empfehlen, können nur solche sein, die die überlieferte kirchliche Lehre in zeitgemäßer Aufmachung und Diktion zur Sprache bringen: siehe als Beispiel etwa das YOUCAT Firmbuch, das wir gerade dieser Tage „sehr positiv“ bewertet haben.
Inhaltlich stehen wir fest auf dem Boden der beiden Vatikanischen Konzilien von 1869-70 bzw. 1962-65. Was Fragen der Liturgie und der Sakramententheologie betrifft, beziehen wir uns vor allem auf die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanums sowie deren Umsetzung durch die „Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch“ und die Einführung in die übrigen derzeit geltenden liturgischen Bücher.
Weitere Einzelheiten zu unseren Zielsetzungen und Tätigkeiten sind zu ersehen aus unserer Webseite (www.atk-home.de) oder aus unserem Prospekt, der als Postsendung bestellt werden kann bei: Arbeitskreis Theologie und Katechese (ATK), Seidenweberstr. 3, 40764 Langenfeld.
Mitbetende und Mitwirkende gesucht.
Allen, die unsere Ausrichtung und Zielsetzungen bejahen können, nehmen wir gern als Mitglieder an (vgl. Beitrittserklärung am Ende des Prospektes und im Internet). Als solche sind Sie dann besonders eingeladen, mit uns und für unsere Anliegen zu beten. Gern nehmen wir auch einen jährlichen Spendenbeitrag an, dessen Höhe Sie selbst festsetzen können. Dankbar sind wir allen ebenfalls für das Bekanntmachen unserer Tätigkeiten und unseres Prospektes in Ihrem Umkreis.
Insbesondere aber suchen wir, wie der Prospekt es angibt, im Blick auf eine mehr oder weniger umfangreiche Mitarbeit „Schüler/-innen, Studierende, Eltern von minderjährigen Kindern, Lehrer/-innen und Erzieher/-innen, Mitarbeiter/-innen in Gemeinden, kirchlichen Gremien und Verbänden sowie publizistisch Tätige, die unsere Analysen und Positionen verbreiten und unsere Stellungnahmen durch ihre Rückmeldungen bereichern können.“
Im Übrigen: Der ATK ist Gründungsmitglied des „Forum Deutsche Katholiken“ und in der Regel beim jährlichen Kongress „Freude am Glauben“ mit einem Schriftenstand präsent.

Pfarrer i. R. Dr. François Reckinger
http://www.f-reckinger.de

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*